Literaturgefluester

2021-03-30

Mauern

Filed under: Bücher,Uncategorized — jancak @ 00:45
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Ich interessiere mich ja sehr für das Corona-Thema, lese und schreibe viel darüber und stelle mir da auch die Frage, ob man das, wenn man so mitten in der Situation drin steckt überhaupt kann und, ob sich für die Leute für die vielen Corona-Romane und Corona-Gedichte, die da auf den Schreibtischen der Verlage landen können, überhaupt interessieren und schreibt man darüber ist man der Wirklichkeit voraus oder hinterher,wie ich ja in meinen dritten Corona-Text, der noch beim Alfred liegt, merken kann, weil ein Nichtgeimpften-Ghetto wird es wahrscheinlich nicht geben, dafür wird die Mathilde, wenn sie keinen grünen Impfpaß will, vielleicht den Rest ihres Lebens zu Hause sitzen und kann froh sein, wenn ihr jemand die Lebensmittel ins Haus bringt, da ja, wie ich erst gestern in OE 24 TV hörte, auch die Supermärkte aus Solidarität zu den anderen Geschäften, die Testpflicht einführen soll.

Aber jetzt zu den in Hamburg lebenden Politologen und Juristen Kai Lüdders der schon viele Bücher geschrieben hat und es auch jetzt nicht lassen konnte und einen Roman geschrieben hat, das die Ereignisse bis Oktober 2020 oder dann schon im Epilog bis Oktober20 21 schildert.

Also vielleicht das gleiche Problem, wie ich im November 2020 hatte und sein Buch ist auch schon im November herausgekommen. Es ist „Allen Eltern gewidmet, die ihre Kinder in einer angstfreien Gesellschaft aufwachsen lassen wollte“ und ich dachte mir noch während des Prologes, wo ein Frederik mit einer Pistole im Oktober auf den Gesundheitsminister Lautschläger schießt, uje, uje, uje, wo führt das hin, wenn man die Realität mit der Fiktion vermischt.

Dann ist es aber in der „Ersten Welle“, die im Jahr 2019 beginnt, klarer geworden, denn eigentlich logisch, die Ereignisse von Wuhan, die da langsam auf die Welt hinüberschwappten, hat die Menschen in ihren Krisen getroffen und da ist einmal Frederick, Jurist wie sein Autor, der ist aber schon einmal mit einer Geschäftsidee in Konkurs gegangen, hat lange darunter gelitten, sein Ruf und seine Reputation waren dahin und hat sich erst jetzt langsam mit seinem Reisebürounternehmen „Fairreisen“ hinaufgearbeitet. Es schaut hervorragend aus und so planen er und seine Frau Juilette mit ihren zwei Kindern aus der lauten Stadt Hamburg zu ziehen und sich dort ein Haus bauen zu lassen.

Juilette ist erfolgreich im Finanzwesen tätig, dafür muß sie aber auch hart arbeiten. Hat daher nur wenig Zeit für ihre Kinder Lisa und Karl und ist oft überfordert wenn sie sie zur Schule bringen und sich auch sonst um sie kümmern muß. Man merkt schon wohin das gehen wird, denn noch ist das Killervirus nur im Ferns ehen und Freunde gibt es auch. Jack, ein Amerikaner, der schon lang als Oberarzt an einer Klinik arbeitet und verheiratet mit Nele, einer Krankenschwester auf der Intensivstation ist. Einen Sohn, der mit Karl, glaube ich, in die selbe Schule geht, gibt es auch. Jack hat Herzbeschwerden, will das der besorgten Nele nicht sagen, dann muß er doch operiert werden und will, weil Ärzte ja so unentbehrlich sind und wahrscheinlich nicht auf sich schauen können, nicht auf Reha gehen.

Juilette hat eine Mutter in einer Seniorenresidenz, die raucht, wie ein Schlot, hat eine Grippe und dann wird noch ein Krebs an ihr entdeckt.

So weit so what, bevor es richtig losgeht und da kommt es schon bald zu einem Streit zwischen den beiden Paaren, als Frederick sich um sein Unternehmen sorgen macht und Jack und Nele das egoistisch nennen. Es scheint zum Bruch zu kommen oder doch nicht so ganz, denn als Neles Mutter, die jetzt noch Corona hat, im Sterben liegt und das Spital sie nicht zu ihr lassen will, schleust die Intesivschwester Nele sie ein. Verbietet ihr aber Karl zu Ben zu bringen und mit Frederiks Bruder Patrik und seiner Frau, die als Beamte scheinbar weniger Sorgen, zerstreiten sie sich auch. Denn die erste Welle trifft das Paar hart, Juilette hat Sorgen wegen ihrer Mutter, ist mit den Kindern und dem Homeschooling überfordert und außerdem hat sie noch ein Problem mit der Maske, denn ihre Eltern stammen aus der DDR, machten als sie knapp geboren wurde, einen Fluchtversuch und packten das Kleinkind in den Kofferraum, das während der Fahrt in das schöne Deutschland eine Co2- Vergiftung bekam, wovon sie erst am Sterbebett der Mutter erfuhr. Das teilte ihr die Sterbende, die kurz danach beatmet werden sollte, mit. Da zweifle ich, daß das realistisch möglich ist, erklärt aber warum Juilette mit der Maske Probleme hat und da wird sie trotz Maskenbefreiung in den Supermärkten angepflaumt, so daß der Einkaufsgang zum Spießrutenlauf wird.

Frederick laufen dazwischen alle Kunde davon und als er, was wahrscheinlich auch ein wenig unrealistisch ist, dn Minister Lauterschlag während einer Wahlrede auf einem öffentlichen Platz trifft, der die Gesundheit schützen und alles andere verbieten will, schreit er ihn laut an und wird dabei von der Polizei zusammengeschlagen. Vorher wird er aber noch gefilmt, so daß die Mailbox heißläuft und er noch die letzten Kunden verliert. Er fängt zu trinken an und auch bei Jack geht es wild her, denn der fliegt nach Amerika, um seine Eltern zu besuchen.

Jetzt sind wir schon im Herbst und in der zweiten Welle und als er zurückfliegen will, trifft er seine alte Freundin Mary, die ihn umarmt und küßt, ja die Amerikaner sind undiszipliniert und Kai Lüdders reizt offenbar alle Heldenreisenstufen aus, denn sie hat Corona. Jack bekommt es auch und auch Nele darf nicht ihm zu ihm. Sie will in die Alster springen. Juilette hindert sie daran und dann kommt es zu der schon im Prolog angeführten Kathastrophe, denn Frederick hat sich in seiner Verzweiflung eine Schreckschußpistole geben lassen und schießt auf den Minister, der aber Verständis zeigt. Es kommt zu einer milden Verurteilung und im Oktober 2021 ist alles offenbar ein bißchen besser geworden, hoffen wir darauf und das Paar ist mit ihren Kindern nach Schweden ausgewandert, hat sich dort ein Haus gekauft oder gemietet und die Flüchtlingsfrau Zola aus Simbabawe, die inzwischen mit dem Boot nach Europa gekommen ist, nehmen sie auch auf.

Interessant, interessant, denke ich und natürlich, wie es es ja auch muß, ein wenig übertrieben und dramatisiert, aber leider doch nicht so sehr, höre ich ja während des Schreibens, daß im Osterlockdown 2021 auch das Takeaway verboten werden soll und, daß Leute, die eine Maskenbefreiuung haben, als Mörder dargestellt werden, obwohl das natürlich Unsinn ist, weil keiner der auf der Straße oder im Supermarkt hinter oder vor einem ohne Maske steht, angesteckt wird und, daß die Leute, die vielleicht nur sagen, daß man mit dem Virus leben lernen muß, als Verschwörungstheoretiker und Nazis beschimpft werden, habe ich auch schon erlebt.

Der Titel „Mauern“ thematisiert die Spaltung der Gesellschaft durch das Virus am Beispiel des befreundeten Paares und wir haben gesehen, wie man einen Roman über Corona schreiben kann.

Spannend zu lesen, hat mich sehr interessiert, ob, der Otto Normalbürger, der ohnehin schon von der Krise angefreßen ist, Lust darauf hat, kann ich nicht beurteilen und ich habe mir auch öfter gedacht, wenn ich das Buch vor drei Jahre gelesen hätte, hätte ich das für eine phantastische Dystopie für unmöglich gehalten, daß soetwas passieren kann und es ist auch spannend sich vorzustellen, was die kleine Lia, wenn sie vielleicht zwanzig ist und das Buch in die Hand bekommt, dazu sagen wird und auch spannend, die Frage, ob sie dann Maske trägt und ob ihre ersten zwei Lebensjahre, wo sie von dem Ganzen nicht viel mitbekommen hat, Traumatsierungen bei ihr ausgelöst haben und angstfrei würde ich ihr wünschen, soll sie natürlich auch aufwachsen.

2021-03-24

Der Weltreporter

Ich will ja, wie ich immer schreibe, einen utopischen Roman über Corona schreiben, sowas, wie1984 schwebt mir da wohl vor und habe es auch schon dreimal versucht. Die Ergebnisse werden wohl wieder ziemlich unbemerkt bleiben und ich bin auch nicht ganz sicher, ob man das kann, wenn man so mitten in einer Sache steckt und das Ende nicht sieht.

Andere Autoren können es und tun es wohl auch wahrscheinlich und so ist jetzt Hannes Steins „Der Weltreporter – Ein Roman in zwölf Reisen“ zu mir gekommen und der ist in vieler Weise interessant.

Bei „Amazon“ steht, es ist gar kein solcher, sondern zwölf phantastische Reisegeschichten, die, weil der Verlag es so wollte, in eine Rahmenhandlung hineingefügt wurde und dann gibt es noch einige andere interessante Aspekte, bevor ich ins Detail gehe.

Nämlich schonmal das Vorwort, wo Hannes Stein schwört, daß es kein Covid-Roman ist, denn das Manuskript war schon im Jänner 2020 fertig und da hatte man das Wort gerade erst einmal gehört. Dann geht es um das Lügen und da gibt es sowohl die Relotius-Geschichte, die von dem Reporter, der Preise für Reportagen bekommen hat, die er sich selbst ausdachte. Tom Kummer hat auch so eine Geschiche und Daniel Kehlmann, der jetzt mit den Allgorithmen schreibt, hat ja in „F,“ glaube ich, behaupet, daß alle Schriftsteller lügen. Da kann man viel darüber nachdenken, wie das gemeint ist, denn natürlich lügen sie nicht. Sie denken sich was aus und lernen in Schreibseminaren, daß sie übertreiben müßen,um gut zu sein und die Geschichte,daß jeder Mensch vier bis achtzigmal oder so am Tag lügt,wird auch in dem Buch erwähnt.

„Nein ich doch nicht!“,wird man da denken. Aber dann sagt man nicht,daß die Suppe versalzen ist, die Freundin schlecht ausschaut, der Partneraus dem Mund riecht und mit all dem hat sich, glaube ich, der1965 in München geborene in Salzburg geborenen Weltreporter Hannes Stein, der jetzt, glaube ich, in New York lebt, beschäftigt, von dem ich schon „Nach uns die Pinguine“ gelesen habe.

Ich habe auch ein Gespräch zwischen Hannes Stein und einem Literaurhausleiter, glaube ich, über das Buch per stream verfolgt und ich kann sagen und das hat auch Hannes Stein so angesprochen, es ist nach einem ziemlich konventionellen Muster gestrickt.

Eine junge Studentin namensJulia trifft in einer Hotelbar einen alternden Journalisten Bodo von Unruh, der in einem berühmten Journal arbeitet und der tischt ihr zwölf phantastische Geschichten auf.

