Literaturgefluester

2016-11-01

Korrigiermonat statt Nanowrimo

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:08
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Auf den„Nanowrimo“ dem sogenannten nationalen Schreibemonat, wo sich in Amerika einmal eine Gruppe Schreibbegeisteter getroffen hat, und, um ihre Schreibblockaden zu überwinden und endlich einmal etwas fertig zu stellen, ein Monat lang, einen Roman von mindestens fünfzigtausend Worten zu schreiben, der zuerst glaube ich, im Sommer war, jetzt aber im November stattfindet, bin ich, glaube ich, 2008 durch das „Writersstudio“ gekommen.

Da habe ich noch nicht mitgeschrieben, sondern mich nur auf den Seiten derer, die das taten, umgesehen, das waren glaube ich schon, Jaqueline Vellguth, die jetzt ja ein Monsterprojekt mit monatlich einen Roman absolviert und eine deutsche Seite gab oder gibt es auch, sonst hat diese Idee ja eher Amateurchrakter und die Profi schreien „Da machen wir nicht mit, denn wir wollen ja Qualität!“

Aber es kann einen ja keiner hindern, die dabei auch zu liefern und ich habe 2009 mit der „Heimsuchung“ mitgemacht und es hat mir großen Spaß gemacht.

Da habe ich mich auch an Jaqueline Vellguths Gewinnspiel beteilt und, ich glaube, auch etwas gewonnem, Buddies hatte ich keine und auch sonst außer den Blogberichten, so, wie meistens ziemlich isoliert vor mich hingeschrieben.

2010 habe ich dann ausgesetzt und, ich glaube, die „Absturzgefahr“ korrigiert, 20011 war ich auch mit etwas anderen beschäftigt, so daß ich erst 2012 und dann regelmäßig bis letztes Jahr mitmachte.

Ein bißchen habe ich dabei, glaube ich, auch regelmäßig geschummelt, weil schon früher angefangen und dann war ich auch schon früher fertig, ich bin ja eine schnelle Schreiberin und meistens sind auch die fünfzigtausend Worte wieder weg, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin.

Die jeweiligen Schreibprojekte „Beim Sterben sollte man zu Hause sein“, die „Brüderschaft“, „Im Namen des Vaters“ und die „Nika, Weihnachtsfrau“ sind auch wie die „Heimsuchung“, mit dem „Digitaldruck“, als Bücher erschienen und irgenwie ist es sich in den letzten vier Jahren auch immer ausgegangen, im November mit einem Projekt zu beginnen.

In den letzten Jahren hatte ich sogar ein paar Buddies, beziehungsweise auf den Seiten von Anni Bürkls Schreibgruppenteilnehmer, Claudia Zotzmann, Louisa Rabenschwarz und  Melemopene K. mitgeschaut und es schreiben da ja inzwischen schon tausende Hobby- oder Profiautoren mit und ich kann das sehr empfehlen, denn es machte mir immer großen Spaß und ich habe auch immer sehr viel dabei gelernt, obwohl ich heuer nicht mitschreiben, sondern stattdessen wieder einen Korrigiermonat machen werde.

Denn da ist ja „Claire-Klara-Clarisse“ angesagt, die Sommergeschichte, deren Idee ich mir aus Kroatien als Souvenier mitgebracht habe, dort hat sich ja die Idee entwickelt von der Klara Winter zu schreiben, die ihrem Freund Edy davon nach Trogir auf dem Campingplatz fährt, weil er sie offenbar mit ihrer Freundin Kathrin Schneider betrogen hat und die dann in der Nacht von einem Zauberer träumt, den russischen Kaffeehausbesitzer Sergej kennenlernt, der ihr von seiner Großmutter Claire erzäht und in Split auch seine Cousine Clarisse kennenlernt.

Da habe ich ja in Zadir sehr intensiv mein schwarzes Buch für die Reisenotizen beschrieben, dann gewartet, bis ich mit dem Korrigieren der „Berührungen“ von denen es ja jetzt schon eine Vorschau mit einem „Mimikry-Gewinnspiel“ gibt und ich auch beim letzten „Volksstimmefest“ ein Stück daraus gelesen habe, fertig wurde und im August habe ich mit dem Schreiben begonnen

In Kroatien war ich ja von der Idee beflügelt, hier habe ich vielleicht den Anschluß verloren, im August hat ja auch gleich das doppelte Buchpreisbloggen begonnen und ich war auch meistens mit etwas anderen beschäftigt, so daß die Geschichte, wie ich zu Beginn des „Jahres „Paul und Paula“ von der mir einigesagen, daß es eigentlich nicht so heißen darf und ich auch mit einem möglichen Vorbild einige Differenzen hatte, sehr kurz geworden ist.

Nämlich bis jetzt neunundfünzig Seiten und 31.160 Worte, also für einen „Nanowrimo“ viel zu kurz, daß da auch das Schummeln nichts helfen würde und das Neuschreiben und auf fünfzigtausend Worte erweitern, was ja auch eine Möglichkeit wäre, wird es nicht bringen, also werde ich den „Nanowrimo“ heuer wieder nur bei anderen Blogs verfolgen und da ist ja auch einiges los.

So fährt ja Annika Bühnemann mit einer Gruppe diesbezüglich auf Mallorca, das „Writersstudio“ bietet ein solches Seminar an, Tinka Beere hat sogar ein Buch darüber geschrieben.

Aber selber korrigieren werde und da brauche ich auch sehr viel Motivation, denn derzeit komme ich  kaum weiter, bin ich ja immer noch beim Buchpreislesen, beziehungsweise stehen die Debuts noch an und auf meiner Leseliste stehen auch noch sehr viele Rezensionsexemplare, die gelesen werden wollen und ich habe ja ein bißchen das Problem, daß es mit dem Ermutigen bei mir recht schwierig ist, weil ich immer sozusagen automatisch denke, das ist schon wieder nicht gut genug, zu schnell zu langsam zu kitschigt, etcetera, obwohl ja der Sinn des „Nanowrimo“ eigentlich der wäre, sich frei zuschreiben und den inneren Kritiker nach Mallorca zu schicken und selbst zu Hause zu bleiben und weiterzuschreiben, beispielsweise.

So weit, so what, verstehe ich das auch und bin auch bereit das anzuwenden, nur leider weiß ich, wenn das Buch dann fertig ist, daß dann die Einwände von den anderen kommen, beziehungsweise, die das überhaupt nicht interessiert, so daß es sehr schwierig ist, sich zum schreiben zu motivieren, wenn man ja schon weiß, das wird wieder nichts.

Ich korrigiere das Rohkonzept fertig, gebe es dem Alfred zum Druckereifertigmachen, erstelle eine Vorschau mit dem Cover und dem Text, mache ein Gewinnspiel, auf das sich dann keiner meldet und wenn das Buch dann fertig ist, schicke ich es an die NB und an die“Alte Schmiede“, wo es aber mit den „Textvorstellungen“ auch nicht mehr so zu klappen scheint und meine Kritiker schreiben mir dann, mach doch nicht so viele Anführungszeichen oder, kann es vielleicht nicht, sein, daß Sie nicht schreiben können?

