Literaturgefluester

2020-12-31

Die Corona-Fledermaus

Filed under: Glosse — jancak @ 19:08
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Ich bin ja eine, die offenbar einen eher konservativen Literatur- und Kulturgeschmack hat. So habe ich mich schon als Studentin sehr energisch gegen die Regisseure gewehrt, die die „Walküre“ nach Auschwitz verlegten und den „Don Giovanni“ in einer Bäckerei spielen ließen und habe dazu auch, wie ich mich erinnern kann, handschriftliche Protestartikel geschrieben.

Damals bin ich ja noch sehr viel in die Oper gegangen, jetzt tue ich das nicht mehr. Ins Theater ging ich schon damals nicht sehr viel. Da bevorzugte ich wohl schon damals den Roman, aber jetzt, Corona macht es möglich, ist mir eine Inszenierungsmöglichkeit eingefallen, als ich gestern im Radio hörte, daß die „Fledermaus“ die berühmte Strauß-Operette auch heuer, in Zeiten, wie diesen in der Staatsoper zwar ohne Publikum, aber live im Fernsehen übertragen, aufgeführt werden soll.

Das hat mich zwar ein wenig gewundert und auch, als ich bei dem Interview mit dem Regisseur oder wem auch immer hörte, daß es eine eher konventionelle Inszenierung wäre und da ist mir eingefallen, wie man die „Fledermaus 2020“ aufführen könnte, die ich ja einmal vor Jahren im Stehen und in der Kälte vor der Oper erlebt habe, als wir ein einziges Mal mit der damals kleinen Anna über den Silvesterpfad, den es heuer auch nicht geben wird, gegangen sind.

Da hat Ernst Steinhauer oder wer auch immer, Fritz Muliar war wohl schon gestorben, die Laterne in den Mistkübel fallen lassen und dazu „Licht ins Dunkel!“, gegröhlt, was, wie ich mich erinnern kann, der kleinen Anna gut gefallen hat.

Aber nun zur Fledermaus 2020 und die würde ich in einer bürgerlichen Villa, in Hietzing oder Döbling vielleicht, spielen lassen. Ein bürgerliches Wohnzimmer oder Salon. Hinten sind groß und nicht zu übersehen, die Corona-Regeln angeschlagen. Die Desinfektionsflasche steht auf dem Tisch. Die Adele ist ein moldawisches Aupair-Mädchen mit Theaterambitionen. Sie trägt Jeans statt der Stubenmädchenuniform. Die Rosalinde ein eher zeitloses Abendkleid und später statt der Augenmaske ein Gesichtsvisir. Der Herr von Eisenstein Frack oder einen Anzug und muß ins Gefängnis, weil er die Maßnahmen nicht eingehalten hat, der Advokat ist von den „Rechtsanwälten für die Freiheit“, hat aber auch nicht helfen können und der Alfred, der ehemalige Liebhaber, der Rosalinde, der zum Schäferstündchen kommen will desinfiziert sich immer, bevor er sie ansingt. Vielleicht hat er auch eine FFP2-Maske auf oder eine im Fledermausdesign. Alle bis auf den Alfred wollen auf eine dieser verbotenen Silvesterparties. Dort steht der Prinz Orlofsky als russischer Oligarch auf der Terrasse, wirft die Raketen in die Luft, singt dazu auf die Frage, warum er das denn täte: „Ist halt bei mir so Sitte, chaqun a son gout!“

Draußen streifen die Polizisten herum und nehmen die Gesellschaft fest. Im Gefängnis gibt es statt des Franz-Josef natürlich ein Kurz-Portrait und der Frosch spritzt betrunken, statt die Laterne in den Mistkübel zu werfen mit dem Desinfektionsspray herum und traktiert die Ankömmlinge mit Schnelltests.

Der „Nichtswürdige Herr Direktor!“, gespielt von Gernot Kulis mit Nehammer-Maske, „Außen schön und innen Direktor!“, erscheint und am Schluß schleppt der Oligarch, die lustige Adele ab, um sie auszubilden. Vielleicht wird sie später die Oligarchin für das nächste Ibiza- oder was auch immer Video, sein und alle singen „Glücklich ist, wer vergißt, was vielleicht doch so ändern ist!“

Und oben schwebt die chinesische Fledermaus herum und streut das Virus aus

So und in diesem Sinn auf in ein hoffentlich besseres neues Jahr angestoßen! Der entsprechende Artikel wird bald folgen! Aber eigentlich, ganz ehrlich, wenn ich mir die Nachrichten so ansehe, bin ich nicht so optimistisch und sehe mich schon den Zeiten der freiwilligen Zwangsimpfung ohne, die man nicht auf die Straße, in ein Restaurant oder in die Arbeit gehen kann, entgegen und damit wir uns daran gewöhnen, haben wir ja demnächst die Massentests von dem man sich freitesten darf und damit das nicht so pessimistisch klingt, füge ich hinzu, Bleigießen war zu Silvester noch erlaubt und die serbische Bohnensuppe für die private Knallerei, denn furzt man öffentlich, kann das ja fünfhundert Euro kosten!

P.S und eine kleine Anspielung, daß das Rauchen nur nach der Impfung gestattet ist und, daß eine Gefängniszelle schon für den Gerrn Grasser vorbereitet sei, hat es in der alten Schenk-Inszenierung auch gegeben und am Schluß hat das Orchester in der publikumsfreien Staatsoper applaudiert.

2020-12-26

Ein Corona-Weihnachtsmärchen

Filed under: Schreibbericht,Uncategorized — jancak @ 00:15
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Shit!“ , dachte Michaela Reisinger und seufzte wieder vor sich hin.

„Wie werden wir heuer Weihnachten feiern Mama?“, hatte Lena vorhin gefragt und wissen wollen, warum es keine Weihnachtsmärkte gäbe?

„Ich habe mich doch darauf gefreut, Mama und du hast es mir auch versprochen, daß wir da hingehen, wenn ich brav bin! Aber jetzt hat die Tante im Kindergarten gesagt, das gäbe es heuer nicht, wegen dem Corona-Virus! Warum? Ich bin doch brav gewesen, meistens jedenfalls!“, sagte sie und sah die Mutter treuherzig an.

„Natürlich, Lena-Mädel!“, antwortete Michaela Reisinger und verkniff es sich, die Kleine an sich zu drücken, denn das war ja nicht mehr erlaubt und wenn Lena, das im Kindergarten erzählte, bekam sie vielleicht Ärger mit der Pädagogin.

„Großer Schit und große Scheiße, Extrasupplament!“

„Nicht fluchen, Mama!“, hörte sie da Lenas Stimme, mußte lachen und riß sich zusammen.

„Nein, natürlich, nicht! Du weißt ja, Lena, das Corona-Virus! Die zweite Welle hat uns erfaßt und da müßen wir aufpassen, uns nicht anzustecken und nicht krank zu werden und die Krankheit nicht beispielsweise an die Oma weitergeben, weil die ja schon über siebzig und Diabetikerin ist!“, sagte sie und Lena nickte altklug und treuherzig zugleich.

„Deshalb wurden die Buden am Rathausplatz wieder abgebaut und man darf keinen Alkohol trinken, weil man dann zu lustig wird, nicht aufpasst, sich umarmt und küsst und dann das Virus überträgt! Das weiß ich schon, Mama! Das hat uns die Tante erklärt und dazu gesagt, daß deshalb heuer der Nikolo nur in den Garten gekommen ist und man ihm vom Fenster aus anschauen durfte und weißt du, Mama, er hat eine Maske aufgehabt und das hat sehr lustig ausgeschaut, obwohl das eigentlich trauig ist!“, sagte sie und verzog ihr Gesicht, als würde sie das auch werden.

„Aber du hast ja dein Sackerl mit den Nüßen und den Mandarinen bekommen!“,beschwichtigtre Michaela und Lena nickte energisch.

„Oh ja, Mama! Wird die Oma zu Weihnachten kommen und mir als Geschenk, die Barbie bringen, die sie mir versprochen hat?“

„Natürlich, denn Weihnachten im kleinen Kreis ist erlaubt! Du, der Papa, ich und die Oma! Das sind nur vier Personen und einen Christbaum werden wir auch haben! Den habe ich schon besorgt und wenn du brav bist, darfst du mir beim Schmücken helfen und Kekse werden wir ebenfalls backen, Vanillekipferln und Zimtsterne, die hast du doch gern!“

„Oh ja, Mama!“, sagte Lena und wirkte wieder fröhlich.

„Natürlich helfe ich dir beim Baum schmücken und auch beim Kekse ausstechen und dann setze ich mir die Weihnachtsmannmütze auf, die mir der Papa im vorigen Jahr am Christkindlmarkt kaufte und läute mit der Glocke! Zum Glück hast du sie aufgehoben, weil wir heuer keine nicht kaufen können, aber Mama!“, sagte sie, wurde wieder ernst und sah Michaela an.

„Ich glaube, das geht doch nicht, denn wir sind ja nicht bei dem Gratistest gewesen! Wissen also nicht, ob wir nicht postiv sind und die Oma anstecken können! Warum sind wir nicht testen gewesen? Die Tante Hilde hat uns erklärt, daß das sehr wichtig war und man schuld ist, wenn hundert Menschen ihren Arbeitsplatz deshalb verlieren! Richtig kriminell ist das, hat sie dem Moritz erklärt, als der sagte, daß sein Papa und seine Mama nicht testen waren! Da habe ich mich nicht mehr getraut ihr zu erklären, daß wir auch nicht bei dem Test waren, damit sie uns nicht für kriminell hält!“, sagte sie.

Michaela schüttelte den Kopf verkniff sich das „Scheiße!“ und nahm sich vor mit der Kindergartentante zu sprechen, obwohl sie nicht sicher war, ob das etwas helfen würde, weil das genau die Worte waren, die sie im Fernsehen gehört hatte. Das klang fast so, als hätte sie die Kindergärtnerin dort aufgeschnappt und an die Kinder weitergegeben.

„Wir waren nicht dort, weil die Tests freiwillig sind! Wir ohnehin aufeinander aufpassen und du und der Moritz braucht auch nicht hin, weil ihr noch nicht sechs seid!“, erklärte sie und schüttelte noch einmal den Kopf, als sie Lena fragen hörte, ob sie die FFP2-Masken aufsetzen müßte, wenn am Donnerstag die Oma käme, damit sie sie nicht anstecke und schuld wäre, wenn sie ein Engelein würde und es das letzte Mal wäre, daß sie gemeinsam Weihnachten feiern würden?

