Literaturgefluester

2021-08-22

Eine überraschende Begegnung

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:09
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„Wir müssen uns sehr anstrengen, um der sehr viel ansteckerenden Delta-Variante zu entkommen und uns nicht im Herbst im von uns allen so gefürchteten vierten Lockdown wiederzufinden!“ erklärte der imposante etwa Fünfzigjährige im weißen Ärztemantel energisch und schaute sowohl entschloßen, als auch grimmig vor sich hin.

„Jeder von uns muß sein Schärfchen dazu beitragen, um der drohenden Gefahr zu entgehen und kann das auch, denn die Losung heißt, Impfen, impfen, impfen, nur so können wir den Kampf gewinnen und unsere Freiheit sowie unser altes oder neues normales Leben zurückzuerhalten und da befinden wir uns noch immer in einer Krise, nämlich in einem Impfscheckentempo! Vom Impfweltmeister sind wir zur lahmen Ente gworden und haben beispelsweise am letzten Sonntag nur fünfundertfünfundachtzig Erststiche gesetzt und sind da schon an letzter Stelle Europas gelandet! Haben nicht einmal noch eine Durchimpfungsrate von sechzig Prozent erreicht und müßen mindestens fünfundachtzig haben, also anstrengen, anstrengen, anstrengen, um dieses Ziel zu erreichen und da kann und das ist die gute Nachricht in diesem Pessimismusszenario! Jeder von uns kann sein Schärfchen dazu beitragen, weil ja jeder wahrscheinlich noch ein – oder zwei Ungeimpfte kennt und die gilt es zu überzeugen! Denn das wissen wir, daß das hilft! Nur so haben wir vor einigen Jahren, den Eintritt in die EU geschafft und das müßen wir jetzt wiederholen! Also liebe schon geimpfte Österreicher, gebt euch einen Ruck und sprecht mit euren noch nicht geimpften Schwestern, Ehemännern, Kollegen und überzeugt sie von der Wichtigkeit sich immunisieren zu lassen,!“ sagte er und brach ab, um jetzt etwas freundlicher dreizusehen, während Lotte Füchsel, die in ihrem schwarzen „gesund, frei widerständig“ statt 3G-Leiberl vor dem Fernseher saß, immer noch skeptisch wirkte und den Kopf schüttelte.

„Vielen Dank Herr Professor Knirsch!“, hörte sie jetzt die Moderatorenstimme, die von einer blonden jungen Frau, die ein tiefausgeschnittenes rotes Kleid trug und den Zuschauern erklärte „Das werden wir uns sicher zu Herzen nehmen, was unser bekanntester Starvirologe, der uns eben wieder über die Lage der Nation informierte, riet, denn es ist ja wirklich sehr einfach mit den noch nicht so Informierten zu sprechen und sie aufzukären, wie wichtig die Impfung ist, um einen schönen Herbst und Winter zu erlebenn!“, behauptete sie und Lore Füchsel schüttelte nochmals den Kopf.

„Dabei habe ich gedacht, die Impfung wäre der Gamechanger, die uns allen unser normales Leben zurückbringt, wenn alle ein Impfangebot haben, ist der Spuk vorbei und jeder wieder für sich selbstverantwortlich! Aber jetzt gibt es Gerüchte, daß dann nur mehr Geimpfte Lokale, Restaurants und Veranstaltungen besuchen dürfen und ganz Radikale sprechen sogar schon davon, daß das auch auf den Lebensmittelhandel und die anderen Geschäfte ausgedehnt werden soll, so daß man gar keine Chance mehr haben wird, der Impfung zu entkommen, weil die Schlinge immer enger zugezogen wrd und dabei häufen sich die Studien und die Berichte, daß die Geimpften genauso ansteckend wie, die Ungeimpften sind und, daß in den Intensivstationen Israels, die ja die unbestrittenen Impfweltmeister sind, schon sehr viele doppelt Geimpfte liegen!“, seufzte Lotte Füchsel und stand auf, um den Fernseher abzudrehen.

Denn noch war es nicht so weit. Noch war erst August und der Naschmarkt stand noch auch für ungeimpfte Maskenlose offen, so daß sie einkaufen konnte,um nicht gänzlich von Erika, die das sonst für sie erledigte, abhängig zu sein und es warauch gut, um sich abzulenken, an die frische Luft und auf andere Gedanken zu kommen, wenn die Schlinge schon so eng geworden war und man in den sogenannten Mainstreammedien, nichts mehr anderes, als impfen, impfen, impfen hörte und eine Bedrohungssituation aufbaute, die Angst machen und spalten konnte und das war nicht gut, denn Angst war ein schlechter Ratgeber! Das hatte sie schon in ihrer Bachblütenausbildung gelernt. Also tief durchatmen, die Jacke nehmen, die Handtasche und den Einkaufskorb, um die vielleicht letzten Tage Freiheit zu genießen und spazieren gehen. Frische Luft einatmen, denn auch das war gesund und stärkte die Abwehrkräfte, so daß sie sich vielleicht doch nicht, wie auch der Bundeskanzler vo rein paar Tagen gedroht hatte, sich unvermeidlich anstecken würde und wenn doch, kam sie mit einem Schnupfen davon, wie sie den schon öfter gehabt hatte, denn sie stärkte ja ihre Abwehrkräfte, ernährte sich genund, aß Zitronen und Orangen und das würde sie auch jetzt tun, dachte Llore Füchsel entschloßen eine Stunde später, als sie mit ihrem vollen Einkaufskorb, in dem sich Weintrauben, Melonen, Äpfel, Tomaten und ein paar Gurken befanden,vor dem kleinen Park Halt machte, der zwischen ihr und ihrer Wohnung lag. Eine kleine Rast einlegen und ihre Gedanken ordnem, bevorsie nach Hause ging, sich einen Vitamincocktail und einen griechischen Salat bereiten würden, um sich dann an den Schreibtisch zu setzen oderdas nächste Video, das sie mit Richard drehen wollte, vorzubereiten.

Im Park war es still undruhig. Ein paar Kinder spielten Fußball. Einige junge Mädchen saßen mit einem Kaffeebecher auf den Bänken und unterhielten sich kichdernd und sie suchte sich einen freien Platz auf dem siesich ausruhen und trotzdem den immer noch geforderten Abstand halten konnte.

