Literaturgefluester

2019-11-28

Bloggerdebutshortlist 2019

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 07:12
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Den Bloggerdebutpreis gibt es seit 2016, da werden von Bozena Anna Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger vom Blog „Das Debut“ zuerst die literarischen Neuerscheinungen auf einer Longlist zusammengesammelt, dann erstellen sie daraus eine Shortlist aus fünf  Titeln, die dann den teilnehmenden Bloggern, heuer sind es fünfzehn Blogs, die daran teilnehmen, bekanntgegeben werden und die haben dann die Qual der Wahl, das sogenannte beste Buch auszuwählen, das dann im Frühling den Preis in Essen entgegennimmt.

Ich bin, weil ich mich ja sehr für Literatur interessiere, sehr viel lese und auch gerne in Jurien bin, das vierte Mal dabei und habe jetzt zu meiner ohnehin noch sehr langen Leseliste, denn ich bin ja mitten drin beim österreichischen und beim Schweizer Buchpreis, noch drei Bücher dazu bekommen, denn zwei Bücher habe ich schon gelesen, waren ja heuer beim dBp und auch beim öst bzw. dem Schweizer Preis einige Debut dabei, die offensichtlich im Literaturbetrieb sehr wichtig sind und immer wichtiger werden.

So spriessen die Debutpreise ja auch wie Schwammerln aus dem Boden heraus, es gibt den „Franz Tumler-Debutpreis“, den Aspekte-Preis, den öst Debutpreis und und und…..

Und wir schauen uns einmal die Longlist 2019 an, die aus achtzig Titel besteht. Eine schöne Zahl, vierzehn davon, nämlich

  1. Emanuel Maeß  „Gelenke des Lichts“
  2. Miku Sophie Kühmel  „Kintsugi“
  3. Eva Woska-Nimmervoll „Heinz und sein Herrl“
  4. Angela Lehner „Vater unser“
  5. Tom Müller „Die jüngsten Tage“
  6. Guilia Becker „Das Leben ist eins der Härtestens“
  7. Philipp Böhm „Schellenmann“
  8. Katharina Mevissen „Ich kann dich hören“
  9. Ivna Zik „Die Nachkommende“
  10. Lola Randl „Der große Garten“
  11. Karen Köhler „Miroloi“
  12. Raphaela Edelbauer „Das flüssige Land“
  13.  Irmgard Fuchs „In den kommenden Nächten“
  14. Tonio Schachinger  „Nicht wie ihr“

Tanja Raichs „Jesolo“, die ja auf der öst Dp steht, lese ich gerade und dann habe ich noch

  1. Marco Dinic „Die guten Tage (öst Dp)
  2. Martin Peichl „Wie man Dinge repariert“ (Alpha)
  3. Tabea Steiner „Balg (SchweizerBp) und
  4. Malte Borsdorf „Flutgebiet“ ungelesen auf meiner Liste.

Meine Shortlistschätzung aus den schon gelesen Büchern wäred:

  1. Angela Lehner „Vater unser“
  2. Emanuel Maeß „Glenke des Lichts“
  3. Raphaela Edelbauer „Das flüssige Land“
  4. Karen Köhler „Miroloi“ und
  5. Yannic Han Biao Federer „Und alles wie aus Pappmache“, das habe ich zwar weder gelesen, noch in meinen Regalen, aber beim „Leipzig-Surfen“ davon gehört und beim „Bachmannpreis“ hat Federer heuer auch gelesen.

Und nun, Trommelwirbel, die Shortlist der Debutblogfrauen

1.Katharina Mevissen „Ich kann dich hören“

2. Martin Peichl „Wie man Dinge repariert“

3.Nadine Schneider „Drei Kilometer“

4. Angela Lehner „Vater unser“ und

5. Ana Marwan „Der Kreis des Weberknechts“

Wieder viel österreichlastiges, was sowohl die Autoren, als auch die Verlage betrifft. Zwei der Bücher habe ich schon gelesen, den Peichl mir von der „AlphaPreisverleihung mitgebracht und die beiden anderen Bücher als PDFs besorgt.

Jetzt heißt es also lesen, lesen, lesen, beziehungsweise sich mit den anderen Blogger und Bloggerinnen, es sind zum größteteils Frauen, darüber austauschen und am sechsten Jänner im nächsten Jahr wird dann der Gewinner, die Gewinnerin bekanntgegeben.

Ich tippe schon einmal noch ziemlich unbelesen auf Angela Lehner, ist die ja nicht nur auf der dBp-Longlist gestanden sondern hat seither auch sowohl den „Franz Tumler-Debutpreis“, als auch den „Alpha“ und den öst Debutpreis gewonnen.

Aber was weiß man schon genau? Vielleicht erlebe ich noch Überraschungen. Das ist mir im Vorjahr mit der Marie Gamilscheg ja auch passiert, die hat allerdings auch den öst.Debutpreis aber nicht das Bloggerdebut gewonnen.

Wer mitschätzen möchte, kann mir ja seine Meinung kommentieren.

2018-12-08

Würfelspiel?

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:23
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Es ist soweit, die fünf  Shortlistbücher des Bloggerdebutpreises, wo ich schon das dritte Mal mitjuriere sind gelesen und ich bleibe ein wenig ratlos zuirück, denn es waren verdammt gute Bücher, die Bozena Anna Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger aus den neunundsechzig Debuts des heurigen Jahres ausgewählt haben.

Meine Shortlist war ja ein wenig anders, ich hätte noch sehr gerne Wlada Kolosowa, Gunnar Kaiser, Hilmar Klute, Kai Wieland und und und dabei gehabt, war mit der Auswahl die sehr österreichisch ist, dann auch sehr zufrieden, denn David Fuchs Arzt- oder Praktikantenroman hat mir auch sehr gut gefallen, „Orchis“, hatte ich schon im Frühling gelesen, da, glaube ich, etwas von einem guten Buch gebloggt, kann mich aber nicht mehr so genau daran erinnern und dann habe ich „Alles was glänzt“ gelesen, das ich vorher schon auf ein paar Lesungen hörte, da nicht sehr beeindruckt war und „Aha, wieder ein sprachspielerisches Buch gedacht!“

Dann habe ich gelesen und gedacht „Jetzt verstehe ich warum sie den öst Debutpreis bekommen hat und sie ist meine Favoritin!“

Danach den „Letzten Huelsenbeck“ angefangen und gedacht „Uje, uje, wenn mir jetzt noch das Buch der Bettina Wilpert gefällt?“ und es sprach einiges dafür, daß es das tuen könnte, dann muß ich am Ende würfeln, um meine Rangreihe den Hauptjuroren bekannt zu geben.

So weit kommt es nicht, ich habe meine Reihenfolge, hatte sie schon, nachdem ich den Christian Y Schmidt fast ausgelesen hatte, aber mindestens ein gutes Buch bleibt wieder über und das ist mir das letzte Jahr auch schon passiert.

Beim ersten Mal, wo man nur einen Namen sollte, wars, glaube ich, auf der einen Seite einfach, damit meine ich das Entscheiden „Und meine Winnerin is Shida Bazyar“, im Vorjahr mit dem dreistufigen Verfahren wurde es wahrscheinlich gerechter aber auch schwieriger, denn wie sollte ich reihen?

Julia Weber, Juliana Kalnay,Jovana Reisinger umd den poetischen Stimmen den Vorzug zu lassen und die realistischen journalistischen politischen Texte weglassen?

Ich habe es nicht getan und bei meinen Ranking ist das das Buch der Juliana Kalnay übergeblieben, das mir auch sehr gut gefallen  hat und jetzt habe ich meine schon getroffene Entscheidung wieder etwas releviert, beziehungweise, Buch fünf  Buch drei vorgezogen und mich dabei für ein brisantes Thema nämlich, die Mee too Debatte in einer literarisch schönen Sprache entschieden, dann folgt das österreichische Preidśdebut, danach David Fuchs mit seiner Krebsstation.

Also fünf Punkte für Bettina Wilpert „Nichts was uns passiert“

drei für Marie Gamilscheg „Alles was glänzt“ und

einen für David Fuchs „Bevor wir verschwinden“.

Der“Letzte Huelsenbeck“ hat mir aber auch sehr gefallen, ein starkes Buch mit seinem Drogen und Psychoseezessen, vielleicht aber doch nicht so literarisch, wie die drei erstgenannten und jetzt kann ich  mich nach und nach in das Hineinlesen, wie die dreizehn anderen Blogger sich entscheiden werden und bin gespannt.

