Literaturgefluester

2017-05-17

Zum siebzigsten Geburtstag von Manfred Chobot

Nach dem Centrope-Workshop, wo ich meine analysierte Seite aus Markus Mittmannsgrubers „Verwüstung der Zellen“ vorstellte und wir uns dann ein bißchen mit Ilija Trojanows „Macht und Wiederstand“ beschäftigten, ist es dann zu Manfred Chobot, gegangen, von dem ich, glaube ich, das erste Mal in den Siebzigerjahren durch die Wochenendbeilage der AZ etwas gehört habe, denn der ist am dritten Mai siebzig geworden und das wurde in der „Alten Schmiede“ mit einem Fest gefeiert, beziehungsweise wurde dort sein neues, bei „Löcker“ erschienenes Buch, der Erzählband, „Franz eine Karriere“ vorgestellt.

Christian Katt, Peter Henisch, Wladimir Fried und noch andere sind gekommen und Helmut Schönauer, der ja viele von den vielen Chobot Büchern rezensiert hat, hat eine Hommage  unter dem Titel „Einfahrts- und Ausahrtssignale“ verfasst, die von Markus Köhle vorgetragen wurde.

Daniel Terkl hat den Erzählband eingeleitet, der eine Reihe von Erzählungen enthält, darunter eine Neufassung von Schnitzlers „Fräulein Else“, die der Autor auch gelesen hat.

Eine ganz moderne Else, die ein Gemisch von Englisch und Deutsch vor sich hinbrabbelt, wo dann nur mehr der „Papa“ und die „Mama“ störend klingen, aber die werden ohnehin oft nur Erzeugerin oder Samenspender genannt und das Fräulein bringt ganz selbstbewußt, herzlos und gefühllos, den, den sie um Geld bitten soll, dann auch zum Herzinfarkt und das Geld, das sie bekommen hat, teilt sie natürlich nicht mit dem „Papa“, sondern begnügt sich damit ihn ab und an im Gefängnis, das sie „prison“, nennt, zu besuchen.

Nun ja, nun gut, wahrscheinlich auch eine Satire und  sehr lustig, wenn auch gar nicht so leicht zu verstehen und ich habe es  auch nicht so sehr mit dem Humor, habe aber Manfred Chobots Karriere, den ich auch in der GAV angetroffen habe, als ich dort aufgenommen wurde und den ich bei denIG-Autoren immer wieder sehe, von Anfang an mitverfolgt.

Er ist auch ein großer Reisender und hat schon viele Bücher und Gedichtbände geschrieben.Im Jänner habe ich mit ihm in Salzburg gelesen und sein Buch über die „Wichtelgasse“ habe ich, glaube ich, auch einmal im Schrank gefunden.

Nach der Lesung gab es in der Zeitschriftengalerie Wein und Brötchen, man konnte mit dem Autor anstoßen und diskutieren und natürlich auch seine Bücher kaufen und sie sich von ihm signieren lassen.

2016-10-18

Ruth Aspöcks poetischer Diskurs

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Die 1947 geborene Ruth Aspöck, Feministin und Kleinverlegerin, die ich irgendwann nach meiner Arbeitskreiszeit kennengelernt habe, hat ein neues Buch geschrieben.

Sie ist ja, seit sie 2007 mit der Dichterradkarawane von Wien nach Bamberg ihren Verlag „Die Donau hinunter“ aufgegeben hat und in Pension gegangen ist, sehr aktiv, so daß schon vier Bücher bei „Löcker“ inzwischen erschienen sind.

Die Tagebücher oder die „Langweilige Blindschleiche“, die „Reisen mit Grillparzer“, „Der Krieg nach dem Frieden“, das „Adria Buch“ über eine bosnische Flüchtlingsfrau, die sie in der Kantine, wo sie essen geht, kennenlernte und jetzt „Die alte Dichterin, die Literatur und die Kunst“, woraus sie, glaube ich, schon bei den „Volksstimmefesten“ gelesen hat und jetzt im „Rebubulikanischen Club“ vorstellte.

Viele Bekannte im Publikum, Elfriede Haslehner, Erika Brunngraber, Irene Wondratsch, Karin Ivancsisc und und und…

Ruth sagte in der Einleitung, daß sich dieses Buch im Gegensatz zu ihren anderen Büchern an das literiasch interessierte Fachpublikum wendet und eine Frau, eine Schriftstellerin namens Elisabeth Schwarz, rechnet mit ihrem Leben und dem Literaturbetrieb sozusagen ab.

Da stellt sich natürlich wieder die Frage der Autobiografie, denn diese Frau hatte einmal einen Kleinverlag an dem viele junge Dichter hoffnungsvoll ihre Mansukripte schickte, sie hat auch  ein Semester in Madrid studiert und eine Zeitlang in Kuba gelebt und ein Haus am Land hat sie auch, aus dem sie ihre Bibliothek hinausräumen muß und da fallen ihr zwei Bücher in die Hände, eines von Jean Paul Satre, das, glaube ich „Was ist Literatur“ heißt, ein Essay und dann den „Lexikonroman“ von Andreas Okupenko.

Daran knüpfen sich viele philosophische Überlegungen an und Elfriede Haslehners Dissertation spielt daran auch eine Rolle beziehungsweise wurde sie zitiert.

Der Verlag wünschte, daß „Roman“ auf dem Buch, das übrigens eine sehr ästhetische Umschlaggestaltung hat, oben steht und die Ruth las sich eine Stunde durch das Buch, dann gab es noch eine Diskussion, die Andreas Okupenko, auf dessen Begräbnis ich ja 2010 war, erinnerte.

