Literaturgefluester

2017-05-10

Binde zwei Vögel zusammen

Jetzt kommt noch ein Geburtstagsbuch und zwar Isabelle Lehns Debutroman „Binde zwei Vögel zusammen“, aus dem sie im Vorjahr in Klagenfurt las, auf der Longlist des „Debutpreises“ stand, aber leider für die Shortlist nicht ausgewählt wurde, was ich insofern bedauere, weil ich dann ihr meine Stimme gegeben hätte, als das für mich beste Buch aus der Liste, aber ich habe ja nicht die gesamte Longlist gelesen, nur ein paar davon.

Ein auch nicht auf Shortlist gekommenes Debut war Nele Pollatscheks „Unglück anderer Leute“, die damit gerade den Förderpreis des „Hölderlin-Preises“ bekam, die Hauptpreisträgerin ist Eva Menasse und ich erwähne das, weil Nele Pollatschek eine der „Amazon-Rezensenten“ für „Binde zwei Vögel zusammen“ ist, was ich sehr spannend finde.

Isabel Lehn wurde 1979 in Bonn geboren, lebt in Leipzig, hat dort das Literaturinstiut besucht, ist dort auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und hat der der letzten „Alumnilesung“ auch aus dem Buch gelesen und ihr Buch ist zumindest vordergründig das poltische Buch des Jahres, würde ich mal sagen, daß die so oft beklagte fehlende präsante Situation der Welt bearbeitet und hintergründig, würde ich hinhzufügen, ist es sehr kompliziert und nicht zu fassen, weil es, wie ein Verwirrspiel die Ebenen ständig wechselt, so daß man sich bald nicht mehr auskennt und nicht mehr weiß, worum es hier wirklich geht?

Aber vielleicht hilft hier das Titelzitat, das auf Seite fünfundreißig zu lesen ist: „Binde zwei Vögel zusammen, sie werden nicht fliegen können, obwohl sie nun vier Flügel haben“

Ja, richtig darum geht es und da ist der Ich-Erzähler Albert Jakobi, ein Journalist, der irgendwie in ein Ausbildungscamp oder in ein Trainingslager geraten ist, wo er den Paschtunen Aladdin spielen soll, der achtundzwanzig Jahre alt ist, verheirat und drei Kinder hat und in dem afghanischen Dorf, das eigentlich in Bayern liegt, ein Cafe betreibt, das nur einen einzigen Gast hat. Außerdem rennt der Superviser herum und brüllt Anweisungen vor sich her und die Talibans greifen auch ständig an.

Das Ganze wird von einer Firma organisert, auch das Arbeitsamt schickt Kanditaten für sechs Wochen hin und wenn man sich nicht an die Regeln hält, wird man zurückgeschickt und darf später nicht mehr hinkommen.

Albert Jacobis oder Aladdins sechs Wochen sind bald aus, so kehrt er in sein reales Leben, nach Leipzig, wenn ich richtig kombinierte und zu seiner Freundin zurück und will über den Einsatz schreiben, obwohl er ja eigentlich ein Schweigegelübde unterschrieben hat.

Es geht auch nicht, er bringt es nicht zusammen und kommt draußen in der schönen friedlichen Welt auch nicht mehr zurecht. Die Paranoia holt ihn ein, Aladdin sitzt plötzlich neben ihm auf der Parkbank, läßt ein Buch liegen, klaut ihm dafür sein Handy und ruft damit seine Frau und seine Kinder in Afghanistan an und läßt ihn die Rechnung zahlen.

Das Buch das er liegen gelassen hat, stammt von Elisabeth Langgässer und wurde 1936 geschrieben und Aladdin ist auch ein Flüchtling, der mit dem Buch Deutsch gelernt hat, um über die Grenze zu kommen, etcetera, etcertera.

Wem das noch nicht kompliziert genug ist, kann sich mit Albert Jacobi in die Real life Situationen des deutschen Hartz IV Lebens gegeben, wo die Kanditaten in Supermärkten, wo keine echten Kunden sind, den Verkaufsallteg nachspielen müßen und vor den Sozialmärkten bekommt man ein Los, damit es gerechter ist, wenn man als letzter hineinkommt und nur mehr das verwelkte Gemüse vorhanden ist.

Dazwischen gibt es dann noch die Nachrichten vom  wirklich echten Leben des Jahres 2014, wo das Buch offenbar geschrieben wurde, die Todesfälle, die Flugzeugentführungen, die Terroranschläge, die Erschießungen, etcetera.

Noch einmal ganz real bewerben sich, sowohl Albert und seine Freundin für neiue Jobs und während die nach München fährt, um die Probezeit zu beginnen, wechselt Albert mit Aladdin seine Identität, läßt ihn mit seinen Papieren in seiner Wohnung zurück und macht sich auf ein weiteres Training zu beginnen.

