Literaturgefluester

2019-12-04

Vom Doml zu Ilse Helbich

Der Mittwoch ist ja seit einiger Zeit Doml oder Workshoptag, meine Art des Seniorenstudiums, wie ich immer sage, wenn ich höre, wie beispielsweise Ruth Aspöck für ihr Theologiestudium Hebräisch lernt und heute bin ich sozusagen zwischen zwei Stunden hin- und zurückgehetzt, habe mich wieder ein bisschen mit Radka Denemarkovas sehr theoretischen Chinabuch beschäftigt und dann erneut mit Dirk Stermanns „Der Hammer“, beziehungsweise den Namen und den Berufen, die dort auf den ersten Seiten vorkommen und nach der sechs Uhr Stunde war es eigentlich schon ein bißchen spät für die „Gesellschaft für Literatur“, da die aber immer erst um viertel nach anfangen, habe ich es trotzdem probiert und war etwas verärgert nur im hinteren Raum, wo schon Ljuba Arnautovic und noch ein paar andere Späterkommende saßen, Platz gefunden zu haben, denn die Präsentation des neues Buches „Ich möchte noch einmal irgendwo fremd sein  –  Ilse Helbich – Schreiben im Gegenwartszustand“ herausgegeben von Helmut Neundlinger und Fermin Suter mit Texten der 1923 in Wien geborenen Ilse Helbich, die in Wien Germanistik studierte, danach Verlagskauffrau war und für verschiedenen Tageszeitungen und den ORF arbeitete, ist sicherlich etwas Besonderes, ist sie ja ein Jahr älter als Friederike Mayröcker, die demnächst ihren fünundneunzigsten Geburtstag feiert und hat 1980 literarisch zu schreiben anfgefangen.

Bei „Droschl“ sind, glaube ich, einige ihrer Bücher herausgekommen und jetzt der Vorlaßband der  von „Literaturedition NÖ“ herausgege ben wurde. Martina Spitzer hat drei Texte gelesen. Darunter war einer über die Feuilletons, die Ilse Helbich offenbar öfter geschrieben hat. Dann ein Text über eine Frau die am Nachmittag von einem Gerichtsvollzieher besucht wurde, weil ihre Söhne mit falschen Paß ein- oder ausreisten und dadurch in verschiedene Strafverfahren verwickelt waren und, die es troztdem zusammenbrachte, am Abend ihren Gästen ein warmes Nachtmahl hinzustellen und dann noch ein Bericht einer Gärtnerin beim Wiederlesen eines Buches von Flauberts.

Nachher gab es ein Gespräch mit Rainer Götz der Ilse Helbichs Lektor war und Ursula Baatz, die auch Beiträge in dem Buch hatten und einige Worte der Autorin.

Danach Brot und Wein und Elfriede Haslehner, die ja vor einigen Monaten ihren Franz verloren hat, habe ich auch wiedergesehen und es war ein interessanter Abend und ein Kennenlernen einer Autorin von der ich schon einiges im Radio gehört, aber noch nichts gelesen habe und deren Texte mich auch ein bißchen an Valerie Szabo erinnert haben, die ich ja durch den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt habe.

2019-10-25

Vom Dramatik-Workshop zum Slam-B

Filed under: Veranstaltungen,Workshop — jancak @ 23:55
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Ich bin ja eine, wie ich immer schreibe, mit einem offenen Literaturgeschmack, von Peter Handke zu Sophie Kinsella sozusagen, schräg über den Tellerrand, nur eine Theatergeherin bin ich eigentlich nicht, das liegt wohl auch an meinem Hang zur Sprarsamkeit, beziehungsweise bin ich als Studentin jede Woche in die Oper, aber nur sehr selten ins Burgtheater gegangen.

Warum, weiß ich eigentlich nicht so genau, denn ich habe mich ja schon damals für Literatur interessiert und seit meiner Matura geschrieben, aber wahrscheinlich, weil ich schon damals eine Romanschreiberin war.

ich erinnere mich aber an einige sehr schöne „Professor Bernhardi“ Aufführungen, eine im Residenztheater in München, als ich dort mit Sechzehn oder Siebzehn mit meinen Eltern und meiner Schwester, ein Wochenend lang war und wohl noch keine Ahung von Arthur Schnitzer hatte, dann eine im Burgtheater und eine sehr schöne Lesetheateraufführug habe ich auch einmal gesehen, aber ansonsten galt Theater interessiert mich nicht und wenn ich mal in den Schränken ein Theaterstück fand, habe ich es meistens zurückgelegt.

