Literaturgefluester

2020-05-15

Kulturproteste und Corona-Demos

Ich bin ja in den letzten Wochen viel zu Hause geblieben, sind ja ab Mitte März die Veranstaltungen weggefallen, dann wollte der Alfred bis Ostern nicht die Wochenenden in Harland verbringen und dann kam schon die Maskenpflicht und weil ich die nicht mag und der Alfred sowieso gerne einkaufen geht, war ich bis Ende April nur ein Wochenende in Harland und dort sehr viel Radfahren, dann ein paarmal auf der Bank um Zahlscheine aufzugeben, beim Briefkasten, beim Plastikcontainer und natürlich beim Bücherschrank und dann und das ist eigentlich sehr interessant und spannend, ab ersten Mai auf Demonstrationen.

Da war zwar noch nicht so klar, ob man dort nicht auch Masken tragen muß, beziehungsweise ob solche überhaupt möglich wären, weil bis Ende April ja keine Ansammlungen, jetzt, glaube ich, dürfen die auch nicht größer als zehn Personen sein. Aber in Berlin hat es, glaube ich, schon seit Ende März oder Anfang April Anti Corona-Demos gegeben, da kann ich mich erinnern, daß ich mich, als ich das erste Video darüber gesehen habe,  noch gewundert habe, daß sowas dort möglich ist, da habe ich das in Österreich noch für undenkbar gehalten. Dann war eine, ich glaube, am Freitag vor Ostern am Albertinaplatz, die war eigentlich nicht legal, weil sich der Veranstalter, ein Lungenfacharzt namens Dr. Fiala, das Maskentragen verweigerte, die Leute sind aber trotzdem gekommen und wieder interessanterweise, Martin Sellner von den Identitären und Maria Stern von der „Liste jetzt“, also ein totaler Gegensatz, von links und rechts und in den Medien hat man auch, wie in Berlin von Verschwörerungstheoretikern gesprochen und eigentlich  fast erschreckend, daß eine Demonstration gegen die Einschränkung von Freiheitsrechten den Rechten zu überlassen ist, denn von den Linken und den Grünen war diesbezüglich nicht viel zu hören oder vielleicht doch ein bißchen, am ersten Mai, nur die Demo zu der wir eigentlich wollten, haben wir nicht gefunden, beziehungsweise versäumt, weil wir zwischendurch essen waren und es ja immer noch keine offenen Restaurants gibt.

Es gab am Nachmittag des ersten Mais auch eine Protestversammlung der Kunst und Kulturschaffenden und deren Protest hat sich in der letzten Zeit sehr verstärkt, weil jetzt ja alle offnen können, am fünfzehnten Mai, die Restaurants, in zwei Wochen die Hotels und die Bordelle habe ich gehört, haben auch schon aufgemacht, aber bei Kunst und Kulturn noch alles zu, weil die Schauspieler, was deren Protest noch einmal erregte, laut der Staatssekretärin Ulrike Lunacek ja sehr viel spucken und so gab es beispielsweise von Lukas Resetarits einige starke Videos und am Donnerstag eine Pressekonferenz der SPÖ, wo Julja Rabinowich, die Schauspielerin Gerti Drassl, der Puppenspieler Nikolaus Habjan und der Regisseur Markus  Schleinzer ihren Unmut äußersten. Gerhard Ruiss was mich ein wenig wunderte, war nicht dabei, aber da habe ich  in den letzten Tagen einige Fragebogen ausgefüllt, obwohl ich ja da wieder nicht direkt betroffen bin, denn wer keine Lesungen hat, dem können sie nicht abgesagt werden und ich ja, obwohl ich in der letzten Zeit  besonders viel schreibe, nicht nur einen Corona-Roman, sondern auch ein diesbezügliches Gedicht und immer wieder CoronaBestandsaufnahmen, schon mein sogenanntes „Requiem“ also mein zweites „Literaturgeflüstertbuch“ über „Mein Schreiben meine Bücher“ erschienen ist, aber keine Angst ein wirkliches Requiem ist es nicht, schreibe ich ja derzeit fleißig, wenn auch meine literarische Bestandsaufnahme oder ein Stück Literaturgeschichte und die Aussendung von der ich ja immer schreibe, habe ich jetzt auch gemacht, beziehungsweise vier Bücher weggeschickt.

Eines an die NB, eines an den Gerhard Ruiss, eines an die Frau Danielcyck und eines an die „Alte Schmiede“, ob das was bringt, weiß ich nicht, bisher haben meine Aussendungen nie sehr viel gebracht.

Ich würde es mir aber wünschen und Corona-Zeit ist für mich ja Schreibezeit, aber auch und das nicht nur, weil man da ohne Maske hingehen kann, auch Demonstrationszeit, denn ich bin ja auch sehr unzufrieden mit der Situation, vielleicht nicht so wütend, wie der Alfred, dem das Ganze ja sehr beschäftigt, aber ich fühle ich sehr eingeschränkt, möchte weder Maske, noch Überwachungsapp und wenn der Sicherheitsabstand einmal nicht eingehalten wird, kann man auch ein Strafmandat bekommen, was ich  eigentlich kindisch finde.

Die Menschenrechte also wieder zurück bekommen und vielleicht ebenfalls den Corona-Wahnsinn stoppen, obwohl ich da noch immer nicht unterschrieben habe, weil ich das bei der FPÖ nicht möchte und  auch nicht mit den Identitären auf eine Demo gehen, trotzdem habe ich das heute getan, denn da waren ja einige dieser jungen Burschen, die auch noch ihre „Stopp den großen Ausstausch-Zettel“ verteilten, obwohl die Veranstalter betonten, daß sie weder link noch rechts, sondern nur wütend wären.

Aber eigentlich schade, daß der Protest  nur von dort kommt, was sich vielleicht langsam verändert, denn die Zahl der Teilnehmer steigt stetig an und es gibt auch mehrere Initativen, denn eigentlich wollte ich ja an dem „Wir gemeinsam-Demo Spaziergang“  mitgehen, der sich jeden Samstag vom Josefplatz zum Donaukanal begibt und habe mich diesbezüglich auch mit Cornelia Stahl verabredet, um ihr mein neues Buch zu geben, aber die „Iinitative für edivdenzbasierte Corona-Informationen“ traf sich am Donnerstag um fünf am Ballhausplatz und so habe ich derzeit ein dichtes Demonstrationsprogramm und bin am Donnerstag, wie eine Zeitlang vor einem Jahr  öfter bei den Donnerstagsdemonstrationen am Ballhausplatz gestanden.

Ein anderes Publikum ein anderes Thema, aber, vielleicht leisere „Kurz muß Weg!-Rufe“ hat es auch gegeben, aber der hat und das ist vielleicht auch interessant, jetzt von den „Neos“ eine Anzeige bekommen, weil er sich am Mittwoch im kleinen Walsertal mit den Bewohnern dort getroffen hat, die den Abstand nicht eingehalten haben und Maske hat er auch nicht getragen, was vielleicht ein gutes Zeichen ist, daß sich langsam herumspricht, daß das Maskentragen im Freien nichts bringt und man sonst nur die Bakterien einatmet, die vielleicht schädlich sind und außerdem, trägt man sie länger, auch zu wenig Sauerstoff bekommt.