„Das will ich nicht, Mama, dann setze ich lieber die Maske auf, obwohl ich damit schlecht Luft bekomme und auch keine Kekse naschen kann und ziehe Handschuhe an, wenn ich das Geschenk der Oma auspacke, denn das hat die Tante auch gesagt, daß man das muß, wenn man nicht bei diesem Test gewesen ist und, daß es überhaupt besser wäre, wenn man den Omas nur über eine Zoom-Konferenz zuwinken würde. In der Kirche soll man auch nicht singen! Das ist dort verboten, Mama, hat die Tante gesagt! Aber ich will gerne singen und habe „Stille Nacht“ schon eingeübt, damit ich es der Oma vorsingen kann! Glaubst du, daß das mit Maske geht, wenn ich den Sicherheitsabstand einhalte, Mama?“, fragte sie. Michaela unterdrückte das dritte „Scheiße!“ und antwortete „Natürlich, Liebling, laß dich nicht kirre machen, Weihnachten feiern ist erlaubt! Da hast du die Tante vielleicht falsch verstanden! Wir backen Kekse, schmücken den Baum, eßen Würstchen mit Kartoffelsalat und du kannst natürlich die Mütze aufsetzten und das Glöckchen schwingen. „Stille Nacht“, singen wir auch und da brauchst du keine Maske aufsetzen und mußt auch keine Handschuhe anziehen, denn die Oma fürchtet sich, glaube ich, nicht!“

„Keine Sorge, Lenchen!“, sagte jetzt auch Bernhard Reisinger, der mit dem Christbaumschmuck das Wohnzimmer betreten hatte.

„Das tut sie nicht, denn ich habe gerade mit ihr telefoniert und sie hat mir verraten, daß sie sich schon sehr auf die Würstchen mit dem Kartoffelsalat freut und wenn du es nicht weitererzählt, sie hat mir auch geflüstert, daß das Weihnachtsengelchen schon das Geschenk für dich bei ihr vobeigebracht hat! Sie hat auch etwas bekommen, was sie uns zeigen wird, wenn sie am Vierundzwanzigsten zu uns kommt und da kannst du ganz unbesorgt dein „Stille Nacht“ singen und der Tante Hilde mußt du das, wenn du nicht willst, nicht verraten, daß wir gesungen haben!“, sagte Bernhard Reisinger, zwinkerte seiner Frau und seinem Töchterlein zu, während er die vergoldete Kette und die gläserne Christbaumspitze aus der Schachtel nahm und auf die Leiter stieg, um sie auf der Tanne zu befestigen.

„Fein, Papa!“, jubelte Lena und wollte wissen, was für ein Geschenk die Oma bekam?

„Ihre zehn FFP2-Masken, die der Bundeskanzler an jeden über fünfundsechzig schickt, damit man in Ruhe Weihnachten feiern, sich freuen und auch singen kann! Es ist aber noch nicht sicher, ob die Oma sie aufsetzen wird, ist sie doch eine rebellische Person!“, antwortete Bernhard Reisinger und zwinkerte Michaela zu.“

So das war die Weihnachten 2020-Geschichte. Wer es lieber nostalgischer will, dem ist die „Nika Weihnachtsfrau“ zu empfehlen 2 5 7 8 9 10 14 19 20 23 24 25 29 30

2020-11-16

Schon wieder mit dem Rohtext fertig?

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 23:40
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Es ist der sechzehnte November und ich habe was den Nanowrimo betrifft, vor allem weil es ja auch keine „Buch-Wien“ und keine anderen Ablenkungen gab, geschrieben und geschrieben. Meine Leser wissen es, ich habe geschummelt und irgendwann im Oktober schon mit dem Schreiben angefangen.Warum sollte ich auch warten? Ein Neuling in dem Fach bin ich mit meinem fast fünzig Jahre schreiben und dem achten mitgemacht haben ja nicht und außerdem war diesmal anders, da ich mich am aktuellen Geschehen entlang geschrieben habe und gesehen beim sechzehnten November war und wie mache da weiter?

Dann kam die Nachricht mit den Massentests, die man dann vielleicht zu Weihnachten machen muß, um seine Eltern zu besuchen oder einkaufen zu gehen und ich habe gedacht, wie schreibe ich weiter, was jetzt kommt ist Spekulation? Das heißt, den Rahmen habe ich ja schon, da wird im Jahr 2019 ein dystopischer Roman eingereicht und abgelehnt, weil total unvorstellbar.

Dann kommt das Jahr 2020 und vorhergibt es noch den Brief an die Enkeltochter mit Ende 2021 datiert, Umzug in das nicht Geimpfte-Ghetto, da habe ich überlegt, ob ich den vorverlege, werde es aber vermutlich so lassen.

Das heißt, ich habe diesmal ohnehin nur eine Rohtextsammlung, die überarbeitet, erweitert, ergänzt, etcerta werden muß und habe ja bis gestern, als ich gesehen habe, ich nähere mich langsam, aber stetig, den fünzigtausend Worten an, noch keine Ahnung gehabt, daß ich jetzt einmal mit dem Rohtext fertig bin, schon gedacht, jetzt wird es knapp, denn jetzt komme ich in die Zukunft und müßte was erfinden, was dann so nicht ist, habe aber gedacht, ich sammle soviel es geht Worte an und dann korrigiere ich.

Das war neu und habe ich bei meinen vorigen Nanos noch nie so getan, ich habe das Ganze noch nicht durchkorrigert. Sonst tat ich das ja immer einige Male, um weiterzukommen. Deshalb sind von den fünfzigtausend Worten auch noch keine weggefallen. Ich habe jetzt 50 190 Worte und hundertfünf Seiten und bin beim siebzehnten Dezember, habe heute ab den geplanten Massentests weitergeschrieben. Die Rosa besucht Benedikts Eltern und die Aloisia ist schon zwei Szenen vorher aufgetaucht und bleibt vorläufig, als ich dann bei 17. Dezember war, die Aloisia hat einen Teddy für das Enkelkind besorgt und alle kommen zur Mathilde und wünschen ihr ein schönes Weihnachtsfest, habe ich gedacht, das ist es! Das lasse ich einmal und fange ab morgen zu korrigieren an. Da fällt dann was weg, was insofern schwierig werden könnte, daß ich um das Winnersymbol zu bekommen, ja irgendwann was hochladen muß, was ich jetzt noch nicht kann und wenn ichs dann kann, habe ich wahrscheinlich nicht mehr so viel, aber na gut muß man halt wieder schummeln, das habe ich auch bei meinen früheren „Nanos“ so getan, da dann szenen angefügt oder die Schreibberichte dazu gefügt.

Diesmal hatte ich keine Schwierigkeiten mit der Länge, weil ich ja bei einigen früheren Nanos beispielsweise beim letzten schon nach knapp dreißigtausend Worten fertig war und auch mein zwei letzten Texte haben viel weniger Worte. Das „Frühlingserwachen“ 26854 im Rohtext beim „Notizbuch“ sind es 36000.

Also eigentlich ganz lang. Mein frommerWunsch ist ja eigentlich immer ich schreibe mal so sechzig- siebzig- achtzigtausend Worte und Zeit genug hätte ich sind da ja noch vierzehn Tage Zeit, war aber eigentlich meistens um diese Zeit fertig, auch wenn ich mal nicht viel früher angefangen habe

Die Schwierigkeit war auch, ich weiß ja nicht, was da noch in der Realität passiert und so falsch will ich auch nichtliegen und dann gibts noch die Frage, die mi rvielleichg kritische Leser stellen könnten, ist es jetzt ein dstopischerRoman geworden oder nicht? Und die Frage kann man aus einem Corona-Geschehen wirklich einen machen ist ja auch noch offen.

So habeich es in der letzten Szene am 17. Dezember, die Rosa kommt und bringt Weihnachtsgeschenke, die Aloisia fragt, soll ich einen Christbaum kaufen und die Gisi und die Franzi deuten an, daß man sich jetzt nicht mehr sehen wird können, das Nichtgeimpftenghetto bewußt offengelassen, Da gibt es ja den Brief am Anfang und mit dem 17. Dezember ist es aus und bleibt in der Realität.

Natürlich muß noch viel überarbeitet und umgeschrieben werden, um das Dystopische, was ich ja so gerne möchte herauszuarbeiten. Eine surreale Ebene habe ich ja mit der Aloisia, ansonsten wieder viele eigene Erlebnisse, die auch noch ergänzt werden können und ob es das dann war mit den Corona-Texten oder ob noch ein Coronabuch vier und fünf, wie der dritte, vierte, fünfte, ecerta Lockdown folgt, weiß ich nicht und lasse es meine Leser beobachten.

Das Schreiben hat mir aber großen Spaß gemacht und ist schon einmal, da dieser November ja ein ruhiger war, sehr flott dahin gegangen und habe nur drei Tage, den ersten, siebenten und neunten November ausgelassen und würde mal wirklich gerne einen ganzen November täglich meine 1600 oder die 3000 Worte, die ich ja locker schaffe, verfassen.

Mal sehen, ob mir das einmal gelingt. Aber so ist es auch ganz gut und da der November ja noch zwei Wochen hat, werde ich den Rest des Monats korrigieren, umschreiben, wie schon erwähnt und wenn interessant auch wieder davon berichten.

Interessant ist vielleicht auch, daß mein erster „Nanowrimo“ im Jahr 2009 mit der berühmten Schweinegrippe beginnt und der achte istein Sars-Roman. Mal sehen, wie es damit weitergeht und ob es überhaupt noch einen „Nano“ geben wird?

2020-08-20

Kein Buchgespräch mit dem Otto und Veranstaltungsbeginn

Der Sommer naht sich langsam dem Ende, die Regierung wartet auf die zweite Welle, hat eine Reisewartnung für Kroatien und Mallorca ausgesprochen, das heißt, alle die dort Urlaub machen, zurückgeholt, die müssen sich jetzt mehr oder weniger freiwillig testen lassen, während Minister Faßmann den Schulbeginn in zweieinhalb bis dreieinhalb Wochen plant, Gurgeltest für die Schüler, Masken am Gang, über den Unterricht ist man sich noch nicht so ganz klar, alle Viertelstunden lüften und ansonsten nur Lockdown wenn nötig und ansonsten beginnen die Veranstaltungen langsam von statten zu gehen oder werden angekündigt.