Ottwald John der auch im Publikum war, gab davon einige Inspirationen, ich kann mich erinnern, daß es an diesem Sommertag so heiß war, daß ich die Aufbahrungshalle verlassen mußte, weil ich das Gefühl hatte, sonst umzufallen und daß ich auf dem Grinzinger Friedhof auch lange das Bernhard Grab suchte und nicht gefunden habe.

Im Anschluß gab es wieder Wein, beziehungsweise konnte man sich diesen auch schon vorher holen, sowie Gespräche und die Ruth ist ja sehr aktiv, denn sie hat schon nächste Woche im Republikanischen Club wieder eine Veranstaltung zum Thema „Politik & Poesie“, die Ditha Brinckwell veranstaltet, die mich einmal auch zu einer solchen einladen wollte und es dann doch nicht tat.

Da lag jetzt schon ein Lesehaft auf und beim Grillparzer-Symposium, das am Donnerstag und Freitag im Literaturmuseum stattfinden wird, wird die Ruth auch einen Vortrag halten.

Dann veranstaltet sie noch den kulturpolitischen Arbeitskreis im Rahmen der GAV-GV am Freitag Nachmittag und das Buch hat sie mir zum Rezensieren auch zur Verfügung gestellt.

Das wird zwar noch eine Weile dauern, bis ich dazu komme, bin ich ja derzeit noch sehr eifrig beim östereichischen Buch und Debutpreis lesen, aber irgendwann komme ich sicher dazu und nächstes Jahr zum siebzigsten Geburtstag wollen wir mit ihr auch eine Runde um den Bodensee fahren.

2016-09-19

Drei Romane in einem

Das hat man, wenn man sich Clemens Berger neuen Roman „Im Jahr des Pandas“ einverleibt, hat der Autor während der Lesung im Literaturhaus gesagt, die für mich die erste dortige Veranstaltung nach der Sommerpause war.

Clemens Berger, der 1979 geborene, burgenländische Autor, der irgendwann so zwischen 2009 und 2010 steil aufstieg im österreichischen Literaturbetrieb und sich bis jetzt auch darin gehalten hat.

Ö1hat mich, glaube ich, auf ihn aufmerksam gemacht, dann kam das Fest bei „lex liszt 12“, dem kleinen burgendländischen Verlag mit einem tollen Buffet und dann das „Streichelkonzert“, wo ich da  ja einen Teil des Sommers 2010 in Wien verbrachte, auch bei den O-Tönen war.

Die Novelle „Ein Versprechen von Gegenwart“, wo ich, glaube ich, auch im Literaturhaus war, ist schon bei „Luchterhand“ erschienen und im Vorjahr war der Burgenländer auch Stipendiat der Stadt Wien und daher Gast im MUSA und da habe ich mich ein wenig geärgert, als er sagte, er pfeift auf den Literatrurbetrieb oder der interessiert ihn nicht.

Mich schon und das sehr und deshalb gehe ich auch zu so vielen Veranstatlungen, lese soviele Bücher und versuche auch zu schreiben und weil Anna Mitgutschs „Annäherung“ auf die öst LL kam und ich deshalb „Luchterhand“ angeschrieben habe, haben die mir sowohl, das Buch geschickt, als auch eine Einladung zu der Berger-Lesung, der jetzt auf Lesereise ist.

Im Literaturhausprogramm ist es auch gestanden und daher war es in der Zieglergasse sehr voll. Eine Menge junger Menschen, die ich noch nie gesehen habe, denn das Literatrurhaus hat  kaum Stammpublikum oder dieses schon vertrieben, aber eine Ausstellung, die Hanno Millesi und Xaver Bayer gestaltet haben, zur Literaturzeitschriftenlandschaft der 1970 Jahre, ab da habe ich auch schon hingeschickt und meine Texte sind auch bei „Log“, bei „Sterz“ nicht und einmal sogar beim „Wespennest“ erschienen, das gibt es alles nicht mehr, denn der Literaturbetrieb hat ja jetzt Eventcharakter, so moderierte  Ernst A. Grandits die Veranstaltung, Vertreter vom Verlag waren da und es gab auch, was jetzt schon selten ist, ein Bufet, aber zuerst die Lesung und das Gespräch und einen Clemens Berger, der erstaunlich freundlich war und sich sogar für das Kommen des Publikums bedankte.

Der Roman hat siebenhundert Seiten und drei Handlungsstränge, der erste ist der von Pia und Julian, das sind zwei wahrscheinlich junge Leute, die bei einer Sicherheitsfirma arbeiten und bei den Geldautomaten, die Gelscheine auswechseln.

Keine Ahnung, ob es das wirklich gibt und, ob das nicht einfach, wie ich dachte, die Bankangestellten machen, wenn man es aber macht, bekommt man bald Allmachtsphantasien, behauptet jedenfalls Clemens Berger und beginnt einen Bankraub zu planen.

Pia und Julian machen das und befinden sich dann bald auf der Flucht durch ganz Europa, aber nicht zu viel verraten und so fragte Ernst A. Grandits, den Autor auch immer, ob man das jetzt noch erzählen darf?

Dann gibt es einen Künstler namens Kasimir Ab, der malte sich reich durch seine grünen Bilder und jetzt steigt er aus und begibt sich des Nachts in die Obdachlosenszene und eine Tierpflegerin in Schönbrunn gibt es auch, die die Geburt eines Pandababies, deshalb auch der Name, betreut.

