Literaturgefluester

2022-11-13

Aufruhr der Meerestiere

Schon Buch achtzehn des heurigen dBps, der zweite Roman, der 1992 in Graz geborenen Marie Gamilkscheg, die jetzt in Berlin lebt und von deren „Alles was glänzt“, das beim öst Debut gewann, ich bei Lesungen nicht so begeistert war, was sich dann als ich es gelesen habe, änderte.

Jetzt ist der Unterschied zwischen dem Gehörten und Gelesen nicht so groß und von dem Buch habe ich bevor ich zum Lesen kam auch schon viel gehört.

Das erste Mal glaube ich auf dem blauen Sofa in Leipzig, dann wurde es glaube ich in der „Gesellschaft“ besprochen und bei „Nachhallendes Nachhaltiges“, wurde es auch präsentiert und da kam man natürlich darüber spekulieren, was das Nachhaltige an dem Buch ist und wie es zu dem „Literatur im Herbst“ Thema passt, aber der war ja überhapt sehr vielschichtig variabel oder schwammig und bei dem neuen Buch geht es, glaube ich, um eine Coming of age Geschichte oder um die Midlifekrise einer Einunddreißigjährigen, denn das ist die Meeresbiologin Luise. Die stammt aus Graz arbeitet, aber an der Uni in Kiel, bzw. forscht sie an der Meereswalnuß, das ist eine offenbar sehr gefährliche Quallenart und da werden jetzt die Parallelen gezogen und Naturliteratur ist ja, wie ich auch im „Odeon“ merkte, derzeit sehr in.

Luise, die einen Freund namens Juri hat, beruflich offenbar sehr erfolgreich ist, die junge Wissenschaftlerin des Jahres, mit einer Neurodermitis und einer Eßstörung, die gezeigt, nicht beschrieben wird und die bekommt jetzt den Auftrag ihre Forschung im Tierpark von Graz vorzustellen und für zwei Wochen dort hinzureisen, denn der ist sehr berühmt und sein Direktor Rainer Schilling, war mit seiner Tiersendung im Fernsehen offenbar das Idol ihrer Jugend.

Die Beziehung zu ihrer Familie scheint nicht so gut zu sein, insbesondere, die zum Vater ist sehr schwierig, wie ich überall hörte und sie zieht auch in die Wohnung des Vaters ein. Der ist aber, obwohl er Toastbrot für sie besorgte und ihr den Schlüsselcode bekannt gab, nicht anwesend. Bei einem Kongreß in Wien, wie er ihr sagte. Er war Biologielehrer. Der Bruder, der in Nürnberg lebt, sagt ihr aber, der Vater ist bei ihm, weil er einen Herzinfarkt hatte.

Der Vater ist also abwesend und so reflektiert Luise über ihre Kindheit und ihr Leben. Da gibt es einige Geheimnisse. Im Tierpark wird ihr eine Jahreskarte und eine Fankappe überreicht. Da wird sie von einer Frau Popeschka betreut, muß einen Vortrag halten und wird interviewt. Den Direktor bekommt sie auch erst spät zu Gesicht, da bietet er ihr an, im Tierpark eine Forschungsstelle zu übernehmen, denn das soll in dem Zoo, der eine afrikanische Zone, ein südamerikanisches Restaurant und eine Vorarlberger Stube hat, die von dort importier wurde, errichtet werden und so hasten wir durch das Buch.

Ein Wochenende mit einer ehemaligen Schulkollein Leo, Luise wird von ihr und der Mutter Luis genannt, auf einer Hütte gibt es auch und am Schluß kommt der Vater zurück und das Weitere kann man sich ausmalen.

Eine Stelle hat mich besonders fasziniert, die ich zitieren will:

„Vor der Tür passierte ein Montag, als wäre das Wochenende nie gewesen. Die Stadt berichtete weiter munter vor sich hin. Erzählte von den grossen und kleinen Schandtaten, die grossen im Ausland, die kleinen im Inland, im Ausland gab es Kriege, Waldbrände, Menschen, die mit Reformen warben, Menschen, die mit Reformen drohten, und auch in Brüssel, Washington, und Kairo schienen sich die Menschen weiter uneinig zu sein, im Inand gab es eine ausgebüchste Pythonschlange, die sich in der Klomuschel versteckte und einem Mann mittleren Alters in den Hoden biss, einen Geisterfahrer auf der A2, es gab auch ein Gespräch zwischen einen berühmten Schriftsteller und einem berühmten Dirigenten, die sich getroffen hatten, um über alles zu reden, wirklich alles, es gab den Auftakt der Skisaison mit Schnee-, Wetter- und Touristenprognosen.“

Scheinbar hochaktuell, aber dann wieder sehr unverbindlich. Kein Wort von Corona, Krieg und Wirtschaftskrisen, obwohl das Buchwahrscheinlich in Corona-Zeitengeschrieben sein dürfte.

Das ist vielleicht das Besondere am Schreiben der Marie Gamillscheg, die von Katja Gasser am „Blauen Sofa“, als eine der interessantesten jungen österreichischen Schriftstellerinnen bezeichnet wurde.

