Literaturgefluester

2017-04-11

Wie es weitergeht

Die Karwoche hat begonnen, ich bin noch bis Donnerstag in Wien, mache meine Stunden, dann besuchen wir Klaus Khittl, der uns zum Abendessen eingeladen hat und fahren am Karfreitag nach Harland hinaus, wo es auch Annas dreiunddreißigsten Geburtstag zu feiern gibt.

Fenster putzen, am Samstag mit der LitGEs den Viehofnersee entlang gehen oder in der „Seedose“ Ostereier pecken, das ist schon Tradition, am Ostersonntag gehts wahrscheinlich mit dem Rad wieder an die Donau nach Traismauer und dazwischen werde ich, soweit ich dazukomme, an meinem „Work in progress“ korrigieren.

Das lese ich noch immer laut und müßte, sollte demnächst fertig werden. Das Fehlerteufelchen ist aber sehr beharrlich und ich fürchte auch, daß ich die Fehler, wie mein Kritiker schon anzumerken wußte oder wahrscheinlich leicht zynisch anmerkte, selber hineinkorrigiere.

Nun sei es wie es ist und ohnehin nicht wirklich zu verändern. Es drängt mich vieles fertigzuwerden. Der Beschreibungstext ist diesmal ein Wunschgedicht von Richard Weihs, das aber sehr prosaisch ausgefallen ist.

Das Bild von der Hauptbücherei müssen wir noch machen und ich habe vor, wenn ich damit fertig bin, wieder einmal gründlich zu feiern oder schon für das nächste korrigieren. Also einen ausgiebigen Stadtbummel zu machen, Recherchegänge durch Wien, obwohl ich eigentlich nicht wirklich etwas habe, das ich recherchieren könnte.

Denn wie schreibe ich doch immer, ich bin nach vierzig Jahren erfolglosen Schreiben und nach ebenfalls über vierzig ebenso unbeachteten Büchern schon ein wenig ausgeschrieben und weiß nicht recht, was ich als nächstes beginnen soll?

Halt, aufmerksame Leser werden es schon wissen, es gibt zwei, wenn auch noch sehr sehr vage Ideen. Die Erste ist die Frau, die ich immer in der Pizzeria sitzen sehe, wenn ich abends von der „Aten Schmiede“ nach Hause gehe. Aber wieder eine depressive Frau, habe ich das nicht ohnehin schon sehr oft zumindest angeschrieben? Und dann einen Blogroman, ein Roman über die Blogs und das Entdeckwerden, das man damit könnte. Das gabs schon in der „Heimsuchung“ oder in „Anna kämpft gegen das Vergessen“.

Aber was soll ich sonst schreiben, Kurzgeschichten „Wurfgeschichten versus Roman“, das gabs auch schon im vorigen Jahr. Passt aber zu der Idee, dann eine Weile durch die Stadt oder auch an den Traisenauen entlang zu gehen, Notizen machen, Geschichten schreiben, wie in einer Schreibwerkstatt.

Vor Jahren, als ich noch nicht bloggte, gab es ein „Standard Gewinnspiel“, wo man eine Schreibworkshop gewinnen konnte. Ich habe natürlich nicht und bin nach Harland gefahren mit der Idee selber eIne Schreibwerkstatt zu veranstalten. Nur wußte ich nicht recht, wie man das alleine macht, Lehrer und Belehrter in einer Person?

Ich bin dann mit einem Krimi nach Herzogenburg gefahren, habe verschiedene Lesestationen eingelgt und mich dann mit den Bachmanntext-Anthologien, die ich hatte, in die Badewanne begeben und sie studiert.

Jetzt denke ich, wie war ich damals naiv, ich hätte doch Skizzen und Studien machen können und das habe ich auch vor, aus Studien vielleicht den nächsten Roman oder die Idee dazu zusammenzustellen.

Das könnte ich bis Sommer machen und mich dann in die Sommerfrische nach Harland hinausgegeben, die diesmal ohnehin wieder nur aus verlängerten Wochenenden besteht und den Sommertext schreiben.

Vor ein paar Jahren habe ich die Sommerfrische in Harland ja mit einerm selbsterwählten Stadtschreiberstipendium verbunden und mein „Literaturgeflüster“ oder auch mich selbst, habe ich auch schon einmal oder mehr zu Beginn der Sommerfrische gefeiert, denn da gibt es ja immer, jetzt vor früher nach dem Bachmannlesen, meinen Bloggeburtstag und diesmal wird es schon der neunte sein.

Also eigentlich viele Pläne und dazwischen kommt immer wieder die Idee, doch mit dem Schreiben, aufzuhören, wenn ich es doch ohnehin, wie es wahrscheinlich nicht nur meine Kritiker behaupten, nicht kann. In Ermangelung eines sinnvollen Alternativprogramms, werde ich das  höchstwahrscheinlich nicht tun.

Aber wieder mal meine Bücher aufzulesen an den Sommerfrischenwochenenden wäre auch keine so schlechte Idee. Aber erst einmal muß ich ohnehin mit dem „Frühstückstext“ fertig werden und wann das sein wird, kann ich derzeit noch nicht abschätzen.