Das sind die drei Romane in einem, die Clemens Berger in mehrjähriger Arbeit zu einem Monsterroman verbunden hat und mir scheint er ein wenig an der Klamaukschiene, die ich ja nicht mag, zu sein.

Aber vielleicht waren das auch des Moderators launige Fragen, denn ich träume nicht den ganzen Tag von einem Geldraub, nein.

Ich träume vielleicht eher vom Buffet und da gab es Brötchen und Wein aus einem Weingut, den Vea Kaiser vermittelt hat und sie stand auch hinter dem Tisch und schenkte aus.

„Lesen Sie wohl!“, sagte Ernst Grandits noch, bevor Robert Huez das Publikum zum Burffet entließ und mich juckte es ihn zu fragen, wer morgen wohl auf die dBp Shortlist kommt? Dann ergab sich aber keine Gelegenheit dazu.

Clemes Berger wird es sicher nicht sein, obwohl ihm Robert Huez, als einen der bedeutendsten österreichischen Gegenwartsautoren vorstellte.

Er steht aber nicht auf der LL, was wieder einmal klarmacht, es gibt mehr als nur zwanzig Neuerscheinungen pro Saison und das Buch hat sich, wie ich beobachtet konnte, auch gut verkauft.

Jedenfalls hielten es mehrere in der Hand und jetzt lesen lesen lesen, aber das tue ich ja gerade mit  Sibylle Lewitscharoff und das „Streichelinstitut“, das will ich noch erwähnen, würde ich gerne einmal in den offenen Bücherschränken finden, diesen Roman eher weniger, denn ich bin nicht so für den Klamauk, auch wenn er sich, wie in dem Gespräch herauskam, sowohl mit einer Gesellschafts- als auch mit einer Kapitalismuskritik verbindet.

2016-09-14

Acht Korrespondenzen zur guten Literatur

Die „Alte Schmiede“ wurde, glaube ich, im Vorjahr, während meines LL-Lesens mit der Frage „Was ist gute Literatur?“, eröffnet, eine scheinbar leichte Frage, für die es aber nur subjektive Kriterien gibt und mich das mit dem „Berühren“ immer etwas nervt und eigentlich, ganz ehrlich ,weiß ich die Antwort noch immer nicht, denn die meine gilt ja nicht als solche, wahrscheinlich wegen meiner „s“ und Beistrichfehler und abgehoben, beziehungsweise experimentell schreibe ich ja auch nicht, deshalb verteidige ich mein Schreiben höchstwahrscheinlichauch immer sehr und habe mit dem sogenannte „schlechten Schreiben“ meine Probleme.

Kurt Neumann wollte es aber ganz genau wissen und hat so vor ein oder zwei Jahren Literaten, Literaturwissenschaftler, Kritiker, etcetera zu diesem Thema angefragt, mich natürlich nicht, denn ich bin ja nicht im Insiderkreiss, aber im Vorjahr tauchte die Creme de la Creme des österreichischen Literaturbetriebs in der „Alten Schmiede“ auf und Kurt Neumann kündigte ein Projekt und ein Buch an und das gibt es jetzt „Eine einfache Frage: Was ist gute Literatur?“, weil zu diesem Thema schon ein anderer ein Buch geschrieben hat und das Projekt der „Alten Schmiede“ wurde heute im „Literarischen Quartier“ vorgestellt.

Morgen und übermorgen wird es ein diesbezügliches Symposium geben, wo die literarische Creme de la Creme im Keller geschlossen diskutiert und das sogenannte Publikum darf sich das  im Schmiede Saal auf der Leinwand ansehen.

„So nicht!“, habe ich gedacht, obwohl ich eigentlich hingehen wollte und deshalb auch eine Stunde verschoben habe, als ich das aber mit der geschlossenen Veranstaltung gelesen habe, habe ich mir wieder welche eingeteilt und heute hatte ich auch eine sechs Uhr Stunde, denn ich habe ja einen Brotberuf von dem ich lebe und jetzt auch eine Pension beziehe, der Klient kam aber früher, so daßich pünklich die „Alte Schmiede“ erreichte, wo mich die literarische Prominenz prompt wieder übersah.

Ein Ppaar haben mich aber, um nicht ungerecht zu sein, auch gegrüßt und meinen Psychologiekollegen Wolfram Huber, der sich ja sehr für Bertha von Suttner interessiert, habe ich auch getroffen.

In der letzten Reihe gerade noch einen Platz bekommen und dann ging es los mit Kurt Neumanns Projekt-Erklärung.

Anna Kim, Thomas Eder, Florian Huber und Helmut Neundlinger, die Herausgeber hatten schon am Podium Platz genommen und Kurt Neumann erklärte, daß  von den zweiunddreißig angeschriebenen, sechzehn übergeblieben sind, die dann acht Paare bildeten: Anne Cotten-Ferdinand Schmatz, Leopold Ferdermayr-Retro Ziegler, Karin Fleischanderl-Markus Köhle, Lydia MischkulnigVladimir Vertlib, Anna Mitgutsch-Christian Steinbacher, Samuel Moser-Andrea Winkler, S.J.Schmidt-Hermann Wallmann und Anne WeberThomas Stangl, die sich zum Teil kannten, zum Teil auch nicht und dann über diese Frage diskutierten.

Der Dialog ist in dem Buch abgebildet, ein paar diesbezügliche „Hammer-Ausgaben“ gibt es auch und ein sozialwissenschaftliches Institut hat das Ganze valuiert und das tabellarisch dargestellt, was Helmut Neundlinger und Ruth Pfosser dann erläuterten.

