Literaturgefluester

2021-11-30

Die verschissene Zeit

Filed under: Bücher — jancak @ 00:51
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Jetzt gehts wieder nach Österreich, aber noch nicht zur ÖST, um die letzten beiden Bücher und das letzte Debut zu lesen, sondern zu Barbi Markovic, von der ich letzter Zeit viel gehört habe und zu ihrer „Verschissenen Zeit“, also richtig nach Belgrad und in die Neunzehnneunzigerjahre, eine Zeitspanne, die für die Zehn bis Zwanzigjährige, die dort höchstwahrscheinlich auch in einer Plattenbausiedlung lebte, beschissen war.

Ich habe das Buch, das ich als ich vom Volksstimmefest nach Hause gegangen bin bei Anna Jeller liegen gesehen und es mir bestellt. Barbi Markovic hat da vorher gelesen, ich bin aber zu spät gekommen. Sie hat aber sie hat von ihrem Buchprojekt schon in der „Gesellschaft“ erzählt, als sie dort mit Elias Hirschl zu einer Art „Kolik Slam“ eingeladen war und bei der Verleihung des „Priessnitz-Preises“ ging es auch darum. Jetzt ist das Buch fertig geworden, es wurde auf der „Buch Wien“ vorgestellt und das im Stream übertragen. Im Literaturhaus gab es auch eine Barbi Markovic Session.

Da wurde das Buch im Programm nicht erwähnt, weil die Veranstaltung schon früher geplant war. So war ich auf das Buch neugierig, habe es gelesen und muß schreiben, das war gar nicht so einfach, obwohl es wahrscheinlich eher ein Buch für Jugendliche ist, bzw. in dieser Sprache geschrieben wurde.

Das Ganze wirkt, wie ein Computerspiel, obwohl das siebzig Seiten Rollenspiel, das beiliegt, Papierform hat. Um eine Zeitreise und eine Zeitmaschine geht es auch und um drei Jugendliche, die im Belgrader Viertel Banovo brdo, im zwölften Stock eines Hochhauses, glaube ich, leben. Vanja, die Ich- oder besser Du- Erzählerin, denn das Buch ist in diesen Stil geschrieben, der Bruder Marko und die Freundin Kassandra, die eigentlich Sandra heißt und in einer Romasiedlung lebt, das ist die, die sehr viel schimpft und eine Besonderheit des Buches ist auch der lakonische Stil , der manchmal durchpoppt.

„Als 13-jähriges Mädchen mit „breiten Interessen“ findest du es unfair, etwas zu bekommen, was man dir im Rahmen der Obsorge sowieso zur Verfügung stellen muß.“

Das ist in Belgrad der Neunzigerjahre vielleicht ein wenig schwierig, fehlt es doch an allem in den Supermärkten und auch in den Gedanken und die drei Jugendlichen wachsen in dieser Zeit auf. Der Vater der Du-Erzählerin Vanja, ein Unterleuntnant, verschwindet oder wird von ihrem Bruder während des Schulsprechtages ins Knie geschoßen, weil er auf ihn wütend ist.

Dann gibt es noch die Bambalic-Zwillinge, die Schüermafia sozusagen, die sich plötzlich vor einem stellt „Wohin willst du?, wissen willst und einem dann das Geld wegnimmt und die Pljeskavica, die man in der Hand hält, zerdepschen.

Das Ganze beginnt mit einem Art Vorspann „1984/85“. Dann geht es ins Jahr 1995, da ist Vanja dreizehn und es wird zu Silvester russischer Salat gegessen, der später old fashion wird. Die Zwillinge tragen dem Trio auf in die Villa von Gana Savic, das ist eine bekannte Sängerin einzubrechen. Später wacht Vanja im Jahr 1999 auf und wundert sich über die Zeitreise, die sie ihr Bruder und Kassandra machten.

