Literaturgefluester

2020-05-21

Der Lügenpresser

Filed under: Bücher — jancak @ 09:29
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Jetzt kommt ein Backlistbuch aus dem Jahr 2018, das sich der Alfred bei einer Buchpräsentation kaufte und mir dann freundlicherweise überließ, auf der Bloggerdebutlonglist ist auch gestanden aber nicht  auf die Shortlist gekommen, das erste Buch der Journalistin Llivia Klingl, von der ich „Biedermaiern“ gelesen habe und die auch be iLuis Stabauers Lesereihe lesen hötte sollen, im Jänner ist sie aber krank gewesen, der zweite Versuch ist, glaube ich, Corona wegen ausgefallen. Ein zwei Jahre altes Buch, das aber trotzdem, da sich die Ereignisse überschlagen, aktueller ist denn je oder eigentlich doch nicht so ganz, steht doch auf Seite neunundzwanzig „In Peking sieht man sowieso nichts wegen der Luftverschmutzung. Bei uns weht fast immer ein angenehmes Lüfterl und wir brauchen keinen Mundschutz.“

Da sieht man, was sich alles seit 2018 geändert hat, sonst erscheint einem vieles bekannt, obwohl der Dr. Karl Schmied, der Lügenpresser oder in den Chronikteil einer Boulvardzeitung abgeschobener zweiundsechzigjähriger Historiker, fast sympathische Züge hat und man bei seinem hundertachtzig Seiten Dahingeschimpfe fast verstehen kann, wieso die Leute halt so sind, wie sie sind, aber beim „richtigen“ Herrn Karl ist das wahrscheinlich auch nicht anders und am Schluß tut er einem fast leid, nachdem ihn seine Sonja verlassen hat, er sich in der leere Redaktion auskotzt und mit letzter Kraft seinen Rachefeldzug schmiedet.

Das Buch ist in fünf Tage gegliedert und spielt an verschienenen Orten. Zuerst „In der Früh, zu Hause im Bett“, da hat die Sonja ihren Karl gerade verlassen, denn, die eine sechsundvierzigjährige Moldawierin, die als Empfangsdame arbeitet, nimmt das sehr genau und so bleibt der Karl  liegen und denkt über das Leben nach. Träumt sich aus, wie er mit seiner Sonja nach Grado fahren wird, denn da war er früher als Kind mit seiner alleinerziehenden Mutter öfter. Früher als alles noch viel besser war. Jetzt überlegt er, ob er seine Sonja nicht irgendwann heiraten will, dann wird sie ihm zu Jause die Bozena, die Putzfrau ersetzen und sonst kann sie es gut haben, kann zur Massage gehen und ihre Freundinnen treffen.

Wegen der Bozena, der Putzfrau steht er dann doch auf und wir finden ihm am Dienstag im  Prater wieder, wo er weiter schwadroniert. Die Sonja hat ihn versetzt, weil keine Zeit. So muß er abends allein in den Schanigarten gehen und denkt, daß früher alles besser war, nur unter Kreisky konnte er studieren, auch viele Auslandsreisen machen. Mit einer Delegation ist er sogar nach Saudiarabien gekommen. Jetzt gibt es die Flüchtlingskrise, die Willkommenskultur, die Redaktion stellt sich auf Online um und hat ihn vom Außenressort abgeschoben, das habe ich auch vor kurzem auf meiner Backlist gelesen.

Die „Besserwisserin“ und der Onlineredakteur machen ihm Sorgen, nur die gendernde Sally gefällt ihm ein bißchen und so sitzt er d,a schwadronniert, trinkt seine acht Spritzten und wartet auf die Sonja, aber die hat ihm am „Donnerstag spätabends allein an der Theke“ wiederversetzt, beziehungsweise mitgeteilt, daß sie eigentlich Ekatherina heißt und leider nicht drei Tage nach Grado fahren kann, denn sie fährt Jetzt nach Hause, nach Moldawien zu ihrer Tochter, wird sich dort eine Weinhandlung aufmachen und das Geld hat sie sich natürlich in einem Escortservice, wie denn sonst, verdient, ihren Karl aber doch sehr gern gehabt.

Sehr betrunken schleppt sich der am nächsten Tag in die Redaktion und findet einen Geschenkkorb vor, glaubt zuerst, er wäre wieder auf das Außenressort zurückversetzt, findet dann aber sein Abschiedsschreiben, er kann mit Zweiundsechzig schon in die Korridorpension und eine nicht so kleine, wie er sich eingesteht, Abschlagzahlung bekommt er auch. So kotzt er seine Magenbitter, wie schon beschrieben am Klo heraus, packt dann die Kugelschreiber in den Korb und setzt  an zum Abschiedscoup, wo, der Zeitunartikel ist abgedruckt , der Boulvard einen „Unfaßbaren skandal“ aufdeckt.

Sehr berührend irgendwie, wo wir ja schon zwei Jahre drüber stehen, sich die Willkommenskultur sehr verwandelt hat, der Rechtsruck noch mehr vollzogen ist,  die FPÖ und die Identitären sich für Freiheit und die Menschenrechte ohne Maskenpflicht mit einem Babyelefanten Abstand einsetzen.

