Literaturgefluester

2020-08-13

Corona-Texte

Filed under: Uncategorized — jancak @ 18:35
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Ich bin ja an dem Corona-Virus und der Krise, die die ganze Welt deshalb lahmlegt und mir nach wie vor unverständlich ist, sehr interessiert und habe mich seit März sehr damit beschäftigt, gelesen, Videos angeschaut und auch sehr bald, sobald ich mit dem Korrigeren des „Fräulein No“ fertig war, mit dem Schreiben darüber begonnen. Viele Blogeinträge und sogar ein Gedicht hat es auch gegeben und das schon geplante „Frühlingserwachen“, eine Dreiecksgeschichte über eine Frau, die zwischen zwei Männern steht, ist ein solcher Text geworden. Da habe ich um Ostern, wo wir also noch mitten im Lockdown steckten mit dem Schreiben angefangen und das war wohl auch ein Problem, daß ich da keine Ahnung hatte, wie es mit der Krise weitergeht und wie das Ganze einzuordnen ist.

Ein paar persönliche Erfahrungen, wie der lila Schal, den ich eine Zeitlang in der Tasche hatte, weil ich nicht sicher war, ob ich ihn vielleicht nicht doch, wo brauche, sind eingeflossen und ich hätte gerne auch ein Bild als Cover, das die Anna mir damals ich noch nicht nach St. Pölten gefahren bin, schickte und das sie und die Lia mit einer Maske zeigt.

Der Text ist sehr flüßig von statten gegangen, ein paar Leseproben gibt es hier schon zu finden, er ist sehr kurz geworden und war, glaube ich, im Rohtext fertig als die Lockerungen begannen.

Daran knüpft sich bei mir immer die Frage, wie geht es weiter oder was schreibe ich als nächstes? Und da war die Idee in das kleine Notizbuch das ich mal gefunden habe und in dem schon was stand einen roman zu machen oder die Handlung daraus zu nehmen.

Anfang Juli war ich so weit, daß ich damit beginnen konnte und das Thema Corona, das da auch nicht geplant war, ist da gleich, ob ich es wollte oder nicht, hineingeflossen. Das interessiert mich nämlich, obwohl ich da schon hörte, daß man über Corona, das heißt das aktuelle Tagesgeschehen nicht schreiben könne und sich die Verleger schon vor den vielen Corona- Romanen fürchten, die sie da ab Herbst auf den tisch gelegt bekommen könnten, offensichtlich gilt das nicht als professionell und das ist wahrscheinlich der Grun,d warum ich auch nicht so gelte.

Es ist interessiert mich nämlich und in dem Text, mit dem ich am Mittwoch mit der Rohform fertig geworden bin, sind auch einige persönliche Erlebnisse in mehr oder weniger abgewandelter Form enthalten. Zum Beispiel, der Friseurbesuch oder der Praktikant in der Konditorei in Marialzell, wo wir nach unserem Gölleraufstieg gegessen habe, der mich mit seinem Selbstbewußtsein beeindruckte, als er mir den „Cappucchino mit Schlagobers“ hinstellte, das Erlebnis bei der Bestellung in Gasthaus Vincent Pauli, wo ich den Alfred am Sonntag zum Geburtstag eingeladen habe, ist auch enthalten, etcetera.

Ansonsten ist der Handlungsrahmen nicht sehr originell, die Eja Augustin, mein Alter Ego, das ich schon länger verwenden wollte, fährt anfang Juli in das Häuschen ihrer Eltern nach St. Georgen am Steinfelde, um dort den Sommer zu verbringen bzw. einen Roman zu schreiben. Sie ist fünfundsechzig, die Roswitha Herweg ist das auch und da ist eingefloßen, daß der Alfred, der ja erst am neunten August fünfundsechzig wurde, mich im März öfter mit „Risikogruppe, Risikogruppe“ ärgerte, weil ich das ja schon seit eindreivierteljahre bin und vor fünf Jahren als ich meinen „Sommernanowrimo“ schrieb, ist da die Heldin nach Harland bei St. Pölten in die Sommerfrische gefahren, um dort ihre Diplomarbeit oder Dissertation über den „Deutschen Buchpreis“ zu schreiben und dieses Buch, „Die Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen“ ist dann auch irgendwie ungewollt, der zweite Teil meiner sogenannten Flüchtlingstrilogie geworden und als ich am Mittwoch nachdem ich mit dem Schreiben fertig war, in die Badewanne ging und gedacht habe, jetzt weiß ich wieder nicht, was ich als Nächstes schreiben soll, ist mir eingefallen, daß ich ja über das thema Corona, das uns höchstwahrscheinlich noch länger beschäftigen wird, eine Serie machen könne.

