Literaturgefluester

2017-07-15

Superheldinnen

Filed under: Bücher — jancak @ 09:02
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Passend zum „Bachmannpreis“ bei dem,  die 1980 in Belgrad geborene und in Wien lebende Barbi Markovic gelesen hat, lese ich jetzt als „Sommerbuch“ ihren bei „Residenz“ erschienenen Roman „Superheldinnen“ mit dem sie den letzten „Alpha“ gewonnen hat.

Ihren Namen habe ich, glaube ich, 2010 das erste Mal gehört, als sie für die „Buch-Wien“ offiziell bloggte, ich tue das ja seit 2008, inoffiziell, habe da aber eine Anfrage bekommen.

„Superheldinnen“ ein schräger oder trashiger Roman, einer der eigentlich nicht wirklich einen Inhalt oder Plot hat, sondern es wird, könnte man so sagen, unbekümmert und mit Fett- oder nicht Fettdruckangaben vor sich hingeschrieben.

Da sind drei junge Frauen, um die dreißig, die alle irgendwie aus Belgrad oder Sarajevo kommen und die treffen sich einmal in der Woche im Cafe Sette Fontane in der Siebenbrunnengasse, im fünften Bezirk. Für Nichtwiener, das ist eher ein Randbezirk, in dem viele alte Leute und Migranten wohnen. Wir wohnen auch da und ich hatte auch einmal ganz in der Nähe, in der Arbeitergasse Ecke Reinprechtsdorferstraße, meine Praxis.

Die drei Frauen, die Ich- Erzählerin, Mascha und Direktorka verfügen alle über magische oder dunkle Kräfte. Sie leben in prekären Verhältnissen haben nur wenig Geld. Schreiben aber einmal in der Woche eine Kolumne für eine esoterische Zeitung, die vom „Casino Austria“ gesponsert wird. Detail am Rande, der „Alpha“ wird das auch, ist das nun Zufall oder nicht?

Höchstwahrscheinlich schon und es waren keine dunklen Kräfte, die Barbi Markovic im letzten Herbst, den Preis zusprachen. Die drei benützen ihre Kräfte aber fleißig zur Auslöschung unliebsamer Personen, während sie den armen Teufeln in ihren Kolumnen wieder zurück ins normale büergliche Leben helfen wollen, das sie selbst nicht leben.

Es gibt auch Connections zu Berlin und dort hat Barbi Markovic ja auch gelebt, behziehungsweise ein Buch mit dem Titel „Graz Alexanderplatz“ geschrieben, denn sie war Stadtschreiberin von Graz und die Ich- Erzählerin war in Berlin und hat dort das „rotzige Kind“ kennengelernt, das sie verfluchte. Verflucht wurde sie auch von ihrer Großmutter und so lebt oder dümpelt es sich dahin.

Das Buch ist sehr flott geschrieben und immer wieder von Markennamen und Werbeinschriften durchzogen. Eine Abhandlung über Depressionen kommt vor und auch das Verhältnis der Erzählerin zu den Tauben, die man ja in Wien nicht füttern darf und das Zuwiderhandeln bestraft wird.

Die drei gehen dann ins Casino gewinnen dort eine Menge Geld und leben fröhlich oder vielmehr unfröhlich weiter und Barbi Markovics „Bachmanntext „der glaube, ich „Der Mieter“ heißt, muß ich mir noch anhören.

Das heißt, ich habe das schon getan, bin aber dann wegen der anstrengenden letzten Tage, Sommerakademie, O-Töne und dann noch spät in der Nacht oder früh am Morgen nach Harland kommen und da noch bloggen, eingeschlafen.

So kann ich über diesen Text nicht sagen und weiß daher auch nicht, ob die magischen oder unmagischen Kräfte, Barbi Markovic auf die Shortlist verholfen und dann ausgelassen haben, wünsche ihr aber jedenfalls alles Gute und das Buch, das man, wenn man eine Einladung zu der „Alpha Gala“ hat, die ich mir ja inzwischen errungen habe,  bekommt, hat sie wunschgemäß und sehr freundlich mit einer Widmung für das „Literaturgeflüster“ versehen, was ich bei geschenkt bekommenen Büchern am Ort gerne einmal mache.

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2016-10-28

Siebenter Alpha-Literaturpreis

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:48
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Clarissa Stadler

Clarissa Stadler

Lydia Haider

Lydia Haider

Den „Alpha-Literaturpreis“, gestiftet von den „Casinos Austria“, für Leute die noch nicht mehr als drei Bücher haben,  gibt es seit 2010.

Damals hat ihn Thomas Stangl gewonnen, ich bin hingegangen, weil es in der „Zeitschrift-Buchkultur“ einen diesezüglichen Hinweis gab.

Die nächsten zwei Jahre haben sie mich dann hinausgeschmissen, beziehungsweise nicht hineingelassen, weil nur für geladene Gäste, eine Gala mit Buffet und dem Buchpreisbuch.

Danach hat es geklappt und ich habe mich ein wenig geärgert, weil immer der mit dem berühmtesten Namen gewonnen hat, bis voriges Jahr.