Ein sehr beeindruckendes Buch, das obwohl bei „Kremair & Scheriau“ erschienen fast an mir vorübergegangen wäre. Der Alfred hat es verhindert und ich kann das Lesen daher sehr empfehlen.

Das Journalistinnen zu schreiben beginnen, wenn sie in Pension gehen, ist übrigens nicht so selten, Susanne Scholl hat es gemacht und Cornelia Vospernik, die das vielleicht noch nicht ist, hat ja auch ein Buch geschrieben, das ich bei „Rund um die Burg neu“ kennenlernte und später mal im Schrank gefunden habe. Da könnte man fast neidisch werden, aber stimmt ja nicht, ich schreibe ja auch und sehr viel und mir hat Bruno Kreisky höchstwahrscheinlich auch das Studium ermöglicht und ich halte dieSiebzigerjahre ebenfalls für die besten meines Lebens, wie es vielleicht auch bei der 1956 geborenen Kriegs und Krisenberichterstatterin Livia Klingl so war.

Am Schluß steht übrigens noch „Alle  handelnde Personen sind erfunden. Nur die Besserwisserin  – das bin ich“

2020-03-24

Superbusen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:00
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Jetzt kommt ein Debut oder ein Poproman, das Erstlingswerk der 1989  in Dresden geborenen Paula Irmschler, die 2005 zum Studium nach Chemnitz zog.

Sie ging dann nach Köln, arbeitete dort als Garderobiere und begann eine Kolumne zu schreiben.

Im Herbst 2018, wo Chemnitz ja berühmt wurde, wurde sie Redakteurin der „Titanic“ und hat in „Superbusen“ höchstwahrscheinlich in einem sehr rotzigen frechen Ton von sich selbst erzählt und wahrscheinlich auch noch das eine oder andere dazu erfunden,  die berühmte Stadt aber, glaube ich,  mit ihren sozialen Problemen, treffend geschildert.

Das in drei Teilen mit einem Epilog geschriebene Buch beginnt, als Gisela, die eine Zeitlang mit ihrem Freund Paul in Berlin lebte, wieder nach Chemnitz zurückkommt, wo sie vor einigen Jahren, nach dem sie eine eher sozialschwache Jugend in Dresden erlebte, wie ihre Autorin zum Studium in diese Stadt  gekommen ist, dort in einigen WGs wohnte und mit ihren Freundinnen Fred, Meryam und Jana, die Band „Superbusen“ gegründet hat, mit denen sie durch die Lande zog.

„Nächste Woche soll`s wieder scheiße wern“, hieß der erste Song.

Vorher wird in einigen mehr oder weniger starken Szenen, das Studentenleben ohne Geld erzählt. Das Studium geht nicht so recht voran, die Studenten sammeln Flaschen oder klauen sie, um dann das Pfand abzukassieren, leben von Spaghetti, die sie in einer Sauce mit Ketchup, Milch, Wasser und Pfeffer essen.

Gisela, die nicht so genannt werden will, arbeitet, wie ihre Autorin, als Garderobiere, hat ein Problem mit ihrem Übergewicht, wird gehänselt und hat auchProbleme mit der Stadt in der sich die Antifa mit den Nazis, beziehungsweise,  umgekehrt, bekriegen oder auch das nicht passiert.

Ein wildes freches Buch, dem vielleicht ein wenig der strigente Handlungsrahmen fehlt, eines, das als superlustig beschrieben wird, als Ereignis der Saison,  auf „Amazon“ sehr gute Kritiken bekommen hat und von Chemnitz der berühmt berüchtigten Stadt, die zu DDR -Zeiten,  in Karl Marx Stadt umbenannt wurden, haben wir 2018 ja sehr viel gehört und sich darüber mit einem  Roman, wie diesen, ein Bild zu machen, ist wahrscheinlich auch in Zeiten wie diesen, wo höchstwahrscheinlich,  wenn wir nicht großes Glück haben, noch viel kaputt gehen wird, sicherlich sehr interessant.

2020-02-15

Wir verlassenen Kinder

Jetzt kommt  das zweite „Kremayr&Scheriau-Buch“ aus der Frühjahrsschiene, ein Debut der 1990 in OÖ geborenen Lucia Leidenfrost, das wieder keines ist, habe ich doch schon ihren vor zwei Jahren erschienenen Erzählband „Mir ist die Zunge so schwer“ gelesen und ich muß sagen, es ist ein sehr interessantes Buch, das ein  wichtiges und wohl auch verdrängtes Thema unserer Zeit auf sehr poetische Art und Weise, wenn auch mit einigen Widersprüchen und Kurven zu schildern weiß.

Soll es doch in Moldawien oder sonstwo ganze Dörfer geben, wo die Kinder mit vielleicht ein oder zwei Großmüttern verlassen leben, weil die Eltern im goldenen Westen die Ärsche der dortigen alten Leute putzen, weil das dort niemand mehr kann oder will.

