Literaturgefluester

2018-09-01

Was dann nachher so schön fliegt

Filed under: Bücher — jancak @ 00:33
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Jetzt kommt eine kleine Pause von meinem heurigen dBp-Lesen, da ich, da ich ja soviele andere Neuerscheinungen habe, die nicht auf der Liste stehen, parallel, beziehungsabwechselnd lesen werde, nämlich das Debut des 1967 geborenen „Streiflichter- Redakteurs“ HiIlmar Klutes „Was nachher so schön fliegt“ und es ist eines, das durchaus daraufstehen könnte und auch eines, das meine Themen, das Schreiben und den Literaturberieb worüber ich ja auch schon sehr viel geschrieben hate, in einer wie  im <klappentext schreibt, Weise behandelt, wie man es noch nie gelesen hat. Was ich zum Teil auch bestätigen wüede

Es geht um Volker Winterberg, der zwanzigjährig, im Jahre 1987 im Ruhrgebiet seinen Zivildienst in einem Altersheim macht, aber eigentlich schreiben will, der größte Dichter der Welt wahrscheinlich und dabei sehr sehr viel von der deutschen Literatur weiß. Es ist ein Lobgesang der „Gruppe 47“ kann man sagen und es ist wahrscheinlich auch sehr viel Autobiografie des Autors dabei, über das er sich sehr lustig macht, nur mit den verschiedenen Ebenen, die das Buch beleuchtet, bin ich ein wenig durcheinander gekommen und hätte mir da vielleicht mehr Straffung gewünscht.

Denn der Volker Winterberg erzählt sehr schnoddring aus seinem Leben. Erwähnt auch durchaus, daß er die Literatur aufsaugt und noch keinen eigenen Stil hat.

Liest er die Bachmann, dann schreibt er, wie sie und am nächsten Tag, wie Heiner Müller etcera. Er  hat sehr viel gelesen, hat seine Idole, aber, was mich auch ein wenig irriterte oder wunderte, mag er Erich Fried nicht, das habe ich nicht so ganz verstanden, denn ich mag ihn gern und halte ihn auch für ein Idol, aber Volker, der am Morgen die Alten in dem Heim betreut und mit der Schwester Erika vögelt, die ihm erklärt, ob er weiß, daß  die Generation, die er da pflegt, die ist, die Auschwitz ermöglicht hat, geht einerseits wieder sehr kritisch und leicht ironisch mit den Pflegenotständen in dem Heim um. Er macht auch Gedächtnistraining mit den Alten und kümmert sich um sie, andererseits macht er sich auch über die Zustände lustig.

Dann war ein einmal in Paris und hat da ein Gedicht geschrieben und deshalb wird er zu einem Nachwuchswettbewerb nach Berlin eingeladen, wo er sich in eine junge Studentin verliebt, also wieder Liebesabenteuer hat, andererseits sehr schön beschrieben wird, wie die „konstruktive Kritik“ zu MMRs Zeiten passierte.

Da gibt es einen Workshop, wo man seine Gedichte vorstellen kann, eine junge Frau zeigt ihre Gefühle und wird heruntergeputzt. Da ist Volker wieder einfühlsam und mahnt, die anderen, sie doch nicht in den Selbstmord zu treiben. Dann verhält er sich wieder ein wenig arschhaft.

Einige junge Dichter werden beschrieben, wo mir nicht ganz klar war, ob die fiktiv und erfunden sind und die besten Stellen, die nicht ganz durchgehalten werden, sind, glaube ich, auch die, die  der Klappentext meint, wo sich Volker neben seinem realen Aufenthalt bei jenem Seminar, immer wieder die „Gruppe 47“ die ja schon viel früher stattfand, vorstellt und da auch einen Günter Grass beschreibt, mit dem er Auto stoppt und der den mitnehmenden Autofahrer von seiner „Blechtrommel“ erzählt oder er erzählt, wie er mit Erika an einem solchen Treffen teilnimmt und Hans Werner Richter stürzt sich gleich auf sie.

Es sind starke Stellen in dem buch, die wahrscheinlich, die Biografie eines besessenen jungen Dichters erzhlen, was ich sehr nachvollziehen kann, weil ich mich ja auch seit fünfundvierzig Jahren mit dem Schreiben beschäftige. Dann sehr viel Literaturgeschichte, die eingewoben wird, die mich auch sehr interessiert und dann gibt er auch indirekte Schreibtipps, wo er seine Protagonisten nach Paris oder Berlin ziehen läßt, um etwas zu erleben, über das man dann schreiben kann und das ist ja etwas, was ich auch gerademache.

Ein spannendes Buch, das vielleicht deshalb nicht auf die LL gekommen ist, weil das Schreiben und die Literaturgeschichte nicht so viele Leute interessiert. Ich würde es aber hinauf tun und könnte es mir auch gut auf der Debutpreisshortlist vorstellen. Kann das Lesen daher allen Literaturinteressierten sehr empfehlen.Über die Mißstände in den Altenheimen und über die Erfahrungen eines Zivis erfährt man auch sehr viel und da ist ja in Österreich vor einem Jahr auch ein anderen Buch eines jungen Wunderkindes erschienen, das zwar, glaube ich, nicht über die „Gruppe 47“ sogut Bescheid weiß, aber sehr intensiv über seinen Zivildienst in einer betreuten WG schreibt und Clemens J. Setz hat das auch einmal getan.

Der Buchtitel ist übrigens ein Gedichtzitat, das, glaube ich, von Peter Rühmkorf stammt.

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2018-08-13

Opoe

Jetzt kommt ein Debut und das erste Buch eines Schweizer Autors, das ich  auf der Hinfahrt  in unseren Schweiz-Urlaub, um mich sozusagen auf das Gastland einzustimmen, gelesen habe, nämlich das des 1985 in Schaffhausen geborenen Donat Blum, der sowohl am schweizerischen als auch am deutschen Literaturinstitut   studierte.

Roman steht auf dem  hundertvierundsechzig Seiten dicken Bändchen und es ist natürlich keiner, sondern würde ich sagen, poetische Fingerübungen über die Beziehung eines jungen Mannes zu seiner  Großmutter.

Literaturinstitutsprosa vielleicht für den Abschluß geschrieben, würde ich es nennen und denken, daß für mich in dieser Auseinandersetzung über die Großmutter, die allmähliche Annäherung an die für den Erzähler unbekannte Frau, der in sein homosexuelles Leben und in seine Schriftstellerkarriere hineingeht, eigentlich nicht das neue und noch nie dagewesene an der Literatur enthalten ist, kann aber bei einem Dreiunddreißigjährigen auch nicht sein.

Das Buch ist bei „Ullstein“ erschienen, also wartet vielleicht eine literarische Karriere auf den Autor und der Leser erfährt, daß man Opoe „Opu“ ausspricht und, daß das das holländische Wort für Großmutter ist. Denn des Autors verstorbene Großmutter, die vorher ihrer Demenz entgegenging und ihren Enkel mit „Sie“ ansprach, war Holländerin und wurde von dem Großvater in die Schweiz geholt.

Dort machte der einen alternativen Blumenhandel auf, ging damit Pleite, betrog die Großmutter auch mit einer Wochenendgeliebten und der Autor ärgert sich inzwischen über seinen Freund, der keine feste Beziehung haben will.