Das zweite Buch, „Das rotbraunkarierte Notizbuch“, wird es heißen, schließt ja unmittelbar an den ersten Teil, in der Lockdownphase geschrieben, an, denn da waren die Lockerungen im Gange, man konnte ohne Maske in die Geschäfte aber in Oe 24, daß ich ja seit Corona sehr viel höre, war ständig davon die Rede die Maskenpflicht muß wieder her, so hört, die Eja auch im Radio als St. Georgen erreicht und interessant, die Eja, eine mehr oder weniger erfolgreiche Schriftstellerin, sie hat aber einen Verlag, hört her, hat in Wien versucht einen Text über Corona zu schreiben, den aber aufgegeben, weil man das ja nicht tut darf oder soll, etcetera, dann wird natürlich wieder einer daraus, meine Erlebnisse und das, was so in der Welt geschah, fließen ein, eine Rahmenhandflung, die in den „Sonnenpark“ zurückführt und einen Polizisten der Unterschrifen für die „Stopp die Corona-Petion“ sammelt“ gibt es auch und es schließt ungefähr zur Jetztzeit, wo alle auf die zweite Welle starren und man in Paris nur mit Mundschutz auf den Eifelturm fahren darf oder sich in Spanien damit auf den Strand legen muß, obwohl ja alle sagen, Aufenthalt im Freien ist ungefährlich. Das wars, wo der Rohtext endet und wie es mit der Wirklichkeit weitergeht, liegt in den Sternen und ist zumindestens für mich sehr interessant.

Worüber ich als Nächstes schreiben und ob das wirklich ein Corona-Text werden wird, habe ich noch keine Ahnung.

Bis dahin ist ja noch genug zu tun, zwei Texte, das „Fäulein No“, das von Corona noch überhaupt keine Ahnung hatte und das „Frühlingserwachen“ fertig zu bekommen und dazwischen werden die Ereignisse auf mich einströmen, so wie es aussieht, wird sich ja mein Verhalten sehr verändern und wahrscheinlich im Herbst keine Veranstaltungen außer vielleicht die Siebenstern-Lesungen und die „Wilden Worte“, wo man ohne Maske hoffentlich hinein kommt, keine Preiseverleihungen, keine „Buch Wien“, etcetera und noch weiter weg vom Literaturbetrieb, als ich schon war, weil es ja dann überhaupt keine Kontakte mehr dazu gibt, das Corona-Geschehen werde ich vermutlich weiter beobachten und darüber bloggen in Form meines Krisentagesbuch, was sich darüber hinaus literarisch ergibt wird spannend.

Ich könnte mir aber schon vorstellen, daß es noch weitere Corona-Texte gibt, die die Handlung mit dem Corona-Geschehen, was ja vermutlich das realistische Szenario der nächsten Zeit ist, umgibt. Mal sehen, seien wir gespannt und für die kleine Lia habe ich mir schon gedacht, wird es in zwanzig jahren schon sehr interieren, was in ihrem ersten Lebensjahr passiert ist, an das sie sich nicht erinnern kann.

2020-05-06

Online Corona-Romane zur Recherche

Ich habe mich ja schon vor längerer Zeit entschloßen einen Roman zu schreiben, der die Beziehung zwischen einer älteren Frau und einem um dreißig jährigen jüngerne Mann schildert und der Mann der Protagonistin, den sie pflegt, erlitt damals bei den Jännernotizen, noch einen Schlaganfall. Ich notierte und korrigerte, dann weiter am „Schreibebuch“ und am „Fräulein No“.

Dann kam die Pandemie und weil ich ja immer die aktuellen Tagesereignisse in mein Schreiben einbeziehe, ich weiß, das gilt als nicht professionell, beschloß ich einen CoronaRoman daraus zu machen, wohl wissend, daß da eine Schwierigkeit sein wird, daß ich über eine Krise, die laut Expertenmeinung zwei Jahre dauert bis man die Auswirkungen richtig überschauen kann, nicht in sechs Wochen einen Rohentwurf verfaßen kann. Das heißt, ich kann schon, muß dann aber wahrscheinlich wirklich viel verändern, weil mich die Fakten ja überholen werden.