Das Rätsel klärt sich, denn der Mann von Gana Savic, Miomir Vukobratovic ist ein verrückter Wissenschaftler, der eine Zeitmaschine erfunden hat, die er reparieren muß. Die drei sollen ihm dabei helfen und müssen dabei einen Porsche stehlen oder zu einem Medaillon kommen.

Man sieht, die Fantasy Elemente, die die Jugendlichen, der Neunzehnneunzigerjahen wohl geprägt haben. Dabei wird das Elend dieser Zeit beschrieben. Die Einflüße des Krieges, wo alle alle „schlachten“ wollen, die Drogen, die Mafia, etcetera.

Da gibt es noch einen Kommandanten, das ist der örtliche Mafiaboß, der ein Restaurant namens Milosevic und eine französische Bäckerei aus der es herrlich duftet, aber niemand hinein geht, hat.

Genau beschrieben und in der verschissenen Zeit, den Neunzigerjahren hin- und hergesprungen. Von 1999 geht es nach 1993 zurück, dann wieder nach 1996 hinauf, bevor der Zeitsprung gelingt. Man in den glücklichen 2000, nämlich 2001 ist und wieder zurückgeht um die die Gelegenhheit einer zweiten Chance, alles vielleicht besser zu machen, in Anspruch zu nehmen.

Beigelegt ist, wie schon erwähnt, ein siebzigseitiges Heftchen, ein Rollenspiel, wo man das Jahrzehnt selbst verändern kann und in die Rollen des Kommandaten, von Gana Sanic, etcetera, schlüpfen kann. Die Kleidung der Zeit wird beschrieben, die richtigen oder gefälschten Markenklamotten. Die Bomberjacke, den Carlo Coluci Pullover, die Ballon hose, die Diesel-Jeans, etcetera.

Interessant, daß sich die Jugendlichen in „Diesler“ und andere Untergruppen abspalten.

Spannend mit der Zeitmaschine in der verschissenen Zeit der Barbi Marcovic und ihren rauhen Tönen ein wenig mitzuschwingen und wer mich kennt, wird schon erwarten, daß ich mir eine solche Zeitreise für die Coronazeit wünschen würde, beziehungsweise das in meinem „Arbeitstitel“ gerade auch ein wenig versuche, wo ich in mein erstes Digi „Wiener Verhältnisse zurückschmwimme, und im Jahr 2053 mit diesem Buch in der Tasche die Ereignisse von 2021 zu erfassen versuche.

Anmerken will ich noch, daß ich in dieser Zeit zweimal kurz in Belgrad war, einmal 1987 wo wir nach unserer Türkeireise bei der Rückfahrt bei meiner Tante Dora Halt machten und 1998 sind wir mit der Anna auch für ein paar Tage dort gewesen und da hat sich der Alfred in einem Musum über die Darstellung des Amselfelds sehr geärgert, das Plakat aber nicht fotografieren dürfen.

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2021-11-18

Barbi Markovic in Nahaufnahme

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:10
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Am Mittwoch war ich eine Zeitlang unsicher, ob ich mir den Literaturhaus-Stream geben soll, denn Barbi Markovics „Verschissene Zeit“ habe ich ja im Badzimmer liegen, werde es demnächst lesen und habe sie daraus auch beim „Buch-Wien-Stream“ lesen hören, habe also „Nicht schon wieder!“ oder „Das ist zuviel!“, es gab aber keine andere Stream-Alternative und mit dem Ferdinand Schmalz, meinem letzten deutschen Buchpreisbuch in die Badewanne gehen und es auszulesen, wollte ich auch wieder nicht.

Dann bin ich daraufgekommen, daß es gar nicht um die „Verschissene Zeit“ geht, die ja auch einmal bei einem „Kolik liest“ oder „Kolik slam“, vorgestellt wurde und die ich bei Anna Jeller liegen sehen habe, als ich vom Volksstimmefest nach Hause gegangen bin, sondern um ihre andere Bücher „Ausgehen“ und „Superheldinnen“, womit sie ja den „Alpha“ gewonnen hat und von der „Verschissenen Zeit“ gar nichts.