Er reist der Großmutter auch nach Holland nach, überlegt, ob sie vielleicht jüdische Wurzeln hatte, erzählt, daß er eine Zeitlang bei ihr in Bern lebte und berichtet auch ein wenig über seine Mutter.

In mehr oder weniger kurzen Skizzen ist das Buch geschrieben, die Erlebnisse der Großmutter und die des Autors wechseln sich dabei ab.

Es gibt ein Motto von Werner Herzog „Ich will das Opernhaus! Ich will mein Opernhaus! Ich will meine Oper haben!“ und die Großmutter steht ein paar Seiten später geschrieben „liebte Wien ohne je hingekommen zu sein, und die Oper, die sie nur aus dem Fernsehen kannte.“

Das Buch ist auch für den „Bloggerdebutpreis“ nominiert. Mal sehen, ob es auf die Shortlist kommt und  was ich sonst noch über den jungen Autor hören und von ihm lesen werde.

2018-08-08

Bleib bei mir

Jetzt kommt das Debut einer jungen Nigerianischen Autorin, der 1988 in Lagos geborenen Ayobami Adebayo, die  englische Literatur und kreatives Schreiben, unter anderen bei Margaret Atwood studierte, die über das Buch auch sagte „Brennend, fesselnd, wunderschön“ – Bleib bei mir“ und ich muß sagen, daß mich das Buch beim Lesen etwas verwirrte und ich bis zur Hälfte dachte, ich kenne mich nicht recht aus, ob das jetzt eine Parabel, eine Familiegeschichte oder etwas anderes ist, weil mich die Handlungsverläufe sehr verwirrten.

Es wird auch nicht gannz chronologisch und in zwei Perspektiven, in der des Mannes und der Frau erzählt, so daß erst gegen Ende, der rote Faden zusammenkommt und man merkt, die Autorin, das Buch wurde auch schon in mehren Sprachen übersetzt, hat es in sich und kennt sich aus, denn es geht, um sehr viel mehr, als das, was im  Kappentext steht oder besser, das ist erst der Anfang, der Clou oder das was wahrscheinlich die eigentliche Wenung ist, kommt erst später.

Da sind  Yejide und Akin, ein junges Paar in Nigeria, das heißt, ganz so jung sind sie doch nicht mehr, denn das Buch spielt sowohl in den Achtzigerjahren, als auch 2008, wo es beginnt und sich die Kreise schließen.

Yejide hat jedenfalls in den Achtzigerjahren an der Universität studiert, dort den Banker Akin kennengelernt und sie heiraten sehr zum Widerstand seiner vielen Mütter. In Nigeria herrscht Polygamie und die Männer können sich mehre Frauen holen, wenn diese kinderlos bleiben. So kommt SchwiegermutterMartha schon allsbald ins Büro von Akin, um ihn verschiedene Frauen aufzuschwatzen und er, der offenbar nicht nein sagen kann, kann sich gegen Funmi nicht wehren. Die ist zwar einverstanden, woanders zu wohnen, taucht aber alsbald in Yejides Frisiersalon auf, die ist eine erfolgreiche Frau, trotzdem weigert sich der Automechaniker ohne ihren Mann das Auto zu repariern und die Ärzte geben auch nur ungern Auskunft.

Es bleibt nicht wie es war, Funmi zieht doch bei ihnen ein und so beschließt die Kinderlose, um jeden Preis schwanger zu werden und geht zu einem traditionellen Wunderheiler. Das führt zu einer Scheinwangerschaft „Pseudocyesis“ genannt, die allen auf dieNerven geht und es gibt auch köstliche Bschreibungen, wie die Ärzte Yejide erklären wollen, daß sie nicht schwanger ist.

Dann taucht Akins Bruder Dotun auf und Yejide ist plötzlich schanger. Da dachte ich schon, was ist los? Es kommt dann zum Namengebungstag des Kindes und da ist Funmi plötzlich tot, ich dachte, ist das jetzt eine Parabel? Später kann man lesen Akin hakt sie betruken die Treppe hinuntergestoßen. Es kommt aber keine Polizei, nichts und dasLeben geht weiter, bis die kleine Olamide plötzlich stirbt und man versteht eigentlich auch nicht warum.

Vorher wird aber noch ein afrikanisches Märchen erzählt und während Yejide weint und schreit, ist sie schon wieder schwanger. Da ist aber schon der Bruder arbeitslos geworden und wohnt, obwohl er verheiratet ist und Kinder hat, im Haus der beiden und schließlich stellt sich heraus, Sesal der Zweitgeborene, hat die Sichelzellnaämie, da weigert sich der Arzt zuerst Yejide, weil Akin in Lagos ist, Auskunft zu geben. Schließtlich tut er es aber doch, besteht aber darauf mit dem Vater zu sprechen, dem er dann verkündet, daß er das nicht.

Der weiß es bereits, denn die vorige Kinderlosigkeit, war nicht die Schuld der unfruchtbaren Frau, sondern Akin ist impotent und deshalb soviel in Lagos um sich behandeltn zu lassen und mit dem Bruder hat er einen Deal abegmacht.

Als Sesal stirbt, erzählt Dotun Yejide davon, vom Betrug ihres Mannes, was nun dazu führt, daß Akin, die beiden im Bett erwischt, da ist das dritte Kind Rotimi, auch mit der Glassichelkrankheint und mit einem Fluch belastet, schon geboren. Die Mutter weigert sich auch das Kind an sich zu binden und zieht aus. Akin hat Dotun vorher auch zusammengeschlagen. Der geht nach Australien und als 2008 sein Vater stribt kommt Yejide zum Begräbnis und sieht da, daß ihre Tochter, die sie Jahre nicht gesehen hat, nicht gestorben ist, wie sie glaubte und es kommt möglicherweise zu einer Zusammenführung der Familie, die keine war.

Ein ungewöhnliches Buch und für europäische Verhältnisse ist die Verknüpfung der westlichen mit den afkrikanischen Traditonen auch nicht so einfach zu verstehen. Für mich war Akins Deal, der mir zuerst sehr unsympathisch war, die Überraschung, wie das mit Funmis Tod war, habe ich immer noch nicht ganz verstanden und es werden auch immer wieder politische Ereignisse, wie Wahlen und Putschversuche eingeblendet, die  einem das nigerianische Leben ein wenig näher bringen kann, was in Zeiten, wo ich mich mit  meinem Freund Uli über die angebliche „Unbelehrbarkeit“ und darüber streite, daß er sich sich „rassistisch angegriffen fühlt“,  weil ein Blutspendendienst Butspender schwarzafrikanischer Herkunft suchte, wohl besonders wichtig ist, so daß ich das Buch, obwohl oder weil ich mich am Anfang mit dem Lesen etwas schwer tat, jeden nur empfehlen kann, der in die nigerianische Welt eintauchen und mehr vom Leben der Menschen dort, ganz besonders dem der Frauen, erfahren will.

2018-07-29

Bis ans Ende Marie

Filed under: Bücher — jancak @ 00:52
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Jetzt habe ich es ausgelesen,  diese „emotionae Achterbahnfahrt durch die Wesenzüge einer jungen Frau“, wie es Michael Stavaric am Buchrücken nannte und Daniela Strigl hat es bei den O- Tönen einen Coming of Age Roman genannt, der bei einer Debutschiene natürlich nicht fehlen darf.