Aber wahrscheinlich erst nach unserer Radrundfahrd um den Bodensee mit der Ruth, dann ist es schon Mai und dann fliegt der Alfred mit dem Karli nach Amerika, darauf hat er sich in den letzten Wochen intensiv vorbereitet und seine Abwesenheit und mein Strohwitwendasein, wäre ja der ideale Anlaß für die Stadtrecherchen, wenn ich bis dahin schon fertig bin. Mal sehen wie es geht und ich schreibe das jetzt auch, weil es im Netzt einige unterstützende Ideen gibt.

Da wird zum Beispiel heute ja die Blogbuster-Shortlist bekanntgegeben, das heißt, die drei Manuskripte, die den ausgewählten Profibloggern, beziehungsweise der Hauptjury, am besten gefallen haben.

Das sogenannten Leseprobenbuch habe ich mir ausgedruckt und ich könnte meinen selbstgemachten Schreibworkshop  auch damit bgeginnen, die Proben durchzulesen und mir mein eigenes Urteil machen.

Wenn ich damit fertig bin, gibts dann schon den Sieger oder die Siegerin, aber ich glaube, ich lese, da lieber meine Leseliste weiter und lasse mich überraschen und den Blogger-Debutpreis gibt es auch wieder, aber da gibts die Shortlist  erst wieder im Herbst, wenn ich schon Buchpreisblogge oder Nanowrime.

Dazwischen ist aber Annika Bühnemann, deren Aktivitäten ich seit einem Jahr sehr intensiv verfolge, auch auf eine ähnliche Idee gekommen. Beziehungsweise bitet sie jetzt einen „Wow-Kurs“ an, wo man seine schriftstellerische Fähigkeiten verbessern kann, damit das selbstgemachte Buch, vielleicht doch einmal eine Qualität erreicht, um es bei den „Blogbustern“ oder beim „Debutpreis“ einzureichen.

Das fürchte ich, ist noch Utopie, aber Annika Bühnemann sehr rührig und auch selbstgewußt und sie schreibt auch gerne Callenges aus und so will sie im Juni eine machen, wo man in dreißig Tagen, also einem Monat, zehn Geschichten schreiben soll.

Das ist ja, ich habe es schon geschrieben, der Unterschied zwischen den Profis und den „Dilletanten“ oder den „Selbermachern“, um es mal so zu formulieren, was ich auch für nicht stimmig finde.

Die sogenannten Profis, die dann auf den Buchpreislisten stehen und sich für die Qualität rühmen, rühmen sich auch damit zehn Jahre für ihre Bücher zu brauchen, die Selfpublisher wollen berühmt werden, in dem sie jedes Monat einen Roman veröffentlichen.

Das ist, glaube ich, auch für mich zu viel, die ich ja im Vorjahr fünf Bücher herausgebracht habe, mich im Juni aber Annika Bühnemanns Challenge anzuschließen und damit vielleicht die Ideen für mein nächstes Projekt sammeln, halte ich aber für eine sehr gute Idee, obwohl ich eigentlich, ganz eherlich, mehr Aufmerksamkeit will, als selbst Schreibworkshops zu veranstalten und mich selbst zu feiern.

Das werde ich aber mit meinem neunten Bloggeburtstag und in Krems und Göttweig haben sich auch einige der dortigen Stammbesucher mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, für meine Bücher interessiert.

Eingeladen werde ich dort wohl so bald nicht werden, denn die sprechen ja auch von der Qualität und den Buchpreisträgern und mit dem Selbstgemachten kommt man noch immer höchstens nur zu einem „Selbfpublisher-Preis“ und ich auch nicht, denn ich veröffentliche ja nicht auf „Amazon“ und mit meinen Blog schaffe ich ja leider nur die zu interessieren, die sich bei mir gruseln wollen.

Aber trotzdem viele Pläne für die Zukunft, obwohl sie nicht wirklich neu sind und jetzt ein schönes Osterfest oder eine schöne Karwoche könnte man so sagen, die ich diesmal an Ermangelung eines Literaturprogramms zum Teil mit der Musikschiene der „Alten Schmiede“ verbringen will.

2016-11-08

Verleihung des ersten österreichischen Buchpreises an Friederike Mayröcker

Nun also ist er vergeben der erste österreichische Buchpreis, die kleine Schwester des großen deutschen, den die Autoren, glaube ich, habe wollten, die schon mehr als drei Bücher hatten, also für den „Alpha“ nicht mehr in Frage kamen.

Zuserst hat es geheißen „Brauchen wir nicht!“, dann ging es sehr schnell und der Preis wurde ausgeschrieben. Meiner Meinung nach sehr unpassend, ein Monat nach dem Deutschen.

Aber was soll man machen? Ein Monat nachher ist ja die „Buch Wien“ und was ich so in den deutschen Blogs lese, ist er sehr unbemerkt geblieben und wahrscheinlich auch in der österreichischen Öffentlichkeit. Da habe ich doch mehrmals gehört zum Beispiel in der „Gesellschaft für Literatur“ aber auch bei Ö1 bei den Beispielen, daß Reinhartd Kaiser Mühlecker für die deutsche Shortlist nominiert war, daß er auch auf der öst. LL stand wurde dabei nicht erwähnt.