„Komisch!“, habe ich gedacht. Aber Barbara Zwiefelhofer hat in ihrer Einleitung erklärt, daß die Veranstaltung schon im vorigen Jahr geplant war und einige Male verschoben wurde und die „Nahaufnahme- Österreichische Autor/innen im Gespräch“, ist eine Veranstaltung im Rahmen des Vereins Neugermanistik, wo Alexandra Millner, glaube ich, Präsidentin oder Vizepräsidentin ist, um die Literatur in die Germanistik oder die Germanistik ins Publikum natürlich zu bringen und das wäre schon die die achte Veranstaltung, die es glaube ich seit 2016 gibt, bei zwei ich bin ich gewesen, weil ich ja regelmäßig ins Literaturhaus ging und mich jetzt dorthin streame. Der Präsident oder Vizepräsident des Vereins hat ein paar Worte gesprochen.

Dann kam die in Ungarn geborene Germanistin Edit Kiraly und stellte die drei Bücher, bzw, die 1980 in Belgrad geborene Autorin vor, die ich kenne, weil sie einmal Bloggerin der „Buch Wien“ war, dann beim „Bachmann-Preis“ gelesen hat, den „Alpha“ und den „Priessnitz-Preis“ gewonnen hat und eben bei Gustav Ernst in der „Gesellschaft“ schon einmal über ihr neues Buch erzählte. Das Zweite, die „Superheldinnen“ habe ich vom „Alpha“ mitgenommen und gelesen.

Das erste Buch hat aber, habe ich, gelernt Barbi Markovic, die in Belgrad Germanistik studiert hat und dort in einem Verlag arbeitete, auf Serbisch geschrieben und das ist ein Remix auf oder aus Thomas Bernhards „Gehen“ heißt „Ausgehen“ und verwendet den gleichen Sound und die gleichen Phrasen „Das Schrecklichste aller Schrecklichkeiten“, spielt aber in der Clubbingszene und „Suhrkamp“ der Bernhard-Verag, hat zuerst die Zustimmung für eine kleine serbische Übersetzung gegeben. Dann hat Mascha Dabic schon in Wien, wo Barbi Markovic ja weiter Germanistik studierte, das Buch auf Deutsch übersetzt, das dann auch bei „Suhrkamp“ erschienen ist. Stadtschreiberin von Graz war Barbi Markovic auch und die „Superheldinnen“ habe ich, jetzt gelernt oder wieder aufgefrischt ist ein Stadtroman. Ich habe ja auch einmal einen geschrieben, meiner spielt an einem Tag in Wien, der von Barbi Markovic am Siebenbrunnenplatz im „Sette fontane“, aber auch in Belgrad, Sarajevo und Berlin und der Ausgangspunkt für Barbi Markovic war natürlich, der von Alexander Döblin, die Superheldinnen sind aber drei Frauen, die aus Belgrad oder Sarajevo kommen und eine davon, die Mascha ist Mascha Dabic, das habe ich beim „Priessnitz-Preis“ erfahren und beim „Buch- Wien-Stream“, das Barbi Markovic, das Buch teilweise auch auf Serbisch geschrieben hat, das Mascha Dabic dann übersetzte. Das habe ich, als ich es gelesen habe, interessanterweise nicht bemerkt, obwohl es höchstwahrscheinlich daraufsteht, wurde aber offensichtlich beim „Alpha“ nicht erwähnt, oder habe es mir nicht gemerkt.