Das Literaturhausprogramm ist gekommen. Es ist wahrscheinlich gut, aber wegen Contacttracing muß man sich natürlich anmelden und beim Betreten Maske tragen. Das ist bei der „Alten Schmiede“ wahrscheinlich auch oder war im Juni so. Statt der Anmeldung bekam man Zählkarten, bei der „Gesellschaft für Literatur“ weiß ich es noch nicht so genau, aber da bin ich ja im März von der Veranstaltung weggegangen, weil ich mich nicht eintragen wollte, nun ja nun ja, Anfang September bekommt Erich Hackl den „Theodor Kramer-Preis“ in Niederhollabrunn.

Da habe ich mich zwar angemeldet, werde mich vermutlich aber wieder abmelden, denn wie schreibe ich ja immer mit Maske gehe ich nirgendwohin, ein wenig stur wahrscheinlich, war bisher aber möglich, denn man kann ja wie mir der Otto-, Otto lambauer mein literarischer Verstäker und Schulfreund von Alfreds Wandergruppe, der Germanistik studierte, Musiktherapeut ist, bei der Caritas arbeitet, den „Ohrenschmaus“ zumindestens mitorganisert. Zumindest hat er mich einmal gefragt, wie man ins Literaturhauskomm und ich ihn, wie in die Jury. Er ist dann sehr bald ausgestiegen, hat aber einmal eine Nacht im Zelt verbracht, als es „Rund um die Burg alt“ noch gegegeben hat. Da hatte ich gerade mit dem Bloggen angefangen und er mich darin sehr verstärkt, hat auch eine Zeitlang einen Blog gehabt, die Andrea Stift auf meinen Blog gebracht und auch für einige meiner Bücher, wie die „Mimi“ oder das „Haus„den Beschreibungstext geschrieben. Dann hat er das Bloggen aufgegeben, ich habe ihn nur gelegentlich, meistens beim Wandern, ganz wenig bei Literaturveranstaltungen, das letzte Mal mit seiner Lieblingsbuchhändlerin Brigitta Salanda imLiteraturhaus gesehen, als dort Margit Kreidl ihren Zettelkasten vorstellte, er liest aber auch immer die lange Liste beziehungsweise bstellt er sich die Bücher bei Brigitte Salanda und hat mir 2015 als ich das erste Mal bloggte, auch ein paar geborgt, jetzt hat er sich wieder bei mir, beziehungsweise beim Alfred gemeldet, weil er uns zum Unterschreiben für die Unterstürzungserklärung der „Links- Partei“ bewegen wollte. Eigentlich halte ich den Otto gar nicht für so links, sondern eher für konservativ, wie ich ihm gestern, als wir ihn in einen Schanigarten trafen, erzählte und er hat mir gesagt, als ich ihm darauf ansprach, daß er nur zu wenig Veranstaltungen geht, daß er die Bücher eher lesen wird.

Das gilt solange uns das Corona -Virus noch so umtreibt höchstwahrscheinlich auch für mich und die Buchpreisliste ist ja gestern auch bekanntgegeben worden, die habe ich dem Otto mitgebracht und wollte mit ihm, bevor das Fußballspiel, das er und der Alfred sich ansehen wollte, auch über sie, beziehungsweise überLiteratur diskutieren, das ist dann weil der Alfred anderes besprechen wollte, nicht so leicht gegangen.

Acht Bücher hat der Otto von der Liste aber trotzdem bestellt und ich habe, wie schon geschrieben, inzwischen drei gelesen, den Lewinsky im Badezimmerstapel fünf Bücher inzwischen auf meinen E-book Folder, drei weitere sollen folgen, wenn der Buchversand zwischen Deutschland und Österreich inzwischen schon funktioniert, es kommt ja immer noch sehr wenig Post und vieles geht verloren.

Es gibt aber, wie mir schon Frau Meier vom „Kiwi“ sagte auch die „Nettgalley“ wo man sich die dBp-Bücher ja auch hochladen kann.

Also werde ich die nächste Zeit lesetechnisch ohnehin sehr beschäftigt sein, obwohl ich mir ja vorgenommen habe, die Schweizer Buchpreisbücher nicht mehr zu lesen, die Österreichischen aber schon und natürlich auch die des Bloggerdebuts und ein paar andere Neuerscheinungen warten ja auch noch auf mich, so hat mir „Wagenbach“ schon vor längerer Zeit drei E-Books geschickt, die ich noch vor den dBp- Bücher lesen sollte und Luis Stabauer der unermüdliche hat auch ein neues Buch. Das will mir jetzt die Frau Führer schicken und er hat mir die lange Liste seiner Veranstaltungen geschickt. Da gibt es ja die Siebenstern-Wohnzimmerlesungen und in die, denke ich, weil ein Lokal wird man vielleicht maskenlos hineinkönnen, wenn sich da nicht noch etwas verschärfen sollte, zu seiner Buchpräsentation zu der ich eigentlich auch wollte, braucht man aber eine Maske nun ja, nun ja, aber wie sagt ja der Otto, mein literarischer Verstärker, mit Literatur kann man sich auch mit Büchern selber beschäftigen und braucht sie sich nicht vorlesen lassen und so habe ich den Otto mein zweites „Literaturgeflüsterbuch“ gezeigt und ich glaube auch die „Magdalena Kirchberg“ oder war es noch die „Unsichtbare Frau“ die ich in meiner Tasche hatte. Er hat dann noch das erste „Literaturgeflüsterbuch“ haben wollen und morgen soll ja auch das Dummie vom „Fräulein No“ kommen.

Inzwischen lese ich noch kein Buchpreisbuch, weil Sascha Rehs „Großes Kino“ entgegen meine Erwartungen nicht auf die lange Liste kam, aber das Buch ist interessant, weil nach der „Heldenreise „ geschrieben, die O-Töne kann ich diesmal, weil die Frau Mayröcker ja in der E-Halle liest, auch auslassen und dann fahren wir gleich nach harland und am Freitag gibt es wieder das Wanderwocheende. Das letzte haben wir versäumt, da werde ich auch kein Buchpreisbuch mithaben, weil man den Lewinsky erst nächste Woche besprechen soll, aber dafür ein anderes dickes und der Otto wird, weil andere Pläne auch nicht dabei sein, ein Buchgespräch oder ein Abendessen wird es aber nächste Woche gegeben, weil das Doml da sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert und vorher ist wieder der Joe Berger im Weinhaus Sittl, man sieht, es ist trotz Corona-Maskensperre doch etwas los und richtig, für die Poet-Night am 30. 10. habe ich mich auch angemeldet.

2020-07-29

Corona Fehlalarm?

Filed under: Bücher — jancak @ 00:44
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Zahlen, Fakten, Hintergründe von Dr. Karina Reiss und Dr. Sucharit Bhakdi, wie am Cover steht. Meist wird im Zusammenhang mit dem Spiegel-Bestseller, bei „Goldegg“ erschienen, nur Dr. Bhakdi, der 1946 geborene Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemologie, der zweiundzwanzig Jahre, das Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Universität Mainz geleitet hat, erwähnt, der als Kritiker der Corona- Epidemie gilt und, wie auch einige andere kritische Ärzte beweisen will, daß es sich dabei, um kein Killer-Virus handelt und der Höhepunkt der Epidemie schon vorbei war, als weltweit der Lockdown beschloßen wurde.

Nun gehöre ich auch zu den Corona kritisch eingestellten Menschen, denke, daß man mit einem Virus auch anders umgehen kann, denke, daß der wirtschaftliche, medizinische und psychologische Schaden vielleicht größer sein wird, halte die Massnahmen auch für überzogen und bin, wie ich ja immer schreibe eine Gegnerin der Maskenpflicht oder gegen Freiheitsbeschränkungen, wie wir sie jetzt erleben, überhaupt und, daß mit der Polizei gegen ein Virus eingeschritten wird, ist auch etwas, was ich sehr bedenklich finde.

Warum dieses Virus soviel Angst auslöst, ist etwas was ich noch immer nicht so ganz verstehe. Deshalb interessiert mich das Thema sehr und ich habe schon einige mehr oder weniger kritische Bücher darüber gelesen.

So war ich sehr interessiert, als mir Doris Kloimstein, die vielleicht auch eine Corona-Kritikerin ist, mir jedenfalls schon viele schöne Coronaoder Maskenkommentare in Gedichtform geschickt hat, das Buch übergab. Der Uli hat es auch schon gelesen, in diesem Punkt scheine ich mit ihm ja einer Meinung zu sein, wie ja auch sehr interessant ist, daß die FPÖ zu den Corona-Gegner zählt, die auch eine Petion dagegen ausgerufen hat.

Die Maßnahmen der österreichischen Regierung hat die österreichischen Zahlen sehr schön herunter gebracht, so daß es ab Mai wieder Lockerungen gab, jetzt scheinen die Zahlen wieder anzusteigen, so daß die Maskenpflicht wieder eingeführt wurde, man weltweit von einer zweiten Welle spricht, die die Zahlen auch in anderen Ländern sprunghaft steigen ließen und die allgemeine Angst wieder sprunghaft anzusteigen scheint. Aber nun zu dem Buch, das glaube, ich auf den Kenntnisstand von Mai beruht.

Es ist in einige Kapitel gegliedert, relativ einfach und leicht verständlich geschrieben und beruht gelegentlich auf einen leicht sarkastischen Unterton vor allem, was die Kritik bezüglich des deutschen Star-Virologen Christian Drosten, den deutschen Gesundheitsminister Jens Spahn oder den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der ja einen sehr strengen Kurs fährt betrifft.

Beginnen tut es mit einer Einführung des „Alptraumes“, wo er leicht verständlich erklärt, daß das Virus im Dezember von China hergekommen ist und dort mit sehr drastischen Maßnahmen bekämpft wurde, die dann schließlich fast weltweit übernommen wurden.