Auf die österreichische Buchpreisliste ist das Buch aber nicht gekommen.

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2022-09-25

Freudenberg

Buch sieben der deutschen Buchpreisliste ist Carl -Christian Elzes „Freudenberg“, der 1974 in Berlin geboren wurde und bisher als Lyriker hervorgetreten ist. „Freudenberg“ ist sein Romandebut und die lyrische Sprache, die sowohl realistisch als auch unrealistisch klingt, merkt man dem Buch, da schon von der Beschreibung sehr interessant war, durchaus an.

Da ist der siebzehnjährige Freudenberg, ein Autist, ein sich noch nicht Gefundener, der Mitten in der Pubertät und den Konflikten mit seinen Eltern steckt und der fährt bevor er in der Metallverarbeitung zu arbeiten beginnen soll, mit seinen Eltern auf Urlaub an die polnische Ostseeküste. Dort geht er ans Meer, findet da eine Leiche eines gleichaltrigen Jungen, zieht seine Kleider an und die Geschichte geht los.

Könnte sie und ich habe mich gefragt, als ich das gehört und gelesen habe, wie das wohl weitergehen wird? Der Phantasie ist da wohl keine Grenze gesetzt, wenn er mit den Kleidern und den Papieren ohne die polnische Sprache zu können, ein neues Leben beginnt.

Wenn ich das schreiben würde, würde ich wohl bald an der Realität scheitern und das ganze realistisch ausklingen, den Jungen also irgendwie wieder zurückkommen lassen, würde ich vermuten und interessant ist, daß Carl- Christian Elze genau das Gleiche, das aber absolut unchronologisch und mit vielen Traumsequenzen und einer sehr schönen lyrischen Sprache tut.

Er kommt also sofort in das Elternhaus zurück. Falsch vorher hat er noch Kontakt mit einer Maja aufgenommen, die er beim Heidelbeersammeln getroffen hat und ist mit ihr und ihrem Motorrad auch herumgerast. Mit diesem Motorrad ist er nach Hause gekommen, irrt in der Wohnung herum, die Eltern sind inzwischen bei seiner Beerdigung, versteckt sich dann im Keller, die Eltern bringen ihm Essen und sperren ihn dort ein. Dann geht es wieder nach Polen, in den Wald und zu Maja zurück. Freudenberg, der mit Vornamen Maik heißt, was man aber erst auf Seite 147 erfährt, hat kein Geld denn in Marek Strzeps Portemonnai waren nur zwei Knöpfe. Er klaut sich also die Rückreise zurecht, denkt immer an Maya und auf einmal ist er in der Metallverarbeitungsfabrik in die ihn sein Vater stecken wollte.

Dort denkt er auch Maya und Marek und die Strzeps kommen, um die Urne ihres Jungen abzuholen, vorher bleut der Vater Sohn und Mutter noch die Geschichte ein, die Freudenberg ihnen und wahrscheinlich auch der Polizei erzählen soll. Aber nein, der nicht wahrscheinlich, so realistisch ist die lyrische Geschichte von Carl-Christan Elze, die mir sehr gut gefallen hat nicht.

Sie ist, wie wir inzwischen wissen, nicht auf die Shortlist gekommen, was ich ein wenig schade finde, denn das Besondere an dem Buch, meine Lernerkenntnis ist, daß ein Lyriker einen Roman durchaus verständlich schreiben kann. Die meisten anderen diesbezüglichen Bücher, die ich gelesen haben, waren eher kompliziert und unverständlich.

Hier ist es realistisch oder nur fast oder eigentlich gar nicht, denn man kann über das Buch, das sowohl unrealistisch als auch realistisch ist, herrlich spekulieren. War Maik jetzt der Zwillingsbruder? Die Beiden hatten den gleichen Leberfleck oder nur die Phantasie des sprachlosen pubertären Jungen, der sich in seiner Haut unwohl fühlt und ist die ganze Geschichte nur in seinem Kopf passiert?

Alles ist möglich und das Interessante ist auch, daß Freudenberg ein weniger abgelutschter Roman ist, als viele andere Debuts, die vielleicht in Sprachschulen entstanden sind. Man merkt den Lyriker und ich bin froh durch das Buchpreislesen den mir bisher unbekannten Autor kennengelernt zu haben.

2022-08-30

Hinterher

Filed under: Bücher — jancak @ 00:00
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Nein, jetzt kommt noch nicht das deutsche Buchpreislesen, obwohl ich mir vorstellen hätte können, daß Finn Jobs Debutroman darauf steht. Auf der des Bloggerdebuts steht es schon. Es ist wieder ein Wagenbach-Quartbuch“, das ich digital gelesen habe und ich bin wieder etwas ratlos, was es ist?

Ein Roadmovie, ein Coming of Age Roman, ein rasantes Debut in den verschiedensten Sprachstilen, wie in der Beschreibung steht?