Was ist ein Coming of Age Roman?, habe ich wohl gedacht und ein wenig ratlos auf das aufgeschlagene Buch, bei dem ich gerade hundert Seiten gelesen hatte, geschaut und bin jetzt während des Zuendelesens daraufgekommen, daß wohl hier oder überhaupt, das Erwachsenenwerden und in die Weltgehen junger Menschen gemeint ist.

Gottfried Keller hat das, wohl wenn ich mich nicht irre bei seinem „Grünen Heinrich“ auch getan. Ein Entwicklungsroman also. Aber kann man das Ertasten einer zwanzig bis fünfundzwanzigjährigen Psychologiestudentin, die von einem Dominik träumt, von ihrer Mutter immer wieder gesagt bekommt, daß sie besser Medizin studiert hätte, aber das wegen ihrer Blutphobie nicht könnte, wirklich so nennen?

Im Klappentext steht, das habe ich schon erwähnt, geschrieben, daß Marie all das, was die namenlosgebliebene Ich-Erzählerin hat, nicht besitzt: „attratktiv und beliebt, dominat und extrovertiert“.

Die Erzählerin ist verliebt in einen Dominik, der wohl beides, sowohl, die begehrte MedIzin, als auch das „Nebenfach Psychologie“, studiert.

All das, was ich in den Siebzigerjahren, als die Erzählerin noch nicht geboren war, irgendwie auch erlebte und  eine ebenfalls Psychologie studierende Freundin in eine Schizophrenie abgleiten sah und ins berühmte Melkweg in Amsterdam, hat sie mich wegen der Selbsterfahrung auch mitnehmen wollen. Da bin ich standhaft geblieben und habe nicht gekifft und Gras gerochen.

Die Ich-Erzählerin, die am Anfang des Buches, Marie die Musikerin, die offenbar in einer Bar kellnert, kennenlernt und auch eifrig, die Werke Freuds studiert, tut das aber. Sie hascht und trinkt und macht auch ihre sexuellen Erfahrungen. Geht mit Marie, die wie weiter im Klappentext steht, immer herausfordert und Grenzen überschreitet, auf einen Berg. Ißt Schnitzel mit ihr oder eigentlich tut das nur Marie. Denn die Namenlose ist ja Vegetarierin und, als sie das Ketschup sieht, in das Marie ungeniert ihr Pommes taucht, denkt sie wohl verzweifelt“Es ist nur Ketchup!“

Ich tue mir ja, das habe ich schon öfter geschrieben mit poetisch schönen Texten, die ohne Struktur und Inhalt dahinplätschern schwer. Ich brauche die Struktur der Handlung, sowei die zeitliche Chronologie und die scheint mir nicht gegeben, denn mir war öfter nicht ganz klar, ob das, was da jetzt beschrieben wird, vorher oder nachher in der Kindheit der Protogonistin, in ihren Träumen oder auch in ihren Wahnvorstellungen passiert? Denn sie geht weiter hinten in eine Vorlesung, wo der Professor etwas von der Schizophrenie und ihren Sympomen erklärt und sie ihm nachher erzählt, daß sie sich krank fühle.

Aber vorher ist sie noch mit ihren Freunden und mit Marie nach Venedig zu einem Festival gefahren. Hat dort auch etwas mit ihren Haaren angestellt, was die Mutter, selber Ärztin oder Arzgattin, die vom Ehemann mit Tabletten versorgt wird, auch das habe ich von Arztsöhnen erzählt bekommen, daß das in den Sechziger- und siebzigerjahren so war, aber Barbara Rieger wurde ja erst 1982 in Graz geboren, entsetzt und die Tochter auf der Grillparty, die sie gibt, als „Die Rebellin!“ vorstellt.

Es gibt auch eine Großmutter, der es schlecht geht, im Rollstuhl sitzt, und wenn ich mich nicht irre, stirbt und Marie zieht zur Erzählerin in eine Wohngemeinschaft. Da erzählt sie der Großmutter schon, daß ihr das nicht guttut. Später wird Silvester gefeiert. Da hat die Mutter der Tochter geraten, ja nicht betrunken auf das Dach zu klettern. Sie bleibt daher mit Tom, das ist offenbar der Kneipenbesitzer, bei dem Marie arbeitet, unten und geht mit ihm ins Bett.

„Tut es weh? fragt Tom. Maries Augen sehen mich an, ich beiße sie zärtlich, ich beiße sie fest. Bist du bereit?  Ihre Augen, ihr offener Mund, ich verschlinge sie zärtlich, sie schnappt nach Luft. Komm sagt er. Ich beiße sie tot.“

Das war offenbar das Ende oder auch nicht. Denn auf der nächsten Seite geht es noch ein bißchen weiter.

„Das Feuerwerk ebbt langsam ab. Tom zieht seinen Penis aus mir heraus, entfernt das Kondom, knotet es zu, lässt es auf den Boden fallen und sieht mich an. Ich bemerke, dass ich weine und lache, ich lache und weine. Marie sagt er. Alles okay sage ich.“

Das ist also ein Coming of Age Roman. Aber vielleicht sind die, wie im Klappentext steht „Begegnungen mit Mare, die immer merkwürdiger und bruchstückhafter werden, als würde etwas nicht stimmen, eine Art Störbild, das sich über die Realität legt“, nur eine Verschmelzung vom Realbild in den Traum und die Marie nur die Wunschverstellung der Namenblos bleibenden?

So etwas habe ich auch schon gelesen und das Cover deutet auch auf die beiden Seiten. Die Dunkle und die Helle hin da sieht man zwei Frauengestalten in weißen und dunklen gepunktenten Blusen und ihre Gesichter sind auch jeweils schwarz oder weiß angemalt.

Ein spannendes Buch, schließt die fast Fünfundsechzigjährige, die in den Siebzigerjahren Psychologie studiert hat und da auch, wie Daniela Strigl einleitete, die Universität erlebt, die Barbara Rieger beschreibt. Ein Buch wahrscheinlich für jüngere Leserinnen von einer jüngeren Frau geschrieben.

Interessant das Erwachsenewerden der heutigen Psychologiestudentinnen zu erleben, die sich auch ihren Weg zwischen Sex, Kondome, Gras und Whisky in die Erwachsenenwerlt erkämpfen müssen und dabei nicht in der Psychiatrie landen sollen.

2018-05-17

Seht, was ich getan habe

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:06
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Jetzt kommt, nein, kein Krimi, auch wenn es vielleicht so angekündigt wird, sondern die literarische Aufarbeitung eines realen bis heute ungeklärten Mordfalls, der 1892 in Fall River, USA passierte und dem sich die in Melbourne lebende Sarah Schmidt, die einen Master in kreativen Schreiben und als Bibliothekarin gearbeitet hat,  in ihrem Debut angenommen hat.

Im August 1892 wurden in Fall River Andrew Borden und seine zweite Frau Abby von einer Axt erschlagen  aufgefunden.

