Literaturgefluester

2021-02-16

In die Fastenzeit

Morgen ist Aschermittwoch und dann beginnt die Fastenzeit. Sechs Wochen bis Ostern kein Fleisch, keine Süßigkeiten, kein Alkohol oder was auch immer, um sich in innere Einkehr zu begeben, damit man zu Ostern frisch und fröhlich wieder auferstehen kann, wie uns unser Bundeskanzler schon letztes Jahr versprochen hat, als er den Lockdown eins verkündet hat. Ich bin zwar kein gläubiger Mensch und auch nicht katholisch, da, wie ich immer schreibe, aus einer sozialistischen Arbeiterfamilie kommend, die Mutter war gelernte Stickerin und ist später wieder zu ihren katholischen Wurzeln zurückgekommen, hat mich deshalb auch in den Religionsunterricht geschickt, wo imnachhinein nicht viel hängen geblieben ist, als Kind war das ein bißchen anders, der Vater evangelisch getauft, aber später ausgetreten, seine Kinder nicht mehr taufen lassen, der SPÖ beigetreten und dort seines Lebens akiv tätig und ist, wie ich mich erinnern kann, immer einmal oder mehrmals in der Woche mit der Aktentasche unterm Arm zu seiner Sektion aufgebrochen, wo er, glaube ich, Buchhalter oder Schriftsführer war. Er war in der Statistik in der WGKK tätig und am Wochenende hat er in der Tanhzschule Hernals, die der SPÖ gehörte, als Billiteur oder Security gearbeitet. In der Schule war ich einige Zeit lang gläubig und bin auch manchmal in die Gottesdienste gegangen, so kann ich mich als ich schon in der Straßergasse war, erinnern, daß da einmal derKardinal König gekommen ist, um den Aschmermittwoch Gottesdienst zu halten.

So weit, so gut, zum Aschermittwoch eße ich immer Heringsalat, ansonsten faste ich nicht, höchstens wenn ich abnehmen will, räume dann bald einmal die Ostersachen heraus, um vielleicht auf meine Art die Auferstehung zu feiern und heuer auch der kleinen Lia Ostereier zu verstecken, aber das fällt ja heuer vielleicht wieder so aus, wie es auch im letzten Jahr ausgefallen ist, wo die Gottesdienste ja überhaupt im Netz übertragen wurden und die Famiien fürchten mußten, vielleicht Strafen zu bekommen, wenn sie ihren Kindern Eier im Park oder Wald verstecken, denn wir haben ja noch immer Lockdown, wieder den Lockdown light, wo man zwar zum Friseur gehen darf, sich aber vorher testen lassen muß, was man überhaupt, glaube ich, ständig soll, um zu beweisen, daß man nicht krank ist oder dieses Virus hat, obwohl das ja, glaube ich, nur bei einem Prozent der Fall ist und dann die Tests noch oft falsch und die sogenannten Wohnzimmertests, die man ab März, glaube ich, gratis in der Apotheke bekommt und die man benützen soll, wenn man die Oma besucht, nicht gültig sind, wenn die vielleicht im Pflegeheim wohnt oder für den schon erwähnten Friseurbesuch, denn Kontrolle ist ja alles und Österreich soll ja, wie ich gerade in Oe-24 höre, Weltmeister in Sachen Tests werden und man da an eine halbe, dreiviertel oder vielleicht sogar schon eine Million pro Woche denkt.

Was das bringen soll, außer Müllberge, ist mir zwar nicht so klar oder doch natürlich, denn das Virus soll ja ausgemerzt, auf Null oder was auch immer gebracht werden, obwohl, ich denke, daß ja auch die Wissenschaftler, die solchen progagieren, wissen müßten, daß das nicht wirklich geht und man ja immer hört, daß man, statt die Wirtschaft zu vernichten und vielleicht sogar auf die sogenannten unerlaubte Demonstranten mit Wasserwerfer zu spritzen, mit dem Virus leben lernen soll, also die Älteren zu schützen, Masken tragen, wenn man will, aber sonst die Lokale und Geschäfte aufsperren und versuchen möglichst normal zu leben, weil man ja nichts davon hat, daß man vielleicht nicht an Corona aber an einem verschleppten Herzinfarkt stirbt oder sich aus Verzweiflung umgebracht hat.

Schaut aber nicht so aus, denn alles, was Spaß macht, ist verboten, hat ja unser Bundeskanhzler glaube ich gesagt, als er im Oktober den zweiten Lockdown angekündigt hat, also keine Sozialkontakte, keine Gastro, keine Bälle, keine Faschingsfeste für die Kinder, etcetera und die Gastro haben wir gestern ja gehört, bleibt wahrscheinlich bis Ostern oder vielleicht auch länger noch zu und es gibt auch keine Schanigärten, so daß man sich wahrscheinlich weiter sein Bier aus dem Spermarkt und sein Essen vom Take a way holen muß und sich damit mindestens fünzig Meter weiter vom Geschäft an die Wand stellen oder auf eine Bank setzen kann und wenn man einen Zweiten dabei hat, muß der Babyelefantenabstand mindestens zwei Meter sein und alle sagen, die Zahlen werden steigen und steigen. Nächste Woche sind sie wegen dem noch viel gefährlicheren südafrikanischen Virus bestimmt schon so hoch, daß man wieder schließen muß und nicht auf siebenhundert, wie sie sollen. Aber die bleiben, glaube ich, schon seit Wochen gleich, nämlich zwischen tausend und tausendfünfhundert und auch den Weihnachtspeak hat es, glaube ich, nicht wirklich gegeben.

Die Gastronomen stöhnen, weil sie schon wieder nicht öffnen dürfen und ich wundere mich, daß die Leute so bereitwillig die FFP2-Maske tragen.

„Die menschen haben sich gut daran gewöhnt!“, hat der Bundeskanzler ebenfalls gesagt und sich umdas Reintesten drängten, damit sie zum Friseur können und auch, wie die Gastronomen meinen, sich auch bereitwillig testen lassen werden, damit sie einen Kaffee trinken dürfen.

Das ist ja auch so ein Wort, das mich stört, daß man plötzlich alles dürfen muß oder nicht darf und die Kinder oder Eltern sogar schon bestraft wurden, wenn sie ihre Kinder rodeln ließen, weil man das, ich glaube, zuministens in Deutschland nicht durfte.