2020-05-08

Rund um die Burg elektronisch

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
Tags: , ,

Das Festival „Rund um die Burg“, aus einem Zelt zwischen Burgtheater und Cafe Landtmann gibt es seit 1992. Da war ich mit der Betreuung meines Vaters sehr beschäftigt und habe es, glaube ich, wie auch das Rathaus Filmfestival etwas verspätet mitbekommen.

Dann bin ich aber hingegangen und habe mich auch bemüht, auch einmal, vor mir aus um drei Uhr früh dort zu lesen. Die freundliche Organisation hat es mir auch versprochen, gekappt hat es natürlich nicht und ich habe ebenfalls länger gebraucht, bis ich es geschafft habe, wirklich die ganze  Nacht, denn das war ja das Besondere an dem Festival, dort zu bleiben.

2009 gab es dann, glaube ich, schon die Gerüchte, daß das Festival abgeschafft werden soll. Das war dann nicht so, es wurden nur die Veranstalter und das Konzept gewechselt und jetzt gibt es „Rund um die Burg neu“, das dann nur mehr, glaube ich, bis Freitag Mitternacht und Samstag Mittag schon, wie ich Ursula Scheidle vorhin sagen hörte, seit  fast zehn Jahren.

Ein paar Mal war ich auch dort, habe darum gekämft, daß ich trotz des ausreservierten Burgtheater zu der Lesung von Otto Schenk durfte und auch, daß Andrea Grill, um Mitternacht lesen konnt, obwohl sich die Veranstalter nicht vorstellen konnte, daß dazu Leute kommen würden, aber wenn man von der Bel Etage in den Landtmann-Keller gehen muß, hat es etwas gedauert, bis man den Veranstaltungsort erreichte.

Die letzten Jahre war ich dann nicht mehr so oft dort, weil in Harland, weil bei Luis Stabauer am Attersee, etcetera.

Letzte Jahr bin ich nach meinem Knöchelbruch wieder hingehumpelt, aber früher weggegangen, weil mir die Ruth gesagt hat, daß keine Straßenbahnen am Ring fahren und ich auch sicher sein wollte, daß ich die letzte Bim nicht versäumte und heuer ja heuer ist alles anders, das Corona-Virus hat uns umarmt, keine Veranstaltungen mehr bis mindestens Ende Juni, vielleicht auch kein „Bachmann-Preis“, obwohl man den ja problemlos online veransgalten kann, dafür Online-Lesungen und jetzt auch „Rund um die Burg-digital“.

Eine tolle Idee die Literatur per Video ins Haus zu bringen, damit man den Anschluß nicht verpasst und die Autoren zu ihrem Honorar kommen, aber schon ein wenig seltsam, ein Festival zu besuchen, das „Rund um die Burg“ heißt und dann sieht man die Autoren in ihren Arbeitszimmer meistens vor dem Bücherregal, seltsam ja,  eine gute Idee, denn ich fürchte ohnehin, ich habe trotz der Online Lesungen und meiner Leseliste, den Anschluß schon ein wenig versäumt, obwohl ich ja auch den Leipziger Buchmesse- Onlinetag inhalierte.

„Rund um die Burg“ also digital am Freitag den achten Mai, der ja auch ein besonderer Tag ist, im Viertelstundenrhythmus online von zehn bis Mitternacht und alles, was das Leserherz erfreuen kann, ist vertreten. Ein Gewinnspiel gibt es auch, wo man drei Fragen beantworten muß, was kein Problem darstellt, aber die Teilnahmebedingen, die man gelesen haben sollte, waren zuimindestens zu dem Zeitpunk.t wo ich sie aufrufen wollte, nicht zu erreichen.

Beschäftigen wir uns also mit dem Leseprogramm, wo man zuerst Ursula Scheidle und einen jungen Mann vor einer Buchwand sah. Dann kam der Bürgermeister, der auch die Lesefreunde und den Wert der Literatur lobte.

Dann hat es mit Hugo Portisch, den beühmten Berichterstatter, der mit schon etwas zittriger Stimme aus seinen Lebenserinnerungen las und davon, daß er eine „Kurier-Sonderausgabe“ zu „Österreich ist frei!“ am Wiener Westbahnhof verteilen wollte, das aber ohne Genehmigung nicht durfte.

Christoph Kotanko hat ein neues Kreisky-Buch über den „Kultkanzler“ geschrieben und Wolfgang Paterno über seinen nie gekannten Großvbater, der als Widerstandskämpfer gehängt wurde. Wie lebt man mit einem solchen „Großvater ohne Kopf,“ wie Wolfgang Paterno das nannte, der eine Familienlegende ist, der einen aber nie über den Kopf streichen wird?

Rafik Schami, der syrische Autor, der glaube ich in Deutschland lebt und schon einmal Gegenstand der „Eine Stadt ein Buch-Aktion“ war, die ja die „Rund um die Burg-Organisatoren“ auch veranstalten, las eine Geschichte über seineMutter, die sich vor dem Meer fürchtete.

Lisz Hirn, die Philosophin habe ich während der Krise schon mehrmals aus ihren Buch „Wer braucht Superhelden?“ lesen oder diskutieren gehört.

Dann kam die Krimiautorin Maria Publig, die ich zwar nicht kenne und auch noch nichts von ihr gelesen, aber ihre Visitenkarte zu Hause habe, weil sie mir der Alfred gab, als er die Buchhandlung der Lisa, die einmal auf die Anna aufpasste, besuchte und die Autorin dort gerade anwesend war.

Jetzt saß sie in ihrem Garten, wahrscheinlich im Waldviertel, begrüßte ihre Zuhörer, wünschte ihnen alles Gute und stellte ihnen ihren neuen Krimi „Waldviertelfuch vor“.

Dann kam Georg Biron, der schon bei den von mir organisierten „Tag der Freiheit des Wortes- Veranstaltungen“, die auch bald kämen, aber  nicht mehr von mir organisiert heuer auch ausfallen. Er las über einen Krieg, den er im Libanon erlebte und sich dabei an seinen Vater erinnerte, der ihm einmal am Graben oder auf der Kärtnerstraße niedergeißen hat, als dort ein Flugzeug über ihren Köpfen brauste.

Lucia Leidenfost las aus ihren neuen Buch „Wir verlassenen Kinder“ und forderte die Zuhörer auf, es zu kaufen, ich habe es aber schon gelesen und Martin  Mucha, der, glaube ich, auch einKrimischreiber ist, las aus „Diamantencollier“ und veranstaltete ein privates Gewinnüpiel dabei. Wer weiß an welchen Ort das Buch spielt, soll sich beim Verlag melden und bekommt dann ein Geschenk, ich habe aber noch nichts erkannt.

