Literaturgefluester

2021-03-27

Nancy Cunard

Zu Beginn der Zweitausendzwanziger Jahre kommen die Bücher, die Biographien der Neunzehnhundertzanzigerjahre beschreibenl. Das hat im Vorjahr damit angefangen, als mir fünf Bücher von Frauen aus dieser Zeit angeboten wurden, vier davon habe ich gelesen und jetzt geht es weiter mit dem Jahrneunzehnhundertzwanzig und Unda Hörner, die „Die Frauen um Babylon“ geschrieben hat. Da ging es um Deutschland, jetzt geht die 1961 in Kaiserslautnern geborene Unda Hörner, nach England, beziehungsweise nach Paris, um sich da mit der exzentrischen Reedertochter Nancy Cunard beschäftigt, die 1996 in Leicestershire geboren wurde und 1965 gestorben ist.

Sie hatte schon einmal eine ezentrische Mutter, die um, in die höchsten Kreise zu gelangen von Amerika nach England ging,so daß ihre Tochter dort in einen Schloß geboren wurde. Die Mutter war viel auf Reisen. die Tochter wurde von Bediensteten aufgezogen, wurde dann auch nach Paris geschickt,um dort zu lernen, eine gute Ehefrau zu werden. Sie heiratete dann sehr jung einen Offizier, die bald zur Trennung führte. Nancy Cunard begann sich bald mit Literatur zu beschäftigen, schrieb eine Zeitlang Gedichte, bevor sie in den Zwanzigerjahren nach Paris zog und dort mit ihren kurzen Haaren und den vielen Armreifen, siehe das Coverbild und schloß sich dort den Surrealisen an, lernte Andre Breton, Tristan Tzara Louis Aragon und noch einige andere Größen kennen.

1925 stirbt der Vater und hinterläßt der Tochter das Erbe. Die gründet damit einen Verlag „Die hours-press“, wo sie ihre surrealistischen Freunde verlegt und und ein Lyrik-Preisausschreibung ausschreibt. Es kommen lauter mittelmäßige Gedichte, uje uje, zum Glück liegt dann am Morgen als die Ausschreibungbeendet ist, ein Poem von Samuel Beckett auf der Türschwelle, den Nancy Cunard dami tentdeckt. Der Verlag kann die Vielseitige aber nicht so lange begeistern. Neue Interessen tauchen auf und von Louis Aragon hat sie sich auch schon getrennt. In Venedig lernt sie den afroamerikanischen Jazzpianisten Henry Crowders kennen und erregt damit nicht nur die Pariser Gemüter, wird aber damit auch zur „Black Lives Matter-Iikone oder Vorläuferin, will mit ihm nach Afrika. Sie trägt ja ständig afrikanischen Armreifen. Henry rät ihr aber ab. So reist sie mit ihm nach new York und dann nach London zu ihrer mutter, die von ihrem neuen Freund auch entsetzt ist. Sie schreibt einen Artikel „Black man an white Ladyship“, der von der Öffentlicheit ehr als Tochter Mutter Konflikt und daher nicht so ernst genommen wird.

Eine „Negro-Anthologie“, ja so hieß das damals noch, wird auch herausgegeben. Dann kommt der spanische Bürgerkrieg. Nancy Conard reist dorthin und gibt dann auch eine Anthologie heraus, um die Kämpfer zu unterstützen. Von Henry Crowder hat sie sich schon getrennt und als Hitler in Wien einmarschiert, wundern sich die Freunde, daß sie sich nicht so sehr dafür interessiert. Sie reist stattdessen zu Pablo Neruda nach Chile, kommt nach dem Krieg der ja alles auspowert nur unter Schwiergkeiten, zuerst, nach London, dann nach Paris zurück, wo sie das Haus am Land, wo sich derVerlag zuerst befand zerstört vorfand.

Die Verlegerin und exentrische Avantgardistin ist auch zerstört. Es gibt zwar noch zwei Biografien über zwei verstorbenen Freunde, Gedichte beginnt sie auch wieder zu schreiben. Sie fängt aber zu trinken an, es gibt einen jüngeren Liebhaber, der sie auch verkäßt und am Schluß, das sind schon die Sechzigerjahre, die Existenzialliste Camus und Satre scheinen Cunard auch nicht so sehr zu interessen, erleidet sie nach einem Sturz einen Schenkelhalsbruch, beginnt zu toben und zu schreien, bis sie schließlich 1965 in einem Pariser Hospital stirbt und Nancy Cunard ist zumindestens für mich bisher unbekannt gewesen ist.

Ein interessantes Buch schreibe ich also wieder, danke den Autoren, die jetzt die berühmten Frauen der Neunzenhundertzwanzigerjahren entdecken, die wie man ja an diesem Beispiel deutlich sieht, hinter den Männer verschwinden und sich, wenn sie so exzentrisch und selbstbewußt wie Nanc Cunard sind, in Psychiatrien verschwinden oder Alkoholexzessen verfallen und natürlich waren es die materiell gut gestellten, gebildeten Frauen, die solches überhaupt schaffen konnten.

Ja, das Leben ist ungerecht, das merkt man auch diesmal wieder und ein Buch über Gertrude Steinvon ihrer berühmten Biografin Alice B. Toklas, die, glaube ich, auch mit der Verlegerin bekannt waren, steht auch noch auf meiner Leseliste.

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