Aber man soll auch über seine Vorurteile hinwegkommen und so habe ich Stephan Teichgräber bezüglich seines Dramatikworkshops zuerst abgesagt, weil wir ja jede zweite Woche nach Harland fahren, dann bin ich aber mit dem Kalender zu ihm gegangen und wir haben uns vor zwei Wochen auch den Burgtheaterspielplan angesehen und ich habe, wenn man es so will, mein Theaterpensum, in der Ankündigung steht ja auch etwas, das man die Bereitschaft die Aufführungen zu besuchen, zum Workshop mitbringen soll, auch schon abgeleistet, denn im Rabenhof treten ja derzeit die „Staatskünstler“ auf und die, Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba waren, glaube ich, am Montag nach der Wahl, wo ja die Grünen wieder gewonnen haben, im „Leporello“ oder in Morgenjournal und da haben sie offenbar, die besten fünf Minuten des Programms so zusammengeschnitten, daß ich die Vorstellung unbedingt sehen wollte.

So waren wir am Montag dort „Jetzt erst Recht“, hat die Vorstellung geheißen, aber wenn man, wie ich, sich die Diskussionen in  Oe 24 und auch die Videos von Martin Sellner im Internet anschaut, ist man da schon bestens informiert und, wie heißt das so schön, die Wirklichkeit überholt die Kabarettisten.

Ich war aber wieder mal im Theater, wenn auch nicht in der Burg und Stephan Teichgräber ist ja überhaupt am Centrope und den Spielplänen dort interessiert und so sind wir heute hauptsächlich ins „Arena-Theater“, nach Bratislava gegangen, was auch einen sehr interessanten Spielplan hat.

So wird dort der „Schwejk“ aufgeführt, aber auch ein Stück namens „TISO“, das von einem slowakischen Präsidenten und den faschistischen Lagern handelt, die es in der Slowakei gegeben hat.

Danach bin ich zurück in meine Praxis, um eine Stunde zu machen und war dann unsicher, ob es sich noch ausgeht ins Literaturhaus zum Slam B zu gehen, weil man da ja um sieben vor der Tür stehen muß, um einen Platz zu bekommen.

Es ist sich aber ausgegangen und dort war ich jetzt ja schon lange nicht, habe aber trotzdem einige Dauerslamer erkannt, obwohl diesmal viele neue Anmeldungen waren und viel mehr als lesen konnten. So wurden von den neunzehn zwölf ausgelöst, Christian Schreibmüller war dabei und die Französin Nathalie Rouanet, die unter den Mamen Ann Air auftritt und einen sehr persönlichen Text hatte, der fast ein wenig an das Debut „Es ist Sarah“, erinnerte, aber nicht gewonnen hat.

Das Opferlamm, die Siegerin vom letzten Mal , das sogenannte Opferlamm hatte auch sehr schöne Texte. Einer handelte von den Sorgen einer Mutter mit nicht „normalen“ Kindern, sondern solche mit ADHD oder dem Tourette-Syndrom.

In die Siegerrunde kamen, was mir nicht immer ganz nachvollziehbar war, was den applaus betraf, drei Frauen, die von Diana Köhle, diesmal ein Diadem aufgesetzt bekamen und in einem Jahr, am 9. Oktober wird der hunderste Slam mit einem großen Fest stattfinden, zu dem dann nur Sieger slamen dürfen.

2017-06-14

Von der öffentlichen Kunst in und um die U-Bahn

Das letzte Mal öffentliches Kunst erschreiben mit der Ruth, fünfmal habe wirdas in den letzten Wochen nun schon gemacht und haben das Texterfassen vorläufig abgeschlossen.