Sie haben nämlich die Autorennamen abgezählt, die die Paare erwähnten, etwa fünfhundert waren es, der Star war aber Franz Kafka, das heißt, die Toten dominierten über die Lebenden, die Männer über die Frauen und das stellten sie dann dar und setzten es zueinander in Beziehung.

Interessant, obwohl es für mich noch immer nicht die Frage nach der guten Literatur klärt, aber Karin Fleischanderl beschäftigte sich in ihrem Tandem sowieso eher mit der schlechten und Textproben aus den Korrespondenzen wurden dann auch noch vorgelesen.

Dann konnte man Fragen stellen und ich denke, daß es für mich ja nach wie vor eigentlich keine schlechte Literatur gibt, zumindestens sind das für mich die Realisten nicht und auch nicht die Selfpublisher.

Wenn sich jemand echt und ehrlich bemüht und in seinen Texten auseinandersetzt, dann bin ich interessiert und das mit dem „Berühren“ habe ich sowieso immer für Quatsch empfunden.

Die Authentizität wäre für mich ein Kriterium und natürlich auch der Gesellschaftsbezug, während ich es mit der angeblich so schönen Sprache nicht so sehr habe, der Inhalt ist für mich auch wichtig oder wichtiger und experimentell bin ich sowieso nicht.

Ich weiß nicht, ob ich mit meinen Kriterien alleine dastehe, wahrscheinlich, bin aber wieder sehr mit dem Longlistenlesen beschäftigt und jetzt kommt ja auch der östBp dazu, der mich aber höchstwahrscheinlich nicht sehr beschäftigen wird, weil ich außer dem Buch der  Daniela Emminger und dem des Reinhard Kaiser-Mühlecker noch nichts bekommen habe.

Der Peter Waterhouse und das Buch der Anna Mitgutsch sollen zwar noch kommen und zwei der Debuts habe ich auch, aber das Buch der Anne Cotten, die mich beispielsweise sehr interessierten würde, scheint nicht zu kommen, die schreibt aber sicher gute Literatur, weil sie auf der Bp-Liste steht.

Also lesen lesen lesen und zumindest bei dem deutschen, wo ich diesmal fast alle Bücher bekommen habe, kann ich ja mein Urteil und meine Kriterien schulen, ich bin jetzt beim neunten Longlisttitel, weiß noch immer nicht wirklich was gute Literatur ist oder, um nicht tiefzustapeln wahrscheinlich doch ein wenig. Habe nachher mit dem Wolfram noch zwei Achterln Wein getrunken und mir sein Projekt angehört.

Am Freitag gibt es einen Abschlußabend, wo das allgemeine Publikum, glaube ich, wieder life teilnehmen darf, da gibt es aber im WUK auch eine Paralellveranstaltung, wo die „kleineren Autoren,“ wie Ilse Kilic, Gerhard Jaschke, also um den „Wohnzimmerkreis“ lesen werden, die mich eigentlich auch sehr interessiert.

Mal sehen also, wo hin es mich verschlagen wird, die zweiundvierzigste Saison hat also begonnen, literarische Herbst hat angefangenund es geht neben dem LL-Lesen wieder mit dem Veranstaltungsreigen los.

2016-08-11

Wiener Kaffeehauskrimi

Ich gehe ja meistens durch die Buchhandlung „Morawa“, wenn ich in die „Alte Schmiede“ gehe und schaue da auch nach den „Flohmarkt-Abverkäufen“, zu den Veranstaltungen, die es dort gibt, gehe ich aber eher selten, das heißt ein zweimal war ich dort, ich glaube immer im Rahmen der Kriminacht und als ich im Juni durchgegangen bin, habe ich mir das Veranstaltungsprogramm mitgenommen, da mein Sommer ja heuer anders ist und ich mich von Dienstag bis Donnerstag in Wien befinde und das Literaturprogramm das es gibt, quer durchkonsumiere und es gibt ein solches, die „Sittl-Lesereihe“, das „Podium-Sommerprogramm“, die „Ö-Töne“ und dann die Filmfestivals am Karls– und am Rathausplatz, die ja nicht unbedingt mit Literatur etwas zu tun habe und ich auf den Rathausplatz gehe, wenn ich nichts anderes finde.

Am Montag habe ich dann im „7*-Stern-Wohnzimmer“ selber gelesen und daß es am 10. August in  der Buchhandlung Morawa eine Krimipräsentation von Hermanns Bauer „Kostümball“, einen „Gmeiner-Krimi gibt, habe ich dem Programm entnommen.

Nun lese ich ja ganz gerne, wenn auch etwas verschämt Krimis, beziehungsweise nehme ich sie mir, wenn ich sie in den Bücherschränken finde und komme dann oft nicht zum Lesen, aber ich gehe zu den „Leo-Perutz-Preis-Veranstaltungen“ und manchmal auch zur Kriminacht oder den entsprechenden Festivals und diesmal eben zu dem Wiener Kaffeehauskrimi von einem Herrn namens Hermann Bauer, von dem ich noch die etwas gehört habe, der aber ein in den Fünzigerjahren geborener Lehrer ist und schon den neunten Kaffeehauskrimi um das Cafehaus Heller mit dem Kellner Leopold geschrieben hat und die offenbar auch immer im Sommer in der Buchhandlung Morawa präsentiert, die mir, da ich ja bisher immer meine Sommerfrische machte und mich an den Wiener Montaggen auf den Rathausplatz begab, entgangen sind.

