Literaturgefluester

2018-08-02

Regenguß, Belvedere-Ausstellung, Seeseiten-Buchhandlung und noch einmal Bekanntes bei den O-Tönen

Ich bin ja vor ein paar Monaten irrütmlich zu einer Buchpräsetation ins Belvedere gegangen, weil ich ein bißerl schlampert oder leicht legasthen, wie ich bin, die Margit Kreidl mit der Margret Greiner verwechselt habe und habe mir da von Ursula Rinderer von „Kremayr und Scheriau“ eine Freikarte vermitteln lassen, die auch für einen Ausstellungsbesuch gültig war.

Die habe ich eigentlich in meinen Strohwitwenmonat Juni einlösen wollen, da habe ich aber korrigert und bin damit erst vor zwei Wochen fertiggeworden, so daß ich meine Rituale, die wie Fensterputzen und ein bißchen Recherche schnuppern absolviert und mit meinen neuen Text begonnen habe und weil ich heute die letzte Stunde bis zwöf hatte, habe ich daran  gedacht und außerdem wollte ich schon immer oder sehr lang, die berühmte Seeseiten-Buchhandlung in der Seestadt aufsuchen, weil sie ja zur Buchhandlung des Jahres gewählt wurde und außerdem die Eigentümerin Bettina Wagner diesmal  in der Jury des öst Bp sitzt.

Dann ist es ein bißchen hektisch geworden, denn ich habe vorher endlich „Flammerwerfer“ ausgelesen und besprochen, die Wäsche mußte aufgehängt werden und nach einem Mittagsschlaf hat es mich auch verlangt, so habe ich mir in dem Asia-Imbiß in der Margaretenstraße sechs Avokado-Makis, die ich ja sehr gerne mag, geholt und bin um drei weggegangen.

Da mußte ich noch auf die Post, weil die ja die Preise erhöht haben und man auffrankieren mußte und als ich vor einer Kreuzung auf der Wiedner Hauptstraße stand, hat mich eine nette Dame angesprochen und „Schauen Sie, es kommt ein Gewitter!“, gesagt.

Das hatte ich gar nicht beachtet, weil ich gerade nach der Post Ausschau hielt und die nicht fand, so habe ich nach der zurückgefragt und bin ein Stück in die andere Richtung gegangen, weil das Postamt verlegt worden ist.

Der Postler war sehr freundlich, die zehn Cent wurden aufbezahlt und als ich mich dann in Richtung Belvedere aufmachte überraschte mich der Regen und da gehört es wohl auch zu meinen „Schrullen“, daß ich, der Badewannentyp, der seine Bücher ja dort liest, mich nicht unterstellen, sondern diese warmen Sommer Regengüße eigentlich ganz gerne mag. Nur ins Belvedere mit einer tropfenden Hose und patsch naß von den Ohren bis in die Zehenspitzen?

Die Hose habe ich mir dann vorher, damit ich in der Gemädegalerie keine Tropfspuren hinterlasse mehrmals ausgerungen, die Klimt- Ausstellung war schon weg oder ich habe sie nicht gefunden, stattdessen gab es eine Blumenausstellung mit ein paar Klimt und Schiele Bildern.

Dann hatte der Regen aufgehört und diesmal habe ich die berühmte Buchhandlung in der Janis Joplin Promenade auch problemlos gefunden und bin nur ein bißchen umständlich, weil drei Mal die U-Bahn gewechselt hingefahren.

Ich war ja schon fünfmal in der Seestadt diesen neuen Stadtteil, auf den ich aufmerksam wurde, wei E. A. Richter dort wohnt und in der ersten MUSA-Veranstaltung auch ein Seestadt-Projekt von Andrea Grill präsentiert wurde, das erste Mal habe ich nur ein Baustelle gefunden. Dann habe ich nicht gegneist, daß ich wenn der Zug bis Aspernstraße fährt, auf den nächsten warten muß, das dritte Mal war ich dort, aber es war Pfingstsonntag und die Buchhandlung habe ich nicht gesehen und das vierte Mal bin ich mit der Ruth und dem Alfred dortgewesen, als wir unsere Fototour machten. Da habe ich auch keine Buchhandlung gesehen, es war aber ohnehin Sonntag, aber das Nachbarschaftsbücherregal wieder aufgesucht und dort den Thilo Saranzin gefunden. Ein Buch das, zum Erscheinungsdatum   sehr angefeindet wurde, aber jetzt offenbar schon selbstverständlich ist und seine Nachfolger gefunden hat. Ein paar Tage oder Wochen später habe ich mir dann beim „Morawa-Abverkauf den „Seestadt-Krimi “ von Fritz Lehner gekauft und jetzt habe ich sofort die Janis Joplin Promenade und die kleine Buchhandlung gefunden.