„Setzen Sie sich zu mir junge Frau! Ich beiße nicht und bin auch nicht ansteckend!“, hörte sie plötzlich die Stimme eines alten Mannes,der mit seinen weißen Haaren und den buschigen Augenbrauen einen vertrauensvollen Eindruc kmachte und ihr zu zwinkerte, als hätte er ihre Gedanken erraten.

„Ich beiße nichtund komme Ihnen auch nicht zu nahe! In jeder Weise, in der das geschehen könnte, tue ich das nicht! Denn ichhabe den Zenit meines Lebens, das heißt, meinen fünfundachtzigsten Geburtstag schon hinter mir, bin Witwer und dreifacher Großvater und ich bin auch nicht ansteckend, auch wenn ich, trotz meiner Risikogruppenangehörigkeit, noch nicht geimpft bin, denn ich bin ein Rebell! Aber das sind Sie, wie ich an ihrem T-Shirt sehe, auch! Frei, gesund, widerständig, kann ich trotz meiner schon etwas schwachen Augen lesen und da blitzen auch meine Gehirnzellen auf! Sie sind die Frau Füchscel vom „CGDF-Kanal“, den ich, da staunen Sie, was, mir in meiner Seniorenwohnung immer mit Vergnügen ansehe! Aber jetzt habe ich vergessen, mich Ihnen vorzustellen und in meiner Geschwätzigkeit alle Höflichkeiten, die ich schon in der Schule gelernt habe, außer Acht gelassen! Verzeihen Sie dem alten Greis seine Unachtsamkeitich! Hans Knirsch ist mein Name!“,sagte er und fügte, als er Lottee Erstaunen bemerkte, fast vergnügt hinzu „Sie kombinieren richtig! Ich bin der Vater des berühmten Starvirologen, der jetzt fast täglich im Fernsehen zur Impfung treibt und über den Sie sich bestimmt schon geärgert haben und somit das schwarze Schaf der Familie, wie es der Philip meint.“

So das war vielleicht der Beginn meines neuen“Work in Progreß“ und fünften Corona-Romans, das „Seitengewitter“heißen könnte und das versprochene Lore Füchsel- Schmankerl, wenn das Bloggen Angesichts der geringen Lesekapzitätund der mangelnden Veranstaltungsbesuchsmöglichkeiten nicht so schnell geht, um das inzwischen üblich gewordene tägliche Geplauder zu bieten. Seien wir gespannt wie es weitergeht, denn das war eine Premiere und der Text im Blog begonnen, weil ich ja noch an meiner „Alten Frauen Geschichte“ korrigiere.

2021-04-08

Eine Corona-Phantasie?

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 20:04
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Da muß man doch etwas tun!“, dachte Eja Augustin und schaute grimmig vor sich hin. Sie schaute in den Fernsehschirm, wo gerade über den neuen, den vierten oder fünften Lockdown oder die sogenannte Osterruhe, die es im Osten dieses Landes seit Gründonnerstag gab, berichtet wurde. Nur eine Person hatte man über die Feiertage besuchen dürfen, Ausgangssperre bis Ende der Woche, wenn der Lockdown nicht noch verlängert wurde und die FFP2- Maskenpflicht an den belebten Plätzen schien immer mehr zuzunehmen und sich auszudehnen und wenn dann die Geschäfte vielleicht doch wieder geöffnet werden sollten, mußte man sich freitesten, um hinein zu können und sich einen neuen Slipo der Büroklammern zu kaufen, die man für den Berufs- und anderen Alltag brauchte und wenn man Pech hatte, wurde das auch auf die Supermärkte ausgedehnt, so daß man sich, wenn man sich nicht impfen, testen und auch nicht maskieren wollte, womöglich sein weiteres Leben nie mehr aus dem Haus gehen durfte, wenn man keinen grünen Freiheitspaß vorweisen konnte. Denn die Inzidenzzahlen stiegen möglicherweise zu einem expontionellen Anstieg an, der die Intensivstationen zum Platzen brachten, weil immer wieder neue Mutationen auftauchten, die noch viel gefährlicher waren und die Impfungen, die ohnehin nur zögernd anliefen, offenbar vor diesen nicht schützten.

„Verdammt, verdammt!“, murmelte Eja Augustin vor sich hin, als sie die Nachrichtensprecherin, beziehungsweise den Gesundheitsminister diese Besorgnis äußern hörte.

„Verdammt, verdammt!“, dabei stiegen die Zahlen gar nicht exponentiell, sondern, wie sogar der Gesundheitsminister bestätigte, linear an, was aber trotzdem Besorgnis erregend war und der Bundeskanzler hatte vor kurzem erklärt, daß man handeln müße, wenn die täglich gemessenen positiven Zahlen sechstausend erreichten! Das taten sie aber nicht. Lagen sie ja noch immer bei dreitausend und waren, bevor der neuerliche Lockdown verkündet wurde, knapp unter viertausend gelegen. Trotzdem warnten die Experten und die Nachrichtensprecherin forderte gerade eine Maskenpflicht für den Reumannplatz, weil sich da die Leute vor dem berühmten Eissalon drängten und nur die Freiheitlichen plädierte für einen Lockdownstop, verlangten, weil sonst alles kaputt ginge, alles aufzusperren und Eja Augustin hörte die Nachrichtensprecherin wiederholen, daß die Maskenpflicht im Freien für den Donaukanal, Schwedenplatz, Stephansplatz, sowie den Karlsplatz und den Maria Theresien-Platz betraf, also genau die Orte, wo die ohnehin verbotenen Demonstrationen stattfanden. Für heute war wieder eine angesagt und die letzten, auf denen sie war, hatten meist damit geendet, daß die Polizei, die Demonstranten, die den Ruf von rechten Schwurblern, Nazis und Verschwörungstheoretiker hatten, in einen Kessel hineintrieb, wo sie angezeigt wurden und Strafe zahlen mußten, denn für Demonstrationen galt schon länger FFP2-Maskenpflicht, so daß sie immer versucht hatte, sich an den Rand stellen, wo man bisher keine tragen hatten müssen.

„Verdammt, verdammt!“, dachte Eja Augustin.

