Literaturgefluester

2017-04-05

MUSA und Centrope

Im Centrop zwei Personen Privatissimum sind wir  heute endlich zum Analysieren gekommen und zwar haben wir uns da Michael Hvrvetzkys „Das allerschlimmste Verbrechen in Wilsonstadt“ vorgenommen und uns angesehen, welche Unterschiede es bei der Verwendung der Präfixes es im Original und in der deutschen Übersetzung gibt.

Ich habe es ja nicht so sehr mit der literarischen Analyse und bin eher an der Literatur des Centropes interessiert und der Roman oder ist es eine Novelle, des 1976 in Bratislava geborenen Schriftstellers mit dem ich einmal mit dem Literaturschiff nach Wien gefahren bin und ihn dabei aus „Tod an der Donau“ lesen hörte, ist sicherlich interessant, auch wenn ich noch nicht viel von ihm verstanden habe und auch kaum etwas im Netz darüber im Netzt zu finden ist.

Bei „Google Books“ kann man aber etwas Probelesen, es scheint eine Art Krimi oder Gespenstergeschichte zu sein und mit Wilson Stadt dürfte Bratislava gemeint sein und da geht einer zu Anfang des vorigen Jahrhunderts spazieren und Hvovetzky baut Straßen und Plätze ein, die es gar nicht gibt, bezieht sich auf einen ungarischen Doppelagenten, der in London mit „Dracula“ in Berührung kam und das alles ist sehr interessant, aber keine literarische Analyse.

Die ist vielmehr, daß der Übersetzer Mirko Kraetsch, der das Buch sehr frisch und literarisch angegegangen ist, viel mehr Wörter mit den Silben „ver“ verwendet hat, als im slowakischen Original zu finden sind.

Spannend auch, ob Michal Hvorecky beim Centrope Festival aus dem Buch lesen wird?

Ich habe auf meinen Weg in die Spengergasse beim „Wortschatz“ wieder etwas Ungarisches gefunden, nämlich den 1948  in  der „Amadeus-Edition“ erschienenen Roman „Die von der Hoffnung leben“ von Geza Ujvary.

Auch darüber war im Netz nicht sehr viel zu finden, dafür gab es im MUSA heute wieder einen Dreierabend und der war insofern interessant, weil er eine Mischung durch die Genres darstellte.

Denn der „Canetti Stipendiat“ Martin Prinz, den ich ja schon mit seiner „Letzten Prinzessin“ im „MUSA“ hörte und das damals noch gar nicht auf den Namen Prinz, des  1973 in Lilienfeld geborenen Autors bezogen.

Aber jetzt hat er einen Lilienfeld oder Heimatroman mit dem Arbeitstitel „Der König von Lilienfeld“ oder „Die unsichtbaren Seiten“ geschrieben und das ist offenbar ein Memoir.

Denn es geht um den kleinen Martin, wie er mit acht Jahren mit Brille und karierten Hemd in der Aula seiner Schule steht und laut „Ich bin der König von Lilienfeld“ vor sich hin reflektiert. Dabei ist er der Enkelsohn des Bürgermeister und der Vater ist kein Prinz sondern ein Arbeiter aus Traisen.

Interessant, daß er sich das traut, seine Kinderträunme so auszuleben, interessant auch die Diskussion mit Julia Danielcyck, die mit ihm studiert hat.

Dann kam eine viel jüngere Frau, die Sprachkunststudentin und Dramatikerstipendiatin  Alexandra Koch, die brachte ein Schauspielerteam mit und las mit ihm einige Szene aus zwei ihrer Stücke, für die sie auch für den „Retzhofer-Dramatikerpreis“ nominiert ist. Eines ist ein Jugendstück, wo es um Gewalt im Netz geht, das andere handelt von der Identitätssuche im Erwachsenenalter und dann kam eine alte Bekannte, nämlich Margret Kreidl, die ich aus ihrem bei „Korrespondenzen“ erschienenen Band  „Zitat Zikade“ schon in Leipzig lesen hörte.

Eine interessante Mischung zwischen Roman, experimenteller Textmonatage und jugendlicher Dramatik also und es ist  sicherlich auch sehr spannend, die Stadt Wien Stipendiaten mit der Literatur des Centropes zu vergleichen und Textanalysen kann man auch hier anstellen, aber wie schon geschrieben, habe ich es damit ja auch nicht so sehr.