Lucia Leidenfrost schildert das alles dezenter und auch namenloser, es wird kein Ländernamen genannt und die Kinder dort heißen zwar Mila und juri aber auch Anni und ein Erwachsener Valentin und mal gibt es Krieg im Nachbardorf, mal ziehen Blechvögel über den Himmel und nur ein einziges Mal wird eine Lidia erwähnt, die eben im goldenen Westen die Ärsche putzt und Briefe an ihre verlassenen Kinder schreibt.

Die bekommen zuerst noch Geld und Geschenke, Stützstrümpfe für eine Oma, die längst  gestorben ist und auch der Lehrer hat das Dorf schon verlassen. Es gibt zuerst noch einen Pfarrer der zu alle heiligen Zeiten kommt und einen Bürgermeister, der im Rathaus sitzt und die Kinder manchmal mit ihren Eltern telefonieren läßt.

Der ist der Vater von Mila und ihren zwei Schwestern, die jüngste ist ein Baby und die Mutter ist bei der Geburt gestorben, Mila versorgt nun die Schwestern, ist die Außenseiterin im Dorf, wird von den anderen Kindern, die ihre eigenen Regeln erstellen, gemobbt und gequält.

Sie stieht aber den Vater auch den Schlüßel zur Schule, will Lehrerin werden und weil  kein neuer Lehrer komt, selber die kleineren Kinder unterrichten.

Die Scheifen von denen ich oben geschrieben habe, bestehen darin, daß die Eltern beispielsweise schreiben, sie wären schon in der Nachbarstadt und würden bald kommen, als die Kinder aber dorthinziehen, um das Geld von der Bank zu holen, sind sie nicht da.

Später kommt auch kein Geld mehr und keine Geschenke und die paar Alten und auch der Bürgermeister verlassen das Dorf, um in einen Krieg zu ziehen. Der Bürgermeister kommt aber in den Nächten zurück und bringt Fleisch und Käse mit, das Mila ihm brät, während die anderen Kindern kein Wasser, keinen Strom und kein Essen mehr haben.

So werden zwei Beschlüße gefaßt, Mila putzt die schule und beschließt ab der nächsten Woche die Kleineren zu unterrichten, während die anderen Kinder sie in der Hoffnung, daß dann endlich Hilfe kommt, sie anzünden und gemeinsam velassen sie dann das Dort, um sich ihre eigene Welt zu bauen oder so etwas wie Geborgenheit woanders zu finden?

Einer der berührendsten Sätze im Buch lautet „Einmal werden wir mit der geladenen Pistole zu unseren Eltern fahren und sie zurückholen“ und der Automechaniker, von dem sie die Pistole haben, wundert sich in einem Brief über die Gewalttätigkeit der Kinder und schreibt „Man hätte die Kinder auch mitnehmen können.“

Ein berührendes Buch das nachdenken läßt, aber auch sehr poetisch ist, so daß ich mir schon überlegen, ob es auf die shortlist des Bloggerdebut oder auf eine der anderen Buchpreislisten kommt und das Lesen sehr empfehlen kann.

2019-12-25

Balg

Buch fünf der Schweizer Buchpreisliste, das Schweizer Buchpreislesen ist zu Ende und nach den großen Katastrophen und der Weltuntergangsstimmung, die Sibylle Berg von England ausgehend über ganz Europa ausbreitete, erzählt die 1981 am Bodensee aufgewachsene Tabea Steiner, die offenbar Lehrerin ist oder war vom kleinen Unglück in einer Familie, die sich auch zu einer großen Katastrphhe ausbreiten kann.

Balg ist die Bezeichnung eines unerzogenes Kindes und Timon ist ein solches, ein verhaltensauffälliges Kind, das durch die Unfähigkeit der Erwachsenen in die Verhaltensstörung hineingetrieben wurde.

Die Jugendämter können wohl wahre Lieder davon singen, aber das Wort Jugendamt kommt in dem Buch höchstens einmal vor, während die Kindergärtnerinnen den kleinen Timon weil er die anderen Kinder gebissen hat, in ein Extrazimmer sperren und die Schulleiterin, die Eltern in die schule holen und den Jungen von der Schule ausschließen, weil er die Lehrerin bestohlen hat und dabei hat alles so schön angefangen.

Chris und Antonia sind aufs Land gezogen, damit ihr Junge es einmal besser hat und in einer schönen Umgebung aufwächst. Antonia kommt von dort her, ihre Mutter lebt hier und kann sich, was ja auch sehr gut ist, gleich um ihn kümmern, wenn Antonia arbeiten geht.

Dann beginnt es gleich passend am Weihnachtsabend, Timon krabbelt zum Christbaum, schluckt irgendwas, Chris beschuldigt Antonia, die sich betrinkt, obwohl sie ja noch stillt. Dann verläßt Chris sie, zieht in die stadt, Antonia muß zu arbeiten beginnen, die Großmutter ist auch überfordert und die Kindergärtnerinnen schimpfen, weil Timon die anderen beißt.

Dabei gibt es einen Lichtblick im Dorf, Valentin, der war mal Lehrer, jetzt ist er Postbote, denn da ist einmal etwas ganz Schlimmes passiert, man weiß nicht genau was, ahnt, daß es umMißbrauch geht, daß Valentin zu lang geschwiegen hat und daß Antoina jetzt stinksauer auf ihn ist und seine Frau und seine Tochter haben ihn deshalb auch verlassen. Der alte Valentin ist es aber, der sich um Timon kümmert, er schafft sich auch Hase für ihn an und kauft ihm Süßigkeiten, als Antonia davon erfährt, droht sie mit der Polizei und verbietet Timon zu ihm zu gehen.

