Literaturgefluester

2019-09-24

Lavant lesen III

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:15
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Im Mai war ich bei der Vernissage der Christine Lavant-Ausstellung im Literaturhaus, da gab es dann im Begleitprogramm eine Christine Lavant-Lesereihe, wo, glaube ich, immer ein Literaturwissenschaftler und eine Autorin, ein Autor ihre Texte lasen.

Die erste zwei vor dem Sommer stattfindenden Veranstaltungen habe ich versäumt, zu der dritten bin ich gerade noch zurechtgekommen, weil Morgen der letzte Ausstellungstag ist und heute haben die Schweizer Autorin Stefanie Sourlier 1979 in Basel geboren und der in Zürich gelehrt habende Literaturwissenschaftler Karin Wagner zwei Gedichte gelesen und eine Zusammenfassung aus den „Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus“ vorgestellt, was gut passte, da ich mich ja momentan sehr für die Schweizer Literatur interessiere und gerade bei Buch acht meines deutschen Buchpreis- und ersten österreichischen Debutpreisnominierung bei den modernen Aufzeichnungen angekommen bin.

Karl Wagner und Stefanie Sourlier versuchten das lyrische Element der Aufzeichnuingen aufzuzeigen und zitierten auch einige Bezugstexte, wie die der Bachmann, des Thomas Bernhards, die „Aufzeichnungen aus einem Totenhaus“ von Dostojewski und und und…

Christine Lavant war 1936 nach einem Selbstmordversuch einige Monate in der Landesnervenheilanstalt wahrscheinlich in Klagenfurt, hat sich dort in einen Primarius verliebt oder zumindest in ihren „Aufzeichnungen“ traumhaft darüber geschrieben. Das Buch ist posthum erschienen und ich habe es einmal bei  Anna Jeller für die Anna gekauft, aber nicht selbst gelesen.

Jetzt waren Richard Miklin, der Literaturwissenschaftler mit dessen Tochter Lisa, die Anna in die Hofmühlgasse gegangen ist, im Publikum, Daniela Strigl, die ja Angela Lehners „Vater unser“, das inzwischen auch den „Franz Tumler Literaturpreis“ bekommen hat, wahrscheinlich für den dBp vorgeschlagen hat, im Publikum Ottwald John und noch einige andere und Lavant lesen, sowie sich mit ihrer Literatur zu beschftigen ist sicher interessant. Ich habe auch einmal einen ihrer Gedichtbände in einen der Schränke gefunden.

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2019-05-08

Christine Lavant Ausstellung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:20
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Die 1905 geborene Christine Habernig, geborene Thonhauser,die sich nach dem fluß Lavant nannte und 1973 in Wolfsberg gestorbene ist, gehört sicher zu den österreichischen Ausnahmedichterinnen.

Krank und arm und möglicherweise sehr katholisch und sie ist auch eine der Dichterinnen, die Hilde Schmölzer in ihrem in den Siebzigerjahren erschienenen „Frau sein und schreiben“ veröffentlicht hat.

Daher kenne ich auch den Namen, einen Gedichtband habe ich einmal in einem offenen Bücherschrank gefunden und im Literaturhaus hat es auch einmal eine Lesetheateraufführung gegeben. Jetzt gabs eine Ausstellung „Ich bin eine Verdammte, die von Engeln weiß“, die von Annemarie Türk kuratiert wurde.

Eine Lavant Gesellschaft gibt es auch und als ich so um dreiviertel das Literaturhaus erreichte war es schon sehr voll, obwohl ich extra beim Bücherschrank gewartet habe, um nicht zu früh zu kommen.

Den Kärntner Germanisten Klaus Amann, Leiter des „Musil Archivs“ und Herausgeber der Lavath-Gesamtausgabe habe ich gesehen und Karin ,Ivancsiscs, Ljuba Arnautovic, Karin Peschka und und und lauter elegante Damen und Herren, die mir nicht viel sagten.

Die Ruth hat sich später zu mir gesetzt und mit den elften teil von ilse Kilic  und Fritz  Widhalms „Verwicklungsroman“ übergeben. Robert Huez hat eröffnet, dann hat der Präsident der internationalen Lavant-Gesellschaft, Hans Gasser, ein paar Worte gesprochen und ein bißchen genauer hat dann Annemarie Türk in die Ausstellung eingeführt, die ich eigentlich von den zweisprachigen „Wieser-Ausgaben“ und Kulturkontakt kenne.

Die Ausstellung, das hat schon Robert Huez in seiner Einleitung erwähnt, befaßt sich nicht so sehr mit dem Werk der Ausnahmedichterin, sondern mit den Zeichnungen, die sie selbst oder andere über sie angefertigt haben. Es gab aber in einer Vitrine ihre Schreibmaschine zu sehen und drei Filmbeispiele gibt es auch. Einer davon ist ein Schulfernsehfilm aus dem Jahr 1968, den Jeannie Ebner und Hermann Lein gestaltet haben.

Es gab nach der Einleitung ein Musikprogramm und zwar hat die Muskerin und Sängerin Ramona Kasheer, die ich, glaube ich, schon bei der letzten „Kritlit“ im Weinhaus Sittl hörte, wieder vier ihrer Gedichtvertonungen gesungen und dazu erklärt, wie wichtig diese Texte für sie sind.

Es gab dann, wohl bei Ausstellungseröffnungen, zu denen ich ja nicht so oft gehe, üblich, ein Buffet, das heißt Gespräche mit der Ruth, dem Chemiker Manfred und einem Schulfreund vom Alfred.

Ein Begleitprogramm „Lavant Lesen I -III“ wird es in den nächsten Monaten auch geben.

Mal sehen, ob ich zu einem zwei oder drei Prommapunkten komme? Es war jedenfalls interessant und so kann auch ich die Ausstellung, die es noch bis September im Literaturhus zu sehen gibt, wärmstens empfehlen.

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