2018-11-29

Der letzte Huelsenbeck

Buch vier der Bloggerdebutshortlist und wieder kann ich mich über die Zusammenstellung der ausgewählten Bücher nur wundern, ein paar höchstpoetische, wie sie die Literaturwissenschaftler wahrscheinlich lieben, sind dabei und dann immer wieder das realistisch phantastisch oder was auch immer, Gegenstück, das war 2016 der  Uli Wittstock, mit seinen Rechtschreibfehlern, im Vorjahr wahrscheinlich „Oder Florida“ und jetzt ist mit dem „Letzten Huelsenbeck“, ein solch irrwitziges und wahrscheinlich nicht poetisches Buch dabei, von dem ich mir aber lange nicht sicher war, auf welchen Platz in meiner Reihenfolge ich es stellen soll, wie ich überhaupt die heurige Shortlistauswahl, das Buch der Bettina Wilpert habe ich noch nicht gelesen, für sehr gut halte und ich liebe ja die realistischen Romanen, die vom Wahnsinn und vom Leben handeln, von den ICD Diagnosen und den Drogencocktails, bei den letzteren kenne ich mich nicht so aus und kann daher auch nicht unterscheiden, ob es sich in dem Buch, um eine reine Psychose oder um eine durch Drogen induzierte handelt.

Gut, das Daniel S. Drogen nimmt ist kein Geheimnis, das gibt er selber zu un schreibt darüber. Er ist auch in einer Anstalt, wie Joachim Meyerhoff aufgewachsen und er geht schon zu Beginn des Buches zu einem allerdings auch durchgeknallten Psychiater und läßt sich ohm einen Pharmacocktail verschreiben.

Das alles deutet auf ein enormes Fachwissen oder eine hervorragende Recherche des 1956 geborenen Christian Y Schmidt hin, der in verschiedenen Satire- und anderen magazinen arbeitete und sowohl in Berlin, als auch in Peking lebt.

Für einen Debutanten nicht  sehr jung, aber Ljuba Arnautovic ist noch älter und Daniel S., der Protagonist lebte auch mehrere Jahre in Asien und kommt zu Beginn des Buches von dort zurück, um an einem Begräbnis teilzunehmen.

Auffallend ist, daß er gleich zu Anfang an von seinem Tod spricht und später in seinen Tagebuchnotizen immer wieder davon schreibt, wieviele Tage er noch zu leben hätte. Später schreibt der ihm behandelte Psychiater dann von einem „Cotard-Syndrom“, keine Ahnung, ob es das wirklich gibt, da müßte ich erst googlen. Das sind aber die, die sich einbilden gestorben zu sein, aber  noch leben und bis man dahin kommt, geht es auf fast vierhundert Seiten auf eine irrwitzige Reise durch Berlin, durch eine Psychose,  einen permanenten Drogenrausch oder, wie man das auch nennen will.

Richard Huelsenbeck, auch da müßte ich erst googlen, war ein deutscher Dadaist und der letzte Huelsenbeck heißt das Buch, weil Daniel S. sich in den Siebzigerjahren, es ist auch ein Buch über dieseZeit, in der ich Psychologie studierte, mit der Elfi zwar einmal nach Amsterdam fuhr, aber nicht einmal einen Joint versucht habe, mit ein vier Freunden „Die Huelsenbecks“ eine Dadagruppe gründete, in der er, wie die „Wiener Gruppe“ Aktionen machte, wie beispielsweise einen Weihnachtsmann vom Dach zu schmeißen, der dann fast einen Kinderwagen getroffen hätte.

Der Höherpunkt der Aktionen war eine Amerikareise im Jahr 1978 der fünf. Dann trennte sich die Gruppe, Daniel S. ging als Reisejournalist nach Hongkong. Jetzt ist er zurückgekommen, steht am Grab seines Freundes Viktor und fängt sich zu erinnern an.

Das heißt, so einfach ist das nicht, denn zuerst schmeißt Ronny einen Lachsack in das offene Grab, es kommt zu einer Schlägerei, Daniel wird von einem Stein getroffen, daraufhin wird er wieder in der Anstalt, wo er aufgewachsen ist und später auch Pflegehelfer war, ob seine Eltern dort arbeiteten oder er nur nebenan wohnte, wurde nicht so klar, behandelt.

Er beginnt ein Tagebuch zu schreiben, nach Berlin, wo er eine Wohnung hat, zu reisen und seiner Vergangenheit auf die Spur zu kommen und die ist mehr als turbulent und wechselt auch mehrmals, die Perspektiven, so daß man sich sehr konzentrieren muß, um bei all den Wendungen auch mitzukommen und den Faden nicht zu verlieren.

Denn Daniel sauft und kifft gewaltig, sieht sich auch überall verfolgt, es tauchen irgendwie lädierte Kinder auf, er beginnt mit Vögel zu sprechen, sieht eine Claire, die die fünf eine Zeitlang auf ihrer Amerikareise begleitete, dann verschwunden ist und jetzt überall, wie der tote Viktor auftaucht und Daniel geheimnisvolle Botschaften zuruft.

Er versucht, weil er sich an das alles nicht erinnern kann, aber überzeugt ist, Claire damals in Amerika ermordet zu haben und jetzt von ihr oder ihrer Familie gerächt zu werden, auch die drei anderen noch lebenden Huelsenbecks, Ben, Ronny und Michi auf, wird da aber nicht fündig, denn sie entziehen sich und beginnen ihm nur Botschaften aus dem Netz zu senden oder ihn zu erpressen.

Es gibt auch Briefe, die er seiner früheren Freundin aus Amerika schickte, die er jetzt erforschen will und  fast am Ende, stopft er sich mit allem voll, was am Markt zu kriegen ist, er hat einen Superdealer, stellt sich auf die Straße, beginnt dort einen Armoklauf, so daß er in eine andere Anstalt eingewiesen wird und ein Professor Dr. Hans Pryzgodda schließlich einen Fallbericht über ihn schreiben kann.

Ein äußerst spannend geschriebenes Buch, wo ich die Psychose, die mir meine Freundin Elfi auch in den Siebzigerjahren, einmal erzählte, gut nachvollziehen konnte, wie das mit dem Beziehungswahn sein kann und wie ein solcher erlebt wird. Eine Satira auf den P.sychiatriebetrieb ist es sicher auch. Ein rassant geschriebenes Buch, das mir authentisch scheint. Literarisch ist es wahrscheinlich nicht zu nennen und jetzt bin ich auf die Bewertung der anderen Mitjuroren gespannt.

2018-11-24

Viel Österreichisches auf der Bloggerdebutshortlist

Filed under: Buchpreisbloggen,Literaturpreise — jancak @ 00:59
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Den Bloggerdebutpreis gibt es, glaube ich, seit drei Jahren. Jedenfalls bin ich seit 2016 in der Jury desselben der vom „Debut“ vergeben wird. Drei Frauen, Anna Bozena Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger sind das Team und sammeln alle Debuts des Jahres, aus denen sie dann zu Ende eine Shortlist aus fünf Kanditaten ermitteln, die an die Bloggerjury gehen, die dieses Jahr aus vierzehn Literaturbloggern besteht. Die lesen dann und vergeben Punkte und der Winner und der Zweitplazierte werden dann nach Essen in das Cafe Livres eingeladen, wo der Preis vergeben wird.

Eine spannende Sache, wie ich finde und ich bin, glaube ich, zufällig vor zwei Jahren, als ich wahrscheinlich Nele Pollatschek gelesen habe und die Bewerbungsfrist der Blogger eigentlich schon vorrüber war, auf das „Debut“ gestoßen, habe geschrieben „Kann ich noch mitjurieren?“, was klappte und dann suchte ich aus der Shortlist von 2016 „Nachts ist es leise in Teheran“, das dann auch gewonnen hat aus und in Vorjahr war, wo „Das Genie“ von Klaus Cäsar Zehrer die meisten >Punkte hatten, waren wir sogar in Essen bei der Preisverleihung.

Heuer ging es weiter und ich habe, da ich in diesem Jahr sehr viele Neuerscheinungen gelesen habe, auch sehr viele Vorschkläge für die lange Liste machen können, die dann aus neunundsechzig Romanen bestand.