Offenbar ja oder nein natürlich, denn natürlich kann ich das, aber bei „Claire-Klara-Clarisse“ bin ich mir wieder nicht ganz sicher, ob ich mich nicht um den den Brei herumgeschrieben habe, zu wenig spannend, zu unlogisch, etcetera war und so trödel ich wieder mit dem Korrigieren, habe nicht die rechte Lust dazu und weiß auch gar nicht, was ich als Nächstes schreiben, werde, wenn ich damit fertig bin, denn seit einem Jahr habe ich ja das Gefühl, daß ich mich mit den vierzig selbstgemachten Büchern die ich schon habe, ausgeschrieben, beziehungsweise alle Themen angeschrieben habe.

Gut, das muß mich noch nicht beschäftigen, müssen ja erst die „Berührungen“ und dann die „Klara“ fertig werden und dann kann ich ja weitersehen und auf Stoffsuche gehen und zu der „Klara“ finde ich trotz „Buch Wien“ und anderen Veranstaltungen, die  auf mich warten, vielleicht doch die Zeit, das vielleicht bis Jahresende zu korrigieren, ganz egal, wie gut oder schlecht es geworden ist.

Denn es ist so gut, wie ich es kann, basta aus und ich habe schon sehr sehr viel geschrieben, auch wenn ich, daß noch immer mit scharfen „ß“ schreibe und ein paar Recht- beziehungsweise Flüchtigkeitsfehler mache und meine Bücher seit 2000 selber mache, also eigentlich eine Pionierin des Selfpublishing bin, das ja wie ich immer höre, sehr erfolgreich ist und in Frankfurt und in Leipzig schon ganze Halle füllt und in „Wikipedia“ stehen jetzt meine Bücher jetzt auch vollständig.

Und den „Nanowrimo“ kann man übrigens ja auch immer und an anderen Monaten machen, so sind die „Sommereignisse“ eigentlich fast ist einem solchen entstanden und auch ein bißchen länger geworden.

Da machte ich es allein, beziehungsweise über die Schreibberichte im Blog, die es bei mir  ohnehin schon länger gibt, man kann sich aber auch untereinander vernetzen und die Seite veranstaltet inzwischen auch regelmäßige „Camps“, wo man zwischendurch schreiben oder korrigieren kann, an denen habe ich aber noch nie teilgenommen.

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2016-09-26

Romanschrumpfung

Mit dem „Plottingday“ ist es am Mittwoch dann nichts geworden, weil zuviel Anrufe und Leute, die etwas von mir wissen wollten, so daß ich am Donnerstag, die zwei noch geplanten Szenen, die auch ein bißchen besser gelangen, geschrieben habe und ab Freitag Mittag dann Zeit, da war der Alfred dann schon aus Japan zurückgekommen, zum Plotten hatte.

Das heißt, ich habe mein graues Büchlein mit den Notizen noch einmal durchgelesen und mir gedacht, daß ich den Zeitpunkt des Geschehens noch einmal verkürzen sollte, also der Edy fährt am Donnerstag aus Wien weg und die Hochzeit ist schon am Samstag. Das habe ich mir dann so aufgeschrieben, ich war mit der Handlung beim Segelturn auf den sich Klara mit Sergej und seiner Cousine begeben wollte.

Das heißt, ich hatte es bis zum Frühstück im Cafe Moncaco geschrieben und dachte, der Turn ist keine eigene Szene, aber dann geht Klara in die Stadt mit den restlichen fünfzig Kuna von ihrem Glücksfund ein Hochzeitsgeschenk für Zusanna kaufen.

Am nächsten Tag ist dann die Hochzeit, Zusanna ist eine blonde Braut und erzählt Klara, daß Clarisse gar keine Zwillingsschwester hatte, sondern das von dem Verschwinden derselben nur erzählt, um die Scheidung ihrer Eltern besser zu verkraften.

Edy kommt dann auch und ihm zeigt Klara am nächsten Tag die Stadt, dort sehen sie Sergej mit Jasminka Händchen halten. Sie versöhnen sich und reisen ab nach Pula oder Triest und die Geschichte ist aus.

Drei vier Szenen also noch und der große Roman ist wieder auf ein sehr kleines Format geschrumpft. Aber erst einmal muß ich das Ganze ohnehin noch durchkorrigieren. Denn der Zeitrahmen stimmt ja nicht, der Martin Walser kommt da, es sich um einen österreichischen Buchpreis handelt auch nicht vor und und …

Bei vier Szenen habe ich das dann getan, dann bin ich mit dem Alfred und einem Stapel Bücher, die ich über das Wochenende lesen wollte, nach Harland gefahren.

War mit ihm am Samstag am Markt und haben dort wiederum eine Menge Leute getroffen, so daß wir noch im Cafe Schubert und am Rathausplatz etwas getrunken haben und dann habe ich mir gedacht, ich lasse das Korrigieren und schreibe die Geschichte gleich fertig und es sind wieder drei Szenen mehr geworden.

Zusanna bekommt einen schönen Lavendlstrauß als Hochzeitsgeschenk, die Hochzeit wurde, siehe oben, in zwei Szenen beschrieben und dann finit aus, die Szene mit dem Spaziergang und der Abreise ließ ich weg und jetzt korrigieren, korrigieren.

Wenn ich will, kann ich noch was verändern, erweitern, etcetera und habe dann ein neues kurzes Buch, das dritte, das ich in diesem Jahr, nach dem sehr sehr kurzem „Paul und Paula“ und den etwas längeren „Berührungen“, geschrieben habe.

Ganz so kurz wird es aber nicht, habe ich jetzt ja sechzigeinhalb Seiten, beziehungsweise zweiundzwanzig Szenen und 32.195 Worte, etwas kürzer wirds durch Korrigieren noch werden, die Unstimmigkeiten werden ausgebessert und das wird mich wahrscheinlich die nächsten Monate beschäftigen, so daß es für den „Nanowrimo“ im Nomember nichts werden wird, denn da müßte ich ja noch zwanzigtausend Worte dazuschreiben, wenn ich es am 1. 11. neu beziehungsweise umschreiben will.

Glaube ich nicht, daß ich das mache, also wird mein vierzigstes oder so selbstgemachtes Buch, ein eher kürzeres, aber das „Schutzengelchen“ hat auch nur 57 Roheiten beziehungsweise 27.052 Worte, das „Haus“ 65 Seiten und 32.000 Worte.

Und leergeschrieben fühle ich mich nach wie vor. Das hatte ich ja glaube ich schon Anfang des Jahres das Gefühl, jetzt weiß ich wirklich nicht mehr über was ich schreiben soll, ist ja schon alles, die depressiven Frauen, das erfolglose Schreiben, das Sterben und die Demenz angerißen und angeschrieben, dann kam „Paul und Paula“ mit dem Transgenderthema.