Nein, stimmt so nicht. Die Geschichten sind ja, wie schon geoutet, in die Rahmenhandlung eingefügt und zu der kommt noch dazu, daß das Ganze in einer Pandemie spielt. Es ist nicht Covid schwört Hannes Stein in seinem Vorwort. Aber man kommt in die Hotelbar nur hinein, wenn man über einen Immunitätsausweise verfügt. Die Beiden verfügen über einen solchen. Julia, die Philosophie studiert und sich vor allem mit griechischen Philosophen beschäftigt, hat den Kontakt zu ihrer Familie darüber verloren und fährt jetzt Taxi. Sie geht mit dem alternden Reporter Bodovon<unruhgleich ins Bett. Ja, dastun die modernen Frauen. Ihr fällt an ihm einestarke Bräune auf.

„Ja, ich war in den letzten drei Monaten in Braislien!“ sagt er. Dann entfällt seiner Briefkasrte ein Abo eines Solariums. Julia denkt sich nichts dabei und die erste Geschichte, daß es im brasilianische Urwald eine Münchner Räterepublik gibt, die eine Mischung zwischen Monarchie und Sozialsmus ist und der Ludwig VII, der dort herrscht, ist ein Schwarzer.

Dann sitzt Julia in der Vorlesung. Da kann man auch nur mit Ausweis oder zu bestimmten Zeiten hinein, Bodo schickt ein SMS und lädt sie zum Essen ein. Das wird mit den bestsen Küchenutensilien hergestellt, schmeckt aber so scheußlich, daß sie dann Pizza bestellen und die nächste Geschichte führt in ein Restaurant am Rande der Welt, das „the fobidden pleasures“ heißt. Wenn man dort hinwill muß man nicht nur hundertfünfzigtausend Dollarzahlen, sondern auch unterschreiben, daß man freiwillig will und allen Aufforderungen folgen muß. Dann wird man narkotisiert, bevor man hingefahren wird. Dann kommt man zu einem Container,wo ein paar Vips sitzen und Blechgeschirre serviert bekommen. Auf der Menukarte steht „Mehlwurmcockt“ail“ „lauwarmes Vogelnest“, Fliegenpilzrisotto“etcetera. Alles serviert mit köstlichen Weinen und alles schmeckt auch köstlich,obwohl man sich da zuerst überwinden muß. AmSchluß kommt noch das „Fünferlei vom Langschwein“, der Koch liegt in seinem Blut und man kann darüber nachdenken, wie das mit dem Essen so ist, wieso manche Menschen kein Schweinefleisch essen und die Chinesen angeblich Hunde als Delikatessen verspeisen.

Julia lernt auf ihren Taxifahrten eine alte Italienerin namens Graziella Brunesci kennen, die ein Detektivbüro führt und sie nach der Wahrheit fragt und die dritte Geschichte führt uns nach Sibiren,beziehungsweise in den Staat Utopia, der hinter einer verborgnen Mauer liegt, wo die Menschen ein Schlaffaffenleben führen,es fliegende Autos gibt,die Babies aber, wenn sie die Wahrscheinlicheit haben, später krank zu werden auf Euthansanaaiestationen kommen.

Dann gehts nach England und zu der Erkenntnis, daß Shakespearre eine Frau war und während Bodo nach Afghanistan fährt und dort in der „Eidgenossenschaft in Neu-Bern gekidnappt wird, fängt Julia etwas mit einem afghanischen Studenten namens Achmed an.

Dann geht es nach Israel nach Hebron, denn Bodo will eine schwarze jüdische lesbische Bestellerautorin, deren Name Yael Maerisira ist, die im Rollstuhl sitzt, faschischte Ansichten hat und sich einen Diktator für Israel wünscht, interwieven.

Nach Deutschland zurückgekommen lädt er Julia und ihre Freunin Renate in ein Spitzenrestaruant ein, die orangen Ausweise zeigen, Renate wird in der Nase gebohrt, nein, das konnte Hannes Stein wahrscheinlich nicht im Jänner letzten Jahres wissen und Julia möchte endlich den Fotografen ihres Freundes, der ihn auf allen seinen Reisen beleitet, Jacques Lacoste , der ihn auf allen seinen Reisen begleitet, kennenernen. Er kommt aber nicht, schickt stattdessen ein SMS, daß er nach Amerika muß und Bodo ihm nachfolgen soll. Das führt zu einem Streit zwischen ihm und Renate und eine Diskussion über „Sinbad dem Seefahrer“, die Julia offenbar noch mehr die Augen öffnen soll.

Die Reportage über Amerika wird offenbar in der Zukunft geführt, in der das Buch auch zu spielen scheint, denn der fünfundvierzigste Präsident, ich habe nicht nachgezählt, aber di e Baseballkappe und die Beschreibung stimmt wahrscheinlich, wurde längst abgewählt und vergessen. nur ein kleines indianisches Dorf hält ihm noch die Treue und dann steht Julia mit ihrem Taxi Epiket lesend vor einem Sexcluc namens „Aphrodite“ und wänd sie noch über die Freiheiten, die der Mensch hat nachdenkt, steigt einer ein, der Bodo verdächtig ähnlich sieht. Aber der ist doch in Indien. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd, wo Bodos Nachbarin Julia droht, die Polizei zu holen, während sie ihm mit „Mistkäfer und ungeputztes Arschloch!“, beschimpft.r

Bodo berichtet dagegen aus einem Aschram, wo der Guru seinen Schülern den „traszendentalen Orgasmus“beibringt, das heißt, er kann seine Schüler lehren, eine Frau in einem Bus oder in einem Hörsaal dahin zu bringen, also eine ganz schöne Männerfiktion, könnte man so sagen und als Julia den Zurückgekommenen zur Redre stellt, erzählt er ihr von einem Doppelgänger.

Das hat die Detektivin Julia auch einmal erzählt. Die nächste Reportage handelt von der Besteigung des Mount Everest. Dort erlebt der Held in seinen Fieberträumen offenbar eine Begegnung mit dem Yeti und in eine österreichische Alpenhütte kehrt am Gipfel dann auch noch ein, bevor er zu der bayrischen Burg des ostdeutschen Soziologen Ernst Ablbrecht Hochmeisters aufbricht, der seine Schweinchen Siegfried und Hagen nennt und mit seinen zehn adoptierten indonesischen Kindern wieder an Götz Kubitschek erinnert, obwohl seine Frau eine Polin ist und der sich am Schluß am Blut berauscht.

Julia besucht Bodos Appartement. Dazu hat sie inzwischen den Schlüßel und will endlich in das Appartement des Fotografen eindringen. Die schlaue Studentin knackt den Code. Drinnen ist aberkein Bett , sondern eine Fotoausrüstung, ein Gardarobenständer und eine teure Computeanlage. So schnappt sie die Visitenkarte der Detektivin und ruft diese an. dann geht es in die Oper und danach präsentiert Julia das Ergebnis der Detektivin, man kann alles faken und einen Film darüber bestellen.

Julia beginnt ihn zu erpressen und die vorletzte Reportage kommt aus Australien, da bleibt dann auch der Fotgraf hängen und die letzte Reportage stammt von Julia selbst, denn Bodo hat sogar seinen Immuausweis gefälscht. Er leidet an der Krankheit und stirbt und im Himmel beginnt er dann mit mit Jesus, mohamed, Krisha und wem auch immer zu pokern und seinen Kaffeesud zu lesen, bevor er hinter der geheimnisvollen Tür verschwindet.

Wir bleiben zurück und denken „Wui! Da hat sich einer aber enorm ausgelassen, sowohl Kapitalismus als auch Kommunismuskritik geübt und dabei wahrscheinlich großen Spaß gehabt! Ein grandioser Roman über alles, der, wie offenbar bei Hannes Stein üblich keine Grenzen kennt und jedes Tabu bricht, auch wenn man dabei, was bei Hannes Stein nachweislich nicht der Fall ist, seine Heimatgrenzen nie verlassen hat.

2020-06-18

Eine unerlaubte Demonstration

Und jetzt wieder ein Stück aus meinem Corona-Text, ein paar davon gibt es ja schon, wie man hier, samt den Schreibprozeßartikel nachlesen kann. Inzwischen hat sich ja schon einiges geändert und die Demonstrationen haben eine fünfzigtausend Teilnehmer Dimension erreicht und ich bin immer noch am Korrigieren, hoffe wieder bald damit fertig zu werden, damit der Text zur Buchproduktion an den Alfred gehen kann.

Das Coverbild ein Foto von der Anna und der Lia, beide mit selbstgemachten Masken ausgerüstet gibt es schon, das für das „Fräulein No“ müßen wir noch machen, was aber, da man ja jetzt wieder hinausgehen kann, kein Problem darstellen wird.

Die Szene zweiundzwanzig, die jetzt folgt, steht ziemlich am Schluß des Textes, der ja aus fünfundzwanzig Szenen besteht, aber wenn man die anderen Texte und die Schreibprozeßartikel liest, sowie das was ich hier immer wieder über Corona geschrieben habe, wird man gut folgen können.

„Beate Herweg saß vor ihrem Computer und fluchte ebenfalls vor sich hin. „Verdammte Scheiße!“, schimpfte sie, strich sich über ihre, wie sie vermutete, im Moment sehr zerzausten Haare. Fürchtete, daß sie einen aufgelösten Eindruck machte und nicht, wie eine kompetente Psychotherapeutin wirkte. Das brauchte sie auch nicht, denn die Helpsprechstunde war vorüber, beziehungsweise hatte sie sie unterbrochen, als der Anruf der Mutter kam, daß der Vater ins Meidlinger-Unfallkrankenhaus eingeliefert worden war. So hatte sie der Zentrale ihren Notfall bekanntgegeben und war, obwohl sie sich ein bißchen dafür genierte, maskiert ins Krankenhaus gefahren, hatte dort die Mutter und eine ebenfalls sehr aufgelöste Janina getroffen, die immer wieder beteuerte, daß sie nicht Schuld daran sei, sondern sehr gut auf den Professor aufgepasst hatte, der ihr, als sie auf der Toilette gewesen war, entwischt sein mußte. Albert und Valera waren auch gekommen. So waren sie zu fünft, was eigentlich noch nicht als Versammlung galt, vor dem Unfallkrankenhaus gestanden und hatten, was sie ebenfalls, als ein bißchen seltsam empfand, telefonisch von der Aufnahmestation erfahren, daß der Vater gerade versorgt und verbunden wurde.

„Er hat einen Bluterguß am Auge und einen geprellten kleinen Finger, ist aber sonst sehr munter und erzählte, wie mir die Aufnahmeschwester erklärte, aufgeregt ewas von einer feindlichen Invasion, der er auf der Spur sei, weshalb er angefahren und niedergestoßen wurde und wird wahrscheinlich nach einem abschließenden Röntgen in den nächsten Stunden entlassen und mit der Rattung nach Hause gebracht! Wir sollen uns auch dorthin begeben!“, hatte ihnen die Mutter mitgeteilt und so hatten sie sich wieder auf den Weg in ihre Wohnungen gemacht. Albert und Valera nach Neuwaldegg, die Mutter und Janina in die Albertgasse. Sie war in die Schanzstraße gefahren und hatte sich gewundert, Esther nicht angetroffen zu haben. Die Freundin und Lebensmenschin, die vor zwei Wochen illegal bei ihr eingezogen war, damit sie nicht so einsam waren, war nicht anwesend, hatte aber eine Nachricht hinterlassen.

„Ich hoffe, deinem Vater geht es gut! Um mich brauchst du dir keine Sorgen machen, Bea, falls ich noch nicht da sein sollte, wenn du nach Hause kommst! Ich bin ein bißchen luftschnappen! Denn das soll man tun, um fit zu bleiben und nach dem Rechten muß man auch sehen!“, hatte sie in ihrer krakeligen Schrift wieder etwas kryptisch hingekritzelt. Beate hatte „Typisch, Esther!“, gedacht und darber nachgegrübelt, was sie mit ihren letzten Satz gemeint haben könnte.

„Sie ist wirklich eine aufmüpfige Person! Man braucht sich aber keine Sorgen machen!“, hatte sie noch festgestelt. Was sie allerdings sofort revidierte, als sie den Computer hochgefahren hatte und die Nachrichten sah.