Im Haus ist das irische Hausmädchen Bridget und die zweiunddreißigjährige Lizzy, ihre um zehn jahre ältere Schwester Emma, ist bei einer Freundin auf Besuch. Mehrere Indizien weisen auf Lizzy.  Sie wird des Mordes angeklagt. Verbringt zehn Monate im Gefängnis, wird dann freigesprochen und stirbt nachdem sie sich 1905 von ihrer Schwester trennte und nie mehr mit ihr gesprochen hat, 1927.

Das findet man so bei „Wikipedia“ und auch in der Zeittafel, die Sarah Schmidt dem Roman angefügt hat, den sie, sie hat wohl sehr gut  recherchiert und auch einige Zeit in dem Wohnhaus der Bordens, das heute ein „Bed und Breakfast“ ist, zugebracht, aus vier unterschiedlichen Perspektiven erzählt und hier sowohl Lizzy, als auch der älteren Schwester, dem Hausmädchen und einem Mann namens Benjamin, der offenbar fikitiv ist, eine Stimme gibt.

Die meistens Kapitel spielen am Tag des Mordes, beziehungsweise davor, so wird das Geschehen sehr gründlich durchgekaut, beziehungsweise spielen auch Rückblenden in die Vergangenheit eine größere Rolle, eines auch 1905, als Emma, die Schwester verläßt und nun werden die Geschehnisse aus den unterschiedlichen Perspektiven und Blickwinkeln aufgerollt oder wiedergekaut, wie man weniger wollwollend schreiben könnte.

Es beginnt damit, daß Lizzy, den zerstümmelten Vater findet, sie schickt das Hausmädchen zum Arzt, die Nachbarin kommt und danach die Polizei, während Emma zu dieser Zeit noch bei ihrer Freundin ist und eigentlich beschlossen hat, dort Malunterricht zu nehmen und nie mehr zurückzukommen.

Das Hausmädchen erzählt auch ihre Sicht der Dinge. Sie will eigentlich nach Irland zurück, Abby Borden läßt sie aber nicht, nimmt ihr sogar das gesparte Geld weg und Emma ist Lizzy bös, weil die einige Zeit in europa war, was sie nicht durfte.

Emma hat nachdem ihre Mutter bald nach Lizzys Geburt gestorben ist, die Schwester sozusagen aufzezogen, bis eben die Stiefmutter ins Haus kam, die von Lizzy immer noch als Missis Borden angesprochen wird, kümmert sich auch nach dem Mord sehr um sie und verläßt sie erst 1905, denn das hat sie ihrer Mutter so versprochen und als sie doch einmal heiraten will, erwischt sie Lizzy mit ihrem Bräutigam beim vorehlichen Sex, erpresst Emma mit ihrem Versprechen, die sich dann von ihrem Verlobten trennt.

Das ist vielleicht so fiktiv, wie die Tatsache, daß der Vater kurz vor dem Mord, Lizzys Tauben den Kopf abhackte, weil sie Schmutz machen und Krankheiten bringen. Der Einbruch, der früher stattfand und weshalb auch alle Türen abgesperrrt werden, findet man, glaube ich, bei „Wikipedia“ und hier steht auch, daß er Lizzy zugeschrieben wurde.

Es kursieren auch allerlei Krankheiten und Gerüchte, um Vergiftungen, wegen verdorbenen Essen, die in den letzten Tagen passierten und so ist auch der Onkel John zu der Familie gekommen, um sich um die beiden Mädchen zu kümmern.

Hier wird es dann wahrscheinlich wieder fiktiv, denn der Onkel lernt auf seiner Reise einen sehr gewalttätigen jungen Mann namens Benjamin kennen, der sich an seinem Vater rächen will und beauftragt ihn wohl in das Haus einzudringen und Andrew zu ermorden. Der kommt auch, findet eine Gelegenheit in das versperrte Haus zu kommen, findet aber nur die Leichen und man weiß wieder nicht, wer es getan hat, nur wie es vielleicht gewesen sein könnte.

Was bei einem Roman, um einen ungekärten realen Mordfall auch sehr schwierig ist, weil man da ja seine Phantasie nicht zu sehr spielen lassen kann, sondern sich an die Fakten halten sollte. Wenn man das tut, wird es aber vielleicht ein wenig langweilig, beziehungsweise kommt man auch nicht weiter, als zu dem, was  schon in den Polizeiakten steht.

So beklagen sich bei „Wikipedia“ auch einige Leser wegen der nicht stattgefundenen Spannung, die zwar „unheimlich und fesselnd zugleich“ am Buchrücken versprochen wird, wo auch etwas von einem „neuen literarischen Talent“ steht.

Nun das habe ich auch nicht so gefunden. Zwar schafft die Autorin, glaube ich, ein sehr dichtes Bild von dem stickigen Leben im vorvorigen Jahrhundert, das zwei ältere Mittelschichttöchter im Haus eines autoritären Vaters und wahrscheinlich streitsüchtigen Stiefmutter führen mußten, mit allen Sinnen zu zeichnen. so daß man den Miff und den Gestank förmlich riechen kann.

Spannend habe ich es aber eigentlich nicht empfunden, sondern eher langwierig und weitschweifend und am Schluß weiß man wahrscheinlich auch nicht wirklich, was damals in dem Haus geschehen ist, hat sich aber ein bißchen mit dem Fall beschäftigt und ist in die Vergangenheit eingetaucht.

Den gewalttätigen Benjamin habe ich auch als etwas störend, unsympathisch und unrealistisch empfunden. Er war aber wahrscheinlich das Spannungsemelemt, das Sarah Schmidt brauchte, um in in die Geschichte einzutauchen und einen Roman aus den Polizeiakten zu machen.

Was mir aber an dem Buch wirklich gefällt und was wahrscheinlich der Grund war, warum ich es mir schicken ließ, ist das schöne Cover. Die Frau in dem schwarzen Kleid mit dem weißen Kragen, von der man nur den Rücken sieht und die ihre Hände auch dorthin verschränkt.

2018-04-16

Alte Engel

Noch ein Debut, diesmal eines, das schon auf der „Blogger-Debutlonglist“ steht und das ich mir aus Leipzig mitgebracht habe. Simon Grimm vom „Rowohlt-Verlag“ hat es mir mit freundlichen Grüßen mitgegeben und mir auch ein bißchen was zu der Autorin und dem Buch erzählt, von der ich noch nie etwas gehört habe.

Mareike Schneider wurde 1881 geboren, lebt in Leipzig, studierte in Hildesheim und hat 2014 beim „Open Mike“ einen Preis gewonnen und dann würde ich noch vermuten, daß ihr erster Roman ziemlich autobiografisch ist.

Denn da geht es um Franka Raben, eine abgebrochene Kunststudentin, die mit ihrer Katze Käthe in das Haus ihrer Großmutter Marie fährt, um ihren Vater, der Maries Schwiegersohn ist, bei der Betreuung der alten Frau zu helfen.

Franka hat, wird angedeutet keine andere Wahl, weil keine Wohnung, die prekären Verhältnisse der Generation Dreißig wird wieder einmal thematisiert. Sie sucht sich auch einen Job und verkauft dann Brötchen in einer Billigbäckerei oder steht in der Kantine des Kulturhauses und das alles wird sehr skurril bizarr erzählt.