Das dritte Buch die „Verschissene Zeit“, von dem Barbi Markovic schon in der „Gesellschaft“ gesprochen hat, wurde auf Deutsch geschrieben, spielt aber in einer Belgrader Plattensiedlung, wo Barbi Markovic auch aufgewachsen ist, in den Neunzigerjahren und das war offenbar für sie beschissen und es kommen, wie ich schon bei „Buch-Wien-Stream“ hörte, viele Schimpfworte vor. Diesmal hat Barbi Markovic ein größeres Stück daraus gelesen, das auch mit dem Rollenspiel, das dem Buch beigefügt ist, erwähnt und erklärt, warum das Buch in der „Du-Form“ geschrieben ist, wo das „Du“ aber öfter wechselt, denn die „Dus“ sind die handelnden Personen in dem Spiel, die anderen weniger wichtig.

Interessant, interessant und wieder viel gelernt oder aufgefrischt, was ich jetzt nicht wüßte, wenn ich die Veranstaltung ausgelassen hätte, was ich aber ohnehin nicht zusammengebracht hätte, obwohl ich den Schmalz, natürlich auch auslesen muß, um mit meiner Leseliste weiterzuskommen. Interessant interessant, am achten Dezember wird eine Szene aus dem Buch an der „Angewandten“ aufgeführt, aber dahin kann man ohne Gs im Lockdown ohnehin nicht gehen. Aber bis dahin habe ich das Buch schon gelesen und bin vorläufig darauf gespannt.

2019-10-29

Priessnitzpreis an Barbi Markovic

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 22:20
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Gustav Ernst

Gustav Ernst

Mascha Dabic[

Mascha Dabic

Jetzt wirds eng im Wiener Literaturleben und für die Literaturgeflüsterin, denn ein Preisreigen, leider nicht an mich, beginnt, mündet in die „Buch-Wien“, wo ich dann ja nach einem Tag nach Basel entfliehe, dazwischen gibts dann noch die Online-Autorenmesse und mein siebenter „Nanowrimo“, aber mit dem „Reinhard Priessnitz-Preis“ fängt es vorerst an, denn, den gibt es schon seit fünfundzwanzig Jahren zum Gedenken, an den am 5. November  1985 verstorbenen Lyriker und Dichter Reinhard Priessnitz.

Das Bundeskanzleramt vergibt ihn, Gustav Ernst und Robert Schindel sind die Juroren und ich war, glaube ich, das erste Mmal 1998 da, als er an Sabine Gruber vergeben wurde und dann sind wir, glaube ich, ein paar Tage mit der vierzehnjährigen Anna an den Traunsee wandern gefahren.

Einmal war ich, glaube ich, in der Hauptbücherei, als dort Elfriede Gerstl gelesen hat, dann bin ich, glaube ich, etwas früher weggegangen, weil Olga Flor, die Preisträgerin war. 2005 hat ihn Gerhild Steinbuch bekommen, 2006 Thomas Ballhausen, 2007 Ann Cotton, die sich, glaube ich, in einer Schachtel verstecken wollte und 2008 dann Angelika Reitzer, ab da habe ich gebloggt und war verärgert auf Silvia Bartl, weil sie mich im Literaturhaus nicht mehr meine „Mittleren“ machen ließ.

Ich war aber immer bei den Preisverleihungen, bis auf 2017, wo ihn Hanno Millesi bekommen hat, denn da hatte ich soviele Stunden, daß es sich nicht ausgegangen ist, obwohl ich ja, wie ich immer behaupte, ein Fan von Hanno Millesi bin.

2018 hat ihn Antonio Fian bekommen und diesmal die 1980 in Beglrad geborene Barbi Markovic, die ja, glaube ich, 2010 oder war es 9 gemeinsam mit Cornelia Travnicek bei der „Buch Wien“ bloggte, das Buch „Superheldinnen“ geschrieben hat, womit sie 2016 den „Alpha“ gewonnen hat, beim „Bachmannpreis“ hat sie glesen und vor kurzem beim „Kolik Slam“ in der „Gesellschaft“/, ihr neues Buch , da 2021 bei „Residenz“ erscheinen wird, wird „Verschissene Zeit“ heißen und Mascha Dabic, eine der Debutshortlistdebutanten des Öst, die auch „Zwei Jahre Nacht“ übersetzte, hielt die Laudatio und ist offenbar, wie sie erwähnte, auch eine der „Superheldinnen“.