Daß die Bälle ausfielen hat mich nicht so gestört, bin ich ja keine Tänhzerin und habe mich auch nie verkleidet und an Faschingsfesten teilgenommen, daß es die Leute aber hinnehmen nicht zu tanzen oder sich zu einer heimlichen Party in ihre Privaträumen drängen, wundert mich immer noch, wie auch, daß die Leute sich mit Masken in die „Alte Schmiede“ oder „Gesellschaft“ setzten, als man das noch durfte. jetzt darf man es ja nicht und es wird also heuer wieder eine richtige Fastenhzeit ohne vorigerhigen Fasching, ob man das will oder nicht oder dann doch wieder nicht so ganz, denn in seinem Zimmer kann man ja den Alkohl trinken und der Bierkonsum ist auch, habe ich gehört und kann ich sehen, angestiegen.

„Was soll man sonst in seiner Verzweiflung tun?“, wird sich mancher gedacht haben. Aber heuer dürfen die Kinder wenigstens die Spielplätze benützen und man sich auch mit seinem Kaffee auf eine Parkbank setzen kann, wen man den nötigen Sicherheitsabstand hält und die Bundesgärten benützen, die ja im vorigen Jahr geschlossen waren.

Also heuer kein Faschingsdienstag mit Faschingsfeiern. Krapfen wird man wohl essen dürfen und dann auf in eine strenge Fastenzeit, um die Auferstehung zu Ostern zu feiern oder auch nicht, wenn da inzwischen eine neuere Virusmutation gekommen ist, aber es sich gut gehen lassen, auf den Körper schauen, spazierengehen, den Geist auslüften, um die Abwehrkräfte zu stärken, darf man wahrscheinlich schon und soll das auch tun.

2020-11-25

Sprache in Corona-Zeiten

Filed under: Glosse,Uncategorized — jancak @ 00:13
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Was ist skurril in diesen Zeiten und, wie skurril sind sie, wo wir alle hinter einem Virus herlaufen, um es einzufangen, auszumerzen, eliminieren oder nein, falsch, unrichtig! Nicht genügend setzen! Das dürfen wir ja nicht! Wir müssen schön zu Hause bleiben und uns isolieren! Werden massengetestet, damit wir, wenn wir brav sind, ein halbwegs schönes Weihnachtsfest, natürlich nur mit FFP2-Maske und Handschuhen auf den Fingern unsere Großeltern besuchen dürfen und vor dem Christbaum ein Weihnachtsliedchen singen können.

„Daß das passiert hängt von uns allen ab!“, sagt der Bundeskanzler.

Wenn die Zahlen jetzt nicht endlich sinken, müßen wir die Maßnahmen verschärfen und können nicht stufenweise die Geschäfte öffnen! Natürlich nicht, denn wenn dann alle ab dem sechsten Dezember, wie verrückt die Geschäfte stürmen, um sein Klopapier oder falsch, natürlich, die Adventkränze und die Geschenke für die Kinder einzukaufen? Um das zu verhindern und uns ein halbwegs schönes Weihnachtsfest zu ermöglichen brauchen wir die Massentest, um die positiv Getesten rechtzeitig zu isolieren.

“ Vor allem für die Heiminsaßen wäre das angesagt und wichtig, sie zu schützen!“, sagte er und nickt nachdrücklich mit dem Kopf.

„Gibt es Fragen?“, fragt die Pressesprecherin und die Reporterin erkundigt sich natürlich nach der Freiwilligkeit. Warum immer diese Frage und die Sorge, daß es doch Sanktionen braucht, wenn sich nicht alle freiwillig testen und brav isolieren lassen? Denn mit der Eigenverantwortlichkeit ist das so eine Sache, wie man im Sommer gesehen hat, wo sich alle unvernünftig am Donaukanal drängten!

Werden die Tests freiwillig sein und wird man, wenn man sie verweigert, sein Haus verlassen dürfen oder wird man, wie es in der Slowakei so war, die ja seit der Massentestung wieder schöne Zahlen haben, vierzehn Tage in Quarantäne müssen und gelten nicht vielleicht die, die den Test verweigern automatisch als positiv und wenn sie, wie es das Schicksal will, an einem Unfall sterben oder sich in ihrer Depression, weil sie die Einsamkeit nicht ertragen und nicht wissen, wie es nach der Krise mit ihrem Geschäft weiter geht, die Pulsadern aufschneiden, gelten die dann nicht vielleicht, als Corona-Tote, die an oder mit, aber auf jeden Fall gestorben sind!

„Stop, halt, hör doch auf mit deinen Verschwörungstheorien! Denn die wollen wir nicht hören! Die stören nur und hindern an der Einsicht! Wir ziehen alle doch am selben Strang, wenn wir ein halbwegs schönes Weihnachtsfest und vielleicht auch einen solchen Winterurlaub haben wollen! Denn da gibt es ja ein Skifahrkonzept. Mit der Maske in die Gondel, wo die Fenster offen bleiben und schön brav in Zweierreihen angestellt und bezahlt wird natürlich bargeldlos! Was ist so schlimm daran, sich zum Schutze aller ein wenig einzuschränken und was ist schlimm daran Maske zu tragen? Warum verweigerst du dich da? Schau doch nach Amerika!“, sagt der Reporter, der dort während der Präsidentenwahl weilte

„Da tragen alle Maske!“ und schüttelt den Kopf über den Kollegen, der sich darüber mokierte, daß immer mehr Menschen allein im Auto sitzen und eine solche tragen.

Im Auto und im Freien ist die Wirksamkeit nicht erwiesen! Aber wenn sich da die Menschen, um die Punschstände oder um die Würstlbuden drängen! Das muß viel mehr von der Polizei kontrolliert werden, daß die da nicht beinanderstehen und maskenlos ihre Bosna essen und ihren Punsch schlürfen!

„Den Punsch wahrscheinlich nicht, denn der ist nicht erlaubt und wir brauchen Schnelltests für die Altersheime, um die Insaßen zu schützen!“, wiederholt jetzt der Reporter und ich schüttle den Kopf. Denn was ist das für eine Corona-Sprache? Welche Entmenschlichung drückt sie aus?

Was hätte Victor Klemperer dazu gesagt?