„Vor dem Parlament gibt es eine Demonstration!“, berichtete da die Sprecherin, eine junge Frau mit langen blonden Haaren und einem tiefausgeschnittenen roten <kleid mit aufgeregter Stimme.

„Eine illegale Demonstration! Denn Versammlungen sind jetzt verboten! Sie wurde zwar angemeldet, aber untersagt, weil befürchtet wurde, daß mehr, als die erlaubten fünf Personen daran teilnehmen könnten und jetzt haben wir erfahren, daß sich über hundert Menschen vor das Parlament begeben haben, um, wie sie betonen, für ihre Freiheit zu demonstrieren, die sie in den Maßnahmen nicht gewahrt sahen!“, erklärte die junge Frau empört.

„So ist es!“, dachte Beate.

„Wenn man nur mit Mund-Nasenschutz aus dem Haus und da nur einzukaufen und zur Arbeit gehen darf, kann es auch keine Demonstrationen geben!“

Dann erstarrte sie, als sie vor einer Schar aufgereihter Polizisten, die den Sicherheitsabstand auch nicht ganz einhielten, eine junge Frau mit einem weißen T-Shirt auf dem „Genug ist genug!“, aufgesprayt war, entdeckte, was Beate noch einmal „Shit, das kann doch nicht sein!“, denken ließ. Kannte sie doch sowohl, die junge Frau, als auch das T-Shirt, denn Esther hatte den gestrigen Nachmittag mit geheimnisvoller Miene an einem solchen gebastelt und dabei mehrmals diesen Satz vor sich hingemurmelt, den sie, sie gab es zu, nicht ganz verstanden und auch nicht so ernst genommen hatte, kannte sie doch Esthers Temperament, die sich jetzt vor den Polizisten aufbäumte und genau diesen Satz mit aufgeregter Stimme wiederholte.

„Genug ist genug, Polizisten, habt ihr kein Herz? Ich bin eine mündige Bürgerin und eine erwachsene Frau, die schon auf sich aufpassen kann und weiß, was sie will! Ich möchte nicht entmündigt werden und mir auch nicht vorschreiben lassen, was ich tun darf und was nicht! Habt ihr kein Einsehen, Polizisten mit den vielen Leuten, die ihren Job verloren haben und ihren Firmen, die nicht wissen, wie es weitergeht? Mit den Kindern, die nicht in die Schule und auch nicht auf den Spielplatz dürfen und deshalb reihenweise aus den Fenstern fallen? Mit den Frauen, die von ihren entnervten und alkoholisierten Männern braun und blau geprügelt werden? Ihr habt doch selber Familien, Polizisten! Findet ihr das nicht auch pervers?“

„Jawohl!“, dröhnte es im Hintergrund von den anderen Demonstranten, die „Bravo!“, schrieen und in die Hände klatschten, die, wie die rotgekleidete Nachrichtensprecherin gerade kommentierte, den Sicherheitsabstand nicht einhielten und von ihrem Kollegen, der ihr mit entsprechenden Abstand im Studio gegenüber saß, darin verstärkt wurde, daß die Zustände auf der Straße skandalös wären und sich auf dieser unerlaubten Demonstration, wie er betonte, die sonderbarsten Personen zusammengefunden hätten.

„Bei der Dame, die wir gerade gesehen haben, dürfte er sich, um eine Menschenrjechtsaktivistin handeltn, während wir gehört haben, daß sich auch einige Impfgegner und Verschwörungstheoretiker, die sich weigern an den Virus zu glauben, bei der unerlaubten Demo eingefunden haben und damit ihre un die Sicherheit der anderen sehr gefährden! Das kann teuer werden, wenn es zur Anzeige kommt! Die Polizei nimmt gerade, wie zu sehen ist, die Identität der Übeltäter auf, um sie dafür haftbar zu machen!“, sagte er mit drohender Stimme und die Kamera schwenkte wieder zu Esther hin, die immer noch auf die Polizisten einsprach, wo jetzt ein Sprecher sein Megaphon erhob und die Demonstranten aufforderte, den Platz zu verlassen und nach Hause zu gehen, weil sie sonst einschreiten würden, was sie aber von Esther angefangen, nur zu einem „Wir sind das Volk und bleiben bis ihr geht! Denn genug ist genug!“, zu skandieren veranlaßte. Was die blonde Nachrichtensprecherin und ihren Kollegen wieder zu einem „Skandalös!“, bewogten und Bea ebenfalls „Genug ist genug!“, murmelnd, den Computer ausschaltete und beschloß, die Mutter anzurufen, um sich zu erkundigen, ob der Papa schon zu Hause angekommen war?“

2020-06-09

Ein schrecklicher Verdacht

Während das Leben ringsherum immer normaler wird, wieder ein Stück aus meinem Corona-Roman „Kein Frühlingserwachen mehr?“, wo es um die ersten Wochen des Lockdowns geht.

Die fünfundsechzigjährige Kuratorin Roswitha Horwath sitzt im Homeoffice zu Hause, wo ihr an Alzheimer erkrankter Mann Egon von der Slowakin Janina betreut wird und bereitet mit ihrem Assistenten Viktor eine Ausstellung über das „Rote Wien“ vor.

Ein Text den ich gerade korrigiere und vielleicht noch ein bißchen was daran verändern muß. Die Szene 5, 7, 14, 15 und 19 und gibt es schon hier zu finden.

Jetzt geht zu Szene 16 und Albert Herweg, Roswithas Sohn, der mit der Volksschullehrerin Valera verheiratet ist:

„Du machst dir unnötige Sorgen, Bea!“, sagte Albert Herweg zu seiner Schwester und legte das Handy auf den Schreibtisch.

Dumme Gans!“, dachte er dabei.

„Laß doch die Mama in Ruhe und sie mit ihren fünfundsechzig Jahen in ihr Museum gehen, wenn sie das braucht und wenn sie sich ein bißchen in ihren Assistenten verliebt haben sollte, kann man ihr das gönnen! Hat sie es doch mit dem Papa und seiner Krankheit nicht so leicht und außerdem bin ich sicher, daß sie weiß, wie weit sie gehen kann! Dumme Gans, die eine Mücke zum Elefanten macht und sich in Sachen mischt, die sie nichts angehen, während ich mir um Val Sorgen machen sollte!“, dachte er verärgert und merkte, daß er froh war, daß er das zu sich selber und nicht der Schwester gesagt hatte, die sich in ihrer Helferrolle auf ihn gestürzt hätte, was er nicht wollte und sie nichts anging, dachte er und kam in Gedanken zu Valera zurück, die sich vorhin in der Küche übergeben und erschrocken den Kopf geschüttelt hatte, als er wissen wollte, ob sie auch Fieber hätte? Über Kopfweh hatte sie in den letzten Tagen öfter geklagt. Da hatte er sich noch keine Sorgen gemacht und gedacht, daß die Überforderung mit dem Homeschooling, das nicht leicht war und sie erst lernen mußten, Schuld daran trug. Dann war ihm eingefallen, daß sie in letzter Zeit öfter gehustet hatte und hatte erschrocken „Sie wird sich doch nicht dieses Virus eingefangen haben?“, gedacht.

„Mach dir keine Sorgen, Albert!“, hatte sie ihn zwar beruhigt und ihn auf den Mund geküßt. Dann hatte sie ihre Jacke genommen und gemeint, daß sie für alle Fälle doch in die Apotheke gehen wolle.

„Um mich zu vergewissern, Albert, damit ich mich in nichts verrenne, was nichts wird! Mach dir keine Sorgen und kein solches Gesicht! Mir geht es gut und ich habe mir vielleicht nur den Magen verdorben!“

Als er ihr erschrocken folgen wollte, hatte sein Handy angeschlagen. Bea war in der Leitung gewesen und hatte ihm mit besorgter Stimme mitgeteilt, daß die Mutter im Museum gewesen war, obwohl sie zur Risikogruppe hzählte und daher das Haus nicht verlassen sollte. Dann hatte sie noch etwas von ihrem Assistenten hinzugefügt, von dem sie nicht sicher war, ob sich die Mama nicht mit ihm im Museum traf und den Papa mit ihm betrog?

„Das darf nicht sein! Das müssen wir verhindern!“, hatte die Schnatterliese, die schon als Kind so überkorrekt war und die anderen vernadert hatte, wenn sie beim Spielen geschummelt oder keine Hausaufgaben machten, doziert und er hatte gedacht, daß ihn das nicht interessiere, sondern zu Val müsse, die vielleicht dieses Corona-Virus, zumindest aber einige der geschilderten Symptome hatte. Trotzdem hatte es eine Weile gebraucht, bis er so höflich er konnte „Das interessiert mich nicht, Bea! Ich mische mich da nicht ein und glaube, du solltest es auch nicht tun, weil die Mama erwachsen ist!“, zu ihr sagte und das Gespräch unterbrach. Das war nun passiert. Jetzt konnte er ebenfalls zur Jacke greifen und Val in die Apotheke folgen. Wußte er doch, wo sich die Nächste befand. Konnte sie also nicht verfehlen und atmete auf, als er das Geräusch des Schlüßels hörte und er seine Frau verschwitzt und mit zerzausten Haaren auftauchen sah.

„Da bin ich wieder, Albert!“, sagte sie erstaunlich fröhlich und zog eine Medikamentenschachtel aus ihrem Apothekensäckchen.

„Wenn du willst können wir den Test gleich machen, dann wissen wir es genau!“

„Den Covid-19 Test? Wo hast du den so schnell bekommen? Ich dachte, man müßte da eine bestimmte Nummer anrufen, dann kommen sie im Schutzanzug zu dir machen den Abstrich!“, sagte er und wunderte sich, daß sie zu lachen begann.

„Aber nein, Albert, hast du das gedacht? Das ist es nicht! Das Kopfweh ist verschwunden und der Husten, glaube ich, chronisch! Aber meine Periode ist in der letzten Zeit ausgeblieben und da mir seit ein paar Tagen schon schlecht wird, wenn ich die Küche betrete und das Essen rieche, habe ich gedacht-!“, sagte sie und drückte ihm einen Kuß auf den Mund.

„Daß ich vielleicht Vater werde, meine Eltern Großmama und Großpapa und meine Schwester Tante, die sich dann um ihren kleinen Neffen oder Nichte kümmert und die Mama in Ruhe läßt, wenn sie sich nicht so genau an die Risikogruppenvorschriften hält!“, sagte er und zog Valera an sich.

„Das wäre wunderschön, Val, obwohl eine Schwangerschaft in Covid-Zeiten und eine Geburt mit Maske höchstwahrscheinlichlich auch ein Risiko werden könnte!“

2020-06-04

Lauter Vernaderer

Jetzt gehts gleich weiter mit dem Corona-Roman „Kein Frühlingserwachen mehr“, nämlich zur Szene 15:

„Als Viktor Neumann seine Wohnungstür aufsperrte, fühlte er sich befreit, wie schon lange nicht und war so guter Laune, daß sie nicht einmal seine Nachbarin, eine immer grantige, aber auf süßlich tuende Frau, wegwischen konnte, die prompt ihren Kopf aus dem Türspalt streckte und scheinbar freundlich „Schönen, guten Abend, Herr Magister! Haben Sie sich die Füße ein wenig vertreten? Denn von der Arbeit können Sie nicht kommen, da Sie sich, wie Sie mir erzählten, in Heimarbeit befinden!“

Viktor Neumann atmete durch, dann schaute er die Nachbarin an und schüttelte den Kopf.

„Doch, Frau Günther!“ und konnte das „Frau Karl!“, gerade noch unterdrücken, weil er nicht sicher war, daß die alte Dame, eine sogenannte Hofratswitwe oder gewesene Zahnarztgattin, die Anspielung verstehen würde.