Auf die öst. SL ist er nicht gekommen, da standen naturgemäß und zu erwarten Friederike Mayröcker, Peter Henisch mit seinem neuen Buch, das ich sehr gerne lesen würde, aber leider hat „Deuticke“ auf meine Anfrage nicht mehr reagiert, dann Sabine Gruber, Anna Mitgutsch und für mich die Überraschung und sehr sehr toll, Peter Waterhouse mit seinen „Auswandernden“.

Bei der deutschen LL habe ich diesmal auch achtzehn von den zwanzig Büchern bekommen, bei der österreichischen waren es nur fünf, was aber insofern nicht so viel machte, daß ich die meisten Bücher schon bei den „O-Tönen“ kennenlernten und die die mir bisher unbekannt waren, wie der „Gemischte Satz“, das Buch der Kathrin Röggla und eben den Peter Waterhouse, habe ich ja bekommen.

Wie weit die österreichische Bevölkerung etwas vom österreischishen Buchpreis mitbekommen habe, bin ich mir nicht sehr sicher. Ich glaube nicht sehr viel, obwohl es heute, einen Bericht im „Kurier“ gegeben hat und in den Berichten, hat man meistens das Gesicht der Friederike Maxyröcker gesehen, also ganz klar, daß die alte Dame der Literatur diesen Preis gewinnen muß und das, das schreibe ich jetzt gleich, auch hat.

Vielleicht ein wenig unfair, den vier anderen Nominierten gegenüber, die da ja vielleicht nur eine Art Staffage bildeten und dann gab es  auch den Debutpreis mit Sacha Battyani, Friederike Gössweiner und Katharina Winkler und da hätte ich mir bei einer Beurteilung ja sehr schwer getan, das heißt, eigentlich bin ich nach der Leseung schon der Meinung, daß Katharina Winklers Buch das literarischtste der drei ist, obwohl ich andererseits nicht ganz sicher bin, ob die in dem Buch geschilderte Frau, tatsächlich so sprechen würde.

Ich war ja schon ganz sicher daß Katharina Winkler den „Alpha“ gewinnen wird, was nicht so war, was mir die Möglichkeit einräumte, irgendwann einmal auch Barbi Markovics  „Superheldinnen“ zu lesen und nach einem Gespräch mit dem Alfred, daß dieser Preis ja von der Arbeiterkammer vergeben wird, war wahrscheinlich auch klar, daß Friederika Gösweiners Schilderung des Prekariats der Dreißigjährigen, die größten Chancen haben wird und so sage ich es wieder gleich, Katharin Winkler ist wieder übrig geblieben und hat jetzt noch eine oder vielleicht auch viele andere, aber jedenfalls, die Chance auf den „Blogger-Debutpreis“, denn da ist sie ja mit neunundvierzig anderen, darunter ebenfalls Friederike Gösweiner nominiert und wenn ich so lese, was die Blogger schreiben, ist sie da so gar nicht chancenlos.

Ich würde es ihr jedenfalls wünschen, muß aber erst die Bücher der anderen Nominierten lesen und heute ging es ja um Österreich und, um den ersten öst Bp, der am Vorabend der „Buch-Wien“ im Casino am Schwarzenbergplatz, vergeben wurde.

Man mußte eine Einladung haben, um hineinzukommen und am Eingang auch eine Weile Schlage stehen, bis der Name abgehakt war. Vor mir warteten beispielsweise Hubert Winkels, der Vorsitzende der „Bachmannpreisjury„, also prominent besezt. Der Buchhandel, die Verlage und alle anderen Literaturmenschen waren da, darunter auch ich, die kleine Schreiberin und Bloggerin, die angeblich so unverständlich ist, aber Klaus Khittel, der ja mit Peter Henisch befreundet ist, Robert Huez vom Literaturhaus und und und.

Zwei Schauspieler haben ähnlich wie beim „Ohrenschmaus“, der ja übermorgen vergeben wird und, wo ich eine Laudatio halten darf, moderiert und auch gelesen, vorher haben sie aber den neuen zuständigen Minister, sowie Benedikt Föger vom Hauptverband und Rudi Kaske von der AK, zu ihrem Leseverhalten befragt.

Das haben sie sich wohl vom „Bachmannpreis“ abgeschaut, die Fragen, die die Geldgeber auch immer beantworten müssen und die zählen dann auch brav auf, daß sie gerne Krimis oder auch was anders lesen, aber leider, leider nicht  viel Zeit haben!

Dann kamen fünf Minuten oder so Leseproben aus den nominierten Büchern. Zuerst die Debuts und da hat, wie schon erwähnt, Friederike Gösweiner gewonnen.

Danach wieder Musik, da improvisierten zwei junge Männer, glaube ich, sehr leidenschaftlich und dann die Texte der fünf nominierten Hauptautoren und weil ich mich bei meinen Prognosen ja immer irre, habe ich gedacht „Hoffentlich irre ich mich nicht schon wieder!“, denn etwas anderes als die F. M. wäre ja sehr schlimm und da ist es ganz egal, was in den Büchern steht, die ja sehr interessant sind und allesamt, wie ich schon beschrieben hab,e einen sehr guten Einblick in die österreichische Gegenwartsliteratur geben kännen.