Sechszehn davon habe ich gelesen, nämlich:

Gunnar Kaiser „Unter der Haut“

Florian Wacker „Stromland“

Gianna Molinari „Hier ist noch alles möglich“

Lukas Rietzschel „Mit der Faust in die Welt schlagen“

Kai Wieland „Amerika“

Denis Pfabe „Der Tag endet mit dem Licht“

Claudia Tieschky „Engele“

Donat Blum „Opoe“

Michel Decar „Tausend deutsche Diskotheken“

Wlada Kolosowa „Fliegende Hunde“

David Fuchs „Bevor wir verschwinden“

Barbara Rieger „Bis an Ende Marie“

Verena Stauffer „Orchis“

Hilmar Klute „Was nachher so schön fliegt“

Ljuba Arnautovic „Im Verborgenen“

Mareike Schneider „Alte Engel“

 

Mario Wurmitzer „Im Inneren des Klaviers“

Anne Reinecke „Leinsee“

Livia Klingl „Der Lügenpresser“ und

Angelika Stallhofer „Adrian und Die  unzähbaren Dinge“

liegen noch ungelesen in meinen Regalen oder auf Alfreds Schreibpult und ich habe mir aus den von mir gelesenen Bücher natürlich meine persönliche Shortlist gemacht, die aus Wlada Koloswa, Gunnar Kaiser, Hilmar Klute, Gianna Molinari und David Fuchs bestehen würde.

„Amerika“, „Mit der Faust in die Welt schlagen“ und das Buch der Ljuba Arnautovic waren aber auch sehr interessant.

Anna Bozena Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger haben anders entschieden und

Christian Y Schmidt „Der letzte Huelsenbeck“

Marie Gamilschegg „Alles was glänzt“, die öst Debutpreisträgerin

David Fuchs „Bevor wir verschwinden“

Verena Stauffer „Orchis“ und

Bettina Wilpert „Nichts, was uns passiert“, die glaube ich, den „Aspekte-Debutpreis“ bekommen hat, auf die Shortlist gesetzt.

Sehr viel Österreichisches, wie ich mit Erstaunen feststellte und bis auf Christian Y Schmidt auch Bekanntes. Denn Bettina Wilpert habe ich auf dem „Blauen Sofa“ bei meinem „Frankfurtsurfen“ gehört.

Marie Gamilschegg bei den „O-Tönen“ und bei der öst-Preisverleihung, ihr Buch auch im September angefragt und nicht bekommen.

jetzt kann ich es lesen, die Bücher von David Fuchs, der ja auch für den öst Debutpreis nominiert war und Verena Stuaffers „Orchis“, die ich auf dem ersten Blick mit Angelika Stallhofers „Adrian“, die ich ja bei den letzten „Wilden Worte“ hörte, verwechelte, habe ich schon gelesen und jetzt geht es trotz meiner noch so langen Leseliste an das Shortlistlesen und  bin gespannt, wie die Bücher mir, sowie den anderen dreizehn Mitjuroren gefallen werden.

2018-03-11

Deutsches Lesen zweiter Durchgang

Ich lese ja sehr viel deutsche Gegenwartsliteratur und auch Klassiker, wie das so schön heißt und, ab wann man auch immer Bücher als solche bezeichnet, ab einem bestimmten Alter oder auch Bestimmheitsgrad und nach Leipzig zur Buchmesse fahren wir seit den späten Neunzehnhundertneunzigerjahren. Nicht immer aber sehr regelmäßig, die Donau sind wir mit dem Rad einige Male abgereist und als wir das vor drei Jahren von Ulm nach Regensburg machte, habe ich, wie ich das seit ich blogge, ja regelmäßig tue, mir deutsche Bücher ins Gepäck gepackt, bin dann gleich am ersten Tag in einen Thalia Abverkauf gekommen und daher ab dann mit einer sehr vollen Büchertasche durch das Land gefahren, habe Gabriele Wohmann, Bernhard Schlinck etcetera gelesen.

Nach Leipzig nehme ich mir meistens nur ein Buch mit und komme dort dann nicht sehr zum Lesen, obwohl ich dann wieder meistens ganze Bücherstöße und Leseproben nach Hause schleppe und diesmal ist es ein bißchen anders, denn wir fahren ja nicht wie üblich erst am Mittwoch Morgen los, sonder sind schon am Samstag abgefahren, denn wir fahren über Essen, denn da wird ja am Montag der Blogger Debutpreis an Klaus Cäsar Zehrer vergeben, dem ich zwar nur einen Punkt gab und auch das erst nach überlegen, da ich ja ursprünglich brav und angepasst die poetischen Bücher rangreihen wollte.

Der Preis wird in Essen in einen Cafe verliehen und die Frauen vom Blog lädt die Bloggerjury zur Preisverleihung ein und organisiert auch eine Übernachtung. Im Vorjahr habe ich abgelenht, weil zu weit. Aber Essen läßt sich mit Leipzig wenn auch mit Umwegen und Extraübernachtungen verbinden und so geht das deutsche Lesen, wenn man es so nennen will, in die zweite Runde, denn ich habe mir von den acht Rezenskionsexemplaren, die derzeit auf meinen Jahresbücherstapel im Badezimmer liegen, die deutschen ausgesucht und das wären Tom Sallers „Wenn Martha tanzt“, an dem ich gerade lese“, Claudia Tieschkys „Engele“ und Gunnar Kaisers „Unter der Haut“ und das ist, höre und staune eines der von den Vorjahrs Bogbusterpreislonglistbücher und es ist auch noch sehr dick, so daß die Chance, daß ich es gelesen nach Wien zurückbringe, sehr gering ist, aber das deutsche Llesen geht bei mir ja, spätestens seit ich Buchpreisblogge und mich da die deutschen Verlage anschreiben, vorher habe ich mich eigentlich eher nicht getraut, sie anzufragen, weiter und da liegt noch einiges auf meinen Stapeln oder wird, beziehungsweise soll dazu kommen und dann ist es auch nicht immer so einfach zu entscheiden, was jetzt deutsches Lesen ist, gibt es da Erstens ja die Autoren mit nicht deutscher Muttersprache und da habe ich ja auch erst vor kurzem einen tollen Debutroman gelesen, den ich mir mindestens auf die nächste Debutpreisshortlist wünsche, als auch ständig die Verwechslungen zwischen der österreichichen Literatur, zumindestens habe ich schon gehört, daß Marlene Streeruwitz, als deutsche Autorin gilt oder sich jemand darüber wunderte, daß sie Österreicherin ist.

Nun ja, die österreichische Gegenwartsliteratur gibt es natürlich auch und die lese ich auch sehr gerne und weil es inzwischen auch den österreichichen Buchpreis gibt, bin ich  im Herbst ja dann gleich nach dem deutschen mit ihr beschäftigt und die ersten Verlage, die mir Rezensionsexemplare schickten, waren ja auch die österreichischen, denn die habe ich nach und nach angefragt.

Dann gibt es noch die Schweizer Gegenwartsliteratur und da hat sich bei mir in meinem Badezimmer momentat auch etwas angesammelt, denn es gibt ja die Idee im August in die Schweiz zu fahren und uns diese Städte anzuschauen, ob daraus etwas wird, weiß ich nicht, denn ich habe ja auch schon portugiesische Bücher vom Badezimmerstapel wieder weggeräumt, habe mir aber als es in der „Alten Schmiede“ vor einiger Zeit einen Schweizer Abend gab, Jörg Steiners „Schnee bis in die Niederungen“ gekauft weil das „Suhrkamp-Taschenbüchlein“ nur fünf Euro kostete und habe dann als ich einmal in die Dokumentationsstele für ost und mitteleuropäische Literatur ging, im Bücherschrank ein paar Bücher aus Schweizer Verlagen gefunden und der Alfred hat mir zumindest vorsorglich nach dem der Reiseplan geschmiedet wurde Thomas Küngs „Gebrauchsanweisung für die Schweiz“ aus der „Piper-Reihe“ gekauft.

Aber das ist erst Schnee oder Sommerrregen von morgen, jetzt geht es ein bißchen durch Deutschland, obwohl Klaus Cäsar Zehrer Buch ja bei „Diogenes“ einem Schweizer Verlag erschienen ist und ein „Diogenes-Bloggertreffen“ habe ich mir auch in meinen Kalender aufgeschrieben und auf meinen Bücherstapel derzeit Connie Palmens „Du sagst es“, das Buch einer holländischen Autorin liegen habe, obwohl auf dem Beipackzettel  Antony Mc Carthen „Jack“ stand.

Man sieht, das Lesen ist letztlich doch immer international und ich bin auch sehr gespannt, was ich mir diesmal aus Leipzig an Büchern zurückbringe?