2017-03-19

Tsunami Blues

Weiter gehts mit den Neuerscheinungen, das heißt Marketa Pilatovas dritter Roman ist schon im Vorjahr erschienen und dann irgendwie verlorengegangen und auch die Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“, die mich auf das Buch aufmerksam machte, habe ich wegen eines Kliententermins versäumt.

Habe aber, das erste Buch der 1973 in Kromeriz geborenen und jetzt in Lateinamerika tschechisch unterrichtenden Autorin gelesen, da es mir Herwig Bitsche schenkte, als ich damals den „Residenz-Verlag“ besuchte.

„Tsunami Blues“ erschien bei „Braumüller“ und bei einer Lesung im tschechischen Zentrum anläßlich einer „Buch-Wien“ bin ich auch einmal gewesen und weil das Buch höchstwahrscheinlich auch zu „Centrope“ passt, habe ich es am letzten Mittwoch auch in die Spengergasse geschleppt, aber zum Analysieren sind wir da noch nicht gekommen.

„Tsunami Blues“ ist ein wunderbares Buch könnte man fast pathetisch sagen oder eines nach meinem Geschmack.

Im Klappentext steht etwas von Graham Greenes Spuren auf denen die Autorin wandern würden. Das kann ich nicht beurteilen, so viel Greene habe ich noch nicht gelesen, obwohl man die Bücher ja in den Bücherschränken findet.

Es ist aber eines, das sich meiner Meinung nach, wohltuend von beispielsweise Eva  Menasses komplizierten Stil abhebt, wo man lange braucht, um mitzubekommen und die Handlung zu verstehen.

Hier versteht man auch nicht sofort, denn Marketa Pilatova pirscht sich langsam an das Geschehen an. Aber dann wird alles klar und ist eigentlich auch ziemlich linear erzählt, wenn es natürlich Rückblednungen gibt, die das Ganze erklären und auflösen.

Da ist Karla, ein sechzehnjähriges Mädchen, das in einer mährischen Kleinstadt lebt und bei dem Exilkubaner  Lazaro Trompete spielen lernte.

Sonst hat sie Schwierigkeiten mit ihren kleinbürgerlichen Eltern, die sie dann doch überreden, zu Weihnachten 2004  mit nach Thailand zu fahren. Man ahnt was kommt. Die eltern kommen bei dem Tsunami um und Karla irrt am Strand herum, um ihre Leichen zu suchen. Dabei wird sie vom Schatten einer schwarzen Frau verfolgt.

Es ist also auch magisch oder natürlich nur posttraumatisch und sie kann sich eigentlich nur durch einen mexikanischen Fotografen ein bißchen beruhigen oder ablenken.

Sie hat aber auch eine vernünftige Großmutter, die in der Kleinstadt Apothekerin ist und die schickt Lazaro, um sie zurückzuholen, was er auch tut. Karla kommt zurück, geht nach Olmütz in ein Studetnenheim, studiert bei der alten Jenufa Spanisch und schwört sich, nie wieder eine Trompete anzurühren.

Da ist es fast ein Glück, daß auch Jenufa kubanische Wurzeln hat, beziehungsweise, daß sie immer wieder dorthin fliegt, um Medikamente an Dissidenten zu verteilen. Allein kann sie das aber jetzt nicht mehr, da sie so an die Achtzig ist, so muß Karla mitkommen und jetzt wird es wahrscheinlich greenhaft spannend.

Sie bekommen statt eines Leihautos nämlich nur ein altes Motorrrad, landen in einem komfortablen Hotel, das sich als Buff entpuppt.

Jenufa wird am nächsten morgen verhaftetund Karla muß ihr nachfahren und mit einigen Schwierigkeiten kämpfen. Jetzt löst sich alles nach und nach auf und auch das ist äußerst spannend und, weil man ja nicht soviel spoilern soll, verrate ich nur, daß der Schluß gelingt. Karla kommt zurück nach Mähren, geht ins Leben und wird wieder Trompete zur Trompete greifen.

„Und was machst du jetzt?“, fragt Lazaro, „Spielen“, lautet der letzte Satz.