So habe ich es mir gelesen, vielleicht läßt sich die Geschichte, wie Andreas Okopenkos „Lexikoroman“ auch anders interpretieren. Mir hat sie, auch wenn sie keine Lösungen anbietet und uns die Wirklichkeit vielleicht schon wieder überholt hat, sehr gut gefallen und wie erwähnt, ich bedauere es sehr, daß es nicht auf die Shortlist des Debutpreises gekommen ist, da es wahrscheinlich stärker, die politische Situation wiedergibt, als Shida Bazyars Geschichte, für die ich mich entschieden habe.

Aber, wie schon erwähnt, ich habe nicht alle Bücher gelesen und ein weiteres, das ich von Marc Richter gewonnen habe, daß es auch nicht auf die LL schaffte, steht jetzt auf meiner Leseliste.

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2017-02-20

Tierchen unlimited

„Hart, mitreißend und wahr: an einem Tag weggelesen, schallend gelacht“, schreibt Feridun Zaimoglu über das Debut des 1981 in Sarajewo geborenen Berufschullehrers Tiljan Silan, der wohl viel aus seiner Schule plaudert und in einem sehr harten, manchmal etwas slapstickartig übertriebenenen Ton das Hin- und Herpendeln zwischen Verletzung und Härte, Traum und  Wirklichkeit seiner traumatisierten Schüler oder derer, die jetzt mit Migrationshintergrund aus Syrien oder Afghanistan mit ihren unverarbeiteten Erlebnissen in einer Welt der Härte, Verständnislosigkeit, des Mulitkultikampfes und der Pegidademonstrationen aufwachsen.

„Die Geschichte eines Jungen im bosnischen Bürgerkrieg, seiner Flucht nach Deutschland und das Leben unter deutschen Neonazis“, erklärt uns der Buchrücken und es beginnt gleicherweise dramatisch und vielleicht gar nicht so komisch mit einer Flucht nackt auf dem Rennrad.

Der Ich-Erzähler wurde vom Bruder seiner Freundin Leonie aus dem Bett geprügelt, flieht so in das Krankenhaus nach Frankenthal, wo er seine Schulfreundin Sarah-, die inzwischen Polizistin geworden ist, interessant die Rollenumkehr in Silas Werk, die ich als ironisch interpretieren würde, die Mutter ist Physikerin, der Vater hat Bibliothekswissenschaften studiert und die Schulfreundinnen, deren Brüder Neonazis sind, werden alle Polizistinnen, der Ich-Erzähler studiert dagegen, wie sein Autor Germanistik und später Bibliothekswissenschaft, -widertrifft, die nimmt für ihn die Rache in die Hand, nennt ihn „Mausi“ oder braver Kerl, dabei war das Leben in den Neunzigerjahren in dem kriegsgeplagten Sarajewo, die Eltern sind mit dem Sohn 1994 nach Deutschland gegangen, gar nicht so brav, sondern hart und er stahl mit seinen Freunden am Markt, den alten Frauen Pornohefte, die er dann mit den Soldaten gegen Luchpaketen tauschte und, als er schon in Deutschland war, ging es-, die Flucht wird wahrscheinlich ebensowenig komisch, vielleicht ist das die Schilderung, wohl aber nicht die Realität, in einem überhitzen Bus geschildert, wo sich alle bis zur Unterwäsche ausziehen müssen, dabei entsetzlich stinken und sich, weil sie nicht hinauskönnen, auch anmachen müssen und er zuerst in eine Hauptschule kam, weil seine akademischen Eltern, das deutsche Bildungswesen nicht verstanden, aber die Mutter hat ihren Traum, als Hilfsdozentin auch nicht wahrmachen können und was macht ein studierter Bibliothekswissenschaftler in Deutschland, wenn er kein Wort dieser Sprache spricht,  -weiter mit dem harten und wahrscheinlich nicht so komischen Leben, das, die mit dem Migrationshintergrund und wahrscheinlich auch die ohne in den überfüllten Hauptschulen erleben.

Siljas Held erlebte seine Jugendlieben mit den Schwestern von Nazibrüdern, die ihm dann eben aus dem Bett prügelten, studiert später in Heidelberg und geht mit seiner Studienkollegin Grace, die aus Taiwan kommt, einbrechen.

Da stiehlt er auch einmal ein Auto, wird vom Verfassungsschutz beobachtet und eine Melanie kommt vor, die eigentlich Schriftstellerin werden will, aber auch Polizistin wird und, die er für die strenge Sarah beobachten soll und am Schluß endet das Ganze in einem Traum.

Dem Helden wird, das am Ende des Buches, das mir ein bißchen ungeordnet erzählt erschien, da ist die Zusammenfassung geordneter, aber Traumatisierungen verlaufen eben nicht gradlinig, sondern ungeordnet und in Flashbacks, klar, das mit „In einem Moment halben Bewusstseins verstand ich, dass ich schlief und träumte“ endet und ich habe wieder ein sehr interessantes Debut gelesen, von dem ich nun gespannt bin, was ich von dem Buch noch hören werde und, ob und auf welche Short- oder Longlist es kommen wird, das uns in sehr harten Worten, die mich eigentlich abschrecken hätten sollen, denn ich mag keine Aggressivität, von dem Leben und Aufwachsen im Krieg und dem Leben nachher in der neuen Heimat unter lauter wirklichen oder vermeintlichten Neonazis erzählt.