Und wer es bemerkt hat, die Bodenseereise mit der Ruth fällt noch in diesen Aufzeichnung und die war ja auch sehr international mit manchmal mehrmaligen täglichen Grenzübertritten zwischen der Schweiz und Deutschland und da habe ich ja Martin Walser, Arno Geiger, Michael Köhlmeier und auch noch einiges andere gelesen.

2017-12-09

Meine Blogger Debut Preis-Entscheidung

Filed under: Buchpreisbloggen,Literaturpreise — jancak @ 00:57
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Die letzten zweieinhalb Wochen war ich intensiv mit dem Bloggerdebutpreislesen beschäftigt, nachdem ich  vorigen Oktober, nach dem ich gerade mit dem doppelten Buchpreislesen fertiggeworden bin, mich im letzten oder leicht verspäteten Moment für die Bloggerjury angemeldet habe.

Heuer war ich etwas früher dran und habe mich auch schon vorher mit den nominierten Bücher beschäftigt, das heißt schon im Frühjahr zwei gelesen, die Juliana Kalnay und den Tijan Sila,  war dann im Sommer wieder bei den O-Tönen wo es ja auch eine Debutlieste gab, habe Bücher vorgeschlagen und bei den Buchpreislisten waren auch einige Bücher darauf, die auch auf der Debutlongliste standen, so daß ich vor der Shortlistenbekanntgabe schon acht Bücher gelesen habe.

So hatte ich dann auch bald meine eigene Shortlist, die bestand dann auch aus Julia Webers „Immer ist alles schön“, das ich vorgemeldet bekommen habe, so daß ich es schon gelesen hatte, als ich meine Shortlist erstellte und sehr erstaunt war, auf der offiziellen vier Bücher zu finden, die vorher an mir vorbei gegangen waren.

Das ist jetzt vorbei. Ich habe alle fünf gelesen und wunderte mich wieder, wie im letzten Jahr, über die heterogene Auswahl.

Das heißt, so ganz hertogen ist sie nicht, waren ja drei sehr poetische, sprachlich anspruchsvolle Bücher von drei Debutantinnen, die auch schon anderen Debutpreise gewonnen haben, dabei und ich dnchte lange, meine Reihung, jetzt sollen wir ja drei Namen nennen und die mit fünf, drei und einen Punkt bewerten, weil ja im letzten Jahr mit nur einer Nennung Sonja Harters „Weißblende“, obwohl mir das Buch gut gefallen hatte, keine einzige Stimme  bekam.

Also habe ich gelesen und dachte lange, meine Auswahl wäre:

  1. Julia Weber „Immer ist alles schön“, weil mich die Metapher von dem Sozialarbeiter, der ein Riese ist und der erste Satz, daß sich der Sohn einen Urlaub ohne Alkohl wünscht und ihn doch nicht bekommt, sehr beeindruckt hat
  2. Juliana Kalnay „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“, weil mich auch hier die Poetik der Sprache, den magische Realismjus und das Haus-Thema, ich hatte damals gerade ein paar Bücher gelesen, die sich mit Häusern beschäftigten, sehr beeindruckt hat.

Dann habe ich aber als drittes Buch, die „Chronik“ habe ich schon im Februar gelesen. „Alles ist immer schön“ gleich nachdem ich das PDF bekommen habe, Klaus Cäsar Zehrers „Das Genie“ gelesen. Eine fiktionale Biografie über ein Wunderkind und dachte, das ist mein Buch nummer drei, obwohl das Debut, des  1969 geborenen Journalisten, der dafür schon für den bayrischen Buchpreis nominiert war, eigentlich im Stil und Thema so überhaupt nicht zu den zwei oben Genannten passend.

Aber wer sagt, daß ein Debutpreisbuch immer ein poetisches Sprachexperiment sein muß? Niemand sagt das und die Vorauswahl war wohl auch bewußt heterogen und so habe ich zu Jovana Reisingers „Still halten“ gegriffen und schwankte beim Lesen hin und her, denn jetzt das dritte sprachlich schöne sehr poetische Buch, wo ich auch viele österreichische Vorbilder erkannte, obwohl Jovana Reisinger in München geboren ist.

Es mir aber  ein bißchen zuviel Bernhard und Jelinek enthielt, obwohl die Wende in die persöbliche Psyche, das Burn- Out und das Absetzen der Tabletten, dann wieder gegeben war und für mich das Neue war, das ein Buch ja haben soll, um als literarisch zu gelten.

Aso doch Weber, Kalnay, Reisinger und die anderen Bücher halte ich, eine realistische Autorin, außen vor?

Denn da hatte ich  schon gehört, daß es bei Christian Bangels „Oder Florida“ um einen DDR-Nachwenderoman geht und das ist ja ein Thema das mich interessiert. Allerdings bin ich nicht ganz so leicht in das Buch hineingekommen, vielleicht auch deshalb, weil ich vor kurzem „Peter Holtz“ gelesen habe und mich in der letzten Zeit mehr mit den Patrioten von 2017, als mit den Neonazis von 1998 beschäftigte?

Das hat sich aber geändert, denn eine realistische Autorin soll und kann den Realismus und die politische Situation auch wenn sie schon von 1998 ist und die Welt sich inzwischen sehr geändert hat, vorne weglassen, also hier meine Reihung, wie folgt:

  1. Julia Weber „Alles ist immer schön“, weil das in dem Buch zwar gar nicht so ist, Julia Weber aber gelungen ist, ein sehr bedrückenden Thema  in einer poetisch schönen Sprache auszurdrücken und das auf eine Art und Weise tat, wie ich sie vorher noch nicht gelesen habe, immer noch von der Riesenmetapher beeindruckt bin und ich mich, als Psychologin und Psychotherapeutisch auch sehr für überforderte Mütter und vernachläßigte Kinder interessieren. Also fünf Punkte.
  2. Christian Bangel „Oder Florida“ hier war es das Thema, weil mich DDR Romane sehr interessieren und wenn sich auch die Neonazis inzwischen in Patrioten umgewandelt haben und die Ossis wahrscheinlich mit dem Kapitalismus ein bißchen besser umgehen können, haben mir hier vor allem die Ideen mit mit „Mehr Sonne für Frankfurt!“, eine Wahl gewinnen,  der SPD einen Kaptilastien unterjubeln und den zum Bürgermeister machen zu wollen, sehr gefallen und da man wahrscheinblich immer noch „sowohl politische als auch gefühlvolle Bücher über Deutschland nach der Wende braucht“, vergebe ich hiermit dafür drei Punkte.
  3. Und zuletzt habe ich mich doch für Klaus Cäsar Zehrers „Genie“ entschieden, weil die Psychologie das Geniethema natürlich sehr interessiert und es eine sehr spannende Geschichte war, zu erfahren mit welchen Ehrgeiz man Wunderkinder erzeugen kann und, wie die dann vereinsamen und siebzig Jahre nach ihrem Tod schon ganz vergessen sind. Also ein Punkt für die fiktionale Wunderkindbiografie von der ich viel gelernt habe und die mich ebenfalls sehr beeindruckt hat.

Das war es, kurz und bündig. Nach einigen Hin- und Herschwankungen und Umentscheidungen, was natürlich wieder dem geschuldet ist, daß man Bücher weder vermessen, noch wie Äpfel und Birnen vergleichen kann und eigentlich jede Einkastelung Unsinn ist und ich immer noch gerne auch „Liebwies“, „Tierchen unlimited“ und und und auf der Liste haben möchte.

Jetzt bin ich gespannt auf das Voting der mitstimmenden Blogger und Bloggerinnen und natürlich, was am Ende dabei herauskommt.

Im Vorjahr hats gepasst, da hat mein Tip dann auch gewonnen, aber heuer kann natürlich alles ganz anders sein und letztlich ist es wahrscheinlich gut, die Bücher selbst zu lesen und sich sein eigenes Urteil zu bilden.

2017-12-07

Still halten

Jetzt kommt Buch vier der heurigen Bloggerdebutpreis-Shortlist. Eine der anderen Mitjurorinnen hat, glaube ich, etwas von der ausgewogeneheit der Verlage geschrieben. „Limmat“, „Diogenes“, Verbrecher-Verlag, „Wagenbach“ und „Piper“.

Daß die Auswahl für mich sehr überraschend war und die Bücher sehr unterschiedlich sind, habe ich schon geschrieben. Das stimmt aber, glaube ich, nur zum Teil, denn drei der vier, die ich jetzt gelesen habe, sind sehr poetisch und das Debut der mir bisher unbekannt gewesenen Jovana Reisinger, eine Filmemacherin, die 1989 in München geboren wurde und in Österreich aufgwachsen ist, hat es in sich.