Es kann also auch ganz einfach sein. Wwohltuend einfach und braucht nicht die komplizierten Konstruktionen, die das Lesen mühsam machen, aber als gute Literatur gelten, denke ich und wiederhole, daß mir das Buch sehr gefahllen hat und ich es jeden, aber wahrscheinlich besonders meiner Freundin Ruth, die ja einige Jahre in Kuba lebte, empfehlen kann.

2017-03-16

Vom Centrope zu Peter Nadas Vorlesung

Vom Centrope Workshop, wo wir heute mit Juirj M. Lotmans  Semiosphäre begonnen haben und uns die Unterschiede eines Jandl-Gedichts in deutscher und ungarischer Sprache angeschaut haben, ist es dann ins Literaturmuseum zu einer Vorlesung zu österreichischen Literatur gegangen, die der 1942 in Budapest geborene österreichische Staatspreisträger für europäische Literatur Peter Nadas gehalten hat.

Das heißt, halt, das stimmt nicht ganz, obwohls im Folder so angekündigt stand, denn der ausgezeichnet Deutsch sprechende Staatspreisträger hat gleich zu Beginn seiner Rede gesagt, daß er nicht über Literatur sprechen wird.

„Schade!“, habe ich gedacht, denn genau deshalb bin ich ja hergekommen, weil ich von dem Schriftsteller einmal von einer meiner Klietinnen sehr viel Lobendes gehört habe, die ihm angeschrieben und sogar eine Antwort von ihm bekommen hat.

Ich habe von Peter Nadas  noch nichts gelesen, weder seine „Parallel-“ noch seine „Schattengeschichten“, mir wohl aber, glaube ich, im Abverkauf einmal ein Bändchen mit einem Theaterstück gekauft und ich interessiere mich, auch wenn mir das meine Kritiker nicht glauben, sehr für Literatur.

Für Geschichte natürlich auch und so war der Vortrag „Eine unerwartete Liebe – eine langweilige Ehe“, die die Symbiose zwischen Österreich und Ungarn erklären sollte, auch sehr interessant und brillant vorgetragen.

Bernhard Fetz hat in seinem Schlußwort von einer literarischen Rede gesprochen und sie ist in den Zeiten hin- und hergesprungen, hat mit artistokratischen Verbindungen zwischen Verwandten begonnen, hat bei den „Lehman-Brothers“ geendet und dazwschen war noch kurz von einem Habsburgerben die Rede, der in Budapest seinen Wohnsitz hat und den Thron wieder übernehmen könnte oder eigentlich nicht, weil schon in anderer Funktion tätig.

Das Literaturmuseum war auch sehr voll. Einige bekannte Gesichter, sogar Walter Famler ist gekommen und ich habe mit dem Lehrer Christian darüber gewitzelt, wieso er nicht in der „Alten Schmiede“ ist, wo Margret Kreidl und Judith Nika Pfeifer auftraten, aber wir waren ja auch nicht dort und Walter Famler hat sich auch in der Diskussion gemeldet und eine lange Frage gestellt, die der Autor geduldig und ausführlich beantwortet hat.

Und um von der Literaturwissenschaft wieder in die Alltagsliteratur zurückzukommen, als ich am Nachmittag in die Spengergasse ging, tummelten sich vor dem „Wortschatz“ die Leute und die Kisten.

Denn jemand hatte offenbar eine ganze Bibliothek ausgeräumt und neuen Lesern zur Verfügung gestellt und interessant, daß hauptsächlich Krimis, also das was die Leute halt so lesen, darin enthalten waren und nächste Woche fällt das „Centrope“ aus, weil wir da ja  nach Leipzig fahren, um uns vier Tage lang den Büchern zu widmen und ans blaue Sofa zu setzen und darüber, hat „Buzzaldrin“ heute geschrieben, wird sie bloggen.

Eine „offizielle blaue Sofa-Bloggerin“ also. Aber das werde ich auch tun und habe es schon getan, seit ich blogge und nach Leipzig fahre.