Dazu noch zwei Anmerkungen oder Kritikpunkte, erstens habe ich den Titel nicht ganz verstanden und zweites wies das Buch, das ich mit einer Schutzhülle, dreimal, also in drei Tagen gelesen habe, nach der Benützung deutliche Gebrauchsspuren und einen zerrissenen Buchrücken auf, was eigentlich nicht sein dürfte, da ein Buch mit einem so wichtigen Thema  länger haltbar und auch mehrmals gelesen werden können sollte.

2017-01-06

Astronauten

Filed under: Bücher — jancak @ 00:38
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Jetzt kommt eines der Weihnachtsbücher von 2015, nämlich Sandra Gugics Debutroman „Astronauten“, deren literarischen Karriere ich ja auch von Anfang an verfolgen konnte.

1976 als Tochter von serbischen Gastarbeitern geboren hat sie 2008 den EXil-Literaturpreis gewonnen, dann war sie beim Klagenfurter Literaturkurs, hat in Wien und in Leipzig Sprachkunst studiert, im letzten Jahre den „Priessnitz-Preis“ bekommen, Hans Weigel-Stipendiaterin ist sie auch und 2015 ist bei Beck ihr Debutroman „Astronauten“ erschienen.

Da war ich bei der Präsentation in der „Gesellschaft für Literatur“ und habe da mit den Episoden von sechs Menschen die in einem Sommer über eine Stadt ziehen, gar nicht so viel anfangen können.

„Na ja!“, habe ich mir wahrscheinlich gedacht oder „Ein typischer Debutroman!“.

Ich habe auch versucht ihn mir zu bestellen, aber bei „Ch. Beck“ ist das schwer ein Mail zu schreiben und so habe ich  das Buch voriges Jahr auf meine Geburtstagsliste geschrieben und gemeinsam mit Cornelia Travniceks „Junge Hunde“ vorige Weihnachten bekommen.

Und Tiere spielen in dem Roman, der wieder keiner ist, sondern eine Andeinanderfolge voll Sprachkunst erzählter Episoden über sechs Menschen, die einen Sommer in einer Stadt verbringen. Sich miteinander vermengen, sich wieder verlieren, alle irgendwie einsam sind, wie der Klappentext verrät und den ersten schönen Satz „Gott ist ein Astronaut“ gibt es auch, den wir  in dem Buch auch noch öfter wiederfinden und ich habe mich ja vor der Präsentation gefragt, wieso Sandra Gugic dazugekommen ist ihr Buch so zu nennen?

Bei Birigit Birnbachers „Debut „Wir ohne Wal“ hat es mich ja gestört, daß dieser Roman eine Aneinanderfolge verschiedener Erzählungen ist, die eigentlich nicht viel mit sich zu tun haben. Hier gibt es keinen Plot und keine Handlung, aber Ereignisse und auch Verknüpfungen und das ist eigentlich etwas, was meinem Schreiben sehr ähnlich ist und ich es mit dem „Frühstücksprojekt“ auch gerade probiere.

Aber natürlich Kritiker, aufgepasst, meine Sprache ist nicht so schön und auch nicht so frisch modern, bin ich ja schon über sechzig, aber Sandra Gugic ist auch schon vierzig, hat aber einen sehr frischen Ton und bei „Amazon“ habe ich gelesen, daß das Besondere an dem Buch ist, das jede Person ihre eigene Sprache hat.

Warum geht es jetzt werden meine Leser jetzt schon ungeduldig fragen? Also da sind sechs Menschen, fünf Männer eine Frau, Darko, Zeno, das sind zwei Jugendliche, die wahrscheinlich aus Serbien oder sonstwo aus Exjugoslawien kommen oder dort ihre Wurzeln haben, Alen ist der Vater von Darko, Alex ein drogensüchtiger Kleinkrimineller aus guten Haus, wie im Klappentext steht, Niko ist Polizist und Mara ist eine Künstlertochter.

Die verleben jetzt ihren Sommer in drei Teilen, verknüpfen sich, verlieren sich und erzählen oder erleben auch sehr schöne Geschichten. Mara, die Künstlertochter ist die Meisterin darin, ihre erste Szene beginnt in einer Galerie. Da geht sie mit ihrer Schulklasse hin und dort hängt offenbar auch ein Bild, auf dem ihr Vater ihre Mutter malte.

Der Vater ist inzwischen verschwunden, die Mutter irgendwie seltsam depressiv, sitzt am Boden und betet ihren Guru an und Mara geht zu ihrer Therapeutin und da denkt sie sich Geschichten aus, nämlich, daß die Theraueutin nicht in das Institut, Anstalt darf man die Klinik, wo die Therapie stattfindet, nicht nennen, weil sie einen Hund überfahren hat, den begräbt sie dann nachts und ein Fuchs kommt und gräbt ihn wieder aus und Eichhörchen überfallen überhautpt die Stadt, dringen bis zur Schmerzgrenze in einen Supermarkt ein, man sieht, wirklich sehr schöne Bilder.