Hätte er sich mit dem Isolieren, Absondern, Wegsperren, den Menschenmaßen und den Heimisaßen, die massengetestet werden sollen, abgefunden oder sich, statt der staatlich verordneten Entmündigung mit Abstandhalten, Maskentragen, Handhygiene und brav zu Hause bleiben, um sich und die anderen zu schützen, mehr Selbstentscheidung gewünscht?

„Das ist doch nicht so schwer!“, sagt der Reporter.

„Und unsere einzige Chance! Hör mir auf mit der Herdenimmunität, wie es die Schweden machen, denn die hat nicht funktioniert! Also brav sein Mitmenschen! Zwei Wochen kann man auf ein Buch verzichten! Du hast doch sicher ein Zweitbuch zu Haus und brauchst nicht auf die Straße gehen, das ist doch nicht schwer! Socialdistancing und Kontaktreduktion ist jetzt angesagt! Also denk daran, wenn du ein halbwegs schönes Weihnachtsfest haben willst! Denn sonst müßen wir die Maßnahmen noch einmal verschärfen und ein einzig Unvernünftiger hat zu hundert verlorenen Arbeitsplätze geführt!“, sagt der Reporter streng und ich denke „Lingua corona zwanzigzwanzig! Wegsperren, absondern, isolieren, Heiminsaßen, Zögling,Impfling, Hausarrest! Das muß doch nicht sein und kann auch anders ausgedrückt werden! Da wünsche ich mir ein anderes Sprachemenü! Das wär doch wirklich schön!“

2020-08-29

In den Corona-Herbst

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:18
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Das letzte Sommerfrischewochenende ist angebrochen, dann geht es wieder zurück nach Wien und in den Herbst, der ja ein Corona geprägter werden will und das ist, wenn man, wie ich, um sich zu informieren sehr viel oe 24 TV hört, nicht zu übersehen, ging es ja nach den Lockerungen, wo eine Zeitlang alles gut ging, die Menschen sich zuerst in den Baumärkten drängten, dann die Lokale geöffnet wurden und sich zuletzt fünfzigtausend Menschen auch ohne größere Auswirkungen auf der Black lives matter Demo drängten.

Nach der Grenzöffnung und dem Wegfall der Masken kam es bald zu der Forderung die Maske muß wieder her, weil sich da einige Cluster bildeten und Oberösterreich die Maskenpflicht schon im Juli wieder eingeführt wurde.

Dann kamen die Cluster in St. Wolfgang, welch ein Glück daß wir nur in Srobl waren, die Bilder von Ibbiza und Testpflicht freiwillig oder unfreiwillig, wenn man vom Urlaub zurückkommt.

Die Zahlen die ja bis Juni sehr gefallen sind, stiegen überall wieder an, so daß man in Paris, glaube ich, Maske ragen muß, wenn man auf den Eiffelturm will und in Velden, wenn man am See spazierengeht, obwohl man ja immer hört, im Freien ist es nichtgefährlich und nur im Herbst, wenn wir dann wieder in den Räumen sind, braucht man die Maske.

Das fordert schon länger der Ärtzkammerpräsident und diese Woche hörte ich in oe 24 die Maskenpflich soll neuerlich ausgeweitet werden, was mich ein wenig wunderte, weil ich keinen wirklichen Grund dafür wußte, denn wenn man jeden Rückkehrer testet, ist es klar, daß man mehr Infizierte, jetzt sind es täglich etwa dreihundert für ganz Österreich, findet. Aber die Kroatien- und Spanienurlauber sind meistens jung und wahrscheinlich auch nicht krank, in oe 24 TV hört man aber wieder, dreihundert Kranke, was ja eigentlich auch eine Falschmeldung ist.

Ja, da wird viel verwechselt und sehr viel Panik gemacht, was ich eigentlich nicht verstehe, denn die Zahlen sprechen nicht dafür, daß dieses Virus wirklich so gefährlich ist, wie man vielleicht am Anfang glaubte.

Trotzdem Maskenpflicht in den Schulen, zumindestens in den Gängen und beim Hinein- und Hinausgehen und das soll oder wird wahrscheinlich auch in den Restaurants wieder so kommen.

Dann gehe ich dort genausowenig hin, wie zu den Veranstaltungen und da habe ich mir schon lange abgeschminkt, daß es heuer keine „Buch Wien“ oder keinen „Alpha“, um den ich mich ja sehr drängte und als ich vor sieben Jahren von der Sommerfrische Abschied nahm auch sehr freute, als sich da Herr Leitgeb meldete und mir eine Einladung versprach. Das fällt heuer wahrscheinlich flach und auch den „Ohrenschmaus“ wird es, habe ich erfahren, erst im nächsten Jahr geben.

Eigentlich eine horrorvorstellung wegen eines Virus mit dem man meiner Meinung nach, auch anders umgehen könnte, so eingeschränkt wird, obwohl es ja egal ist, ob ich auf die „Buch Wien“ gehe, lesen kann ich auch zu Haus, nach Frankfurt wäre ich ohnehin nicht gefahren.

Daß die Wirtschaft und das Gesundheitswesen wegen einer Massenpanik, die vielleicht unnötig wäre, zusammenbricht, ist das eigentlich Arge, obwohl es auch bei mir zu Veränderungen kommen wird. Denn die Rückkehr nach Wien war ja immer mit dem Volksstimmefest gekoppelt, das gibt es Corona bedingt, obwohl ja auch in Freien, heuer nicht, daß es aber auch kein „Linkes Wort“ gibt oder gegeben hätte, hat nicht mit Corona zu tun und das ist sehr schade, weil ja seit Jahren meine größte Lesung oder eigentlich doch nicht schade, weil Honorar hat es ohnehin keines gegeben, nur ein Stück Kuchen, der ursprünglich als die Lesung noch von Arthur West organisiert wurde von seiner Frau gebacken wurde.

Die einzige Lesung, die ich heuer hätte, wäre die bei der „Poet Night“ und da könnte ich da ein Sück aus dem „Notizbuch“, aus dem „Frühlingserwachen“ oder aus dem „Fräulein No“ das demnächst erscheinen wird, lesen, aber wenn man da auch nur mit Maske hineindarf, fällt das auch aus, was auch nicht wirklich was macht, weil eigentlich ohehin nicht so viele Zuhörer und auf den Fünfziger Honorar kann ich auch verzichten.