Im zweiten Kapitel wird erläutert, wie gefährlich das „Killerviurs“ ist, da führt Dr. Bhakdi verschiedene Tabellen und Statistiken an und auch, daß hier die Zahl der an Corona verstorbenen mit denen mit verwechselt wird. Er zitiert Statistiken, daß die meisten Toten über achtzig waren und nennt Risikofaktoren, wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen, die immer vorhanden waren, aber oft nicht erkannt wurden. Er nennt Thrombose, als eine Ursache für spätere Lungenerkrankungen und interessant ist da ja, daß den alten Menschen und Riskogruppen ja nicht empfohlen und in den Altersheimen oft verboten wurden, aus dem Haus zu gehen, während frische Luft und Bewegung eigentlich zu empfehlen wäre.

Er zitiert auch, die die Studie eines Ministerialbeamten der berechnete, wie hoch die Kolleratschäden, leere Spitäler, keine Behandlungen, wären, die verschwiegen wurden. Vergleicht die Situation von Italien, Spanien, England und Großbritannien, hier ist das gesundheitssystem oft schlechter, es wurde krankgespart und oft auch falsch behandelt.

Dann kommt er zur Corona-Situation in Deutschland, die ja etwas anders als in Österreich ist. Der Lockdown hat hier, glaube ich, später als in Österreich begonnen und auch länger angehalten. So gibt es dort immer noch die Maskenpflicht, eine größere Abstandsregel und vor allem in Bayern viel strengere Bestimmungen, als in anderen Bundesländern.

Die Maskenpflicht hält er auch für unnötig und führt dazu verschiedene Belege an.

Ein Kapitel ist den leeren Krankenhäusern, dem Herunterfahren der Medizin und der fehlenden Behandlungen von Schlaganfällen und Herzinfarkten, weil sich die Patienten nicht in die Spitäler trauten, gewidmet und da kann ich berichten, daß ich noch immer keinen Corona-Toten kenne, wohl von einigen potitiv Getesten und von denen mit Verdacht hörte, aber von einigen Leuten hörten, daß sie an Schlagafällen und Herzinfarkten gestorben sind und mir auch einige Freundinnen in letzer Zeit von ihren aufgeschobenen Operationen berichtet haben. Mich hat vor allem auch erstaunt, wie schnell die Allgemeinpraxen zusammengebrochen sind und, daß sich die Mediziner dort nicht mehr die Patienten zu behandeln trauten, was ich eigentartig, wenn nicht arg finde.

Die falsche Behandlung mit Beatmungsgeräten wird von Dr. Bhakdi thematisiert und immer wieder, daß kein Lockdown nötig gewesen wäre, weil im April alles schon vorbei gewesen wäre, die Poltiiker aber immer noch von der zweiten Welle reden, die jetzt ja offenbar herbeidiagnostiziert. Da gibt es ein schönes Bild im Buch, daß mit Kanonen auf Spatzen geschoßen wird, was ich mir auch schon dachte, die fliegen aber munter weiter, während alles andere in Schutt und Asche über bleibt, schreibt Dr. Bhakdi weiter.

Er meint, was auch andere meinen, daß die Risikogruppen geschützt gehörten und alles andere nicht nötig gewesen sei, führt Schweden als positives Beispiel an, was von den deutschen Politiker und Medien heruntergemacht wird.

Prof. Drosten scheint er nicht leiden zu können und führt die Beispiele von der Pandemie von 2009 an, wo ein Impfstoff erzeugt wurde, der dann nicht nötig war, meint, daß es falsch war, den Menschen Angst zu machen, da wird Kanzler Kurz und sein berühmter Ausspruch angeführt, weil dann die Menschen alles mit sich machen lassen und das habe ich ja am Donnerstag erstaunt beobachtet, wieviel Leute sich da im MQ für den Meter bis zu ihrem Platz im Freien eine Maske aufsetzen. Wahrscheinlich haben sie gedacht „Welch ein Unsinn!“, lauten Unmut habe ich aber nicht registriert.

Die fehlende Meinungsfreiheit ist das nächste Thema, daß Kritiker gleich zu Verschwörungstheoretikern, ein Wort das inzwischen inflationär verkommen ist, bezeichnet werden und da wundert mich ja persönlich, daß die rechts oder bei der FPÖ zu finden sind, während die anderen zu schweigen scheinen, was ich auch nicht ganz verstehe, daß denen nichts zu Kritisieren auffällt.

Oe 24 TV berichtet ja immer, wie sehr die Menschen mit Kanzler Kurz und seinen Maßnahmen zufrieden sind. Die Wirtschaft liegt aber danieder, die Arbeitslosenzahlen werden steigen und, daß man Menschen in den Alterheimen einfach einsperrte und sie beispielsweise weder Besuche empfangen noch spazieren gehen ließ, ist wahrscheinlich auch mehr als fahrläßig.

Sind wir also bei der Einschränkung der Grundrechte, die da sehr schnell und weltweit nicht nur in Deutschland ausgehobelt werden, angelangt. In Deutschland wird da oft der Vergleich mit der DDR gebracht. In Österreich ist der aber, wo es auch nicht viel anders zugeht, nicht zuläßig und da wunderte mich schon von Anfang an, weil, daß das Virus zwar ansteckend ist, aber nur bei alten multimorbiden Menschen wirklich zugreift, war ja schon vom Anfang an klar, daß das so wirken konnte und verstehe, wie schon zitiert, noch immer nicht warum. Dr. Bhakdi zietiert da einen, der sich fragte, ob es an der „Dummheit der Politiker“ liegen könnten oder, ob sie etwas anderes vorhaben? Und so dumm könnten die ja eigentlich nicht sein?

Eine Frage, die ich mir Angsichts der widereingeführten Maskenpflicht und der inzwischen über sechzig infizierten Praktikanten in St. Wolfgang auch stelle.

Denn wer suchet, der findet und ob es wirklich eine so gute Idee ist, das Virus, das ja ungekümmert weiterfliegt, mit aller Gewalt ausmerzen zu wollen, in dem man die Immunisierung verhindert und die Abwehrkräfte schwächt, wird auch thematisiert.

Das letzte Kapitil wird der Zukunft gewidmet. Wie geht es weiter?

Wir dürfen nicht in die finsteren Zeiten von 1930 zurückfallen, schreibt Dr. Bhakdi und wir sollten aus der Geschichte lernen.

Da bin ich gerade jetzt sehr skeptisch, denn die den Medien wird ja wieder Angst geschürt und die Leute, die mit Masken aus den Supermärkten kommen, gefragt, was sie von den Maskenverweigern oder Maskenanarchisten halten? Während die Experten gleichzeitig betonen, daß man eigentlich eine Schulung im Maskentragen bräuchte, damit sie nicht falsch angewendet werden und sich im Supermarkt noch keiner angesteckt hat und es hier die psychologische Wirkung ist, also, daß man die Angst nicht vergessen darf, auf die gesetzt werden soll und ich habe mir schon im März „Uje uje!“, gedacht.

Was ist, wenn dann im September der nächste Virus kommt? Wenn sich diese Einstellung nicht verändert, kommen wir aus dem Schlammassel nie heraus!

Mal sehen, ich bin wieder gespannt und kann das Buch wirklich allen sehr empfehlen, hörte, daß „Amazon“ die Lieferung verzögert haben soll. Es steht aber Bestseller darauf und ich kenne schon zwei Leute, die es gelesen haben.

In den öffentlichen Medien hört man nicht viel davon, das stimmt, im Internet sind aber auch die entsprechenden Videos zu finden.

2020-06-21

Bachmannlesen in Corona-Zeiten

Filed under: Literaturbetrieb,Literaturpreise — jancak @ 15:25
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Anfang März kam es zum Corona bedingten Shutdown und dann wurden eine nach der anderen, die Leipziger Buchmesse war es schon, alle Veranstaltungen abgesagt.

Dann wurde, während Klaus Kastberger noch rätselte, wie lange es den Shutdown, bis zum „Bachmannpreis“ oder den „O-Tönen“, den Shutdown geben würde, der „Bachmannpreis“ abgesagt und ich habe mich gewundert, beziehungsweise das an Wolfgang Tischers „Literaturcafe“ kommentiert, daß es das wurde, denn diesen Preis hätte man ja sehr gut digital organisieren können, habe ich gedacht. Die Juroren taten es auch und Wolfgang Tischer schrieb ein paar Tage später, als schon klar war, daß das überlegt werden würde, daß man das unmöglich könne, denn ein Klaus Kastberger schlecht geschminkt in seiner Küche, wolle er nicht.

Die Einzelheiten zum „digitalen Bachmannpreis“ wurden dann am achtundzwanzigsten Mai bekanntgegeben und ich habe mich wiedermal gewundert, denn da waren schon die Restaurants offen, die Hotel folgten, und sogar die Grenzen sind seit dem sechzehnten Juni geöffnet und Veranstaltungen bis hundert Personen möglich. Also könnte man diesen mit oder ohne Maske in das ORF-Landestheater setzen, aber ich weiß natürlich, da war schon alles digital vorbereitet, die Online-Lesungen der vierzehn eingeladenen autoren wahrscheinlich schon aufgezeichnet und die Kameras in den Juroren-Wohnungen aufgebaut.

Also „Bachmannpreis“ in einem leeren Studio, das heißt in einem von dem aus der Moderator Christian Ankowitsch mit Kamerateam und Liveschaltungen agieren wird.

Das Julya Rabinowich und Heinz Sichrovsky den Garten bevölkern würden war auch schon klar und in dem Studio war ein alter Schreibtisch und ein altes Redepult aufgebaut wurden, um die Stimmung der Fünfziger Sechziger Jahre, wo die Bachmann in Klagenfurt gelebt hat, zu demonstrieren. Dann wurde noch klar, daß es im Studio zwar kein Publikum, keine Autoren und Juroren, aber dafür das Public Viewing geben würde und vielleicht noch überraschender, Wolfgang Tischer, der ja gegen das „digitale Bachmannpreislesen“ war, wird dort Platz nehmen, denn er ist, weil er schon seine Zugkarte hatte, dorthin gefahren und wird von dort aus twittern und podcasten, also interessant , interessant und vielleicht auch, wie die ganzen Corona-Zeiten widersprüchlig und etwas verrückt.