Die Blumen der Frau Mayröcker sind sehr poetisch, Peter Henisch geht in seine Kindheit und das Nachkriegs-Wien zurück, Peter Waterhouse beschäftigt sich sehr poetisch mit der Flüchtlingsrfrage, nimmt die Worte auseinander und setzt sie neu zusammen und hat auch noch sehr schöne Ilustrationen dabei.

Anna Mitgutsch schildert eine sehr schwierige Vater Tochter Beziehung beschäftigt sich dabei mit dem Älterwerden und dem Sterben, sowie mit der leidigen Frage, „Papa, was hast du im Krieg gemacht?“, die sich inzwischen schon an die Groß- und bald an die Urgroßväter richtet und Sabine Gruber, von der ich auch schlechte Rezensionen gelesen habe, beschäftigte sich mit einem Kriegsfotografen und auch mit der Flüchtlingsfrage.

Sehrinteressant das alles und wir haben nun die erste österreichische Buchpreisträgerin, bin gespannt, wie weit das nach Deutschland und in die schweiz dringen wird?

„Lesen Sie all die Bücher!“, forderten auch die Moderatoren auf, bevor sie die Leute  an das Buffet entließen und ich habe mich mit Klaus Khittel und Matthias Fallenstein intensiv unterhalten, Susanne Ayoub kurz begrüßt und dann auch Henirke Blum vom „Literaturbüro“ angesprochen und mich für ein Rezensionsexemplar bedankt, das sie mir sehr schnell und freundlich zukommen ließ.

Es gab Fingerfood, sowas zu trinken und morgen geht es  los mit der neunten „Buch Wien“ und für mich in eine sehr literarische Woche.

Gibt es ja am donnerstgag beim „Ohrenschmaus“ im Museumsquartier auch eine Preisverleihung und am Freitag bei der „Buch Wien“ einen diesbezüglichen Nachmittag.

Dann geht es heim zu meinen literarischen Geburtstagsfest und die Bücher die ich mir zum  Geburtstag wünschte, stauen sich auch schon im Badezimmer.

Den Tomer Gardi, die Isabelle Lehn und die Marlene Streeruwitz vom Alfred und die Anna hat mir einen „Thalia Buchgutschein“ geschenkt, wo ich mir „Tram 83“ und Tillman Rammstedts „Morgen mehr“ besorgte und jetzt mǘßte noch das Buch vom Peter Henisch zu mir kommen, aber die Blumen der Friederike Mayröcker und Anne Cottens Versroman sind sicher auch sehr interessant.

2016-08-13

Doppeltes Buchpreisgeplauder

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:24
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In einer guten Woche ist es wieder soweit, da wird die Longlist des deutschen dBps bekannt gegeben und nochmals zwei Wochen später, am sechsten September, die des österreichischen Buchpreises, den es heuer, auf Initiative der österreichischen Autorenschaft, die ihn wahrscheinlich gewinnen will, zum ersten Mal gibt und da werde ich mir jetzt  ein paar Gedanken  machen, was daraufstehen könnte, beziehungsweise ab dreiundzwanzigsten August wieder mitlesen, wenn auch nicht so verbissen und intensiv, wie letztes Jahr und höchstwahrscheinlich auch nicht alles, sondern nur das, was auf meine Anfrage  kommt und nicht mehr in die Buchhandlungen lesen gehen und mir auch nichts mehr vom lieben Otto ausborgen.

Das heißt meine Leser könnte ich natürlich fragen, ob sie mich nicht dabei unterstützen und mir eines der Bücher im Gegenzug mit eines von mir  tauschen wollen.

Das habe ich schon im vorigen Jahr so gemacht und es ist keine Reaktion darauf gekommen, also nehme ich an, daß es auch heuer so sein wird, die Verlage haben mir aber, glaube ich, so zehn, elf Bücher geschickt und das denke ich wird auch heuer  so sein.

Den deutschen Buchpreis gibt es ja seit 2005 und da hat ihn Arno Geiger gewonnen, dessen „Es geht uns gut“ auf meiner Leseliste steht, weil ich es im Schrank gefunden habe und ich sehe diese Aktion, das habe ich schon öfter geschrieben, als Versuch des Buchhandels, den Käufern das angeblich beste Buch des Jahres unter siebzig- oder neunzigtausend Neuerscheinungen schmackhaft zu machen und unter dem Christbaum zu legen und dabei noch zuerst auf neunzehn und dann auf fünf andere Bücher aufmerksam zu machen.

Das halte ich, wenn man sich bewußt macht, daß das ausgewählte Buch nur eines von vielen ist, für eine gute Idee und bin, glaube ich, seit 2009 besonders an dem Preis interessiert.

Vorher kann es sein, daß er eher an mir vorbei gegangen ist. Aber da habe ich schon gebloggt und bin auf dieses Leseprobenhefterl aufmerksam geworden, daß es in Wien nicht gibt und bin ihm nachgejagt.

Daß ich alle Bücher lesen könnte auf diese Idee bin ich erst 2013 gekommen, als „Buzzaldrin“ die Aktion“ fünf lesen vier“ oder „vier lesen fünf“ startete.