Die 1987 geborene Anna Herzig machte für ihren „Herrn Rudi“ besonders viel Werbung und bekannte sich auch dazu, daß ihre besten Freunde Männer sind.

Daniel Zipfels „Wahrheit der anderen“ habe ich genauso, wie Peter Simon Altmanns „Das Andere“ schon gelesen, während mir Andreas Schindls „Die Verspätung“ unbekannt war, aber auch von einem verstorbenen Großvater und den Kriegserinnerungen handelt.

Ebenso schon gelesen Katja Jungwirths Buch über ihre Mutter und das habe ich ja bei den „Corona-Lesungen“ kennengelernt und mir gleich bestellt.

Dann gings mit Thomas Brezina, Silja Topfstedt, Michael Schottenberg und Erich Schleyer in die Kinderschiene.

Thomas brezina hatte, glaube ich, in „Alarm, Schulspuk“ eine neue „Knickerbocke-Folge“, während Silja Topfstedt ein Kindersachbuch über den Umgang mit dem Müll hatte und Michael Schottenbertg, der ehemaligen Theaterdirektor, der in seiner Pension auf Reisen geht, habe ich bei der letzten“ Rund um die Burg“ als Autor kennengelernt, daß der auch „Schotts schönste Tiergeschichten“ geschrieben hat, war mir neu und Erich Schleyer ist ja ein bekannter „Geschichtenerzähler“ und dockte an die Streitigkeiten an, die aufgrund der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona Krise, in der man sich ja nicht streicheln darf, entstehen können.

Dann kam Monika Helfer mit ihrer „Bagage“, von dem ich schon sehr viel gehört habe und dann noch ein schon gelesenes Buch, nämlich Simone Hirths „Loch“.

Raoul Shrott mit dem ich schon einmal im Naturhistorischen Museum war, hat eine „Geschichte des Windes“ geschrieben.

Die1952 geborene britische Schriftstellerin Hilary Mantel, hat auch ein Buch bei der „Eine Stadt ein Buch-Aktion“.

Ihr „Jeder Tag ist Muttertag“, das ja gut zum kommenden Sonntag passt, habe ich aber noch nicht gelesen. Jetzt las sie auf Englisch aus „The Mirror and the light“, das auf Deutsch ganz einfach in „Spiegel und Licht“ übersetzt wurde.

Dann kam wieder eine Bekannte, nämlich Bettina Gärtner, die ich regelmäßig bei Veranstaltungen sah, die vier Stellen aus ihrem bei „Droschl“ erschienenen Roman „Hermann“ las.

Dann wurde es wieder lustiger, denn Robert Sommer, der ehemalige Sportchef der Kronenzeitung, nicht zu verwechseln mit dem „Augustin-Herausgeber“, den ich schon im Vorjahr bei „Rund um die Burg“ kennenlernte, hat ein Buch namens „Doktorspiele“ geschrieben, die er als satirisches Verständnis über den Arztbesuch und die Einstellung der Österreicher versteht und kündigte gleich sein nächstes Buch an, das im Herbst erscheinen wird, an.

Danach gings um leichtes Lesen, beziehungsweise um einen Text von Franz Kafka, der auf das A2- Leseniveau übersetzt wurde. Was ja sehr interessant ist und viele Fragen aufwirft. Denn einerseits ist es ja wichtig die Freude am Lesen durch Verständlichkeit zu wecken, aber ob man in einen literarischen Text eingreifen darf,  bin ich mir nicht ganz sicher.

Dann gings zu den Krimis, die ja wahrscheinlich auch eher leicht zu lesen sind und zu Claudia Rossbachers elften Steiererkrimi „Steirerstern“, ein paar der anderen Bücher habe ich ja schon gefunden, bin aber, eh schon wissen, noch nicht so an das Lesen gekommen, obwohl Claudia Rossbacher, wie sie sagte, schon weiter an ihrer  Serie schreibt.

Dann kam der Statistiker  Klemens Himpele mit seinem Buch „Statistisch gesehen“ und gab Daten, wie das mit der Sterberate, dem Geburtsgewicht und den Seuchen Pest, Grippe, Cholera, etcetera, so ist.

Dann kam der „Eine Stadt-ein Buch-Autor“  Stewart o`Nan von 2017, der wieder auf Englisch aus „Henry Himself las.

Dann gings um „Moleküle“, beziehungsweise um die Biografie die Ursel Nendzig über die Biochemikerin Renee Schröder geschrieben hat, die die beiden Frauen im Gespräch vorstellten.

Dann kam wieder eine Familiengeschichte,  in der 1957 geborene Günther Zäuner, die Kriegserlebnisse seines Onkels Manfred bei der „Editon Roesner“ erscheienen, erzählt.

Der Kabarettist Joesi  Prokopetz hat auch ein Buch „Alltag ist nicht ein Tag im All“, geschrieben, das allerlei Erlebnisse, sowie auch Gedichte enthält.

Dann kam ein Gespräch zwischen Ursula Scheidle und der 1979 geborenen kurdisch-türkischstämmigen Fernsehmoderatiorin Eser Akbaba über ihr Leben beziehungsweise ihr Buch „Sie sprechen ja Deutsch!“, in dem sie über das Aufwachsen als Gastarbeiterkind erzählt.

Die nächste Autobiografie kam dann gleich von der 1943 geborenen Chris Lohner „Ich bin ein Kind der Stadt“, das ist zwar der Titel eines Wildgans-Gedicht „die Leute meinen und spotten leichthin über unsereinen, daß solch ein Stadtkind keine Heimat hat“, trifft aber wahrscheinlich für viele zu.

Dann folgte die Juristin und Krimiautorin Eva Rossmann, von der ich fast alle Krimis gelesen habe, mit einem Dialog zwischen einen TV-Kommentator und einer Reinigungsfachfrau, die in einen Keller eingesperrt sind und sich miteinander unterhalten, ein Text, der  in der nächsten „Eine Stadt – ein Buch- Anthologie“ erscheinen soll.

Den amerikanischen Bestsellerautor John Strelecky „Das Cafe am Rande der Welt“, habe ich auch vor einem Jahr bei der letzten „Rund um die Burg“ kennengelernt, jetzt gab es wieder ein Gspräch mit Ursala Scheidle auf Englisch mit ihm über seine Bücher und jetzige Situation.

Von der Esoterik ging es dann zur Psychotherapie, beziehungsweise zu der 1944 geborenen Rotraud A. Perner, die mich einmal vor vielen Jahren in einer Volkshochschule angepflaumt hat, weil ich ihrer Meinung nach mit der kleinen Anna zu antiautoritär umgegangen bin, die ein  Kapitel aus ihrem Buch „Aufrichten!“, vortrug.

Mit dem Sachbuch, beziehungsweise der1939 geborenen ehemaligen Burgschauspielerin Erika Pluhar, die inzwischen schriftstellerisch tätig ist, ging es dann gleich weiter, las sie doch einen Text aus ihrem bei „Residenz“ erschienen Essayband „Die Stimme erheben“, man beachte den ähnlichen Titel zum Perner-Buch, aus dem sie den 2002 erscheinenen Text „Starke Frauen am Theater“ und dann noch einen aus 2009 mit dem Titel „Ein perfekter Tag“ las.