Der Preis wird ja schon seit Jahren im Fernsehen bzw. als livestream übertragen, das kann man natürlich auch heuer tun, die Eröffnung, wo die „Bachmannpreisträgerin“ von 2016 Sharon Dodua Otoo, die Festrede „Dürfen Schwarze Blumen Malen?“ hielt, war aber nur im livestream zu sehen und da stand dann der Moderator hinter dem kirchenähnlichen Pult und begrüßte. Zwei Musiker saßen im leeren Saal und hielten ihre muskalischen Einlagen, dann kamen die gewohnten Erföffnungsreden, der ORF-Direktor Wrabetz, die Intentantin Karin Bernhard, die Bürgermeisterin, der Landeshaupmann, die Preisstifter, alle via den Leiwände, wo sie bedauerten, daß heuer leider leider alles anders wäre, dann kam der Justitiar, führte den Moderator zu der Schulbank und erklärte ihm, daß er heuer, die Zettel mit den Lesereihenfolgen aus der Box ziehen müße, der machte seine Witzchen darüber und falsch, jetzt habe ich die Begrüßung der Jury auf den Leiwandwänden und der beiden Gartenkommentatoren in echt vergessen.

Die lesenden Autoren wurden auch kurz zugeschaltet und der Jury- Sprecher hat natürlich seine Rede gehalten. Die Rede der ehemaligen Preisträgerin war mit schönen Blümchen illustriert, die zum Teil Maske trugen und handelten von der schwarzen Community in Deutschland und Morgen um zehn geht es los, da werden dann, das kann ich gleich verraten Jasmin Ramadan und Lisa Krusche beginnen und das gewohnte Gartenfest mit Buffet, sowie der Literaturkurs, wo schon die Teilnehmer nominiert waren, fielen aus und warten wahrscheinlich schon auf ihren Auftritt im nächsten Jahr.

Am Donnerstag bin ich nach meiner zehn Uhr Stunde in die Diskussion von der 1974 in Hamburg geborenen Jasmin Ramadan, die den Roman „Soul Kitchen“ geschrieben hat, Text „Ü“, hineingekommen. Danach setzte sich Christian Ankowitsch wieder zu Justiziar Andreas Sourij, um mit ihm einige Twittermeldungen durchzugehen, was beim digitalen Bachmannpreis neu ist, den sozialen Stimmen mehr Raum zu geben.

Dann kam die 1990 in Hildesheim geborene Lisa Krusche, die von Klaus Kastberger eingeladen wurde und las einen sehr dystopischen Text namens „Für bestimmte Welten kämpfen gegen andere“, der einem Computerspiel stark nachempfunden ist und daher eine intensive Diskussion ausgelöste. Der dritte Donnerstagvormittagleser war der 1987 in Bad Homburg geborene Leonard Hieronymi, der von Michael Wiederstein eingeladen wurde und die zwölfseitige Erzählung „Über uns Lufizer“ vortrug, in dem es um eine Reise nach Konstanza geht, wo Ovid verbannt gewesen war.

Dann gings in die Mittagspause, beziehungsweise in den Garten und zu einem Film den Eva Menasse über Robert Schindel machte.

Am Nachmittag kamen die Österreicher und da zuerst die 1976 in Innsbruck geborene Carolina Schutti, die von der Neo-Jurorin Brigitte Schwens-Harrant eingeladen wurde, schon einige Romane geschreiben hat und von der es gerade auch eine Online-Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“ gibt und die aus einem Text namens „Nadjescha“ las.

Die Diskussion darüber habe ich versäumt, weil eine vierzehn Uhr Stunde und bin erst wieder in die Lesung des 1974 geborenen Jörg Piringer hineingekommen, der ja sehr experimentell schreibt und war dann erstaunt, daß sein Text zwar eher in Gedichtform geschrieben, aber trotzdem erstaunlich realistisch war und keine digitale Spiereien aufwies, aber trotzdem dieses Thema sprachlich analysierte.

Und dann wurde natürlich diskutiert, ob dieser Text nach Klagenfurt gehört oder nicht und ob man einen Text nur Kleinschreiben kann oder ob das nicht schon längst ein Anachronismus ist?

Am Freitagmorgen hastete Christian Ankowitsch dann durch das Studio, zeigte den Technikerbus, stellte die Socialmediagruppe vor und lief dann in den Theaterraum an den Schreibtisch zu Magister Surnij, gab dem fast die Hand und dann begann es mit einer Rückschau an den ersten Lesetag, beziehungsweise zu dem Portrait der 1940 in Berlin geborenen Helga Schubert, die in Klagenfurt zwar noch nicht gelesen hat, aber einige Jahre dort Jurorin war, als es die DDR nicht mehr gab. In ihrem Portrait, das ich jetzt erst gelesen habe, erzählte sie über die damaligen Ablehungsgründe, die lauteten, daß es keine deutsche Literatur gäbe und, daß Marcel Reich Ranicki, der ja damals in der Jury saß, ein Kommunistenhaßer war. Interessant, interessant, es haben aber immer DDR-Autoren gelesen, 1989 beispielsweise Kerstin Hensel, mit der ich über die GAV in Kontakt kam und die ich damals in Wien kennenlernte.

Helga Schubert hieß „Vorm Aufstehen“ und scheint ziemlich autobiografisch über das Leben, dem pflegebedürftigen Lebensgefährten, den Tod der Mutter, die Kriegserinnerungen, wie Helga Schubert in ihrem Portrait fast schelmisch erzählte, der wahrscheinlich ältesten Autorien die je in Klagenfurt, beziehungsweise in dem verrückten heurigen Jahr in ihrem Garten gelesen hat und mir, das kann ich gleich verraten, hat dieser Text sehr gut gefallen und, daß ich mir Helga Schubert, als Preisträgerin wünsche, habe ich ja schon geschrieben, obohl ich inzwischen daraufgekommen bin, daß ich Hanna Herbst, die als nächste an die Reihe kam, schon im MQ lesen hörte und die ebenfalls ein sehr eindruckvolles Portrait hat, in dem sie sich, glaube ich, singend über sich lustig macht.

Der Text heißt „Es wird einmal“ und die Bachmannpreis-Liegestühle, die die Autoren offenbar alle hinter oder neben sich in ihren Zimmern aufbauen mußten, trügt deutlich sichtbar, die Aufschift „19“, ist also Schnee vom letzten Jahr.

Und der Text ebenfalls vorgeschlagen von Insa Wilke, passt diametral zu dem der Helga Schubert, geht es doch um den Tod des Vaters, den die Tochter sozusagen einen Erinnerungsbrief schreibt, wie ich es mir interpretieren würde, owohl ich am Anfang glaubte, daß es der Partner wäre und es in dem Text offenbar auch nicht drinnen steht.

Der Alfred hat mir gestern auf meine Frage, wer gewinnen wird, Hanna Herbst gesagt, obwohl er den Text ja nicht kannte, ich würde mir das jetzt auch wünschen und darum würfeln, aber die Jury scheint gerade dabei ihn zu zerreißen, was bei dem der Helga Schubert eigentlich nur Philipp Tingler, versuchte, mit dessen Wortmeldungen ich meine Schwierigkeiten habe, weil sie mir zu aggressiv waren.

Dann kam der mir bisher unbekannte Grazer Egon Christian Leitner, der von Klaus Kastberger eingeladen wurde, mit seinem Text „Immer im Krieg“, der aus einer Kirche zu lesen schien und der von Philipp Tingler wieder sehr zerißen wurde und in der Jury eine heftige Diskussion auslöste, weil er allen widerspricht und alles besser weiß. Klaus Kastberger auf die Neunzehnhundertdreißigerjahr, den statistischen Roman und Rudolf Brunngraber beziehungsweise seinen Roman „Karl und das zwanzigste Jahrhundert“ zurückam und der Autor seinen Text anschließend zu erklären versuchte.

Dazu passte dann das Mittagsprogramm, das aus einer Dokumentation von Feridun Zaimoglu über Istabul über die ja für sein „Siebentürmeviertel“ recherchierte, bestand.

Christian Ankowitsch unterhielt sich dann mit Julya Rabinowich, die ja den Bewerb auf einem Balkon im Garten kommentieren soll, über die Vielsprachigkeit und dann folgte in den Nachmittagslesungen, der 1977 in Greiz geborene Matthias Senkel, der schon 2012 in Klagenfurt gelesen hat, mit einem ebenfalls sehr montierten Text, der in der Zeit und in der ehemaligen DDR sehr herumsprang und den unseren lieben Philipp Tingler, wie er behauptete, aus lauter Langeweile fast ins Koma fallen ließ, was mein Problem mit diesen Juror noch ein bißchen verstärkte und ich ihn fast, wenn man das könnte, beim Jurorranking die geringste Punktzahl geben würd, weil ich ja nicht so besonders viel von den angeblichen Kriterien mit denen man gute Literatur beurteilen kann, halte.

Ich habe aber einmal eine Leseprobe von den in Zürich lebenden Autor gefunden und wäre jetzt gespannt, wie ich „Fischtal“ beurteilen würde? Mal sehen, vielleicht finde ich die Zeit dazu oder er kommt mit einem neuen Buch auf eine Buchpreisliste.

Beim „Bachmannlesen“ kam dann noch eine Überraschung, nämlich ein Lyriker, der 1980 in Deutschland geborene und in der Schweiz lebende Levin Westermann, der fast in Reimen von Vögeln, Schafe und Katzen dichtete „der hype auf seine hütte, die geht mir auf den geist“, beispielsweise und ich dachte Lyrik wäre in Klagenfurt unerwünscht, muß aber gestehe, daß ich den Text sehr lustig und den Autor wahrscheinlich sehr mutig finde. Hubert Winkels hat den Autor eingeladen.

„und was die welt zusammenhält ist fraglich und geheim“ und weniger geheim war weniger die Feststellung, daß sich Philipp in einem Sketch vermutete und von der Literatur „Keine Verschlichtheit der Welt“ erwarten würde.

Am Samstagmorgen ging es dann mit den zwei noch fälligen Österreicherinnen weiter und da kam zuerst die 1985 in Steyr geborene Lydia Haider weiter, die schon einmal auf der Shortlist des „Alphas“ stand, ich sie in der „Alten Schmiede“ hörte, als sie dort die „Wienzeile“ vorstellte, bei den „Wilden Worten“ war sie glaube ich auch und jetzt hat sie, weil offenbar sehr offensiv, die Anthologie „Und wie wir hassen“ herausgegeben, die hatte sie bei ihrer Lesung auch auf den vor ihr stehenden Tisch aufgereiht, offenbar lautete die Losung an die Autoren, Bücher und „Bachmannpreis-Logos“. Der Text heißt „Der große Gruß“ und scheint ebenso offensiv und angriffslustig und von der Massenabschießungen von Hunden zu handeln, wie eigentlich zu erwarten war.