Natürlich nicht die ganze Zeit, denn es gibt, ja auch noch andere Veranstaltungen, aber auch da macht es wahrscheinlich die Mischung und  Margot Koller hat mir vor ein paar Tagen auch gemailt, daß sie nach Leipzig kommt und mich treffen will und da habe ich ihr entweder den Österreich-Empfang am Donnerstag um fünf oder am Freitag, um zwölf im Österreich-Cafe vorgeschlagen. Ein paar Bloggertreffs, beziehungsweise Verlagstermine gibt es auch und das „Leipziger-Literaturinstitut“ hat mich auch wieder zu seiner Absolventenlesung eingeladen und natürlich werde ich auch am Stand der Tschechen und der Ungarn vorbeischlendern, um mir anzusehen, was mir „Centrope“ anzubieten hat und Litauen, das das Gastland sein wird, ist sicher auch sehr interessant.

2017-03-08

Weiter mit dem Centrope Workshop

Nach der ziemlich ermüdenden Diskussion über meinen Hobbyautorenstatus und meinen Blogdiletantismus der letzten Tage und der Dialogübung bei der gestrigen Schreibgruppe, ist es heute gleich wieder literaturwissenschaftlich weitergegangen, obwohl ich wegen meines Psychologiestudiums diesbezüglich eine wirkliche Autodikatin bin, war ich ja nur ein einziges Mal in meinem Leben in einer Germanistikvorlesung, nämlich, in den Siebzigerjahren, als ich wahrscheinlich im fünften Semester war, bei einer Vorlesung des ziemlich jungen Assistenten Wendelin Schmidt Dengler, der ja später der große Literaturprofessor wurde und inzwischen leider verstorben ist.

Allerdings habe ich inzwischen auch einige Symposien auf der Uni,  im Literaturhaus oder in der Wien-Bibliothek besucht und das von Stefan Teichgräber angebotene „Workshop zur Gegenwartsliteratur im Centrope“ richtet sich auch außer an Studenten der Literaturwissenschaft, die es dort gar nicht gibt, an alle literaturwissenschaftlichen Leser, Übersetzerinnen, Autorinnen, Schriftstellerinnen, Dichterinnen, Journalistinnen, Theologinnen, Schauspielerinnen Politikerinnen usw. u. so fort. Also ein ziemlich breitgefächterter Interessentenkreis und irgenwo werde ich darin schon zu finden sein.

Das Workshop hat außer mir aber ohnehin nur einen anderen Teilnehmer und den Referenten, also ein ziemlich Luxus sich ein Semester lang im kleinen Kreis analytisch mit Büchern auseinanderzusetzen, über die ich sonst ja nur plaudere, spoilere, eine Inhaltszusammenfassung gebe, beziehungsweise, die mit der Biografie des Autors und meinen persönlichen Erfahrungen zu einem literarischen Portrait zusammenzusetzen.

Also das, was man höchstwahrscheinlich in der Fachwelt nicht machen darf und vielleicht auch das, was meinen Leser Uli so nervt.

Aber gut, ich bin lernfähig und da ich  auch gern ost- oder mitteleuropäische Literatur lese, werde ich mich jetzt ein Semester lang mit Ausnahme der Mittwoche, wo ich in Leipzig bin oder mit Ruth und Alfred um den Bodensee radle, beziehungsweise in Harland Ostereier suche oder das Haus einem Wohnungsputz unterziehe, mit der literarurwissenschaftlichenTextanalyse beschäftigen.

Die Grenzen des Centropes haben wir ja schon das letzte Mal abgesteckt, bei den Kommentaren, des diesbezüglichen Artikels ist es dann leider eher, um etwas ganz anderes gegangen.

Aber heute ging es  weiter mit der Definition und der Abgrenzung, beziehungsweise ging es da bald zu einer Bücherliste.

Die vier Länder des Centropes sind Teile Österreichs, Ungarns, Teschechiens und der Slowakei und Stephan Teichgräber hat zu Beginn noch etwas zu den diesbezüglichen Universitäten erzählt und dann, die muttersprachlichen Bücher von Michal Hvoretzky und Irena  Douskova auf den Tisch gelegt, die wenn ich es recht verstanden habe, auch bei dem Centrope Festival im Mai lesen werden.

Aber die Literatur Österreichs, Ungarn, Tschechien und der Slowakei ist ja sehr vielseitig und so steht auch Radek Knapp auf dieser Liste, weil er ja auf Deutsch schreibt und in Wien lebt und Ilija Trojanows „Macht und Widerstand“, sogar Thomas Glavinic und Alfred Komarek, beziehungsweise Gabor Schein offenbar ein ungarischer Autor der mir nicht viel sagt.