Ich könnte ja auch die Bücher anfordern und habe es dann wegen meiner Bücherliste nicht getan, aber voriges Jahr, als sich diese „offiziellen Bücherblogger“ gebildet haben, habe ich nicht mehr widerstehen können und alle Bücher gelesen.

Heuer werde ich mich, wie geschrieben mit den zugesagten begnügen, denn am sechsten September geht es ja noch einmal mit dem österreichischen Bp los und das sind wieder zehn Bücher auf der Longlist und dann gibt es noch einen Debutpreis mit drei Titel, also werde ich sehr viel zu lesen haben und raten kann ich auch schon ein bißchen, was dann am 23. 8 und 6.9. draufstehen wird und da tue ich mir ein bißchen schwer, denn ich bin ja keine Vorschauleserin und habe auch von den Frühjahrsneuerscheinungen nicht wirklich viel gelesen, war aber in Leipzig und ein paar Debuts habe ich auch angefordert.

Also schauen wir mal was mir so bei dem deutschen Bruder, wo ja auch österreichische und Schweizer Bücher beziehungsweise Autoren enthalten sind, so einfällt. Da wurden  156 Titel eingereicht, wo dann zwanzig Romane auf der langen Liste stehen werden.

Der Martin Walser fällt mir da ein, Julie Zehs „Unterleuten“ und dann Sarah Kuttners 180 Grad Meer. Ronja von Rönnes „Wir kommen“ und Jan Böttchers „Y“ habe ich gelesen, da mir ja „Aufbau“ inzwischen seine Titel schickt. Antje Ravec Strubels „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ und Nellja Veremejs „Nach dem Sturm“ wäre auch schön, wenn es darauf kommt, denn dann müßte ich nicht soviel lesen.

Benjamin von Stuckhard Barre hat ein Kultbuch geschrieben und dann gibt es noch die Österreicher Norbert Gstrein, Michael Köhlmeier und Thomas Glavinic, die ich auf der Liste vermute.

Tilmann Ramstdts „Morgen mehr“ fällt mir noch ein und dann vielleicht einiges von den heurigen „Bachmannpreis-Lesern“.

Da wäre ich über der Hälfte, bei den anderen lasse ich mich überraschen und was, die Österreicher betrifft, gibt es ja, außer dem Eigenverlag, keine Vorgabe, da können, glaube ich auch Erzählungen, Lyrikbände und dramatische Werke eingereicht werden, womit ich zu den drein schon erwähnten, die alte Dame Friederike Mayröcker setze und da gleich für den Preis plädiere, ansonsten habe ich in der literarischen Soiree gehört, Anna Mitgutsch hat eine Chance, Andre Heller, wenn es nach den dortigen Diskutanten geht, eher nicht, dafür würde ich aber Sabine Gruber mit ihrem neuen Buch schätzen und mir Juliya Rabinowichs „Krötenliebe“ wünschen, dann vielleicht noch Gertraud Klemm und Marlen Schachinger oder Emily Walton mit ihrem Fitzgerald-Buch und wir wären schon über zehn und was die Debuts betrifft habe ich ja einige gelesen beziehungsweise bei den O Tönen gehört, da gibt es im Septebmer auch eine Veranstaltung in der Arbeiterkammer, wo die drei ausgewählten Titel vorgestellt werden.

Die Shortlist für den östBp gibts dann am 11. 10 und am 8.11. am Vorabend der „Buch Wien“ gibts dann ähnlich wie in Frankfurt die Preisverleihung.

Spannend, spannend und auch sehr interessant, was davon in der Öffentlichkeit hängen bleiben wird und wie gut ich in meiner Vorschau bin und wenn wir schon bei der „Buch-Wien“ beziehungsweise dem „Hauptverband des österreichischen Buchhandels“ sind, der diesen Preis ja mit dem Bundeskanzleramt ausrichtet und auch ein Longlistenheftchen herausgibt, Inge Kralluper, die langjährige Geschäftsführerin, die ich bei den your fixes und anderen „Hauptverband-Veranstaltungen“ kennenlernen durfte, ist vorige Woche noch nicht ganz fünfzigjährig gestorben.

 

2016-08-07

Klassenliteratur

Ich leide ja, wie meine Stammleser wissen dürften, an der Tatsache nicht und nicht in diesen Literaturbetrieb hineinzukommen und von ihm wahrgenommen zu werden, obwohl ich ja schon so viel geschrieben habe, jetzt ist ja wieder ein Buch von mir erschienen und mich so bemühe, was meine Kritiker manchmal bezweiflen und meinen, daß ich einfach nur nicht schreiben könne, was wörtlich genommen nicht stimmt, differizierter betrachtet, etwas Wahres haben dürfte, denn ich kümmere mich nicht so ganz um die Rechtschreibung, sondern meine eher, daß es ein Akt der Freiheit ist, so zu schreiben, wie man will, als sich nach oft gar nicht so einsichtbaren Regeln (schreibt man jetz Al traum mit b oder p) zu orientieren, bin etwas schlampig oder legasthen, war früher sehr gehemmt und als mir ein Freund vor vielen vielen Jahren, ich war, glaube ich, noch in der Straßergasse und habe ihm bei einem Spaziergang auf die Mostalm von meinem Wunsch nach der Matura mit dem Schreiben anzufangen, erzählt, daß es den Unterschied zwischen dem „Wie und dem worüber gibt!“, erklärte, schien mir das nicht so wichtig zu sein. Beziehungsweise war ich wohl schon damals überzeugt, eine „Worüber-Schreiberin“ zu sein, wollte realistisch, sozialkritisch, etcetera schreiben, inzwischen kommt wohl noch das Psychologische hinzu.