Der liebe Philipp Tingler, den ich inzwischen spannend finde, versuchte wieder den Rahmen zu sprengen, in dem er Lydia Haider schon am Anfang fragte, was sie mit dem Text bewirken wollte? Was Hubert Winkels in Bedrängnis brachte, weil es die Regeln und den Rahmen sprengen würde. Mal sehen, ob wir diesen Juror im nächsten Jahr noch haben werden oder, ob ihn die Zuseher vielleicht bei Wolfgangs Tischers Juror-Bewertung zum besten Juror wählen werden und, um die Frage zu beantworten, was der Text bewirken will?

Sowohl auf den Nationalsozialismus, als auch auf die neuen Rechten hinweisen, denke ich und finde eigentlich, daß er wahrscheinlich weder dem Wiener Aktionistmus zuzurechnen, noch wirklich etwas Neues ist.

Dann kam die 1984 in Salzburg geborene Laura Freudenthaler, die ich schon zweimlal bei den O-Tönen hörte. Ihr Text heißt „Der heißesteste Sommer“ was im Augenblick so gar nicht zu der Wetterlage passt, aber von einer Mäuseinvasion und einer verletzten Lippe zu handeln scheint, also nach den neuen Rechten auch die Klimakatastrophe und auch sehr spannend, die Autorin hat sich für die inzwischen sehr verpönte, schlichte Wasserglaslesung entschieden.Der Text wurde hoch gelobt und Laura Freudenthaler als vielschichtige Erzählerin, die die österreichische Erzähltradition fortführt, gepriesen und würde ihn ihn als Corona-Text interpretieren würde, obwohl er wahrscheinlich davor geschrieben wurde und bin mir jetzt nicht sicher, ob ich nicht ihr meine Publikumsstimme geben sollte, denn Texte über die DDR sind ja nicht so wirklich neu.

Dann kam die in Sachsen geborene und in Zürich lebende Katja Schönherr, die von unseren „Problemjuror“ eingladen wurde und deren Text „Ziva“ heißt, das ist eine Affenfrau, die mit einem Protestschild in der Hand großen Tumult bei den Zoobesuchern auslöst und die Erzählerin dazu bringt, ihren Partner zu verlassen.

Die letzte Leserin war die im ehemaligen Jugoslawien und jetzt in Bern lebende Meral Kureyshi, die von Michael Widerstein einladen wurde und deren Text „Adam“ heißt und in einem Museum spielt.

Das wars dann mit den Lesungen, am Sonntag um elf werden die Preise vergeben. Das wird spannend werden, wie das passiert. Die Juroren legen auf Wolfgang Tischers Vorschlag vor zwei Jahren ja am Nachmittag mit oder vor dem Justitiar die Shortlist der sieben Kanditaten, die gewinnen können, fest.

Das möchte ich für mich jetzt auch tun.

Also Helga Schubert, Laura Freudenthaler, Lisa Krusche, Jörg Piringer, Levin Westermann, Hanna Herbst und Egon Christian Leitner.

Mal sehen wieviel Übereinstimmungspotial, das mit Wolfgang Tischer oder überhaupt gibt.

Abstimmen für den Publikumspreis werde ich, wenn ich das ohne Handy kann, wahrscheinlich doch für Laura Freudenthaler, obwohl ich mir nach wie vor Helga Schubert als Preisträgerin wünsche und bei dem besten Juror muß ich passen. Denn eigentlich finde ich die alle kompetent und das auffällige Infant terrible, den Neuling, der immer aufschreien mußte „Ätsch, ich weiß es besser!“, fand ich auch sehr interessant.

Also bis morgen, jetzt kann ich, weil es für den Sprung in den Wörthersee sowieso zu kalt ist, radfahren gehen und mir vielleicht in Wilhelmsburg oder in der Fahrradschenke einen Kaiserspritzer gönnen. Dazu war es dann zu verregnet aber nun zur Shortlist und da stehen Laura Freudenthaler, Hanna Herbst, Lisa Krusche, Egon Christian Leitner, Helga Schubert, Matthias Senkel und Levin Westermann darauf, sechs Treffer hurrah hurra und schade, daß Jörg Piringer nicht darauf steht, aber vielleicht hat er viele Fans, er ist ja sehr internetaffin.

Dann gings zur Abstimmung des Hauptpreises und eine Stichwahl zwischen Lisa Krusche und Helga Schubert und wiederum, hurrah hurra, Helga Schubert ist die neue „Bachmannpreisträgerin“, die sich sehr darüber freute, daß der Preis digital stattfand, weil sie wegen der Pflege ihres Mannes nicht nach Klagenfurt reisen hätte könne und verriet, daß ihr Text eigentlich in Anlehnung an Ingeborg Bachmanns „Dreißigstes Jahr“ das „Achtzigste Jahr“ heißen hätte sollen, sie das dann aber zu aufgesetzt fand.

Den „Deutschlandfunk-Preis“ bekam dann Lisa Krusche und für mich ging es dann zu Annas Geburtstagsessen, das wir Corona bedingt jetzt erst abhalten konnte und so habe ich über Alfreds Handy mitbekommen, daß den „KEAG-Preis“, eigentlich eine Überrachung, Egon Christian Leitner für sein „Immer im Krieg“ bekommen hat.

Wo bleibt Laura Freudenthaler, die neue Stimme der österreichischen Literatur könnte man fragen, die schon in der Stichwahl war?

Für den „3-Sat-Preis“ hat es dann gereicht und den Publikumspreis hat ebenfalls überraschend Lydia Haider bekommen, die offenbar auch einen großen Fankreis hat und wer nun wissen willen, was ich gelesen hätte, wenn mich wer dazu eingeladen hätte? Eine Collage aus meinen Corona Text wahrscheinlich „Kein Frühlingserwachen mehr?“, von dem es hier schon Textproben gibt.

Und hier mein Bachmannpreisarchiv, damit man nachlesen kann, wie ich die Bewerbe seit 2009 empfunden habe.

2009 1 2 3 4 5

2010 1 2 3 4 5

2011 1 2 3 4 5

2012 1 2 3

2013 1

2014 1

2015 1

2016 1

2017 1

2018 1

2019 1

2020-06-06

Pandemische Zeiten

Filed under: Bücher — jancak @ 00:01
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Jetzt kommt eine Neuerscheinung, die Büchersendungen aus Deutschland kommen wieder an, hipp hurrah, da ist ja offenbar einiges verlorengegangen und wurde über PDFs oder österreischische Auslieferer nachgeholt und die „Pandemische Zeiten – Corona, Kapitalismus, Krise und was wir dagegen tun können“, aus dem marxistischen „Manifest-Verlag“, ist ein brandaktuelles Buch, denn wahrscheinlich nicht nur Ende Mai erschienen, sondern in diesem wahrscheinlich auch geschrieben und hergestellt und das Thema „Corona“, meine Leser wissen es, interessiert mich sehr.

Eine Linke bin ich auch, aber nicht unbedingt eine Theoretikerin, so war ich mir gar nicht so sicher, ob ich marxistische Analysen, die ja oft nur schwer verständlich sind, wirklich lesen möchte?

Vielleicht hat mich auch der Name eines der Herausgegeber,, Sascha Stanicic, veranlaßt das Buch zu bestellen, ich glaube, zwar nicht nur, das Thema war schon das ausschlaggebende und über allzu Theoretisches kann man ja wie bei Arno Schmidt auch schnell darüber gelesen. Dann kam das Buch und ich wurde wieder an den Sascha Stanisic erinnert, dachte, wußte gar nicht, daß der so politisch ist, aber schreibt sich der nicht zweimal nur mit „s“, statt mit „sch“ und „c“? Tut er auch, denn der Sascha Stanicic ist ein linker Gewerkschafter und das Buch ist viel viel interessanter, als erwartet und offenbar auch nicht so schwer zu lesen, stellt es ja schon im Vorwort die Frage, die ich mir bei meinem Corona-Text immer noch stelle, kann man mitten in der Krise darüber schreiben?

Kann man natürlich nicht, wissen auch die Herausgeber, nur eine aktuelle Bestandaufnahe geben und das Ganze dann später, wenn alles vorbei ist, beurteilen.

Es ist eine Antholigie in fünf Teile gegliedert und der erste beschäftigt sich mit den Veränderungen, die sei Ende Februar oder Anfang März in Deutschland oder auch in Österreich passierten und da ist ja interessant, daß Österreich ein wenig strenger und viel restriktiver, als die Deutschen war, so haben sie, glaube ich, eine viel größere Arbeitslosikeit als die Deutschen und die deutschen Infektionszahlen sind, glaube ich, sogar ein bißchen besser, aber das nur am Rande.

In den vier Artikeln des ersten Teiles, wo der erste von dem jetzt schon zweimal zitierten Sascha Stanicic ist, werden die Veränderungen, die Maßnahmen und Lockdowns diskutiert.

Winfried Wolf beschäftigt sich in „Eine Erschütterung des Weltkapitalismus mit offenem Ausgang“ mit den Börsen und der Autoindustrie, Inge Höger mit dem „Demokratieabbau in Krisenzeiten“.

Da muß man aufpassen, daß der Entzug der Freiheitsrechte, die angeblich nötig waren, nicht nachher bleiben, weil man damit ja viel bequemer alle überwachen kann.

Aber wie kann man das, wenn man nicht demonstrieren darf? Das ist zwar seit Anfang Mai ohnehin vorbei und in Deutschland sind die Leute ja noch früher als in Österreich auf die Straße gegangen, das sind zum Teil aber keine Linken, sondern die sogeannten Verschwörungstheoretiker und in Österreich auch die FPÖ und die Identitärren, als auch nicht das, was man sich vielleicht wünschen sollte und dann wird es besonders interessant, denn ein Andreas Pittler vergleicht die Krise mit Sarajewo, da war ich schon auf den falschen Stanicic draufgekommen und dachte, ich schau mir an, was das für ein linker Gewerkschaftler ist?