„Von der Arbeit nicht vom Spaziergang, aber den, keine Sorge, habe ich auch gemacht! vom Museum bin ich nach Hause gegangen und systemrelevante Artbeit ist, wie Sie wissen, erlaubt und das ist es, wenn man vor Ort etwas vermessen muß und auch spazierengehen ist wichtig, damit man keine Thrombose bekommt! Und wie ist das bei Ihnen, Frau Günther? Auch draußen die Seele ausgelüftet? Das rate ich für die Zeit, wo Sie Ihre Enkel nicht sehen können!“

„So ist es!“, seufzte die und fügte ein wenig freundlicher hinzu, daß sie die Enkelkinder sehr vermisse.

„Obwohl sie sehr brav sind und für mich einkaufen, damit ich nicht nach draußen muß!“

„Sehr schön!“, antwortete er.

„Dann will ich mich wieder in meine Quarantänenhöhle begeben und falls die Enkel einmal nicht kommen und Sie etwas brauchen sollten, melden Sie sich bei mir!“, bot er an und machte die Türe hinter sich zu.

„So ist es alter Drachen!“, dachte er bei sich und setzte hinzu, daß es sehr interessant war, schon im eigenen Wohnhaus das Denunizantentum beobachten zu können.

„Die Rosi fühlt sich auch von ihrer Tochter überwacht!“, fiel ihm ein und da waren wieder die Erinnerungen an den schönen Nachmittag von dem er Elfriede Günther am besten nichts erzählte, damit sie ihn nicht bei seinem ehemaligen Universitätsprofessor vernadern konnte. Der bekam zwar nicht mehr viel mit, wie ihm die Rosi zu erzählen wußte. Dafür beobachtete ihre Tochter Beate sehr genau. Denn die hatte vorhin ein wenig gestört, obwohl sie im Museum nicht anwesend war. Aber Rosi hatte sie behindert. Das hatte er gespürt, obwohl der Nachmittag sehr schön gewesen war und seine Stimmung, die schon am Boden gelegen war, stark verbessert hatte. Die Decke war ihm auf den Kopf gefallen, dem ein erlaubter Spaziergang, wo die Polizisten angeblich mit Maßstöcken an einem vorübergingen und jeden, der fünf Zentimeter zu wenig Abstand hielt, einen Strafzettel von fünfhundert Euro verpasste, nicht abhelfen hatte können. Das brauchte er nicht, mit Elfi Günther am Donaukanal spazieren zu gehen. Als er die letzte Bierflasche in den Abfalleimer geworfen hatte und überlegte, ob er schon wieder in den „Spar“ hinuntergehen sollte, um sich ein neuerlicher Sixpack zu holen, das letzte hatte er gestern gekauft, allmählich fiel er damit sicher auf, warihm eingefallen, daß Rosi bei ihrem letzten Meeting davon gesprochen hatte, daß sie ins Museum gehen wolle, um den Ausstellungssaal noch einmal zu vermessen und er hatte aufgeatmet. Das war die Lösung. Das Museum war die Rettung und beim Vermessen konnte Rosi sicher seine Hilfe brauchen. Und da sie dabei mit dem Maßband hantierten, konnte auch der Sicherheitsabstand kein Problem darstellen. So war aus dem Sixpack Bier eine Flasche Prosecco und ein Säckchen Erdnüße daraus geworden und er war erwartungsvoll in Richtung Felderstraße marschiert. War dort eine halbe Stunde trübselig in seinem Büro gesessen, hatte schon „Operation mißlungen!“, gedacht, als er es am Eingang rascheln hörte und Rosi ihn erschrocken ansah, als würde sie Einbrecher im Büro vermuten.

„Ich bin es Chefin, keine Sorge!“, hatte er beruhigt und der Nachmittag war schön geworden. Viel schöner, als erwartet, denn er und Roswitha waren sich erstaunlich nah gekommen. Viel näher als zwischen Chefin und Assistent erlaubt und der Altersabstand vermuten würde und da hörte er schon die Stimme seiner Großmutter, die ihn „War das wirklich nötig Viktor? Sie ist eine alte Frau und außerdem mit deinem ehemaligen Universitätsprofessor verheiratet von dem sie zwei Kinder hat!“, mahnte.

Sie erinnert mich ein bißchen an dich, Oma!“, verteidigte er sich gegen die imaginäre Stimme in seinem Kopf.

„Sie ist genauso mütterlich und liebevoll, wie du und, daß wir das Verhältnis zwischen Chefin und Assistenten ein wenig überschritten haben, Oma? Die Quarantäne, diese blödsinnigen Zwangsbeschränkungen sind schuld, daß mich der Lagerkoller packte und Roswitha hat mir gestanden, daß sie sich ein wenig in mich verliebt hat! Daß ich sie an ihren Sohn Albert erinnere, hat sie nicht gesagt, wie ich selbstverständlich auch nicht erwähnte, daß du das bei ihr tust! Sie hat nur beteuert, daß sie ihren Egon noch nie betrogen hat und ihn sehr lieben würde!“

„Aber-?“, hat sie dann mit schuldbewußten Lächeln hinzugefügt und ihm übers Haar gestrichen „-da er jetzt nicht mehr der Alte ist und ich mich eigentlich sehr jugendlich fühlte!“, hatte sie sagen wollen und dann mit einem Blick in sein Gesicht, das natürlich jünger war, erschrocken innegehalten.

„Bea meint, daß ich das nicht mehr bin, sondern aufpassen soll, weil ich zur Risikogeruppe gehöre! Sie hat sicher auch etwas gegen meinen Museumsbesuch! Da ich mich aber wirklich jung fühle-? Was soll es, Vik? Ich freue mich dich getroffen zu haben! Denn ich mag dich sehr und da wir in einer Ausnahmesituation sind, ist-„

„Einmal keinmal und erlaubt! Wir werden es auch niemanden verraten!“, hatte er unbekümmert geantwortet und ihren Mund mit einem Kuß verschloßen. Das war es gewesen. Ein langes Gespräch, eine Flasche Prosecco lag dazwischen und zum Vermessen der Ausstellungsräume waren sie dann nicht gekommen, wie Roswitha nach einer Weile erschrocken feststellte.

„Ich muß nach Hause, Janina und Egon werden sich schon wundern, wo ich geblieben bin! Ich fürchte, das Vermessen müssen wir auf ein anderes Mal verschieben!“

Er hatte strahlend genickt und „Natürlich, Chefin! Es hat mich sehr gefreut und stehe gerne zur Verfügung, wenn du mich wieder brauchst! Es war ein wunderschöner Nachmittag!“, geantwortet. Hatte nachdem sie nach einem hastigen Kuß verschwunden war, die Erdnußpackung und die Proseccoflasche entsorgt, damit niemand etwas von ihrer nicht so ganz erlaubten Sitzung merken konnte und war beschwingt nach Hause gegangen. Hatte genauso beschwingt in Frau Günthers grantiges Gesicht geschaut und lächelte auf diese Art und Weise jetzt auch Christines Foto an, das immer noch auf seinem Schreibtisch stand.

„Was sagst du dazu, Christine?“, fragte er die entschwundene Freundin.

„Meinst du auch, daß das ungehörig ist? Der Altersunterschied zu groß und es sich nicht gehört, seinen ehemaligen Professor mit seiner Chefin zu betrügen? Das gehört sich vielleicht wirklich nicht! Da hast du schon recht, was soll ich aber machen? Ist sie doch eine wunderbare Frau, der man es bestimmt nicht ansieht, daß sie zur Risikogruppe zählt“ – Wie geht es dir, Christinchen? Bist du immer noch in New York auf deiner University? Von dieser Stadt hört man ja Schlimmes, wenn man die Nachrichten sieht! Wie geht es dir? Paß auf dich auf, auch wenn du nicht zur Risikogruppe zählst, sondern gesund und viel jünger bist! Schick mir doch ein Mail, damit ich weiß, wie es dir geht!“, hörte er sich denken, schüttelte dann über sich erschrocken den Kopf und dachte wieder an die Großmutter.

„Du hast schon recht, Oma!“, sagte er zu ihrem imaginären Geist.

„Wenn du wissen willst, ob mich die Covid 19 -Krise zum Überschnappen brachte! Vielleicht ist es so! Es war aber ein wirklich wunderschöner Nachmittag mit meiner Chefin, auch wenn sie fünfunddreißig Jahre älter und mit meinem ehemaligen Doktorvater verheiratet ist, war es das und ein bißchen Freude gehört in Zeiten, wie diesen ja dazu und darf vielleicht auch sein!“

2020-06-02

Der Heimweg

Und wieder ein Schmankerl oder ein Preview-Stück aus meinem derzeitigen Work on Progress „Kein Frühlingserwachen mehr“, das derzeit im Rohtext fertig ist. Die Szene 14, wo die Roswitha das Wien-Museum verläßt in dem sie sich trotz Ausgangssperre und Homework mit ihrem Assistenten Viktor getroffen hat.

Ob mein Blog nun mein Schreiben ersetzt hat mich einmal meine Psychologenkollegin Irmgard G. gefragt, der ich auf die Sprachambulanz gefolgt bin.

„Nein!“, habe ich geantwortet.

„Natürlich nicht!“ und das ist und bleibt auch so.

Kommentierer schreiben mir manchmal, sie hätten noch nichts von mir gelesen. Nun man kann meine Bücher bei mir bestellen, sofern sie noch nicht vergriffen sind. man kann sich auf der Homepage in die Leseproben einlesen, es gibt inzwischen aber auch einiges im Blog zu finden.

Die beiden „LiteraturgeflüsterBücher“ etwa, die Szenen aus denen später „Besser spät als nie“ geworden ist und im Dezember gibt es immer wieder ein Adventekalenderfenster aus der „Nika, Weihnachtsfrau“.

Man sieht, ich versuche mein einsames Schreiben immer etwas aufzupäpplen und öffentlich sichtbar zu machen und weil es ja noch keine Veranstaltungen gibt und ich nicht sieben Bücher in der Woche lese, das Corona-Thema mich aber sehr interessiert, stelle ich, immer wenn es passt oder ich eine Lücke hätte, eine Szene aus meinem derzeitigen Work on Progess, den Corona-Roman, der eigentlich mehr eine Erzählung ist, hier hinein.

Vielleicht nicht ganz einfach, so leicht in einen Text hineinzuspringen. Es gibt aber im Blog einige Artikel, die über den Schreibprozeß berichten und die Szene 5, 7 und 19 gibt es schon. Die Szene 15 kann ich spoilern, wird wahrscheinlich bald folgen.