„Das kann man sich doch nicht gefallen lassen, wenn das alles so widersprüchig ist und man keinen grünen Impfpaß will, der alle Bewegungswellen registriert!“

Aber wie oder was?“, bisher hatte sie das Demonstrieren für das Mittel gehalten, ihre Meinung frei zu äußern! Aber das galt nicht mehr. Noch dazu da sie eine alte Linke und keine rechte Verschwörungstheoretikerin war und auch nicht unbedingt neben der FPÖ und schwingenden Österreichfahnen , die auf einer Anti-Corona-Maßnahmendemonstration eigentlich nichts verloren hatte, stehen wollte.

„Da muß man doch etwas dagegen tun!“, wiederholte es in ihr und auf einmal war ihr das Schreiben eingefallen.

Richtig schreiben, denn sie war ja Schriftstellerin und sie würde auch sehr gern einen dystopischen Roman über die Pandemie, die man vielleicht auch Gesundheitsdiktatur nennen könnte, verfassen. Aber wie tat man das?, dachte Eja Augustin seufzend, nahm einen Bleistift in die Hand und schaltete den Computer ein.

Sie hatte schon versucht einen dystopischen Roman darüber zu schreiben, einige darüber gelesen und vorher, als es noch keine Pandemie, sondern eine schwarz-blaue Regierung, die sie bekämpfen wollte, einen über eine „Unsichtbare Frau“.

Da hatte sie eine unsichtbare Frau zum damaligen Außenminister, der inzwischen Bundeskanzler war, geschickt, um die Zustände der Welt zu ändern. Das heißt, ein Schäfchen hatte sie dazu geschickt und sie hatte den schönen jungen Minister die Leviten gelesen und das könnte sie wieder tun! Des Nachts mit der Tarnkappe auf dem Kopf den Bundeskanzler, Gesundheits-Innen- und Finanzminister aufsuchen und mit ihnen darüber reden oder sie, in ein Marmeladeglas stecken, wie das in der „Sophie Hungers“ so geschehen war.

„Stoppt den Lockdown und laßt uns mit Corona leben lernen!“, könnte sie ihnen sagen.

„Steckt das Geld, das ihr für die vielen Masken und Tests braucht, lieber in die Spitäler! Rüstet die Intensivstationen auf und laßt die Menschen selbst entscheiden, wie sie sich schützen und sie auch ohne Test aus dem Wohnzimmer in den Schanigarten, damit sie sich nicht zu heimlichen Parties treffen oder zum Friseur schlechen müßen, wenn sie sich nicht dauertesten lassen wollen, weil man das vielleicht nur den schon Errankten tun sollten!

Also eine neue Aufgabe für Amanda Siebenstern, die Minister Basti aufgesucht hatte, dachte Eja Augustin und nickte schon ein bißchen fröhlicher vor sich hin

So könnte es gehen, wenn sie, um nicht kriminalisiert zu werden, auf keine Demo gehen konnte, könnte sie einen zweiten Teil der „Unsichtbaren Frau“ schreiben, wo sich Amanda mit der Tarnkappe zum Kopf einer Protestbewegung machte und wenn sie die Minister dazu in eine Nußschale setzte, könnte das ihren Roman die nötige Dramatik geben.

2021-04-04

Meister Hoppel und der grüne Paß

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:43
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Hase Hoppel war dabei seinen großen Korb mit den bunten Eiern, rote, grüne, blaue, violette und auch ein paar pinke waren dabei, zu füllen und sich diesen um den Rücken zu schnallen, dennn es war wieder Ostersonntagmorgen, das Wetter war schön, die Sonne funkelte schon vorsichtig vom Himmel herunterund kitzelte sogar frech seine Hasennasenspitze.

„Tschüß, Hoppeline, Hasenfrau!“, rief er in das Hasenhäuschen hinein und freute sich schon auf den Karottenbraten, den ihm seine Angetraute, wenn er am Abend mit leeren Korb zurückkehrte, zum Nachmahl kredenzen würde.

„Tschüß, Hoppeline, Hasenfrau!“, schrie er hinein und wunderte sich ein bißchen, daß er seine Angetrauten noch ein wenig verschlafen im Schlafrock, aber trotzdem aufgeregt aus dem Hasenhaus stürzenund auf ihn zulaufen sah. Hatte er etwas vergessen? Die Eier waren doch alle fertig bunt gefärbt, sorgfältig in den Korb gepackt und die Adressen der Kinder denen er sie in den Garten oder ins Kinderzimmer legen sollte, lag auch oben auf.

„Halt, Hoppelmann“, rief die angetraute Hasenfrau und winkte in der einen Hand mit einem weißen, in der anderen mit einem grünen Ding, mit denen sie auf ihn zustürzten.

„Halt, Hasenmann! So kannst du nicht losstarten! Haben sie doch in der Stadt noch immer Lockdown und jetzt sogar Osterruheausgangssperre oder, wie das heißt und eine FFP 2-Maske müßen die Menschen schon länger tragen, wenn sie in die Geschäfte gehen, damit sie nicht einander anstecken können und du brauchst jetzt auch einen grünen Impfpaß in dem du deine Testung und damit deine Ungefährlichkeit nachweisen kannst!“, rief die Angetraute, drückte ihm das grüne Ding in die Hand und begann ihm das weiße, um die Schauze zu binden, was sehr unangenehm war, weil er keine Luft bekam und husten mußte.

„Was tust du, Hoppeline!“, rief er und schüttelte den Kopf mit den langen Hasenohren.

„Bleib mir damit von der Schnauze, was soll denn das?,“ rief er empört und schüttelte sich noch einmal.

„Die Menschen haben doch jetzt Pandemie, haben wir in der Schule gelernt, Papa!“, riefen jetzt auch Hoppelmann und Hoppeline junior, die ebenfalls mit ihrem Nachthemd und Nachpyjama aus dem Haus stürmten.

„Da mußt du aufpassen und vorsichtig sein und einen zwei Meter Sicherheitsabstand muß man auch einhalten, hat die Frau Lehrerin erklärt!“, ergänzte Hoppeline junior und die Angetraute nickte befriedigt mit dem Kopf.

„Schön, schaust du aus, Hoppel! Du darfst dich auch nicht mit diesem Virus anstecken, da ist das bißchen Husten egal! Du wirst dich schon daran gewöhnen, die Menschen müßen das auch!“, rief sie befriedigt.