Es hat sich auch der Romanverlauf verändert, der Egon hat „Alzheimer“ und keinen Schlaganfall, dazu haben mich wohl David Fuchs „Leichte Böden“ gebracht oder nein, über „Alzheimer“ habe ich schon viel geschrieben und kenne mich wahrscheinlich auch besser dabei aus, als beispielsweise mit der Pflege von Schlaganfallpatienten. Das ist wahrscheinlich noch nicht krisenbedingt, es wurde, das liegt auch mehr an mir, als an Corona auch nicht wirklich eine Beziehung zwischen alt und jung daraus. Dazu bin ich wahrscheinlich zu moralisch, sondern nur ein leichtes Antippen, ein Spielen mit dem Feuer. Der Viktor findet seine Christine und der Egon schreibt einen dystopischen Roman darüber, daß plötzlich eine Weltmacht das Lächeln verbietet und die Leute, wie Zobmies mit Masken auf der Straße herumlaufen lassen.

Trotz der Tatsache, daß ich den Verlauf der Krise nicht überschauen kann, ist mein Rohkonzept auf inzwischen fast dreißigtausend Worte angewachsen, ich sollte, was wahrscheinlich noch viel schwieriger ist, den dystopischen Roman schreiben und ansonsten wahrscheinlich noch drei Szenen, eine zwischen Egon und Roswitha, eine wo sich die christine meldet und die Beziehung zwischen Bea und Esther, die ja auf dieser Evidenz basierten Demo war, muß wahrscheinlich auch noch behandelt werden.

Dann käme schon die schlußszene, wo die Ausstellung, weil ja Corona im Juni noch nicht vorüber sein wird, virutuell eröffnet wird und weil ich eine gelehrige Schülerin bin, die ja immer noch hofft, daß Schreiben irgendwann wirklich zu erlernen, damit meine Kritiker mit mir zufrieden sind, habe ich mir schon vor längerer Zeit angewöhnt, vor dem Schreiben entsprechende Rechercheliteratur zu lesen, das kann mal mehr mal weniger ausgeprägter sein, dei den „Berührungen“ habe ich mich durch den fast gesamten Stefan Zweig gelesen und auch noch was von Doderer, bei der „Unsichtbaren Frau“ habe ich Jeanette Wintersons „Powerbook“ liegen lassen und jetzt hatte ich mir ja immer die Folgen von „Das Mööp, den fantastischen Seuchenbericht“ den das Literatur in Fortsetzungen herausgibt, ausgedruckt und von „So ist die Welt geworden – Der Covid 19 Roman“ von Marlene Streeruwitz, von Thomas Glavinic gibt es auch was, aber da kommt man ohne zu zahlen nur zur Folge eins, aber nicht gelesen, weil die Texte ja noch nicht fertig und meine Leseliste ist ja eh schon so lang und eh schon wissen, aber jetzt habe ich gedacht, wenn ich mit dem Rohkonzep fertig bin, hole ich mir das heraus.

Das Problem dabei ist ja ebenfalls, daß diese Romane noch nicht fertig sind, aber interessant zu wissen, wie die anderen Mitten in der Krise das Covid 19-Thema verarbeiten, wie viele Anspielungen sie machen und wieviel nicht, ist es allemal und hier wahrscheinlich wichtiger denn je, vorher zu recherchieren.

Also habe ich mir statt den Erzählungen der Daniela Krien zuerst David Grays „Das Mööp“ und dann später „So ist die welt geworden“ in die Badewanne mitgenommen, um die Covid-Literatur von 2020 wenigstens anzulesen.

David Gray ist ist das Pseudonyms des deutschen Journalisten und Filmkritikers  Ulf Torreck, der 1970 in Leipzig geboren wurde und es gibt bis dato sechs folgen des „Mööps“. Da ich ja lieber in der Badewanne lese, habe ich mir die ausgedruckt. Es gibt aber Lücken dabei, konnte mich aber trotzdem ganz gut in die Krisenbeschreibung hineinlesen.

Da sitzt ein Horrorautor zu Hause und schreibt über einen Kannibalen. Es geht ihm das Bier aus. Er hört seltsame Geräuschee und bekommt mit, hinter seinen Drucker hat sich ein seltsames Fabelwesen eingemistet. Das Mööp mit Rüssel, das vor sich hinspuckt und droht, wenn er ihm etwas antut, dann stinkt es wie eine Wasserleiche. So läßt er das. Er versucht es auch bei seinen Einkäufen im Wald auszusetzen. Das mißlingt und immer wenn er dem Wesen eine Frage stellt, dann schiebt es Meldungen, wie die, was demnächst die Regierung an Corona-Maßnahmen plant, heraus.