Gustav Ernst, Barbi Markovic, Robert Huez[

Gustav Ernst, Barbi Markovic, Robert Huez

arbi Markovic

Barbi Markovic

Spannend, spannend, die Preislesung war dann ein Computerspiel, das nicht so recht funktionierte oder eine Leseperformance mit Musik daraus und ich kann gleich auf einen der übernächsten Preise, die es im Literaturhaus geben, wird, den „Fried-Preis“ an Steffen Mensching hinweisen, beziehungsweise darauf, daß dort vor zwei Jahren ein Comic vorgestellt. nämlich Ulli Lusts „Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein“, vorgestellt wurde, den ich heute im „Wortschatz“ gefunden habe und wem es interessiert, die restlichen „Shades of Grey-Bände“ die ich noch nicht hatte, sind auch darin gelegen und unter dem Publkum war  Christian Jahl einer der Vorjuroren des „Alpha“, der mir verraten hat, daß er schon auf die morgendliche Preisverleihung gespannt ist, ich auch, denn wenn Angela Lehner gewinnt, bekomme ich das Buch, das ich ja nur als E-Book Ausgabe gelesen habe.

2017-07-15

Superheldinnen

Filed under: Bücher — jancak @ 09:02
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Passend zum „Bachmannpreis“ bei dem,  die 1980 in Belgrad geborene und in Wien lebende Barbi Markovic gelesen hat, lese ich jetzt als „Sommerbuch“ ihren bei „Residenz“ erschienenen Roman „Superheldinnen“ mit dem sie den letzten „Alpha“ gewonnen hat.

Ihren Namen habe ich, glaube ich, 2010 das erste Mal gehört, als sie für die „Buch-Wien“ offiziell bloggte, ich tue das ja seit 2008, inoffiziell, habe da aber eine Anfrage bekommen.

„Superheldinnen“ ein schräger oder trashiger Roman, einer der eigentlich nicht wirklich einen Inhalt oder Plot hat, sondern es wird, könnte man so sagen, unbekümmert und mit Fett- oder nicht Fettdruckangaben vor sich hingeschrieben.

Da sind drei junge Frauen, um die dreißig, die alle irgendwie aus Belgrad oder Sarajevo kommen und die treffen sich einmal in der Woche im Cafe Sette Fontane in der Siebenbrunnengasse, im fünften Bezirk. Für Nichtwiener, das ist eher ein Randbezirk, in dem viele alte Leute und Migranten wohnen. Wir wohnen auch da und ich hatte auch einmal ganz in der Nähe, in der Arbeitergasse Ecke Reinprechtsdorferstraße, meine Praxis.

Die drei Frauen, die Ich- Erzählerin, Mascha und Direktorka verfügen alle über magische oder dunkle Kräfte. Sie leben in prekären Verhältnissen haben nur wenig Geld. Schreiben aber einmal in der Woche eine Kolumne für eine esoterische Zeitung, die vom „Casino Austria“ gesponsert wird. Detail am Rande, der „Alpha“ wird das auch, ist das nun Zufall oder nicht?

Höchstwahrscheinlich schon und es waren keine dunklen Kräfte, die Barbi Markovic im letzten Herbst, den Preis zusprachen. Die drei benützen ihre Kräfte aber fleißig zur Auslöschung unliebsamer Personen, während sie den armen Teufeln in ihren Kolumnen wieder zurück ins normale büergliche Leben helfen wollen, das sie selbst nicht leben.