Das Projekt ist bei der GAV eingereicht, wird bei der GV besprochen. Dann werden wir weitersehen und für mich war es sehr interessant, passte es doch vollkommen zu meiner WienErforschung und ich habeviel gesehen über die alte und die neue, die politische und die abstrakte Kunst im öffentlichen Raum.

Über fünfzehn Projekte haben wir geschrieben, auf dem Folder der im Museumsquartier und im Rathaus aufliegt, gibt es, glaube ich, fünfzig Objekte und dann natürlich noch viele andere und ein außertourliches haben wir auch heute, wo wir sehr fleißig waren, auch noch erforscht.

Begonnen haben wir am Karlsplatz, vor dem Teil, neben dem in den letzten Jahren ja immer das Filmfestival „Kino unter Sternen“ stattfand, daß es heuer, wie ich hörte, nicht mehr gibt. Aber da gibt es die „Hill Arches“ von Henry Moore, die der britische Künstler der Stadt Wien schenkte, als der Karlsplatz in den Neunzehnsiebziger Jahren neu gestaltet wurde.

Zwei ineinander verschlugene Figuren vor oder in dem Teich und davor ließen sich die Touristen, die es um zehn Uhr morgend schon gab, fotografieren und spielte einer, der sich aus welchen Gründen auch immer ein en Pferdekopf aufgesetzt hat, auf der Ziehharmonika.

Dann ging es zur U-Bahn hinunter und da hat Peter Kogler in der Station Karlsplatz seine Röhren angebracht, die er von der Station kommend, über die ganze obere Halle zog. Dicke und dünnere schwarze Röhren auf weißen Hintergrund, um damit die Grenzen der Architektur aufzuzeigen und die Touristengruppen, sowie die Politzisten ziehen daran vorüber und bekommen von dem 2011 gestalteten Kunstwerk vielleicht gar nicht soviel mit.

Dann ging es hoch hinaus mit dem Blick auf das Haus am Getreidemarekt 17, Ecke Mariahilferstraße, denn da steht auf dem Sims zwischen vierten Stock und neuerbauten Dachgeschoß ein Mann im schwarzen Anzug, Chaplin-Hut und Aktentasche und macht was?

Will er hinunterspringen und wenn ja werden es die Passanten überhaupt mitbekommen oder nur in dieU-Bahn Station hinuntergehen die es zwischen Mariahilferstraße und Museumsquartier gibt und da gibt es auch ein Kunstwerk zu bewundern, nämlich das, das nicht am Plan zu sehen ist, das aber die Wiener Linien offenbar gestalten ließen, um ihre Kunden auf das naheliegende Museumsquartier hinzuweisen und so haben sie einen Künstler beauftragt, der auf den beiden Bahnsteigen insgesamt achtzehn große Bleistiftzeichnungen anbrachte, die auf die Verletzlichkeit des Lebens hinweisen.

Beim Aufgang gibt es noch ein besonderes Relief und oben  drei  Figuren.

Interessant, interessant, auf einer sind wir gesessen und haben geschrieben undsind danach ins Museumsquartier gegangen, wo mich die Ruth, um den Abschluß des Projektes zu feiern zum Essen eingeladen hat.

Hühnespieße mit Cous Cous, beziehungsweise Blunzengröstl und dann gab es noch einen Scheiterhaufen mit Rhabarba und Erdbeeeis. Sehr fein.

Dann konnte ich noch ein wenig für die nächsten drei Tage einkaufen, wo ich mich vermehrt meinem anderen Schreibprojekt widmen will und bin danach ins den Centrope Workshop gegangen, den es  noch bis Ende Juni geben wird.

Da konnte ich Stephan Teichgräber schon das Klemperer-Buch zeigen, das ich heute bekommen habe und da haben wir uns vermehrt den Motiven bei Ilija Trojanow, Michal Horetzky und Irena Douskova gewidmet.

Ein sehr interessanter Tag also, der mit der öffentlichen Kunst begonnen hat und mit der literarischen Analyse weiterging, während ich den Abend in meinem Garten verbringe, den Rasen gieße und meine vier Spontantexte aufschreiben werde.