Die „Berühungen“ haben sich ja aus dem „Ich weiß nicht worüber ich schreiben soll“ entwickelt uind die Idee zur „Klara“ ist mir in Kroatien gekommen und habe ich vielleicht ein bißchen zu lang liegen gelassen, so daß der Schwung wegwar und ich das mit der Clarisse und der Claire dann etwas anders und wieder kurz zusammenbrachte.

Macht aber nichts, denn wer sagt, daß man immer unbedingt tausend Seiten Romane schreiben soll?

Zeitlassen ist wieder angesagt, die Idee mit den „Wurfgeschichten“, beziehungsweise eine solche Wortsammlung besteht ja noch immer und das mit dem „Kann nicht schreiben!“, sitzt ja sehr tief, obwohl ich es natürlich kann, aber offensichtlich so, daß ich damit erfolgreich auffalle.

Es muß ja auch nicht sein, habe ich ja in den letzten Jahen schon wirklich viel geschrieben und zuerst einmal die Bücherberge etwas hinunterlesen wäre ja auch eine ganz gute Idee.

Da habe ich ja vor ein paar Wochen meine überlange Leseliste aufgelöst und kann in den nächsten Jahren das lesen für das ich mich spontan entscheide und vielleicht einmal die ungelesen Schmankeln hernehmen, weniger bestellen, weniger aus den Schränken ziehen, vielleicht wirklich nur das, was sich lesen leäßt, vielleicht auch nicht mehr Buchpreislesen, aber das schon vielleicht, denn das ist ja interessant und spannend und irgendwann kommt dann wohl auch die Idee für mein nächstes Buch und ich bleibe wahrscheinlich eine sehr lineare realsitische Schreiberin, der der Plot wichtiger als die „schöne Sprache“ ist.

Damit bin ich dann schon mal im Out, denn das gilt ja nicht als sehr literarisch, wo alle schreien „Wir plotten nicht und eine Handlung interessiert uns!“

Mich schon und meine Flüchtigkeits- und Rechtschreibfehler lassen sich auch korrigieren und meine Bücher sich selber machen und Themen wie Demenz, Depression, Taransgender, etcetera finde ich auch sehr interessant, aber das habe ich ja  schon beschrieben.

Vielleicht komme ich noch auf andere nicht so abgeleutschten Ideen und schreibe darüber so gut, wie ich es kann und jetzt einmal die beiden Works in Progress fertig machen und dazwischen lesen, lesen, lesen, denn es stehen ja noch einige Buchpreisbücher auf meiner Leseliste.

2016-09-21

Plotting-Day

Aufmerksame Leser, falls ich solche habe, werden vielleicht fragen, was ist jetzt mit dem großen Roman, den du jetzt  schreiben willst und wie bringst du angesichts deines doppelten Buchpreisbloggens und deiner psychologischen Praxis, die nötige Konzentration dazu zusammen?

Die Antwort heißt, schwer, obwohl ich schon fleißig geschrieben habe, sechsundvierzig ein halb Seiten, sechzehn Szenen und derzeit 24.678 Worte, aber der Biß ist, das habe ich schon geschrieben derzeit vielleicht ein wenig draußen und das was ich mir in Kroatien in mein schwarzes Reisenotzbüchlein skizziert habe, ist bis auf die Hochzeit schon geschrieben.

Ich habe es jetzt auch zeitlich umstruktueirt, die Handlung wird wahrscheinlich nicht die ganzen sechs Wochen bis zur Jurysitzung dauern, sonder vielleicht schon bei Zusannas Hochzeit enden, wo Edy Klara gefunden hat und ihr ihr Fotoalbum mitbringt, die wird am nächsten Donnerstag sein, Szene sechzehn spielt am Dienstag oder Mittwoch, da ist Klara gerade mit Clarisse im Campingrestaurant gewesen und die hat dort Claires Hochzeitsfoto liegengelassen.

So weit, so what, und für alle, die sich jetzt nicht auskennen und „Nicht so unverständlich, Frau Jancak, holen sie doch mal Atem!“, schreien, gehe ich vielleicht an den Start und an einen kroatischen Campingplatz zurück, wo ich in der Nacht von einem Zauberer mit einem Luftballon träumte, die Namen „Claire-Klara-Clarisse“ waren da schon in mein Büchlein geschrieben.

Am nächsten Tag sind wir auf diese Insel gefahren und ich habe geschrieben und geschrieben, in mein Notizbuch die Handlung von dem Jurymitglied Klara, die damals noch den deutschen Buchpreis bewerten sollte, die nach dem ihr Freund sie betrogen hat, überstürzt nach Trogir fährt, dort auf dem Campingplatz logiert, um sich bis zur Jurysitzung die Bücher durchzusehen, in der Nacht von dem Zauberer träumt, der ein kleines Mädchen von einer braunhaarigen Blumenkleidfrau und einem anderen Mädchen weg, zu ihrer verhärmten blonden Mutter führt, ihre Geschichte reflektiert, der Bruder hatte, als sie drei war einen Radunfall, die Mutter seither Schuldgefühle und keine Liebe für die kleine Tochter, die Eltern sterben vor sechs Jahren, dann zieht sie zu Edy, dem Juryvositzenden, in Trogir lernt sie den Kaffeehausbesitzer Sergej kennen, trifft in Split seine Cousine Clarisse, es gibt die Großmutter Claire, bei der sowohl Sergej, als auch Clarisse aufgewachsen sind, die kam mit ihren Eltern 1917 als Säugling aus St. Petersburg, verbrachte ihre Sommer in Nizza, wohnte sonst in Ragusa. Sergej kocht für Klara, erzählt ihr von der Großmutter und dann gibt es noch die große Hochzeit von Zusanna, so weit so what.

Das habe ich in etwa, leider zum Teil ziemlich unleserlich, nach Wien zurückgebracht, beziehungsweise habe ich in Harland, meine Reiseeindrücke und „Ein Souvenier“ geschrieben.

Dann ist das Ganze liegengeblieben, denn die „Berührungen“ waren noch zu korrigieren. Etwas früher wie erwartet, bin ich trotz der Kritik des Unverständlich schreibens damit fertig geworden und habe dann mit dem neuen großen Roman begonnen.

Mir „Bora“ herausgesucht, um es noch einmal zu lesen, bin aber noch nicht dazu gekommen, warten, ja jetzt noch sechzehn Rezensionsexemplare, die nicht nur den d und den öst Bp betreffen, meine Souveniers, das Lavendelssträßchen und den Rosmarin dazu gestellt, habe geschrieben und war mehr oder weniger zufrieden damit, denn die Kritik von dem „Kann es nicht daran liegen, daß Sie einfach nicht schreiben können?“, ist ja nicht so einfach wisch und wegzuwischen, denn daran stimmt sicher einiges, obwohl ich natürlich schreiben kann, aber offenbar nicht so, daß ich damit auffalle und es interessiert.