„Es war fünf vorbei, als Roswitha Herweg, das Museum wieder verließ. Ihre Haare waren ungeordnet und es fröstelte sie, als wäre im Museum die Heizung ausgefallen. Was auch so war. Die Heizung war seit zwei Wochen ausgeschaltet. Deshalb war ihr kalt, so daß sie froh war, daß sich in ihrer Handtasche, der lila Schal befand. Den band sie um ihren Hals, statt, um Mund und Nase. Denn das Gehen auf der Straße ohne das war erlaubt, auch wenn sie immer wieder besonders Vorsichtige mit Mundschutz an ihr vorüberlaufen sah. Sie hatte den Schal nur über ihre orange Jacke gewickelt und wunderte sich ein ein wenig, daß ihr kalt war, denn im Museum war es trotz abgeschalteter Heizung heiß zugegangen und genau das brachte sie durcheinander. In ihrem Kopf spielten ihre Gedanken Ping Pong. Dazu brauchte sie keine Beate, die aber, wie sie auf ihren Handy sah, dreimal angerufen hatte. Sie hatte eine sehr besorgte Tochter, aber während der Sitzung im Museum war sie nicht ans Telefon gegangen. das würde sie erst zu Hause tun, wenn sie Egon und Janina erklärte, warum sie, um elf das Haus verlassen hatte, um ihre Bankfiliale aufzusuchen und erst um halb sechs abends aufgelöst, mit einem Schal um den Hals gewickelt, widerkam. Das Zahlscheineinwerfen brauchte auch in Corona-Zeiten nicht so lang, wie sich sowohl Janina, als auch Bea denken würden und nur Egon, der, wenn er nicht wieder ausgebüchst war, um zu seinen Vorlesungen zu gelangen, in seinem Arbeitszimmer gesessen war, würde es egal sein. Gerade er hätte aber Grund sich zu empören, während es Janina und das Töchterlein nichts anging, warum sie trotz Ausgangsbeschränkung so lange nicht zu Hause war. Sie würde es ihnen aber erklären. Natürlich, keine Sorge, denn Arbeiten war erlaubt. Das erklärten sowohl der Bundeskanzler, als auch der gestrenge Innenminister, beinahe bei jedem Interview, auch wenn sie nicht beweisen konnte, daß eine Ausstellungsplanung über das“Rote Wien“ zu den systemrelevanten Arbeitsgängen zählte und sie außerdem, wie ihr brandheiß einfiel, auf das Abmessen der Räume vergessen hatten. Viktor war schuld daran. Ihr Assistent, Viktor Neumann, ebenfalls Historiker, wie Egon und dreißig Jahre alt, wie ihr Sohn. Sie wußte das und hatte es nicht vergessen. Viktor Neumann, der mutterlos und ohne Freundin in seiner Garconniere gesessen war, hatte die gleiche Idee, wie sie gehabt. Er hatte das Museum zwar nicht vermessen wollen. sich aber gemerkt, daß sie das wollte, um sicher zu sein, daß die Pläne stimmten, wenn vielleicht im Juni oder schlimmstenfalls im September, die Ausstellung eröffnet werden konnte und hatte sich, wie er ihr mit jungenhaften Grinsen eingestand, in Erwartung, sie zu treffen, aus seiner Quarantänenhähle geschlichen. In den „Spar“ war er gegangen, wie er ihr mit demselben jungenhaft verschämten Lächeln gestand. Hatte dort von einer maskierten jungen Damen einen Mundschutz überreicht bekommen und war von ihr aufgefordert worden, einen Einkaufswagen zu benützen. Mit diesem war er maskiert durch den Markt gefahren und hatte in ihm eine Flasche Prosecco und ein Säckchen Erdnüße gepackt.

„Denn weißt du, Chefin, schön Frau, daß ich das gerne mit dir verzehren möchte, um meine Einsamkeit zu vergessen! Wenn du dich traust, lade ich dich gerne dazu ein!“, hatte er gesagt und war dabei ihrem Mund und ihrem Körper unvorschriftsmäßig nah gekommen. Viel zu nah war das geschehen. Jeder Sicherheitsabstand wurde mißachtet, hatte sie noch gedacht. Als sie aber abwehren konnte, war sie von dem Duft seines Rasierwassers überwältigt worden, hatte die Nähe schließlich, sie konnte es nicht leugnen, gern zugelassen. Verbotenerweise war sie ihm sehr nah gekommen. Das könnte sie ihrer Tochter Beate, ihrem Sohn Albert, der Personenbetreuerin Janina und auch Egon, ihrem angetrauten Gatten, der einzige, der wirklich davon betroffen war, sagen. Würde es aber nicht, Egon vielleicht und der würde sie verstehen oder, wie eher anzunehmen war, würde es ihn, der nur seine Studenten und seine Vorlesungen im Kopf hatte und sie ,wenn sie ihm am Weggehen hindern wollte „Hexe!“, nannte, nicht interessieren. Den anderen würde sie ihr Fernbleiben mit einer unverschiebbaren Arbeitssitzung rechtfertigen. auch wenn sie über den Erdnüße und dem Prosecco, auf das Vermessen vergessen hatten. Denn es war keine Arbeitssitzung gewesen, die sich die letzten Stunden zwischen ihnen abtespielt hatte. Absolut nicht, sondern etwas, das ganz und gar verboten war, auch wenn diese Gesetzesübertretung wieder mit fünfzig und auch nicht mit fünfhundert Euro Verwaltungsstrafe zu begleichen war. Es hatte sie auch kein Polizist gesehen. Es war keiner mit einem Maßstab ins Museum gestürmt, um festzustellen, daß die Kuratorin Roswitha Herweg und ihr Assistent ViktorNeumann diesen nicht eingehalten hatten. Kein Geldbetrag würde tilgen, was geschehen war und Beate hatte recht, wenn sie sie rügen würde und da, während sie die Landesgerichtsstraße hinunterging, wieder ihr Handy summte, atmete sie durch und nannte ihren Namen.

„Hallo, Mama!“, hörte sie prompt Bea säuseln und hielt ihr Phone so weit wie möglich von ihrem Ohr entfernt, um ihre besorgte Stimme nicht zu intensiv zu hören, mit der sie ihr mitteilte, daß sie sich Sorgen mache.

„Wo warst du Mama? Ich konnte dich nicht erreichen! Janina, die ich das fragte, ist auch besorgt! Du bist, um elf auf die Bank gegangen, hat sie gesagt. Jetzt ist es halb sechs und du bist noch nicht zu Hause! Wo bist du gewesen? Ist etwas passiert?“, hörte sie ihre aufgeregte Stimme keuchen, matmete durch und überlegte, während sie Beate erklären hörte, daß sie ihre Bankgeschäfte bequem online erledigen konnte und das Haus, wie gerade im Rundfunk durchgegeben worden war, überhaupt nicht verlassen sollte!

„Älteren Personen und Risikogruppen wäre davon abzuraten und würden ersucht, sich ihre Einkäufe von anderen besorgen zu lassen!“, hörte sie sie kreischen und hinzufügen, daß dazu Janina da wäre, die, wie sie ihr versichert hatte, das auch gern täte!

„Wo warst du Mama? Ich mache mir große Sorgen! Albert ist ebenfalls besorgt!“, hörte sie sie weiter keuchen und unterbrach sie dann energisch „Im Museum, Kind! Das heißt bis ungefähr fünf war ich dort und habe-„, flunkerte sie und hoffte dabei nicht verlegen zu klingen „-die Räume vermessen und geschaut, ob die Planung passt! Das mußte sein und ist erlaubt! Das gehört, wenn du so willst, zur systemrelevanten Tätigkeit und ist wichtig, wenn die Ausstellung, wie geplant im Juni eröffnet wird und tun wir das erst später, kann es auch nicht schaden, wenn alles stimmt! Also habe ich getan, was nicht online zu erledigen ist! Du brauchst dich nicht aufregen! Im Museum ist mir, da es geschloßen ist, nichts passiert!“, sagte sie energisch und ließ bewußt Viktors Anwesenheit aus.

„Das habe ich auch Janina und deinem Vater mitgeteilt, daß ich nach der Bank in die Felderstraße schauen werde und dort hat es ein bißchen gedauert! So eine Ausstellung macht, wie du dir vorstellen kannst, viel Arbeit! Ich habe auch ein bißchen vorgeplant, damit ich nicht so schnell wieder hin muß!“, flunkerte sie mit roten Ohren, dabei verschweigend, daß sie mit Viktor vereinbart hatte, sich demnächst wieder zu treffen. Damit er nicht so einsam war, weil sie eine so mütterlich verständnisvolle Frau war, die ihn an seine Großmutter erinnere, wie er vor sich hingestammelt hatte und sich dabei so dicht an sie presste, wie es wahrscheinlich nie ein Enkelsohn bei seiner Großmutter tun würde.

„Jetzt habe ich das Museum ohnehin schon verlassen und biege in die Josefstädterstraße ein! In einer Viertelstunde bin ich zu Hause! Das kannst du Janina und dem Papa ausrichten, der aber, wenn er nicht wieder ausgebüchst ist und Janina nach ihm suchen muß, sicher viel ruhiger ist und sich keine Sorgen macht, was du auch nicht brauchst! Es ist alles in Ordnung und nichts geschehen! Ich traue mir zu, trotz meiner dreimonatlichen Überfälligkeit, die Josefstädterstraße entlangzugehen und der alteHerr, der mir gerade entgegenkommt und der wahrscheinlich zwanzig Jahre älter, als ich ist, hat kann ich dir versichern, offenbar auch keine Angst!

2020-05-26

Ein überraschender Besuch

Gleich wieder ein Szenenschmankerl aus meinem „Work on Progress“ „Kein Frühlingserwachen“ mehr, das derzeit aus fünfundzwanzig Szenen, siebenundfünfzig Seiten und 27 084 Worten besteht.

Zwei Szenen, die von Egon Herweg, den als Alzheimer leidenden Gatten, der Heldin Roswitha, der den Lockdown auf seine eigene Art und Weise erlebt, habe ich hier schon vorgestellt.

Jetzt gehts ein wenig weiter nach vor im Text, nämlich zu Szene fünf, wo Roswitha und Egons Tochter Beate, die gerade ihren Abschluß auf der Sigmund Freud Uni gemacht hat, Besuch von ihrer Freundin Esther Jablonksy bekommt. Aber in Zeiten der Ausgangssperre war das ja verboten oder eigentlich auch nicht, wie wir inzwischen wissen.

„Schön, daß du gekommen bist, Esther!“, rief Beate Herweg begeistert und drückte der Freundin, die mit einer schwarzen Reisetasche und einem Blumenstrauß vor der Tür ihrer Dachwohnung stand, einen Kuß auf den Mund. Spontan und aus alter Gewohnheit hatte sie ihre Lebensmenschin, die Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Esther Jablonsky, mit der sie seit zwei Jahren mehr oder weniger heimlich zusammen war, an sich gedrückt. Wich, als sie das bemerkte, erschrocken zurück und fuhr sich mit der Hand über den Mund.

„Entschuldigung, Esther! Wie konnte ich das vergessen! Das darf man jetzt nicht mehr! Haben wir jetzt das Socialdistanciering und das Berührungsverbot! Ich habe dich hoffentlich nicht angesteckt! Ich bin aber, kann ich dir versichern, seit die Bundesregierung diese Verordnung herausgegeben hat, brav zu Hause geblieben und auch mehr oder weniger symptomfrei!“

„Keine Angst!“, antwortete die Freundin, stellte ihre Tasche ab, drückte Beate den Blumenstrauß in die Hand und erwiderte den Kuß.

„Keine Angst, Bealein und herzlichen Glückwunsch, daß deine Abschlußarbeit angenommen wurde, du nun eine richtige Therapeutin bist und voll ins Berufsleben einsteigen könntest, wenn man das in Zeiten, wie diesen, dürfte! Aber keine Angst, Beate! Ich bin nicht so hysterisch, wie es rund herum den Anschein macht und stehe dem Ganzen eher skeptisch gegenüber! Nichtsdestotrotz fühle ich mich in meiner Wohngemeinschaft ein wenig einsam und da du mich, als die gewisenhafte Frau, die du bist, nicht besuchen wirst, habe ich entschloßen meine sieben Sachen zusammengepackt und beschloßen, bevor die totale Ausgangssperre kommt und man, wie in Frankreich oder Spanien, sich nur hundert Meter um seine Wohnung bewegen darf, vorübergehend zu dir zu ziehen und mit dir, wenn du einverstanden bist, eine Zweckgemeinschaft zu gründen! Dann könnten wir, wie es auch der Bundeskanzler vorschlägt, uns beim Einkaufen ablösen! So das Risiko reduzieren und das Homeworking, das mir meine Organisation vorschreibt, kann ich, wenn du nichts dagegen hast, vielleicht auch in deinem Wohnzimmer machen!“

„Nicht die Spur!“, antwortete Beate Herweg ein wenig überrascht und erwiderte Esthers Umarmung etwas zögernd, weil sie nicht so sicher war, sich nicht vielleicht anzustecken oder einen eventuellen Virus zu übertragen. Andererseits gehörten sie beide nicht zur Risikogruppe und wenn sie die nächsten Tage, wie verlangt zu Hause blieben, war die Verbreitungsgefahr gering.