Dann schickt die Großmutter Timon auf einen Bauernhof, wo es ihm gefällt, Antonia holt ihn von dort weg und das Kätzchen das er gerne will, darf er auch nicht haben.

Antonia findet einen neuen Freund, der den Jungen nicht leiden kann, der Vater zu dem kontakt besteht und der eine neue Familie hat, kauf ihm ein Fahrrad, Antonia verkauft es und kauft sich dafür einen Mantel, den er zerschneidet, dann rückt er aus, verstckt sich in einer alten Käserei, Valentin gibt ihm Essen und läßt ihn bei sich duschen, während  Antonias Freund, dem sie sein Verschwinden verschweigt, auch nicht zur Polizei geht, sondern nur seine Hadybewegungen verfolgt, sein Zimmer bezieht und ihn zur Großmutter schickt.

Man sieht, es passiert viel in dem Buch, alles machen alles falsch, es ist sehr beeindruckend, das Elend in den Familien zu verfolgen, obwohl manches wieder etwas unlogisch und übertrieben scheint, kennt man solche Geschichten der Sprachlosigkeit, der Mißverständnisse, der Überforderungen, die zu Verhaltensstörungen und Traumatisierungen führen.

„Atemlos erzählt Tabea Steiner von einer grausamen Kindheit: ein verzweifelt zärtliches Buch über die Liebe und die Sprachlosigkeit“, hat Dana Grigorcea auf den Buchrücken geschrieben und man sieht wie vielfältig und unterschiedlich die heurige Buchpreisliste war, die einen auch zum Nachdenken bringen läßt.

Ein Debut kann ich noch verraten, ist es auch gewesen, obwohl es nicht auf die Bloggerdebutshortlist gekommen ist.

Und hier gehts zum Adventkalender und zum 25. Türchchen der „Nika, Weihnachtsfrau“.

2019-10-21

Kate Glory Lie

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:34
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Jetzt gehts weiter mit der Buchpreispause, sechs deutsche Bücher wären ja noch zu lesen, aber FVA hat mir außer der sehr modernen Beziehungsgeschichte von Paulie Delabroi-Allard noch ein Buch geschickt, daß sich mit der neuen Geschlechteridentität beschäftigt, nämlich das Debut des 1996 geborenen Stefan Scheufelen „Kate Glory Lee“, das nach einer wahren Geschichte geschrieben sein könnte.

Kate Glory Lee oder Karsten Vogel, ein zwei Meter Mann mit Abendkleid, Ohrringe und Highheels oder Frau natürlich, die Drage Queen kokst und dealt sich durch das hippe Berliner Leben.

Die Freunde in der Wohngemeinschaft tun einen ständig etwas in den Tee, so daß es zu herrlichen Szenen am Arbeitsmarktservice kommt, wenn der Bittsteller high vor seiner Beraterin sitzt oder vielleicht im Wartebereich vor sich hin meditiert.

Dazwischen erzählt Karsten Vogel, wie er in dem Berlin der Wendejahre aufgewachsen ist. Der Vater weg, die Mutter depressiv, hat den kleinen Jungen vor den Fernseher gezwungen, bis er ihre Schminksachen entdeckt. Dann verliert der Fernseher seine Bedeutung, die Mutter lädt, während die Mauer fällt, dieNachbarn zu den Shows des kleinen Karsten ein und das Leben einer Drage Queen beginnt, die während sie zu ihren Auftritten tourt von den Taxifahrern angepöbelt wird, sich aber herrlich durchsetzen kann, nicht umsonst trägt sie immer einen kleinen revolver mit sich.

Das Leben holt sie  trotzdem ein. Es kommt zu einem MS-Schub auf der Bühne. Es ist nicht der Erste, die hat sie aber ihren Freunden und Managern verschwiegen, will sie doch nicht bemitleidet werden.

Außerdem geht es zu einen großen Auftritt nach Amerkia, nach Harlem, New York, wo auch noch ein bißchen Drogen geschmuggelt werden und in einem Theater ein Stück gezeigt wird, die die Rolle der Queers im Irak schildert. Da kommt es zu noch einem Schub und der letzte Absatz, fettgedruckt, lautet:

„Es war das letzte Mal, dass Kate Glory Lee die Bühne betrat. Sie erwachte im Mount Sinal Hospital in East Harlem. Nach einem erneuten MS-Schub, dem im Laufe der nächsten Jahre mehrere folgten, gab sie ihre Karriere und Identität als Drag Queen Kate Glory Lee auf. Karsten Vogel sitzt im Rollstuhl usnd lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft für MS-Betroffene. Er wird gelegentlich von Sebastiao und Fabio besucht.“

Und vielleicht noch ein Absatz vom Klappentext:

„Mit viel Tempo, Witz und Empathie erzählt Stefan Scheufelen, die einzigartige Geschichte einer Drag Queen, ein bunter Funkenreigen an Ereignissen – bis der Vorhang fällt.“

2019-10-17

Es ist Sarah

Jetzt kommt eine kleine Buchpreispause, denn FVA hat mir das Debut der 1988 geborenen Französin Pauline Delabroy-Allard, die mit ihrem Erstling großes Auffsehen erregte und damit auch schon einige Preise gewonnen hat, geschickt.