„Jetzt kannst du losstarten und paß auf dich auf!“, fügte sie noch besorgt hinzu. Und Hoppeline und Hoppelmann Junior riefen „Bring uns aus der Stadt etwas Schönes mit, Papa! Vergiß das nicht, wir wollen auch ein Osternestchen haben und erzähl uns von den Kindern, wie es ihnen geht, wenn sie heuer wegen der Osterruhe nicht aus dem Haus gehen dürfen! Aber dafür brauchen sie nach den Osterferien nicht in die Schule, weil das Distancelearning wegen diesem Pandemiedings verlängert wurde! Das möchte ich auch gern, Papa!“, rief Hoppelinchen Junior vorlaut. Hoppel schüttelte den Kopf, versuchte das weiße Sicherheitsstück von der Schnauze zu bekommen, denn es drückte sehr und war unangenehm und rief seiner Angetrauten und seinem Nachwuchs ein neuerrliches Unsinn zu, bevor er sich auf den Weg machte. Denn der war weit und er wollte pünktlich sein, um die Menschen und deren Kinder, die von den Maßnahmen wegen dieser verdammten Seuche, sowieso schon angeschlagen schienen, nicht zu enttäuschen.

„Ich bringe auch etwas mit und freue mich schon auf den Karottenschmaus am Abend!“, rief er und winkte ihnen zu! Dann war er schon losgehoppelt und wiederholte sein „Welch ein Unsinn!“, noch einmal!“

Dann blieb er, als er sicher war, daß ihn Hoppeline und Hoppelmann und Hoppelinchen junior nicht mehr sehen konnten und riß sich das weiße Pappding, das in der Stadt jetzt alle tragen mußten, um sich nicht mit diesem Virus anzustecken, von der Schauze. Er brauchte das nicht, denn er war ein Hasenmann und im Wald war ohnehin kein Polizist zu sehen, der ihm darob ermahnen und eine Strafe wegen der Nchteinhaltung der Covidgesetze, von ihm verlangen konnte, wie ihm Hoppeline erzählt hatte, daß das die Polizisten in der Stadt so taten.

“ So ein Unsinn!“, dachte er wieder und hoppelte weiter. Die Stadt mit ihren ersten Häusern und Vorstadtgärten war bald erreicht. Er konnte stehenbleiben und seine buntgefärbten Eier in den Rasen legen. Da fiel ihm wieder das grüne Ding ein, daß ihm Hoppeline in die Hand gedrückt hatte.

„Den grünen Impfpaß!“, hatte sie gesagt, den er herzeigen mußte, wenn er in ein Geschäft gehen wollte, um sich, wenn die Eier vielleicht ausgegangen waren, Nachschubzu besorgen.

“ So ein Unsinn!“, dachte er noch einmal. Denn er brauchte keinen grünen Paß und auch keine Eier kaufen. Denn er war ein gewißenhafter Osterhase und hatte sich schon eine Extraration mitgenommen, so daß er nicht in Verlegenheit kam. Aber den Hasenkindern sollte er ein Geschenk mitbringen. Das hatte er versprochen, dachte er und schüttelte nochmals den Kopf.

So ein Unsinn! Im Wald, wo er mit seiner Hoppelfamilie lebte, brauchte er das nicht. In der stadt sollte das aber schon seit einemJahr so sein und es war ihm auch aufgefallen, daß viele, die ihm auf dem Weg entgegengekommen waren, ein solches weiße Maskending, um ihre Schnaue, sprich Menschenmund umgebunden hatten.

„So ein Unsinn!“, rief er noch einmal. Da würde er Hoppelinchen und Hoppelmann Junior stattdessen ein paar Wiesenblumen und Bärlauchblätter mitbringen. Löwenzahn vielleicht, wenn derschon blühen sollte und die Menschengeschäfte auslassen, dachte er, legte das grüne Impfding in den Korb, zog stattdessen seine Adressenliste hinaus und betrat den Garten, der auf seiner Liste stand. Hier war er richtig und hier gehörten drei Eier in das Gras. Ein grünes, ein blaues und ein rotes für die kleine Dörte, den kleinen Florian und die Arabella und im Nebengarten bekam der kleine Jonas ein oranges und die kleine Liawünschte sich ein pinkes, dachte er befriedigt und dann fiel ihm ein, daß er gutes kühles Bier gut tun und ihn erfrischen würde, bevor er nach getaner Arbeit abends in den Wald zurückhoppeln würde. Aber wenn er dazu einen Impf- oder Testpaß brauchen würde, um zu seinen Trunk zu kommen.

„Das war wirklich sehr verrückt!“, dachte er und schüttelte den Kopf, als er mit seiner Liste in derHand und den Korb am Rücken weiterhoppelte um zu einem Noah und einer Marie zu kommen, die sich je ein blaues Ei gewünscht hatten und da vorne lag auch das Gasthaus, bemerkte er und freute sich. Ein Bier war gut und vielleicht konnte er jetzt schon Einkehr halten und mit dem grünen Impfpaßding konnte er, wenn das Hoppeline oder der Wirt so wollten, auch herumwackeln, selbst wenn er das für Unssinn hielt.

„Also gut, er war nicht so!“, dachte er, war aber kurz darauf enttäuscht, als er keine Gäste im Gastgarten sitzen saß, sondern dieser mit einem weißrotgestreiften Band und einer Kette abgesperrt war.

„Die Schanigärten werden jetzt doch nicht geöffnet, die Zahlen sind zu hoch!“, hörte er einen Passanten zu seiner Begleiterin sagen, die an ihm vorübergingen und schüttelte nocheinmal den Kopf mit seiner Hasenschnauze.

Verdammt, verdammt, zu früh gefreut. Da nützte ihm auch das grüne Impfpaßding gar nichts, wenn die Gastgärten sowieso geschloßen hatten. Also kein Osternestchen aus der Bäckerei im Einkaufszentrum für Hoppelinchen und Hoppelmann Junior. Den Blumenkranz konnten sie haben und auch die übergebliebenen Eier und die angetraute Hoppelfrau würde ihm einen selbstgemachten Malzbierdrink zubereiten. Es blieb aber wirklich verdammt, dachte er, hatte die nächste Adresse erreicht, um für die kleine Lena ein extragroßes Ei auszupacken und ins Gras zu legen. „Schau, Mama, da ist schon der Osterhase!“, hörte er ein helles Stimmchen und sah, als er sich umdrehte einen Finger begeistert auf sich zeigen.