2017-05-24

Erinnerungen an Hermann Hakel und Jochen Jungs Reime

Vom Centrope wo wir weiter Trojanows „Macht und Widerstand“ analysiert haben und ich meine Entdeckungen bei Marlene Streruwitz „Yseut“: „Das Präfix, das konnte alles herstellen. Das konnte alles aus einem Verb machen, Mit „ver“ Das war Zustandverständerung. Bewirken. Verhalten. Beurteilen. Verben des Tötens und des Verderbens wurden mit „ver“ gebildet. Das hatte sie doch vorgehabt.“, vorgetragen habe, ist es  gleich zu zweimal „Alte Schmiede-Veranstaltungen“ gegangen. Gab es doch da einmal eine „Stunde der Literarischen Erleuchtung“, wo Hans Raimund Hermann Hakels Lyrik und Prosa vorgetragen hat.

Und der heute wahrscheinlich ziemlich vergessene Hermann Hakel, der 1911 geboren wurde und vor dreißig Jahren gestorben ist, mit Erika Danneberg verheiratet war, die Zeitschrift „Lynkeus“, an die ich, lang lang ists her, auch was geschickt habe, war ja in den  fünfziger und sechziger Jahren neben Hans Weigel einer der Literaturpäpste oder Förderer junger Talente in Wien.

So hat Herta Kräftner, wie Dine Petrik meint, ihr Problem mit ihm gehabt und ich habe den von der Hakel- Gesellschaft nach seinem Tod herausgegebenen Band „Ein besonderer Mensch“, den es einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ gab, gelesen und die von ihm herausgegebenen „Jiddische Gedichte„.

Der Sekretär, den ich vor kurzem auch schon in der „Alten Schmiede“ hörte, war wieder anwesend und hat auch die Hakel- Publikation der Gesellschaft zur freien Entnahme aufgelegt und Hans Raimund, auch ein Hakel Kenner, hat zu Beginn seiner „Gedächtnismomente“, die autobiografischen Notizen aus dem „besonderen Menschen“ gelesen, wo Hakel schreibt, daß er sich  für einen Durchschnittsdichter hält.

Er war wohl, wie auch Erika Danneberg erlebt haben mutß, auch ein schwieriger Mensch und hat sich mit allen oder jeden zerstritten und Hans Raimund hat ein paar Prosastücke, sowie ein paar seiner Gedichte vorgestellt.

Das gibt es eines auf die „Novaragasse“, wo der Dichter auch lebte und eines „Das jüdische Kind“, das laut Hans Raimund und Richard Kovavevic in vielen Anthologien und Schulbüchern abgedruckt war, obwohl sich Hakel sonst nie besonders zum Publizieren seiner eigenen Werke drängte.

Im Programm schrieb Hans Raimund etwas das Hermann Hakel ein konservativer Dichter gewesen sei, der es den heuten Lesern schwer machen würde und Kurt Neumann meinte, als er nach der Veranstaltung auf die Präsentation von Jochen Jungs Gedichtdebut hinwies, darauf, daß es Ahnlichkeiten zwischen beiden Werken geben würden und die waren dann, oh Staunen darin zu finden, daß Jochen Jung der Verleger, der seit einigen Jahren ebenfalls schreibt, „Wolkenherz“ habe ich gelesen und bei der Veranstaltung über die „Dichterbegegnungen“, die er ja reichlich hatte, war ich vor einem Jahr in der „Alten Schmiede“, plötzlich vermehrt zu dichten angefangen hat.

Kurt Neumann erwähnte in seiner Leitung, die verschieden Gattungsformen, die in den hundertvierzig Gedichten des bei „Haymon“ erschinenen Lyrikdebuts vorkommen, verwies auf Jandl und Shakespeare, als Vorbilder und auf die vielen Themengebiete mit denen sie sich beschäftigen würden und Jochen Jung erzählte , daß ihm in der Nacht, wenn er nicht schlafen könne die Textzeilen einfallen würden, er müsse sie dann sofort aufschreiben und hätte, die Gedichte mit seiner Lektorin alphabetisch geordnet.

Zu meinem Erstaunen waren die meisten der Gedichte gereimt und wirkten für mich daher eher konventoneller, als die von Hermann Hakel, aber mit fünfundsiebzig Jahren kann man sich, glaube ich, auch wenn man ein bekannter Verleger ist und sich mit Handke und Thomas Bernhard etcetera, befreudet war, mit dem Älterwerden und dem Tod auseinandersetzen und kann solche Gedanken auch in Reimform ausdrücken.