Dann kam Michael Köhlmeier mit  seinen „Märchen“ und las eines von einer  „Traurigen“, die nur lachen konnte, wenn die anderen für sie böse Taten taten, das sehr verstörend war.

Dann kam Günther Neumanns Roman „Über allem und nichts“, der von einer Pilotin handelt und ebenfalls bei „Residenz“ erschienen ist.

Dann kam noch einmal Thomas Brezina, der ja, wie er sagte auch Bücher für Erwachsene schreibt und eine „Freude Notfallsapotheke“ hat, wo er einen Tip gegen das Jammern gab und von einer hundertjährigen Frau erzählte, die sich statt das zu tun, immer etwas hat, auf das sie sich freuen kann. wenn das nur so einfach wäre denke ich und bin skeptisch, ob das in Zeiten, wie diesen, wirklich so einfach gelingt.

Elisabeth Klar, die anschließend dran war, habe ich schon im Februar in der „Gesellschaft“ aus „Himmelwärts“ lesen gehört, ein Buch das mir auf Grund der gehörten Stellen, vielleicht besser gefallen könnte, als „Wie im Wald“ mit dem ich meine Schwierigkeiten hatte.

Dann gings schon um zehn wirklich zur Kriminacht, die es bei „Rund um die Burg-alt“, glaube ich, immer nach Mitternacht gab und Andreas Pittler von dem ich „Chuzpe“ gelesen habe und ihn auch auf mehreren Lesungen hörte, ist mit seinen historischen Krimis inzwischen bis1978 und auch zum Fußball gekommen. Der Text ist wieder eine Geschichte, die in der schon erwähnten Anthologie enthalten sein wird.

Gerhard Loiblsberger, auch ein historischer Krimischreiber hat mit „Alles Geld“ der Welt einen Wirtschaftskrimi geschrieben, der vom Börsenkrach von 1873 handelt.

Manfred Rebhandl, den ich glaube ich einmal in Leipzig kennenlernte und mit dem ich auch schon vor dem offenen Bücherschrank gelesen habe, stieg mit seinem Bademeisterkrimi  „Sommer ohne Horst“, der im Ottakringerbad spielt, wieder in die Gegenwart  ein  und wünschte am Schluß alles Gute und natürlich bessere Zeiten, wo man sich wieder eincremen und miteinander ins Wasser springen kann.

Und der mir bis dato unbekannte Bastian Zach hatte wieder einen historischen Krimi, der1876 im Wiener Prater spielt, von dem er Spannung bis zum Schluß versprach.

Dann folgte ein weiterer Krimiautor nämlich Stefan Slupetzky aber nicht mit seinem „Lemming“, den ich ja bei den „Wilden Worten“ hörte sondern mit  „Bummabunga“, eine Geschichte, die er, wie er betonte, schon im Jänner geschrieben hat, obwohl sie von einer Pandemie handelt, die man mit Schnaps bekämpfen kann, – wieder  ein Vorgriff auf die schon erwähnte Anthologie zur nächsten „Eine Stadt-ein Buch-Aktion.“

Das war die Krimischiene, dann folgten noch Tex Rubinowitz,  der „Bachmannpreisträger“ von 2014, der das Szeneleben der neunzehnhundertachtziger Jahre beschrieb und T. C. Boyle, der mit „America“, der Stadt Wien auch ein Buch schenkte und das war es dann von zehn Uhr früh bis Mitternacht eigentlich intensiver als früher und jetzt raucht der Kopf vor all der vielen Neuererscheinungen, quer durch den Gemüsegarten, der Literatur, wie ich es ja sehr gerne mag.

Neues und auch unbekannte. Einige der Bücher habe ich ja schon gelesen und sicher wieder einen Einblick bekommen, was sich diesen Frühjahr und Sommer im Wiener Literaturbetrieb tut und schön, daß man so eine Veranstaltung auch online veranstalten kann.

Bei der „Literatur und Wein“, wo Stefan Slupetzky schon öfter gesungen hat, gab es das ja nicht, nur meinen Online-Bericht und da fällt mir ein, daß ich ja, auch wenn es nervt, am Schluß , wenn ich da schon nicht lesen durfte, auch ein wenig Werbung für mich selber machen kann, also die „Vorschau auf mein neues Buch“, das ja am Dienstag erscheinen soll und auch auf die Lesungsvideos, die es von mir gibt, kann ich, auch wenn es keine Neuerscheinungen sind, für die die es interessiert, wieder hinweisen und jetzt gute Nacht,  das Weiterlesen vom „Kanzleimord“, das ich eigentlich noch vorhatte, lasse ich lieber aus.

Alle Videos kann man, das will ich noch erwähnen, auch bei you tube finden und nachhören.

2020-05-03

In Zeiten der Ansteckung

Filed under: Bücher — jancak @ 00:57
Tags: , ,

Jetzt kommt ein kleines dünnes Büchlein, cirka siebzig Seiten, als E-Book Anfang April, als Taschenbuch bei „Rowohlt“ Ende April erschienen, des 1982 in Turin geborenen Paulo Giordano, der Physik studierte, aber sehr bald mit seinen „Einsamkeit der Primzahlen“ zum Bestsellerautor wurde.

Das Buch habe ich, 2012 glaube ich im „Wortschatz“ gefunden und bin so in Kontakt mit dem jungen Autor gekommen. Ein zweites Buch „Der menschliche Körper“, habe ich auch dort gefunden aber noch nicht gelesen. Das Dritte „Den Himmel stürmen“  hat mir, als ich das letzte Mal auf der Buchmesse war, ein Mitarbeiter, den es dort nicht mehr gibt , empfohlen und dann geschickt, als es  erschienen ist.

Da hätte es in Frankfurt, glaube ich, auch eine Party mit Wein und Antipasto gegeben, aber dorthin fahre ich ja nicht, also beim Lesen selber den Rotwein, wahrscheinlich war es kein italienischer, eingeschenkt und  nun ist der studierte Physiker offenbar unter die Sachbuchautoren gegangen, beziehungsweise, hat er Ende Februar, Anfang März, als die Pandemie noch eine Epidemie war und gerade von China nach Italien überschwappten und hierzulande noch die Chinesen auf der Straße beschimpft wurden, die wahrscheinlich schon in Wien geboren wurden und seit Jahren nicht mehr dort waren, ein Büchlein mit seinen Gedanken, die ungefähr, so wie bei den meisten „Krise als Veränderung“, lauten, herausgegeben, das ich, die ich mich ja natürlich für die Krise interessiere und mir auch meine eigenen Gedanken darüber mache, begierig gelesen.