Es geht also um einen etwa zwanzigjährigen Ich-Erzähler, der von seinem Freund Chaim, der zurück nach Israel gegangen ist, verlassen wurde. Vorher hat er in einer WG, aber auch in einer kleinen Wohnung in Neukölln geworden und jetzt hat ihn ein Francesco, ein Künstler, nach Frankreich mitgenommen, der dort in einer Kirche eine Kunstinstallation machen will.

Das Buch springt vollkommen unchronologisch hin und her, so daß es ein Weile braucht, um alles mitzubekommen, wahrscheinlich habe ich immer noch nicht alles verstanden, was vielleicht gar nicht möglich ist, weil sich die Beiden vollkommen bekiffen und betrinken, wie das in einem Coming of Age Roman heutzutage offenbar so sein muß.

Sie landen in Frankreich, schwierig ist auch, daß ganze Passagen in Englisch oder Französisch geschrieben sind, die nicht übersetzt werden, in einer komischen Villa oder besser gesagt, einer schönen alten Villa, die der Besitzer Gedeon, ein äußerst verrückter Typ , der mal einen Hund, mal eine Katze spielt und sich auch ständig besäuft in ein Art Hotel umgewandelt werden soll und sie dabei äußerst verschandelt. Die Kirche wird auch mit Alufolie überdeckt, damit man statt Gott, sich selbst sehen soll, es geht aber ohnehin niemand hin und was ist jetzt da in Neukölln geschehen?

Der Koffer und der Ausweis des Erzählers liegen offenbar noch in der WG bei einem Peter. Der Erzähler hat auch seine Arbeit verloren, offenbar hat er gekellnert und noch kein wirkliches Ziel im Leben. Er hatte eine Beziehung zu einer Sophia, dann zu einer Hatice, die aus nach Neukölln gekommen ist, weil sie kein Kopftuch mehr tragen will, sie wird von ihrer Familie deshalb verfolgt, weil sie wie eine deutsche Hure lebt. Da wird das Buch politisch und das finde ich sehr interessant, weil der 1995 in Hannover geborene Finn Job hier sehr direkt ist, direkter als ich es bisher in Romanen gelesen habe. Schließlich hat er dann eine Beziehung zu diesem Chaim angefangen und ihn in Neukölln, obwohl man das nicht darf oder soll, sehr vorsichtig auf der Straße geküßt. Da kamen dann sofort die „Allahu Akbar! schreienden Jugendlichen aus allen Richtungen und verfolgten die Beiden, die sich gerade noch in die WG flüchten könnte. Der Erzähler beschimpfte die Angreifer als „Pack!“, worauf er von den WG Bewohnern als rassistisch beschimpft wurde, denn er hätte die Gefühle der Angreifer verletzt.

So realistisch habe ich das in einem Roman noch nicht gelesen und kann nur fragen, ist es wirklich schon so arg in Neukölln und sind die Jugendlichen von heute, die rauchen und kiffen und keinen Sinn im Leben haben, wirklich so dumm, Dinge nachzuplappern, ohne nachzudenken, ob das jetzt stimmt und der Situation angepasst ist?

Dieser Francesco ist jedenfalls sehr reich, gibt dem Erzähler Geld, kauft ihm Kleider. Proust und überhaupt die Literatur spielt in dem Buch auch eine große Rolle. Also ist alles doch nicht ganz so banal und der Erzähler ein Proust-Fan. Es wird auch rückgeblendet auf eine Reise, die der Erzähler mit diesem Chaim, dem er immer noch nachzutrauern scheint, einmal machte, um das Grab von Klaus Mann zu besuchen. Ansonsten weiß er Erzähler nicht was er will, geht nicht ans Telefon, schmeißt sein Handy ins Meer und in der Kirche kommt es dann noch zu einer absurd grotesken Schlußszene, wo alles in Flammen aufgeht oder sich vielleicht zu Guten wendet? Wer weiß das schon und wer weiß, was das überhaupt ist? Soll er nach Deutschland zurckgehen, einen Entzug machen, studieren oder einen Job suchen? Alles ist ungewiß und vielleicht auch nicht so einfach zu beantworten.

„Hört er es denn nicht, das gellende Schweeigen der Sirenen?“, ist jedenfalls der letzte Satz und wir bleiben vielleicht ratlos zurück und können darüber philosophieren, was wir da gelesen haben?

2022-08-27

Das Wasser des Sees ist niemals süß

Die Italienische Literatur hat den Ruf sehr sozialkritisch zu sein, gibt es ja Alberto Moravia, der, manchmal etwas konservativ und frauenfeindlich, im vorigen Jahrhundert von den sozialen Mißständen in Rom erzählte.

„Wagenbach“ hat eine Reihe Romane italienischer Kommunisten herausgebracht, die ich mir einmal vor Jahren aus einer Abverkaufkiste, um einen Euro oder waren es noch zehn Schilling, kaufte. einen habe ich davon gelesen.