Sehr viele Besucher, zu den anderen kommen die offenbar immer, zu mir nie, aber Hermann Bauer, der ein extravertierter Typ zu sein scheint, hat sie offenbar alle eingeladen und auch herzlich begrüßt.

Ein paar Stammbesucherinnen, die ich kannte, waren auch dabei, darunter die Angela, die ich von der Wien-Bibliothek kennen und immer im MUSA treffe und Hermann Bauer zog dann bald auch durch sein Programm, erzählte, daß er immer oder jetzt schon öfter literarische Krimis schreibe.

Nestroy, Rilke etcetera waren schon an der Reihe, jetzt is Raimund daran und so hätte das Buch auch „Raimund-Zauber“ heißen sollen, der Verlag hat aber umdispniert, weil in Deutschland kein Mensch Ferdinand Raimunds Zaubermärchen kennen würde und hat ihm einen Brief geschrieben „Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, daß Ihr Buch jetzt „Kostümball“ heißt.

Nun ja, so einen Brief habe ich von Franz Joseph Huainigg, bezüglich eines „Ohrenschmaus-Lyrikpreisträgers“, den es dann so nicht gegeben hat, auch einmal bekommen undbezüglich der Titelgebung kann ich mich nur freuen, daß ich mir meine Bücher selber mache, mir das also nicht passieren kann.

Dem extrovertierten Hermann Bauer war das offenbar egal und so zog er im Schnellverfahren durch seinen Krimi und erwähnte das Personal.

Im Cafe Heller soll ein Kostümball mit einer Zaubereinlage und einer Raimund Gesangsvorführung „Brüderlein fein“ stattfinden, ein Typ plant dort aber einen Mord zu begehen, der Zauber offenbar die Leute auszunehmen und die Freundin des Leopolds will mit diesen immer Walzer tanzen, was der aber nicht will.

Das Ganze beginnt in der Silvesternacht, der Ball findet offenbar erst später statt und als Hermann Bauer dahin kam, war seine Lesezeit fast um, so zog er im Schnellverfahren durch das Event und endete mit dem Satz „Leopold es ist ein Mord passiert!“ und war dann noch so freundlich das Mordopfer zu verraten.

Danach war Gelegentheit zum Plaudern, beziehungsweise zum Signieren. Eine Weinverkostung gab es auch und im nächsten Jahr vielleicht die Präsentation des zehnten Hermann Bauer Krimis, an dem er, wie er sagte, schon schreibt, mal sehen, ob es sich ausgeht hinzugehen und wie das dann mit meiner Sommerfrische werden wird?

2015-10-28

Die neue Volksstimmeanthologie

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Eva Jancak

Eva Jancak

Werner Lang

Werner Lang

Elfi Resch

Elfi Resch

Während in der „Alten Schmiede“ Fritz Widhalm und Ilse Kilic ihr „Fröhliches  Wohnzimmer vorstellten und im Literaturhaus Konstanze Fliedl ihren sechzigsten Geburtstag feierte, ging es in das Wohnzimmer des Kulturcafe Siebensterns beziehungsweise in den neugestalteten Extraraum, denn Christoph Kepplinger stellte dort die Volksstimme-Anthologie von 2014 mit dem Thema „Zeitgeschichte“ vor.

Katrin Forstner, Gerald Jatzek, Axel Karner, Markus Köhle, Werner Lang, Elfie Resch, Eva Schörkhuber und ich stelten ihre Texte vor. Begonnen hat die 1989 in Wolfsberg geborene Katrin Forstner mit ihrer Geschichte „Unkokplizier“, wo es um das Kinderkriegen, neue Beziehungen, die Zeitgeschichte des Yuppie-Lebens halt ging.

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Axel Karner

Axel Karner

Dann hat sie noch einen Text von Peter Clar angelesen und dann kam schon ich, mit einem kurzen Gedicht von Isabella Breier, bevor es zu den „Dreizehn Kapiteln“, beziehungsweisen die „Gesprengten Gräber und die Lebensgeschichte des Erwin Schwarz ging.

Werner Lang, der Arbeiter aus Hönigsberg, las aus dem Alltag eines Arbeiters, der statt die SPÖ zu wählen, bei den Kommunisten unterschrieb, was im Betriebsrat großen Unmut erregte.

Die 1948 in Tribuswinkel geborene Elfie Resch, erzählt in dem Buch ein Stück Zeitgeschichte ihrer Eltern, das vom ersten bis in den zweiten Wltkrieg hinüberreicht und damit endet, daß ihr Vater die Gewerkschaftskartei über den Krieg  rettete.

Markus Köhle

Markus Köhle

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Axel Karner hatte Gedichte oder einen Prosatext aus dem „Rosaroten Balkon“ und las dann noch Stefan Eibel-Erzbergs Gedichte vor und Markus Köhle las nicht seinen Text aus dem Buch, da seine Belegexemplare an eine nicht mehr existierende Adresse geschickt wurden, sondern einen, den er für die Bibliothekswoche, die vor ein paar Tage stattgefunden hat, geschrieben hat, wo er von der „Leseratte“ und dem „Leswurm“ ausgehend, die Leser in das ganze Tier- und sogar ins Gemüsereich hinüberzieht und dann mit einem allgemeinen Aufruf zum Lesen endete.