Nun gut, es war sowieso nicht mehr soviel Zeit, denn der dreiundzwanzigste August war ja bald da und da kamen auch die ersten Bücher und weil ich ja schon versuche genau zu lesen und sie genau zu besprechen, hinterlassen sie auch einen ziemlichen Eindruck und drängen so das Eigene zwar vielleicht nicht weg, aber doch in den Hintergrund und die Praxis lief auch wieder an, die Veranstaltungen begannen und wenn ich nur eine oder zwei Stunden Zeit habe, dann trödle ich vielleicht mit Recht herum und lese Blogs, statt mich in ein Kapitel einzulassen, daß dann vielleicht nicht so gelingt und mich blockiert.

Langer Rede kurzer Sinn, irgendwie habe ich jetzt das vergessen, was ich eigentlich schreiben wollte, wie das jetzt  mit dieser Zwillingsschwester und der Großmutter ist?

Denn es hat sich bald herauskristallisiert, der Edy spielt eine viel wichtigere Rolle, in Kroatien war er kaum vorhanden, jetzt schickt er aber Klara Mails, sie antwortet zuerst nicht, dann schon, ihren Aufentahaltsort verrät sie zwar nicht, so wird er danach suchen, wenn er Freitag oder Donnerstag aus, jetzt Wien, statt Frankfurt, das habe ich geändert, wegkommt.

Das könnte ein weiterer Handlungsstrang werdenund die Beziehung zwischen Klara und Sergej läuft auch nicht so richtig an. Da scheine ich eine Beißhemmung zu haben. Sie war zwar in seiner Wohnung, die über dem Cafehaus liegt und hat mit ihm Branzino mit Rosmarinkartoffel gegessen und Großmutter Claire hat vom Portrait an der Wand auf sie herabgelächelt.

Die dunkelhaarige, elegante Frau, die wir damals in dem Restaurant in Split getroffen haben, die mich mit ihrem Eßverhalten sehr beeindruck hat und die ich zur Kuratorin des Filmfestivals machte, hat auch ihre Szenen bekommen,  ist sogar am Campingplatz aufgetaucht, ist Sergejs Lieblingscousine, die Möwe ist beschrieben und ein holländisches Ehepaar, das den Bus am Campinglpatz neben Klaras VW aufgestellt hat, sich die Butter vom Baguette kritzt und immer „Ist das ihr Freund Mevrouw Klara?“, fragt, gibt es auch.

Jezt werden sie Klara, die vom Restaurant gerade zurück ist und mit dem Buchpreislesen weiter machen will, zum Kaffee einladen und immer einen Keks aus einer Dose anbieten,  die dann zumachen und weglegen, Edy wird schreiben, daß er vielleicht schon früher von der Redaktion wegkann, um Klara zu suchen und auf den Segelturn wird Clarisse Klara und Sergej begleiten, daß nichts passieren kann.

So weit, so what und  Plan für drei weitere Szenen, die heute schreiben kann, wir sind am Dienstag oder Mittwoch, noch eine Woche Zeit bis zur Hochzeit und was passiert bis dahin?

Wie bringe ich Spannung hinein und löse die Rästsel auf, ob Clara jetzt Clarisses Zwillingsschwester ist und was der Traum von dem Luftballon bedeutet?

Da ist mir irgenwie die Luft ausgegangen, beziehungsweise habe ich die wohl auf der Rückreise von Kroatien und in der Zeit danach, das Gerangel um die Bundespräsidentenwahl, die jetzt wieder nicht stattfindet, ist ja auch sehr nervend, verloren.

Also zurück an den Start, obwohl mir das ja, wie meine Leser wissen, schwer fällt, beziehungsweise nie richtig gelingt und weil ich heute keine Stunden haben, nochmals das schwarze Büchlein durchlesen und dann zu plotten versuchen, die Handlung festlegen, was jetzt bis zur Hochzeit passiert und, wie das Ganze enden wird.

Das ist der Plan für heute, den ich gestern hegte, dazwischen sind mir dann  die drei Szenen eingefallen, die ich vorher schreiben könnten, obwohl die auch nicht wirklich sehr viel weiterführen werden und die Idee von einem Schreibberichtartikel, wo ich das Ganze nochmals präzisieren und vielleicht meine Leser, um Feedback und Ideen bitten könnte, kam auch.

Voila, da ist er, ich weiß zwar, daß die Leser da vielleicht nicht Schlange stehen werden, um mir weiterzuhelfen, weil sie mein „wirrens Geschreibsel“ vielleicht nicht verstehen oder auch nicht interessiert, aber wir leben ja in der Zeit der Blogromane, Tillmann Ramstedt, hat einen solchen mit Leserhilfe geschrieben, Thomas Lang tut es, Jaqueline Vellguth schreibt jedes Monat einen Roman und kommuniziert darüber, Annika Bühnemann plant einen solchen und fährt jetzt auch nach Mallorca zum „Nanorimo“, während ich den höchstwahrscheinlich heuer auslassen werde, obwohl ich schon daran dachte, ob ich nicht am ersten November meine vierzig, fünfzig oder was auch immer an Seiten, die ich dann haben werde, nehme, mein Notizbuch mit dem Konzept und so tue, als würde ich das Ganze neu, beziehungsweise umschreiben, denn vielleicht muß ich auch an der Handlung etwas ändern, um wieder in Schwung und zu den großen Roman zu kommen, den ich doch jetzt endlich schreiben will?

Mal sehen wie es wird, ich werde, jetzt also nach dem Essen, schreiben sowie plotten und dann auch weiterberichten wie es geht, über Feedback wäre ich sehr dankbar, ich mache aber auch alleine weiter, da ich ja sehr beharrlich bin.

2016-09-01

Donnerstag mit drei Veranstaltungen

Als ich letzte Woche bei der Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl war, hat mir Ottwald John die Einladung für seine Stationenlesung zum Antikriegstag, wo, glaube ich, Texte von Ingeborg Bachmann, Stefan Zweig etcetera gelesen wurden, gegeben und ich habe mir gedacht, fein, da gehe ich hin, war ich ja auch schon vor zwei Jahren bei einer diesbezüglichen Veranstaltung, wo wir von der Nationalbibliothek auf den Spuren Bertha von Suttner durch die Stadt gewandert sind.

Letzten Montag ist wieder so ein Zettel auf dem Tisch gelegen und ich habe realisiert, daß die Veranstaltung am Donnerstag ist und Donnerstag war ja wieder Schreibegruppe.

Die wurde zwar im Juli vom Peter Czak, der sie bisher organisiert hat, krankheitshalber aufgelöst.

Ich habe aber bei Alfreds Geburtstagfest im August mit Doris Kloimstein beschloßen, daß wir uns weitertreffen wollen und die Doris hat auch gleich den Raum im Cafe Fortuna reserviert.