Es gibt auch Connections zu Berlin und dort hat Barbi Markovic ja auch gelebt, behziehungsweise ein Buch mit dem Titel „Graz Alexanderplatz“ geschrieben, denn sie war Stadtschreiberin von Graz und die Ich- Erzählerin war in Berlin und hat dort das „rotzige Kind“ kennengelernt, das sie verfluchte. Verflucht wurde sie auch von ihrer Großmutter und so lebt oder dümpelt es sich dahin.

Das Buch ist sehr flott geschrieben und immer wieder von Markennamen und Werbeinschriften durchzogen. Eine Abhandlung über Depressionen kommt vor und auch das Verhältnis der Erzählerin zu den Tauben, die man ja in Wien nicht füttern darf und das Zuwiderhandeln bestraft wird.

Die drei gehen dann ins Casino gewinnen dort eine Menge Geld und leben fröhlich oder vielmehr unfröhlich weiter und Barbi Markovics „Bachmanntext „der glaube, ich „Der Mieter“ heißt, muß ich mir noch anhören.

Das heißt, ich habe das schon getan, bin aber dann wegen der anstrengenden letzten Tage, Sommerakademie, O-Töne und dann noch spät in der Nacht oder früh am Morgen nach Harland kommen und da noch bloggen, eingeschlafen.

So kann ich über diesen Text nicht sagen und weiß daher auch nicht, ob die magischen oder unmagischen Kräfte, Barbi Markovic auf die Shortlist verholfen und dann ausgelassen haben, wünsche ihr aber jedenfalls alles Gute und das Buch, das man, wenn man eine Einladung zu der „Alpha Gala“ hat, die ich mir ja inzwischen errungen habe,  bekommt, hat sie wunschgemäß und sehr freundlich mit einer Widmung für das „Literaturgeflüster“ versehen, was ich bei geschenkt bekommenen Büchern am Ort gerne einmal mache.

2016-10-28

Siebenter Alpha-Literaturpreis

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:48
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Clarissa Stadler

Clarissa Stadler

Lydia Haider

Lydia Haider

Den „Alpha-Literaturpreis“, gestiftet von den „Casinos Austria“, für Leute die noch nicht mehr als drei Bücher haben,  gibt es seit 2010.

Damals hat ihn Thomas Stangl gewonnen, ich bin hingegangen, weil es in der „Zeitschrift-Buchkultur“ einen diesezüglichen Hinweis gab.

Die nächsten zwei Jahre haben sie mich dann hinausgeschmissen, beziehungsweise nicht hineingelassen, weil nur für geladene Gäste, eine Gala mit Buffet und dem Buchpreisbuch.

Danach hat es geklappt und ich habe mich ein wenig geärgert, weil immer der mit dem berühmtesten Namen gewonnen hat, bis voriges Jahr.

Da hat mir dann Karin Peschka beim „Kremayr & Scheriau-Verlagsfest“ gesagt, als ich sie fragte, ob sie auf der Shortlist sei, daß dann sicher Valerie Fritsch gewinnt, sie hat ihn aber gewonnen und heuer waren bei der Shortlist mit Lydia Haider eine mir bisher unbekannte Autorin, die aber schon in der „Gesellschaft für Literatur“ gelesen hat, mit „Kongregation“.

Dann Barbi Marković mit ihrem „Residenz-Buch“ „Superheldinnen“, das hätte mich zwar interessiert, aber die dritte war Katharina Winkler mit „Blauschmuck“, die ja auch bei den Debuts nominiert ist und da mir dieses Buch für mein Buchpreisbloggen fehlte, habe ich sehr auf sie gehofft, war mir auch ziemlich sicher, daß sie gewinnen wird, denn in den Blogs wurde ihr Buch hochgelobt und so bin ich ziemlich zuversichtlich wieder in das „Studio 44“ aufgebrochen.

Katharina Winkler wurde auch prominent interviewt und ich hörte während des Aperitivs, wie sich der Juror Paulus Hochgatterer mit dem Alpha Initiator  Dietmar Hoscher unterhielt, letzter erwähte, daß er in das Gewinnerbuch schon hineingeschaut hätte.