„Eine noch nie da gewesene Liebesgeschichte!“, steht im Klappentext und der Beschreibung und ich bin ein wenig weniger begeistert, beziehungsweise habe ich das Aufsehen erregende Neue dieser Liebesgeschichte nicht so ganz entdeckt und sie im Gegenteil manchmal sogar als ein bißchen altmodisch empfunden.

Sie besteht aus zwei Teilen und einem Prolog, diese Liebesgeschichte, die da auf hundertachtzig Seiten in sehr kurzen Episoden  von der Ich-Erzählerin, einer Lehrerin und alleinerziehenden Mutter erzählt werden, die auf einer Silvesterparty in Paris, die Violistin Sarah, eine sehr ungewöhnliche außergewöhnliche Frau, kennenlernt und eine rassante Liebesgeschichte zwischen den beiden Frauen beginnt.

Eine noch nie dagewesene Liebe, die alles andere darum auslöscht. Sarah, erscheint im Unterricht, holt die Erzählerin mit ein paar Croissants von der Schule ab, die reist mit ihr durch die Welt, begleitet sie bei den Konzerten, erzählt ihren Eltern von der Liebe, die verstehen. Sarahs eltern sind weniger begeistert und dann kommt es zum Bruch, der schon im Prolog angedeutet wird.

Die beziehung scheitert, Sarah verläßt die Erzählerin, erzählt ihr dann von ihrem Brustkrebs und die flüchtet  im zweiten Teil vor der Kathastrophe nach Italien, wo man sicht so recht weiß, ob Sarah nun gestorben ist, sie sie ermordet hat oder sie nur ihren Anblick in ihrer Kranheit nicht ertragen konnte.

Die Erzählerin verläßt also Kind und Beruf und lebt in einer „Wolkenwohnung“, sitzt auf einer Bank, trinkt Spritz in einem Cafe, kauft im Supermarkt Spinatgnocci, erkennt dann, daß sie schon längst Schuberts „Tod und das Mädchen“ auf der in der Wohnung gefundenen Platte hört, was sie letztendlichlich durchdrehen läßt.

Ihr Portemonnaie wird gestohlen, so daß sie sich ihre Gnocci stehlen muß und an ihrer großen Liebe offenbar zugrunde geht.

Eine Szene dieser kurzen Schnappschüße ist imir besonders im Gedächtnis geblieben, nämlich die, wo sie aus Liebeskummer ihren Herzschmerz nicht aushaltend, den Notruf anruft und der dort am Telefon sitzende Mann „Hallo, hallo, Mademoiselle, ist es vielleicht eine Liebesgeschichte, haben Sie vielleicht,um es so auszudrücken, Herzschmerzen, oder ist Ihnen Sie wissen schon, schwer ums Herz?“, fragt.

So etwas habe ich, die da an Panikattacken oder an einem Herzinfarkt denken würde, tatsächlich noch nicht gelesen.

Und auch das ist ein wenig ungewöhnlich, daß sie sich in ihrer Triesterwohnung vom Geist Sarahs verfolgt fühlt und der Wirt, bei der sie täglich ihre Spritz trinkt, sie dann beruhigt, daß das die Bora ist, die es ja in Triest gibt.

„E la bora, picola, die Bora, der Wind, der verrückt macht!“

2019-09-22

In den kommenden Nächten

Jetzt kommt eine kleine Pause beim Buchpreislesen, denn Irmgard Fuchs Debutroman „In den kommenden Nchten“, steht weder auf der deutschen noch der österreichischen Liste, er passt aber thematisch ganz gut zu der Frauenschiene der österreichischen Gegenwartsliteratur, die ich in der letzten Zeit gelesen habe und da die Autorin, von der ich schon einen Erzählband gelesen habe und die ich, glaube ich, seit der ersten Studentenlesung des“ Instituts für Sprachkunst“ im Literaturhaus kenne, 1984 geboren wurde, also Mitte Dreißig ist, geht es hier nicht, um eine Midlifekrise sondern in sehr märchenhafter poetischer Weise geschildert, wahrscheinlich, um eine Sinnkrise oder ein Burnout.

Auf jeden Fall wirkt das Buch schon rein optisch sehr ästhetisch. Das ist Erstens den meistens sehr schönen Covers der „Kremayr& Scheriau- Literaturschiene“ geschildert und dann sieht man, wenn man das Buch aufschlägt schon für einen Roman vielleicht sehr ungewöhnlich, lauter sehr kurze Kapitel, die oft mit Gedichten und Dialogen zwischengeschaltet sind und die Kapitel tragen Überschriften, wie „Sonntag vor nicht ganz dreißig Jahren“ oder „Mittwoch“, etcetera und gleiten so durch das Leben von Doro Grimm, Anfang Dreißig, die eigentlich ein schönes Leben hätte, einen Beruf, einen Freund, eine Wohnung, etcetera.