„Gar nicht, ich freue mich im Gegenteil darüber! Denn weißt du, dir kann ich es gestehen, mir ist die Decke in den letzten Tagen sehr auf den Kopf gefallen! Den ganzen Tag allein zu sein, bin ich, fürchte ich, nicht gewohnt! Noch dazu, wo ich meine Abschlußparty absagen mußte und die Sponsionsfeier entfallen ist! ich hätte zwar nicht gewagt, dir das vorzuschlagen, möchte ich dich auch nicht gefährden und es ist, wie ich fürchte, auch nicht ganz legal, weil wir nicht zusammenwohnen!“, sagte sie und brach wieder ab, um Esther Jablonsky fragend anzusehen, die energisch den Kopf schüttelte und ihr noch einen feuchten Schmatz auf den Mund drückte.

„Nicht so ängstlich, Bealein! Eine klitzekleine Gesetzesübertretung ist erlaubt! Wenn du möchtest, nehme ich sie auf meine Kappe, zahle die Strafe und gehe, wenn sich die Vorsichtsmaßnahmen vielleicht doch als übereilt herausstellen sollten, bis in die letzte Instanz vor Gericht und hole die Strafzahlung wieder herein!“, kündigte sie lachend an.

„Man muß, Bealein, das ist, wenn du es wissen willst, meine Meinung nicht so übergehorsam sein und kann dem bösen Onkel Innenminister, der eine kontrollieren will, vielleicht ganz gesetzeskonform eines auswischen, denn wir stehen uns, auch wenn das noch nicht so offiziell bekannt sein sollte, schon länger nahe und, daß ich nicht bei dir gemeldet bin-? Wer soll das kontrollieren? Wer will das überwachen und uns vernadern? Man muß da nicht so ängstlich sein und die anderen durch seine Fragen nicht erst auf Ideen bringen, die sie vorher gar nicht hatten! Ich bin also da! Deine Freundin ist vorübergehend, um eine Zweckgemeinschaft zu gründen, bei dir eingezogen und nun laß uns deinen Abschluß feiern! Machen wir eine kleine Corona-Party und sind dabei so leise, daß es die bösen Nachbarn, nicht merken und nicht die Polizei holen können! Wenn die aber trotzdem kommt, kann ich dir versichern, daß ich meine ganzen juristischen Kenntnisse einsetzen werde, um dich und mich zu verteidigen und da das alles ein Schnellschuß, sehr widersprüchig und, wie ich höre, auch noch nicht so hundertprozentig ausjustiziert ist, habe ich da keine Sorge! Denn ich bin, wie du siehst, nicht so ängstlich und war schon in der Schule, zum Leidwesen meiner Mutter, ein ungehorsames Mädchen!“, behauptete sie noch einmal lachend, bevor sie sich nach ihrer Reisetasche bückte.

„Stell die Blumen ins Wasser und schau in der Speisekammer nach, ob du eine Flasche Wein zu Hause hast? Ein bißchen Weißbrot, Schinken und Oliven? Ansonsten bin ich bereit, das alles schnell zu besorgen, damit es eine schöne Feier wird und dein Schlafzimmer kenne ich bereits!“, behauptete sie und lachte anzüglich auf, was Beate, wie sie fürchtete, rot werden ließ.

„Habe ich es doch schon mit dir benützt! Bin dir also, wenn du es so willst, schon so nahe gekommen, daß ein eventueller Virus keine Chancen hat!“

„So ist es!“, antwortete Beate gehorsam, bevor sie sich in die kleine Küche begab, um die Blumen zu versorgen.

„Rotwein und Bier habe ich zu Hause! Baguette und ein bißchen Käse ist auch vorhanden, so daß du dich nicht bemühen mußt und vielen Dank für alles! Du weißt, ich freue mich sehr!“, sagte sie, während sie die Blumen auf den Küchentisch stellte und der Freundin in das Schlafzimmer folgte, die ihre Tasche auszupacken begann.

„Und jetzt erzähl mir, wie du deine Quarantänetage verbracht hast?“, wollte sie dann wissen. Beate Herweg zuckte mit den Achseln.

„Vor dem Fernseher größtenteils! Ich fürchte, daß ich, wie paralisiert davor gesessen bin und mich nicht einmal das Abschlußzeugnis aufheitern konnte! Dann habe ich meine Eltern, die zur Risikogruppe zählen, angerufen und ihnen angeboten, ihre Einkäufe für sie zu besorgen! Sie haben aber ohnehin eine Betreuerin. Eine junge Slowakin aus Kosice, da der Papa seit drei Jahren Alzheimer hat!“, sagte sie mit gedämpfter Stimme.

„Die Mama hat mir erzählt, daß sie jetzt eine Ausstellung über das „Rote Wien“, die im Juni eröffnet werden soll, im Homeoffice mit ihrem Assistenten vorbereitet!“

„Mit ihrem Assistenten, cool!“, wiederholte Esther, nahm einen schwarzen Hosenanzug aus der Tasche, um ihn forsch und ungeniert in den Kleiderschrank zu hängen.

„Ich hoffe, er ist ein schöner junger Mann und wenn du Pech hast, bahnt sich zwischen den Beiden etwas an!“, sagte Esther und brach ab, als sie Beates entsetzten Gesichtsausdruck bemerkte, die „Glaubst du wirklich?“, hervor stieß.

„Vergiß es! Du weißt, ich bin eine vorlaute Person mit einer unerlaubten Vorstellungskraft, die mir schon so manche Schwierigkeiten eingebracht hat! Ich nehme alles zurück und entschuldige mich, wenn du willst, auch förmlich, obwohl die Vorstellung schon etwas Faszinierendes hat und Phantasie ist in diesen Zeiten, wie ich hörte, erlaubt! Aber schau nicht so entsetzt, Bea-Mädel und glaub nicht alles! Das Mütterlein wird in der Quarantäne mit ihrem Assistenten nicht zusammen sein, sondern mit ihm höchstens über Skype oder Zoom kommunizieren und wird, wie du mir erzähltest, ohnehin von ihrer Hausbetreuerin bewacht, wenn die nicht vielleicht die Gunst der Stunde nützt und mit ihrem Schützling zu Techtelmechteln beginnt! Aber ich bin schon still, Beate und stoppe meine böse Zunge! Dein Vater war Universitätsprofessor nicht wahr, bevor ihm das Schicksal diese Krankheit brachte?“

„So ist es!“, antwortete Bea und setzte energisch „Du hast wirklich eine böse Zunge und wir sollten das Thema wechseln! Komm in die Küche! Ich hole den Wein aus dem Regal und schaue nach, ob es noch ein Glas Oliven oder Artischoken gibt? Und du kannst dich entscheiden, ob du in der Küche oder auf der Dachterrasse feiern willst?“, hinzu.

„Auf der Terrasse Bea, wenn du dich das traust und dich vor den bösen Nachbarn mit den Feldstechern, die uns der Polizei melden könnten, nicht fürchtest!“, antwortete Esther Jablonsky gemütlich, schob ihre Reisetasche in eine Ecke und kam noch einmal auf Beate zu, um ihr einen Kuß auf die Wange zu drücken.“

2020-05-22

Die Veränderung

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Und jetzt als Schmankerl eine Szene aus dem „Frühlingserwachen“:

„Geglückt, geglückt!“, dachte Egon Herweg fröhlich, nachdem er die Türe des Altbauhauses in dem er mit seiner Familie, wie er sich zu erinnern glaubte, an die dreißig Jahre lebte, geöffnet hatte und vorsichtig, um sich schielend, hinausgetreten war und sich nun in der Albertgasse befand, die, was ihn ein wenig wunderte, ungewöhnlich leer war.  Oder war das die Folge der neuen Zeit, von der alle sprachen und nicht wollten, daß er auf dieUniversität zu seinen Vorlesungen und seinen Studeten ging. Er war seinen Hexen entkommen, wie er pfiffig vor sich hindachte und dabei zufrieden nickte. Die dunkle Ohrringenhexe, die sich, wenn er sich wieder richtig erinnerte, Janina hieß. Janina Pavlova, um genau zu sein und die, wie sie ihm  mit einer kindlich hochgezogenen Stimme, als würde sie zu einem Säugling und nicht zu einem Universitätsprofessor sprechen und ihm erzählte, daß sie aus Kosice, um sich um ihn zu kümmern, hergekommen war. Von wegen kümmern. Er brauchte ihre Fürsorge nicht. Brauchte keine dunkelhaarige Ohrringenhexe, die sich in dem Zimmer eingenistet hatte, in dem früher seine Kinder gehaust hatten und ausgezogen waren, als sie, wie Albert heirateten oder, wie Beate, um Psychotherapeutin zu werden. Die Ohrringenhexe war aber mit einem Einkaufskorb verschwunden, um ihm ein schönes Bierchen mitzubringen, während die sogenannte Roswitha-Hexe, in ein Telefonat mit einem Viktor vertieft gewesen war, als er vorsichtig an ihr vorüber schlich. Die zwei Stockwerke hinabzusteigen war kein Problem. Hatte er doch darauf geachtet, von der Hausmeisterin nicht gesehen zu werden. Da sich diese in seinen Weg stellen würde und  „Wo wollen Sie denn hin, Herr Professor?  Bleiben Sie da, Ihre Damen sorgen sich , um Sie!“, kreischen und ihn zu seinem Hexenquartett zurückbringen würde, die ihn mit den gleichen Worten empfangen und in sein Zimmer sperren würden. Das wußte er schon. Deshalb war er vorsichtig und es war, wie er sich zu korrigieren wußte, auch kein Quartett, sondern ein Duett, das aus der Ohrringenhexe und der Roswitha-Hexe bestand oder nein, da kam noch als dritte im Bunde, Frau Jovanovic dazu und seine Tochter Beate war die Nummer vier mit ihren Ermahnungen, an die Roswitha-Hexe, so daß es wieder stimmte und er sich nicht geirrt hatte. Er war einem Hexenquartett ausgeliefert, das ihn in sein Arbeitszimmer einsperrte, weil es draußen angeblich so gefährlich war. Er war ihnen aber entkommen und hatte die Josefstädterstraße erreicht. Wenn er die in Richtung Ring hinunterging,erreichte er die Universität und kam zu seiner Vorlesung zurecht, um seine Studenten, die sicher schon auf ihn warteten, etwas von Karl dem Großen und dem Mittelater vorzutragen. Denn das war sein Spezialgebiet, während die Roswitha-Hexe, wenn er sich wieder richtig erinnerte, sich mit dem „Roten Wien“ beschäftigte und das war zwar interessant, aber nicht sein Fach in dem er sich habilitiert hatte. Seltsam, daß auch die Josefstädterstraße, die sonst sehr bevölkert war, verwaist wirkte. Sehr seltsam war das . Denn es war, wenn er richtig auf seine Uhr gesehen hatte, halb fünf am Nachmittag und da schloßen die Büros und die Leute strömten auf die Straßen um nach Hause zu gehen, einzukaufen oder, wie die Studenten, die ihn inskribiert hatten, auf seine Vorlesung zu warten. Es war wirklich komisch. Wie, wenn das geschehen wäre, von dem sie jetzt im Radio so viel berichteten, die Ohrringenhexe, die Hände übern Kopf zusammenschlug und „Furchtbar, furchtbar, Frau Doktor!“, zur Roswitha-Hexe sagte und zu ihm „Sehen Sie, Herr Professor, Sie müßen brav zu Hause bleiben, weil Sie sonst die Polizei erwischt und sue strafe zahlen müßen!“

Es war wirklich kindisch! Was bildete sich die Person nur ein? Er war kein Kind, das brav sein mußte und was sollte die Polizei von ihn wollen? Er war Universitätsprofessor und kein Gesetzesbrecher, den man bestrafen konnte, wie bei einem Einbrecher oder Einbruchsdieb. Bankräuber, das war die richtige Assoziation, dachte er und nickte ein wenig versunsichert vor sich hin. Kam ihm doch gerade ein etwa gleichaltriger Mann mit einer schwarzen Lederjacke und einem weißen Bart entgegen und der hatte ein rotres Sacktuch, um seinen Mund geschlungen. Als er ihm erblickte, zuckte er zusammen und wich in großen Bogen aus, als würde er sich vor ihm fürchten. Er blieb stehen, schaute ihm nach und schüttelte den Kopf. Wirklich äußerst seltsam, da gab es keinen Zweifel. Er spürte es genau und ließ sich nicht täuschen, obwohl er, das gab er schon zu, das Ganze nicht verstand. Denn warum hatte der ungefähr Sechzigjährige, der gar nicht, wie ein Bankräuber wirklte, ein rotes Kopftuch in Wildwestmanier um den Mund gebunden, wenn es  zumindest da, wo er entlang ging, gar keine Bank gab?  Das war doch seltsam und auch, daß sich außer ihm niemand über den Cowboy wunderte. Niemanden fiel er auf, keiner mokierte sich darüber und das wahrscheinlich nicht nur, weil die Josefstädterstraße auffällig leer war, sondern, weil auch sonst eine merkwürdige Stimmung herrschte, denn die Frau die ihm nun entgegekam und die, wie die Ohrringenhexe, einen Einkaufskorb in der hand schwang, war bestimmt keine Bankräuberin. Sie hatte aber auch eine Maske, um den Mund gebunden. Eine Weiße, wie die, die man in den Spitälern benutze und er sich an seinen Zahnarzt erinnern konnte, der in seiner Praxis auch mit so einem Fetzen herumlief. Die Frau mit dem Einkaufskorb war  keine Zahnärztin und hatte trotzdem einen solchen Mundschutz umgebunden. War er in einen schlechten Film geraten oder war sie aus der Ordination entwichen und vergessen, die Mundfessel abzunehmen<?