War aber schon der österreichische Historiker und Krimischreiber, der ja auch eine Gusenbauer-Biografie geschrieben hat, die ich mal gefunden habe und der zeichnet ein sehr scharfes Bild über die Regierungsbeteiligung der Grünen und meint, was ich eigentlich nicht so scharf gesehen habe, daß das ja eigentlich immer eine eher bürgerliche Partei war, wenn er schreibt: „Der neue Parteichef, (gemeint ist der Herr Kogler) hatte eine Clique machtgeiler, prinzipienloser Spießer um sich geschaft, deren Loyalität er sich zu huntert Prozent sicher sein konnte“, Seite 61 und damit schließt „Und wenn es in Österreich gelingt, ein breites und tragfähiges Bündnis zu schmieden, das dem kapitalistischen Raubzug einen ernsten Kampf ansagen kann, dann hat die „Corona-Krise“ wenigstens einen positiven Aspekt gehabt“. Da wäre ich zwar ein wenig skeptisch, war aber im Jänner bei der Grünung einer neuen Linkspartei, die ich allerdings auch nicht auf den Demos bei denen ich war, gesehen habe.

Der zweite Teil ist den „Folgen von Pandemie und Wirtschaftskrise“ gewidmet und da werden so ziemlich alle Bereiche behandelt, die mich auch schon beschäftigten, beziehungsweise in den Medien zu hören waren.

Die Spitäler wurden jahrelang kaputt gespart und hatten jetzt zu wenig Schutzausrüstung, zuwenig Personal und dieses zu wenig Gehalt. Eine Ärztin beklagt in einem Brief diese Zustände genauer.

Es geht um die Probleme der Sexarbeiterinnen, die jetzt das ja nicht tun können und meistens nicht sozial abgesichert ist. Schwierigkeiten beim Schwangerschaftsabbruch werden befürchtet und füge ich hinzu, die Schwiergikeit mit Maske gebären zu müßen, daß hat Stadtrat Hacker zwar betont, muß man in den Wiener Spitälern nicht, ich habe aber ein Video gehört, wo das anders beschrieben wurde.

In den Schulen gibt es Probleme, die Obdachlosen haben sie und die Gewalt in den Familien hat wahrscheinlich auch zugenommen. Vor Ostern sind, glaube ich, in einer Woche bei uns erstaunlich viele kleine Mädchen aus den Fenstern gefallen und Ostdeutschland ist von der schlechten Wirtschaftslage und der steigenden Arbeitslosigkeit durch den Lockdown wahrscheinlich besonders stark betroffen, da nimmt dann natürlich der Einfluß der AFD zu und der Rechtsruck verstärkt sich, was man ja auch bei uns in Österreich sehr stark merken kann.

Der nächste Teil beschäftigt sich mit den Kämpfen in den Betrieben und der Rolle der Gewerkschaften, denen ja in Pandemischen Zeiten und wahrscheinlich auch danach ein großes Gewicht zukommt, ein österreichisches Beispiel kann ich auch gleich geben. Da sollte das Personal einer Fluggesellschaft ja zu Dumpingprisen unter dem Mindesteinkommen arbeiten. Die wollten das zum Teil auch, die Gewerkschaft war dagegen und es kam zu einer Demo gegen die Gewerkschaften. Ja, in Zeiten, wie diesen ist vieles äußerst seltsam und auf den Kopf gestellt.

Im vierten Teil werden dann die einzelnen Länder aufgeschlüßelt, aber wahrscheinlich kann man auch das verallgemeinern, das überall das Gesundheitswesen kaputt gespart wurde, es keine Schutzmasken und Ausrüstungen gab und in den Ländern, wo das krasser, als in anderen war, hat sich das dann auch besonders stark ausgeprägt, wie ja auch herauskommt, daß Corona eine Kranheit der Armen ist, die in Massenquartieren, wie Flüchtlingsheimen oder Schlachthöfen oder Postverteilerzentren besonders sich stark verbreitet, wo die Leute in ihren Quartieren wenig Platz haben und auch wenn sie krank sind, arbeiten müßen, weil es keine Krankenversicherung und keine <lohnweiterzahlung bei den Scheinselbständigen gibt.

In Indien und Afrika wirkt sich das noch viel krasser aus, weil man dort oft nicht einmal das Wasser hat, um sich die Hände zu waschen und nein es ist vielleicht doch nicht nur eine Krankheit der armen, wie das Beispiel Ischgl, das natürlich auch vorkommt, beweist. Da wurde um dem Profitausgall zu entgehen von den ÖVP Politikern vertuscht und dem Personal auch verboten sich testen zu lassen, damit ja nichts aufkommt und nichts vorzeitig geschlossen werden muß.

Ein Forderungskatalog der Gewerkschaft und der Linken, wie man in Zukunft solche Zustände verhindert, gibt es auch, ob der dann aber verwirklicht wird und ob Corona den Kapitalismus sinnvoll bekämpfen kann, würde ich aber sehr bezweifeln.

2020-03-23

Corona-Tagebuch

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:09
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Ich erlebe ja momentan ein deja-vue, denn am zehnten März vor einem Jahr, einem  Sonntag, bin ich mit dem Alfred, wie wie das immer wenn wir in Harland sind, machen, auf die Rudolfshöhe gegangen und dort bei dem schmalen Wegerln, wie mir auch schön öfter passierte, ausgerutscht und habe mir einen offenen Knöchelbruch zugezogen. Drei Tage Spital, sechs Wochen Gips, in denen ich meine Praxis machte, ungefähr einmal in der Woche nach St. Pölten zur Kontrolle ins Universitätsklinikum gefahren bin, dann einmal, weil wir schon die Karten dazu hatten, ins Filmcasino gegangen sind und einmal aus genau diesen Gründen auch zu der „Literatur und Wein“.

Bach Ostern ist der Gips hinuntergekommen, das Gehen ist dann mühsam gewesen und mußte sozusagen neu erlernt werden, viel Straßenbahn gefahren am Anfang, aber jetzt ist wieder alles normal und ich sollte meine letzte Kontrolle haben und entscheiden, ob ich mir die Schrauben herausnhemen oder drinnen lassen will?

Das ist ja wieder etwas wie die Wahl zwischen Pest und Cholera, denn Implantate sind nicht gut, Operationen auch nicht, die Entscheidung wurde aber durch den momentanen Ausnahmezustand oder dem Corona Virus, das im Jänner dieses Jahres zuerst in China, dann überall auftauchte, abgenommen und nun hat sich alles wiederholt.

Es ist, wie ich schon in meinen „Haßposting“ geschrieben habe, zu einem zweiten Veranstaltungsstop gekommen und „Leipzig“ wurde als erstes noch einmal abgesagt.

Die ersten Informationen über Corona waren wahrscheinlich durch den Ausbreitungsort in China sehr beunruhigend. Da hörte man ja von drastischen Maßnahmen, wie, daß die Ausgangsstops durch Polizei und Sandsäcken vor der Tür durchgesetzt werden.

Dort scheint sich inzwischen wieder alles zu normalisieren, aber das Virus ist wohl gloabilierungsbedingt nach Italien gekommen und hat dort drastische Ausmaße erreicht. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Die Menschen sterben in den Gängen der Kliniken und können nicht behandelt werden und das, was ich in Österreich ziemlich am Anfang hörte, war ja auch das Bild von der Schule, wo es eine aus Italien zurückgekommene Lehrerin gab, die dann auch negativ war. Die Schule wurde aber von der Polizei abgeriegelt und die Kinder nicht hinaus gelassen.

Das hat sich jetzt geändert und die Ausgangssperren sind Beschränkungen und laufen mehr oder weniger freiwillig, beziehungsweise höflich geordnet ab und das, was mich an der Sache am  meisten schreckt, ist die Gewalt und die Dystopien, in die man dadurch kommen könnte.

So höre ich ja die Gerüchte, daß das Geld abgeschafft werden und, die, daß die Ausbreitung des Virus durch Bewegungsmeldungen der Handydaten erreicht werden sollen, höre von Zwangsimpfungen, die es dann geben wird.

Noch gibt es aber keine Impfung, auch keine Medikamente und sogar die Schutzmittel, beziehungsweise die Desinfektionsmittel sind aus. Die werden, wie ich höre oder lese, auch manchmal geklaut.

Ebenso gibt es diese ja fast lustigen Geschichten, um das Klopapier, das alle plötzlich horten und wahrscheinlich immer noch niemand weiß, wozu man das braucht?

Denn notfalls kann man ja das Wasser, die Zeitung und im schlimmsten Fall sogar Buchseiten zum Po abwischen verwenden. Das ist sicher ein psychologischer Effekt und das Spielen mit der Angst ist wahrscheinlich auch die höchsten Gefahr, denn dieses Virus ist ja sehr widersprüchig.

Es breitet sich sehr schnell aus und Anfangs wurde wahrscheinlich auch viel zu leichtsinnig überall herumgeflogen und das Fiebermessen am Flugplatz ist wahrscheinlich auch kein eindeutiges Indiz der Ansteckung, wo ja die jungen Leuten offenbar keine Symptome zeigen, die älteren und kranken schwere Verläufe haben und man Anfangs nicht so richtig wußte, wie man damit umgehen soll?

Hände waschen genügt, hieß es vor drei Wochen, als Leipzig schon abgesagt, die Veranstaltungen aber noch offen waren und ich war auch bei ein paar sehr gut gefüllten Veranstaltungen, wo ich mich dann durch den vollen Buffetraum des Literaturhauses, drängte, um meinen Wein zu holen und auch die Frauenlesung im Amerlinghaus war sehr voll, so daß der Meter Abstand, der damals schon herumging, nicht eingehalten werden konnte. Das änderte sich dann Schlag auf Schlag, bei der Veranstaltung zum Frauentag im Literaturhaus habe ich noch gedacht, die Geschäftssperrungen, von denen man schon hörte, kommen in zwei drei Wochen auch auf uns zu.

Sie kamen dann im Lauf der Woche, zuerst mit einer Veranstaltungseschränkung auf hundert Personen am Dienstag, wo ich am Abend noch in die „Gesellschaft für Literatur“, aber nicht hineinging, weil man seinen Namen angeben mußte. Den hätten sie zwar ohnehin gehabt, aber ich bin ab da zu Hause geblieben, beziehungsweise nur noch zweimal einkaufen gegangen. Das erste Mal am Mittwoch, um mir für das Mittagessen Avocados zu kaufen, das zweite Mal am Freitag, weil die Milch ausgegangen war und der Alfred erst so spät nach Harland zum Einkaufen und das Regeln mit der Vierundzwanzigstundenbetreuerin, fuhr, was auch ein Problem sein wird, wenn die wegfallen, daß ich, ob der Bilder von den Hamsterkäufen befürchtete, keine mehr zu bekommen.