Eine Sprachspielerin bin ich also sicher nicht und das scheint ja eines der Kriterien, der sogenannten guten Literatur zu sein, nach der wir ja alle streben, obwohl wir sie dann vielleicht, weil zu schwierig, zu kompliziert, zu unverständlich gar nicht lesen.

Die Literaturkritiker und Wissenschaftler scheinen aber solche Kriterien im Ohr und Auge zu haben und so stehen bevorzugt solche Bücher auf den Buchpreislisten, gewinnen Stipendien, werden zu Festivals eingeladen, etcetera.

Aber ich wollte ja über die Klassenliteratur schreiben beziehungsweise, daß ich inzwischen nach fast fünfundvierzig Jahren mehr oder weniger erfolglosen Bemühen in den Literaturbetrieb hineinzukommen, diesen sehr sehr hierarchisiert sehe und an dem Gefühl leide, daß es offenbar total aussichtslos ist, etwas zu ändern, obwohl ja sehr viele Leute schreiben, sich durch die Selfpublisher, die das inzwischen einfach tun, ohne so viel nachzudenken, ob sie das überhaupt dürfen, auch schon einiges geändert hat, ich denke manchmal, ich habe keine Chance und wenn ich es auch noch so sehr probiere und das ist kein sehr gutes Gefühl, obwohl ich auf der anderen Seite ja sehr beharrlich bin, es nach, wie vor versuche, nicht aufgebe, etcetera.

Aber vielleicht wirklich nicht viel versucht habe, mich anzupassen. Zum Beispiel habe ich nie ernsthaft versucht experimentell zu schreiben, höchstens in der Schreibgruppe hie und da ganz spielerisch und verständlicher werde ich trotz meiner Bemühungen, wie ich fürchte auch nicht wirklich und die Rechtschreibfehler bleiben, obwohl ich mir, die „Berührungen“ jetzt schon zum fünften Mal laut durchlese, um ihnen auf die Spur zu kommen.

Sehr hierarchisiert also der Literaturbetrieb und wenn man inzwischen von einer Zweiklassenmedizin spricht, sehe ich hier fünf oder sechs und mich immer ganz unten, außen, nebenan oder vielleicht überhaupt nicht da, zumindest in der Sicht der anderen,  denn, ich glaube ja, daß ich ständig „Hier!“, schreie!, aber höchstwahrscheinlich flüstere ich nur, schicke nicht mehr an Verlage und bewerbe mich auch nicht mehr um Preise und Stipendien.

Tobias Nazemi, der kritische Buchpreisblogger mit den hohen Ansüprüchen, der ungeduldige, der schon mal ein Buch, wie den Ulrich Peltzer zu Seite legt, weil er ihm zu schwierig ist oder an Martin Walser und John Irving Briefe schreibt, daß sie endlich etwas anderes schreiben oder überhaupt aufhören sollen, hat jetzt einen Kriterienkatalog erstellt, welche Literatur ihn fesselt und für ihn so anspruchsvoll ist, daß er sie gerne liest.

Da steht dann wieder etwas, wie: weniger Handlung und, daß die Sprache wichtiger ist und das merke ich ja am österreichischen Literaturbetrieb, daß da neben den experimentellen, die Autoren mit den Sprachräuschen wie Andrea Winkler oder Valerie Fritsch hoch gelobt werden oder den „Priessnitz-Preis“ bekommen.

In Amerika gibt es angeblich keinen Unterschied zwischen E und U Literatur, hier gibt es ihn immer noch.

E ist hoch und schwierig, U wird zwar sehr gelesen, aber keiner gibt es zu und jeder rümpft die Nase, obwohl ja vielleicht auch Thomas Glavinic ein Beispiel ist, dem es gelungen ist, diese Kriterien zu brechen und in den oberen Ligen des österreichischen Literaturbetriebs spielt und den muß man vielleicht auch von den anderen Literaturmärkten unterscheiden und abgrenzen, denn der ist ja sehr klein und hinkt dem deutschen Bruder immer etwas nach, hat zum Beispiel erst seit acht Jahren eine Buchmesse, vorher hieß es „Buchwoche“ war im Rathaus und da stellten die österreichischen Verlage ihre Bücher aus, aber eine Messe ist ja international und die österreichischen Autoren gehen auch, sobald sie es können zu „Suhrkamp“ oder „Hanser“ und die großen Amerikaner, die da vielleicht auch ein wenig anders sind, gelten als das unerreichbare Vorbild, aber die erzählen, schreiben vom Sex, dem Älter werden und dem Sterben und bringen ihren Kindern schon in den Schulen und Colleges das Schreiben bei.

Den österreichischen Buchpreis gibt es heuer auch erst zum ersten Mal und ich bin schon gespannt, wer da auf der Liste stehen wird?