Es sprüht, glaube ich, von literarischen Anspielungen und Vorbildern, ein weiblicher Thmomas Bernhard habe ich mir  an einer Seite angestrichen und mir sonst überhaupt an die hundert wunderschöner poetischer Sätze herausgeschrieben. Und immer schön, das kann ich gleich anmerken, ist hier auch nichts.

Sehr viel Jelinek würde ich bei den Anspielungen über die armen Frauen heraushören, dabei ist die Heldin, die namenlose Ich- Erzählerin, glaube ich, gar nicht so arm, sondern eine Täterin.

„Die Frau ist immer ein Opfer“ und wenn man nach dem Neuen in dem Debut fragt, was ein gutes Buch ja haben muß, deren Autorin, glaube ich, sowohl Wolf Haas, „Das ist schon wieder nichts passiert!“, als auch Cornelia Travniceks „Chucks“ gelesen hat: „Darf  man denn noch überhaupt  noch Ausflüge machen, wenn die eigene Mutter im Sterben liegt“,  denke ich, daß es der Sprung von der Bernhardschen und Jelinekschen Österreich Beschimpfung zu der eigenen Psyche ist, der das Buch neu macht, obwohl  wieder wahrscheinlich viel zu viel in es hineingepackt wurde und daher manches, wenn man es durchdenkt, nicht so sehr logisch, sondern widersprüchlich erscheint.

Aber das soll die Literatur ja sein, überhöht und poetisch und den Leser von einer Methaper zur nächsten jagen, bis er atmemlos liegenbleibt in dem Wald, wo die Krähen und Füchse kommen und die guten Innviertler Knödeln serviert werdeen.

Ja, richtig, das hätte ich jetzt fast vergessen, an den schönen Heimatroman von Petra Piuk kann das Buch auch erinnern, obwohl Jovana Reisinger wohl mehr  auf Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek anspielt und auch im Tonfall erhabener klingt. Dann wird das „Still halten“ aber wieder alltäglich, wird zum Frauenleiden und dem,was der Durrchschnittsfrau wenn sie nicht aufpasst in diesem schönen Österreich oder auch Deutschland, jeden Tag passieren kann.

Die Heldin wird für ein Jahr krankgeschrieben, hat ein „Burnout“ oder auch ein „Psychose“, das Diabolische an Jovana Reisingers Debut ist wohl, daß sie gekommt den Spagat von der Psychose zu den ganz normalen österreichischen Abgründen a la Bernhard „Es ist alles fürchterlicher, als das fürchterlichste!“, beziehungsweise, Petra Piuks schönen Heimatroman, wo das Grauen nur idyllisch ist, zieht.

Die Erzählerin wird also krankgeschrieben, soll still halten und sich erholen. Ihr Mann fährt daraufhin, wie sich das so gehört, zu einem Kongreß oder einem Symposium und läßt sie allein und dann ruft auch noch ein Pfleger aus einerm Krankenhaus an und verkündet ihr, ihre Mutter liegt im Sterben und sie soll sie doch, bitte schön, besuchen.

Das habe ich noch vergessen, die Erzählerin ist vom Land in die Stadt gekommen und soll jetzt wieder dort zurück in das Krankhenhaus und was dann passiert ist auch ganz schön diabolisch. Denn das arme schwache Weibchen, das Opfer a la Elfriede Jelinek entwickelt jetzt ganz eigenartig durchtriebene Kräfte, als sie beschließt, der Mann, der sie im Auto hinbringen könnte, ist ja weg und Bus und Bahn kommen offenbar erst später in Erwägung, zu Fuß dorthin zu gehen. Dafür kauft sie sich in der Buchhandlung der Frau Pola, die sie vorher im Gasthaus traf, eine Wanderkarte von Österreich und das wird sehr schön fillmschnittartig beschrieben, obwohl ich anmerke, dieser Platz auf dem die Heldin dann sitzt, ist nicht der einer Großstadt, sondern eines Dorfes.

Der Wirt taxiert sie, bevor er ihr das Schnäpschen bringt, der Sparkassendirektor schimpft mit der Putzfrau, aber die ist eine Medizinstudentin und läßt ihn nur lächelnd weiter gestieren. Frau Pola verkauft dieLandkarte und die Heldin wird nun wohl ein paar Tage brauchen, bis sie über „Maria Bitter und Maria Eldend nach Maria Schmoll, etcetera“, die Mutter erreichen wird.

Deshalb gibt sie auch ihr Vorhaben auf, geht in die Wohnung zurück und wartet auf den Anruf, daß die Mutter gestorben ist. Dann nimmt sie den Bus, kauft sogar Blumen und da gibt es wieder eine filmreiche Farce im Krankenhaus, wie die Pfleger und die Oberschwester mit der nicht wirklichen Anteilnahme und des  Mitleides umgehen.

Danach kommt der der zweite Teil, denn der Mann ist nicht da, der sie in die Stadt zurückbringen könnte. Im Krankenhaus kann sie, obwohl ihr das angeboten wurde, doch nicht schlafen. So kommt der Pfleger auf die Idee, sie soll doch in das Haus zu dem auch ein Wald gehört, der Mutter, das sie jetzt erben wird, gehen.

Ein Taxi bringt sie dorthin und dann beginnt sie, während sie auf die Abholung des Mannes wartet, der sich dafür Zeit läß, das Buch spielt von April bis Juli, einen Kampf mit der Natur, wie in der Beschreibung steht.

Und das ist auch eine Farce, beziehungsweise Thomas Bernhard in Reinkultur, allerdings, um wieder realistischer zu werden, steht an einigen Stelle geschireben, daß die Erzählerin ihre Tabletten abgesetzt hat.

Und wer sich schon voher über die scheinbare Herzlosigkeit am Totenbett der Mutter „Der Vater ist hin und die Mutter auch“, wunderte, bekommt jetzt Aufklärung.

Der Vater hat sich nämlich in einer Hütte am Wald erhängt und die Mutter hat daraufhin, wie der Pfleger später erzählen wird, der Tochter  die Schuld gegeben und sie in Hütten und Zimmer eingesperrt.

So fühlt sie sich von den Krähen, die überall lauern, bedroht. Es gibt aber einen Nachbarn, einen Förster namens Jäger, der ihr anbietet, sich statt ihr, weil die Frauen das nicht können, um den Wald zu kümmern. Der läßt also abholzen und bringt bei Besuchen tote Rehe mit. Die Heldin findet indessen in einer ihr verboten gewesenen Hütte im Garten fünfunddreißig Liegestühle und stellt sie dort auf.

Sie überlegt auch, ob sie eine Pension aufmachen soll? Vorerst schießt sie aber auf die Vögel, hat zwar Bezug zu der Katze, die ihr auch ein Kätzchen bringt, die kommt aber um. Ratten und Mäuse liegen im Haus. die toten Vögel werden immer mehr. Die Tiere werden zur Bedrohung. Der Pfleger taucht wieder auf. Läßt sich von ihr zuerst, weil das  das Los der Frauen ist, bekochen. Dann wird sie aber offebar von ihm und vom Förster im Wald erschossen und, als der Mann endlich kommt, um es sich im Eigentum der Frau gemütlich zu machen, macht sie ihm nicht mehr auf. Das stört ihm aber vorerst nicht und offensichtlich auch nicht die toten Tiere, denn er legt sich in einen der Liegestühle und beginnt die ländliche Idylle zu genießen.

Ein sehr abtrünniger Heimatroman. Ene Satire mit einer sehr schönen Sprache, könnte ich schreiben und mir überlegen, wer ist jetzt Platz drei bei meinem Rankig, wenn ich bei meiner schon gesetzten Reihung bleibe?

Der journalistische Roman über ein Genie oder Jovana Reisingers Österreich Beschimpfung, die vielleicht doch nicht nur so dahingeplappert und abgeschrieben ist, wie ich an manchen Stellen dachte?

Mal sehen, ein Buch habe ich noch zu lesen und da habe ich das, was ich bisher davon hörte, auch sehr interessant gefunden.

Die Shortlist, die Auswahl aus den vierundsechzig vorgeschlagenen Büchern sorgt also für Überraschungen und bleibt spannend und so soll es auch sein!

2017-10-30

Jurygeschehen

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 23:55
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Meine Leser wissen es wahrscheinlich, ich bin Mitglied in zwei Jurien und bin das sehr gern, weil mich ja jede Art von Literatur interessiert und ich auch gern bei literarischen Entstehungsprozessen mitmische, beziehungsweise hautnah und aktuelle literarische Entwicklungen beobachte.