Aber am Donnerstag war auch das Finale der Ö-Töne mit Richard Schuberth und Heinrich Steinfest und da hatte ich auch hin gehen wollen und alles drei, noch dazu, wo ich um fünf, wo der Spaziergang beginnen sollte, eine Stunde hatte, war wohl nicht zu schaffen.

Es hat mich gestern auch noch Robert Eglhofer angerufen und sein Interesse bekundigt und Klaus Khittl oder Gloria G. wäre auch daran interessiert, aber jetzt noch nicht in Wien.

So bin ich also nach meiner fünf Uhr Stunde noch schnell einkaufen gegangen,  habe meine Betriebskosten einbezahlt und mich dann mit dem Bus ins Cafe Fortuna aufgemacht, wo es eigentlich sehr voll war, waren doch schon Robert Eglhofer und die Doris da, die auch noch jemanden mitbrachte und die Ruth, die auf den Antikriegsstationentag gewesen ist, ist später nachgekommen und Thema hatte ich auch eines oder zwei, denn ich benütze ja die Schreibabende gerne für mein jeweiliges Schreibprojekt und da kann es sein, daß ich  schon wieder anstehe, jedenfalls habe ich heute den Sonntag beschrieben, wo Klara von Splitzurückgekommen ist und nicht weiß, ob sie am  Sergejs Einladung zum Abendessen annehmen soll?

Also schlug ich Einladung oder Abendessen vor. Das Flüchtlingsthema und das Thema Taxi wurde auch noch eingebracht und habe dann den Beginn der Szene geschrieben, wo Klara Sergej in seiner Wohnung besucht, ihm ein Lavendelsträußchen mitbringt und von ihm Rosmarinkartoffeln zur Dorade und Mousse au Chocolat serviert bekommt.

Es kann sein, daß ich hier jetzt wieder anstehe und all mein Pulver schon verschossen habe.  Ich habe die Szene jedenfalls begonnen, aber die Klara schwankt irgendwie zwischen Eddy, der getreuliche E-Mails schickt und dem Russen Sergej mit seiner magersüchtigen Lieblingscousine hin und her und ich muß mich wohl noch weiter in die Claire und Clarisse Stränge einarbeiten, bin vielleicht aber derzeit durch mein Longlistenlesen ein wenig abgelenkt. So war es  sehr gut, daß es die Gruppe wieder gibt und weiter gehen wird.

Die nächsten Termine sind bereits fixiert und es wurde heute gar nicht so viel über die Texte, eher über die Veränderungen oder ganz allgemein beziehungsweise über Stefan Zweig und den Film „Vor der Morgenröte“ diskutiert.

Die Gruppe war auch nur sehr kurz, weil die Doris und der Robert zurück nach St. Pölten mußten, so blieb noch etwas Zeit zum Museumsquartier zu schauen, wo ich noch das Ende der Heinrich Steinfest Lesung mitbekam und sein Roman „Das Leben und Sterben der Flugzeuge“ der, wie Günter Kaindlsdorfer, der Moderator betonte, gerade heute erschienen ist, scheint, wie schon der Titel sagt, sehr skurill zu sein und dann handelte das Stückchen, das ich hörte, gar nicht so sehr von Fluzeugen, sondern von zwei Vögeln, die von einer alten Katze gefressen werden sollten, beziehungsweise sich dagegen wehrten.

Dann bedankten sich die Veranstalter und Günter Kaindlsdorfer lud ein, wenn alles gut gehe ,im nächsten Jahr zu den O Tönen wiederzukommen, die ich diesmal ziemlich vollständig hörte und daher auch einen guten Einblick in die österreischische literarische Jahresproduktion bekam und jetzt bin ich auf die öBp-Liste gespannt. Kann ja sein, daß Heinrich Steinfest von dem ich einmal, glaube ich, einen genauso skurillen Krimi las und ich ihn auch schon in Göttweig hörte, darauf stehen wird.

2016-08-25

Vom (Longlisten)lesen und vom Schreiben

Ja, also zwei große Projekte, die mich in diesen Herbst begleiten, so daß es mir eigentlich gut geht und ich sehr beschätigt bin.

Den Roman „Claire-Klara-Clarisse“, den ich mir sozusagen aus Kroatien mitgebracht habe, habe ich begonnen und inzwischen zehntausendneunhundertneunundzwanzig Worte, sechs Szenen, bzw. einundzwanzig Seiten und es geht eigentlich sehr gut damit.

Meine Kritiker werden zwar vielleicht wieder sagen, daß das unverständliches Zeug ist, beziehungsweise, ChickLit, ein Liebesroman, etwas Narratives und überhaupt nichts, was sie interessiert, können das aber wahrscheinlich gar nicht, weil sie es ja nicht gelesen haben und ich weiß, das Genre gar nicht so genau und überhaupt nicht, ob ich solches schreibe.

Ich schreibe keine ChickLits sondern Literatur, also werden sie die Liebesgeschichte von dem Buchpreismitlgied Klara Winter, das aus Frankfurt übersützt aufbricht und mit ihrem VW-Bus nach Trogir fährt, weil ihr Freund Edy, sie mit ihrer Freundin Kathrin betrogen hat, beziehungsweise ihr beim Sommerest der FAZ in ein Hotelzimmer folgte, vielleicht für kitschig halten.

In der Nacht träumt Klara von einem Zauberer, der die kleine Klara mit einem Luftballon entführt und zu einer anderen Mutter bringt, sie lernt im Cafe Monaco den Exilrussen Sergej kennen, fährt mit ihm nach Split, wo sie seine Lieblingscousine Clarisse, die Kuratorin des Filmfestivals von Split ist, treffen und die hat ein schweres Leben, ist Bulimikerin, weil sich ihre Eltern, als sie sehr klein war und ihre Schwester verlor, scheiden ließen und sie fortan bei ihrer Großmutter Claire, die sowohl in Ragusa als auch in Nizza lebte, aufwuchs.

Die Szene bis zum dalmatinischen Abend am Campingplatz habe ich schon geschrieben. Vorher hat Klara Sergej im Cafe Monaco kennengelernt, der auch bei dem Abend am Camp ein Saxophon-Solo gab. Jetzt wird sie alleine nach Split fahren, dort aber sowohl Clarisse, als auch Sergej treffen und die letzte Szene muß ich noch korrigieren und dann das Ganze wieder vornehmen, durchlesen und weiterplotten.

So bald wird das nicht passieren, das heißt, es wird wieder eine Unterbrechung geben, denn am Freitag gehen wir ja mit dem Alfred und seiner Wandergruppe in das Höllengebiergte und da werde ich mir wahrscheinlich diesmal meinen E-Bookreader mitnemen und mit Hans Platzgumers „Am Rand“, sehr passend, mit dem heurigen Longlistenlesen beginnen.

denn richtig, am Dienstag wurde ja die Longlist bekanntgegeben, die diesmal eine sehr sehr überraschende war. Denn ich habe mir ja schon ein paar Wochen vorher Gedanken darüber gemacht, was auf dieser Liste stehen könnte und bin auf etwas ganz ganz anderes gekommen, als das was die Jury dann auswählte, kein Glavinic, kein Gstrein, kein Köhlmeier auch keine Sabine Gruber, kein Tilmann Ramstedt, keine Julie Zeh und auch nichts oder nur wenig, was mit der aktuellen Flüchtlingssituation zu tun haben könnte.