Aber ich habe ja schon festgestellt, daß die Corona-Krise mich in das Verabschieden von der Literaturführen könnte. Die „Alte Schmiede“ und das Literaturhaus fällt aus, im Juli war ich vergleichweise bei vielen Veranstaltungen, aber da habe ich mich in der letzten Zeit ohnehin nicht so wohl gefühlt immer nur daneben zu stehen.

Geschrieben habe ich Corona bedingt sehr viel, einmal diese Tagebucheintragungen, die Nachwelt wird sich dafür nicht interessieren, hat der Uli einmal gehöhnt, vielleicht, aber die kleine Lia ist mir etwas später eingefallen und, daß ich eine Corona Serie schreiben könnte, ist mir auch schon eingefallen und da wird die Maskenpflicht, die mir ja ein Dorn im Auge ist, sichereine Rolle spielen und spielt es in den zwei schon vorhandenen Texten auch.

Am Montag nach dem Putzen also zurück nach Wien, beziehungsweise Dienstag früh und dann habe ich ja sehr viel zu lesen, weil am Donnerstag ja die österreichische Buchpreisliste bekanntgegeben wird, ich diese Woche sehr viele Bücher bekommen habe und eigentlich noch nicht so richtig mit den deutschen Buchpreislesen angefangen habe.

Da werde ich wahrscheinlich einige Lesemarathons einlegen und das wäre ja ein Ersatz zu den Veranstaltungsverlust, nur das ist sicher ein sozialer Rückzug und da gehen einer wahrscheinlich die sozialen Kontakte schon etwas ab und man ist wieder ein Sückchen weiter aus dem Betrieb weggerückt.

„Ohne Kunst wird still“, könnte ich also auch für mich sagen, aber das Geburtstagsfest könnte ich machen, denn wenn ich da fünfundzwanzig leute einlade und die Hälfte kommen, dürfte das kein Problem sein und so geht es nach dem Herbst dann auf Weihnachten zu und da hat der Bundeskanzler in seiner heurigen Rede zur Nation ja schon erklärt, daß der Herbst und der Winter wegen der zu erwartenden Grippewelle hart werden wird und man jetzt auch schon darüber spekuliert, ob und wie die Weihnachtsmärkte stattfinden können?

Keine Punchsstandl vielleicht, auf der anderen Seite habe ich gehört, daß die Schanigärten verlängert werden sollen, weil man ja auch in Decken gehüllt draußen sitzen oder stehen und sein Bier trinken kann. Also alles ein bißchen sehr verrückt und für die literarische Prdouktion wahrscheinlich bestens geeigent.

Also auf in den Corona-Herbst mit wenig oder keinen Veranstaltungen, dafür aber wieder mit einem dreifachen Buchpreislesen und das ist sicher auch sehr interessant.

2020-08-25

Corona-Opfer?

Filed under: Glosse — jancak @ 09:47
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Wer oder was ist ein Corona-Opfer? Das ist in Zeiten, wie diesen wo man ja an oder mit oder ist es umgekehrt an diesem Virus stirbt und man Geschichten hört, daß alle jemals positiv Getesten diese Krankheit in den Totenschein eingetragen bekommen, ganz egal, ob sie an Krebs, an einem Unfall starben oder aus dem Fenster sprangen. Man hört Geschichten, daß Leute das Begräbnis bezahlt bekamen, wenn sie den Toten daran sterben ließen, das erscheint mir ein bißchen unlogisch, denn die Totenscheine werden ja von Ärzten ausgestellt und dann müßten sie das Geld bekommen und auf der anderen Seite hört man von den Kollateralschäden, die viel höher sind, weil im letzten halben Jahr ja die Spitäler und die Intensivstationen für die Carona-Patienten leergehalten wurden, so daß Operationen und Untersuchungen verschoben wurden und sich die Leute aus Angst vor Ansteckung nicht in die Spiäter trauten.

So habe ich beispielsweise von drei Leuten gehört, die in dieser Zeit an einem Schlaganfall verstarben, während ich noch immer keinen Corona- Toten persönlich kenne, nur von zwei jungen in einem Pflegeheim arbeitenden Leuten gehört habe, daß sie postiv infiziert waren und Jonas Lüscher soll ohne Vorerkrankungen einige Zeit im Koma gelegen haben.

Die Zahl der Selbstmorde sollen sich rasant gesteigert haben, in Österreich werden aber nach Erwin Ringel keine Zahlen veröffentlich,t um den Nachahmeeffekt zu hintergehen, vom Anstieg der psychischen Erkrankungen hört man, meine Klienten muß ich dagegen halten, scheinen dieses Virus locker wegzustecken, lebten aber wahrscheinlich schon vorher in einer angespannteren Situation, so daß ihnen die Angstmache und die darum entstandene Hysterie wohl egal war.

Nun ja, nun ja, die Urlauber werden heimgeholt und müssen dann, weil an den Grenzen lückenlos kontrolliert wird, bis fünfzehn Stunden in der Hitze im Stau stehen, die Maskenpflicht soll schon wieder erweitert und auf alle Innenräume ausgedehnt werden und da bin ich schon bei meinem heutigen Glossenthema, denn ich mag das Maskentragen nicht und will mir keine im Supermarkt kaufen, wo dann auf der Packung steht, daß sie leider nicht vor Viren schützen, aber es geht ja, habe ich gehört, um den psychologischen Effekt, damit die Leute nicht zu übermütig werden.

Das bin ich eigentlich ohnehin nicht und außerdem habe ich das Glück so priveligert zu sein, einen einkaufswütigen Mann zu haben, so daß ich schon vorher kaum in die Supermärkte gekommen bin. Eine Stadtflaneurin, also Fußgängerin bin ich auch und war da nur im Vorjahr durch meinen Knöchelbruch etwas behindert, so daß ich damals öfter die Öffis benützen mußte, ob ich wollte oder nicht.

Jetzt geht das wieder und so bin ich sogar schon bis zum Zentralfriedhof zu Fuß gelaufen, nachher taten mir zwar die Füße weh, obwohl ich auf meinen Schreibtisch ja die Taxisgutscheine liegen habe, die Bürgermeister Ludwig an alle über Fünfundsechzig verteilen ließ, aber da man da ja Maske tragen muß, habe ich sie nicht angefordert.