Thomas Glavinic, Michael Köhlmeier, Norbert Gstrein und vielleicht auch der soeben erschienene  Roman von Sabine Gruber würde ich vermuten und dann natürlich die Grand Dame Friederie Mayröcker mit ihren „Blumen“ und wahrscheinlich noch einiges andere, da der östBp ja, glaube ich, nicht auf Romane beschränkt ist.

Die österreichische Literatur ist sehr experimentell und hat mit Jandl und mit Thomas Bernhard durchaus sehr unverwechselbare Akzente hervorgebracht und dann gibt es ja auch noch „unsere“ Nobelpreisträgerin Jelinek und die Marlene Streeruwitz und und und wie ist das jetzt mit den Hierarchien über die ich stöhne und an denen ich scheitere?

Die Ersten und Bleibenden waren und sind ja, daß ich mit meiner angeblich nicht so sperrig und kantigen, aber dann doch wieder unverständlichen Literatur es nicht in die Verlage, großen Zeitschriften und zu den Stipendien schaffte und dann ist man ja schon draußen und spielt in einer andere Liga.

Denn auch die Verlage sind sehr hierachisiert und auf den Buchpreislisten stehen bevorzugt die großen, während es auf der anderen Seite die Hotlist mit ihren unabhängigen Verlagen gibt, die sich ja auch sehr bemühen, darauf zu kommen.

Es gibt die großen, die mittleren und die Kleinverlage. Ich gehe ja zu sehr vielen Veranstaltungen und auch zu denen, wo die Kleinverleger ihre Bücher ausstellen.

Früher gab es die xxx-small, ich weiß gar nicht mehr so genau, ob es diese Kleinmesse noch gibt, sie ist jedenfalls nicht mehr im Amerlinghaus und als ich einmal in der Jury für die Buchpreisprämien war, den Katalog der österreichischen Neuerscheinungen der IG Autoren zugeschickt bekam und daraus meine Vorschläge machte, war ich sehr erstaunt, daß die anderen Juroren meine Vorschläge, weil zu unbekannt, nicht gut genug, etcetera, oft ablehnten und dann meisten, die großen Nanen mit den großen Verlagen auf dieser Liste stehen, die dann auch im Literaturhaus und in der „Gesellschaft für Literatur“ lesen.

In der „Alten Schmiede“ ist das immer noch ein bißchen anders, denn da gibt es ja die „Textvorstellungen“ und da bekomme auch ich gelegentlich einen Termin, das Publikum das aber auch nach den großen Namen oder zu seinen Freunden geht, hält sich auch da in Grenzen und, die ganz großen Namen wie Thomas Glavinic, Daniel Kehlmann, etcetera lesen im Rabenhof und da muß man Eintritt zahlen.

Es schreiben aber immer mehr Leute, die dann meiner Erfahrung nach oft wenig lesen und so gibt es inzwischenauch weniger etablierte Orte oder Orte für Alltagskultur, wie sich der „Read!!ingroom“ beispielsweise nennt, die bekommen dann keine Subentionen und laufen so mit einem Körberl oder einer Spendendose herum und die Honorare, wenn man welche bekommt, liegen unter der hundert Euro Grenze oder machen überhaupt die Hälfte aus und das ist schon wieder eine Hierarchie, denn die großen anerkannten Autoren, bekommen ja viel mehr und ich lese inzwischen, wenn ich lese, meistens umsonst, weil ich das ja gerne tue und dann in kleinen Räumen mit oft wenig oder gar keinen Publikum, bin aber eine, die sich für das Schreiben und das Lesen über den Tellerrand ausspricht, jeden ermuntern möchte und viel oder das meiste auch sehr interessant findet.

So habe ich eigentlich keine strengen Kriterien oder eigentlich nur das, der Ernsthaftigkeit und der Authentizität, tue mir ein bißchen mit dem Experimentellen und den Sprachräuschlern schwer, gehe aber zu ihren Lesungen.

Schwierigkeiten habe ich vielleicht mit dem allzu Lustigen und Aggressiven und würde so Thomas Glavinic nicht zu meinen Lieblingsautoren zählen und der andere große Thomas, der mit dem so vielgelobten Sprachrhythmus, der mich anfangs auch sehr ansprang, ist mir inzwischen zu negativ und, daß der Literaturbetrieb aus vielen vielen Hierachiestufen besteht und mich nicht und nicht hinein läßt. ist immer noch etwas, was mich sehr beschäftigt, obwohl ich inzwischen im „Literaturgeflüster“ und auch sowas, wie eine Selbstpuplisherpionierin bin und das noch machte, als es „Eigenverlag“ hieß und ungefähr das letzte Fettnäpfen war, in das man treten konnte, es sehr viel, allerdings auch sehr unbeachtet tue.

Die Selbstpublisher haben sich ja inzwischen ihren Raum geholt, füllen in Leipzig und in Frankfurt ganze Hallen, buchen Marketingkurse, kaufen sich ein Lektorat und eine Covergestaltung und verdienen sich angeblich bei „Amazon“ krumm und deppert, etwas, was ich eigentlich nicht glaube und es noch immer sehr schade finde, daß ich die Hierarchien nicht durchbrechen kann und sich niemand für meine vierzig selbstmachten Bücher interessiert.