„Wein und Brot“ egibt es auch und dann eine junge italinische Stimme, die 1988 in Rom geborene und am Lago di Bracciano aufgewachsene Guilia Caminito, die Bei „Wagenbach“ schon „Ein Tag wird kommen“ herausgebracht, mit dem ich, glaube ich, nicht so viel anfangen konnte und jetzt wurde von „Wagenbach“ „Das Wasser des Sees ist niemals süß“, als „Quartbuch“ herausgebracht und ich muß sagen, eine Überraschung, Thematik und Sprache hat mich überrascht und es ist, obwohl es am Schluß negiert wird, wahrscheinlich auch viel Autobiografisches dabei.

Es geht um die Klasse, ein Bildungsroman, der wieder zeigt, wie schwer es die Unterschicht hat, aufzusteigen, so sehr sie sich auch anstrengt und bemüht.

Elena Ferrante hat es mit ihrer „Neapoletanischen Saga, von dem ich einen Teil gelesen habe, auch versucht und dann gibt es noch Michela Murgia, die ich ein wenig altmodisch empfand.

Deniz Ohde hat das mit „Streulicht“ versucht, mit dem ich auch nicht so viel anfangen konnte und Fernanda Melchor,auch eine „Wagenbach-Autorin“, wie Giogrgio Bassani , beschreibt die mexikanische Situation, tut das aber viel brutaler, womit ich meine Schwierigkeiten hatte.

Giulia Caminitos Ich-Erzählerin tut es leiser oder sprachlich prägnanter, obwohl ganz so passiv zahm und ungeordnet, ein Opfer, wie die Heldinnen bei Moravia, ist diese junge Frau nicht.

Um drei Frauen, geht es in dem Buch, die Mutter Antonia, dann die Erzählerin iund ihre Freundin Iris. Das heißt, sie hat einige solche und einige Freunde und rächt sich erstaunlich brutal, wenn die sie betrügen.

Es gibt ein Nachwort, wo Giulia Caminito, die Vorbilder ihrer Heldinnen erwähnt und auch betont, daß es natürlich nicht Autofiktion ist, obwohl es Ähnlichkeiten zwischen ihr und ihrer Heldin gibt.

Es beginnt mit der Mutter Antonia, die hat einen Sohn aus einer früheren Beziehung, Mariano, dann die Erzählerin und noch zwei Zwillingsbrüder. Ihr Mann hatte einen Unfall ist als Schwarzarbeiter vom Gerüst gefallen, sitzt jetzt im Rollstuhl und Antonia muß die Familie erhalten. Sie tut es in dem sie bei reichen Familien putzt. Sie ist resch und streng zu ihren Kindern und will natürlich, daß es ihrer Tochter besser geht. Sie ist erstaunlich ehrlich, fremdes Eigentum wird nicht angegriffen, bringt aber die gebrauchten Fahrräder und die gebrauchten Fernseher nach Haus, die ihr ihre Familie dann schenken und es beginnt äußerst originell, daß sich Antonia ein Kostüm anzieht, eine Aktentasche nimmt und dann in das Büro einer Anwältin eindringt, denn sie braucht eine Wohnung für ihre Familie.

Sie bekommt dann eine Sozialwohnung am Lago di Branzziano und dort wächst die Heldin auf. Der große Bruder geht Anfang des Jahrtausends auf eine Demo nach Genua. Da schmeißt die Mutter ihn hinaus und die Heldin fährt mit dem Bus zuerst in die Mittelschule, dann ins Gymnasium und fühlt sich wie Deniz Ohdes Heldin unter den reicheren Kindern benachteiligt. Es gibt zwei Freudninnen Agata und Carlotta und einige Freundin aus reicheren Häusern. Als Carlotta sie mit einem ihrer Freunde betrügt, brach die Heldin die Beziehung ab und geht vorher oder nachher mit einem Freund zu einem Schießstand, läßt sich das Ticket bezahlen und schießt dann solange, bis sie den größten Bären als Trophäe bekommt.

Antonia regt sich deshalb auf: Meine Tochter schießt nicht!“

Sie setzt sich aber durch und der Bär in ihrem Zimmer, bis die Familie aus der Wohnung geschmissen wird. Bis dahin lernt und lernt sie sich durch das Leben. Studiert Philosophie zum Leidwesen ihrer Mutter und nicht Medizin oder Jus, wo man etwas anfangen kann und auch nicht auf Lehramt. Nein es muß schon das Orchideenstudium sein, auch wenn sie dann nur in einer Drogerie arbeiten kann, die auf esoterisch macht.

Die Freundin Iris stirbt irgendwann an Krebs. Das ist wohl eine autobiografische Ähnlichkeit und als Luciano sie betrügt, schließt sie sich einem Einbruch bei ihm an oder gibt die Informationen dazu und als ihr früher schon ein Junge den Tennisschläger, den sie endlich einmal gekauft bekommen hat, zerstört, schlägt sie ihn zusammen und nimmt ihm seinen weg. Das tut sie dann noch bei einer anderen Freundin und am Schluß wird sie wahrscheinlich trotzdem über bleiben und nicht so sozial aufsteigen können, ,soviel sie sich auch angestrengt hat und das ist wohl die Quintessenz des sehr frisch und modern geschriebenen Buch, das mehrmals die Perspektiven wechselt undj auch schon viele Preise gewonnen hat.