Spazierengehen ist ja gesund, fördert die Arwehrkräfte und dient auch als Thromboseprohylaxe, das haben unsere Politiker während des Lockdown zwar, glaube ich, vergessen, weil sie da ja die Alten aufforderten zu Haus zu bleiben und die Bundesgärten und die Spielplötze versperrt haben.

Aber jetzt darf man ja bevor der zweite Lockdown kommt, hinaus und so war ich ja am Wochenende, ich habe es schon geschrieben mit Alfreds Wandergruppe im Mariazellerland und bin in Richtung Zellerhut und auf die Graualm gewandert.

Mit neuen Schuhen, weil der Alfred meine Knöchel schonen wollte, was aber, weil die noch nicht so gut eingegangen oder vielleicht auch nicht so richtig passen, Blasen auf den Sohlen auslösten, was ich ja an sich wegstecke und ein Pflaster darauf klebe.

Aber am darauffolgenden Montag als wir von Harland nach Wien gekommen sind, waren zwei Postverständigungen im Briefkasten bzw. auf der Pinwand am Gang, daß ich mir Bücher abholen sollte, also nach dem Mittagessen im Waldviertlerhof bis zum Matzleinsdorfer Platz hinaufmarschiert, weil die Post oder die Paketzustelldienste da ja ihre Partner meist in Handieschops, Schneidereien, Weingeschäften, etcetera, hat, auch ein bißchen seltsam und etwas worüber man eine eigene Glosse schreiben könnte, aber ich habe da schon zum ersten Mal gedacht, bezeihungsweise, das schon im Harland zur Vierundzwanzigstundenbetreuerin meiner Schwiegermutter gesagt, daß ich ein bißchen Angst habe, ob ich es am Abend zur Joe Berger- Aufführung ins Weinhaus Sittl schaffe, denn das ist ja auch ein bißchen von der Krongasse entfert.

Normalerweise wäre das zumal, weil der Alfred, als Jahreskartenbesitzer , mit ist, kein Problem, weil mich der ja immer zum Öffi fahren drängte, aber ich ein wenig stur und wie nennt das Oe 24, das ich derzeit ja bevorzugt höre, Maskenanarchistin, nein das tue ich nicht, dazu lasse ich mich nicht zwingen!

Also schon beim Hinweg ein wenig Schwierigkeiten und einen Pflasterwechsel auf einer Bank am Gürtel. Am Rückweg bin ich dann an drei Bücherschränken, wo es auch einige Funde gab, der Alfred hat mir zum Glück meine Tasche getragen, dabei aber selber ein wenig geflucht, nach Hause gehumpelt und mir die Frage gestellt, ob ich nun nicht vielleicht auch ein Corona-Opfer bin?

Natürlich denn ich wäre ja sonst wahrscheinlich schon am Hinweg mit den Öffis gefahren, am Rückweg auf jeden Fall, aber dann werden jetzt meine Kritiker wahrscheinlich sagen, natürlich nicht, denn du mußt ja nicht so stur sein und kannst dich ja, um die anderen zu schützen, in deinen Schal wickeln und wenn du den dann in die Waschmaschine steckst, dann atmetst du das nächste Mal auch keine Viren ein und Allergikerin bist du ja ebenfalls nicht….

Aber trotzdem gut gegangen. Die Blasen sind versorgt, die Füße tun ein bichen weh und weil ich derzeit ja ein wenig langsam beim Lesen bin und mit Justin Steinfelds fünfhundert Seiten Buch, wo er einen Mann beschreibt, der in einem Prager Cafehaus sitzt und dort Zeitungen liest, nicht weiterkomme, einen neuen Artikel Glosse oder Text geschrieben, so daß im „Literaturgeflüster“ alles stimmt und man mein literarisches oder auch mein Alltagsleben, meine Wehwechen und meine Freuden gut nachvollziehen kann.

2020-05-31

Pfingstsonntag Normalität mit der Ruth

Wir sollen ja jetzt allmählich, weil die Zahlen so gut sind, zu der alten oder vielleicht auch neuen Normalität, so genau weiß man das noch nicht, zurckkehren.

Also seit ersten Mai wieder Besucher in seiner Wohnung empfangen, zu Ostern war das ja noch verboten und man wußte auch nicht so genau, ob jetzt die Polizei durch die Türe stürmen und nachsehen darf, ob man vielleicht einen solchen unter seinem Bett versteckte?

Zum Muttertag war das schon anders. Da waren wir in Harland, haben gegrillt und die Doris Kloimstein dazu eingeladen, die sich dann doch nicht zu kommen traute, obwohl es am Markt meiner Meinung nach ja gefährlicher, beziehungsweise mehr Menschen waren, in Harland nur die Oma, die Anna und das Baby und das habe ich gehört, ist ja nicht so gefährdet und hat wahrscheinlich auch weniger Gelegenheit jemanden anzustecken, vor allem weil es ja noch nicht in den Kindergarten geht.

Jetzt ist aber überhaupt alles leiwand, weil die Geschäfte schon offen, die Hotels auch, die Bäder haben aufgesperrt, obwohl man sich bei diesem Wetter wahrscheinlich noch nicht, um einen der begehrten freien zehn Meter Plätze raufen muß.

Es ist Pfingsten und da wären wir, wenn wir in Harland wären und er stattgefunden hätte, zum Pfingstmarkt nach Nußdorf an der Traisen gefahren. Hat aber beides nicht, so bin ich auf die Idee gekommen, die Ruth zum Essen einzuladen, um dieses Pfingsten ein wenig literarischer zu machen.

Die Ruth ist auch eine Bezugsperson mit der ich während der Krise regelmäßig telefoniert habe, am ersten Mai habe ich sie dann bei der Oper getroffen. Sie ist schön mit Maske aufmarschiert, hat sie dann aber hinuntergegeben und jetzt hat sie auch keine aufgehabt, sondern mir eine weiße Eule mitgebracht, weil sie ihre Eulensammlung wegen ihres Wohnungsumzugs auflöst und sie sie daher in meinem Bücherregalen aufgestellt haben will. Da muß ich zwar wahrscheinlich erst Platz schaffen, ein Pfingstrosenstrauß war aber auch dabei und die „Autorensolidarität, die Zeitschrift der IG-Autoren, die man abonnieren muß, um sie zu bekommen, so daß ich nur die Nummern habe, die bei den GVs gratis aufliegen. Aber interessant, als mich die Cornelia Stahl am Freitag zum Eisessen abgeholt hat, hat sie mich auch gefragt, ob ich die neue Nummer, die gerade ausgeschickt wurde, schon bekommen habe?