Ob ich oder ein anderer älterer Mensch, beziehungsweise ein Hobbydichter, dann einen Verlag dafür gefunden hätte, ist eine andere Frage.

Aber Jochen Jung hat ja schon mehrere Bücher bei „Haymon“ und nun den Gedichtband „Das alte Spiel“ herausgebracht und erklärte noch, daß es sehr schade wäre, daß sich sehr wenige Leser, Verlage, Kritiker etcetera mit Lyrik auseinandersetzen würden und nur die Leute Gedichte kaufen oder lesen, die selber welche schreiben.

Das tue ich nun nicht, lese aber öfter welche oder gehe zu diesbezüglichen Veranstaltungen und noch eine Neuigkeit habe ich zu vermelden, die vierzehn Auserwählten, die heuer beim Bachmannpreis lesen dürfen, wurden heute bekannt gegeben, von denen mir bei den Österreichern Karin Peschka, Ferdinand Schmalz und Barbi Markovic bekannt sind, deren „Superheldinnen“ ich noch lesen muß.

Von Verena Dürr habe ich in der „Auserlesen-Anthologie“ etwas gelesen und den Österreich-Armerikaner John Wray in Göttweig gehört.

Die anderen Autoren sind mir unbekannt, was ich aber demnächst sichr ändern wird.

2017-05-17

Zum siebzigsten Geburtstag von Manfred Chobot

Nach dem Centrope-Workshop, wo ich meine analysierte Seite aus Markus Mittmannsgrubers „Verwüstung der Zellen“ vorstellte und wir uns dann ein bißchen mit Ilija Trojanows „Macht und Wiederstand“ beschäftigten, ist es dann zu Manfred Chobot, gegangen, von dem ich, glaube ich, das erste Mal in den Siebzigerjahren durch die Wochenendbeilage der AZ etwas gehört habe, denn der ist am dritten Mai siebzig geworden und das wurde in der „Alten Schmiede“ mit einem Fest gefeiert, beziehungsweise wurde dort sein neues, bei „Löcker“ erschienenes Buch, der Erzählband, „Franz eine Karriere“ vorgestellt.

Christian Katt, Peter Henisch, Wladimir Fried und noch andere sind gekommen und Helmut Schönauer, der ja viele von den vielen Chobot Büchern rezensiert hat, hat eine Hommage  unter dem Titel „Einfahrts- und Ausahrtssignale“ verfasst, die von Markus Köhle vorgetragen wurde.

Daniel Terkl hat den Erzählband eingeleitet, der eine Reihe von Erzählungen enthält, darunter eine Neufassung von Schnitzlers „Fräulein Else“, die der Autor auch gelesen hat.

Eine ganz moderne Else, die ein Gemisch von Englisch und Deutsch vor sich hinbrabbelt, wo dann nur mehr der „Papa“ und die „Mama“ störend klingen, aber die werden ohnehin oft nur Erzeugerin oder Samenspender genannt und das Fräulein bringt ganz selbstbewußt, herzlos und gefühllos, den, den sie um Geld bitten soll, dann auch zum Herzinfarkt und das Geld, das sie bekommen hat, teilt sie natürlich nicht mit dem „Papa“, sondern begnügt sich damit ihn ab und an im Gefängnis, das sie „prison“, nennt, zu besuchen.

Nun ja, nun gut, wahrscheinlich auch eine Satire und  sehr lustig, wenn auch gar nicht so leicht zu verstehen und ich habe es  auch nicht so sehr mit dem Humor, habe aber Manfred Chobots Karriere, den ich auch in der GAV angetroffen habe, als ich dort aufgenommen wurde und den ich bei denIG-Autoren immer wieder sehe, von Anfang an mitverfolgt.

Er ist auch ein großer Reisender und hat schon viele Bücher und Gedichtbände geschrieben.Im Jänner habe ich mit ihm in Salzburg gelesen und sein Buch über die „Wichtelgasse“ habe ich, glaube ich, auch einmal im Schrank gefunden.