Und ich kann schreiben, wie auch manche Amazon-Autoren, soviel Neues finde ich darin nicht, sondern wahrscheinlich genau das, was ich ungefähr eine Woche nach den von Giodano genannten Zeitpunkten dachte, als ich das letzte Mal bei einer literarischen Veranstaltung, also im Literaturhaus war, versuchte den Sicherheitsabstand einzuhalten, aber noch einige Hände entgegengestreckt bekommen habe, dachte „Das Virus macht mir keine Angst, der Polizeistaat und die Entmüdigungen, die daraus entstehen können, aber schon!“, habe ich, glaube ich, zur Erika Parovsky, die gerade von Israel zurückgekommen ist und zu Elfriede Haslehner, vielleicht auch zu Ruth Aspöck gesagt und kann mich noch erinnern, daß ich, als von den möglichen Geschläftschließungen, die es damals in Italien schon gab, die Rede war „In ein zwei Wochen ist das dann auch bei uns so weit!“, sagte. Das kam dann viel früher, denn schon am nächsten Tag gab es die erste Pressekonferenz mit Kanzler Kurz, der „Bleiben Sie zu Hause und stellen Sie Ihrer Großmutter die Einkäufe vor die Tür!“, sagte und ich war an dem Büchlein natürlich besonders interessiert, weil es ja die Zustände in Italien schildert, das damals nach China noch am meisten davon betroffen war, Spanien, Frankreich, England, USA folgten und das Spannende ist, daß das, was Paolo Giordano da Ende Februar, Anfang März schrieb, sich so gar nicht davon unterscheidet, was ich immer noch über das Sars Cov 2- Virus, heißt es, schreibt Giordano und die daraus entstehende Krankheit „Covid 19“ denke.

Da gab es ja von Anfang an die Information, daß dieses Virus zwar sehr ansteckend ist, aber nur ein kleiner Teil erkrankt, die meisten merken die Ansteckung gar nicht, aber die betroffenen, ältere und kranke Menschen erwischt es dann sehr intensiv, so daß in Folge der weltweiten Globalisierung, Panik den ganzen Globus erfüllten, es zu Shutdowns und weiterer Folge zum Niedergan der Wirtschaft führte.

Aber stop halt, noch sind wird nicht soweit, noch haben wir Ende Februar, in Italien werden die ersten Gebiete geschlossen, in Österreich treten Ärzte im Fernsehen auf und erklären, wie man sich die Hände wäscht und das man diese keinem geben soll.

Paolo Giordano erklärt dann ganz genau, den Widerstand, den es erweckt, wenn man sich plötzlich zu Gusten aller einschränken soll oder muß. Er führt ein Beispiel an, daß er an diesem Wochenende, noch im Februar, wo eingeladen war, aber schon niemanden küßen wollte, was da noch allgemeines Unverständnis erregte und schreibt später von einem Geburtstagsfest zu dem er gerne gegangen wäre, aber die Vernunft und der gesunde Menschenverstand, wie, glaube ich, derzeit Vizekanzler Kogler gerne sagt, hinderten ihn daran.

Der Mathematiker führt auch mathmatische Beispiele bezüglich der Ausbreitung des Virus an , das von Fledermäusen übertragen wurde und der Markt von Wuhan, wo diese Tiere verkauft werden, ist sehr eng. Inzwischen gibt es ja Zweifel, ob das Virus wirklich von dort her kommt und die sogenannten Fakenews bezüglich des Entweiches aus einem geheimen Labor gibt es auch. Da meint Giordano, das soll man lieber in einen Film so beschreiben und sich besser an die Fakten halten und kommt dann zu der Chance, die das Ganze hat und die ungehemmte Globalisierung, die die schnelle Ausbreitung natürlich sehr beschleunigt hat, gibt es auch zu überdenken.

Am Schluß zitiert er einen Bibelvers, den Psalm 90 „Unsere Tage zu zählen lehre uns“ und natürlich ist die Krise eine chance sein Leben zu überdenken und zu überlegen, was man nachhher vielleicht anders machen will.

Ich habe das getan und denk,e es ist für mich vielleicht ein sanfter Beginn in meine Pension einzusteigern und mich nicht mehr so zu ärgern oder zu kränken, wenn die Klienten nicht kommen, wenn ich in der „Alten Schmiede“ oder in der Gesellschaft“ nicht lesen darf, etcetera weil ich mir ja meine Bücher selber mache, bezweifle aber, daß die Krise allgemein wirklich zu einem Umdenken führen wird.

Sie wird die Welt verändern, sicher, die Fluglinien gehen ja ein, und diePolitiker sind wohl auch auf die Idee gekommen, das Beispiel Chinas, das schon in der Überwachung viel weiter ist, zum Wohle der Gesundheit allgemein einzuführen, aber sonst wird die Welt durch das Virus wohl nicht besser werden.

Ganz im Gegenteil meint die Pessimistin und glaubt auch, daß sich Viren in Zukunft wohl schneller und öfter verbreiten werden und das Umgehen damit, also die Angst davor, im Zeiten der Globaliierung zugenommen hat.

Ein interessantes Buch, wenn auch nur sehr dünn, wahrscheinlich schnell hinuntergeschrieben, um sich in Zeiten der Krise zu ordnen und alles zu überdenken, wie Giordano am Anfang schreibt. Das nicht soviel Neues bringt, weil sich die Zeiten inzwischen auch verändert haben und wir inzwischen schon in der Phase des vorsichtigen Öffnens sind und begierig darauf warten, ob nun eine zweite Welle kommt oder nicht und, ob die Maßnahmen zu übertrieben oder richtig waren, werden wir erst später wissen.

2020-05-01

Kein Maiaufmarsch mehr?

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 21:27
Tags: , , ,

Ich bin ja, wie ich immer schreibe als Tochter eines sehr aktiven SPÖ-Funktionärs in einem dieser schönen, wohl nicht so berühmten alten Gemeindebau aus den Zwischenkriegsjahren aufgewachsen und mit meinen Vater und meiner 1978 verunfallten Schwester Uschy, glaube ich, Jahr für Jahr beim Maiaufmarsch von der Hernalser Remisse zum Rathausplatz marschiert, habe da einmal dem Bürgermeister Jonas einen Maiglöckchenstrauß in die Hand gedrückt, den ich wohl vorher von irgendwem bekommen habe, das Bild war, glaube ich, in der AZ und später ein anderes, wo ich mit einer Reihe Mädchen in einem weißen Kleid, das unten einen rotweißroten Streifen hatte, mit der Tanz- oder Rhytmmikgruppe der Kinderfreunde, die ich jahrelang besuchte, die Alserstraße in Richtung Rathausplatz entlangmarschiert bin und da kann ich mich erinnern, daß es mir schwer gefallen ist, den Rhythmus einzuhalten, also im Gleichschritt zu spazieren.

Später bin ich nicht mehr mitgegangen, habe ich die sozialistische Gesinnung im Gemeindebau, wenn auch vielleicht liebevoll gemeint, als soziale Kontrolle empfunden und das erste Mal, als ich wählen konnte, da war ich zwischen neunzehn und einundzwanzig, denn da wurde das Wahlalter ja von einundzwanzig auf neunzehn hinabgesetzt und ich habe schon studiert, aus Protest gegen meinen Vater, die ÖVP, gewählt und dann nie  wieder, wie ich beteuere und in Zeiten, wie diesen schon gar nicht und so bin ich am ersten Mai auch nicht mehr mitmarschiert.