Habe ich nicht, aber jetzt habe ich das Heft in dem viele viele Fotos von der letzten GV abgebildet sind, darunter einige von mir, die aber leider weder besonders schön noch besonders scharf sind.

Ein Portrait vom lieben Rudi gibt es auch und leider auch eine unerfreuliche literarische Nachricht, die ich allerdings nicht aus der „Autorensolidarität“ sondern von der Facebookseite der „Gesellschaft“ habe, Alfred Kollertisch, der Begründer der „Manuskripte“ ist gestorben und dem habe ich ja, meine Leser wissen es wahrscheinlich, als ich noch meine Texte herumschickte, jahrelang etwas zugeschickt und einmal, als ich in die Gav aufgenommen wurde und einen Text im „Wespennest“ hatte, ihm hoffnungsvoll geschrieben „Einmal werden sie mich auch nehmen!“

So kann man sich täuschen. Werden sie nicht, denn ich schicke nichts mehr hin, habe aber jahrelang das Heft zugeschickt bekommen, weil mir Hans Jörg Waldner einmal gesagt hat, ich solle im Kulturamt der Stadt Wien anrufen und mich auf die Gratisabonnentenliste setzen lassen. Dann habe ich eine Rechnung und die Mahnung sie zu zahlen bekommen und bin mit einem Telefontat mit dem Herrn Kolleritsch und der Frau Danielcyck draufgekommen, daß die ihr Abo schon lange aufgekündigt hat. Ein paar Mal ist das Heft dann noch zu mir gekommen und als ich mich dann mit der Sekretärin geeinigt habe, daß ich es wenn sie es mir weiterschicken, rezensieren werde, hat das aufgehört.

Also auch ein Großer weniger und in der „Autorensolidarität“ kann man lesen, daß auch Kurt Bracharz, von dich schon was gelesen habe und mit dem ich 2005 bei dieser „Text und Kritik-Werkstatt“ war und Hans Eichhorn gestorben sind.

Aber zurück zum Pfingsonntäglichen Mittagessen, Antipasti, nämlich Roastbeef und Artischocken, hat es zum Prosecco gegeben, danach Garnelen, anschließend Saltim Bocca und zum Desert ein Erdbeertiramisu, das ich schon am Samstag vorbereitet habe.

Literarische Gespräche, denn die Ruth hatte noch einiges vor, wird ja das Admiralkino wiedereröffnet und dort der Dohnal-Film gezeigt, den wir schon im Februar gesehen haben, bevor wir zu der Ruth ins Hinterthal zum Schiurlaub gefahren sind und die wird dort ihr „Auf Buch- Zündete Funken“ verkaufen, so daß wir uns ein bißchen über die vergangenen feministischen Zeigten, die Elfriede Haslehner, den Arbeitskreis etcetera unterhalten haben.

Ein Leben mit Normalität, langsam scheint das einzukehren und weil am fünfzehnten Juni ja wieder ohne Maske in die Geschäfte gehen kann, kann ich dann dem Baby rechtzeitig zum ersten Geburtstag auch eine Puppe kaufen und die Ruth will hat sie gesagt, wieder nach St. Pölten fahren, da können wir sie beispielsweise mit der Doris Kloimstein am Markt treffen, wenn die nicht da gerade in Innsbruck oder Bregenz ist, aber die hat mir jetzt einen regelrechten Gedichtereigen geschickt und mir auch mitgeteilt, daß man jetzt schon den Gottesdienst ohne Maske besuchen darf. Es geht also aufwärts, mein treuer Stammkommentierer Manfred Lagler-Regall, den ich schon vermißt habe, hat sich auch bei mir gemeldet und mir sein neues Buch als PDf geschickt und der Alfred hat die Ruth, weil wir für morgen Tafelspitz eingeplant haben wieder zum Essen eingeladen. Die wollte zwar mit der Erika Brunngraber, der Tochter des Superstars spazieren gehen, kann das aber auch mit uns auf die Mostalm machen, weil wir das auf den Montag verschoben haben. Das Restaurant war zwar, als wir das letzte Mal dort waren noch geschloßen, obwohl schon der fünfzehnte Mai vorüber war, aber schauen wir mal, ob auch da schon die Normalität eingekehrt ist und noch etwas Erfreuliches kann man für nach Pfingsten vermelden. Die Kinder dürfen da nämlich wieder ohne Maske in die die Schule gehen und sie dürfen auch laufen, Ballspielen und singen, was ich als Psychologin sehr sehr gut finde, weil ich mir schon Sorgen machte, wieviel Traumatsierungen da entstehn werden, die die Psychologen der nächsten Generationen aufzuarbeiten haben, aber da, richtig, werde ich nicht mehr davon betroffen sein, kann mich also auf den morgendlichen Besuch und den morgendlichen Spaziergang freuen und das Besuchsverbot und die Kontaktsperre der letzten Wochen auf diese Art und Weise ein wenig kompensieren.

2020-05-30

Pfingsten zu Corona-Zeiten

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:33
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Pfingsten hat für mich, meine Leser wissen es, obwohl ich ja nicht religös oder katholisch bin,, eine besondere Struktur oder meine Rituale und Erinnerungen.

Eine der frühsten Erinnerungen sind wohl die Pfingstrosen, die ich im Gartenhäuschen meiner Eltern am Almweg erblickte. Dann kommt eine lange Pause und dann die Pfingstausflüge mit dem „Klub der logischen Denker“ nach St. Gallen in der Steiermark nicht in der Schweiz.

Das erste Mal bin ich da 1977 mit dem Herrrn Lembacher nach meinem Dissertantengespräch, die Voraussetzung meine Dissertation zu beginnen, dorthin gefahren. Wir hatten eine Panne in St. Pölten, das erste Mal, das ich in dieser Stadt beziehungsweise in einer Tankstelle dort gewesen ist, dann gab es nur ein Doppelzimmer, bis ich dann natürlich in ein einzelzimmer übersiedelt bin. Ein paar Mal bin ich da mitgefahren,

Ich kann mich an ein Pfingsten erinnern, das war wohl 2000, wo wir die Doris Kloimstein besuchten, ich ihr stolz mein neues Buch, es war wohl die „Viertagebuchfrau“ für eine Rezension im „Ecetera“ überreichte und dann über ihr „Eigenverlag nehmen wir nicht!“, sie hat es wohl anders formuliert, betroffen war. Sie hat mir dann eines ihrer Bücher gegeben und ich kann mich erinnern, daß ich ihr auf eine Karte geschrieben habe, daß ihre Gedichte oder was es war, auch nicht besser als meine realistischen Romane wären.