Trotzdem haut sie von einem Tag auf den anderen alles hin, das heißt sie macht, sie ist technische Zeichnerin, das Projekt ihres Chefs, ein Männerwohnheim, der es ihr überlassen hat, weil er sich bezeichneter Weise, in einem Burnout befindet, fertig, dann packt sie ihre Reisetaschen und formuliert Briefe an ihren Freund Elmar, die sie aber nicht fertig bringt, weil er zwischendurch von einer Migräne geplagt, erscheint und nach einer Tablette verlangt.

So will sie ohne Abschied mit den Taschen die Wohnung verlassen, was auch nicht klappt und, als sie sagen will, sie hätte von einer Frau, die auf Weltreise geht, eine Wohnung gemietet, glaubt er, sie würde auf Weltreise gehen und wird noch wütender.

Sie bleibt bei der Geschichte, zieht in die wohnung, wo die Vormieterin alles, sogar die schmutzigen Unterhosen und die Nudeln am Herd zurückgelassen  hat, was ein wenig  ungewöhnlich wird und formuliert  SMSs an elmar, die sie aber nicht absendet.

Sonst beobachtet sie ein Paar, das ihr gegenüber wohnt. Sie nennt sie Maro und Kuki und führt mit ihnen imaginierte Gespräche. Andere Kapitel gehen in ihre Kindheit zurück, sie ist bei ihrer sehr jungen Mutter und ihren Großeltern aufgewachsen. Die Märchen, die ihr die Mutter vorgelesen hat kommen vor und auch Vögel.

So gibt es in der gemieteten Wohnung eine Vogeltapete und sie kauft auch für die Vögel, die an ihr Fenster fliegen Hirse.

Sonst ist sie ziemlich ratos und weiß nicht, was sie sich zum Essen kaufen soll, hat das Elmar doch für sie bisher besorgt und von einer Hitzewelle wird die Stadt auch getroffen.

Im  vierten Teil ist dann hauptsächlich davon die Rede, Menschen sterben,  Regen wird im Radio angekündigt, kommt aber nie, der Strom fällt aus, etcetera, es macht auch den Eindruck als wäre Maro in der gegenüberliegenden Wohnung schon verstorben. Dann regt er sich wieder und es kommen Leute, um die Wohnung zu besichtigen. Sie geht auch hinüber und sieht dann in ihrer Wohnung einen Mann, der sich als Elmar entpuppt. Er, der sich bisher nicht bei ihr gemeldet hat, kommt doch zu ihr und macht sich, um sie Sorgen.

„Komm, wir fahren nach Hause, sagt Elmar zu dir und fasst dich an der Hand. doch da begreifst du: Du willst nicht. Du kannst nicht. Es hat ja noch nicht einmal angefangen.“

Dann kommt der letzte und fünfte Teil, der nur aus einem einzigen Satz, nämlich“Ich bin Doro Grimm“ und die Leserin bleibt etwas ratlos zurück und muß sich das Weitere denken. Die poetische Sprache aber bleibt im Kopf und auch die schönen Zeichnungen im Pflanzendesign, die die Teile voneinander abgrenzen.

Die Psychologin würde sagen, sie hat das Protokoll eines Burnouts gelesen, was Iris Grimm, der Zusammenhang mit dem Märchenbuch scheint gewollt, eigentlich will und, wie ihr Leben in dem Chaos einer in der Hitze zerfließenden Stadt, wo ihr Geld und die gemietete Wohnung gerade für sechs Monate reicht, ist auch nicht ganz klar.

Der Buchrückentext „Was, wenn der Alltag nicht mehr zu ertragen ist? Ein Roman über einen Ausbruch: Märchenhaft und von beklemmender Schönheit“, hilft auch nicht wirklich weiter.

Ebenso ist mir der Titel nicht ganz klar, obwohl die Nächte in den Kapitelüberschriften immer wieder vorkommen und auch der vierte Teil, der von der Hitzewelle, so heißt.

2019-08-23

Die jüngsten Tage

Filed under: Bücher — jancak @ 00:38
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Und noch ein Debut bevor es an das „Buchpreislesen“ geht, nämlich Tom Müllers „Die jüngsten Tage“, bei „Rowohlt“ erschienen, das schon länger in meinem Badezimmer liegt, aber erst  nach dem zwanzigsten August besprochen werden soll.

Also voila, Tom Müller wurde, bibografische Angaben gibt es leider keine in dem unkorrigierten Presseexemplar,1982 in Friedrichshain geboren, ging früh nach Italien, um die Sprache zu erlenen, was man in dem Buch auch merken kann und ist Verleger im „Tropen-Verlag“.

Das Buch, dein Roadmovie in die Vergangenheit könnte man so schreiben, ist vielleicht eine  sanftere Variante von Lukas Rietschel „Mit der Faust in die Welt“ schlagen, denn es geht auch um eine Jugend in der DDR, die es jetzt ja bald dreißig Jahre nicht mehr gibt und außerdem ist Strippe gestorben. Der Ich-Erzähler Jonathan, ein Lehrer, soll deshalb zur Beerdigung nach Berlin fahren und mit dessen Mutter sprechen, was er beides nicht will.