Den „Literaturpreis Ohrenschmaus“ für und von Menschen mit Lern- oder intellektuellen Behinderungen gibt es seit 2007. Da wurde Franz Joseph Huanigg, glaube ich,  vierzig und hat sich zu Geburtstag intittiert von der inzwischen verstorbenen Michaela König, die ja das Vorbild für meine „Mimi“ ist, den Literaturpreis gewünscht.

Otto Lambauer, mein literarischer Verstärker, wie ich gern sage, weil er im ersten halben Jahr das „Literaturgeflüster“ sehr untertstützte, oft kommentierte und in dieser Zeit auch einen eigenen Blog betrieb, den ich von Alfreds Wandergruppe kenne, weil er, obwohl ein paar Jahre jünger mit dem Alfred in dasselbe Gymnasium gegangen ist, fragte mich, weil beim Organisationsteam als Caritas-Mitarbeiter damals dabei, wie der „Ohrenschmaus“ ins Literaturhaus käme, ich fragte ihm ob noch jemand für die Jury gebraucht wird und so lese ich seit zehn Jahren jedes Jahr im Herbst, meistens zeitgleich mit der Organisation meines Geburtstagsfest eine Reihe von sehr schönen Texten.

Diesmal waren es, glaube ic,h über hundertachtzig, also ein ganzer Stapel, Gedichte, Lebensberichte, auch Theaterstücke, Krimis, Prosetexte, etcetera, alleine oder in Werkstätten geschrieben und obwohl die Text anonymisiert eingereicht werden, erkenne ich manche sofort an ihren Stil.

Eine spannende Sache in eineLiteratur Einblick zu erhalten, die sonst an mir vorbei gegangen wären. So habe ich Anton Blitzstein persönlich kennengelernt und Peter Gstöttmeiers, sozusagen ein Stammgewinner, Buch gelesen.

Die Jury hat inzwischen gewechselt, am Anfang war noch Friedl Hofbauer, die ja inzwischen gestorben ist, dabei.

Felix Mitterer war und ist der Schirmherr, Heinz Janisch und Barbara Rett sind sozusagen auch Stammmitglieder, Kurt Palm und auch Andrea Stift haben die Jury verlassen, jetzt gehört ihr noch Franzobel und Ludwig Laher an, die ich dann bei den Jurysitzungen treffe oder die ihre Vorschläge dorthin schicken.

Die Jurysitzung ist für mich auch ein Anlaß ins Parlament zu kommen, weil sie oft  dort im ÖVP-Club stattfindet. Ein anderer Ort war das Albert Schweizerhaus und das Parlament hat, weil es derzeit  renoviert wird, ein Ausweichquartier am Heldenplatz. Dort stehen jetzt ein paar Conatainer und so habe ich heute Nachmittag, während ich mit Barbara Rett, Evelyn Prammer und der neuen Organisatorin Gerlinde Hofer ausstauschte, auch einen neuen interessanten Ort kennengelertn.

Jetzt sind die Preise ermittelt, nein, ich werde nicht spoilern und auch die Preisträger nicht verraten, nur so viel, es sind wieder einige alte Bekannte dabei. Ich glaube, aber auch ein paar Neue. Es gibt wieder einen schönen kurzen knappen Text für die Schokolade und die Preisleiheung wird diesmal wieder im Dezember im <museumsquartier sein.

Voriges Jahr zum zehn Jahresjubiläum war sie anläßlich der Buch-Wien in November, da gab es auch eine Diskussion und eine Lesung.

Eine Lesung wird es dort auch heuer wieder geben und zwar am Samstag Vormittag auf der Wasner-Bühne. Alle Interessierten kann ich dazu einladen und auch selbst daran teilnehmen, weil ich jetzt über den „Ohrenschmaus“ zu meiner Presse-Autorenkarte kommen werde, auf die ich schon lang warte.

Eine Laudatio muß ich inzwischen  schreiben und freue mich darauf, denn ich bin, glaube ich, gerne Laudatorin, die gute Zotter-Schokolade mit einem der Siegertexte wird es wieder gehen und dazwischen werde ich mich seit vorigen Jahr  in eine zweite Juryarbeit vertiefen, bin ich seit da ja auch Mitglied in der Blogger Debut-Jury und werde da auch sehr bald aus der über fünfzig Bücher langen Longlist fünf Titel lesen und meinen Favoriten wählen können, das heißt, ein paar der Bücher, hoffe ich, schon gelesen zu haben, interessiere ich mich ja auch sehr für Debuts, beziehungsweise haben ja auch die O Töneeine Debutschiene und der österreichische Buchpreis hat  eine Debutliste. Da gibt es, hoffe ich sicher Überscheidungen, habe ich ja kürzlich erst „Reibungsverluste“ und „Liebwies“ gelesen und bekomme demnächst, glaube ich, von FVA noch ein Debut zugeschickt, das auf der Liste steht.

„Ullstein“ hat auch ein solches. Das ich noch lesen muß. Das kann ich aber nicht mehr vorschlagen, weil da die Einreichfrist morgen endet und dann geht es nach dem Buchpreislesen an das der Debutpreisschiene und dazwischen, das heißt, vorher werde ich schreiben.

Beginnt ja bald der „Nanowrimo“ und da diesmal mit einem fünfzehntägigen Schreibmarathon des Writersstudio, an dem ich zumindest in der ersten WSoche teilnehmen werde. Man sieht, ich habe viel zu tun, bis ich dann nächste Woche meinen Geburtstag feiere und auf der „Buch Wien“ herumspazeren werde. Die „Poet Night“ gibt es inzwischen auch und noch eine Neuigkeit habe ich zu berichten.

Das „Frühstück“ ist fertig korrigert und kann an die Druckerei gehen. Die Szene achtundzwanzig, die ich am Volkkstimmefest gelesen habe und die es auf der Website als Probekapitel gibt, werde ich übrigens sowohl dort als auch bei meiner Geburtstagslesung lesen und dazwischen vorher, nachher wenn es geht, in mein neues Romanprofekt eintauchen, wenn ich die Laudatio für den Siegertext geschrieben habe, der, das kann ich auch verraten, ein sehr spannender mit einem originellen Titel ist.

2017-08-18

Österreichische Buchpreisspekulationen

Den österreichischen Buchpreis nach dem Vorbild des großen deutschen gibt es seit einem Jahr. Eigentlich könnte man ja sagen, das ist ein wenig ungerecht, weil der deutsche Buchpreis, seit 2005 bestehend, ist ein deutschsprachiger, der schweizer und der österreichische haben sich erst nachher gebildet und da dürfen nur österreichische und schweizer Bücher nominiert werden, während beim deutschen alle drei Länder teilnehmen können und daher manche Autoren, wie beispielsweise Reinhard Kaiser-Mühlecker doppelt nominiert waren.

Aber egal, er hat beide Preise nicht gewonnen, war nur auf der deutschen Shortlist und ich habe das Buch gelesen, weil ich ja seit 2015 den dBp und seit letzten Jahr auch den österreichischen blogge und den wollten die Autoren haben, die mittleren, die für den „Alpha“ nicht mehr in Frage kommen und auf der deutschen LL vielleicht nicht vertreten sind.

Der Buchhandel und das Ministerium, der Geldgeber haben vorerst abgewinkt.

Dann gab es ihm plötzlich. Friederike Mayröcker hat ihn gewonnen und ich bin seither ein bißchen im Streß, weil ich ja ein Monat nach der deutschen Longlist, wo sich bei mir erfreulicherweise die Bücher stapeln, dann noch einmal anfrage,  lese und lese und mich beispielsweise ärgere, wenn ich in der „Gesellschaft für Literatur“ sitze, auf den Beginn der Veranstaltung warte und das aktuelle Buch nicht mithabe.

Das wird mir heuer, ich verspreche es, nicht passieren und der Streß, ein positiver und für mich sehr angenehmer, wie ich für die, die jetzt „Selber Schuld du mußt ja nicht!“, schreien, betone, nein ich muß nicht, aber ich will, wird heuer vielleicht noch ein bißchen größer sein, denn ich habe mich ja in Leipzig mit der lieber Frau Meier von  „Kiwi“ zusammengesetzt und die hat mir die Herbstvorschau vorgelesen und ich habe „Ich will, ich will, ich will.!“, gesagt und dann hat sich noch „Aufbau“ und „Wagenbach“ und „FVA“ bei mir gemeldet, „Homunculus“ auch, aber den habe ich „ignoriert“ und „Literaturtest“ meldet sich auch gelegentlich und schickt dann manchmal was.