Am ersten Mai  1981 wurde der  Stadtrat Nittel ermordet, dessen Frau war Kindergartenleiterin und in deren Kindergarten war meine Mutter Helferin, die, glaube ich, mehr katholisch als SPÖ-Parteimitglied war, aber ein guter Mensch, die sich  gern und pflichtbewußt, um andere kümmerte.

Da ist, glaube ich, der Maiaufmarsch ausgefallen und ich habe da, glaube ich, schon Gastarbeiterkinder betreut und kann mich an ein Gespräch erinnern, wo ein solcher Jugendlicher enttäuscht war, nun nicht mehr mit dem Nelken geschmückten Fahrrad zum Rathaus fahren zu können.

Dann kam irgendwann das Jahr zweitausend mit schwarz-blau eins und da kann ich mich erinnern, daß ich mit dem Alfred das erste Mal wieder an einem solchen teilnahm.

Wir sind aber, glaube ich, bei dem der Kommunisten von der Albertina zum Parlament mitgegangen. Vorher waren wir wohl öfter am „Tag der Arbeit“ in Harland und da ist ja die kleine Stadt Wilhelmensburg in der Nähe, wo es immer einen traditionellen Kirtag gibt, wo die Standler Süßigkeiten, Unterhosen, etcetera verkaufen, da sind wir öfter mit der kleinen Anna und dem Rad hingefahren.

Später dann regelmäßig der Maiaufmarsch der KPÖ und weil, der immer etwas später als der Sozialisten war, sind wir dann zum leeren Rathausplatz geschlendert, das Cover von der „Viertagebuchfrau“ zeugt davon und haben da öfter die Ruth getroffen, die ja, glaube ich, eine aufechte Sozialistin ist und mit der roten Nelke und öfter Mal dort begegnete.

Ein paarmal bin ich später auch zuerst mit den Sozialisten von Margareten marschiert, beziehungsweise zum Rathausplatz gegangen und dann zurück zur Albertina. Bin da aber seltsamerweise nie ganz vorne, also bis zur Tribüne, wo der  winkende Bürgermeister steht, gekommen, sondern meistens dort am Spalier stehengeglieben, wo ich ein paar Bekannte getroffen habe. Einmal kann ich mich erinnern, war ich da mit der Ruth und dem Robert Eglhofer, der ja, glaube ich, auch eher katholisch als sozialistisch ist, als der Bundeskanzler Faymann vorübermarschierte und ausgerechnet neben uns Bekannte traf, denen er die Hand gab. Das wurde natürlich von einem Kamerateam gefilmt und dem Robert war es, glaube ich, peinlich, etcetera.

Vor ein paar Jahren am dem legendären ersten Mai, als der Bundeskanzler Faymann bei seiner Ansprache ausgebuht wurde und dann bald darauf zurückgetreten ist, waren wir wieder einmal in Wilhelmsburg, ich und der Alfred, die Anna hat da, glaube ich,  noch in Wien gewohnt, es hat uns aber nicht mehr so gefallen und der Alfred war enttäuscht, den legendären Auftritt verpasst zu haben.

Früher sind  die Straßenbahnen am ersten Mai gefahren, damit die Fahrer und die Schaffner mitmarschieren konnten, das wurde irgendwann abgeschafft oder nur soweit eingeschränkt, daß man auf den Zufahrtswegen marschieren konnte.

1989 bin ich von St. Pölten zuerst nach Wien und dann nach Klagenfurt gefahren, weil ich ja zu einer Lesung beim „Preis der Arbeit“, den es da einige Jahre gegeben hat, eingeladen, beziehungsweise in die engere Auswahl gekommen bin und am nächsten Tag mit dem Blumenstraß und der Irma Schwager, die ja, glaube ich, KPÖ- Frauenvorsitzende war und dort wahrscheinlich bei einer Maiveranstaltung war, zurückgefahren.

Ein paar Mal bin ich mit der KPÖ-Margareten mitgegangen und habe vorher mit ihnen gefrühstückt. Da hat, kann ich mich erinnern, ein Polizist die paar Hansln, die da zur Albertina wollten, durch den Verkehr am Karlsplatz geleitet und voriges Jahr hatte ich zwar keinen Gips mehr, aber das Gehen war sehr schwierig, der Alfred war mit dem Karl auf Reise, am Tag vorher war unser zweiter Spaziergang im öffentlichen Raum zur „U-Bahnkunst“, wo auch nur ein paar Hansln mitmarschierten und die alle den Kopf schüttelten, als ich sie fragte, ob sie zum Maiaufmarsch gehen würden?

Ich habe es dann auch nicht getan, sondern stattdessen meine Abrechnung gemacht und mir per lievestream das Maifest der FPÖ angehört. Es waren ja Europawahlkampfzeiten und mir die Aufregung gegeben, die entstand, weil die SPÖ bei einem Maifest, der von ihr engagierten Musikgruppe, das Singen eines Gabalier-Liedes durch Stromabschaltung verbieten wollte.

Das war noch kurz vor Ibiza, heute ist alles anders, nicht nur, daß Herbert Kickl nicht mehr Innenminster ist und wir eine türkis-grüne Regierung haben, nein, Corona hat uns überallen. Es gibt Ausgangsperren, Massenansammlungen sind  verboten und die sozialistischen Parteireden sollen, wie ich höre, per Livestream veranstaltet werden.

Also kann ich auch heuer in Ruhe meine Abrechnung machen und mich in meinen ersten MaiArchiven umsehen und mich an das starke rote Wien zurückerinnern, bis dann an einem zwölften Februar der Austrofaschimus kam und an dem darauffolgenden ersten Mai ist es, glaube ich, einen illegalen Spaziergang gab, an dem mein Vater höchstwahrscheinlich dabeigewesen ist, habe ich gedacht, aber dann wurden ja die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben, der erste Mai zum „Tag der Freiheit“ erklärt und außerdem fünfzehn Demonstrationen angemeldet.

So sind wir, während die SPÖ, eine erste  Mai-Show mit Reden in einem Museum oder Archiv mit Bildern von der ersten Maigeschichte und vom Karl Marx Hof, glaube ich,  mit Pamela Rendi-Wagner und Michael Ludwig, zelebrierte, mit den Alfred an der Kundgebung der Türken und der Kurden vorüber zur Albertina gegangen, wo es schon vor einer Woche eine Demo mit Martin Sellner gab, um zu schauen, was da passiert.

Es waren auch schon die Polizei und einige Leute da, Gerald Grassl und den Freund der Doris Nußbaumer habe ich erkannt, wir sind nach einer Weile ein Stück losgegangen, mußten am Ring warten, bis die Türken und die Kurden vorüber waren und marschierten dann seltsamerweise statt zum Parlalment zum Ballhausplatz, weil es, wie ich herausfand, keine Kundgabeung der KPÖ, wie erwartet, sondern eine von Gerald Grassl angemeldete war, der dann auch eine Rede hielt.