Mehr frech und rotzig, als poetisch, würde ich sagen und das Buch ist in drei Kapitel: Sommer, Herbst, Winter eingeteilt, die sich dann in jeweils mit einem bis drei Kreuzen markierten Abschnitten untergliedern. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Mareike Schneider, das wirklich komplett durchgehalten hat, daß ein Stern, die Vergangenheit der Großmutter, zwei Kreuze das Leben mit ihr und  drei die, prekäre Arbeitssituation und die Zukungsperspektiven der jungen Frau thematisieren. Es könnte aber so sein, vielleicht auch in anderer Reihenfolge.

Denn es geht in den über fünfhundert Seiten, in denen auch ein kurzer Anhang über die vogtlädische Sprache angefügt ist, denn die Oma kommt aus dem Vogtland und spricht noch diesen Dialekt, ein wenig ungeordnet zu.

Hier meine ich, hätte eine Kürzung und Straffung des Inhaltes und vielleicht eine Reduktion von hundert oder so Seiten genützt, denn es kann einem beim Lesen so vorkommen, als würde hier ungeordnet dahin erzählt.

Die Sprache ist frech und rotzig, hat durchaus originelle Wendungen, wie, wenn Franka ihrem Vater von der Herfahrt im Bus erzählt. Da saß sie mit dem Katzenkorb auf den Knien vor einer Frau, die sich darüber aufregte, daß man sowas ihrer Katzenallergie antuen könne.

Die Großmutter wird auch ein wenig rotzig frech geschildert. Sie ist Diabetikerin, ist blind oder stellt sich vielleicht nur so, jedenfalls hat sie die Augen ständig geschlossen, so daß ihr ein Zivi zugeteilt wurde, der sich um sie kümmern soll, den sie aber nur mit Keksen fütterte, so daß alles andere liegenblieb. So beschloß die Verwandtschaft, Hagen, der Schwiegersohn muß her. Die Mutter, die Wohnungsausräumerin ist, wollte oder konnte das offenbar nicht schaffen und Hagen, der auch ein origineller Mann ist und davon lebt, alte Sachen zu reparieren und seltene Plfanzen zu züchten, hat auch unkonventonelle Betreuungsmehthoden. Er baut im Winter aus dem Schnee auch einen Iglu und setzt die Oma dann auch einmal hinein.traße

Die Oma ist eine, die in der vogtländischen Sprache ständig schimpft und Hagetraßen immer noch detraßen „Moa“ nennt und Franka das „Madl“. Sie versteckt ihre Süßigkeiten an allen Ecken und Enden und schmatzt sie dann auf, während die Familie sich bemüht, ihr Diabetikeressen zu servieren.

Es geht aber auch in die Vergangenheit, der jungen Marie, die im World War II zwangsverpflichtet war. Ihr Haushaltsjahr bei verschiedenen Familien absolvierte. Sich dann mit dem Sohn der einen verlobte, der aber gefallen ist. So kam sie zu dem Opa in die DDR, der war Alkoholiker und meldete Oma vom Kindergarten, ihren Traumberuf, gleich ungefragt ab.

Mit der Katze gibt es natürlich auch Probleme , was wieder zu bizarren Szenen führt, wenn Franka versucht die schwarzgefärbte Katze in der Badewanne abzuduschen.

Ganz schwierig wird es zu Weihnachten. Da wird die Oma vorher, damit der Vater sich erholen kann, in ein Spital gebracht, das natürlich unterbesetzt ist und wo es ihr auch nicht gefällt. dann holen sie sie zu Weihnachten wieder ab, der Arzt ist trotz der Unterbesetzung dagegen und die Familie ist mit ihren selbstgebastelten Geshenken, die man früher „Aus der Not eine Tugend machen“ jetzt „recyclet“ nett, angekommen und auch mit den neunerlei Schnittchen, mit den man im Vogtland schon zu Weihnachten, das neue Jahr begrüßte.

Brot mit neun verschiedenen Aufschnitten, von denen man immer nur von jedes eines essen durfte. Das war früher ein arme Leute essen. Ein Brot mit Butter, eines mit Salz, eines mit Pfeffer, dann mit Pfeffer und Salz und so weiter und so fort, bis man satt gegessen war.

Jetzt gibt es natürlich viel bessere Aufstriche und als die Mutter mit den Platten kommt, muß sie sich über die Neffen und Cousins ärgern, die sich einfach gleich zwei der selben Sorte ergreifen und auf den Brauch pfeifen.

Weihnachten wird trotz des echten Weihnachtsbaumes, den Franka ihrer Oma schenkte, damit sie nicht immer im Plastikmüll leben muß, schrecklich, denn die Dilalyseschwester gibt ihr nur noch ein paar Tage und die Mutter steht schon am Dachboden und räumt sie Sachen aus, denn das ist ja ihr Beruf, während Franka das streng unterbindet.

Schließlich ist man eingeschneit, die Dialyseschwester kann nicht kommen und man diskutiert, ob man die Oma mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus bringen oder selber „Sterbehilfe“ leisten soll. Das sind die Stellen, wo die junge Frau vielleicht ein wenig übertreibt oder die Emotionen überschwappen. Aber ansererseits auch wahrscheinlich das, was man empfindet, wenn man mit zwanzig oder fünfundzwanzig  seine Großmutter beim Sterben begleiten soll.

Am Schluß gibt es das Begräbnis und die Pastorin lobt den Vater und Franka geht in ihren Erinnerungen in ihre Jugend zurück, wo sich alle manchmal mit Schneebällen auf einen Jungen stürzten, bis dieser am Boden lag und erzählt auch von den Aprilscherzen, die die Oma mit ihren beiden Töchtern machte, die ihr immer darauf hineinfielen und einmal, ein einziges Mal war es umgekehrt.

2018-04-14

Und am Ende stehlen wir Zitronen

Noch ein Debut, von einer mir bisher unbekannten Autorin, der 1985 in NÖ geborenen Eva Lugbauer, deren „Und am Ende stehlen wir Zitronen“ bei „Wortreich“, dem kleinen feinen Verlag erschienen ist, den ich seit vorigen Jahr in Leipzig während des Österreich-Empfangs immer besuche und es ist eines, wo ich nach dem Lesen des Klappentextes beziehungsweise der „Amazon-Rezension“ auch dachte, „Uje, uje, was habe ich mir da geben lassen, das interessiert mich nicht!“

Das soviel zu dem das man den Wert eines Buches auf der ersten Seite oder nach dreißig Sekunden Probelesen erkennen kann.

„Nein, liebe Leute vom Literaturcafe oder sonstwo, so geht das wirklich nicht, jedenfalls nicht bei mir und, ich glaube, das ist auch verallgemeinbar.

Denn noch auf der ersten Seite, dem Kapitel „Im Wasser“, mit sehr poetischen, für mich inhaltslosen Sätzen, hätte ich gedacht „Nun ja, schon wieder ein sprachrauschiges Debut, dann war ich aber gleich im Wasser und fing zu schwimmen an, obwohl ich das in der Realität gar nicht kann und das Kapitel dann auch „Stehen“ hieß.

Denn dann wird es gleich konkret: „Gänsehaufen!“, dachte ich und wir sind im Land in einem Dörfchen namens Unterfichten, sind bei Isa Erlinger, der fünfundzwanzigjährigen Kindergärtnerin, die noch nichts aus ihrem Leben gemacht hat, obwohl sie schon einen Freund namens Martin hat und die sich jetzt auf dem Polterabend einer Freundin befindet, mit ihr „Peniskekse“ verkaufen, ein Sexshop besuchen und sich auch von einem Mann anquatschen lassen soll.