So driftet er stattdessen ab in die Vergangenheit, in die Schulzeit, zu den Erlebnissen mit den Mitschülern und den Lehrerinnen, den Erlebnissen beim Eisenbahnfahren und natürlich geht es um das Italienisch, wo man die Zunge rollen lassen muß, um die Wörter richtig auszusprechen.

Er ist ein Fan Gabriele d`Annunzios, der Hund heißt Pasolini und eine Freundin namens Elena gibt es auch. mit ihr macht er urlaub in den Dünendörfern, es geht aber auch nach Italien, der Nonno wird besucht, etecerta.

In Episoden, die Übeschriften, wie „Vita“, „Pythagoras“, „Imperium“, etcetera, tragen, wird das fast zusammenhanglos erzählt, so daß sich Eine beim Lesen etwas schwer tun und wieder denken kann, was ist das Neue an dieser Geschichte, an diesem Roman?

Aber natürlich, es ist ein Debut und da werden die Kindheit, die Jugend und die Schwiergikeiten, die man dabei hat, ausgerollt und aufgearbeitet.

Auf der Longlist des Bloggerdebutpreises steht das Buch auch.

Mal sehen, ob es auf die Shortlist kommt?

2019-06-02

Kreise ziehen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:53
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Nun kommt ein Quartbuch aus dem „Wagenbach-Verlag“, das ich als E-Book gelesen habe. das Debut des  in Bangladesh geborenen und in Toronto lebenden Arif Anwar, das 2018 unter den Titel „The Storm“ erschienen ist und die Geschichte, die von verschiedenen Liebespaaren, die zu verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten lebten und die kunstvoll miteinander verknüpt ist,  bezieht sich auch auf einen Sturm, den es 1970  in Bangladesh, Bengalen, gegeben hat.

Von dem wird Honfua überrascht und nachdem sie ihre Besitztümer vergräbt und ihre Freundin bittet, ihren kleinen Sohn in Sicherheit zu bringen, geht sie in einem Tempel zu der Göttin Kali beten, obwohl sie längst zum Islam, dem Glauben ihres Mannes, dem Fischer Yamir konvertierte und daher in der Dorfgemeinschaft zur Außenseiterin geworden ist.

Das nächste Kapitel spielt dann 2004 in Washington DC, da ist Shar, oder Shahryar, ein Absolvent eines Politstudiums, dabei seine kleine Tochter Anna, mit deren Mutter er nicht verheiratet ist, zu besuchen. Sein Aufenthaltsvisum läuft ab und er muß, wenn er keine Stelle findet, nach Bangladesh zurück, will aber bei Anna bleiben, so gerät er in Kontakt zu einem Anwalt, der ihm eine Stelle verspricht, wenn er dafür für ihn spioniert.

Dann geht es in die Vierzigerjahre nach Indien zurück, dort wird Rahim, der später mit seiner Frau Zahira, Shar, nachdem dessen Eltern bei dem Sturm umgekommen sind, adoptierten, entführt, Lösegeld wird verlangt, was ihn und Zahira veranlassen, nach Bangladesh zurückzukehren, was einige Verwicklungen auslöst, die erst später erklärt werden.

Es gibt dann noch eine paar weitere Handlungsstränge, die in die Politik des geteilten Indiens, ab der Neunzehnhundertvierzigerjahre einführen, so gibt es eine britische Ärztin, die einen gefangenen japanischen Piloten rettet und einen aus Österreich stammenden budhistischen Mönch, den der Pilot in Burma aufsucht, gibt es auch.

Nicht chronologisch, sondern durcheinander, werden dieser einzelnen Handlungsstränge erzählt, so daß sie erst nach und nach ein Gesamtbild ergibt und einen langsam in ein wahrscheinlich fremdes Land und eine fremde Kultur einführt und so ein interessantes Panaroma der Liebe und, wie im Beschreibungstext steht „der Versöhnung und darüber, wie Menschen einander helfen und man eine Familie findet“ entsteht.

Eine Parallele zum heutigen Flüchtlingsgeschehen und den Verwirrungen, die Menschen, durch durch Krieg erleiden, läßt sich dabei auch  ziehen.

2019-04-17

Das Leben ist eins der Härtesten

Filed under: Bücher — jancak @ 00:22
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Jetzt kommt wieder ein Debut und zwar von einer sehr jungen Frau, der 1991, geborenen Giula Becker, die für „Das Leben ist eines der Härtsten“, bei „Rowohlt“, erschienen, schon einen Debutpreis bekommen hat und mir ging es recht ambivalent mit dem Buch, das in seiner Absurdität und Skurillität, am Klappentext steht wieder etwas von „grandios-komisch“ an Nele Pollatscheks Debut erinnert hat und am Anfang, im ersten Teil war ich baff, denn ich dachte, das ist ja ungefähr das, was ich in meinem nächsten Romanprojekt beschreiben will und habe mich gefreut, daß  die jungen Autorinnen alle sehr realistische Romane zu schreiben scheinen.

