Literaturgefluester

2019-06-07

Bora Cosics Reisen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:34
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Als wir 1916, knapp nach der Bundespräsendientenwahl nach Kroatien gefahren sind, habe ich mir Bora Cosics „Die Rolle meiner Famkilie in der Weltrevolutionunter anderen als Lektüre mitgenommen und in Montenegro gelesen.

Es war ein tolles Buch, das, glaube ich, aber in Belgrad spielte und als ich diesen April noch mit Gips zu „Buch und Wein“ gehumpelt bin, hat dort der 1932 geborene Bora Cosic im Literaturhaus aus seien Reisen nach „Italien und Österreich“ gelesen, da ging es, glabe ich, viel um die Donau und Adalbert Stifter und heute war Bora Cosic mit seinen bei „Folio“ erschienenen „Immer sind wir überall“ zu Gast in der „Alten Schmiede“.

Das Buch ist bei „Folio“ erschienen und der Südtiroler- Verlag, wo ich immer um Eva Rossman Rezensionsexemplare anfrage, feiert sein fünfundzwanzigstens Bestehen und als ich verspätet, wegen meiner sechs Uhr Stunde im „Literarischen Quartier“ eintraf, war gerade der Verleger Ludwig Paul Michel am Wort, der sich mit dem Jetzigen „AS-Leiter“ Daniel Terkl unterhalten hat.

Dann kam der Autor mit seiner Übersetzerin Mascha Davic und ein Hang out, der in Serbisch gelesenen Stellen lag auf und in dem Buch sind offenbar zwei Texte enthalten, der erste heißt  „Italienreise“, der zweite „Donaubadeker“ aus dem wurde, glaube ich, auch in Krems gelesen.

Jetzt las der Autor einen langen Text auf Serbisch aus seiner „Italienreise“ und dabei geht es  um Triest, um Claudio Magris und, um den Surrealismus geht es auch.

Danach hat  Daniel Terkl im Gespräch gefragt und im zweiten Text ging es von Linz nach Hadersdorf am Kamp, wo offenbar Daniel Spoerl lebt, auf den hat sich der Autor jedenfalls in seinen Text bezogen und nach Wien ging es dann auch.

Da wurde  der Nachschmarkt und die tolle Gegend um die „Alte Schmiede“ erwähnt und am Schluß gab es gleich unten und nicht, wie sonst üblich im Zeitschriftensaal, Wein, den offenbar der Verlag gespendet hat.

Ich bin sehr lange isoliert herumgestanden, habe Astrid Nischkauer und Ursula Ebel von der „Gesellschaft“ beobachtet, bis sich die Frau des Autors meiner erbarmte und ein Gesoräch mit mir angefangen hat, wofür ich ihr sehr herzlich danke.

Dann bin ich versuchsweise zu Fuß nach Hause gegangen, habe das bis zum „Bärenmühlendurchgang“, wo auch gleich der Bus gekommen ist, geschafft und bin gespannt was ich noch, von dem jetzt in Berlin lebendenden Autor lesen und hören werde.

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2016-05-31

Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution

Der 1932 in Zagreb geborene, in Rovinji und in Berlin lebende Bora Cosic hat heuer mit seinen „Tutoren“ den Preis für die beste Übersetzung beim Leipziger Buchpreis gewonnen und seine „Rolle meiner Familie in der Weltrevolution“ ist 1994 bei „Rowohlt“ erschienen und wurde in der von Elke Heidenreich betreuten „Brigitte-Edition“ wieder aufgelegt, wo das Buch mit anderen aus dieser Reihe vor einigen Jahren bei der „Buchlandung“ in der Abverkaufskiste lag, wo ich es mir um einen Euro kaufte, in mein Bücherregal stellte und jetzt, als ich mich auf meinen Kroatienurlaub vorbereitete, herausnashm.

Daß das nicht so leicht ist, herauszufinden, wer ein kroatischer Autor ist, habe ich schon geschrieben.

Bora Cosic wurde in Zagreb geboren ist aber in Belgrad aufgewachsen. ei „Wikipedia“ steht auch etwas von einem serbischen Schriftsteller, der während des Krieges Belgrad „Der Stadt aus der heraus der Krieg regiert wird“ aus Protest verlassen hat und sich nach Rovinji begab, das in Istrien liegt, wo wir auch zwei Tage auf einem Campingplatz übernachtete. Er lebt auch in Berlin und hat, wie ich in „Wikipedia“ sehe, schon viel geschrieben.