„Schau, Mama, der Hoppelmann ist schon da! Hat aber keine FFP-Maske aufgesetzt! Darf er das und darf ich, wenn er die Hygienemaßnahmen nicht einhält, das Ei dann nehmen? Aber ich habe mich so darauf gefreut!“, rief die Kleine jetzt enttäuscht, während die Mutter, die ebenfalls so ein weißes Ding um Mund und Nase gebunden hatte „Natürlich, Lena, darfst du das!“, antwortete.

„Denn Osterhasen unterliegen keiner Maskenpflicht!“

Die Kinderhand war näher gekommen und er hörte Lena noch „Darf ich ihn streicheln, Mama?“, die Mutter fragen. Aber da war er schon weggehoppelt. Sollten ihn die Kinder doch nicht sehen und im nächsten Garten warteten auch ein Lothar und eine Lotte auf ihre Eier.

„Der Osterhase braucht keine FPP2-Maske tragen!“, hörte er die Mutter noch wiederholen und nickte befriedigt vor sich hin.

So war es richtig! Das würde er Hoppeline, wenn er zurückgekommen war und sein Malzbier trank und seinen Kartottenschmaus verzehrte auch erzählen, dachte er und in die Maske würde er den Bärlauch und den Löwenzahn für die Kinder packen und je ein rotes und ein blaues Ei dazulegen, um Hoppelmann und Hoppelinchen Junor mit diesem Osternestchen zu trösten, wenn sie enttäuscht sein sollten, daß er ihnen aus der Bäckerei nichts mitgebracht hatte.

„Denn die war wegen dem Osterlockdown geschloßen, Kinder!“, würde er ihnen erklären.

„Nicht einmal ein Bier habe ich trotz Paß bekommen! Die Kinder haben sich aber über die Eier sehr gefreut und das nächste Jahr ist dieser Spuk hoffentlich vorbei!

2020-12-05

Einmal durchkorrigiert

„Wie gehts weiter mit dem Nanowrimo?“ werden meine Leser vielleicht fragen. Der November ist zu Ende, das Rohkonzept fertig und da hatte ich ja schon am sechzehnten November 50.190 Worte erreicht und bin in der Mitte meiner letzten Szene, da war ich beim siebzehnten Dezember angelangt und habe noch geglaubt, daß es heuer Weihnachtsmärkte eventuell mit Schnelltests geben wird, draufgekommen, ich lasse es einmal, und fange, was ich diesmal ja vorher noch nicht getan habe, sondern eher mehr oder flott vorangeschrieben habe, mit demKorrigieren an und schaue dann weiter.

Das habe ich jetzt getan, das Ganze einmal durchkorrigiert und bin jetzt bei 101 Seiten und 47 840 Worten angelangt. Habe also die „Nanowrimo-Wortanzahl“ schon wieder unterschritten und für die, die jetzt schreien, daß ich geschummelt habe, weil ich ja schon am ersten November 15.832 Worte eingegeben habe. Ja ich habe schon im Oktober mit dem Text angefangen und da einmal den Verlagsbrief und den an die Jasminka geschrieben. Dann das Ganze, weil ja das Frankfurter-Spezial kam, liegenlassen und erst danach mit dem Schreiben, ich glaube das war eine gute Woche vorher, angefangen und war nach zwei Wochen mit dem Rohtext fertig.

Habe also die „Nano-Bedingungen“, wenn auch zeitverschoben eingehalten, obwohl ich ja ganz gerne auch die restlichen zwei Wochen Rohtext geschrieben und am dreißigsten bei sechzigtausend- siebzeigtausend Worte gelegen wäre.

Das ist auch diesmal nicht gelungen. Da war es ja etwas schwierig, daß ich mich sozusagen in die Zukunft geschrieben habe und nicht genau gewußt habe, wie das mit den Zahlen und dem Lockdown werden wird, so habe ich am dreizehnten Dezember noch geglaubt, daß die Rosa mit dem Benedikt in Schönbrunn yypunkschtrinken kann, wenn sie vorher einen Schnelltest macht, das habe ich jetzt korrigert und ich werde es auch so enden lassen, wie es ist. Das heißt mit dem siebzehnten Dezembert, da hat die Aloisia gerade den Teddybären für die Jasminka gebracht und Rosa die Bonboniere und bietet an, daß Mar vielleicht den Christbaum kauft.

Der erste Durchgang ist fertig, da sind circa viertausend Worte und vier Seiten weggekommen und jetzt geht es an die sogenannte Feinkorrektur, was bedeutet, daßs ich auf einige Dinge schauen muß.

So sollte ich das mit dem Maskenverweigern der Mathilde noch besser herausarbeiten und dann die Mar- Szenen durchgehen und schauen, wie ich das einmal mit den Artikel, er oder sie mache und dann die Trans- bzw. die Diversgeschichte noch herausarbeite. Da bin ich ja sehr vorsichtig geworden und es wird eher eine Divers- als eine Transgeschichte sein.

Dann, wenn das stimmt, noch feiner werden und das Ganze wahrscheinlich das nächste halbe Jahr korrigieren und da auch die Corona-Entwicklungen einbeziehen udd dann das Corona-Thema lassen oder einen Corona-Roman Teil vier beginnen? Keine Ahnung, ds weiß ich noch nicht, wird aber auf jedenfall sehr spannend, ob ich von dem Thema loskomme und wie und wann es für mich beendet ist.

2020-11-27

Leben im Corona-Raum

„Ist das jetzt ein dystopischer Roman?“, dachte Mathilde und sah auf das vor ihr liegende Manuskript.

„Möchte ich doch so gerne einen dystopischen Roman über unsere Situation schreiben, die ich immer noch und wahrhaftig für eine solche halte.

Das Leben nach oder in der Klimakrise, wo die Flüchtlingssituaton von 2015 und dem Krieg in Syrien nicht nur die Menschenmassen in Boote über die Meere zu uns brachte, sondern sich auch die Rechten, wie die Schwammerln vermehrten oder die Wohlstandsverlierer, die sich um ihre Pension, Wohlstand und den sozialen Frieden gebracht sahen, den sie selbst durch fortwährende Veröffentlichung angeblicher oder tatsächlicher Vergewaltigungen und kriminellen Taten von Aslwerbern erst rechtdurcheinander brachten und dann kam noch die Klimakrise, die „Fridays for future-Bewegung“ mit der kleinen Greta aus dem schönen Schweden, die erst recht die Gemüter erhitzte und die Schüler in Massen am Freitag auf die Straßen brachten, was vielen, wie dem inzwischen nicht mehr gewählten Präsidenten, der nicht verlieren kann, auf die Palme brachte und dann dann kam das kleine Virus aus dem chinesischen Wuhan und löste so viele Unruhen aus.