Nun gut, die Jury ist immer für eine Überraschung gut, ich habe am Dienstag dann, wo ich eine Diagnostik und auch relativ viele Stunden hatte, die Verlage, um die Bücher angeschrieben und interessant, daß diesmal sehr viele E-Books beziehungweise PDFs zu mir gekommen sind.

Das heißt „Jung und Jung“, „Zsolnay“ und auch der mir bisher unbekannte „Lenos Verlag“ haben mir solche teilweise mit der Begründung, daß die Rezensionsexemplare schon alle weg sind, geschickt.

Als ich vor drei Jahren „Jung und Jung“, wegen der Nellja Veremej anfragte, ist mir das auch so passiert und „Droschl“ hat mir im Vorjahr die Monique Schwitters auch als PDF geschickt.

Das heißt vier Bücher werde ich dann auf meinen E-Book Reader haben und mit dem Lesen beginnen können, sobald ich mit dem SexChickLit, das mir „Literaturtest“ schickte „Die Kunst Elch Urin frisch zu halten“ fertig bin das wahrscheinlich eine etwas „unwürdige Lektüre“ ist, aber spannend, wenn auch etwas aufgesetzt und dann gar nicht so leicht zu lesen.

„Matthes und Seitz“ hat mir das neue Buch der Anna Weidenholzer, die nicht mehr bei „Residzenz“ verlegt, auch versprochen, den Bodo Kirchoff soll ich bekommen und „Rowohlt“ wird mir auch seine zwei Listenbücher schicken. Das wären dann acht und weil inzwischen auch noch ein anderer, wahrscheinlich weiblicherer ChickLit vom „Literaturtest“ zu mir gekommen ist, werde ich sehr viel zu lesen haben und wahrscheinlich noch nicht damit fertig sein, wenn dann in eineinhalb Wochen die österreichische buchpreisliste veröffentlich wird.

Und auf die bin ich jetzt sehr gespannt und starte also in einen heißen Leseherbst, der von einem heißen Sommerschreiben bebgleitet sein wird. Dazwischen gibts dann die Lesung auf dem „Volksstimmefest“ aus den „Berührungen“ und die Anthologie vom letzen Jahr, die schon erschienen ist, sollte auch bald zu mir kommen.

Die Veranstaltungen fangen dann im September auch wieder an und ich starte heute nach den O-Tönen in mein letztes Sommerfrischenwochenende, das ich ja auf dem Berg verbringen werde.

Dann gehts am Montag schon wieder zurück nach Wien, der Alfred startet mit dem Karli auf Urlaub nach Russland und nach Japan.Ich bleibe zurück und werde schreiben, lesen, den Altweibersommer genießen und gespannt sein, wie ungewöhnlich, die österreichische Longlist werden wird?

Aber es gibt ja viel mehr als zwanzig gute Bücher pro Jahr, das habe ich auch schon geschrieben und das hat sich offenbar auch zu den Juroren herumgesprochen und so werde ich heuer sehr viel Überraschendes, Würdiges und vielleicht auch Unwürdiges lesen und die Vicki Baum bleibt leider vorerst liegen, aber vielleicht geht es sich im November nach der „Buch-Wien“ und nach der österreichischen Buchpreisvergabe aus.

2016-08-18

Der große Roman

Nachdem ich vor einigen Wochen, als ich gerade die „Berührungen“ durchkorrigierte und bis Seite achtundsechzig oder so nur mehr einen Fehler fand, habe ich ein Mail mit der Nachricht bezüglich meiner Kommentare auf dem „Literaturcafe“ bekommen, daß ich nicht schreiben kann, weil ich so flüchtig ohne Punkt und Beistrich, das heißt Beistriche setzte ich ohnehin viel zu viele, durch meine Texte hetze, so daß der Absender schon Sorge hatte, ob ich nicht vor Erschöpfung hechelnd vor meinem PC zusammengebrochen bin?

Nein, hyperaktiv bin ich, glaube ich, nicht, werde aber trotzdem immer schneller und schneller, so sind in diesem Jahr schon vier neue Bücher herausgekommen, was zwar auch ein bißchen am Alfred liegt, denn die ersten drei hatte ich schon im vorigen Jahr geschrieben.

Die „Berührungen“ sind der zweite 2016 er Text und solche Kommentare, wie, das ist das „Schlechteste was ich je gelesen habe“, etcetera, gehen mir, no na, natürlich zu Herzen, obwohl ich, wie ich fürchte, nicht wirklich viel daran verändern kann.

Ich versuche es aber und so habe ich einige Tage nach dem Mailverkehr mir vorgenommen, die „Berührungen“ jetzt laut zu lesen, wo man dann immer wieder erstaunlich viele Fehler findet, die mich dann schon den Kopf schütteln lassen und angestachelt vom User Uli, der mir riet, meine Texte mit dem Maßband zu vermessen und Punkte und Absätze zu machen, in meinen Texten, habe ich das, aber, glaube ich, sowieso, das heißt in den Mansuskripten gibt es nicht so viele Absätze, aber die direkte Rede und Kapiteln.

Und so habe ich den Text jetzt an die fünf Mal laut gelesen und am Montag, als ich in der Mittagshitze auf der Harlander Terrasse saß, dann wieder schnell leise weitergelesen und als ich keine Fehler mehr fand, den Text mit der Beschreibung, die der verkürzte „Bierdosen-Text“ ist, zur weiteren Bearbeitung geschickt, weil ich in keine Beistrichmanie hineinkommen will und dann am Schluß hunderttausend Beistriche haben, die angeblich nicht gehören und worüber dann alle stöhnen.

Der Alfred geht den Text dann auf Rechtschreibfehler durch, macht den Satz, beziehungsweise das PDF oder wie ich das jetzt nennen soll und gibt es mir zurück, wo ich es mir dann nochmal solange anschaue, bis ich keine Fehler finde.

Dann gehts an die Druckerei, die macht mir fünfzig Stück, ein paar verschicke ich dann an die NB, die „Alte Schmiede“ für die „Textvorstellungen“, etcetera, stecke eines in die Tasche, um es herzuzeigen, lege es bei Lesungen auf und eine „Vorschau“ gibt es diesmal mit dem „Mimikry-Spiel“, wozu ich alle noch einmal recht herzlich einlade,  mit einen Absatz dazu zu schreiben.