Da hat mir dann Karin Peschka beim „Kremayr & Scheriau-Verlagsfest“ gesagt, als ich sie fragte, ob sie auf der Shortlist sei, daß dann sicher Valerie Fritsch gewinnt, sie hat ihn aber gewonnen und heuer waren bei der Shortlist mit Lydia Haider eine mir bisher unbekannte Autorin, die aber schon in der „Gesellschaft für Literatur“ gelesen hat, mit „Kongregation“.

Dann Barbi Marković mit ihrem „Residenz-Buch“ „Superheldinnen“, das hätte mich zwar interessiert, aber die dritte war Katharina Winkler mit „Blauschmuck“, die ja auch bei den Debuts nominiert ist und da mir dieses Buch für mein Buchpreisbloggen fehlte, habe ich sehr auf sie gehofft, war mir auch ziemlich sicher, daß sie gewinnen wird, denn in den Blogs wurde ihr Buch hochgelobt und so bin ich ziemlich zuversichtlich wieder in das „Studio 44“ aufgebrochen.

Katharina Winkler wurde auch prominent interviewt und ich hörte während des Aperitivs, wie sich der Juror Paulus Hochgatterer mit dem Alpha Initiator  Dietmar Hoscher unterhielt, letzter erwähte, daß er in das Gewinnerbuch schon hineingeschaut hätte.

Barbi Marković

Barbi Marković

Katharina Winkler

Katharina Winkler

Ein Name wurde dabei nicht genannt, die Spannung blieb also erhalten, dann begann die Veranstaltung wieder mit Clarissa Stadlers Moderation.

Es wurde über den „Alpha“ diskutiert, er wurde auch mit dem neuen Buchpreis verglichen, danach kamen die Autorenportraits, ein Interview und jeweils eine kurze Lesung aus dem Buch.

Im Gegensatz zum Vorjahr wo ich schon alle kannte, waren mir diesmal alle fremd, beziehungsweise ungelesen, das heißt Katharina Winkler habe ich schon bei den „O-Tönen“ gehört.

Bei Lydia Haiders Buch geht es mit Bibelzitaten um gefährdete Jugendliche, bei Barbi Marković, die 2010 gemeinsam mit Cornelia Travnicek, offiziell für die „Buch-Wien“ bloggte, um drei mit übersinnlichen Kräften ausgestatteten Frauen, die sich jede Woche in der Pizzeria am Siebenbrunnenplatz, also ganz in meiner Nähe treffen.

Ein Buch und ein Sujet das mich interessieren würde, aber ich will ja Buchpreisbloggen, beziehungsweise mich durch alle Debuts lesen.

Paulus Hochgatterer

Paulus Hochgatterer

Preisverleihung

Preisverleihung

Also noch einmal ein Stück aus „Blauschmuck“ hören, dann gabs eine musikalische Einlage, eine andere Casino-Gewinnerin spielte mit drei anderen ein Mozart-Quartett und dann kam der neue Kulturminister und verkündete „And the winner is Barbi Marković!“, die lief gleich auf die Bühne, obwohl  zuerst Paulus Hochgatterers Laudatio kam und shit, schon wieder nicht erraten und wie mache ich das jetzt mit dem Buchpreislesen, obwohl das Buch von Barbi Marković interessiert mich ja auch?

Inzwischen, das kann ich gleich verraten, habe ich beide Bücher, kann also weiter buchpreisbloggen und zur Buch-Wien“ und zur Verleihung des öst. Buchpreises in zwei Wochen kann ich auch, das hat mir heute Theresa Preis vom Hauptverband zugesichert und da hoffe ich dann, daß sowohl Friederike Mayröcker als auch Katharina Winkler gewinnen, obwohl ich bin ja erbärmlich schlecht mit meinen Prognosen, also seien wir gespannt und neugierig, ich habe das jedenfalls Katharina Winkler so gesagt, daß ich ihr den Preis wünsche und der öst. Buchpreis ist wahrscheinlich schon eine Konkurrenz oder eine Alternative zum „Alpha“.

Andererseit kann es ja nie genug Preise geben und ob der öst. Buchpreis inzwischen wirklich so in die Öffentlichkeit durchgedrungen ist?

Auf jedenfall viele bekannte Gesichter im Publikum, mit einer früheren Nominierten Cordula Simon bin ich am selben Tisch gesessen, so wie mit Dorothea Löcker, der ich sagte, daß ich die „Sprache der Krähen“ schon gelesen habe. Das hat ein bißchen länger gedauert, wegen meines doppelten Buchpreisbloggens, das habe ich dann auch Karin Peschka, die ich am Klo getroffen habe, so gesagt, daß „FanniPold“ inzwischen zu mir gekommen ist und jetzt geht es in ein langes Wochenende und ins Debutpreislesen, wo ich mit Sacha Battyani beginnen will und dann zu Friederike Gösweiner und Katharina Winkler übergehe.

Spannend spannend, wer den Debutpreis gewinnt, am Ende Friederike Gösweiner und ich habe mich schon wieder verschätzt, in zwei Wochen werden wir es wissen und bis dahin bin ich sehr gespannt.

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