Also selber schuld für den Buchpreisstreß, der ja keiner ist und als ich vorigen Jahr nochmals angefragt habe, es waren ja zum Teil die gleichen Verlagen, die betroffen waren, haben sich die wohl auch gedacht „Das kann die ja nicht alles lesen!“ und haben mich beim zweiten Mal zur Hälfte ignoriert, während ich das erste Mal fast alles bekommen habe.

Also habe ich von der ersten österreichischen Liste „nur“

1.Anna Mitgutsch „Die Annäherung“ und

2. Peter Waterhouse „Die Auswandernden“ gelesen, was, wie ich gleich hinzufüge, für mich die große Überraschung war.

Inzwischen habe ich  Sabine Grubers „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ sehr zerfleddert im Schrank gefunden und mir Peter Henisch „Suchbild mit Katze“ vom Alfred bei „Buch und Wein“ kaufen lassen und bezüglich Longlist kommen noch einmal drei Titel hinzu, da habe ich gelesen und bekommen

3. Kathrin Röggla „Nachtsendung“

4.Daniela Emminger „Gemischter Satz“ und

5.Rainer Kaiser Mühlecker „Fremde Seele dunkler Wald“

Von den anderen Büchern hatte ich aber dank der OTöne und des Musas schon etwas gehört und die Frau Mayröcker ist mir ohnehin ein Begriff, obwohl man von ihr wenig im Schrank findet und derHherr vom Suhrkamp Bloggerdienst nur höflich bedauerte, „Haben wir leider nicht mehr“

Nun vielleicht fragen die Blogger nicht so viel FM an und der österreichische Buchpreis ist glaube ich sowieso nicht sehr zu den Bloggern vorgedrungen. Da ar ich außer den „Wortlichtern“, glaube ich, die Einzige die darüber berichtet hat und jetzt ist es Anfang September wieder so weit.

Man kann schon spekulieren und da ich ja auch heuer regelmäßig zu den O-Tönen gehe, ist das wahrscheinlich auch wieder nicht so schwer, obwohl es ja sicher viel mehr österreichische Neuerscheinunge, als zehn Stück gibt und ich mich, wie bei meiner deutschen Schätzung auch wieder mit dem, was ich schon gelesen habe, beginnen will. Also:

  1. Nadine Kegele „Lieben muß man unfrisiert“
  2. Andrea Stift „Die Stierin“
  3. Isabella Feimer „stella maris“
  4. Thomas Sautner „Das Mädchen an der Grenze“
  5. Ivan Ivanji „Schlußstrich“
  6. Eva Menasse „Tiere für Fortgeschritte“

Da  bleibt dann gar nicht mehr so viel Platz für das andere. So lasse ich Cornelia Travniceks „Parablüh“ aus, obwohl Lyrik ja zugelassen ist aus und muß aber noch

7. Dietmar Füssels „Wiederholte Geburten“ anfügen, da er mir schon im Vorjahr gesagt hat, daß er sich dafür bewerben will und von den  O-Tönen:

8.Franzobels „Das Floß der Medusa“

9.Anna Kim „Die große Heimkehr“ und

10.Olga Flor „Klartraum“

Daniela Wissers „Löwen in der Einöde“ hat sicher auch gute Chancen, und Karin Peschkas neues Buch, das des Doron Rabniovci, des Paulus Hochgatterr und Robert Menasse hat ja, wie ich schon bei den deutschen Buchpreisspekulationen der Blogger sah, auch ein neues Buch geschrieben.

Ich höre also mit den Spekulieren auf und bin gespannt, was ich noch  ǘbersehe habe, beziehungsweise an mir vorbeigegangen ist und wende mich den Debuts zu, denn das ist ja auch eine Schiene des öst Bps.

Da gibt es ja auch eine O Ton- Schöne und das ist mir ja das Buch der

1. Irene Diwiak „Liebwies“ sehr aufgefallen

2.Mascha Dabics „Reibungsverluste“ klingt auch sehr interesssant, auf

3. Laura Freudenthalers „Die Königin schweigt“ bin ich neugierig und weil ich ja auch in der Jury der „Bloggerdebutpreis“ bis, kann ich gleich weiterspekulieren und mir da eine Shortlist wünschen und da habe ich , dank der Verlage auch schon einiges gelesen, so schlage ich um dieses zu erleichtern, also

  1. Juliana Kalnay „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“
  2. Tijan Sila „Tierchen unlimited“
  3. Simon Strauß „Sieben Nächte“ obwohl mir das ja nicht so gut gefallen hat
  4. Jens Eisel „Bevor es hell wird“, habe ich im Schrank gefunden
  5. Fatma Aydemir „Ellbogen“ vor und dann würde ich noch von der Longlist beziehungsweise dem O Töne-Programmm

Theresia Enzensberger „Blaupause“

Ada Dorian „Betrunkene Bume“

Tina Pruschmann „Lostage“

Norbert Kröll „Sanfter Asphalt“

Svenja Gräfen „Das Rauschen in unseren köpfen“

Jakob Prettenhofer „Tagwache“ und wie schon erwähnt, das Diwiak, Dabic- und Freudenthaler Buch und und und interessieren.

Mal sehen wie es wird. Ich bin ja nie sehr gut im schätzen, habe jetzt noch einige Herbstneuerscheinungen vor mir, bevor die deutschen Buchpreisbücher kommen und bin auf jeden Fall sehr gespannt und auf Feedback, beziehungsweise Diskussion ebenfalls sehr neugierig. Also was habt ihr schon gelesen und was würdet ihr so schätzen?

 

2016-11-06

Von Debuts und Debutpreisen

Daß Debuts, also die ersten Romane von jungen Autoren, sehr wichtig sind und in letzter Zeit besonders beachtet und vorgestellt werden, ist zu bemerken.

So kümmert sich „Kremayr & Scheriau“ in seiner neuen Literaturschiene hauptsächlich und bevorzugt, um junge Autoren und da die mir ja ihre Bücher schicken, habe ich in letzter Zeit einige dieser Debuts gelesen und dann gab es bei den O-Tönen, dem großen Sommerliteraturfestival im Museumsquartier, heuer, ich glaube, erstmals eine Debutschiene, wo Daniela Strigl sich mit den Debuts des letzten Jahres auseinanadersetzte und diese vor dem jeweiligen Hauptautor vorstellte und lesen ließ.

Daß es dabei manchmal zu Ungenauigkeiten oder Überschneidungen kommen kann, ist mir auch aufgefallen, ist ja Richard Schuberths „Chronik einer fröhlichen Verschwörung“ schon 2015 erschienen und ist auch nicht das erste Buch des Autors und Cornelia Travnices „Chucks“ wurde als Debutroman betrachtet, obwohl die „Asche meiner Schwester“ schon 2008 erschienen ist und, glaube ich, so etwas wie ein Roman oder zumindestens eine längere Erzählung ist.

Sonja Harter gilt glaube ich schon als sehr bekannte Lyrikerin und hat jetzt einen Debutroman geschrieben, aber die Beachtung und die Aufmerksamkeit auf Werk und Autor ist ja glaube ich das Wichtigste und da brauchen junge Autoren wahrscheinlich schon ein bißchen Bevorzugung, weil sie sonst vielleicht leicht neben den großen Romanen von Martin Walser, Thomas Glavinic, Michael Köhlmeier, Norbert Gstrein, etcetera, untergehen können.

Das mag sich vielleicht auch das Initiatorenteam um den österreichischen Buchpreis, den es heuer ja das erste Mal gibt und der kommenden dienstag am Vorabend der „Buch-Wien“ vergeben wird, gedacht haben und so gibt es neben der Long und der Shortlist, auf der Peter Henisch, Sabine Gruber, Anna Mitgutsch, Peter Waterhouse und Friederike Mayröcker, von der ich ja annehme, daß sie den Preis bekommt, auch einen Debutpreis mit Katharina Winklers „Blauschmuck“, Sacha Battyhays „Und was hat das jetzt mit mir zu tun?“ und „Friederike Gösweiners „Traurige Freiheit“ stehen.