Das finde ich sehr schade, denn ich denke ja, ein Blickchen über den Tellerrand kann und sollte nicht schaden und lese mich  selber ziemlich quer und durch und denke, daß es ja schön ist, wenn jeder schreibt, der das will, obwohl ich damit den Unterschied zwischen Kreativität und Kunst, eigentlich sehe ich ja keinen, unterbreche.

Außer Tobias Nazemis Plädojer für die anspruchsvolle Literatur habe ich im Netz noch einen interessanten Artikel von Jochen Jung gefunden, der zu meiner Unverständlichbebatte passt.

Die Leute lesen keine komplizierte Literatur mehr, bedauert er daran, was er sehr schade findet und da sind wir wahrscheinlich wieder bei dem Unterschied von real und abgehoben, wie ich das einmal nennen möchte.

James Joyce und Arno Schmidt gelten, als große Autoren, die Leute verstehen sie aber nicht und lesen überhaupt immer weniger, lesen eher Facebook und spielen Pockey moon, wie er glaube ich auch schreibt und bedauert.

Sie lesen angeblich viele Chicklits, Krimis, Horror und Fantasy, etwas was im offiziellen Literaturbetrieb auch nicht vorkommt, also wieder eine Hierachie, die es offiziell nicht gibt, aber in Leipzig und in Frankfurt viele Hallen füllt und viele Verlage verdienen läßt.

Noch einen Artikel habe ich gefunden, da bedauert einer, daß auf den Parties nicht mehr über den einen großen Roman diskutiert wird.

„Was du hast den neuen Gstrein, Glavinic, Köhlmeier noch nicht gelesen?“

Die Buchpreisintitativen sind ja, glaube ich ein Schritt dagegen oder ein Versuch die Neunzigtausend jährlichen Neuerscheinungen, wer soll das wirklich alles lesen, wenn ich jährlich nur mehr hundertfünfzig jährlich schaffe, mit einigen Zwischenschritten auf das eine angeblich beste Buch des Jahres einzudämpfen, daß das zu Weihnachten unter dem Christbaum liegt und im Frühjahr darauf noch originalverpackt auf Flohmärkten oder in den ein bis drei Euro Abverkaufslisten.

Dagegen, daß das funktioniert spricht wohl, daß die Geschmäcker verschieden sind und, daß auf den Buchpreislisten, obwohl die Buchhändler ja tapfer dagegen aufschreien, der Geschmack, der Juroren, die oft Literaturwissenschaftler und Kritiker sind, zu finden ist und der heißt dann Reinhard Jirgl, Ulrich Peltzer oder Frank Witzel und wenn ich jetzt rasch mal frage, wer hat im letzten Jahr den dBp gewonnen, welche Bücher von der Liste kennt ihr noch und welche davon habt ihr gelesen? Wird vielleicht ein Schweigen oder ein Achselzucken zur Antwort kommen.

Der Literaturbetrieb ist also hierachisiert und läßt mich, weil ich nicht rechtschreiben kann und will und realistisch bin, nicht hinein, die Selfpublisher zucken die Achseln und machen es selber, die vierzig Prozent funktionalen Analphabeten und die die ein broken German sprechen, werden sich auf Facebook, Groschenherfterln, die sie sich jetzt angeblich auch illegal downloaden und Computerspiele beschränken und ich lese mich tapfer weiter über den Tellerrand, lese morgen mit Musikbegleitung, Gitarre und Flöte von zwei Musikern, die schon mit Ferdinand Schmatz performten und bin gespannt, wie es meiner realistischen Sommergeschichte dabei gehen wird, lese demnächst auf dem Volksstimmefest und kann da schon verkünden, daß es die neue Anthologie, wo ein Stückchen meines „Schutzengelchens“ enthalten ist, schon gibt und am Volksstimmefest erhältlich sein wird.

Ich schreibe nach wie vor viel und kämpfe gegen oder auch für den Literaturbetrieb, wo die auftrebenden Autoren immer jünger werden und es jetzt auch einen Debutpreis und eine Debutschiene bei den Ö Tönen gibt, die ich sehr interessant finde und das Schreiben der dreißigjährigen jungen Frauen und Männer, die vielleicht die Leondinger Literaturakademie besucht haben und über das Prekariat und die Generation Praktikum schreiben, aufmerksam verfolge.

Und ich schreibe wahrscheinlich weiter über meine depressiven alten Frauen, über die erfolglosen Autoren, über Demenzen und machmal auch über das Cafe Wolke am Himmelsbogen wo sich Stefan Zweig und Heimito von Doderer mit dem Fräulein Anne bei einer Schale Gold und einer heißen Schokolade mit einer großen Schlagobershaube treffen.

Den Herrn Professor und den jungen Dichter habe ich auch schon einmal dorthin geschickt und bin damit auf Platz dreizeh beim „Lutipold Stern Preis“ gekommen und aus gegebenen Anlaß leider auch den Rolf Schwendter.

Ja und beim „Max von der Grün-Preis“ habe ich trotz meiner Realsitk nie etwas gewonnen, dort aber wohl sehr bemühte Autoren wie Rudi Lasselberger und Dietmar Füssel getroffen, die auch in Kleinverlagen publizieren, wenn sie es nicht überhaupt ebenfalls selber mache, die ich regelmäßig lese.

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