Ab da hat sich das Leben  verändert. Die Leute bleiben langsam zu Hause, beziehungsweise werden sie, wenn sie in den Parks spazieren gehen,von Reportern gefragt, was sie da machen? Wo ich mich ein wenig wundere, daß sie den ganzen Tag auf den Straßen herumlaufen, weil das ja  keine lebensnotwendige Tätigkeit ist, die anderen lächerlich zu machen, wenn sie sagen, daß sie bald wieder zum Friseur gehen wollen!

Ich habe, glaube ich, schon ab der Absage von Lepzig, damit begonnen auf die Wichtigkeit des Lesens hinzuweisen, werde mir Ronny Rinderers Schreibkurs zur Krise ansehen und werde das wohl noch öfter tun und bin ansonsten  sehr beschäftigt, habe ich ja einen Beruf, der wichtig ist, um die Depressionen, die durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder in Folge  der Angst und Panikmache entstehen, einzudämmen und ansonsten ist es wohl, die gravierenste  Situation, durch die wir gerade gehen.

Wie sich diese Krise auf uns alle auswirken wird, wird sich wohl erst in den nächsten Monaten zeigen. Bis dahin durchhalten, sich eine Tagesstruktur aufbauen, sich beschäftigen, ist wohl zu empfehlen und da weise ich, weil das ja  meine Passion ist, auf das Schreiben und Lesen hin und überlege schon, wie ich das Virus in meinen nächsten Roman, der ja „Kein Frühlingserwachen mehr“, heißen soll, einbauen kann, obwohl es wahrscheinlich zu früh ist, über die Krise zu schreiben.

Paula Giordano, der italienische Autor, hat es schon getan. Sein „In Zeiten der Ansteckung“ wird  im April erscheinen. Ich werde, wenn das Buch oder die Fahnen zu mir kommen, darüber schreiben und ein weiteres „Corona-Tagebuch“ wird es bei mir  wahrscheinlich in unregelmäßigen Abständen  auch geben, wenn ich meinen Tagesartikel nicht durch eine Buchbesprechung füllen kann.

Ansonsten hätte ich noch drei Kapitel aus dem „Fräulein No“, die ich im November geschrieben, aus dem Text aber hinausgeschmissen habe, die ich nach und nach hier einfügen kann.

2020-03-07

Kein Leipzig wegen Corona

Am Mttwoch hätten wir nach Leipzig fahren sollen und hatte wieder schon alles vorbereitet, die Akkreditierung, die diesesmal mit einem Onlineticket passierte, ein Bloggertreffen, ein paar Termine für den Donnerstag, den fast ausgebucht, „Leipziger Buchpreis“ um vier, wo ich diesmal die Bücher lese und gerade beim einzigen Sachbuch bin, das ich angefragt habe und dem anschließenden Empfang der Österreicher in Halle vier.

Wie gehabt, seit vielen Jahren, seit 2015 bin ich ja akkrediert  und habe nur ein paar Mal ausgelassen, weil der Alfred gerade auf Reisen war und im Vorjahr natürlich, weil ich mir das ja am zehnten März einen offenen Knöchelbruch zugezogen habe und mit Gips nicht nach Leipzig fahren wollte und heuer ist wieder alles anders, denn da gibt es ja seit Jänner den Corona- Alarm, ein Virus, das in China ausgebrochen ist und ich zuerst dachte, aha wie jedes Jahre, Schweinegrippe, Sars, Vogelgrippe, etcetera.

Als ich 2009 beim ersten „Nanowrimo“ mitgeschrieben habe, gab es da ja auch ein Virus, das alle berunruhigt hat und das ich darin behandelt habe und als die Corono-Seuche oder Hysterie, die Welt überschwemmte, habe ich gerade mein Schreibebuch korrigiert, wo das Anfangskapitel ja enthalten ist.

In China wurden also die Städte abgesperrt, an den Flughäfen gab es Kontrolle und in den Videos häuften sich die Verschwörungstheorien von wegen abgesichtilich ausgelassenen Viren und die Meldungen, die man hörte, waren äußerst widersprüchlich, hieß es da doch, lange nicht so gefährlich wie die Grippe, aber als Ende Jänner das Virus Norditalien erreichte und eine Lehrerin im Gymnasium in der Albertgasse, die dort gewesen war, Grippe hatte, wurde die Schule abgesperrt, die Kinder nicht hinausgelassen und Polizisten mit Gasmasken liefen herum, obwohl die Lehrerin dann gar nicht infisziert war.

Spätestens da hatte ich wegen Leipzig, obwohl immer noch Pressemeldungen kamen, ein ungutes Gefühl und am vorvorigen Mittwoch, da war ja, glaube ich, die Geschichte mit dieser Schule, war ich im Literaturhaus und da erzählte mir eine Kammerrätin aus der Steiermark, der Autor würde in Leipzig sein Buch vorstellen.

„Wo?“ habe ich  gefragt und einer, der offensichtlich auch Verleger war, mischte sich ein und fragte mich, ob ich sicher wäre, daß die Messe stattfände?

„Nein!“, habe ich geantwortet, „Ich bin nicht sicher!“, obwohl auf http://www.buecher.at, glaube ich, noch stand, daß sie vorerst nicht betroffen wäre, aber besondere Maßnahme, wie Desinfektionsmittel am Klo, getroffen werden würden.

Dann kam der Virus auch nach Deutschland, die Videos meldeten mehr oder weniger höhnisch von Hamsterkäufen und mokierten sich über die Leute, die mit Gasmasken, die Supermärkte stürmten, um billiges Toastbrot, das nach drei Tagen schimmelt und Konservendosen einzukaufen, aber es kursieren ja auch Videos von Vorratspflicht und Mitteiliungen, daß man sich Taschenlampen und Wasserflaschen einbunkern soll, obwohl ja nicht so klar ist, wieso ich das brauche, wenn ich wegen Ansteckungsgefahr zwei Wochen zu Hause bleiben soll?

Nun ja, die Angst ist wohl ein schlechter Ratgeber,  Panik verringert das logische Denken und fördert die Freude sich über Verängstigte lustig zu machen.

So gab es auch bei Tobias Nazemi vom „Buchrevier“ eine Glosse, daß Leipzig natürlich nicht abgesagt wird, aber keine Bücher ausgestellt werden dürfen, weil das Papier ja die Viren verbreitet,  Gerüchte über die Bargeldabschaffung aus diesbezüglichen Gründen gab es auf den rechten Videos ja auch, daß es also nur Hör- und E-Books zu bewundern gäbe und die Besucher an den Eingängen Mundschutz und Ohrenstöpsel ausgehändigt bekämen, so daß die soziale Komminikation eingeschränkt wäre, worüber dann die Verleger jubeln, weil es geht ja endlich nur um das Buch und das Lesen.

Ich habe ja schon mit meinen Freund Uli öfter darüber diskutiert, daß ich es eigentlich nicht so mit den schwarzen Humor habe und habe zum Alfred gesagt, daß ich glaube am Montag oder Dienstag wird die Messe abgesagt. Am Montag, den zweiten März bekam ich noch eine Einladung zu einer Pressekonferenz, Monika Vasik hat mich aber am Abend in der „AS“ gefragt, ob wir fahren werden und ihre Bedenken geäußert, daß man dann nicht mehr hinauskäme, wenn dort der Virus identifiziert wäre.

Noch bevor ich darüber nachdenken konnte, kam am Dienstag dann die Absage, worüber sich die Aussteller sicherlich nicht freuen werden, aber lesen kann man in der Zeit, wo man dann zu Hause sitzt und das ist sicherlich ein Vorteil, sich eine mögliche oder unmögliche Quarantänezeit  so zu vertreiben und es besteht bei mir diesbezüglich auch kein Bedarf, denn weil „Middlemarch“ ja so umfangreich war, dümple ich ohnehin dahin und meine Neuerscheinungsleseliste, Bücher die ich ja unbedingt lesen muß, hat sich inzwischen auf ungefähr fünfzehn Stück angesammelt.In den letzten Tagen waren die Zuläufe auch besonders reichlich, weil die nominierten Buchpreisbücher kamen und seltsamerweise auch anderes, was ich gar nicht angefragt habe, nun ja, nun ja oder eigentlich sehr gut.

Cornelia Travniceks „Feenstaub“ die ja in Leipzig auch prominent auftreten hätte sollen, ist ausgelesen,  David Fuchs  „Leichte Böden“, ein Buch, das er  in Leipzig im Österreich Cafe präsentiert hätte, liegt auf meinen Lesestapel, dann gibt es  noch ein paar bücher von Ulrich Becher, über den ich ja am Anfang gestolpert bin, als ich vor jahrzehnten ein paar ausrangierten Exemplare vor der städtischen Bücherei in der Gumpendorferstraße fand, darunter war auch der „Nachtigallzyklus“, den hat „Schöffling & Co“ jetzt unter dem Titel „New Yorker Novellen“, wieder aufgelegt und auch seine „Murmeljagd“, die ich noch nicht gelesen habe.

Als noch keine Rede von der Absage war, habe ich überlegt, welche Bücher ich nach Leipzig mitnehmen soll und Anfang des Jahres habe ich auch einen Krimi gelesen, der in Leipzig nach dem ersten Weltkrieg spielt.

Diese Frage erübrigt sich, ich werde mich weiter durch meine Leseliste arbeiten, zu Literaturveranstaltungen gehen, sofoern sie nicht auch abgesagt werden und bezüglich des „Leipziger Buchpreises“ meine Schtzungen geben.

Der wird wohl  vergeben werden, wann oder wo steht, glaube ich, noch nicht so ganz fest. Aber man kann sich ja vorsorglich durch die Bücher lesen und da ist man vielleicht auch von der Massenhysterie abgelenkt und es besteht keine diesbezügliche Ansteckungsgefahr.

Schade ist es natürlich doch, denn jetzt kann ich der Ute schon das zweite Mal nicht den „Hammer“ mit unseren Stadtspaziergängen gehen und die Ulrike, ihre älteste Tochter, feiert ihren vierzigsten Geburtstag, wo ich ihr auch nur übers Netz gratulieren kann!

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