Literaturgefluester

2020-06-07

Vorsichtiger Veranstaltungsbeginn

Rückkehr zur Normalität ist angesagt, ob zur gewohnten alten oder der neuen mit Überwachungsapp, Impfzwang und Polizeieinsatz bei Covidverdacht, bleibt noch abzuwarten, ich versuche meine alte mit meinetwegen Sicherheitsabstand und ohne Händeschütteln beizubehalten, obwohl ich ja geschrieben habe, daß ich höchstwahrscheinlich schon etwas verändert wird.

Der Rückzug ist vielleicht angesagt oder hat schon stattgefunden, denn höchstwahrscheinlich wieder keine Rückmeldungen bezüglich meiner Buchaussendung und die einzigen Rückmeldungen auf meinen Blog bestehen oft nur aus Ulis Meldung, daß ich nicht schreiben kann, was ich wieder kommentiere, daß das nicht stimmte, denn ich schreibe ja schon sehr viel und sehr lang und ob wirklich so schlecht, bleibt dahingestellt.

Ich nehme es mit der Rechtschreibung nicht so genau, stimmt, versuche auch eher im realistischen Bereich zu bleiben und vor allem und das ist, glaube ich, das Hauptproblem, scheine ich es nicht zu schaffen, das Interesse der anderen zu wecken.

Finde ich schade, werde es aber höchstwahrscheinlich in den zwanzig Jahren, die mir noch bleiben auch nicht ändern können, also zurück zum Rat des Pastors B., den er mir, glaube ich, in den Siebzigerjahren gab, nur für mich selbst zu schreiben, damals habe ich das als unnötigen Rückzug empfunden und habe empört abgewinkt.

Die Bruni hat mir, glaube ich, auch einmal den Vorschlag gemacht, um ein Stipendium einzureichen, wo man kein Geld bekommt. Das war es auch nicht, was ich wollte, denn das wäre ja die zwei Klassengesellschaft und dann hat sie mir einmal gemailt, ich wäre distanzlos, weil sich Susanne A. beklagt hat, daß ich sie gleich geduzt hätte und gefragt habe, ob ich vom „Siemens-Literatupreis“ mit ihr zurückfahren kann?

Das habe ich lange nicht verstanden. Distanzlos ich doch nicht? Jetzt verstehe ich, was sie meinte, denn als mir der Alfred Kollertisch, der jetzt ja gestorben ist meine Texte an die „Mansukripte“ immer wieder zurückschickte und nicht nahm, habe ich ihm einmal trotzig naiv geschrieben „Aber einmal werden sie das tun!“

“ Welch ein Irrtum würde Ernst Jandl, der demnächt seinen zwanzigsten Todestag begeht, reimen und dabei die „r“ und die „l“ vertauschen, was ich nicht tue, weil mir das zu mühsam ist.

Das mit dem „Nobelpreis“ ist auch ein Irrtum, ich weiß, würde ihn aber trodem gerne haben, keiner wird mich vorschlagen, lieber Uli, das weiß ich auch, aber trotzdem habe ich ab, den Siebzigerjahren meine Texte unentwegt trotzig überall weiterverschickt und habe nicht gesagt „Ich bin eine Hobbyautorin!„, sondern war erstaunt, als das die kleine Anna einmal meinte.

Nein, bin ich nicht, noch immer nicht, weil die, die mich so nennen, damit die Unprofessionalität ausdrücken wollen. Was den monetären Erfolg betrifft, bin ich es wohl, aber da bin ich nicht allein, das trifft wahrscheinlich auch auf die zu, die hin und wieder einen Preis oder ein Stipendium bekommen oder ihre Bücher in Klein oder sogar Mittelverlagen haben.

Das habe ich nicht, sondern zum Glück immer von meinem Brotberuf leben können, so habe ich kaum literarische Einnahmen, jetzt daher auch keine Ausfälle und meine Bücher, was ja leider immer noch das große Fettnäpfchen ist, seit 2000 selbst verlege oder drucken lasse und seit 2008 über mein Schreiben, sehr im verborgenen blogge.

Zum Herumschicken und Bewerben habe ich irgendwann aufgehört und das war es ja auch, was, glaube ich, die meinen, die mich distanzlos nennen, das war einmal die Anna und der Uli, JuSophie hat es auch getan.

Gerhard Jaschke hat mir einmal gesagt, daß mich Kollegen „penetrant, widerlich und possesiv!“, nennen würden. Da war er böse auf mich, später ist er viel freundlicher geworden und hat mein „Literaturgeflüsterbuch“ sogar in höchsten Tönen gelobt.

Aber gut, ich interpretiere mir das so und bin ja Jahrzehnte lange jede Woche mehrmals zu literarischen Veranstaltungen gegangen und habe und tue das immer noch, auch die Bücher der Kollegen gelesen und denke, daß man das, als „distanzlos aufdringlich und posessiv“ bezeichnen kann, das immer wieder probieren im Literaturbetrieb, obwohl man mir ja eh schon so oft gesagt hat, daß ich da nicht lesen kann oder nein, gesagt hat man mir das nicht wirklich, sondern mich eher ignoriert und in den letzten Jahren wurde ich von den Veranstaltern im Literaturhaus, „Alte Schmiede“, „Gesellschaft“ uauch immer freundlich gegrüßt, wenn auch nicht umarmt, aber das darf man jetzt sowieso nicht, was aber nicht heißt, daß ich da vielleicht mit Ausnahme der „Textvorstellungen“ lesen kann, daß mich das in der lezten Zeit etwas deprmierte und mir dachte, wozu gehe ich da hin, wenn die dort auch nicht zu meinen Lesungen kommen oder meine Bücher lesen?