Aber auch das im „Nischenverlag“ erschienene Buch „Der ausgestopfte Barbar von Gergely  Peterfy, das Stephan Teichgräber in seinem Vortrag ausdrücklich erwähnte und er forderte dann noch auf, daß man eigene Bücher für die Analyse mitbringen könne.

Und da habe ich in der letzten Zeit und auch früher ja einiges gelesen, zuletzt zwar Julian Barnes „Der Lärm der Zeit“, das, da Julian Barnes ja ein Engländer ist, nicht ganz den Kriterien entspricht, aber in der Diskussion ist es auch öfter, um den Stalinismus beziehungsweise, die Repressionen gegangen, die es in der SU zu dieser Zeit gegeben hat, gegangen

Aber ich habe in der letzten Zeit auch Ivan Ivanijs „Schlussstrich“ gelesen und der gehört dazu, weil der Autor, glaube ich, in Wien lebt und Thomas Sautners „Mädchen an der Grenze“ sowieso und umsomehr, denn der Autor lebt im Waldviertel und das Buch spielt 1989 an der tscheoslowakischen Grenze.

Also werde ich die beiden Bücher das nächste Mal mitbringen und den Trojanow habe ich schon gelesen und auch einiges aus der ungarischen Literatur, weil wir mit der Schwiegermutter in den letzten Jahren ja mehrmals in Bük im Bad waren und dort habe ich bevorzugt ungarische Literatur gelesen.

In der hohen Tatra waren wir in früheren Jahren auch mehrmals, da weiß ich jetzt nicht ganz genau, ob das noch dem Centrope entspricht, aber damals habe ich auch noch nicht so viel slowakische Literatur  mitgenommen, habe aber einige „Wieser Bände“ aus demseiner „Edition zwei“ in meinen Regalen und bin  auch eine eifrige Besucherin der Literatur im Herbst, wo ja diese Literatur bevorzugt behandelt wird und die Donau Lounge bei der „Buch Wien“ besuche ich auch regelmäßig und sammel auch die diesbezüglichen Bücher, wenn ich sie in den Bücherschränken finde.

So gesehen ist es sicherlich  interessant von dem leichten lockeren unwissenschaftlichen vor mich hin über Literatur plaudern, ein wenig wissenschaftlicher zu werden und nächste Woche, beginnen wir, glaube ich auch mit dem Analysieren.

Dann gibts, sowie so eine Centrope-Pause, weil ich  ja nach Leipzig fahre, wo das Gastland Litauen ist, das auch sehr interessant ist und ich mich ja auch schon einmal völlig unwissenschaftlich auf dem Campingplatz von Wigry  mit der litauischen Literatur beziehungsweise den Probeheftchen beschäftigt habe, die ich mir 2002, als dort Litauen Gastland war, von der Frankfurter Buchmesse mitgenommen habe.

Und in Leipzig gibt es in der Halle vier nicht nur das Österreich Cafe, wo ich mir heute schon das Programm, ausgedruckt habe.

Da wird zum Beispiel auch Thomas Sautners „Mädchen an der Grenze“ bvorgestellt, sondern auch einen Tschechen-, Ungarn-, etcetera Stand, wo ich mich auch mit der diesbezüglichen Literatur eindecken kann, beziehungsweise kann ich das nächste Mal in die Spengergasse auch Marketa Pilatovas „Tsunami Blues“, das ich inzwischen vielleicht schon gelesen habe, mitnehmen und Stephan Teichgräber fragen, ob die Autorin auch dem Centrope-Gebiet entspricht?

2017-03-01

Gegenwartsliteratur im Centrope und Dystopien im MUSA

In der Spengergasse gibt es die kleine „Dokumentationsstelle für ost – und mitteleuropäische Literatur“, die, glaube ich, von Stefan Teichgräber betrieben wird, der auch eine Zeitlang das Literaturprogramm der Szene Margareten in der Pannaschgasse moderierte und zweimal das Festival „Die goldene Margarete“ ausgerichtet hat.

Da hat er mich einmal zu lesen eingeladen, nachdem ich ein paar Jahre vorher wegen der Honorarfrage wieder ausgeladen worden bin, obwohl die Programme schon gedruckt waren und bei der „Margarete“ habe ich auch gelesen.