Wir haben vor der Oper auch die Ruth angerufen und uns mit ihr getroffen und sind dann noch ein bißchen auf den Rathausplatz gegangen, wo statt der Sozialisten, der Vertreter der „Kubanischen Gesellschaft“ und noch andere Gruppen den ersten Mai hochhielten.

Um halb sechs gab es am Heldenplatz noch eine Demo für Kunst und Kultur mit zwei Meter Abstand, wo die Reporterin ohne Grenzen Rubina Möhring, die Regisseurin und Schauspielerin Ruth Breuer und noch einige über den Notstand, den die Künstler ausgesetzt sind, eine Rede hielten, die von Susanne Scholl habe ich versäumt, weil ich erst später hingekommen bin, aber eigentlich müßte ich ja meinen Freund Uli Recht geben, ich bin zwar keine Hobbyautorin, noch immer nicht, da ich aber keine Lesungen habe, die mir ausgefallen sind, habe ich keine fehlenden literarischen Einnahmen, denn gelebt habe ich immer von der Psychologie, die Ruth hat mir aber am Vormittag erzählt, daß ihr einige Lesungen ausgefallen sind und sie auch nicht weiß, ob ihr geplantes nächstes Buch erscheint.

Gekannt habe ich von den ungefähr hundert Teilnehmern niemanden, das ist zwar mit Masken wahrscheinlich etwas schwer, ich habe aber keine Autorenkollegen von der GAV oder so gesehen.

2020-04-16

Kein internationales Kulturfestival „Literatur & Wein“

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
Tags: ,

Die „Literatur und Wein“ hätte zwischen dem sechzehnten und neunzehnten April zum zweiundzwanzigsten Mal in Krems und Göttweig stattfinden sollen.

Initiiert wurde das Festival von der Leiterin der NÖ-Literaturhauses Sylvia Treudl, die ich vor mehr als zwanzig oder dreißig Jahren als Leiterin des „Milena-Frauenverlags“ kennenlernten, wo ich ja meine Texte lange hinschickte und schickte, ich sehe sie auch meistens bei den IG-Autoren, bei der GAV  nicht, da sie da kein Mitglied ist und  auf das Festival ist der Alfred 2013 aufmerksam geworden. Ich wußte schon früher davon, weil Sylvia Treudl ja bei der IG davon berichtete und mir auch immer das Programmheft zuschickt, da man da aber Eintritt zahlen muß und ich ja nicht so gern zu bezahlenden Veranstaltungen gehe, hat der Alfred die Festivalpäße oder, ich glaube, am Anfang waren es sogar noch Einzelkarten,, gekaufgt und seither sind wir Jahr für Jahr hingepilgert.

Das Vorjahr mit Gips, heuer habe ich mir gedacht, daß ich mich ja vielleicht wie in Basel dafür auch akkreditieren lassen könnte, weil ich ja immer so getreulich und ausführlich darüber schreibe und der Alfred die schönen Fotos macht, weil das aber nicht zu gehen schien und  auch schon das Corona-Virus so langsam auf uns hinüberschwabbte, haben wir beschloßen das Festival heuer auszulassen, weil ich ja ohnehin die Erfahrung machte, daß ich sehr viel davon jeweils schon gelesen hatte oder die Autoren, es werden ja immer nur sehr prominente eingeladen und nicht due sogenannten Hobby oder Indieautoren, wie ich eine bin, schon bei anderen Veranstaltungen, wie in der Hautpbücherein, in der „Alten Schmiede“ etcetera gehört.

Dennoch habe ich als Anfang März, die ersten Veranstaltungen abgesagt wurden, auf die Facebookseite geschielt, wo die Lyrikheftchen, die ja jedes Jahr für das Festival gedruckt werden, vorgestellt wurden, das neue Design der Festivaltaschen, sowie die Programmehefte. Lange lange gabs nichts, als das zu sehen und erst am 24. März, als schon klar war, daß wohl nichts daraus würde, stand zu lesen „Bedauerlicherweise müssen wir  unser 22. internationales Kulturfestival aufgrund der besonderen Ausnahmesiutation absagen“, nun ja in den riesigen Brunnensaal passen einige hunderte Personen hinein, die die Viren lustig übertragen würden, „Bitte lesen Sie zu Hause ein gutes Buch, trinken Sie ein Glas Wein und freuen Sie sich auf das nächste Festival „Literatur und Wein“ vom 22. – 25 April 2021″

Mache ich, könnte ich antworten, zumindestens die ersten Teile, denn Bücher lesen, Coronatagebuchschreiben, Buch korrigieren und vielleicht schon das „Frühlingserwachen“ vorplanen, ist bei mir ja, meine Leser wissen es, als Krisenintervention ohnehin angesagt.

Die Bücher liegen im Badezimmer oder in meinen E-Book folder, wenn die Post sie mir nicht zustellen kann und das Programmheft liegt auch bereit, denn das habe ich auch heuer zugeschickt bekommen. Das Glas Wein ist auch zu organisieren, haben wir ja noch einige Flaschen von unseren Hauswinzer Herzinger und der Alfred geht ja auch gerne zum Luftschnappen auf den Naschmarkt zur Frau Fischl und ein französisches Spezialitätengeschäft gibt es auch in meiner Nähe, so daß ich mir, um den Rotwein keine Sorgen machen brauche, der ja bekanntlich in Krems gar nicht so leicht zu bekommen ist.

Was liegt also näher als das Programmheft durchzublättern und mich zumindestens geistig oder virtuelle, weil das ja schon in Leipzig so schön geklappt hat auf das internationale „Literatur und Wein-Festival“ zu begeben und dabei kann ich auch überprüfen, was ich von dem Programm schon kenne und was, weil mir unbekannt, irgendwie noch nachzuholen wäre.

Beginnen tut es ja immer am Donnerstagabend im Literaturhaus Krems, gegenüber der berühmten Strafanstalt, wo ich früher immer meine Texte an Jack Unterwegers „Wortbrücke“ hingeschickt habe und wo dann zumindestens der Plan für die Herausgabe meiner „Hierarchien“ entstanden sind, weil Jack Unterweger ja während der Entstehung des Buches in eine andere Strafanstalt verlegt und schließlich entlassen wurde.

Ich gehe also zu der Auftaktveranstaltung am Donnerstag und stelle fest, daß die diesmal etwas anders, nämlich ein „Fest poetischer Stimmen“ wäre und da würde Klaus Zeyringer, der sonst immer am Samstag auftrat Friedrich Achleitner lesen, der vorigen März gestorben ist, Martina Spitzer Elfriede Gerstl, die ist 2009 gestorben und ich habe seither einige Literaturveranstaltungen besucht, wo ihre Werkausgaben präsentiert wurden. Christoph Mauz die bekannte festivalstimme würde Herbert Rosendorfer lesen, von dem ich ein Buch gelesen habe und Christoph W. Bauer auch ein beliebter Festivalautor, den 2009 verstorbenen ersten Bachmannpreisträger Gert Jonke. Da hätte ich wohl etwas versäumt, obwohl ich die Werke der Dichter ja lesen kann und von Gerstl und Jonke auch  einiges in meinen Regalen habe.