Und wer jetzt nach dem Titel fragt, irgendwann wird der See in dem angeblich eine Krippe verborgen ist, als süß beschrieben. Da fühlt sich die Heldin stark und glücklich, das bleibt aber nicht so, denn das <leben ist in Italien oder auch sonstwo auf der Welt, hart und unerbittlich, wenn man nicht aus der richtigen Familie kommt und der Mittelstand, das kann ich noch anfügen, wird bei uns gerade auch zerstört.

2022-07-19

Die Ewigkeit ist ein guter Ort

Jetzt kommt, glaube ich, ein Debut, nämlich ein Buch für dessen Auszug, die 1976 in Göttingen geborene Tamar Noort 2019, den Hamburger Literaturpreis gewonnen hat und es ist eines, das eine atheistische Verhaltenstherapeutisch ein wenig ratlos macht.

Ist es jetzt ein gutes Buch oder nicht und ist da nicht die Dramatik oder die Traumatisierung von hinten aufgebäumt und, wie weit man dazu theologisches Wissen braucht, um es zu verstehen ist auch nicht so klar. Ist es also Klamauk oder eine theologische Bewältigungsphantasie, ein wenig von dem Ersteren ist wahrscheinlich schon dabei und damit habe ich ja meine Schwierigkeiten.

Da ist jedenfalls Elke oder Ellie, so ungefähr um die Dreißig, wenn ich richtig gelesen habe und sie ist studierte Theologin. Hat jedenfalls ihr Studium abgeschlossen und soll die Kirche ihres Vaters übernehmen. Sie fühlt sich aber noch nicht so weit und so betreut sie ehrenamtlich ein Altersheim und soll da mit einer sterbenden Frau beten und wum, es fällt ihr das „Vater unser“ nicht mehr ein. Hat sie jetzt ein eine „Gottesdemenz“ wie sie das nennt?

„Ich vergeße auch sehr viel!“, sagt ihr Freund Jan, der sehr gut kocht und nebenbei noch Programmierer ist. Aber als ein alter blinder Herr sie bittet ihm aus der Bibel vorzulesen, hat sie auch ein Blackout. Das kommt ihrem Chef zu Ohren, der sie daraufhin auffordert, am Sonntag den Gottesdienst zu halten. Geht auch nicht. Sie verläßt die Kapelle und ist ihren ehrenamtlichen Job los und sandelt die nächste Zeit dahin oder benimmt sich seltsam, so daß man an eine Psychose denken könnte.

Sie hört Stimmen oder seltsame Geräusche und bewahrt eine tote Maus solange in der Wohnung auf, bis sich die Fliegen, um sie scharen. Da ist sie aber wieder in ihrem Elternhaus. Denn da hat die Mutter sie heimgerufen, denn Röschen, das ist eine über neunzigjährige Richterin und Nachbarin, hat sich die Hüfte gebrochen, muß ins Altersheim und kann ihren alten Papagei Gertrude dorthin nicht mitnehmen. Elke soll ihn übernehmen und auch die Krche ihres Vaters, der einen Schlaganfall hat.

Se will nicht und allmählich kommt heraus, daß vor fünfzehn Jahren ihr damals siebzehnjähriger Bruder bei einem Bootsunfall ums Leben kam. Und seine damalige Freundin Eva ist schwanger und will das Kind nahm ihm Chris nennen.

Da denkt die Verhaltenstherapeutin da ist einiges unlogisch, denn warum tritt die „Gottesdemenz“ erst jetzt auf und warum hat sie überhaupt Theologie studiert und was hat das mit Chris zu tun?

Sie fährt jedenfalls mit dem Papagei zurück nach Köln und ihr Superfreund Jan, der alles weiß und alle bekocht, hat mit ihm große Schwierigkeiten, denn Gertrude stört beim Kochen und hackt nach ihm und im hof trifft sie Lukas mit seinem Motorrad, das ist ein Steilbahnfahrer und nimmt sie zu dem Rennen mit. Sie soll dort moderieren und tut das im Talar und mit Gertrude auf der Schulter. Das will sie tun, der Vogel stört aber die Vorstellung und Kari, das ist Lukas Freundin, verunfallt mit mehreren gebrochene Rippen und Elke ist schuld daran, so daß jan, der inzwischen Lukas Schwester tröstet, sie aus der Wohnung schmeißt.

Sie fährt also zurück ins Elternhaus und stimmt zu, den Vater zu vertreten, der auf Reha muß. Die Mutter fährt auf Erholunsurlaub ans Meer und Elke stiehlt des Vaters Predigen, was die Gemeinde sofort erkennt. Die „Gottesdemenz“ ist zwar vorbei, die seltsamen Erscheinungen gehen aber weiter. Die Kirche senkt sich, es kommt zu Rissen, die Orgel pfeift und Elke fühlt sich schuld daran und erst als der Wasserrohrbruch entdeckt wurde, die Krche getrocknet ist und die Orgel wieder funktioniert, ist Elke mit einer eigenen Predigt bereit, den kleinen Chris zu taufen und wird wahrscheinlich des Vaters Fußstapfen folgen und zu Jans hat sie vermutlich auch zurückgefunden.