Das ist nichts für sie. So geht sie an den See, will auf ihre Lieblingsbank, aber dort sitzt schon eine Frau, die sie anspricht und am nächsten Tag erfährt sie von ihrer Nachbarin, daß die mit einem Rucksack voller Steine ins Wasser gegangen ist. Die Frau hieß Hilda Haller oder Haller Hilda, wie man die Namen in Isas Provinz ausspricht.

Isa geht zu ihrem Haus „Krippenhaus“ genannt, weil dort zu Weihnachten immer ein Krippe steht, denn Hilda Haller war einmal Bühnenbildnerin und sie hatte auch eine Tochter namens Lou, die vor zehn Jahren verunglückte.

Vielleicht hat sich Hilda Haller deshalb umgebracht. Isa weiß es nicht, geht aber in einen Supermarkt, kauft sich dann Zigaretten und geht damit, weil eine Frau in dem Dörfchen ja nicht rauchen darf, weil das stinkt und unbweiblich ist, auf den Friedhof, wo der Totengräber vielleicht schon Hilde Hallers Grab ausgräbt.

Isa hat dann bald Geburtstag und das wird von ihrem „stinknormalen“ Freund, der bald heiraten und möglichst viele Kinder will, immer in einen Ritual gefeiert. Er bringt ihr den Kaffee ans Bett, bäckt Palatschinken in Herzform, nachher geht es an den See und zum Eisessen und ein Geschenk gibt es auch.

„Hoffentlich kein Ring!“, denkt Isa den ganzen Tag in Panik. Es ist aber, wer hätte das gedacht, daß der Normalo so sensibel sein kann, ein Fallschirmsprung und den hat Isa sich vielleicht auch gewünscht.

Sie lernt etwas später Hilda Hallers Nichte Zora kennen, die das Haus geerbt hat und es ausräumt. Sie freundet sich mit ihr an und die Journalistin aus Wien, erzählt ihr von Lou, die Isa seltsamerweise sehr ähnlich sieht, aber sehr ungewöhnlich war, immer frei sein und reisen wollte, also eigentlich das Gegenteil von Iisa, die ihre schönen Kleider bewundert. Zora schenkt sie ihr, lädt sie auch nach Wien ein und die Beiden gehen mit einen Schal von Lou auch auch auf ein Feuerwehrfest zum Tanzen.

Dort wird viel Schnaps getrunken und vielleicht verschwindet Isa mit ihrem Exfreund Jonas auch hinter ein Gebüsch. Sie kann sich nicht mehr ganz daran erinnern, hat auch ein schlechtes Gewissen wegen Martin und auch Angst vor Aids, will mit ihm Schluß machen, fährt für ein paar Tage zu Zora nach Wien, wo sie einen Ben, der Krankenpflege ist, kennenlernt und sich ihm als Lou, auf seine Frage, wie sie heißt, ausgibt.

„Isa. Ich meine Lou-Isa. Ich meine Louisa-Bella. Louisabealla“ – „Was?“- Du kannst Lou sagen!“

Zu Weihnachten macht Isa  mit Martin Schluß, als der ihr gerade sein Geschenk, einen Gutschein für ein gemeinsames Fotoshooting überreicht hat. Packt ihre Koffer und fährt überstürzt nach Wien und zieht in Zoras Arbeitszimmer. Als die ihr nach einen Besuch in Unterfichten erzählt, daß sie Martin schon mit einem blonden Mädchen gesehen hat, ist sie enttäuscht und auch mit Ben, dem sie erzählt hat, daß sie Schriftstellerin wäre und in Rom leben würde, klappt es nicht so ganz, denn der hat schon eine Freundin.

Zora hat auch einen Freund namens Reinhard und mit dem betrügt Isa sie, die dann so von sich entsetzt von sich ist, daß sie überstürzt nach Rom aufbricht. Der Zug kommt aber nicht einmal bis Klagenfurt, denn dann bleibt er, man weiß nicht so ganz wegen eines Selbstmörders oder eines Herzinfarkts des Zugführers auf einem Feld stehen und Isa fährt mit Lorenz, den sie im Zug kennenlernte, in seine Wohnung nach Klagenfurt.

Dazwischen gibt es immer wieder Selbstgesprche Isas, die sich da „Frau Isa“ nennt und nach Orientierungs sucht. Sehr viel Weinspritz mit Zitrone wird getrunken, der Buchtitel stammt aus Lous Notizbuch und ist eine Metapher auf das freie Leben, der erste Joint geraucht, was die brave Isa sehr entsetzt. Zora ist aber über ihren Betrug gar nicht so böse, als sie wieder zurückkommt.

Später zieht Isa in eine WG, fängt zu studieren an und schenkt sich selbst zum nächsten Geburtstag, eine Reise nach Rom.

Ein spannendes, leises, aber sehr dicht geschriebenes Buch über eine Selbstfindung, das immer wieder an die Bachmann erinnert, beziehungsweise sehr deutliche Anspielungen an sie hat. So liest Isa einen Bachmann-Text, als sie sich am Anfang mit Martin an den See begibt.

„Udine geht“, ist eine nicht zu übersehendes Motiv. Dann die Fahrt nach Rom und vielleicht auch Wunsch seine Verruchtheit durch das Rauchen auszudrücken, etwas, das man inzwischen ja nicht mehr darf und von den politisch korrekten Bloggerinnen, vielleicht angeprangert wird.

Mir hat das Buch, das am blauen Cover eine kräftig gelbe Zitrone hat, sehr gut gefallen. Eine Überraschung, den ich habe von Eva Lugbauer, glaube ich, nocht nichts gehört oder gelesen, also wieder etwas für den Debutpreis  und vielleicht begegne ich der Autorin über die am Buchrücken noch steht „Eva Lugbauer schafft einen poetischen und (aus)druckvollen, musikalisch anmutenden Debutroman, der sich großen Themen nicht verschließt und keine Angst vor lauten Antworten hat“, einmal in der „Alten Schmiede“ oder einem anderen literarischen Ort.

2018-04-08

Orchis

Jetzt kommt der phantastisch skurrile Debutroman, der 1978 bei Kirchdorf an der Krems geborenen Verena Stauffer, der von einem Orchideenforscher im neunzehnten Jahrhundert erzählt.

„Die Geschichte eines getriebenen Orchideenforschers zwischen Leidenschaft und Wahn, im Wettlauf gegen dieZeit“, steht am Buchrücken und Alfred Kolleritsch und Andreas Unterweger von den „Manuskripten“ schreiben „Penible Recherche und Emotionalität verqucken sich zu einem bellestristischen Erlebnis von selten gewordener Expressivität“.

Und, füge ich hinzu, es ist ein Roman mit starken Bildern, die besuchten Recherschearchive werden am Schluß des Buches angegeben, trotzdem ist es nicht, wie beispielsweise bei Christine Wunnike eine phantastische Nacherzählung eines tatsächlichen Geschehenens.