Es spielt aber auch die Kriminialität eine große Rolle, der drogensüchtige Alex und Zeno, dem von seinem Vater immer wieder angedroht wird, zurück nach Serbien oder sonst wohin gebracht zu werden, der halbgepackte Koffer steht immer im Zimmer, drehen krumme Sachen, der Polizist Niko soll vermitteln, während der Taxisfahrer Alen seinen Sohn deshalb im Sommer bei sich hat, weil der Großvater, wo er sonstwohnt im  Sterben liegt, Krebs hat und man ihm das nicht sagen darf.

Darko ist in Mara verliebt, die beginnt aber obwohl noch minderjährig ein Verhältnis zu Alen, sitzt in seinem Taxi, faltet Füchse oder fotografiert und am Schluß fahren alle irgenwohin und wir haben einen sehr poetischen Debutroman, einer sehr poetischen Autorin gelesen, die eine sehr moderne Sprache hat, die im Gedächtnis bleiben wird, obwohl nicht alle „Amazon Rezensenten“ dieser Meinung sind.

2016-12-04

Das Unglück anderer Leute

Weiter gehts mit dem „Debutpreis-Longlistenlesen“ oder den ausgewählten Büchern, die ich diesbezüglich auf meiner Leseliste habe und da ist mir in wenigen Tagen, die zweite 1988 geborene, also unter Dreißigjährige begegnet, Nele Pollatschek in Ost-Berlin geboren, die in Heidelberg, Cambridge und Oxford studierte und gerade über „Das Böse in der Literatur promoviert“, wie am Klappentext des „Unglücks anderer Leute“ steht, das eigentlich und genaugenommen auch ein sehr böses Buch ist, das mich ein wenig ratlos macht, denn ich habe es ja nicht so sehr mit dem Humor im allgemeinen und daher mit dem „schwarzen“ ganz besonders nicht.

Es ist aber, das muß ich schreiben, ein sehr beeindruckendes Debut einer Achtundzwanzigjährigen, eines mit dem ich mehr anfangen kann, als mit Birigt Birnbachers, Jahrgang 1985, hochpoetischen zum Roman zusammengstoppelten Erzählungen, obwohl ich bei der  dritten Toten ausgestiegen bin und gedacht habe, das kann es doch nicht sein oder was soll denn das?

Aber wieder schön der Reihe nach, wie meine Leser es wahrscheinlich wollen, weil sie mich sonst unverständlich finden.

Auf Nele Pollatschek und ihr Debut, bin ich, glaube ich, während meines heurigen Frankfurtssurfings aufmerksam geworden und habe mir das Buch, glaube ich, schon bestellt, noch bevor ich auf den „Debut-Blog“ aufmerksam wurde, bei dem es auch eingereicht war.

Auf die diesbezüglich Shortlist ist es nicht gekommen und ich weiß noch immer nicht, ob ich es auf die solche tun würde, bis zum Tod der zweiten Großmutter hätte ich es wahrscheinlich getan und auch wenn man Äpfel mit Birnen natürlich nicht vergleichen kann, ist es wahrscheinlich „besser“ als Uli Wittstocks „Weißes Rauschen“ oder sogar Philip Krömers „Ymir“, aber Geschmack ist etwas sehr Subjektives und höchstwahrscheinlich die Summe der Lebens-Lese-und sonstiger Erfahrungen.

Ich mag ihn höchst wahrscheinlich, den schnoddrigen Ton, wie da der Rorschachtest erklärt wird, obwohl ich natürlich hinzufüge, daß er eigentlich das Diagnosemittel eines klinischen Psychologen und nicht des Psychotherapeuten ist, zumindest ist das bei uns in Österreich so und auch die Erklärung „Und wenn der Patient auf jedem Bild nur nackte Männer sieht, weiß die Therapeutin, daß du schwul bist!“, ist höchst unwissenschaftlich und nur der schnoddrigen Art, der jungen Autorin geschuldet, die sie in diesem Fall, dem sechzehnjährigen Eli in den Mund legt.

Nichts verstanden, also wirklich schön der Reihe nach. Da ist Thene, fünfundzwanzig, die, wie im anderen Klappentext steht, nur den Wunsch hat „Im alten BWM ihres Freundes in den Odenwald zu fahren, dort den Klapptisch aufzustellen, zu lesen, zu schreiben und ab und zu ein Stück Kirschenjokel zu essen“.