Dann waren wir einmal mit dem Lesetheater während des Osterspaziergangs in der „Dokumentationsstelle“, wo sie uns Stefan Teichgräber vorstellte und bei einer Veranstaltung bezüglich einer Literaturzeitschrift bin ich auch einmal gewesen.

Und dann gibt es das Festival „Centrope“, ich glaube, alle zwei Jahre im „Theaterbrett“, da bin ich auch einmal gewesen und jetzt bekam ich die Einladung an einem Workshop mitzumachen, wo im Sommersemester jeden Mittwoch von drei bis fünf eine Textanalyse der dort präsentierten Texte stattfinden soll.

Nun bin ich ja keine Literaturwissenschaftlerin, aber das Seminar wendet sich neben den diesbezüglichen Studenten auch an alle Literaturinteressierten und da ich das ja bin und eigentlich immer sehr viel und jetzt gerade wieder osteuropäische Literatur lese, habe ich mir gedacht, daß ich einmal hinschauen und vielleicht mitmachen will, bin ich ja eigentlich immer an neuen beziehungsweise literarischen Experimenten interessiert.

Und ein Experiment war auch das Erstaunen Stefan Teichgräbers, daß zwei Personen, außer mir hat sich noch ein Philosoph eingefunden, das Workshop besuchen wollten, so daß sich die zwei jungen Frauen, offenbar Mitarbeiterinnen, die noch im Raum  waren, in andere Räume verzogen und Stefan Teichgräber mit seinem Laptop gleich ins Media Res ging.

Das heißt die ersten zwei Male wurden die Grenzen des Centropes definiert, beziehungsweise festgestellt, daß die Euroregion Centrope verschiedene Bundesländer von Österreich, Ungarn, der Slowakei und Tschechien umfaßt. Da soll dann in den restlichen Mittwochen bis Ende Juni die Gegenwartsliteratur in verschiedenen Aspekten, die mir nicht viel sagten, aber von Stefan Teichgräber aufgezählt wurden, analysiert werden.

Die entsprechende Literatur hat er uns auch dazu herausgesucht  und ich bin gespannt und entschlossen, soviel wie möglich an dem Workshop teilzunehmen.

Das heißt in drei Wochen werden wir ja nach Leipzig fahren und dann im Mai eine Woche mit dem Rad und der Ruth um den Bodensee.

Und am Abend ist es dann gleich in MUSA gegangen, wo diesmal sozusagen im Vorraum zwei Dramatikerstipendiaten vorgestellt wurden, die auch Hörspiele machen.

Eine davon ist FALKNER, die ich ja einmal im Literaturhaus als Performerin kennenlernte. Dann hat sie ein Buch bei „Residenz“ herausgebracht, Manifeste geschrieben, beim „Bachmannpreis“ gelesen und jetzt ist sie Hörspielautorin oder Regisseurin, deshalb bin ich auch bei der langen Nacht vor ihr gesessen.

Sie kurartiert für die „Alte Schmiede“, das „Horchpostenfestival“, das ist glaube ich in der Nachfolge von Christiane Zintzen, die ja vor ihr die experimentelle Hörspielreihe machte.

Und jetzt Stadt Wien Stipediatin mit Ausschnitten aus dem Hörspiel . „Du darfst mich lieben, wenn du tot bist“.

Da irrt eine Figur Ivan in einer menschenleeren Gegend herum, versucht sich aus den Toten die herumliegen, selber eine Figur zu machen, denn er sehnt sich nach liebe, trifft dann Thomas, tauscht mit ihm Körperteile und am Schluß hat sie ihrer Lieblingsfigur auch noch ein Lied geschrieben.

Eigentlich ganz schön konventionell für Michaela FALKNER und schöne Worte, schöne Sätze gibt es auch, aber eher eine abgehobene Welt ihre Figuren haben keine Berufe, während es bei dem Dramatiker Robert Woelfi mehr um Gesellschaftskritik geht. Aber der organisiert auch Hörspiele und scheint ein sehr selbstbewußter Mann zu sein und bei seinem Stück ging es um vier Programmierer, die in die Wüste fuhren, um dort die Welt zu retten oder die Idee für ein tollen Projekt zu finden, beziehungsweise den Weltuntergang zu erleben.

Eine Diskussionpartnerin neben Julia Danilcyck gab es diesmal auch und wieder sehr viel Prominenz im Publikum.

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