Der Anselm, Held und Protagonist, der Erzählung wurde, denke ich, schon von der Autorin erflunkert und es ist ein spannendes Buch, das schon im ersten Kapitel neugierig macht, als der Orchideenforscher in Madagaskar mit seinen Koffern ankommt, einem Schiff entsteigt und da von einer Schar von Kindern umringt wird, die seine Koffer ergreifen, mit ihnen davonlaufen und ihm zu einem seltsamen Ritual und Begräbnis führen.

Dazwischen und auch später im Buch kommen immer wieder Andeutungen, von der strengen Herrscherin des Landes hier, die ihre Untertanen versklavt, so kann Isaac, den Anselm etwas später kennenlernt, ihn und einen anderen Orchideenforscher auch nur kurz zu den Feldern führen, dann muß er wieder zurück und die beiden müßen alleine weiterforschen.

Anselm hat einen Kompaß und will einen „Wardischen Kasten“ aufbauen, um die Orchideen darin aufzubewahren, der englische Forscher drängt aber zum Aufbruch, dann stechen ihn die Mücken, er bekommt die Malaria oder einen anderen Schwächeanfall, so bricht Anselm alleine zu den Feldern auf, wo die Sternorchideen blüchen und ist entzückt.

Er muß aber schnell wieder zurück, hat nur ein paar der Blüten in seinem Gepäck und auf dem Schiff, wo er die Heimfahrt antritt, bekommt er dann einen Wahnsinnsanfall und sieht Orchideen auf seinen Schultern wachsen, so daß seine Eltern, als er die deutsche Heimat erreicht, sich veranlaßt sehen, ihn in eine Irrenanstalt zu überweisen.

Der Wahnsinnsanfall kann zwar auch von einer Qucksilbervergiftung kommen, da er schon als Kind seinem Vater, ebenfalls Botaniker, bei seinen Arbeiten half, klärt uns Verena Stauffer auf und kann es dann nicht lassen über die Psychatrie und ihre Methoden des neunzehnhten Jahrhunderts herzufallen. Da gibt es einen Dr. Müller und einen Professor Leitner in dessen Fänge Anselm für eine Zeitlang gerät.

Er wird aber schnell wieder gesund und durch Vermittlung seines Vaters Assistenzprofessors. Das ist zwar nicht so gut für die wissenschaftliche Reputation. Er zieht aber mit seinen Studenein in die Feldforschung und fährt dann nach London, um einen Vortrag über Orchideen zu halten. Da trifft er auch Lendy wieder mit dem er in Madagaska war. Läßt den Vortrag aber sausen, weil ihn ein anderer Forscher von dem chinesischen Frauenschuh erzählt, den er erforschen will.

So beschließt er Hals über Kopf nach China zu reisen, um ihn zuvorzukommen. Das war aber nur eine Finte, denn der Forscher hat ihn auf ein Schiff, das nach Italien fährt geschickt. Dort macht Anselm, der schon Chinesisch lernt, die Begegnung einer Dame, die ihn verführen will, mit ihr nach Bologna zu reisen. Da bleibt er aber standhaft und macht die Fahrt nach China, gerät dort in die Fänge eines anderen Mädchens, eines mit blauen Händen, weil sie Körbe oder Stoffe mit der Farbe von blauen Orchideen behandelt und Anselm, der es auch als seine Aufgabe sah, Darwin zu widerlegen, sieht sich in seiner Erüllung, als ihn „die Schmetterilinge umkreisen, bis sie schließlich landeten und auf ihm und mit ihm dem Gehäuse der Stunden entschliefen.“

Ein köstliches Buch, das eine in eine andere Welt mitnimmt, in der es nach Vanille,  Zimt und Zitrone duftet und dessen Tonfall und Skurrilität mich manchmal an E. T. A. Hoffmann, den ich in meiner Studentenzeit gern gelesen habe, erinnert und das zeigt, daß jüngere Frauen auch etwas anderes, als von den drogengeschwängerten Wirklichkeiten der prekären  Dreißigjährigen, schreiben können, was ich sehr spannend finde und mir gut gefallen hat.

2018-03-09

Ein Geständnis

Filed under: Bücher — jancak @ 00:26
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Das nächste, ebenfalls bei „Piper“ erschienene Buch ist der „Büglerin“ sehr ähnlich, auch wenn es viel konventioneller geschrieben ist. Es geht auch um Schuld- und Sühne, beziehungsweise um die Sinnsuche. Das Wasser spielt ebenfalls eine große Rolle und Raben schwirren als Metaphern durch den Raum und wenn man zur Biografie, der 1968 geborenen Thekla Chabbi, die Sinologie studiert hat, geht, erlebt man eine Überraschung, hat sie doch mit Martin Walser, der in Steinfests Buch ebenfalls erwähnt ist und der auch am Buchrücken zitiert wird, schon einige Bücher herausgebracht. Sie wird als Co-Autorin vom „Sterbenden Mann“ am Klappentext bezeichnet, was mich insofern etwas verwirrte, da es am Walser Buch keinen entsprechenden Hnweis gibt. Im Internet sind aber einige Interviews mit ihr und Martin Walser zu finden und da steht auch, daß einige Frauen, die mit oder über ihm ein Buch herausgegeben haben, nun selbst ein Buch geschrieben haben.

„Ein Geständnis“ ist auch Thekla Chabbis erster Roman. Ein Debut also  und wie gesagt, dem Steinfest Buch irgendwie sehr ähnlich, obwohl konventioneller, allerdings in zwei Erzählebenen geschrieben.

Es gdeht um Amelie, um, die wunderbare, das Adjektiv kann man irgendwo eine Zeile ober oder unter dem Namen finden und die hat eigentlich ein schönes Leben, wenn auch vielleicht ihren Sinn noch nicht so ganz gefunden.

Sie ist Wirtschaftsanwältin, von der Mutter einer Zahnärztin in diesen Beruf getrieben und am Anfang des Buches schreibt sie auch eine Kündigung an Herrn Kugler, ihren Chef und überlegt ob sie nicht ein paar Monate kellnern soll.

Diesen Brief schickt sie aber nie ab, denn sie hat einen Radunfall, wobei ihr eine Frau begegnet, die sich als Astrologin entpuppt, so bucht Amelie einen Astrologiekurs, der das Ganze wohl in Schwung bringt. Denn da lernt sie Mario kennen, aber eigentlich beginnt das Ganze vier Jahre später im Gefängnis, wo Amelie ihren Bewähruingshelfer Herrn Blum trifft, mit dem sie wöchentliche Gespräche führt, denn sie hat eine strafbare Tat, Anstiftung zum Mord, werden wir viel später erfahren, begangen.

In diesen zwei Erzählsträngen fließt das Buch dahin. Die wöchentlichen Gespräche mit dem siebzigährigen Blum, der sich eigentlich schon Penison befindet und später mit seiner Frau nach La Palma übersiedeln wird, während sie in ihrem früheren Leben, einen Steuerbetrüger namens Matt zu vertreten hat, von ihrem Chef zu dessen Vater, einem Galeristen geschickt wird, um einen Vertrag für ein Bild, das der Sohn in seiner Praxis haben will, zu unterschreiben, dabei Rosa Aldus kennenlernt, eine alleinerziehende Mutter, die eigentlich bei Kugler Senior arbeiten will, später aber die Geliebte von Kugler Junior wird.