Am Freitag wäre es dann in den riesigen Brunnensaal gegangen, wo man schon  früher da sein und seinen Platz, um etwas zu sehen, reservieren hat müssen. Da ist  dann immer, um achtzehn Uhr Sylvia Treudl mit dem Weinbegleiter aufgetreten und hat mit ihm abwechselnd die Weine und die Autoren vorgestellt.

Voriges Jahr war das schon etwas anders und heuer hätte es, um halb fünf mit dem Weinalphabet, also einer kurzen Einführung in die Weine begonnen, die man  dann in den Pausen oder wahrscheinlich auch sonst mit Weinbon kosten hätte können und, was die unbekannte Autorenschaft betrifft, da hätte es schon um achtzehn Uhr mit einem Andrej  Nikolaidis begonnen, der von Christoph Mauz auf Deutsch gelesen worden wäre, während es mit Felix Mitterer wieder bekannter geworden wäre, denn den kenne ich ja vom „Ohrenschmaus“ und da kann ich nur hoffen, daß sich bis Anfang Dezember die Lage wieder normalisiert, es gibt jedenfalls schon eine Ausschreibung und einen Termin für die Preisverleihung.

Simone Lapperts „Sprung“ kenne ich auch und habe ihn schon für das „Schweizer Buchpreislesen“ gelesen und mir das Buch in Basel auch von der Autorin unterschreiben lassen.

Norbert Gstrein, der letzte „Österreichische Buchpreisträger“ ist mir ebenfalls bekannt, der hat ja schon bei der Preisverleihung einen Text über sein neues Buch vorlesen lassen, jetzt würde er wahrscheinlich aus „Als ich jung war“ lesen und das habe ich ebenfalls schon gelesen und es hat mir, füge ich hinzu,  nicht so besonders gefallen.

Die 1970 in Leipzig geborene Katja Oskamp würde wahrscheinlich aus ohrem neuen Buch „Marzahn mon amour – Geschichten einer Fußpflegerin“ lesen. Das habe ich nicht gelesen, im Schrank aber einmal ihre „Halbschwimmer“ gefunden, das im Badezimmer liegt und das ich mir eigentlich nach Leipzig als Lesestoff mitnehmen habe wollen, also wenn nicht so viele Neuerscheinungen kommen, ich noch in diesem Jahr lesen werde.

Die musikalische Begleitung, die es immer zwischen den Leseblöcken gibt, wäre am Freitag von „bratfisch“ gekommen und am Samstagmorgen, ginge es in Krems mit einem Alternativprogramm weiter. Nämlich im Literaturhaus mit der Reihe „Transflair“, die diesmal von Kurt Kotschral und Anne Weber zum Thema „Sind wir Mensche noch zu retten?“, eine Frage, die wir uns jetzt wahrscheinlich alle stellen, gestaltet hätte werden sollen. Kurz Kotrschral ist mir eher unbekannt, von Anne Weber habe ich schon etwas gelesen und sich auch schon in der „Alten Schmiede“ gehört, sowie in der Artothek Niederösterreich, wo die vier Lyrikheftchen vorgestellt werden sollten, nämlich die von Adisa Basic, Monika Herceg , Helen Mort und Ariel Spiegler, die es immer zur freien Entnahme gibt und die ich vielleicht in der „Alten Schmiede“ oder sonstwo bekommen kann, wenn diese Orte wieder geöffnet sind.

Dann gäbe es diesmal statt der Wanderung, die ich auch im letzten Jahr ausjgelassen habe, eine „Reise zu den Benediktinern“ und eine Lesung von Paolo Rumiz, den ich schon in der „Gesellschaft“ hörte, also auch etwas Neues sich mit den Hausherren des Stiftes zu beschäftigen, sowie Evelyn Schlag, Barbara Hundegger und Marion Poschmann als lyrisches Alternaivprogramm unter den Titel „dichtung entdecken“.

Dann käme wieder das „Weinalphabet“ im Brunnensaal und dann würde Anna Weidenholzer aus ihrem neuen Buch „Finde einen Schwan ein Boot“ lesen, das ungefähr das einzige ist, was ich nicht von ihr kenne, aber trotzdem schon gesehen habe, weil es ja Stephan Teichgräber für sein Centropeworkshop ausgesucht hat, das ja derzeit auch nicht stattfindet, obwohl die zwei Personenregel dabei ja eingehalten würde.

Katerina Poladjans „Hier sind Löwen“ habe ich gelesen, weil es ja auf der deutschen Buchpreisliste stand und Josef Haslingers „Mein Fall“ liegt, weil es mir die liebe Doris schrenkte auch in meinem Badezimmer, das wollte ich eigentlich während meiner „Klosterwoche“ lesen, aber ob die stattfinden wird, ist ja auch noch nicht so klar.

Juri Andruchowytsch kenne ich, weil er auf der „Buch Wien“ und bei der „Litertur im Herbst“, wenn ich mich nicht irre, öfter gelesen habe, das neue Buch „Die Lieblinge der Justiz“ dagegen nicht. Vielleicht kommt es noch einmal zu mir und Thomas Meyers  „Wolkenbruch“ habe ich gelesen, sogar beide Teile im letzten Jahr, den ersten im Sommer in Locarno, den zweiten glaube ich kurz vor oder nach Weihnachten und war enttäuscht, daß er nicht auf der Schweizer Liste stand.

Die Musik käme von Karl Ratzer und seinem Ensemble, das mir unbekannt ist, weil ich ja eher auf der literarischen Schiene fahre und am Sonntag gäbe es um elf eine Sektmatinee im Literaturhaus Nö. Den Sekt kann ich wieder alleine trinke. Ich mische ihn mir meistens mit Organgensaft oder Erdberen und das Programm käme von Birgit Birnbacher und Nora Gomringer, beide „Bachmannpreisträgerinnen“, „Wir ohne Wal“ habe ich gelesen, Noria Gomringer einmal im Literaturhaus gesehen und das wäre es.

Der Büchertisch wäre natürlich auch zu erwähnen , wo ich mir gelegentlich vom Alfred etwas kaufen ließ.

Im letztes Jahr war es der „Winterberg“ vor zwei das Buch der Kathie Zarnegien, beide habe ich schon in diesem Jahr gelesen und wenn ich mir für heuer etwas wünschen dürfte, wäre es wohl der „Ungarische Satz“ des 1974 in Sarajevo geborenen Andrej Nikolaidis, das ja auch in Stephan Teichgräbers Workshop passen würde.

Mal sehen, vielleicht kommt es zu mir und ansonsten kann ich meinen Lesern ebenfalls nur empfehlen, ein gutes Buch zu lesen, ein Glas Wein zu trinken und sich auf das nächste Jahr zu freuen.

Und hier noch die anderen Festivalberichte: 2014, 2015, 2016, 2017, 2018

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.