Da kann man dann das Buch gewinnen und wenn man möchte Fehler suchen oder sich überzeugen, wie verständlich oder unverständlich, die Geschichte über das Schreiben eines Romanes, beziehungsweise zwei Studenten und einer Studentin, die ein Stück über Stefan Zweig und Heimito von Doderer schreiben, während sich die beiden Dichter mit dem Fräulein Anne im Cafe Wolke am Himmelsbogen treffen.

Und bis das geschieht geht es zum nächsten Werk. Ja, ich bin eine Schnelle. Ob ich schreibsüchtig bin, weiß ich nicht. Bis vor kurzem dachte ich eher, ich wäre etwas ausgeschrieben und von der ewigen Nichtbeachtung mehr oder weniger frustriert, aber dann bin ich ja mit dem Alfred nach Kroatien gefahren und habe von dort ein Souvenier, beziehungsweise ein halb vollgeschriebenes Notizbuch mitgebracht und habe da, da ich damals ja erst am Anfang des Korrigierens war, gedacht, daß ich das Buch über die Buchpreisjurorin Clara, die nach der Trennung von ihrem Freund in Trogir einen alten Russen und die junge Claire, beziehungsweise die Geschichte von Sergejs Großmutter Clarisse kennenlernt, während des nächstenn „Nanowrimos“ schreiben werde.

Dann habe ich gedacht Juli und August brauche ich noch mit den „Berührungen“ und dann drehe ich ja sicher nicht zwei Monate die Daumen, sondern fange an und wenn ich mit dem Rohtext Anfang November fertig bin, laße ich den „Nanowrimo“ heuer aus oder korrigiere dort weiter, etcetera und das ist sich jetzt ja sehr gut ausgegangen, beziehungsweise hat der August noch zwei Wochen, so daß ich die Sommergeschichte im Sommer schreiben kann, was ja auch ein wenig seltsam wäre, damit im November anzufangen.

Also alles herholen und mir das Notizbuch durchlesen, denn ich habe mir in Kroatien ja sehr viel ausgeschrieben, ganze Szenen konzipiert, die ich jetzt schon wieder vergessen habe und die nötige Atmosphäre will ich mir auch schaffen, so das Sträußlein Lavendl, das ich mir Trogir pflückte, auf das Tischen ins Schlafzimmer in die Krongasse stellen, die Bücher über Kroatien habe ich in Harland gelassen, die Prospekte sind zum Teil aber da und auch die Souveniers, wie die Zuckerpackerln vom Cafe Monaco, das ja auch eine Rolle spielen wird und das Buch „Bora“, das ja auch in Kroatien spielt, aber nichts mit meiner Geschichte zu tun hat und in Harland steht, habe ich mir gedacht, werde ich mir herausholen und nochmals lesen.

Bis die „Buchpreis-Bücher“ kommen, habe ich Zeit dazu und da Klara ja „Buchpreis-Jurorin“ ist, werden diese Bücher, beziehungsweise, die hundertvierundfünzig, die die Juroren zu bewerten hatten, auch eine Rolle spielen.

In Kroatien habe ich mir ja hauptsächlich die Liebes- und die Familiengeschichte aufgeschrieben, aber hier manchmal gedacht, daß die „Buchpreis-Bücher“ auch eine Rolle spielen werden und sie ein zweiter Handlungsstrang werden könnten und diese Liste wird es ja am nächsten Dienstag geben.

Da die Handlung aber im Juli anfängt, Klara also mit den hundertvierundfünfzig eingereichten Büchern am E-Book Reader nach Trogir fährt, sind die ausgewählten zwanzig gar nicht so wichtig, aber natürlich werde ich mich, da ich sie ja bald kennen werde, einbeziehen, da ich die Identität, der anderen ja nur erraten kann.

Der Reiseführer und die Geschichten von der Jagoda Marinic sind auch wichtig, beziehungsweise spielt die Handlung ja am Campingplatz, Clara wohnt dort in ihrem Bus und in der „Campinggeschichte“ habe ich auch einiges aufgeschrieben und bis ich wieder nach Harland komme und mir „Bora“ heraussuchen kann, wird mich die Slavenka Drakulic und ihr 1999 erschienener Roman „Als gäbe es mich nicht“ begleiten, der von „Aufbau“ als Taschenbuch neu herausgekommen ist und den ich am Dienstag bekommen habe.

Also auf zum neuen Roman, den meine Leser ja durch meine Schreibberichte beim Entstehen beobachten können und endlich einen großen Roman schreiben, jetzt wirklich oder jetzt erst recht, Das nehme ich mir ja jedesmal vor und ist auch mein zweiter großer Wunsch oder mein zweites Ziel, um mich an die drei Wünsche Marketingregeln der Annika Bühnemann zu halten.

Ich weiß zwar schon, daß mein Problem sein wird, das trotz der kontunierlichen Schreibberichte, das der Öffentlichkeit hinüber zu bringen, denn bisher war es ja immer so, ich starte mehr oder weniger euphorisch. Das wird es jetzt, dann schreibe ich in drei bis sechs Wochen das Rohkonzept hinunter, stimmt, da werde ich immer schneller, dann korrigiere ich ein zwei Monate, gerate mehr oder weniger in Krisen oder Trödelphasen dabei, die ich dann auch beschreibe.

Dann suche ich mir das Foto aus oder der Alfred bestellt wieder ein professionelles Cover, aber diesmal wird er ja schöne Fotos haben, ich mache die „Vorschau“, vielleicht wirds wieder ein „Mimikry- Gewinnspiel“ geben, worauf sich niemand meldet, der das Buch gewinnen will.

Dann wirds gedruckt, ich stelle es wieder mit Foto in den Blog hinein, lese vielleicht schon vorher daraus und zeige  stolz, dem Ersten, den ich treffe, das neue Buch, der zögert es anzugreifen und „Das habe ich schon gesehen!“, sagt und das wars dann schon.

So entstehen wahrscheinlich keine großen Romane, die  auf die „Buchpreis-Liste kommen“, aber Klara ist ja in der „Buchpreis-Jury“, findet vielleicht ihre Schwester in Kroatien, deren Vorbild mich ja in Split sehr beeindruck hat und die ich inzwischen für eine der Filmfestspielkuratorinnen halte und zu ihrem Freund, der der Jury-Sprecher ist, findet sie auch wieder zurück.

Mal sehen, was daraus wird und wie ich meine Ziele verwirklichen kann? Ich habe ja am Sonntag beim Fest vom Alfred mit Doris Kloimstein vereinbart, daß wir uns am ersten September trotzdem im Cafe Fortuna zum Schreiben treffen werden.

Vielleicht entsteht da eine Szene, das wäre dann ja, glaube ich, das zweiundvierzigste Selbstgemachte. Für eine, die nicht schreiben kann, also ein erstaunlicher Output, aber man muß auch manchmal hinschauen, um etwas zu bemerken.