Dabei habe ich mir meisten, wenn ich mir das dachte, schon die Schuhe angezogen und die Tasche genommen, denn was sollte ich denn sonst tun und interessant ist es ja irgendwie schon sich in der Literatur auszukennen und man kann auch darüber bloggen und für sich ein enormes literarisches Archiv schaffen.

Der Ulihat das, glaube ich, einmal „Sinnlosen Content“ genannt. Das glaube ich nicht, daß es das ist, aber man muß sich wahrscheinlich schon dafür interessieren, um sich mit den Wiener Literaturbetreib auszukennen.

Das hat sich jetzt auch erübrigt, zweimal sogar. Im Vorjahr war es der Knöchelbruch der mich sechs Wochen von der Szene wegbrachte, jetzt das Corona-Virus, aber seit einer Woche sind Veranstaltungen bis hundert Personen ja wieder erlaubt und fangen auch ganz vorläufig wieder an sich zu bilden, obwohl da ja noch nicht klar ist, ob man mit Maske kommen, sich vorher anmelden muß, etcetera?

Cornelia Stahl, die sich in der letzten Zeit sehr lieb um mich kümmert, hat mir das Probgramm der „Frauenhetz“ geschickt, zwölf Personen, Anmeldung, Maske, also her nicht, der „Republikanische Club“ fängt auch wieder am 24. an und ersucht um Ameldungen, da ja dieMaskenpflicht ab Fünfzehnten mit Ausnahme der Apothken, Friseure und Öffis fällt, habe ich mich da angemeldet, bin aber draufgekommen, daß mir die gebotene Buchpräsentation doch zu politisch ist, dafür fängt Richard Weihs am Montag wieder mit seinen „Wilden Worten“ an und wird Eva Schörkhuber präsentieren.

„Braucht man eine Maske, sonst komme ich?“, habe ich geschrieben.

„Nein, wir rücken nur die Sesseln weiter auseinander!“, hat er mir geantwortet und normalerweise kommen dort ohnehin nicht so viele Leute hin.

Die „Alte Schmiede“ fängt Mitte Juni auch wieder an und ersucht um Eintritt mit der Maske nachher darf man sie herunternehmen. Aber ich kann nach dem Fünzehnten ja noch einmal anfragen und so geht es weiter mit der Normalität, die ja für mich wahrscheinlich, weil ich mich schrittweise doch in meine Pension verabschieden werde, die ich ja schon lang beziehe, doch eine neue wird, eine mit weniger Veranstaltungen vielleicht und vielleicht auch, um ein weniger distanzloses Bemühen um eine Einladung zum „Alpha“, zum „Österreichischen Buchpreis“ und wie das mit der „Buch-Wien“, die stattfinden wird und schon eifrig wirbt, ist mir auch noch nicht klar, denn mit Maske sicher nicht.

Aber mal sehen, bis November ist es ja noch Zeit und da käme auch mein Geburtstagsfest, wozu ich ja schon die Schweizer Dame, die ich im letzten November in Basel getroffen habe, eingeladen habe und Peter Cak hat mich auch schon danach gefragt.

Aber ich könnte ja zehn bis fünfzehn Leute einladen, sonst staut es sich in der Küche und lesen lassen, wer das mag. Mal sehen und es ist auch spannend, wie das mit dem Corona-Virus, das ja eigenlich gar nicht, trotz geöffneter Grenzen, öffener Hotels, etcetera, weiter ansteigt, weitergehen wird?

„Wir müssen vorsichtig sein!“, sagen der Gesundheitsminister und der Bundeskanzler.

Ja, natürlich, aber mit Kanonen auf Spatzen schießen und dabei alles andere rundherum niederdonnern, ist vielleicht auch nicht das Wahre und so können wir nur auf die zweite Welle oder den nächsten Grippevirus warten und dazwischen vielleicht auch Hans Christian Andersens „Des Kaisers neue Kleider“, denken.

Ich werde natürlich weiterschreiben, beziehungsweise korrigieren, weiterlesen und in den Blog auch die eine oder andere weitere Szene meines Corona-Textes stellen, obwohl ich die Stellen mit dem dystoposchen Roman, die Egon Herweg an seine Studenten schreibt, vielleicht noch ein bißchen auffüllen und präzisieren muß und wenn ich damit fertig bin schnappe ich das Notizbuch, das ich einmal in der „Seedosenzelle“ fand und dem schon ein bißchen was eingetragen war und werde mir rund herum Recherchenotizen machen, weil ich mich dann ja wieder auf Recherchetouren und zwischen durch auch einen Kaiserpritzer trinken oder vielleicht auch wieder zum McDonalds gehen kann.

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