Der Text der 1982 in St. Pölten geborenen Eva Schörkhuber, die mit ihrem letzten Buch eine Buchprämie bekomen hat, hieß „Rot ist eine stumme Farbe“ und war sehr poetisch, dann kam noch Gerhard Jatzek mit der Gitarre und sang aus seinen Reisegedichten den Song „Eh net  vo n do“ „a Sarg aus Metall roit durch die Wachau“, den er auch in der „Alten Schmiede“ gesungen hat.

Dann gabs ein Buffet, ähnlich wie das, wie damals bei der Verlagsparty von „Kremayr und Scheriau“, es waren nur nicht so viele Leute gekommen, die sich an den Kartoffelscheiben, der Salami, den Aufstrichen und den Käse delegieren wollten und  den neuen Gedichtband von Axel Karner habe ich auch bekommen, da habe ich wieder etwas zu rezensieren.

2015-06-21

Ausflug an den Attersee

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Vom Schwerpunkt Wien ging es mit einem Umweg über Harland bei St. Pölten an den Attersee, da dort Luis Stabauer seinen Episodenroman „Atterwellen“ nach den Tagebüchern seiner Mutter präsentierte.

Und ich habe den 1950 in Seewalchen geborenen Luis Stabauer 2013, nach der GAV-GV, wo sein Name erwähnt wurde, bei der Kleinpublishermesse im Amtshaus Hietzing, wo er seine Bücher „Der Kopf meines Vaters“ und eine Anthologie mit Arbeiten aus der „Leondinger Akademie“, die er besuchte, kennengelernt.

Dann die Bücher gelesen und eigentlich versprochen zur Präsentation seines „Resistenz-Buches“ „Der Himmel reißt auf“ ins „Andino“ zu kommen und wollte auch zu den von Angelika Reitzer moderierten „Textvorstellungen“ im vorigen Jahr, aber da war glaube ich, gleichzeitig ein Abend mit den Werken der Sprachkunststudententen, so habe ich das Buch nur gelesen und Luis Stabauer in der „Kolik-Lounge“ und im Amerlinghaus gesehen, sowie bei dem „Schamrockfestival“ im Literaturhaus, wo er seine Arbeiten, die bei einem Workshop der „Schule für Dichtung“ mit Nora Gomringer, entstanden sind, präsentierte.

Man sieht, der Coach und Gründungsmitglied der „Textmotor-Literaturgruppe“ ist vielseitig, also sowohl experimentell als auch realistisch literarisch unterwegs, wird vielleicht auch noch GAV-Mitglied und hat mich  jetzt zur Präsentation seines neuen Buches, am Orte des Geschehens, in Seewalchen, eingeladen, so daß dieser Juni für mich ein Monat des Literaturtourismus bzw. der kleinen Reisen werden wird und wir deshalb am Samstag auch ganz früh nach Harland aufgebrochen sind, obwohl ich  eigentlich noch gerne zu „Rund um die Burg“ gegangen wäre.

Krauthäupl-Musi

Krauthäupl-Musi

Krauthäupl-Musi

Krauthäupl-Musi

Aber nach dem Rasenmähen, beziehungsweise dem traditionellen Würstelessen am Markt von St. Pölten, sind wir um vier losgefahren, nach sechs in Seewalchen angekommen, wo wir uns im Gasthof „Zur Post“, der Familie Stallinger, einquartierten.

Eigentlich hätten wir ja nach der Veranstaltung in der Musikschule auch zurückfahren können, aber erstens gab es noch ein Abend- und ein Morgenprogramm und zweitens sind wir offenbar bequemer geworden.

Also ein kleiner Spaziergang an den Attersee, das Wetter war sehr kalt und regnerisch, aber der „Klimt-Weg“ war schon eröffnet und man konnte sich an den Schautafeln ein bißchen über die Sommerfrische der kulturellen Bohemien vor  hundert Jahren informieren, bevor es zur Musikschule ging, wo mir gleich zwei bekannte Gesichter aus der „Alten Schmieden-Crew“, von denen eines Luis Stabauers Nichte Annalena gehörte, entgegenkamen.

Sehr viele Besucher, Schulkollegen, Freunde, Verwandte des Autors, der, wie schon erwähnt in Seewalchen geboren undin Schörfling, was der Nachbarort sein dürfte, aufgewachsen ist, aber auch, wie er bei der Einleitung erwähnte, Mitglieder der literarischen Szene Wiens, da gehöre wohl ich dazu, sowie die „Textmotor-Literaturgruppe“ und die „Krauthäupl Musi“ spielte auf, bevor Dietmar Ehrenreich, der „Resistenz-Chef“ und selber Autor, sein Fußballbuch habe ich, ich bekenne es, noch immer nicht gelesen,  steht  aber auf meiner Leseliste, den Autor vorstellte und erwähnte, aus welchen Gründen er sich für ihn entschieden hätte, da bei seinen Autoren sowohl die Lebens- und die Berufserfahrung, als auch die Persönlichkeit stimmen müße, womit offenbar gemeint war, daß er genügend Publikum bzw. Käufer für das Buch in die Veranstaltung mitbringen müßte und sich für mich das Rätsel klärte, warum er mich nie genommen hat, obwohl ich ihm früher eifrig meine Manuskripte schickte und er mich einmal sogar deshalb angerufen hat.

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Luis Stabauer

Luis Stabauer

Aber stimmt, hundert Leute bringe ich für eine Lesung, zu der ja manchmal überhaupt kein Publikum kommt, nicht zusammen.

Der große Saal im zweiten Stock der Musikschule war aber bummvoll und Luis Stabauer begann dann auch mit der Lesung.