„Setsam, seltsam!“, dachte er noch einmal und drückte die schwarze Aktentasche, die er für seine Vorlesung brauchte, fest an sich. Denn so war es immer gewesen. Die Vorlesungsunterlagen befanden sich darin. Als er noch Asistent gewesen war, als Manuskript, später im Laptop und jetzt sollte es, wie er gehörtt hatte, ein E-learning geben. Die Professoren hielten ihre Vorlesungen per Videokonferenzen in ihren Arbeitszimmern ab. So hatte es ihm jedenfalls die Roswitha-Hexe erklärt, wohl um ihm vom Verlassen der Wohnung abzuhalten. Er wußte selber nicht genau, warum die Weiber alle so scharf darauf waren, daß er zu Hause blieb und das sogar im Radio und Fernsehen durchsagen ließen.

„Bleiben Sie zu Hause, halten Sie Abstand, beschützen Sie sich und die anderen!“, hatte der Spruch gelautet, den sie ständig dreschten und der, er glaubte seinen Augen nicht zu trauen, war auch auf der Lichtfaßsäule vor dem Theater auf dem sonst immer die Programmankündigungen standen, platziert.

„Aus gegebenen Anlaß haben wir vorübergehend geschlossen!“, stand da zu lesen. Er glaubte seinen Augen nicht trauen und schüttelte den Kopf. War jetzt er, beziehungsweise, die anderen verrückt geworden oder befand er sich in einen schlechten Film? In einem, wo der Weltuntergang ausgebrochen war, die Straßen von den Menschen gelehrt worden waren und die wenig Übergebliebenen mit Stoffstücken vor Mund und Nase herumliefen.

„Seltsam, seltsam und wirklich sehr verrückt!“, dachte er, schüttelte noch einmal den Kopf und atmete auf, als er zwei junge Männer auf sich zukommen sah, die dicht nebeneinander gingen und, wie er befriedigt feststellte, keine Masken umgebunden hatten. Es war also doch alles normal. Er hatte sich nur wegen seiner Hexen in einen Alptraum hineingesteigert, den er aber, als reifer Mann, der sich nicht täuschen ließ, von sich abschütteln würde, nahm er sich vor und machte zwei Sekunden später einen Sprung nach vorn und wechselte die Straßenseite. Was war das? Offenbar befand er sich wirklich in einem Alptraum, denn das, wovor seine Hexen immer warnten, schien wirklich eingetroffen. Kamen doch jetzt zwei Polizisten, zwei junge Leute in den neuen Uniformen, auf die beiden Männer zu und schienen sie, statt dem Bankräuber von vorhin zu verhaften. Ihn ließen sie in Ruhe, obwohl ihm seine Hexen immer predigten, daß er nicht hinausdurfte, weil ihm sonst die Polizei einfangen würde. Die war aber auf die beiden Männer zugegangen. Da konnte er, er traute seinen Ohren nicht, wirklich hören, daß sie, weil sie den Sicherheitsabstand mißachtet hatten, Strafe zahlen mußten. Verrückt, verrückt! Aber ihn ging das nichts an und er mußte sich nur beeilen, um nicht zu spät in seine Vorlesung zu kommen und so war es wahrscheinlich besser, daß er nicht stehenblieb und die Polizisten, von denen einer, wie er sehen konnte, eine Polizistin war, die ihre blonden Haare zu einem Roßschwanz zusammengebunden hatte, nicht auf sich aufmerksam machte. Also die beiden Männer, die jetzt den Ordnungshütern erklärten, daß sie zusammenwohnten, hinter sich lassen und in Richtung zur Universität marschieren. Wenn er sich beeilte, kam er zurecht und er war auch sehr gespannt, ob sich die Studenten normal benahmen oder auch ein rotes Tuch, beziehungsweise eine Tauchermmaske, um den Mund gebunden hatten, dachte er und blickte sich suchend um.

„Keine Sorge, ich bin richtig!“, beruhigte er sich. Hinter ihm lag das Theater, vor ihm der Supermarkt in dem, wenn er sich nicht irrte, seine Ohrringenhexe immer einzukaufen pflegte und die auch dorthin unterwegs war, um ihm ein jschönes Bierchen mitzubringen. Vielleicht sollte er noch einmal vorsichtig sein und die Straßenseite wechseln, um ihr nicht in die Arme zu laufen, dachte er listig, um kurz darauf zusammenzuzucken und ein „Verdammt!“, vor sich hinzufluchen. Sah er doch vor sich schon ihre orangen Ohrringe baumeln und hörte ihre aufgeregte Stimme mit dem tschechischen oder russischen Akzent krreischen „Da sind Sie, Herr Professor! Ich habe Ihnen doch eingeprägt, daß Sie zu Hause bleiben sollen! Gut, daß ich Sie getroffen habe und Sie zurückbringen kann! Die Frau Doktor wird sich sicher Sorgen um Sie machen und mit mir schimpfen, weil ich nicht aufgepasst habe!““

So das war die Szene acht des Rohentwurfs, derzeit hat das Ganze siebenundfünfzig Seiten, 27 301 Wlrte und fünfundzwanzig Szenen. Ich bin auch noch nicht fertig, sondern derzeit beim Szene für Szene Durchkorrigieren und kann dann entscheiden, ob und was ich noch anfügen werde.

Zur weiteren Information verlinke ich die Artikel, die sich mit den Schreibfortschritten beschäftigen und kann ankündigen, daß es möglicherweise hier noch das eine oder andere Schmankerl aus meiner Schreibwerkstatt geben kann, bevor ich dann wahrscheinlich im nächstes  Jahr höchstwahrscheinlich mein   neundundfünfzigstes Indie-Book hier proundly präsentieren kann.

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2020-04-25

Handlungsaufbau-Handlungslücken

Ronny Rindlers Quarantäne- Schreibkurs, wo er den Aufbau eines Romans erklärt, geht jetzt  in die sechste Woche, so lange haben wir ja jetzt schon die Ausgangsbeschränkungen, die jetzt zwar Schritt für Schritt gelockert werden, die Friseure und die Geschäfte werden nach und nach geöffnet, die Lokale soll man ab Mitte Mai wieder mit Abstandregeln betreten dürfen und die Schulen geöffnet werden. Dazu gibt es nach deutschen Vorbild wahrscheinlich, da die das in Berlin schon seit drei Wochen tun, die ersten Demonstrationen, die sich gegen die Freiheitsbeschränkungen wenden, denn eine verpflichtende Ap oder Bewegungsüberwachung soll es Gerrüchteweise, neben der Maskenpflicht auch geben, damit man aus dem Haus darf.

Daß die Maskpenpflicht für mich ein Problem darstellt und ich auch kein Handy will, habe ich schon geschrieben.

Also schreiben schreiben und zu Hause bleiben, lautet vielleicht die Alternative für die nächsten Jahre. Ronny Rindler hat seinen Quaratimokurs mit dem Handlungsaufbau und der Figurenplanung, die er heute erklärte, auch beendet, kündigte aber für nächste Woche ein neues Video an und mein „Frühlingserwachsen“ wächst da ich ja brav zu Hause bin und da, beziehungsweise auch auf den jeweiligen Terrasse sehr viel schreibe.

Neunzehn Szenen, siebenundvierzig Seiten und 23 861 Worte habe ich jetzt schon und würde da einmal schätzen, daß ich mich ungefähr in der Mitte befinde, aber da auch schon wieder vor einem Fragezeichen bezüglich des weiteren Handlungsverlaufs stehe, aber wieder schön der Reihe nach:

Ich habe ja schon geschrieben, daß ich Ronny Rindlers Videos sehr hilfreich finde, ich weiß zwar nicht, ob ich als Schreibanfängerin, also vor vierzig Jahren auch so viel damit anfangen hätte können, aber damals gab es das noch alles nicht und jetzt sind diese wöchentlichen Videos, die genau richtig zu meinem Schreibeginn kamen, sehr hilfreich, denn ich will ja einmal einen Roman von der Pique auf planen, um herauszufinden, ob er dann besser wird, als die circa fünfzig, die ich eher drauflosgeschrieben habe? Und ich kann auch schon die Antwort „Wahrscheinlich nicht!“, spoilern, denn, was ich brauche ist Aufmerksamkeit und die bekomme ich, auch wenn ich das Buch im Blog vorstelle ja nicht sehr und ich habe das mit dem „Heldereiseplanen“ ja, glaube ich, schon vor zwei Wochen also zu Ostern aufgegeben, als ich ein ungefähres Handlungsgerüst und fünfzehn geplante Szenen beziehungsweise einen Anfang, Mitte, Schluß und zwei geschriebene Szenen hatte.

Ab dann habe ich  losgeschrieben, habe jetzt  neunzehn Szenen und vorige Woche, als Ronny Rindler, die „Heldenreise“ erklärte, da, glaube ich, zwölf Schritte beschrieben und als Aufgabe gab, daß man damit seine Handlung plotten sollte, habe ich mir das Video zwar zweimal angehört, das Gerüst aufnotiert, aber weiter geschrieben.

Mit  dem Vieraktschema von Woche vier, glaube ich, habe ich ja meine ungefähre Handlung skiziert und als ich dann mit dem Losschreiben anfangen wollte, festgestellt, daß das sehr schwierig war, da einfach Szene für Szene zu setzen. Aber die Charakterbögen hatte ich schon und so habe ich mich, ich weiß nicht, ob das gut ist oder nicht, wieder von Szene zu Szene gehandelt und das Problem mit der Corona-Krise, in der ich  mittendrin stecke und daher nicht so genau sagen kann, wie es damit weitergeht, habe ich, glaube ich, auch ganz gut gelöst, als  ich der Roswitha auch eine Maskenphobie angedichtet habe und sie mit einem lila Schal, wie ich ihn auch in der Handtasche, aber noch nie als Mundschutz verwendet habe, zuerst auf die Bank und dann ins Wien-Museum schickte, wo schon Viktor mit einer Flasche Prosecco auf sie wartet.