Das ist auch lang vorbei. Dann war mal der Alfred mit dem Karl irgendwo auf der Welt unterwegs, was er jetzt nicht kann und ich in Wien beim Bachmann-Symposium oder Ausstellung im Palais Palfy.

Da bin ich zuerst auf einen Spaziergang auf den Spuren der Bachmann gegangen, habe vor dem Cafe Raimund von Hans Weigels „Unvollendete Symphonie“ gehört, das ich am inzwischen gelesen habe und am Nachmittag wollte ich von Neuwaldegg auf den Kahlenberg wandern. Bin aber, glaube ich, ab Salmansdorf mit dem Bus gefahren und dann vom Leopoldsberg über den Nasenweg nach Nußdorf zurück.

Nußdorf ist auch so ein Schlagwort, nämlich ein berühmter Heurigenort in Wien, aber auch der Sitz von Alfreds Lieblingswinzer oder den, der ihm das Spritzmittel für seine Weintrauben gibt, durch den sind wir auf den Pfingstmarkt in Nußdorf an der Traisen gekommen, den wir seit <jahren immer besuchen, wenn wir zu Pfingsten in Harland sind.

Das sind wir heuer nicht und der Pfingstmarkt ist, glaube ich, auch Corona bedingt abgesagt, obwohl er ja in Freien stattfinden würde, aber wohl immer noch zu viele Menschen und am Klo, wo sich die dann ja drängen müßte man wohl Maske anlegen und auch wenn man, was der Alfred meistens wollte, in Traismauer mit dem Zug zurückfahren wollen.

Aber wir bleiben ja heuer sowieso zu Pfingsten in Wien und da habe ich ja auch noch ein Pfingsten, wo der Alfred mit dem Karli wieder irgendwo war, vergessen, wo ich mich zu einem Lesemarathon aufmachte, da zwei Tage lang, glaube ich, zu Hause gelesen und die restlichen zwei mich auf Bücherschranktouren aufmachte.

Wie werden wir Pfingsten heuer in Corona-Zeiten verbringen, wo ja inzwischen schon die Friseure, aber da gehe ich ja mit Maske nicht hin, die Geschäfte, detto, die Lokale, wo man sich in den Gastgarten ohne setzen kann und ansonsten eine zum Betreten brauchen würde und jetzt sogar schon die Hotels geöffent haben.

Das ist mir zwar egal, weil wir ja sowohl in Wien, als auch in Harland eine Wohnung, beziehungsweise ein Haus haben und zu Pfingsten eigentlich nie auf Urlaub gefahren sind, aber das Leben normalisiert sich langsam und ich habe ja sowieso immer versucht normal zu leben.

Das heißt, ich habe immer ein Drittel meiner Stunden live gemacht, am Abend habe ich in der Badewanne gelesen, statt zu Veranstaltungen zu gehen, die es ab hundert Persoen ja ab Ende Mai auch schon geben soll, ich aber keine Ahnung haben, ob die „Gesellschaft“ die „AS“ oder das Literaturhaus da ein Programm anbieten können, aber mit Maske, eh schon wissen und meine Normalität besteht ja im Vermeidungsverhalten, denn mit Maske würde ich mir sehr komisch vorkomen und dem Glück, daß der alfred ohnehin auch schon früher soviel eingekauft hat, daß ich das kaum machen mußte.

Am dreißigsten April ist die Cornelia Stahl zum Interview zu mir gekommen, das haben wir schon Anfangs März kurz vor dem Lockdown ausgemacht und beibehalten obwohl die Ausgangsperre ja bis ersten Mai galt und erst am letzten Tag, glaube ich, durchgesickert ist, daß man sich ohnehin immer besuchen hätte dürfen.

Am ersten Mai sind wir dann gleich zu Demonstrationen gegangen, weil erstens Tag der Arbeit und es dann auch gut ist, gegen oder den Kurzschen Plan alles perfekt mit Überwachungsapp, Maske, Testung und vielleicht auch Impfzwang zu organisieren, etwas zu tun.

Da die Corona-Demos aber offenbar eher in rechter Hand liegen und sich inzwischen ohnehin schon einiges gelockert hat, beziehunsweise sich schon der Mainstream gegen die Maskierung ztu wehren scheint, werde ich das vielleicht lassen, habe mit dem Alfred am letzten Sonntag aber schon auf der Rudolfshöhe gegessen und dann in der Radlerschenke einen Kaiserspritzer zu trinken.

Das habe ich mir ja im letzten Jahr angewöhnt bei meinen Radtouren zu tun, aber neben der Schank ein Schild mit „Bitte Maske bei der Bestellung!“ Wir kommen ohnehin erst nächste Woche hin und für den Pfingstsonntag haben wir ja die Ruth zum Essen eingeladen und da kann ich gleich wieder eine Gedächtnislücke schließen, denn als ich mit ihr, als der Alfred wieder irgendwo mit dem Karl war, den öffentlichen Raum erforschten, haben wir das auch zu Pfingsten gemacht, beziehungsweise bin ich da, glaube ich, allein auch zur Seestadt hinausgefahren, habe dort den Pfingsmarkt beobachtet und ein Würstel gegessen.

2020-05-17

Das verflixte letzte Jahr

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:23
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Das letzte Jahr kann man wohl sagen, war wirklich besonders verrückt, beziehungsweise hat es Veränderungen gegeben, die man vorher wohl für unmöglich gehalten hat.

Vielleicht hat es schon 2015 mit der sogenannten Flüchtlingskrise begonnen, wo ich ja das erste Mal buchpreislesend, zu ein paar Demos und Veranstaltungen gegangen bin, sonst aber nicht besonders darin involviert war, beziehungsweise ein paar Schuldgefühle hatte, daß ich zwar viel darber geschrieben habe, aber selbst keine Zahnbürsten in Traiskirchen verteilt habe und auch mit keinen Flüchtlingskindern Deutsch lernte.