Kann sie aber nicht, denn sie ist erstens Oxfordstudentin und zweites hat sie eine „verrückte, meschugge, bekloppte“ oder, was auch immer Patschworkfamilie, die sie davon abhält und, um zu dem „Fried Symposium“ zurückzukehren und den Round Table Runden zur jüdischen Gegenwartsliteratur, die ich dort am vorletzten Montag hörte, könnte man Nele Pollatschek auch dort einreihen, denn es ist eine „jüdisch bekloppte“ Familie, die Thene hat oder zumindest ist das aus  Thens Sicht, die Mutter, die die Welt retten will, ihre Kinder aber dabei vernachläßigt, die immer rote Kleider trägt und blonde Haare hat…

So beginnt das Buch. Thene sitzt im Flugzeug mit ihrem Patchworkvater, dem schwulen Georg, der eigentlich, die bessere Mutter wäre, aber leider Thene, nach der Scheidung oder Trennung, die beiden waren, glaube ich, nicht verheiratet, die zehnjährige Tochter fünf Jahre allein ließ.

Jetzt ist er aber zurückgekommen und fliegt mit ihr und ihrer Oma Patrizia, Patzi genannt, nach Oxford, weil Thene dort den Master verliehen bekommt und sie stören oder unterhalten, das ganze Flugzeug mit der Schilderung, der verrückten Mutter, die sie unbedingt vom Flughafen abholen sollen, obwohl es dort einen Bus gibt, mit dem sie bequem bis zu Thenes Oxforder Wohnung fahren kann, aber die Mutter, die inzwischen noch zwei andere Kinder, aus anderen Beziehungen hat, ist störrrisch und eigensinnig, macht, was sie will und läßt, um andere zu retten, die Kinder viel zu viel allein.

Ein Beispiel wird noch geschildert, wie Thene mit der Mutter und dem fünfzehnhhrigen Eli  zu einer Zaubershow fuhr und Thene dann den Zug versäumte, weil die Mutter einfach nicht hören wollte.

So kommt es zu einem Kompromiß und die Mutter soll von der Autobahnauffahrt abgeholt werden.  So fahren alle mit dem Auto dorthin, kommen aber nicht weiter, denn es gibt einen Stau, Georg ruft die Mutter an, um sie davon zu verständigen, dann schweigt er in das Telefon, sagt „Mama ist tot“, „Quatsch!“, antwortet Thene die Ich-Erzählerin. So fängt es an und Thene geht dann mit bunten, statt den vorgeschriebenen schwarzen Socken, zu ihrer Masterfeier. Dann fliegen alle zurück nach Frankfurt, wo die Mutter wohnte, die Großmutter und der Vater wohnen in Berlin, Thene in Heidelberg mit ihrem Freund Paul, wenn sie nicht gerade in England ist und jetzt muß sie dem fünfzehnjährigen Halbbruder Elijah, der ein Hobbyzauberer ist, beibringen, daß Mama tot ist, die fünfjährige Trixi gibt es auch, aber die ist bei ihrem Vater untergebracht und während die Großmutter Quarkknöpfi zum Abendessen macht, kommt Elijahs Vater Ralf, der inzwischen zum orthodoxen Juden mutierte, mit dem „Tschulent“, das man offenbar zu einem jüdischen Todesfall bringt.

Thene schmeißt Ralf oder Menachem, wie er sich jetzt nennt, samt seiner Trauerspeise hinaus und hat jetzt anderes zu denken, denn sie braucht Geld für die Beerdigung der Mutter. Beate, deren Sekretärin, auch eine von der Mutter Fällen, denen sie aus der Not geholfen hatt, erklärt ihr aber, es gibt kein Geld und das Kuvert mit den zehntausend Euro, das in der Wohnung, versteckt sein soll, wird auch nicht gefunden.

Zum Glück gibt es aber die jüdische Gemeide, die da alles erledigt, so daß sich Thene, um nichts  kümmern muß. Die ist in zwischen mit ihren Geschwistern, Georg und dess Freund Christoff nach Berlin gefahren, weil Georg seine Arbeit nicht versäumen will. Das Begräbnis scheint auch dort stattzufinden und dort tauchen Georgs Eltern, Liesel und Karl auf, die aus dem Osten stammen. Liesel ist manisch depressive Alkoholikerin und Karl versucht sie vergeblich vom Trinken abzuhalten. Es kommt zur Katastrophe, die von Georg schon lange erwartet wurde, Liesel erschlägt Karl mit der Rotkäppchensektflasche und stirbt an einer Alkoholvergiftung und ab da kkippte es für mich oder war es erst, als Großmutter Patrizia tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurde?

Wahrscheinlich erst ab da, denn bis dahin erschien mir noch alles realistisch und gut erzählt und so liebe ich ja.

Dann wird aber über die Wahrscheinlichkeit der Todesfälle diskutiert, Eli tut es mit Thene, während er der kleinen Trixi, die nach ihrer Mutter fragt, ständig vorzaubern und etwas verschwinden lassen mußt, um sie zu beruhigen.

Ab da geht es rasant weiter und die Kaptiel, die wie das Alphabet von A nach Z führen, werden immer kürzer.