Das heißt zuerst zeigte er die Tagebücher seine Mutter, die diese von 1946 bis 2009, ihrem Tod, geschrieben hat und las ein paar Stellen daraus vor. Daraus sind dann die „Atterwelen“, ein Episodenroman in einundzwanzig Kapitel, geworden.

Das Cover stammt von der Schwester Maria und Luis Stabauer las ein paar Kapitel von der Wirtin Erna und ihren Kindern Pepperl und Karli, die Namen wurden geändert, erklärte Luis Stabauer, bis zu der New York Reise  und dem Lieblingslied der Mutter, die 2009 offenbar in einem Altersheim gestorben ist.

„Fischerl am Grund“ heißt es, das wurde dann von der „Krauthäupl-Musi“ gespielt, den Text gab es am Programm zum Mitsingen und nachher ein Pause, wo es Aufstrichbrote, Wein, Saft und Wasser, sowie die Bücher zum Kaufen und Signieren gab.

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Im zweiten Teil gab es nur noch die „Krauthäupl Musi“ zu hören und danach ging es in das Gasthaus Stallbauer zurück, wo es noch ein Zusammensitzen mit der Familie, den Literaten, der Musi, die noch ein Gute-Nachtlied intonierte, etc, gab und am Morgen den „Literarischen Frühschoppen“ im Cafe Trostmann, wo Luis Stabauer noch ein Kapitel aus dem Buch gelesen hat, beziehungsweise mit der Literaturgruppe über literarische Projekte, etc diskutierte.

Das haben wir versäumt, sind wir doch, weil der Alfred um eins im Gasthaus Ambichl in St. Georgen reserviert hat, schon um halb zehn wieder nach Harland gefahren. Ich habe aber sicher wieder Gelegenheit Luis Stabauer in Wien zu treffen und sein Buch zum Lesen, habe ich jetzt auch.

2015-05-31

Joseph Roth und der Film

Joseph Roth, der sowohl als begnadeter Prosaschriftsteller, als auch als Journalist und Essayist bzw. Reiseschriftsteller in die Literaturgeschichte eingegangen ist und  in Paris, 1939, als die Faschisten langsam näherrückten, ein schreckliches Ende fand, wird jetzt wahrscheinlich von allen Seiten ausgeschlachtet, wo es noch ein Oatzerl unveröffentlichten Text von ihm zu entdecken gibt.

Es gibt eine „Joseph Roth-Gesellschaft“, dessen Präsident der vormalige Literaturhausleiter Heinz Lunzer ist, so gab und gibt es dort regelmäßige Veranstaltungen und Symposien und Helmut Peschina scheint auch ein Roth-Spezialist zu sein, hat er doch, glaube ich, einige seiner berühmten Romane zu Hörspielen umgearbeitet, die dann den Hörspielpreis gewonnen haben.

Ich habe mich wieder langsam den berühmten Dichter angenähert, „Radetzkymarsch“, den wir in der Wattgasse stehen hatten, habe ich lange nichts anfangen können, die berühmte Kehlmann-Verfilmung in den Siebzigerjahren hat mich entsetzt, lauter alte Herren, die über die vergangene Monarchie schwafeln und die einzige Frau ist eine Hure oder Haushälterin.

Dann habe ich aber zu einem runden Geburtstag eingekauft und inzwischen auch einiges gelesen, war bei einigen Veranstaltungen im Literaturhaus oder anderswo und bin dieser Tage mit dem „Leporello“ in der Früh aufgewacht, wo eine Ignaz Kirchner Lesung im Filmhaus Spittelberg angekündigt wurde, beziehungsweise sich mit Sendung mit Joseph Roth und der Film beschäftigte, obwohl der, wie herausgekommen ist, gar nicht so ein großer Kinofan war, dem Film kritisch gegenübergegstanden ist, aber Helmut Peschina hat mit Rainer-Joachim Siegl im „Wallstein-Verlag“, der jetzt Joseph Roth verlegt, einen Band mit achtundachtzig Kritiken und zwei Treatments herausgegeben und ich dachte mir Joseph Roth und der Film ist interessant, wußte ich ja noch von meiner Zeit der Courths Mahler Lektüre oder wenn ich Gesellschaftsromane, die in den Neunzehnhunderzwanzig- oder dreißiger Jahre spielen, lese, daß es damals viele Kinos gegeben hat und alle Welt dorthin gegangen ist.

Nach der Lesung von Ignaz Kirchner bin ich nicht mehr so davon überzeugt, aber wahrscheinlich war Joseph Roth tatsächlich eher ein Kiono-Skeptiker, hat aber, weil es damals noch keine eigene Kritiker gegeben haben dürfte, auch die Filmbranche mitgenommen und eigentlich war das, worüber er geschrieben oder Ignaz Kirchner gelesen hat, keine Filmkritiken, sondern Gesellschaftskizzen und um Filme ist es dabei relativ wenig gegangen.

So handelt das erste Stück von einer „Faust-Aufführung“ im Regen in Saarbrücken, denn wohin geht man wenn, wenn es regnet?

Joeseph Roth hat sich schließlich für das Kaffeehaus entschieden und im zweiten Stück schreibt er von den Regeln des Films bzw. der Zensur, die dort ausgeübt wird und das ist interessant, bin ich ja vor kurzem im Sigmund Freud Museum gelandet, nicht weil es geregnet hat, sondern weil ich für die „Kolik Lounge“ zu früh dran war und dort wurde gerade in die „Film Noir-Reihe“ eingeführt und der Einleiter sprach  sehr lang darüber, wie die Filme damals nicht sein durften.