Ein interessantes Buch, das man wahrscheilich so oder so deuten kann. Man kann es auch ein wenig kitschig oder unglaubwürdig finden. Interessant ist es aber schon Elkes Erwachsenwerden und ins Lebenfinden zu beobachten und sie wird wahrscheinlich eine großartige Pastorin werden.

Interessant ist auch, daß ich vor kurzen ein Buch gelesen habe, in dem auch eine Pastorin eine Rolle spielt.

2021-03-05

Hard Land

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich jetzt das beste Buch in diesem Jahr gelesen habe, das ich gern auf der nächsten deutschen Buchpreisliste oder auf dem des Leipziger Buchpreises stehen sehen würde oder, ob es vielleicht zu kitschig und zu aufgesetzt ist?

Brillant geschrieben und äußerst spannend ist das neue Buch des 1984 in München geborene Benedikt Wells von dem ich noch nichts gelesen habe, obwohl ich mir, glaube ich, einige seiner Bücher von den Thalia-Bücherabverkaufstürmen kaufen ließ. Auf jedenfall, ein Coming of Age, Roman, der das Retrogefühl der Neunzigachtigerjahre in einem Kaff in Amerika wiederauferstehen oder neu erfinden ließ.

Mit einem klassischen ersten Satz „In diesem Sommer verliebte ich mich und meine Mutter starb“ und dann lese ich auf seite 285 und das ist Grund, warum ich ein wenig mißtrauisch bin „Im Sommer 1963 verliebte ich mich und mein Vater ertrank“, das ist der erste Satz aus dem Roman „Salzwasser“ von Charles Simmons. Ich habe nachgegooglet, Autor und Buch gibt es, wie auch einen William Morris,der wurde 1896 in England geboren, war Maler, Architekt, Dichter und Drucker und wahrscheinlich nie in seinem Leben in dem amerikanischen Kleinstädtchen Grady und hat wahrscheinlich nicht das titelgebende Gedicht geschrieben, wie ich auch nicht weiß ob es das Städtchen gibt oder ob es von Benedict Wells erfunden wurde.

In dem heruntergekommenen Kleinstädtchen in dem der sechzehnjährige Sam aufwuchs, war er aber der bedeutenste Dichter und in der Highschool mußte man, so wie ich mich in der Straßergasse, ein Jahr mit dem „Faust“ beschäftigen mußte, mit ihm und seinem berühmten Gedicht beschäftigen und mußte herausfinden, warum es in diesem Coming of age-Gedicht geht?

Es gibt in Grady auch vierzehn Geheimnisse, die stehen jedenfalls auf einem Straßenschild, daß man sie ergründen soll. Aber jeder hat wahrscheinlich seine eigene und der heranwachsende Sam, der in diesem Sommer sechzehn wird, hat sie auch.

Das heißt, er hat eine an Krebs erkrankte Mutter, einen schweigsamen Vater mit dem er sich schlecht versteht, eine ältere Schwester, die das Kaff schon verlassen hat und er hat Panikattacken, war deshalb beim Pschologen, fühlt sich als Außenseiter und soll den Sommer eigentlich bei Verwandten verbringen, was er nicht will.

Die Mutter, die den Buchladen in diesem Kaff führt, vermittelt ihn daher einen Job in dem, glaube ich, einzigen Kino und das verändert sein Leben total. Denn da lernt er Kirstie kennen. Sie ist die Tochter des Besitzers, soll nächstes Jahr nach New York zum Studium gehen. Jetzt schupft sie mit zwei Freunden, Cameron und Hghtower, die auch dan das Kaff verlassen werden, den Laden und die drei grenzen Sam erst mal aus. Dann kommen sie ihm aber näher und als der sechzehnte Geburtstag naht läßt Kirstie Sam versprechen, daß er alles tut, was sie von ihm will und gibt ihn dann drei Prüfungen auf.

Er muß in einem Laden etwas stehlen, dann über die Selbstmordklippe in einen See springen. Sie springt gleich mit ihm und am Schluß muß er etwas auf der Gitarre spielen. Dadurch überwindet er seine Angst und verlebt eine aufregende Nacht. Aber eigentlich hätte er seine Eltern, um zehn in einem Restaurant treffen sollen. Er kommt erst am nächsten Morgen heim. Vor der Haustür steht der Krankenwagen und die Mutter liegt tot am Boden, uje uje.