Dann kam 2016 die Bundespräsidentenwahl, wo  ja meistens der rote Kanditat gewonnen hat, mit Kurt Waldheim kam ein schwarzer und die sogenannte Waldheimaffaire 1986, da bin ich gerade in die GAV gekommen und habe aus meinem Hütteldorf und Heiligenstadt“ im NIG im Hörsaal 1 gelesen und kann mich erinnern, daß die damals noch eher junge Jutta Schutting den alten Hans Weigel hereinführte.

Es gab 2016 auch einen roten und einen schwarzen Kanditaten, Andreas Kohl war, glaube ich, der schwarze, der rote kam von der Gewerkschaft. Aber van der Bellen wäre der Favorit hat es geheißen, da habe ich mich noch gewundert und einen Norbert Hofer, der zuerst gar nicht kanditieren wollte, habe ich nicht gekannt.

Dann hatte der über dreißig Prozent, gefolgt von Alexander van der Bellen, SPÖ und ÖVP hatten je zehn und nach der Stichwahl, wo van der Bellen „arschknapp“ gewonnen hat, sind wir auf Urlaub nach Kroatien gefahren und als wir zurückkamen, haben wir schon von der Wahlanfechtung und der Wahlwiederholung gehört und ich hatte dann bis Weihnachten Angst, daß vielleicht doch Norbert Hofer gewinnen könnte, was ich als ungerecht empfunden hätte.

War dann nicht so und ich hatte in dieser Zeit schon einen rechten Kommentierer, den lieber oder vielleicht doch nicht so lieben Uli, jedenfalls hat er mich zur „Unsichtbaren Frau“ animiert und mich sonst eher  als unbelehrbar naiv bezeichnet und 2017 sind wir zehn jahre nach Ruths Radkarawane mit ihr zu ihren siebzigsten Geburtstag um den Bodensee geradelt und habe dabei, als wir so wieder nach Bregenz zurückkamen und die Erika Kronabitter dort trafen gehört, daß Sebastian Kurz die Partei übernommen  und Neuwahlen ausgerufen hat.

Da habe ich dann im Herbst  „Die unsichtbare Frau“ geschrieben, es kam zu schwarz blau zwei oder türkis blau und einem Innenmister Kickl, der alles umräumte und keinen Stein am anderen lassen wollte. H. C. Strache war Vizekanzler. Ich habe mich mit meinem Freund Uli über die Asylwerber gestritten, die jeden morden und vergewaltigen und über die „linksversifften Grünen“ die seiner Ansicht nach das Übel der Welt wären und bin am siebzehnten Mai 2019, als ich Probleme wegen einer nicht bewilligten Stunde hatte, , mit meinem Knöchelbruch noch nicht so gut zu Fuß zur KritLit aufgebrochen, habe ich dort geärgert, daß ich nicht lesen durfte, die „Unsichtbare Frau“ aber nicht mithatte, als ich das am Samstag vielleicht doch hätte können, weil Lesende ausgefallen sind, weil sich allle am Ballhausplatz befanden, denn es ist ja das „Ibiza Video“ aufgetaucht.

H. C Strache ist zurückgetreten, Neuwahlen wurden ausgerufen, eine Übergangsregierung mit Mißtrauensvotum und einer neuerlichen Umbildung, einer sogeanneten Expertenregierung, die dann den Rest des Jahres, während die Neuwahlen vorbereitet wurden, die Geschicke des Landes lenkten.

Verrückt verrückt und sehr ungewöhnlich. Der Alfred ist Tag und Nacht auf der Straße gestanden und hat für die „Grünen“ Zettel verteilt. Ich habe mich dann auch entschloßen, sie zu wählen, war mit dem Alfred auf der Wahlparty, wo man  Werner Kogler sehr zugejubelt hat und es was Gutes zu essen und zu trinken gab und Anfang Jänner die grün schwarze Regierung, von der man hörte, daß die grüne Handschrift trotz der grünen Justizministerin Alma Zadiz, den grünen Gesundheitsminister und dem Vizekanzler Kogler sehr fehlte und dann kam gleich Corona.

Das heißt in China und in Italien war es vielleicht schon seit November vorhanden, vielleicht auch schon unbemerkt bei uns und das hat eine große Angst- und Panikwelle ausgelöst und zu dystopischen Zuständen geführt, die vor einem Jahr noch undenkbar waren.

Ausgangsbeschränkungen, ein Meter Babyelefanten-Abstand und wenn man den nicht einhält, fünfhundert Euro Strafe, wenn man vielleicht lesend auf einer Parkband saß oder mit seinem Kind Fußball spielte. Nur mit Mund und Nasenschutz maskiert in die Geschäfte, öffentliche Verkehrsmittel und öffentliche Räume was ja insofern interessant ist, weil die letzte Regierung ja vor der Wahl noch schnell ein Vermummungsverbot beschlossen hat.

Also war ich am ersten Mai zwar unvermummt aber von solchen Teilnehmern, sowie maskierten Polizisten umgeben, auf dem, was ich für die Demo der Kommunisten gehalten habe und jetzt werden die Maßnahmen zwar langsam gelockert, das heißt, ab Freitag darf man dann mit Maske in ein Wirtshaus gehen und sich diese beim Essen auch hinunternehmen. Geht man aufs Klo setzt man sie sich wieder auf, obwohl die Viruszahlen inzwischen schon sehr niedrig sind und die Krankhäuser immer noch sehr leer, weil ja die anderen Operationen verschoben wurden, es schon eine Million Arbeitslose und Kurzarbeiter gibt und  Ex-Minister Kickl und die FPÖ deshalb zu einer Unterschriftaktion „Stopp den Corona Wahnsinn“ aufgerufen haben, die ich ja gerne unterschreiben würde, aber keine FPÖ-Sympathisantin bin und eigentlich auch nicht so gerne auf eine Demonstration gehe, wo sich außer mir der Chef der Identitären befindet, weil das die Einzigen sind, die zum Widerstand aufrufen, während es, um die „Grünen“ sehr still geworden ist.

Verrückt, verrückt, könnte man so sagen und zum Schreiben natürlich sehr inspirierend, aber wem soll ich das dann vorlesen, wenn es  keine Lesungen gibt und ich mich selber ja auch nicht so gerne mit Mundschutz in die „Alte Schmiede“ oder ins Literaturhaus setzen möchte.

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