Georg und Christoff fallen von der Leiter. Thene, die führerscheinlose, fährt ihre Geschwister nach Frankfurt zurück und erfährt durch das Radio vom Tod Menachems. Dann verschwindet Trixie. Eli hat sie weggezaubert und wird von der Polizei abgeführt und auch Thene bleibt nicht lange allein oder lebendig, sie fährt in den Oldenwald und stirbt.

Und während sie sich noch fragt, ob sie nun im Himmel oder in der Hölle ist, hört sie die Stimmen ihrer Familienmitglieder und weiß, daß sie dorthin an-oder zurückgekommen ist.

„In ihrem verblüffenden Debut spielt Nele Pollatschek mit Statistik und Magie – und erzählt dabei eine tubulente, hochkomische und tieftraurige Geschichte vom Schicksalschlag eine Familie zu haben“, steht noch am Buchrücken.

Von meiner Ratlosigkeit, weil ich es mit den hochkomischen und dabei tieftraurigen Geschichten, in denen wieder einmal viel zu viel passiert, nicht so habe, habe ich schon geschrieben.

So erwähne ich  die Danksagungsseite, wo die junge Autorin ihrem Vater dankt, sie auf die Idee zu diesem Buch gebracht zu haben und verkneife mir die Frage, die ich sonst an dieser Stelle so gern stelle, wie weit und was davon autobiografisch ist, daß das Buch aber sehr verblüffend und ungewöhnlich ist, dem stimme ich sehr gerne zu und hätte noch eine Frage an die junge Autorin, die, wie man an verschiedenen Stellen nachlesen kann, von Kurt Vonnegut sehr viel hält, wie das bei ihr bei Heimito von Doderer ist, denn da habe ich einige Anspielungen gefunden, die mich an die „Merowinger“ erinnern.

2016-09-24

Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft

Filed under: Bücher — jancak @ 00:21
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Kleine LL-Lesepause, denn ich habe mir ja die beiden „K&S“- Debuts bestellt und jetzt den ersten Roman, gefördert vom Lande der 1985 in Deutschland geborenen Simone Hirth bestellt, die  am Leipziger Literaturinstitut studierte und jetzt in Gablitz als Lektorin und Autorin tätig ist, die Buchpräsentation habe ich auch schon gehört und so einen kleinen Eindruck in das Buch bekommen, wo Roman draufsteht, der wieder eigentlich wahrscheinlich kein solcher ist, sondern, wie Simone Hirth selber sagte, eine Anzahl von Trümmerelementen“, Trümmerstückchen, die sie, glaube ich, auch auf kleinen Notizzettelchen sammelte.

Der Titel verdient aber vielleicht einen Sonderpreis und ich selbst, ich weiß nicht, ob das meine Leser wissen, habe mich mit diesen Themen ja auch schon sehr oft beschäftigt und tue das vielleicht immer noch.

Denn da gibt es ja die Fragmente von Felizitas Fee der schönen Obdachlosen und auch viele andere arme depressive Frauen in meinen Texten, die aussteigen, sich ihr Geld von der Bank abholen und dann in den Wald wollen, um nicht mehr wiederzukommen, etcetera

Meine Sprache war wahrscheinlich nicht so präzise, daß ich damit ein Stipendium bekommen hätte und in Leipzig hätte man mich wahrscheinlich auch nicht genommen, die Themen sind aber gleich und beschäftigen vielleicht auch viele junge Autoren, nicht alle wahrscheinlich, eher die mit einer sozialen Ader oder einer persönlichen Betroffenheit. Simone Hirth lie?ja auvch so etwas anklingen, daß sie vieles in dem Buch selber ausprobierte, sich die Zähne beispielsweise einmal mit einem Minzblatt putzte, wenn ich mich nicht irre und nichts durcheinanderbringe.

Trotzdem ruft diese Fragmentsammlung, bei mir, der psychotherapeutisch geschulten chronisch Schreibenden viele Fragen auf, die erste hätte ich schon fast in der „Gesellschaft“ gestellt mich dann aber nicht getraut, um nicht ins falsche Fahrwasser zu geraten.

Denn, wie ist dieser Text zu verstehen und, um was handelt es sich bei der namenlosen Heldin? Diese Frage stellte Ursula Eibel und die Autorin meinte, daß ihr eigentlich gar nicht aufgefallen wäre, daß die Heldin keinen Namen hat. Es passt aber zu den Fragmenten, ist die Heldin ja selbst höchstwahrscheinlich ein solches, aber was ist jetzt ihr Psychogramm? Ist ihr Aussteigen eine Psychose, die da beschrieben wird und im Realfall gerät man wahrscheinlich bald in die Fänge der Psychiatrie und der Sozialarbeiter, die sich dann zu kümmern versuchen oder amtlich einschreiten.

Obdachlose gibt es aber, die auf der Straße oder in Notunterkünften leben und die stierln dann wahrsc heinlich auch die Mülltonnen leer und bedienen sich vielleicht auch bei den Baumärkten oder klauen Bierkartons in Supermärkten. Es gibt aber auch die „Gruft“ und andere Sozialeinrichtungen und die kommen in dem Buch nicht wirklich vor.