Beim Begräbnis soll der verhaßte Referend, die Grabrede halten. Der Vater will es so, obwohl es sich die Mutter nicht gewünscht hätte. Die Schwester macht mit Sam aber aus, wie man das umgehen kann. Dazu kommt es beinahe nicht, denn Sam verprügelt sich vorher mit einem seiner Feinde und kommt daher verletzt und verschmutz in die Aufbahrungshalle. Das ist wahrscheinlich wieder etwas zu aufgesetzt. Er spielt dann mit seiner Schwester einen Rocksong, er hätte ein frommeres Lied singen und mit seinem Vater versöhnt er sich auch.

Trotzdem hat er ein hartes nächstes Jahr vor sich, in dem ihm auch der „Inspektor“ oder Deutschleher mit seinem „Hard land“ nicht richtig helfen kann. Er bekommt auf den verlangten Aufsatz auch nur eine zwei minuns. Den einzigen Einser hat, wie sie ihm später erklärt, Kirstie bekommen. Sie erklärt ihm am Ende auch das vierzehnte Geheimnis.

Wieder raffiniert, das Buch ist in vierzehn Kapitel geschrieben. Also klärt jedes eines auf und der „Peter Pan“ mit seinem ebenfalls berühmten ersten Satz, spielt auch eine Rolle.

Ein beeindruckender Coming of Age Roman über eines Sechzehnjährigen in den Neunzehnachtzigerjahren, die wie die Fünfziger oder Sechziger klingen und das man den berühmten amerikanischen Romanen aus dieser Zeit vielleicht schon gelesen hat.

Was ein wenig retro klingt und warum hat Benedikt Wells ein amerikanisches Provinzstädtchen als Sujet gewählt?

Fragen über Fragen, ich habe jedenfalls ein überraschendes Buch gelesen, das ich schon einer Klientin mit Höhenangst empfohlen hat. Vielleicht hilft es ihr, auch wenn sie nicht die Klippen hinunterspringen wird und jetzt bin ich gespannt auf die Rezensionen und möchte wissen, wie, den anderen das Buch gefallen hat?

Ein Diogenes-Bloggertreffen, wo das Buch besprochen wurde, gab es schon, das aber leider auch ein bißchen ein Geheimnis blieb, weil ich ja kein Ton hatte und daher nur Benedict Wells sehen und die Chatnews lesen konnte.

2020-09-08

Pax

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:38
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Jetzt kommt das zweite „Wagenbach-Quartbuch“, das ich schon länger in meinem E-Book Folder habe, nämlich „Pax“ von der 1980 geborenen Eva Roman, die auch das Leipziger Literaturinstitut absolvierte und schon früher einen Roman bei „Wagenbach“ herausgebracht hat.

„Pax“ ist sowohl eine Coming of age, als auch eine Coming out Geschichte und erzählt auf mehreren Ebenen, beziehungsweise mehrere Thematiken dabei anschneidend, das Aufwachsen des kleinen Pax, seine Tante nennt ihn Max in einer Kleinstadt, bei der schon erwähnten Tante Beatrix, die eine etwas schrullige Person ist, in einem Kaufladen arbeitet, in die Kirche aber auch einmal auf eine Demonstration geht, die dann aber „Umzug“ nennt und öfter krank ist, weil er seine Eltern früh veroren hat.

Die sind mit seinem Bruder von einer Afrikareise nicht zurückgekommen. Im Beschreibungstext steht noch etwas von Schuld und Schämen und dann geht es auch, um eine gewisse emotionale Abhängikeit zwischen Neffen und Tante, es gibt eine Oma, die ständig kocht, eine Leni mit der er spielt aber dann kommen schon die schwulen Freunde oder das Umgehen mit ihnen.

Zuerst spielt Pax, als die Tante ihm das endlich erlaubt, Fußball, gerät dabei aber in eine Auseinandersetzung, als er als „Schwuchtel“ gehänselt wird, dann schließt er sich in seiner Schule einer Filmgruppe an.

Er möchte gerne Filmer werden, die Tante meint aber er soll was Anständiges machen, so macht er zunächst ein Praktikum in einem Altenheim, lernt da eine alte Dame kennen, die er weiter besucht und gerät dann in eine Bank.

Es gibt eine Wohnung zu vermieten, die vermietet er an seinen Freund und muß das dann der Tante beibringen, die ihm immer nach Mädchen fragt, die aber gar nicht so entsetzt darauf reagiert und am Schluß reist Leni mit einem Wohnwagen durch die Welt.

Alles sicher interessant, aber wahrscheinlich nicht so neu, vielleicht die Art Romane, die man in den Literaturinstituten, als Abschlußarbeit einreichen muß.

Spannend sicherlich, eine mir bisher unbekannt gebliebene Autorin kennengelernt zu haben.

2019-09-27

Die untalentierte Lügnerin

Buch fünf der deutschen Liste, das vierte österreichische Buch und wieder das von einer Frau, der 1952 in Lustenau in Vorarlberg geborenen Eva Schmidt, Jochen Jungs Quotenfrau könnte man so sagen, da der relativ kleine „Jung und Jung Verlag“ mit seinem wahrscheinlich einflußreichen Verleger ja sehr oft auf der deutschen Liste steht und den Preis auch schon gewonnen hat.