Nach der Lesung gab es in der Zeitschriftengalerie Wein und Brötchen, man konnte mit dem Autor anstoßen und diskutieren und natürlich auch seine Bücher kaufen und sie sich von ihm signieren lassen.

2017-03-29

Weiter mit dem Centrope-Workshop und andere Ereignisse

Vorige Woche gab es ja eine Unterbrechung beim Centrope-Workshop da wir ja nach Leipzig zur Messe gefahren sind, so ist es heute weiter mit dem zwei Personen Colloquium  plus Stephan Teichgräber gegangen und ich habe wieder Marketa Pilatovas „Tsunami Blues“ mitgenommen, da wir ja die Texte analysieren sollen und dafür habe ich mir auch den „Wikipedia-Eintrag“ über Juri Michailowitsch Lotman ausgedruckt, um eine Ahnung zu haben, was eine semiotische Analyse ist, aber soweit sind wir wieder nicht gekommen.

Noch haben wir uns wieder die verschiedenen Sprachen des Centropes angeschaut und Stephan Teichgräber hat uns erklärt, wie man die Worte durch verschiedene Verschiebungen verkürzen oder verlängern kann und auf welche Weise das in Ungarisch, Slowakisch, Tschechisch oder Deutsch passiert.

Sehr interessant für eine, die sich bei Texten ja vorwiegend auf den Inhalt bezieht und weder tschechisch, noch slowakisch oder Ungarisch spricht.

Aber aus Leipzig habe ich mir ein paar Textproben von Orsolya Kalasz, Kinga Toth, die ich einmal im Literaturhaus hörte, Judit Hidas und Zoltan  Danyi mitgebracht.

Der Philospoph, der mit mir das Workshop macht hat sich inzwischen die Werke von Christian Futscher und Michael Hvorecky bestellt und ist dabei sie zu lesen und wir haben auch ein bißchen über die Sprachebenenen der Werke von Andrea Winkler, die ja wenig semantischen Inhalt hat und für mich eine „Sprachrausch-Künstlerin“ ist, beziehungsweise über die Melodik der Texte eines Thomas Bernhards gesprochen und ich habe über meine Erfahrungen mit dem „Schragl-Text“ und seinen Wiederholungen bei Radek Knapp gesprochen, der ja auch auf der Centrope-Leseliste steht.

Über die Leipziger-Messe und dem Litauen-Schwerpunkt habe ich auch ein bißchen erzählt und da hätte es auch einen Litauen-Veranstaltung in der „Gesellschaft für Literatur“ in der von Cornelius Hell moderierten Reihe „Der gläserne Vorhang“ gegeben, nämlich eine Lesung von Undine Radzeviciute aus „Fische und Drachen“ und Giedra Radvilaviciute „Der lange Spaziergang auf einer kurzen Mole oder Mein Spiegel gegen mich selbst“.

Aber leider war heute um sechs im Cafe Standard Hausversammlung und die Lesung hätte auch, wie ich erst nachher gesehen habe, ebenfalls schon um sechs angefangen.

Also hätte ich keine Chance gehabt zurecht zu kommen und bin nach der Versammlung seit langem wieder einmal zu einer Vernissage in die Galerie Linder gegangen.

Die Anna ist ja mit der Tochter von Herrn Lindner, der in der Schmalzhofgasse eine konkrete Galerie hat, in die Rahlgasse gegangen und früher war ich auch regelmäßig bei den Vernissagen.

Seit ich blogge habe ich meinen Schwerpunkt aber auf die Literatur verlegt. So gab es heute wieder eine kurze Begnung mit der „Plot und Handlungslosen bildendenen Kunst“, nämlich mit Thomas  Mükisch „Works on temperature“, die von Lucas Gehrmann, einem Kurtor der Kiunsthalle Wien, eingeführt wurden.

Wolfgang Müller-Funk war im Publikum und Anna Lindners kleiner Sohn, der sehr interessiert in den experimentellen Räumen herumkrabbelte, der vielleicht auch einmal bildender Künstler werden wird oder Literaturwissenschaftler und Buchautor, wie seine Mutter.

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