Sehr köstlich sind die Treffen bei Amelies Mutter, die die Tochter, obwohl sie das nicht wil,l immer wieder zum Essen einlädt, da ist auch deren Freundin Philine dabei, man sieht auch Thekla Chabbis vberwendet seltene Namen, die will Projekte mit Flüchtlingen machen und ist enttäuscht, daß die so stur sind und nicht das machen was sie will. eine solche Szene kommt bei Steinfest übrigens auch vor.

Man sieht gesellschaftskritisch ist das Buch auch, oder überhaupt, denn Amelie torkelt von der Mutter in den Beruf gedrängt, irgendwie orientirungslos durchs Leben, hört die Mutter während sie Austern paniert und die besten Sektflaschen öffnet, Philine davon vorschwärmen, daß die Tochter beruflich bald aufsteigen wird und, als es Amelie einmal schlecht geht, drängt sich die Mutter trotzdem zum Kochen auf.

Dabei hat Philine einen Hexenschuß, die Mutter muß ihr helfen, der teure Fisch verbrennt und der Abend geht in die Hose, während Amelie, was der Chef nicht wissen darf, wöchentlich den Astrologiekurs besucht, dabei in die griechische Sagenwelt eintaucht und den seltsamen Mario kennenlernt.

Der ist Musiker, sehr scheu, so kommt es zu keiner Annäherung, obwohl er eine Internetseite hat, wo er seine Aktfotos zeigt und auch diesbezügliche Dienste anbietet. Bei Amelie scheint es aber nicht so klappen, so daß sie, ebenfalls sehr köstlich beschrieben und vielleicht von Martin Walser inspiriert, in einer Apotheke Viagra holen will, das dort nicht bekommt, sie muß in einer zwielichtige Spelunke viel Geld dafür zahlen. Das Zeug wirkt aber nicht, so geht sie stattdessen mit Mario und einer anderen Kursteilnehmerin namen Conny an einen See baden und als die dann ein paar Monate später schwanger ist, dreht Amelie durch könnte man sagen oder findet ihren Sinn.

Aber den findet sie ja erst später im Gefängnis, sie heuert jedenfalls die Russen Igor und Vladimir  an und, als sie ihren Koffer packt, um die nächste Zeit mit ihrer Freundin Luna, die alternative Reisen veranstaltet, nach Südafrika will, läutet die Poliztei bei ihr und bringt sie in das Untersuchungsgefängnis.

„Ein zum (leeren) Himmel schreiender Liebesroman, ein abgründig leuchtender Kriminalroman, ein erstaunlich konkreter Wirtschaftsroman und das alles EIN Roman. Eine Lese-Erlebnis! Das gelingt der Autorin durch ihre Erzählkunst. Mit einer fantastischen Genauigkeit schafft sie Poesie“, hat Martin Walser auf den Buchrücken schreiben lassen.

2017-12-22

Koslik ist krank

Filed under: Bücher — jancak @ 00:36
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Weiter gehts mit einem Debut, obwohl ich meine Empfehlung für den Blogger-Debutpreis schon abgegeben habe und „Koslik ist krank“, der 1990 in Berlin geborenen Julia Rothenberg auch nicht auf der Shortlist gestanden ist.

Wir bleiben im Krankenhaus, aber hier wird kein Thriller abgewickelt, sondern wieder einmal, diesmal von einer sehr jungen Frau , die Midlifekrisis eines Mannes und für die immer unken, daß ich so fürchterlich schlecht schreibe, ja ich hätte mit Siebenundzwanzig keinen solchen Roman schreiben können, obwoh man hier zuerst auch denken könnte, daß da  nichts passiert.

Interessant ist noch das Cover des in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen Buches, ein grauer Umschlag mit einer kleinen Tür und einem kleinen weißen Gang.

Koslik ist krank, es sind bei dem Erwachsenenbildener Mitte vierzig Schlaganfallsymptome aufgetreten, so daß er sich im Krankenhaus befindet und Untersuchungen auf ihn warten.

Erst will er noch um zwölf in seinen Deutschkurs, aber „Den sagen Sie besser ab!“, sagt die Pflegekriaft und Koslik befindet sich in einem Zimmer mit einem Mitpatienten, der ständig vor sich hinröchelt und als er die Station erlassen will, hält ihn die Kraft am Stützpunkt wegen der dann nicht mehr geltenden Versicherung auf.

„Bleiben Sie noch ein paar Tage, wir machen noch ein paar Untersuchungen!“, sagt der Arzt und die ziehen sich hin, so ruft er seine Schwester an, daß sie ihm ein paar Sachen bringt, die verständigt seine Mutter, aber mit der hat er ein schlechtes Verhältnis und im Aufenthaltsraum triff er  noch auf einen ehemaligen Studienkollegen Frank, den er auch nicht sehen will, denn der hat ihm einmal seine Freundin und auch einen Job weggeschnappt, hat aber jetzt MS mit schlechter Verlaufsform und es geht ihm eigentlich nicht gut.

Weil Koslik aber noch gehen kann, wird er in einen anderen Krankenhausteil, die Geschichte spielt in Freiburg, ein ehemaliges Hotel verlegt, das alle loben, weil es viel schöner ist, obwohl man vom Fenster nur auf einen Parkplatz und auf einen Aldi sehen kann.

Als Koslik zu einer Untersuchung ins Haupthaus muß, darf er alleine zurückgehen. Er versäumt auch ständig das Essen und verliert immer mehr die Orientierung, beziehungsweise wird er in sein Leben und in das, was noch nicht bewältigt ist zurückgeworfen.

Eine esoterische Mitpatientin verwirrt ihn  mit ihrer Krankengeschichte, seine Exfreundin Marlies, die Frank besuchen kommt, nennt ihn aggressiv,  sein Zimmernachbar Bude verschwindet plötzlich und Schwester Natascha darf ihm natürlich keine Auskunft geben.

Dann bekommt er doch einen Termin für das Herzecho, wird im Aufwachraum ein wenig vergessen, der Pfleger wartet aber schon mit den Entlassungspapieren, denn in einem Krankenhaus muß alles ruckizucki gehen und so wird Koslik, der eigentlich gar nicht bleiben wollte, wieder entlassen und kennt sich in seiner Welt nicht mehr aus.

„Koslik schaut auf den Busfahrplan und fragt sich, was er jetzut tun soll. Rauschend dehnt sich vor ihm nach links und rechts die Straße, und über ihm schwebt grau der himmel. Er weiß nichts von dieser Welt.“

Wenn mir auch einiges in diesem Debut nicht ganz logisch und auch nicht ganz ausgeführt erscheint, ist es doch verblüffend, wie präzise eine so junge Frau über die Midlifekrise-Sorgen eines Mannes, der fast ihr Vater sein könnte erzählt.

Der Krankenhausalltag erscheint mir auch sehr eindringlich beschrieben. Ein interessantes Debut also, das nicht auf die Bloggershortlist gekommen ist, aber gut daraufgepasst hätte und interessant ist auch, daß die Frankfurter Verlagsanstalt in auch ein Buch von einer jungen Frauen mit dem Titel „Walter Nowak bleibt liegen“ herausgab, wo ja auch von einem Mann am Boden, der sein Leben durchgeht.

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