2016-06-13

Ein Souvenier

Jetzt habe ich schon einige Andeutungen gemacht, daß ich mir aus dem heurigen Kroatien-Urlaub, die Idee für meinen neuen Roman mitgebracht haben könnte und höre schon meine Leser schreien „Schreib nicht soviel! Jetzt muß ja erst noch „Paul und Paula“ kommen, der „Adventkalender“ ist noch nicht fertig korrgiert und bei den „Berührungen“ bist du  noch mitten in der Arbeit und dann schreibst du auch immer davon, daß du ausgeschrieben bist!“

Ja, war bei den „Berührungen ein bißchen so und wenn man es kritisch sehen will, könnte man sie eine konstruierte Geschichte nennen und dann bin ich mit meiner Büchertasche nach Koroatien gefahren, habe die sehr poetischen Geschichten der Mariza Bodrozic und der Jagoda Marinic gelesen und irgendwann schon vorher gredacht, daß der Thomas Wollinger ja auf Kroatien auf Schreiburlaub fährt oder sich dort mit seiner Schreibgruppe trifft.

Die Ana Zinar vom Writersstudio bietet Schreibworkshops in der Toskana an und ich habe eigentlich gar nicht daran gedacht in Kroatien zu schreiben, zumindestens habe ich mir meine Manuskripte nicht migenommen. Wohl aber das graue Skizzenbuch, das mir der Alfred einmal schenkte und habe da meine Reisenotizen hineingeschrieben und mir auch gedacht, daß das viel zu dick für die drei Wochen Urlaub ist und, daß ich es wahrscheinlich noch das nöchste Mal dafür verwenden könnte und dann sind mir irgendwann, ich weiß nicht mehr wie, wo und wieso drei Namen „Claire- Klara -Clarisse“ eingefallen und habe sie in das Buch hineingeschrieben.

Als wir das zweite Mal in Trogir am Campingplatz ankamen und der Alfred uns Registrieren ging, habe ich gerade das Camping-Kapitel der Jagoda Marinic gelesen und da ist mir eingefallen, daß auf dem Campingplatz Rozak sehr gut eine dBp Jurorin den Sommer verbringen und ihre Vorschläge für die Longlist erstellen könnte und wenn ihr dabei noch Jagoda Marinic über die Schulter schaut…

Aber die geht ja nicht campen. Dann habe ich die „Gebrauchsanweisung“ ausgelesen und mit der Marica Bodrozic angefangen und wir sind weiter nach Zadir gefahren und da habe ich von einem Zauberer geträumt, der ein kleines Mädchen mit einem roten Luftballon von seiner Mutter weglockt und sie einer anderen Frau übergibt und die Geschichte oder die  Idee daztu ist enstanden und ich habe die nächsten Tage in mein kleines graues Buch geschrieben, so daß ich das fast voll zurückbringe und darin stehen die Notizen für meinen nächsten Roman, den ich beim nächsten „Nanowrimo“ scheiben könnte oder vielleicht schon früher, wenn man rechnet, daß ich für das Korrigieren der „Berührungnen noch den Sommer brauche werde.

Dann könnte ich im September damit anfangen und den „Nanowrimo“ auslassen oder was anderes schreiben, schummeln, korrigieren, etcetera….

Die Klara Winter ist jedenfalls eine dBp-Jurorin und Redakteurin bei der FAZ. Mit Achtzehn hat sie ihre Eltern bei einem Autounfall verloren, dann hat sie Literaturwissenschaften studiert, ist von dem Redaktuer Eduard gefördert worden, der auch der Vorsitzende der Jury ist, aber der hat sie vielleicht mit der ehrgeizigen Kollegin Karoline betrogen oder sie sie mit ihm.

So ist Klara mit ihrem Laptop, einer Kaffeemaschine, dem E- Bookreader und einem abgeschalteten Handy im blauen Bus nach Trogir aufgebrochen, sitzt dort vor ihrem Zelt und heult oder sie geht in die Stadt, pflückt dort wilden Lavendl, findet vor der Moncao-r einen zweihundert Kunuarschein und noch ehe sie weiß, was sie damit machen soll, wird sie von Sergej, dem Barbesitzer, einem Exilrußen, Saxophonspieler und Bootsbesitzer angesprochen und der stellt ihr später seine Lieblingscousine Clarisse vor, die die Managerin der Splitter Filmfestspiele ist. Die sieht Klara in einem Restaurant sitzen, Kaffee zu Salat und Tee zur Suppe trinken,  sieht sie dann aufs Klo verschwinden. Denkt  sie ist eßgestört Sergej erzählt ihr von ihrer schweren Jugend und von seiner Großmutter, die 1917 aus Rußland flüchtete und ihre Sommer in Ragusa verbrachte, erzählt er ihr auch.

Da hat Klara schon von dem Zauberer geträumt und ihre Biografie ist, daß sie ihrem Bruder Alex, als sie drei war und er acht durch einen Radunfall verloren hat. Seither haben sich ihre Eltern, die Mutter Lehrerin, der Vater Banker nicht mehr so um sie gekümmert und Clarissa erzählt von ihrer verschwhundenen Schwester Claire, die ihre Eltern zum Trennen brachte, so daß sie fortan bei den Großéltern aufgewachsen ist.

Eine Hochzeit in der Monaco Bar von der anderen Cousine Zusanna gibt es auch, wo Sergej Saxophon spielt, eine Möwe, die sich in ein Plastiksackerl verwckelt und von Sergej gerettet wird und noch vieles anderes, das ich mir in mein graues Buch notiert habe.

Karten, Bilder, Prospekte über Split und Trogir liegen auch dabei. Die werde ich sammeln, das Buch damit ausstatten und das Souvenier solange aufheben, bis es soweit ist, daß ich zum Schreiben meines nächsten Sommerromans im November oder so komme.

„Bora“ kann ich dann wieder lesen und es ist ein sehr schönes Souvenier, daß ich mr da von meinen Koatienurlaub mitgebracht habe.

Von Schreiblockade keine Spur, obwohl das fällt mir jetzt ein, mein Wunschgedicht vom letzten Mal, das ich von Richard Weihs bekommen habe, das ist auch sehr interessant.

„Schreiblockade“ und „Literaturarchiv“ habe ich mir da ja gewünscht, weil ich vor der letzten Veranstaltung mit dem Alfred dort war.

Interessant, was  Richard Weihs dazu gedichtet hat, vielleicht könnte ich das Gedicht sogar als Motto vor dem Roman stelen, wenn der einmal geschrieben ist:

„Da steh ich da und steh auch voll daneben:

Mit Schreibblockaden kann ich aber leben.

Nur eines kränkt mich dabei wirklich tief

So komm ich nie ins Literaturarchiv!

Passt irgendwie oder nicht und mal sehen, wie es mit dem Souvenier weitergeht. Sonst habe ich zwei Leiberl, eine Hand voll Lavendl, wilden Rosmarin, ein Lavendlsäckchen und ein schönes kleines Schreibeheft aus einem dieser mondänen Geschäfte,  als Souvenier mitgebracht.

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