Keine Erotik, keine Küsse, etc.

Die frühen Fiulme, die Joseph Roth gesehen hat, durften das, glaube ich, auch nicht und dann durften die Fürsten nicht Fürsten heißen, sondern wurden in Prinzen umgewandelt, weil man die, in den Zeiten, nach den Revolutionen, wo es keine solchen und auch keine Monarchie mehr gab, offebar für die Märchenwelt des Kinos brauchte.

Ein anderer Artikel befasste sich mit dem Unterschied, der Schauspieler zum Premierenpublikum und das man die einen oft nicht von den anderen unterscheiden konnte.

Dann ging, es zu zwei Filmen, die eigentlich auch Theaterstücke waren, nämlich zu den „Nibelungen“ und „Don Carlos“, die Joseph Roth nicht befriedigen konnten, dafür befaßt er sich aber sehr lange und ausführlich mit dem Drehbuchautor oder Filmdichter, Carl Mayer,  wie er ihn nennt, der das Script für den „Letzten Mann“ einen Stummfilm mit Emil Jannings geschrieben hat.

Ein Film, den ich in den Siebzigerjahren im Z-Club, den es damals gab, gesehen habe, der den Untergang eines alten Hotelsportier schildert, der in die Herrentoilette degradiert wird. Dann kommt ein märchenhafter Schluß, ein Millionär stirbt in seinen Armen, hinterläßt ihm seine Millionen und er kann fortan in dem Hotel tafeln.

Damals war ich von dem Film enttäuscht und bin erst später daraufgekommen, weilche Stummfilmjuwele ich da gesehen habe, jetzt war mein Resumee, daß sich die Filmwelt damals relativ „bescheiden“ war, obwohl es, wie Joseph Roth ausdrücklich erwähnte, es „damals schon den Tonfilm gegeben hat.“

Er beschäftigte sich aber auch mit inzwischen längst überholten Fragen, nämlich ob man eine Gerichtsverhandlung im Kino, in der Wochenschau zeigen darf?

Der Richter sagte nein, weil ihm die Geräusche stören.

„Ein anderer wird ja sagen!“, schrieb Joseph Roth und so ist es dann auch gewesen und dann hat sich im Februar 1935, die österreichische Filmkammer ganz reiwillig, der deutschen angeschloßen und Joseph Roth empört sich auführlich darüber, denn dann konnten die Deutschen ausführlich Nazipropoganda in Österreich betreiben, während sich die Österreicher verpflichteten, keine Deutschland schädigende Stoffe zu verfilmen und die Schauspieler, es hätte sonst dretausend Arbeitslose gegeben, konnten sich zwar nach Deutschland begeben, sie mußten aber natürlich arisch sein.

Damit schloß Ignaz Kirchner seine begnadete Lesung, es gab noch ein Gespräch, beziehungsweise, erzählten die Autoren ein bißćhen was über das Umfeld in dem Joseph Roth geschrieben hat.

Er hat in Wien bei den Zeitungen begonnen, ist dann nach Berlin gegangen und dort 1923, als Jounalist berühmt geworen, dann in Paris, wo er unter Geldnot litt, hat er auch einige Treatments seiner Bücher verfaßt, die allerdings nie verfilmt worden sind.

Es gab anschließend die Bücher zu kaufen und auch einige Bekannte im Publikum, so bin ich neben Claudia Erdheim gesessen, hinter mir saß Herbert J. Wimmer.

2015-05-10

Vorschau auf „Im Namen des Vaters“

Filed under: Schreibbericht — nagl @ 00:40
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vater

Die siebenundfünzigjährige Online-Journalistin Veronika Sieberer bricht während einer Tagung zusammen, bekommt im Allgemeinen Krankenhaus eine Pankreas-Krebsdiagnose und erfährt, daß sie ohne entsprechende Behandlung wahrscheinlich nur mehr einige Monate leben wird.

Während sie sich nun zwischen Operationen, Chemo- Strahlen und Alternativtherapien zu entscheiden versucht, begleitet sie ihre sechsundzwanzigjährige Tochter Paula durch die erste Schwangerschaft, beginnt für den Enkel Jäckchen, Strampelanzüge, Häubchen, Schühchen zu stricken und kann auch ihrem Nachbarn Hubert Fabian, einem ehemaligen Hutfabrikanten, der in eine Seniorenresidenz übesiedelt ist, helfen, die Reste seiner Kollektion aufzufinden.

 

Nachdem ich auf das  Dummie von „Miranda Schutzengelchen“, das aam Donnerstag gekommen ist, korrigierte, ich werde übrigens den Beginn daraus am 2. Juni beim Margaretner Fest für Kunst und Kultur zwischen siebzehn  und einundzwanzig Uhr im  Amtshaus Margareten lesen, gibts hier gleich drei Fragen für das neue Buch zu beantworten, das es dafür nach Erscheinen zu gewinnen gibt:

1. In welchen Rahmen wurde es wann geschrieben?

2.Welches Buch, das ich im Sommer gelesen habe, hat mich dazu inspiriert?

3.Warum gibt es Stoff- und Stricktiere auf dem Cover zu sehen?

Viel Spaß beim Rätselraten, ich hoffe auf rege Beteiligung, wenn das Buch erschienen ist, löse ich die Fragen auf, zur Beantwortung derselben können vielleicht die Schreibberichte ein wenig helfen:

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