Die Chefin war sehr freundlich und ich habe mir die Bücher angeschaut, die dort lagen und die ich entweder schon gelesen habe oder auf meinen Stapeln lieben, denn da kommt ja jetzt sehr viel vom Herbstprogramm und ich lese auch gerade Didi Dobrers „Als die Kirche den Fluss überquerte“, das am ersten August erschienen ist, dann natürlich zur freien Bücherentnahme. Dort gab es, zwar ohne Umschlag, aber immerhin Bettina Balakas „Die Prinzessin von Aborio“ und ich bin mit der U-Bahn zurück ins Museumsquartier zu den O-Tönen, die diesmal wieder in der Arena 21 stattfanden und habe mich dort Didi Drobna lesend langsam von der Reihe fünf bis zur zweiten vorgekämpft. Denn ich sitze ja gerne vorn, war aber später dran. So waren die ersten zwei Reihen schon reserviert und es hatten auch schon Leute ihre Schals und Jacken ausgelegt und weil der Alfred fotografiert, sollte ich auch am Rand sitzen. In der vierten Reihe war zwar noch was frei aber dort stand eine Leiter. Also habe ich mich in die Fünfte gesetzt, dann waurde die Leiter weggestellt und jemand besetzte, die Reihe bevor ich mich noch umsetzen konnte, nahm den Schal aber wieder weg und dann kamen die Veranstalter und überprüften die Reservierungen und habe, ob Zufall oder Absicht, die in der zweiten Reihe, wo ich gerne sitzen wollte und auch das letzte Mal saß, weggenommen, hurra!

Ljuba Arnautovic

Ljuba Arnautovic

Es lasen wieder zwei bekannte, beziehungsweise Autoren, wo ich zwar noch nicht die Bücher gelesen habe, aber schon bei Lesungen war, wie beispielsweise bei Ljuba Arnautovic „Im Verboregenen“, wo „Picus“ mir zwar die Vorschau schickte, dann aber offenbar doch entschied, daß ich so viele Flüchtigkeitsfehler mache, das Buch also nicht zu mir kam, was ich sehr schade finde. Aber vielleicht kommt es auf die Debutshortlist und dann frage ich es noch einmal an und außerdem war ich ja sowohl bei Lesungen in der „AS“, als auch in der „Gesellschaft für Literatur“ und Lubja Arnautovic hat wieder die Stelle gelesen, wo die Genoveva, also ihre Großmutter, die Sachen des Judens, den sie versteckt, an die Donau legt und dann die Polizisten zu der Ziehmutter kommen und seine Sachen suchen, als auch die von den zwei kleinen Buben, die am 12. 2. 1934 auf ein Kinderfreunde-Maskenfest gehen wollen, aber wegen des Bürgerkriegs nicht können. Die hatte ich schon gehört, die wo die Genoveva mit einer Nonne von der Gestapo in einen Keller gesperrt und vom Wasser fast überflutet wird, glaube ich, aber noch nicht.

Daniela Strigl war heute nicht da. so hat Paul Jandl, der Norbert Gstrein moderierte, ihren Text vorgelesen und Norbert Gstreins „Die kommenden Jahre“ habe ich schon in Krems bei der letzten „Buch und Wein“ gehört. Ein interessantes Buch, denn es umfaßt die Flüchtlingsproblematik, geht es da ja um ein Paar, Richard und Natascha, er Gletscherforscher, sie Schriftstellerin und nimmt eine syrische Flüchtlingsfamlie auf und läßt sie in ihrem Gartenhäuschen wohnen. Das kommt in die Medien. Dann kommen auch die Störer, Richard ist das peinlich und das sind auch die Stellen, die Norbert Gstrein sowohl in Krems, als auch jetzt gelesen hat.

Norbert Gstrein

Norbert Gstrein

Paul Jandl nannnte es einen satirischen roman und betonte in der Einleitung, daß Norbert Gstrein, sich nicht festlegen läßt und bei ihm immer alles anders, als erwartet ist und ich bin gespannt, ob das Buch, was ich ja eigentlich annehme auf eine der beiden Buchpreislisten kommt?

Dann werde ich es wahrscheinlich lesen, denn „Suhrkamp“ schickt es mir vermutlich zu und ich habe mich in den letzten Tagen auch mit der Flüchtlingsproblematik, beziehungsweise mit einem Text von meinem Freund Uli beschäftigt, der auch sehr satrisch ist, aber eher ein zyniischer Rundschlag ist, während Norbert Gstrein, ja vorsichtig und bedeckt bleibt und seinen neuen Roman wieder mit einigen Handlungsverläufen sehr genau zusammen setzt. Mal sehen, ich bin gespannt und meine Sachen sind inzwischen auch getrocknet und Angst mich zu verkühlen habe ich eigentlich nicht, bin ich ja vor ein paar Wochen, als wir am Hochschwab waren, genauso naß geworden und bin auch nicht krank geworden.

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2018-04-25

Von der Dokumentationsstelle ins Belvedere

Jetzt war ich schon lange nicht in der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur beim „Utopie-Workshop“, weil Osterferien, dann hat Stephan Teichgräber abgesagt, vorige Woche war unser literarischer Spaziergang und heute war ich mit Stephan Teichgräber allein und wir haben lange, wie er es am Ende nannte, ungeordnet durcheinander gepaudert.