Denn da gibt es vier Personen, Silke, Renate, Willy-Martin und Frau Goebel und die werden im zweiten Teil für drei Tage in ein „Tropical Island“ eine Art Wellnessparadies in der Ex-DDR, wenn ich es richtig verstanden habe, aber da hat mir das Buch schon nicht mehr so gefallen.

Der erste Teil ist aber wirklich sehr eindrucksvoll geschildert, daß ich wieder dachte „Wui, wie kann die das schon mit achtundzwanzig Jahren?“ und um es kurz zusammenzufassen. Es passiert wieder einmal viel zu viel und die Tragik wird wahrscheinlich sehr geschickt, um den Lesergeschmack zu treffen, mit der Komik aufgewogen oder überbordet, so daß ich das Buch eigentlich als sehr traurig empfunden habe und dazu passt auch der Titel und der Schlußsatz den Silkes Oma immer sagte:

„Das Leben ist eines der Härtesten, wenn die Depressionen im Winter wieder schlimmer wurden und ihr nichts anderes mehr übrigblieb, als über die ganze Sache zu lachen.“

Da denke ich auch, wie kommt eine Achtundzwanzigjährige zu diesen Sätzen? Hat sie sie erlebt oder nachempfunden und um, mit dem Anfang zu beginnen oder wieder ordentlich zu spoilern, Silke hat einmal im Leben, als sie ihren damaligen Mann Unterlagen zu einer Konferenz bringen sollte, die Notbremse gezogen und das hat ihr ganzes Leben zersötrt. Sie sitzt jetzt, wahrscheinlich Jahre später, auf einem Berg von Schulden oder eigentlich arbeitet sie in einer Bahnhofsmission, denn sie hat auch und das fand ich sehr interessant und sehr schön ausgearbeitet, ein Helfersyndrom.

Diese Bahnhofsmission wird köstlich geschildert. Denn der Leiter ist ein Herr Marquart und der will ein hippes Szenelokal aus der Sozialeinrichtung machen, so daß es eine teure Kaffeemaschine gibt und die Obdachlosen hinausgegreult werden.

Silke spielt da nicht mit, sondern geht mit Zippo, das ist einer der Obdachlosen, der Krebs hat, zum Arzt und will, da die Sozialsysteme offenbar für die Behandlung nicht aufkommen, was zum Glück, glaube ich, noch nicht so realistisch ist, dafür Geld sammeln.

Sie hat aber auch eine Freundin namens Renate, die ihr damals in ihrer Krise geholfen hat, die ist eine sehr skurrile Person, deren Hund gestorben ist. So daß sie sich aus der Depression, in der sie sich seither befindet, nur durch massive Impulskäufe retten kann und Willy-Martin ist ein Taubenpfleger mit Hundephobie, der beim Online spielen, eine Kerstin kennengelernt hat. Die zieht über Nacht mit ihrem Hund bei ihm ein und vergreult ihn aus seiner Wohnung, so daß  beide bei Silke landen, die gerade von ihrem Ex-Mann, der wieder zu ihr will, besucht wurde und sich außerdem, um die neunzigjährige Frau Goebel kümmert, die nur noch den Wunsch hat, in dieses Tropical Ressort zu kommen.

So fahren die vier mit Willy-Martins Taubenlaster dorthin und dort passieren skurrile Sachen. Renate flippt völlig aus, wird aus dem Paradies hinausgeworfen, ißt Unmengen an Sachen und zerstreitet sich  mit ihren Freunden und im Teil drei, der bezeichneterweise „Das Finale“, heißt, wird versucht das Ganze wieder zusammenzuhalten und zu einen guten oder auch skurillen Ende zu bringen.

Silke wammelt das Geld für Zippos OP, der aber verschwunden ist, verkauft dafür ihre wenigen Sachen auf einem Flohmarkt. Willy-Martin dem es gelungen ist, Kerstin hinauszuschmeißen und seine Wohnung vom Hundekot zu säubern, hilft ihr dabei. Entdeckt dabei Renate, die dabei ist, ihre Impulsvekäufe wieder zu verkaufen und Willi-Martin bringt Silke auch auf die Idee es mit einem Spendenlauf zu versuchen.

Der endet natürlich auch kurill mit nur vierzig Euro Einnahmen. Frau Goebel stirbt dabei , macht Silke zwar zur ihrer Erbin, hat aber auch nur etwa zweihundert Euro. Am Schluß kommt Renate aber mit einem Säckchen in dem 150 000 Euro stecken und alles alles wird gut.

Silke begleitet Zippo ins Krankenhaus und wir haben gelernt, daß das Leben eines der Härtstens ist und dabei, wie es sich vielleicht der Verlag wünschte, ein paar skurille Tränen gelacht, die bei mir aber, die ich ja alles sehr ernst nehmen, eher steckengeblieben bin und am Schluß nicht so recht weiß, was ich von diesem Debut halten soll?

Ein gutes Buch? Ein schlechtes Buch? da bin ich mir nicht so sicher. Wahrscheinlich ist das Potental von beiden enthalten. Ich hätte es gestraffter und  weniger skuriller gemacht, aber dann wäre es wahrscheinlich kein so großer Erfolg geworden und die  die Tränen wären einen beim Lachen auch nicht gekommen oder stecken bleiben.

 

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