Das Wesen kann nämlich Gedanken lesen und ein Fabelforscher an den der Held sich meldet, sagt, es sei eine Muse, daß es sich von Bücherstaub ernährt hat er auch schon herausgefunden und es kann ihm auch Tips geben, wie er mit seinem Horrorkanibalismusroman weiter kommt.

Denn der Held hat noch ein Problem, denn da hat schon eine Julie Z. einen Covidroman geschrieben, der überall gelobt wird, sein Verlag schickt ihm ein Leseexemplar zu und die Gesundheitscoachs bieten im Internet auch ihre Beratunen an und sind sehr lästig dabei. Dann kommt noch eine Nachbarin, die sich über die Besucher eines anderen Nachbarn gestört fühlt und den, weil es ja das Kontaktverbot gibt, anzeigen will und ihm daher seine Zeugenschaft will.

Soweit bin ich damit schon gekommen. Jetzt kamen längere Zeit keine neuen Folgen mehr im Literaturcafe, die sollen aber noch kommen, ich bin also sehr gespannt.

Die 1950 in Baden geborene Marlene Streeruwitz von der ich schon sehr viel gelesen habe, ist bekannt für ihre Wahlkampfromane, wie beispielsweise „So wird das Leben“.

Jetzt gibt es den Covid-19-Roman, eine Art Tagebuch, offenbar ein „Standard-Auftrag“, die die Dichterin Betty, die sehr viel mit ihrer Autorin gemeinsam hat, bis dato, bis zur Episode 19 am  29. April veröffentlicht hat, da wird die abgesagte Buchmesse in Leipzig, wo Marlene Streeruwitz, ja den „Preis der Literaturhäuser“ bekommen hätte, erwähnt.

Seither sitzt sie zu Hause und kommuniziert und das ist interessant, weil ich das ja manchmal auch mache und mich mit meinem Hauspsychiater, der Fritzi Jelinek und der Lisbeth Hahnenpichler treffe, mit einer Fiorentina, einer Irma und einem ehemaligen Liebhaber namens Edwin. Die Fioreninta trägt immer Markenkleider, ist sehr streng und könnte an die Mutter mahnen. Die Irma ist aufmüpfiger und so wird auch das momentane Geschehen durchkomminziert. Zum Beispiel, die Maskenpflicht oder wie das nun mit den Besuchen war, was ich  eigentlich auch noch nicht so durchschaut habe, warum das so schizophren formuliert wurde?

Nur drei Gründe zum Ausgang, die Arztbesuche, die immer möglich waren, auch wenn die Ärtze da oft nicht ordinierten, wurden untern Tisch gefallen und dann zu Ostern nur fünf fremde Leute in den Wohnungen, aber eigentlich darf man keine Besuche machen und vorletzten Montag stellt sich dann heraus, Besuche waren immer möglich, weil die Polizei nicht ohne Grund in die Wohnung kommen darf.

In die Wohnung der Betty kommt sie, es gab eine Anhzeige einer Nachbarin, die Nachbarn ober ihr streiten und sie ist nicht sicher, ob sie jetzt denunizieren soll und zum Nachbarn gegenüber, einem Richter, der Fritz Keller heißt, kommt sie auch. Der erscheint dann mit Maske, um zu informieren, ich glaube auch nicht, daß ich am Gang eine solche tragen muß und trinkt dann mit Betty Kaffee Tür an Tür mit Sichereitsabstand wahrscheinlich, während die Nachbarn einen Stock weiter unten miteinander flüstern, weil es ja keiner wissen darf, daß der Sohn die alte Mutter besucht, obwohl das, wie im Nachhinein herauskam, ohnehin immer gestattet war.

Marlene Streeruwitz läßt ihre Betty darüber räsonieren, wie das wird, wenn sich jetzt alle zu Hause in Mangel anderer Möglichkeiten fettfreßen und dann als Kugeln demonstrierend vor dem Ballhausplatz stehen und geht demonstrativ mit Maske zu ihrer Bäckerin, um mit ihr zu reden, beziehungsweise ein extra Himeertörtchen zu kaufen, das haben wir in etwa auch so gemacht und ein Auszug aus dem Roman war am 23. April, glaube ich, auch in Ö1 zu hören, interessant, die Covid 19- Romane, die es jetzt schon gibt und sicherlich auch die, die noch entstehen werden, verweise wieder auf die Corona-Tagebücher, die Corona-Lesungen, die Corona-Gedichte und bin nun gespannt, wie es mit dem dystopischen Roman werden wird, an dem ja der an Alzheimer erkrankte ehemalige Universitätsprofessor Eugen Herweg gerade scchreibt.

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