Über das Buch „Die Kinetik der Lügen“, was ich eigentlich mitbringen wollte und die Frage, ob ein Buch über die Entstehung des „Frankensteins“ zur utopischen Literatur zählen kann?

Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ schon, das hat Stehpan Teichgräber gleich in sein Skriptum, das er im Workshop erstellen will, aufgenommen und dann gibt es auch schon das Programm für den „Literarischen Lenz im Centrope“, im „Theaterbrett“, das die Dokumentationsstelle ja veranstaltet.

Da war ich vor drei Jahren seither nicht mehr. Heuer habe ich wieder vor zu gehen und da lesen Franzobel aus dem „Floß der Medusa“, Anna Weidenholzer aus „Weshalb die Herren Seesterne tragen“, Rainer Kaiser Mühlecker aus „Fremde Seele, dunkler Wald“, Bücher, die ich schon gelesen habe und von den österreichischen Autoren noch, welch Überraschung Mechthild Podzeit-Jonke, wie sie sich ja jetzt nennt und dann noch ein paar mir unbekannte Tschechen und Ungarn, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Einen Vortrag über slowenische Literatur gibt es vorher auch noch und Stephan Teichgräber hat mir am Ende der Veranstaltung noch ungarische Bücher gezeigt, die er von einer Buchmesse in Budapest, wo er am Wochenende war, mitgebracht hat und dann ist es wieder sehr spannend und ein wenig abseits von meinem „Beuteschema“ ins Belvedere gegangen.

Das heißt so ungewöhnlich ist das auch nicht, denn ich interessiere mich ja für jede Form von Kunst und ins Belvedere, in die Gemäldeausstellung bin ich, kann ich mich erinnern, als Studentin öfter gegangen und auch einmal mit Dieter Schrage, als er noch lebte und es die „Augustin-Führungen“ noch gab.

Jetzt hat mich „Kremayr & Scheriau“ vor einer Woche angeschrieben und mich zu einer Buchpäsentation anläßlich der Ausstellung „Klimt ist nicht das Ende, Aufbruch in Mitteleuropa“ eingeladen, denn die Germanistin Margret Greiner hat eine Romanbiographie über Margarete-Stoneborough-Wittgenstein, die Schwester vonPaul und Ludwig Wittgenstein geschrieben und die wurde 1905 von Gustav Klimt gemalt, wie die Eröffnungsrednerin in ihrer Einleitung betonte.

Das Buch, das das Gemälde am Cover hat, lag am Bücherjtisch auf und die in München lebende Autorin hat sich, glaube ich, quer durch das Buch gelesen. Begonnen hat sie mit dem Wunsch der Mutter, daß sich die Tochter von dem Meister malen lasse, weil die gerade dabei war, sich mit einem Amerikaner zu verheiraten, der Vater hat das Gemäde bezahlt. Der Meister hat ein wenig gezögert, der Bruder Ludwig hat gemotzt. Am Ende waren alle begeistert und Margarete, die Kunstmäzenin, die den ererbten Reichtum als Verpflichtung sah, Gutes damit zu machen, hat sich mit ihrem Mann in Berlin niedergelassen und die zehn Zimmer-Wohnung ganz im Stil der Wiener Werkstätten eingerichtet, was Bruder Ludwig, als er auf Besuch kam, irriterte, denn mit solchen Gabeln konnte man nicht den von Margarete selbstgemachten Rinderbraten und wahrscheinlich auch nicht den Apfelstrudel essen.

Die Ehe der Beiden war etwas schwierig, sie lebten getrennt, waren aber nicht geschieden, Margarete kaufete auch ein Bild von Schiele, was ihre Schwester Hermine irritierte, weil zu freizügig. Die Nazis kamen, Margarete emigrierte nach New York. Ihr Mann hat sich 1938 in ihrem Haus in Gmunden umgebracht. Sie ist, glaube ich, nach Österreich zurückgekehrt und 1958 gestorben und ich habe von Margarete  Stoneborogh Wittgenstein, die Gretel gerufen wurde, noch nie etwas gehört, was sich jetzt etwas geändert hat.

Es gab dann noch Fragen an die Autorin, die sagte, daß sie sehr viel für ihre Bücher recherchiere. Sie hat auch schon eines über Emilie Flöge, Klimts Lebensgefährtin geschrieben und hält viel von den Wiener Fin de Sciecle-Frauen und dann sehr schnell romanhaft die Geschichte hinunterschreibe und jetzt kann ich mit meiner Eintrittskarte, die mir Ursula Rinderer freundlicherweise zur Verfügung stellte, bis August einmal in die Ausstellung gehen.

Wenn der Afred im Juni in Amerika ist und ich mit dem Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ fertig bin, ist wahrscheinlich Zeit das zu tun.

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