Hat die Welt auf einen Schlag verändert, in acht, neun, zehn Monaten hat es das getan, wo nun soviel anders wurde. Was die Leute vor einem Jahr, wenn ich geschrieben hätte, im nächsten Jahr dürfen wir nur noch mit Maske aus unserer Wohnung gehen, müssen den Einkaufswagen im Supermarkt desinfizieren und der Sucuritmann schön verhüllt mit Schutzanzug und Maske läßt uns nur nach einem Fiebercheck oder einem Schnelltest in den solchen hinein!“, den Kopf schütteln hätten lassen und hätten mich für verrückt erklärt!

Inzwischen erklärt man dazu die sogenannten Corona-Leugner oder Skeptiker und will mit ihnen gar nicht reden, sich deren Arugmente, daß es ja jedes Jahr Grippewellen gab, die unsere Spitäler zur Übefüllung und das Spitalspersonal zur Erschöpfung brachte, nicht anhören und auch nicht darüber nachdenken, daß man mit einem Virus, daß vielleicht gar nicht so gefährlich ist, weil die meisten ja gar nicht daran erkranken, wie es die vor Angst erstarrten sehen, auch anders umgehen könnte.

Schweden ist das Vorbild, das berühmte Schweden mit der kleinen Greta, Schweden setzt auf Eigenverantwortlichkeit und Herdenimmunität, aber die gibt es ja nur durch die Impfung und da sind wir schon bei den Impfgegnern, den sogenannten Aluhutträgern oder Verschwörungsgegnern und bei der Freiwilligkeit. Freiheit unser höchstes Gut in allen Demokratien, aber die wurde durch das Seuchengesetz weitgehend ausgesetzt und die angsterstarrten Menschen vielleicht ganz bewußt und möglicherweise auch aus Angst entmüdigt, so daß die jetzt angsterstarrt die Regierungsämter fragen „Darf ich mir noch nach acht im Restaurant eine Pizza holen? Darf ich mit meinen Nachbarn sprechen oder meine Großmutter besuchen?“

Vielleicht auch „Darf ich mit meinem Partner ohne Maske Sex betreiben?“, denn, daß die höchste Ansteckungsgefahr im häuslichen Raum liegt, ist inzwischen ebenfalls bekannt und muß ich die Polzei hineinlassen, um zu kontrollieren, ob ich nicht doch klammheimlich einen Freund oder eine Freundin in meine Bude geschleppt habe, um mit ihnen ohne Maske „Mensch ärgere dich nicht“ zu spielen und dazu ein Glas Bier oder Rotwein zu trinken?“

„Fragen über Fragen und keine Antwort wissen“, dachte Mathilde und sah immer noch vor sich hin.

In ihrem ersten Corona-Text der Erzählung „Kein Frühlingserwachen mehr“, im ersten Lockdown-Frühling geschrieben, hat sie ihren dementen Egon auf der Josefstädterstraße noch die Invasion vom Mars oder den Weltkrieg drei erleben lassen, als derdort Polizisten, den sogenannten Sicherheitsabstand mit dem Maßband kontrollieren sah.

Im zweiten Text im wunderschönen fast Corona befreiten Sommer ist es dann um ein verlorenes Notizbuch, ein Handy, das sich in einem Blumentopf wiederfand und die zweite Welle, sowie die Wiedereinführung der sowieso nicht ganz abgeschafften Maskenpflicht gegangen und nun ist die zweite Welle da, die Zahlen die so gut waren, sind massenhaft angestiegen und die Spitäler, sowie die Intensivstationen überfüllt, so daß sich verzweifelte Krankenschwestern an die Öffenlichkeit wandten und diese anflehten „Setzt doch euche FFP2-Masken auf!“

Aber nützen die Massentestungen an Gesunden wirklich und hätte man die dafür nötigen Kapazitäten nicht vielleicht doch besser in die Stärkung der Infrastruktur in den Spitäer setzen sollen, wo doch die Sterblichkeit an diesem Virus, wie man immer hört, nicht viel höher als im Vorjahr ist?

„Die Alten besser schützen!“, hörte man da immer. Aber die Worte wegsperren, einsperren absondern, der Heiminsaßen und der vulnerablen Gruppen, löst nicht nur in der selber nicht sehr so ganz jungen Mathilde Abwehrkräfte auf und läßt sogar an Victor Klemperers Sprachforschungen denken. Die hat er zwar im dritten Reich betrieben, aber muß man wirklich von Einsperren, Absondern und Isolieren der positiv Getesteten sprechen und müßen die mit Polizeigewalt eingefangen und kontrolliert, bis zur Fußfessel von sogenannten Quarantäneverweigern werden? Denn das löst doch auch Angst aus. So gibt es die sowohl bei den sogenannten Gesundheitsaposteln als auch bei den Freiheitskämpfern, die, wenn sie dürfen immer noch zu Demos auf die Straße gehen, da aber oftmals neben den Rechten stehen und von der Presse als Coronaleugner und Gefährder beschimpftwerden.

„Leben im dystopischen Raum!“, dachte Mathilde und sah noch einmal auf ihrMansukript, das dritte der sogenannten Corona-Trilogie.

„Leben im Corona-Raum und da ist sie, wie es die Utopie erwünscht, schon ein ganzes Jahr nach vor gerückt. Man schreibt Dezember 2021 und Mathilde, die Heldin oder Alterego ist als sogenannte Impfverweigerin dabei in eine sogenanntes „NI-Wohnung“ oder „Nichtgeimpftes Ghetto“ zu übersiedeln und schreibt bevor sie das tut einen brief an ihre leider noch nie gesehene Enkeltochter.