Barbi Marković

Barbi Marković

Katharina Winkler

Katharina Winkler

Ein Name wurde dabei nicht genannt, die Spannung blieb also erhalten, dann begann die Veranstaltung wieder mit Clarissa Stadlers Moderation.

Es wurde über den „Alpha“ diskutiert, er wurde auch mit dem neuen Buchpreis verglichen, danach kamen die Autorenportraits, ein Interview und jeweils eine kurze Lesung aus dem Buch.

Im Gegensatz zum Vorjahr wo ich schon alle kannte, waren mir diesmal alle fremd, beziehungsweise ungelesen, das heißt Katharina Winkler habe ich schon bei den „O-Tönen“ gehört.

Bei Lydia Haiders Buch geht es mit Bibelzitaten um gefährdete Jugendliche, bei Barbi Marković, die 2010 gemeinsam mit Cornelia Travnicek, offiziell für die „Buch-Wien“ bloggte, um drei mit übersinnlichen Kräften ausgestatteten Frauen, die sich jede Woche in der Pizzeria am Siebenbrunnenplatz, also ganz in meiner Nähe treffen.

Ein Buch und ein Sujet das mich interessieren würde, aber ich will ja Buchpreisbloggen, beziehungsweise mich durch alle Debuts lesen.

Paulus Hochgatterer

Paulus Hochgatterer

Preisverleihung

Preisverleihung

Also noch einmal ein Stück aus „Blauschmuck“ hören, dann gabs eine musikalische Einlage, eine andere Casino-Gewinnerin spielte mit drei anderen ein Mozart-Quartett und dann kam der neue Kulturminister und verkündete „And the winner is Barbi Marković!“, die lief gleich auf die Bühne, obwohl  zuerst Paulus Hochgatterers Laudatio kam und shit, schon wieder nicht erraten und wie mache ich das jetzt mit dem Buchpreislesen, obwohl das Buch von Barbi Marković interessiert mich ja auch?

Inzwischen, das kann ich gleich verraten, habe ich beide Bücher, kann also weiter buchpreisbloggen und zur Buch-Wien“ und zur Verleihung des öst. Buchpreises in zwei Wochen kann ich auch, das hat mir heute Theresa Preis vom Hauptverband zugesichert und da hoffe ich dann, daß sowohl Friederike Mayröcker als auch Katharina Winkler gewinnen, obwohl ich bin ja erbärmlich schlecht mit meinen Prognosen, also seien wir gespannt und neugierig, ich habe das jedenfalls Katharina Winkler so gesagt, daß ich ihr den Preis wünsche und der öst. Buchpreis ist wahrscheinlich schon eine Konkurrenz oder eine Alternative zum „Alpha“.

Andererseit kann es ja nie genug Preise geben und ob der öst. Buchpreis inzwischen wirklich so in die Öffentlichkeit durchgedrungen ist?

Auf jedenfall viele bekannte Gesichter im Publikum, mit einer früheren Nominierten Cordula Simon bin ich am selben Tisch gesessen, so wie mit Dorothea Löcker, der ich sagte, daß ich die „Sprache der Krähen“ schon gelesen habe. Das hat ein bißchen länger gedauert, wegen meines doppelten Buchpreisbloggens, das habe ich dann auch Karin Peschka, die ich am Klo getroffen habe, so gesagt, daß „FanniPold“ inzwischen zu mir gekommen ist und jetzt geht es in ein langes Wochenende und ins Debutpreislesen, wo ich mit Sacha Battyani beginnen will und dann zu Friederike Gösweiner und Katharina Winkler übergehe.

Spannend spannend, wer den Debutpreis gewinnt, am Ende Friederike Gösweiner und ich habe mich schon wieder verschätzt, in zwei Wochen werden wir es wissen und bis dahin bin ich sehr gespannt.

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