Eva Schmidt ist auch schon sogar auf der Shortlist gestanden, diesmal hat das nicht geklappt, obwohl mir das leise feine Buch, wie ich es nennen würde, gut gefallen hat.

Eine Coming of age Geschichte könnte man es nennen und interessant ist, daß die, die es schon gelesen haben, das Buch oft verstörend genannt haben.

Das finde ich eigentlich nicht und auch mit dem Titel habe ich keine Schwierigkeiten, denn Maren, die Hauptfigur lügt ja eigentlich gar nicht so viel, nicht öfter als andere, würde ich sagen und sie ist auf dem Weg sich in ihrem Leben zuerecht zufinden, was ihr im Gegensatz zu den anderen Büchern, wo ja alles das Schlimmste vom Schlimmste sein muß, eigentlich auch gelingt.

Wenn mich etwas stört, daß ist es wieder die Mittel- oder sogar Oberschicht in der das Buch spielt. Das muß in der Literatur offenbar ebenfalls so sein und Maren ist auch keine Schauspielerin, wie die die Longlist besprechen, oft erwähnen.

Sie ist ein junges Mädchen, ihr Alter wird nicht genannt, sie dürfte aber Anfang zwanzig sein, das sich noch nicht gefunden hat.

Am Beginn des Buches kommt sie  in ihr Elternhaus zurück, vorher war sie auf einer Schauspielschule in München, in die sie ihre Mutter, eine Malerin gedrängt hat, weil sie nach der Matura noch nicht wußte, was sie mit ihrem Leben anfangen soll?

Dort ist sie nicht zurechtgekommen, hat sich zurückgezogen, nichts gegessen, so daß sie  ihre Eltern, das heißt wahrscheinlich, die Mutter und Robert der  Stiefvater,  zurückholen und ein halbes Jahr in eine Klinik steckten.

Von dort kommt sie als gesund zurück. Sie ist sich da nicht so sicher und weiß noch immer nicht, was sie von ihrem Leben will?

Robert holt sie vom Bahnhof ab, da passiert gleich ein Unfall, eine junge Frau, die offenbar auch nicht wußte, wie es weitergehen soll, ist vor dem Zug gersprungen. Solche Katastrophe kommen in dem Buch auch immer vor, das eigentlich rasant weitergeht.

Maren findet eine Stelle in einer Kunsthalle, der Stiefvater, der sich um alles kümmert und die Stieftochter, das ist in Zeiten, wie diesen wahrscheinlich zu erwähnen, nicht mißbraucht, läßt sie in einer seiner Wohnungen wohnen. Es ist eine Geschöftswohnung sagt er, sie bekommt aber heraus, daß er sich dort zurückzieht, wenn ihm das Leben und die Mutter zuviel wird. Die ist eine nicht so erfolgreiche Malerin, das heißt, sie verkauft keine Bilder, hat aber eine Galerie und verbringt dort ihre Tage.

Maren beginnt in dieser Tristesse, die abgesehen von der großen Villa, die wir schon von Mareike Fallwickl kennen,  es gibt auch Paralellen zu ihrem Buch, wahrscheinlich das ganz normale Leben ist, sich langsam zu orientieren.

Es gibt zwei Brüder, einen älteren und einen jüngeren, der ältere hat in Finnland ein Hotel und eine Frau. Der Jüngere interessiert sich für Vögel und studiert Biologie, ich glaube, in Salzburg, der Vater lebt in Wien und kümmert sich nicht viel um seine Tochter, was eigentlich nur Robert tut.

Es gibt ein paar Freunde mit denen sie Weihnachten verbringt, einen homosexuellen Schauspieler, der später auch bei einem Unfall stirbt, eine Freundin Lisa, die einen solchen erlebt und sich dann zurückzieht. Die Mutter verkauft ihre Galerie und hört zu malen auf, der ältere Bruder bekommt ein Kind, Robert verläßt die Familie und Maren fängt sowohl zu schreiben, als auch zu fotografieren an, was ja auch die Zoey bei Mareike Fallwickl tut.

Wenn man das so aufzählt, klingt es fast zu konstruiert. Es liest sich aber gut, ist fein, leise und tröstlich auch, daß Maren ihren Weg gehen wird.

Am Schluß fährt sie nach Wien, um eine Abtreibung vorzunehmen. Von wem das Kind ist, wurde mir nicht  klar, von Thomas den Fotografen, zu dem sie schließlich findet? Vielleicht noch von Max dem früheren Freund oder gar von Robert?

Das wird nicht erwähnt, sie sagt nur es wäre ihre letzte Lüge, bevor sie in die Klinik geht, um sich von dort die Tablette zu holen, die sie schließlich in die Toilette kippt.

Ein leises stilles Buch, über etwas, das schon erwähnt wurde, schon oft in allen seinen Formen und Varianten gelesen habe. Cornelius Hell, der es für den ORF  „gespoilert“  hat, hat es gut gefallen. Mir eigentlich auch.

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