Das ist Dystopie natürlich ganz klar und soweit von der Realität entrückt, daß der Schreiberin dieses Romans vom Verlag das Manuskript zurückgeschickt wurde. Denn die Impfung hört man allethalben und überall, wird und muß oder sollte, wie auch die Massentests, die sich jetzt über die Bevölkerung ergießen freiwillig sein. Natürlich, selbstverständlich, ganz klar. Etwas anderes ist in einer Demokratie auch nicht möglich, beziehungsweise schreckt man dadurch die Bevölkerung ab und erweckt ihren Widerstand. Aber in England soll es, hört man einen „Zurück zur Normalität-Paß“ geben, mit dem Massengetestete oder sogar schon Geimpfte einkaufen oder auf die Straße gehen dürfen und die Fluggesellschaften hört man, lassen einen nur mit einem solchen Nachweis einsteigen, wie man ja auch bald nur damit ins Ausland fahren oder sich ins Restaurant, beziehungsweise zum Wintersport begeben kann?

Fragen über Fragen und keine Antwort darauf wissen. Ist das jetzt der dystopischer Raum in dem wir leben oder doch nur die ganz normale alte neue oder aber auf jeden Fall sehr veränderte Realität?

2020-09-06

Ein gelbgefärbter Corona-Ampeltag

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:31
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„Shit!“, dachte Michaela Reisinger und legte ihr Mobilphone aus der Hand.

„Großer Shit und riesengroßer Ärgeraufwand!“

Dabei sollte doch alles in Ordnung und in wunderschönster Butter sein, hatte ihr doch Frau Scharinger, die Leiterin des Kindergarten in der sie Lena am Montag bringen wollte, versicherte, daß in der Eingewöhnungsphase eine maskierte Betreuungsperson, als Begleitung in die Innenräume gestatet sei und Lena, die vor kurzem drei geworden war und ab Montag in den Kindergarten gehen sollte, würde dort sicherlich nicht am ersten Tag alleine bleiben wollen, sondern mindestens zu schreien beginnen, wenn sie ihr nicht überhaupt nachlaufen würde.

Also mit Maske durfte sie die Kleine, die ersten Tage begleiten und bei ihr bleiben, wie ihr die Leiterin versichert hatte und Michaela dachte schon wieder „Shit!“ und schaute zu Lena hin, die in ihrer Spielecke saß und versuchte einen Turm aus Holzsteinen zusammen zu bauen und vergnügt in die Hände klatschte, wenn es ihr gelungen war, noch ein Steinchen auf den schon recht hohen Turm zu setzen.

Großer Shit und großes Scheiße! Denn sie war keine Maskenträgerin und bisher war es ihr auch gelungen, sich um dieses Stück herumzudrücken, ging Bernhard, der das gerne tat, doch für sie einkaufen und sie war immer schon lieber zu Fuß gelaufen, als sich in ein überfülltes Verkehrmittel zu setzen, nur einmal war sie von einer Lesung weggegangen, weil sie nicht mit Maske, die zwei Meter bis zu ihrem Sitzplatz gehen hatte wollen und hatte fast triumphierend gedacht „Macht ja nichts!“, kann ich das Buch das präsentiert werden sollte, auch selber lesen.

Aber Lena konnte sie nicht allein in den Kindergarten gehen lassen, das wäre unverantwortlich, wenn nicht Quälung oder Mißbrauch gewesen und Bernhard, der sie vertreten hätte können, hatte keine zeit, war er doch berufstätig und hatte Montag um elf eine wichtige Sitzung im Büro, die er nicht versäumen durfte und so schnell ließ ihn die mißtrauische Lena, die seine Spannung sicherlich merken würde, nicht los, sondern würde sich erst recht an ihn klammern, wie sie wahrscheinlich auch einen maskierten Papa lustig finden würde oder auch nicht, begleitete sie ihn ja öfter in den Supermarkt und hatte ihn da schon einmal gefragt, warum er das kuriose Ding, im „Spar“ wenn er für sie Joghurt und Kinderschololade zu kaufen, aufsetzte, aber wieder abnahm, wenn er nebenan in den Baummarkt ging, um dort Schrauben für das Hochbett, das er für sie befestigen wollte, zu besorgen.

„Das ist doch komisch Papa?“, hatte sie gesagt und hinzugefügt, was das Corona-Virus sei und warum es so gefährlich wäre?

„Warum ist der Kevin ein Mörder, wie die Lisa sagte, weil er am Sonntag seine Oma besucht und ihr einen Kuß gegeben hat? Das tut man doch und ich möchte der Oma auch ein Bussi geben, Papa, darf ich das?“, hatte sie gefragt und Bernhard mit ihren großen Kulleraugen angesehen. Michaela war froh gewesen, daß sie diese Frage an Bernd und nicht an sie selber richtete, denn sie hätte keine Antwort gewußt, wie sie auch nicht wußte, warum man ein Gefährder sei, wenn man ohne Maske in den Supermarkt ging, während das im Wäschegeschäft gegenüber nicht so war und warum die Nachbarin mit ihrer selbstgehäckelten Maske, die Millimeter große Löcher hatte, das nicht war.

„Dringt das Virus da nicht durch, Mama?“

Das hatte Lena nicht gefragt. So groß war der Sprachschatz der Dreijährigen noch nicht. Das war eher eine Frage, die sie sich selber stellte und jetzt zuckte sie zusammen. Gab es doch einen großen Klesch, denn Lenas Turm war umgefallen, was von der kleinen mit einem enttäuschten „Schade!“, quittiert wurde.

„Macht ja nichts, probierst du es eben noch einmal!“, tröstete Michaela und wandte ihre Aufmerksamkeit dem Fernsehbildschirm zu, wo gerade, der Gesundheitsminister Rudi Anschober zu sehen war, der gerade, die neu eingesetzte Corona-Ampel erklärte und mit ernster Miene verkündete, daß Wien, Linz, Graz und dann noch das Tiroler Städtchen Kufstein zu den, als gelb bewerteten Ampelbezirken gezählt wurden, so daß dort die Zahl der Veranstaltungsbesucher reduziert werden würden und man überall, also auch in den schon erwähnten Baumärkten, Einkaufszentren und Modehäuser Maske tragen mußte, was Lenas vorige Frage erübrige, aber zu neuen Anlaß gab, denn die hatte die Lust an ihren Bausteinen verloren, war sie doch auf sie zugekommen und hatte sich neben sie gestellt.

„Warum ist Wien gelb angezeichnet und was bedeutet das Mama? Muß jetzt Kevins großer Bruder mit Maske in die Schule gehen?“, fragte sie und schaute interessiert auf den Fernsehschirm und Michaela dachte an ihre Freundin Sarah, die übermorgen in die Oper gehen wollte.