Allein der Titel macht schon aufmerksam und neugierig und Elke Heidenreich schreibt auf den Buchrücken „Was soll denn das? Etwa ein Familienroman? Sagen wir lieber: eine absurde Collage über alles, was einer Familie, die sich irgendwie durchwurschtelt, in einem diktatorischen Staat passieren kann“

In der „Biographischen Notiz“ kann man  lesen, daß das Buch zuerst 1969 in einem Selbstverlag herausgekommen ist, danach erschien es 1969 in Belgrad, 1980 gab es eine zweite editierte Fassung, weil der Autor das Buch mehrmals umgeschrieben hat, in Deutsch ist es, wie schon erwähnt bei „Rowohlt“ herausgekommen und ein „Selbstportrait“ das der Autor am 19. September 1993 in Rovinji geschrieben oder unterzeichnet hat, gibt es auch.

Ich habe das Buch ja während meines montenegrinischen Wochenende gelesen und die Weltrevolution geht offenbar in die „kommunistische  Diktatatur“ zurück, wo eine Familie, Vater, Mutter, Onkel, Tanten, Großvater, in einer Belgrader Wohnung lebt und  das neue System des Staates, das den Sohn zu einem Pionier oder auch zu einem Spitzel macht, während die Mutter Kleider näht, der Vater trinkt, die Tanten ihre Hüte ausprobieren, „Stille Post“ wird auch grespielt, erlebt.

„Der Sekretär forderte uns auf  „Jeder sagt jetzt seinem Nebenmann ein geheimes Wort zur Probe!“ und nennt das „Informationskette“.

Die Sätze werden scheinbar zusammenhanglos in zwanzig Kapiteln, auf hundertfünfunddreißig Seiten locker oder auch absurd  aneinandergereiht.

Es beginnt mit „Mama näht einen Beutel. Auf den Beutel stickt sie die Buchstaben „Für Zeitungen“ und endet mit „Der Onkel wechselte siebenundzwanzigmal den Beruf, den wichtigsten, den des Liebhabers, nicht mitgezählt. Der Onkel zählt seine Miezen bis fünfhundert, dann gab er es auf. Mama zählte ihre Küchenmaschinen Marke „Aleksanderverk“ ,  Opazählte die Streichhölzer ab, aus einer Schachtel, einer gsnhz kleinen. Das war in einem großen Gedränge. All das geschah in einem durcheinander, aber so war es. So, oder noch schlimmer.“

Damit das Durcheinander nicht zu groß wird gibt es im Anhang eine „Transkription und Hinweise zur Aussprache“.

Anmerkungen gibt es auch, das Selbstportrait und den schon erwähnten Hinweis, daß das Buch mehrmals umgeschrieben wurde.

Gelesen habe ich es in Montenegro, als ich von Rovinji und daßich dort auch hinkommen würde noch keine Ahnung hatte, weil ich mich vor denm Urlaub ja nie besonders vorbereite und alles auf mich zukommen lasse und es hat mich in das Belgrad der Nachkriegsjahre  zurückversetzt, als der Sohn oder auch Bora Cosic groß wurde, der Belgrad dann verlassen hat und den ich in Leipzig auf der Messe sah, als seine Übersetzerin den Preis für die beste Übersetzung bekam.

„Die Tutoren“ sind, habe ich gehört, schwer zu lesen und noch nicht zu mir gekommen.

Dank Elke Heidenreich und der „Buchlandungsabverkaufskiste“ habe ich jetzt aber einen interessanten Autor kennengelernt und, daß das mit der Unterscheidung, ob jetzt serbisch oder kroatisch, nicht ganz so einfach ist, habe ich vielleicht schon vorher gewußt und irgendwie gehört vielleicht auch dad zusammen, was später auseinandetrbrach, nach dem zweiten Weltkrieg kam der Kommunismus und dann der Krieg und ich bin jetzt wieder neugierig, ob und was ich noch von Bora Cosic hören und lesen werde.

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