Es könnte aber auch ein Traum sein, eine Phantasievorstellung und dann wären wir vielleicht  in Michelle Steinbecks Nähe, die mit ihrem „Vater“ inzwischen auf die Schweizer Shortlist gekommen ist.

Die Trümmerfrauen und die Kriegshelme kommen auch vor und das scheint jetzt mir ein wenig aus der Zeit gefallen und nicht ganz zum Sujet passend, denn das waren wohl eher die Fragen von Simone Hirths Mutter oder Großmutter, die nach dem Krieg, die Städte aus dem Trümmern wieder aufbauen, sich auf Trümmerfeldern Karotten anpflanzten und die Fundstücke am Schwarzmarkt verkauften.

Man kann das Buch, das Statt Kapitelzahlen Nägel hat, grob in drei Teile aufgliedern, im ersten haust die Heldin im Keller, über ihr wurde das Elternhaus niedergerissen, wahrscheinlich weil sie die Miete nicht mehr zahlen konnte, es gibt auch einen Hausmeister, der dann arbeitslos wurde. Aber ein Einfamilienhaus beschäftigt öchstwahrscheinlich gar keinen solchen. Es gibt einen Bruder mit dem die Heldin kommuniziert, den es wahrscheinlich nie gegeben hat, sie spricht mit ihrem Schuster, ihrem Gynäkologen, zu denen sie nicht mehr geht, schreibt Briefe an Freunde, die sie nie bekommen werden, weil sie kein Geld für eine Briefmarke hat….

Sie ist eine Fleischertochter und irgendwann einmal irgendwie ausgestiegen. Jetzt haust sie aus dem Nichts, kommunziert mit Phantomen und stellt sich aus einem gefundenen Handbuch der Betriebswirtschaft ihre eigene Kosten-Nutzenrechnung auf.

„FAUSTREGEL NR 2:  Wo kein Elternhaus mehr ist, da ist man nicht mehr zu Hause.

„FAUSTREGEL NR 3:  Wo man nicht mehr zu Hause ist, da kann man nicht mehr bleiben!“

Allso zieht sie aus dem Keller aus und baut sich ihre Notunterkunft hinter einer Hagenbuttenstaude. Einen toten Maulwurf gibt es auch, das erinnert wieder an Michelle Steinbeck, Simone Hirths Stil ist aber viel realistischer.

Sie klaut Nägeln, Dübeln, Äxte, Samen aus dem Baumarkt, wird erwischt, muß abarbeiten, belauscht die Gespräche zufälliger Passanten, pfanzt sich einen Garten an, plündert die Mülltonnen und findet tote Ratten vor ihrem Haus. Es werden auch böse Parolen aufgesprüht und es betreten, so daß sie es in einem dritten Teil auch verlassen muß und dann doch in eine Beratungsstelle kommt.

Dort wird ihr aber gleich eine Gründerfibel in die Hand gedrückt, sie bekommt auch einen kostenlosen Gründerkurs, sie meldet sich an für das Gewerbe „KLEINERE  RÄUMUNGS- UND AUFBAUARBEITEN“, fetziger „Trümmern“ genannt, bekommt auch gleich eine Wohnung zugeteilt und arbeitet später lustig vor sich hin. Hat zwar keinen Computer, aber eine Steuernummer und ein Handy und ich denke angesichts der Debatten, um die Grundsicherung, werden sich jetzt vielleicht einige Arbeitslose denken „So einfach ist das nicht!“ und so bleibe ich mit vielen Fragen zurück, denke, daß man mir, wenn ich sowas eingereicht hätte, den Text wahrscheinlich mit der Anmerkung „unrealistisch“ zurückgeschickt hätte.

Aber ich habe ja keine perfekte Sprache, bin keine Lektorin, habe auch nicht in Leipzig studiert, fand den Text trotz meiner vielen Fragen, wahrscheinlich bin ich mehr für das Ausarbeiten der Trümmerstellen und gegen das allzu Fragmentarische, sehr interessant und bin jetzt  gespannt, ob er vielleicht im nächsten Jahr bei den O-Tönen zu hören sein oder auf der „Debutpreis-Liste“ stehen wird?

2016-03-17

Wir kommen

„Marja ist nicht tot. Wenn Marja gestorben wäre, hätte sie mir doch davor Bescheid gesagt. Solche Dinge haben wir immer abgesprochen.“

So beginnt der Debutroman einer Vierundzwanzigjährigen, von der Joachim Lottmann am Buchrücken schreibt „Endlich eine neue Stimme in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“.

„Amazon“ sieht das vielleicht ein bißchen anders,  denn da gibts sowohl fünf, als auch ein Stern-Rezensionen, die mit den fünf sind zwar in der Mehrzahl, aber „Heiliger Moses, wie  belanglos ist dieser Text!“ oder „wie öde und schlecht Trash Literatur sein kann, beweist Ronja von Rönne mit diesen Buch unerbittlich“, schreiben die Ein Stern Befürworter und ich habe mich, ich gestehe es, auf dieses Buch sehr gefreut, denn ich habe ja etwas über für Debutromane von sehr jungen Frauen, die bald schon meine Enkeltöchter sein könnten und verfolge, den Werdegang, der jungen Berlinerin, seit sie im vorigen Jahr für das Bachmannlesen eingeladen wurde.