Dort kommen sie sich nah und die Bea ruft die ganze Zeit an und fragt „Wo bist du Mutter? Du gehörst doch zur Risikogruppe, also bleibe brav zu Haus und betrüge meinen Vater nicht mit deinen Assistenten!“, was der Egon, der ja zu seinen Studenten will, auch nicht tut. Er entwischt und wundert sich auf der Josefstädterstraße über die Maskierten und den Polizeieinsatz, glaubt, er wäre in einem dystopoischen Roman und schreibt dann für seine Studenten in der Vorlesung darüber. Die Janina hat einen Ohrringentick und der Albert andere Sorgen, als sich um den möglichen Liebhaber seiner Mutter zu kümmern. Seine Frau kotzt und klagt über Kopfschmerzen und geht in die Apotheken, um sich einen Test zu besorgen. Das ist aber keiner für oder gegen Corona und so weit bin ich bei Szene neunzehn, die vor dem Video schrieb, schon gekommen und stehe jetzt wieder vor Lücken oder großen Fragezeichen oder vielleicht davor, daß ich bald fertig bin, aber statt fünfzigtausend dreißigtausend Worte habe und Corona noch lange nicht vorbei und ich jetzt ja überhaupt noch nicht abschätzen kann, ob es im Juni eine Ausstellungseröffnung gibt, aber die kann schlimmsten Fall auch online stattfinden und Roswithas Weigerung sich mit einem Armband auf die Straße zu geben kann, darin ja auch noch vorkommen und die Demonstration, wo sich auf der gestrigen, seltsamerweise sowohl Maria Stern von der Liste Jetzt, als auch Martin Sellner von den Identitären befanden und die Oe24 Reporter, die das filmten, sich darin überschlugen, von der Illegalität, als auch den Verschwörungstheorien zu sprechen, dabei aber immer wieder betonten, daß Meinunghsfreiheit eigentlich wichtig sei und Demonstrationen eigentlich erlaubt.

Das gibt sicher Stoff für einige Szenen, die nächste wäre wahrscheinlich, die, wo sich die Roswitha wieder mit dem Viktor im Museum trifft. Jetzt vermessen sie vielleicht wirklich, Roswitha denkt darüber nach, Egon vielleicht doch in ein Pflegeheim zu geben und ihn zu verlassen. Dann ruft Janina an und sagt der Herr Professor hatte einen Unfall. Das ist dann wieder interessant, weil man jetzt in einem Spital niemanden besuchen darf und vielleicht in einem solchen, obwohl es ziemlich leersteht, nicht so gut behandelt wird.

Viktor bekommt auch Nachricht von Christine. Sie hat sich, weil in New York ja alles noch viel schlimmer ist, nach Wien zurückfliegen lassen und will wieder Kontakt zu ihm und der Egon der ja versucht, das Ganze zu druchschauen und für seine Studenten, damit sie nicht irregeleitet werden, alles aufzuschreiben. Verfaßt einen utopischen roman und wenn sich  am Ende alle im Museum oder online treffen, ist vielleicht ein utopischer Roman ala 1984 oder 2020 entstanden und der Egon liest daraus vor.

Das wäre also das mit dem ich die nächsten zwei Akten, beziehungsweise zwanzig Szenen füllen könnte und wenn ich das Zeitgeschehen immer  schön darin verpacke, beziehungsweise den Handlungsplan entsprechend  verändere, könnte was  daraus entstehen, obwowhl es wahrscheinlich sehr schwer bis unmöglich ist, einen utopischen Roman aus der Wirklichkeit zu schreiben.

Mal sehen, ich bin gespannt und das Dummy für das „Literaturgeflüsterbuch II“ soll auch am Montag kommen.

Hier für die die es interessiert noch die bisherigen Schreibartikel zum Frühlingserwachen: 1 2 3 4 5

2020-04-19

Wie gehts mit der Heldenreise?

Ich habe ja schon geschrieben, daß ich mit meinen selbstverlegten Romanen immer meine Schwierigkeiten habe. Ich schreibe und schreibe, bin dann irgendwann damit fertig, lasse es drucken, früher habe ich die Manuskripte an Verlage geschickt und keinen Erfolg damit gehabt, seit 2000 mache ich es selbst und habe schon fast fünfzig selbstgemachte Bücher, seit 2008, seit ich blogge stelle ich sie im „Literaturgeflüster“ vor, mache eine Vorschau, ein Gewinnspiel, plane eine Leserunde, auf meiner Website gibts ein Probekapitel, ein paar Bücher schicke ich dann aus, um beispielsweise eineLesung bei den „Textvorstellungen“ zu bekommen, präsentiere sie am Volksstimmefest, stelle sie auf Lesungen vor, etcetera und weil das Feedback auf sich warten läßt, bleibe ich irgendwie unbefriedigt zurück.

Jetzt weiß ich beispielsweise nicht mehr so genau, wieviele Leute meine Bücher lesen. Am Anfang hörte ich manchmal, ich hätte keine Handlung, bei mir passiert nichts, ich wäre zuwenig abgehoben. Das ist das, was ich mir manchmal über mein Schreiben denke.

Gut, ich will sozial und gesellschaftskritische psychologische Romane schreiben und bin nicht experimentell und irgendwann bin ich, weil ich ja weiterkommen will und mich auch für die Schreibschulen, wie beispielsweise das Wiritersstudio, wo ich immer zu den Schnupperseminaren gehe und Webinare interessiere, die man im Netz umsonst bekommt, bin ich  auf die Heldenreise, dieses Modell von Joseph Campell aus der Mythenforschung, das Christopher Vogler für Hollywood adaptiert hat, gestroßen und konnte am Anfang nicht viel damit anfangen. Jurenka Jurk arbeitet in ihrer Romanschule sehr damit und bietet demnächst wieder ein dreiteiligen Seminar mit einem Probewebinar dazu an. Ronny Rindler, der ja jetzt im Rahmen des „Quarantimo“ jeden Samstag ein Video ins Netz hineinstellt, wo er den Aufbau des Romans genau erklärt, hat sich das letzte Mal  damit beschäftigt und man kann auch sagen, man kann einen Roman mit einer Idee beginnen, wie ich das ja meistens tue und dann immer ein paar Szenen im Voraus geplant zu schreiben beginne, nach cirka sechs wochen mit dem Rohkonzept fertig und dann wie schon erwähnt unbefriedigt damit bin, so daß ich immer beim neuen Versuch mir fest vornehme es jetzt doch einmal mit der „Heldenreise“ zu versuchen und dann irgendwie damit scheitere oder hängen bleibe.

Man kann es auch mit der „Schneeflockenmethode“ versuchen, also zuerst seine Projekt in einem Satz aufschreiben, dann in drei bis vier bis man schließlich den kompletten Szenenaufbau hat und dann zu schreiben beginnt.

Langweilig könnte man vielleicht sagen, die Profischreibe, die alle paar Monate einen roman herauswerfen, halten sich wahrscheinlich daran und ich habe mir, da ich ja jetzt ein paar Mal dieMiniwebinare der Jurenka Jurk zu ihrem Romanfahrplan besucht habe, mir vorgenommen mit dem „Frühlingserwachen“ es jetzt einmal wirklich mit dem Planen zu versuchen. Ein paar diesbezügliche arbeitsblätter haben sich da ja bei mir schon angesammelt, die Charakterbögen,die ich einmal von Jaqueline Vellguth übernommen habe, wende ich schon länger an. Jetzt habe ich auch ein Arbeitslatt zur „Schneeflockenmethode“ und mir da den Aufbau des „Frühlingserwachen“ ziemlich genau vor einer Woche notiert und geplant und mir dann auch beim letzten Video des Ronny Rindlers meine vier Wendepunkte notiert, was dazu führte, daß ich die Handlung im Grobkonzept, das heißt mit großen Lücken, aber den ungefähren Anfang Mtte, Schluß parat hatte.

Ein Roman von mir, beispielsweise, die die ich für den „Nanowrimo“ schreibe, hat ungefähr dreißig bis vierzig Szenen. Als ich nach den vier Akt Modell, die szenen aufnotierte, hatte ich etwa fünfzehn und beschloßen, genug geplant. Jetzt fange ich zu schreiben an, denn ich bin und bleibe wahrscheinlich zumindest eine halbe Bauchschreiberin oder wie das so heißt.

Die erste Szene hatte ich da schon, denn das war eine aufgabe des Ronny Rindlers, vor zwei Wochen, um die Szenen am Schluß offen und spannend zu gestalten, damit die Leser weiterlesen. Ob ich das wirklich so genau gemacht habe, bin ich mir gar nicht sicher und auch, ob ich wirklich am Anfang begonnen oder nicht schon zu schnell eingestiegen bin?

Mein Anfang war ja die Krise und die Ausgangssperre ist schon da, Roswitha ist zu Hause, hat ein Meeting mit dem Viktor, bemerkt sie ist in ihm verliebt, während der Egon mit der Pflegehelferin in Streit gerät und die Tochter Bea in Streit gerät.

Zuviel Infodumping könnten die Schreibschullehrer jetzt wahrscheinlich mahnen und als ich vorige Woche beschloßen habe, die Arbeitsblätter zu lassen und mit dem Schreiben, wie gewohnt zu beginnen, hatte ich ein Problem. Nämlich meine Wendepunkte, aber ich wußte nicht wie ich jetzt zur Szene zwei komme? Denn wenn ich vier Akte habe und cirka vierzig Szenen brauche ich für jeden Akt zehn und kann die Roswitha nicht gleich ins Museum gehen und den Viktor treffen lassen, damit der Egon seinen Autounfall hat und am Ende die Krise vorüber ist und sich alle im <museum treffen. Das wäre ja die Handlung in einen Satz, aber wie komme ich zu den Szenen, wo sich ja bei mir beim Schreiben immer ein paar im Voraus entwickeln?

Ich hatte ein paar Tage Schreibpause, das heißt ein paar Stunden und dann bin ich ja mein „Schreibebuch“ immer wieder durchgegegangen, damit es an die Druckerei gehen kann und habe immer je einen oder zwei Fehler, also noch einen Durchgang, gefunden.

Jetzt habe ich aber weitergeschrieben und momentan auch sechs Szenen, zwanzig Seiten und 9356 Worte und habe da jeder meiner Figuren eine Szene gegeben. Denn das hat mir bei der Romanplanung gefehlt, die ja eher auf die Roswitha konzipiert war.

Also die Roswitha telefoniert in Szene zwei mit dem Viktor, in Szene vier rennt der Egon davon beziehungsweise will ihn die Janina in Szene drei vorher beruhigen, in Szene fünf zieht die Esther zur Beate und ins Szene sechs trinkt der Viktor noch einmal sein Bier und beklagt seine Einsamkeit. Zwei Szenen habe ich jetzt in meinen Notizbuch noch notiert, bevor ich mir wieder die Aktstruktur vornehmen werde. Nämlich noch einmal den Egon auf die Straße schicken, die Janina bringt ihm dann heim. Er erlebt ja die Krise mit ihren Verboten auf ganz besondere Art und in der achten Szene kommts zur Maskenpflicht, die roswitha hat wie ich, ihre Schwirigkeit damit, nimmt einen Schal, den  sie muß auf die Bank und dann doch ins Museum, trifft dort zufällig den Viktor und ich wäre jetzt schon beim ersten Wendepunkt und alles weitere später, um nicht zuviel zu spoilern, damit meine Leser nicht vielleicht sagen, das brauchen wir nicht mehr lesen, wenn sie zuviel verrät.

Ich habe auch noch nicht mehr, mir vorhin aber das neue Video des Ronny Rindlers angehört, wo er das „Heldenreisemodell“ des Christopher Voglers mit seiner Aktstruktur vergleicht und die Aufgabe stellt, das jetzt auf seine Szenen audzudröseln.

Das habe ich nicht gemacht, sondern meinen Blogartikel geschrieben und am Abend  gibts ja das Gratisseminar zur Jurenka Jurks „Heldenreise“, aber da bin ich nicht sicher, ob ich hineinkomme, weil ich mit dem „Zoom“ ja meine Schwierigkeiten habe.

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