„Da muß ich meinen Ausweis mitnehmen und es wird verglichen, ob mein Name dort, wirklich der ist, der auf meiner Karte steht. Dann muß ich meine Maske aufsetzen und sollte sie auch, wenn die Vorstellung begonnen hat, nicht abnehmen! Mal sehen, ob ich das aushalte? Du weißt ja, daß ich an Asthma leide!“, hatte sie gesagt und überlegte, ob sie nicht zu ihrem Hausarzt gehen und dort um ein Attest für eine Befreeung ansuchen sollte?

„Pervers, pervers!“, dachte Michaela und atmete durch.

„Und vielleicht ein wenig kindisch, wenn ich ein Attest benötige, um frei atmen zu können! Aber in geschlossenen Räumen soll dieses Virus leicht zu übertragen sein! Wien hat eine steigende Zahl von Infizierten, weil jetzt sehr viele Leute getestet werden. Junge Leue, wie Sarah und ich es sind, die gar nicht krank werden, werden in den Medien aber als solche ausgewiesen und deshalb soll es zur allgemeinen Maskenpflicht, sowohl in den Supermärkten, wo noch keiner angesteckt wurde, kommen und es im Freien überhaupt völlig ungefährlich sein soll. Trotzdem muß man, wenn man auf den Eiffelturm will, eine Maske tragen und auch wenn man in Velden oder Villach am Abend spazierengeht! Pervers, pervers!“,wiederholte sie und bemerkte, daß im Fernsehen jetzt über Weihnachten gesprochen und da überlegt wurde, ob es dann Christkindlmärkte geben soll?

„Ich will aber auf den Christkindlmarkt gehen, Mama! Das hast du mir versprochen, daß wir da hingehen und mir die Oma einen Bratapfel und ein Engerl kaufen wird! Oder darf ich mit der Oma nicht hingehen, weil sie alt ist und ich eine Gefährderin bin, wenn ich ihr ein Bussi gebe?“

„Du kannst ja Abstand halten und ihr nur zuwinken!“, antwortete Michaela und dachte an den Babelefantenabstand von dem sie gehört hatte, daß er auf einen Meter fünfzig erweitert werden sollte, um kein Risiko einzugehen und hörte jetzt, daß ein Leitplan für die Christkindlmärkte geplant wäre, um sie abhalten zu können. Ein Leitplan mit Besucherbeschränkung und Alkoholverbot, hörte sie jetzt einen Handelskammervertreter mit wichtiger Stimme verkünden und Lena sagte, daß ihr das egal wäre, denn sie trinke ohnehin nur Kinderpunsch.

„Oder gibt es den auch nicht, Mama und warum darf man keinen Alkohol trinken? Ist dann das Virus gefährlicher? Glaubt das der Mann?“

„Nein!“, antwortete Michaela und atmete noch einmal durch.

„Ich glaube, er denkt, daß die Menschen, wenn sie Alkohol trinken, nicht mehr klar denken können und sich näher kommen, als sie das sonst täten!“, sagte sie nicht sehr überzeugt, weil sie die innere Stimme in ihr „Unsinn!“, rufen hörte „Das sind doch Erwachsene und keine kleinen Kinder!“

Lena schaute sie mit großen Augen an und fragte „Und jetzt sind wir in der gelben Zone, weil wir nicht brav genug gewesen sind und wenn die Ampel rot leuchtet, werden wir dann eingesperrt und dürfen nicht mehr in den Park und werden wir auch keinen Christbaum haben, wie wir zu Ostern auch keine Ostereier hatten?“

„Nein!“, antwortete Michaela schüttelte den Kopf, strich Lena übers Haar und dachte, daß sie das durfte, weil sie mit der Kleinen und mit Bernhard in einem Haushalt lebte und das nur bei ihrer Mutter, ihrer Schwester und Bernds Eltern ein wenig problematisch wäre, weil die tatsächlich schon älter waren und in einem Pflegeheim lebten, wo es noch immer keine Besuchserlaubnis gab.

„Natürlich nicht! Den Christbaum werden wir schon haben und du hast auch Ostereier gesucht! Kannst du dich nicht erinnern, daß du sogar ein besonders großes Körbchen bekommen hast?“

„Kevins Mutter hat dem Polizisten Strafe zahlen müssen, weilsie mit ihm Fußball spielte!“, erinnerte sich Lena an etwas anderes und Michaela war erleichtert, als sie ihr Mobilphone und Bernhards Stimme hörte, der fröhlich wissen wollte, ob er eine Pizza mitbringen sollte „Oder wollen wir die, im Garten des „Gondolas“ essen und, die habe ich gehört, werden auch im Winter erlaubt, so daß wir uns da in eine Decke hüllen können und vielleicht ist da auch Wein und Bier erlaubt!“

Michaela dachte noch einmal „Das ist ganz schön verrückt!“,, während sie den Gesundheitsminister sagen hörte, daß die gelbe Wiener Ampelschaltung zwar kein Grund zur Sorge, aber wohl einer für höhere Achtsamkeit sei und auch die noch auf grün geschalteten Bezirke müßen aufpassen.

„Denn das Virus schläft nicht und ist unter uns!“ und wußte wieder keine Antwort auf Lenas Frage, warum man nur bei Corona alle testen und einsperren müße, während das bei Grippe nicht so sei.

„Oder darf ich jetzt auch nicht mehr husten und kommt die Polizei, wenn ich einen Schnupfen habe?“

„Nein!“, antwortete Michaela festentschloßen und drückte Lena festan sich.

„Ich hoffe nicht! Du darfst dann halt nicht in den Kindergarten, sondern bleibst zu Hause, trinkst Tee und kurierst dich aus!“

Lena klatschte in die hände und antwortete fröhlich, daß ihr die Oma erzählt hatte, daß man das schon so gemacht hatte, als sie ein kleines Mädchen gewesen war.

„Da ist man noch nicht in den Kindergarten gegangen, Mama und ich will eigentlich auch nicht hin, wenn du da eine Maske tragen muß! Da bleibe ich lieber zu Hause und baue mit dir weiter einen Turm! Der Kevin kann uns auch besuchen, wenn er nicht in den Kindergarten will!

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