Damit habe ich mich also in den letzten Wochen und Monaten intensiv beschäftigt, habe fast die ganze deutsche Longlist mit Ausname von Philip Winklers“Hool“, der ja, glaube ich, auch ein Debutant ist und der den „Aspekte-Literaturpreis“, der sich an solche Autoren wendet gewonnen hat und  Ernst Wilhelm Händlers „München“, die halbe öst LL und dank „Alpha“ alle drei Debutanten, gelesen, so daß ich mich jetzt ein bißchen in der gegenwärtigen Literaturszene und auch, was ihre Debutanten betrifft, auszukennen glaube.

Bezüglich der deutschen Longlist wurde auch allgemein beanstandet, daß sie nur wenige Romane junger Autoren enthält, die sich mit der gegenwartigen Flüchtlings- und anderen Situationen beschäftigen und die stammen zum Teil auch von jungen Debutanten und sind Erstlingsromane.

Vorige Woche, als ich gerade Friederike Gösweiner und Katharina Winkler gelesen habe, bin ich auch auf einen Debut-Blog gestoßen, der sich bevorzugt mit diesen Romanen beschäftigt und jetzt zum ersten Mal auch einen „Blogger Debutpreis“ ausgeschrieben habe, wo man bis Ende Oktober Debutromane einreichen konnte und ein bißchen kürzer konnte man sich auch melden, wenn man einen Literaturblog betreibt und daher in der „Bloggerjury“ mitmachen wollte, was ich insbesondere bemerkenswert fand, weil ja zum Beispiel die „Buchpreisblogger“ von der offiziellen Seite offiziell ausgesucht und die anderen, die auch die Bücher lesen mehr oder weniger ignoriert werden und beim „Blogbuster-Preis“, den Tobias Nazemi ins Leben gerufen hat, wurden auch sechzehn Blogger ausgewählt, die mitmachen dürfen.

Hier konnte man sich aber melden, wenn man schon ein Jahr bloggte und wurde vorgestellt.

Zwanzig Blogger hatten das schon getan, als ich am 30. Oktober, glaube ich, auf diese Seite kam und mich ärgerte, daß ich wieder einmal zu spät am falschen oder richtigen Ort war.

Dann habe ich aber hingeschrieben und es ist sich noch ausgegangen, für die offizielle Vorstellungsrunde zwar zu spät, wurde ja inzwischen aus den fünfzig vorgeschlagenen Büchern, die Shortlist mit den fünf, aus denen dann die einundzwanzig Blogger, wählen dürfen, ausgesucht, so daß ich diese Fragen für mich selber hier beantworten möchte, warum ich mich für Debutromane interessiere, ob ich einen Unterschied zwischen ihnen und anderen Romane mache und ob Debutanten, bei mir „Welpenschutz“ genießen?

Mit diesen Ausdruck tue ich mir auch ein wenig schwer, obwohl ich nicht glaube, daß ich besondere Auswahlkriterien anwende, wenn ich lese.

Ich verrreiße ja nie oder nur eher selten, sage höchstens, wenn etwas falsch ist oder ich mit etwas Geschilderten meine Schwierigkeiten habe und habe auch mit dem, daß ein guter Roman angeblich berühren muß und etwas Neues in ihm dargestellt werden soll, meine Schwierigkeiten.

Obwohl ich natürlich auch bemerke, ob mich das, was ich lese, interessiert. Aber ich lese  fast alle Bücher fertig, versuche mich auf sie einzulassen, komme oft erst am Schluß darauf, daß ich was versäumt oder das Buch nicht verstanden hätte, wenn ich es, wie es in Zeiten, wie diesen, wo die Zeit begrenzt und die Konzentration immer weniger wird, andere machen, weggeschmissen hätte.

Habe aber gerade bei meinen heurigen Loglistenlesen mehrmals bemerkt, daß die Autoren mit den sogenannten großen Namen, wie Arnold Stadler, Bodo Kirchhoff, Gerhard Falkner, etcetera, oft sehr maniriert und abgehoben schreiben und, daß die Themen, die sie behandeln, oft dieselben sind, was mache Blogger, dann wieder langweilt.

Alter Mann hat Schwierigkeiten mit dem Sex, wird krank und fürchtet sich vor dem Sterben beispiesweise, ein wichtiges Thema auf jeden fall und auch wichtig für den Autor, sich damit zu beschäftigen.

Man hat es aber vielleicht schon öfter gelesen, wird ungeduldig und schimpft im schlechtesten Fall, daß er endlich zu schreiben aufhören sollte.

Ich tue das nicht, habe mir aber andererseits gerade bei iris Blauensteiners „Kopfzecke“, die da ja den Umgang mit einer dementen Mutter beschreibt, ob eine so junge Frau, das schon wirklich so beschreiben kann, als jemand, der schon älter ist.

Die jungen Autoren, die bei den Bloggern, wie die öfter schrieben „keinen Welpenschutz“ genießen, kommen schon sehr oft aus den Literaturinstituten aus Leipzig, Hildesheim, Biel oder Wien und werden, wie ich mir sagen ließ, da auf den Markt und die Veröffentlichbarkeit trainiert.

So schreiben sie vielleicht sehr professionell von etwas, was sie persönlich noch so gar nicht erleben konnten und so habe ich mit den „Sommertöchtern“ von  Lisa Maria Seydlitz, die andere sehr toll fanden, gar nicht so viel anfangen können.

Aber natürlich sind Debuts und die ersten Romane von jungen Autoren sehr interessant und wenn ich so auf diese fünfzig Bücher Langlist schaue, zum selber vorschlagen, wie man das auch hätte können, bin ich aus den bewußten Zeitgründen nicht gekommen, so finde ich sehr viel interessantes darauf stehen.

Da ich ja sehr Österreich zentriert bin habe ich die meisten diesbezüglichen Bücher schon gekannt und habe sowohl „Lucy fliegt“, als auch die „Notunterkunft“ und „Kofpfzecke“ schon gelesen, auch „Blauschmuck“, obwohl da die Autorin ja in Berlin lebt und die „Traurige Freiheit“.

Das Buch der Sonja Harter war für mich eine Überraschung und ich werde es demnächst lesen.

Ansonsten hört man ja auch auf den Blogs, die ich  regelmäßig lese, von neuen Büchern und die der jungen Migranten wurden sehr gelobt.

Also steht sowohl Shida Bzayar mit „Nachts ist es leise in Teheran“, als auch Rasha Kayat „Weil wir längst woanders sind“, Bücher, die an mir bisher vorbeigegangen sind, darauf.

Ich habe wohl kurz einmal überlegt, ob ich sie mir nicht zum Geburtstag schenken lassen sollte, mich dann aber über Isebelle Lehns „Binde zwei Vögel zusammen“ entschieden, das ebenfalls auf der Liste steht und für Tomer Gardis „Broken German“, das steht nicht auf der Liste, weil es kein Debut ist, beide Bücher  bzw. Autoren habe ich aber beim letzten Bachmannlesen kennengelernt und Debuts, die mir außer dem von Philiph Winkler fehelen, wären Ronja von Rönnes „Wir kommen“, das bei den Bloggern ja nicht so gut angekommen ist und das  dBp Longlist- und Schweitzer Shortlist Buch der Michelle Steinbeck.

Aber Schweizer stehen, glaube ic,h überhaupt keine auf der Liste, nur Österreicher und Deutsche und auf die Debuts der Paula Fürstenfeld und der Nelle Pollatschek bin ich ich auch schon vorher aufmerksam geworden und habe sie angefragt, wie auch das „Jung und Jung- Buch“ der Birgit Birnbacher, das dem Blogger Marc ja, glaube, ich sehr gefallen hat.

Ich habe also fünf der fünfzig Bücher schon gelesen, zwei weitere stehen auf meiner Leseliste und zwei werden wahrscheinlich noch kommen, abgesehen von den Shortlistbüchern, die ja noch nicht offizielle bekanntgegeben wurden, aber schon angefragt sind.

Also lesen, lesen, lesen, seit August tue ich es sehr intensiv und finde es sehr spannend.

Von einer Lesemüdigkeit keine Spur, obwohl mich auch das andere, jenseits des Tellerrandes, also auch die Älteren, die Krimis, die Chick Lits, etcetera sehr interessieren und mein geplanter Vicki Baum Schwerpunkt noch immer wartet.

Ob ich den heuer wirklich so noch schaffe wird immer fraglicher.

Aber selber schuld und kein Grund sich  zu beschweren und für das nächste Jahr habe ich ja wieder vor. meine Bücherstapel hinunterzulesen.

Mal sehen, ob ich es schaffe, ich bin sehr gespannt und freue mich, als nächstes auf die Vergabe des österreichischen Buchpreises und die „Buch-Wien“, die darauf folgt.

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