Da habe ich dann auf ihren Blog zuerst etwas, wie man am Schnellsten sein Haustier umbringt, gelesen und dann, daß sie den Feminismus hasse und er sie anekeln würde.

Das Erstere hat außer mir, glaube ich, niemanden aufgeregt, das Zweitere hat  einen Shitstorm angeregt und beim Bachmannlesen ist sie nicht gut weggekommen. Popliteratur wurde er genannt und das man, was da so  von der jungen Frau mit dem braven blauen Kleid mit weißen Kragen vor sich hingeschnoddrert wurde, längst schon gehört hat.

Mir hat der Text aber gefallen und nachdem ich dann noch irgenwie in die „Aufbau-Bloggerkartei“ geraten bin, habe ich das Buch, jetzt lesen können, auf das sich Tobias Nazemi glaube ich auch schon sehr freute, hat er doch zwei Monate vor Erscheinen auf ihren Blogtext, „So ist Schreiben“ hingewiesen und ihr auch den dritten seiner „Leserbriefe“ gewidmet.

Jetzt bin ich gespannt, wie es ihm, ich glaube, einem Fünzigjährigen, der sich in dem Brief  als „Altherren-Groupie“ bezeichnete, gefallen hat und ich bin, glaube ich, zweigeteilt. Das heißt, auf der ersten Hälfte sehr begeistert, später ist dann das Streichholz, das auf dem gelb blauen Cover zu sehen ist, irgendwie erloschen und irgendwo bei den Rezensionen habe ich auch gelesen, daß die Geschichte keinen Plot hat.

Da war ich noch auf der ersten Hälfte und hätte dem nicht zugestimmt, obwohl ich mir auch da, ähnlich wie Tobias Nazemi, bei Valerie Fritsch, schon sehr viele, wenn auch nicht unbedingt schöne, aber doch in ihrer lapidaren Grausamkeit und Härte höchst beeindruckende Sätze angestrichen habe.

Der oben zitierte Buchanfang gehört dazu und dann hat die Verhaltenstherapeutin, die sich wahrscheinlich schon seit Ronja von Rönne auf der Welt ist mit Panikatacken beschäftigt, kurz geglaubt, die jetzt wirklich begriffen zu haben. „Und plötzlich wurde ich nachts von einer Panik geweckt, die nichts mit der Anbgst zu tun hat, die man von Klausuren kennt, einer Panik, die mir jedesmal das Gefühl gibt, gleich zu ersticken, nur dass das Ersticken nie eintritt, die Angst davor aber stundenlang anhält, bis man schließlich mit einer Plastiktüte nachhelfen will.“

Das ist es, was mich wahrscheinlich auch begeistert, dieser, wie Lottmann es nennt „schnoddriger Ton“, wo ich mir aber nur nicht sicher war, ob der jetzt authentisch mit der Autorin ist, denn das würde ich ihr nicht wünschen, das sie das Leben so erlebt, wie sie es beschreibt. Wenn er aber, was ihr zu wünschen wäre,  erfunden wäre, wären die Leser verarscht worden und das ist es wahrscheinlich auch, was gegen sie polemisiert und die junge Frau kämpft trotzig schnoddrig gegen die Geister an, die sie selbst herbeigerufen hat, damit sie mit dreiundzwanzig in Klagenfurt lesen kann und mit vierundzwanzig bei „Aufbau“ erscheint…

Aber das muß man auch erst können und Ronja von Rönne kann es so zu schreiben, daß einem die Luft wegbleibt, ob der Grausamkeit dieses Lebens, auch wenn ich sie bei einigen Plattheiten erwischte, die ihr bestimmt nicht selber eingefallen sind, wie das  Kind, das nie redet und dann plötzlich fragt, wieso kein Zucker im Kakao wäre und der erstaunten Menge, wieso es das jetzt plötzlich täte, antwortet, das der bisher immer vorhanden war!

Das ist ein Witz, den ich in der Stottererberatung manchmal erzähle. Ronja von Rönne legt ihn in anderen Worten der kleinen Emma-Lou in den Mund, aber schön der Reihe nach, um auch hier zu spoilern.

Da ist Nora, vielleicht so alt, wie die Autorin, ich würde sie mir älter vorstellen, sie ist Regisseurin in irgendeiner Fersehedokushow, wo sie mit dicken Frauen oder so, einkaufen gehen soll, aber jetzt sucht sie Maja, ihre Freundin aus den Kindertagen, an deren Tod sie nicht glauben kann. Vielleicht bekommt sie deshalb, die Panikattacken und geht aus diesen Grund zum Therapeuten. Der fährt aber bald auf Urlaub und drückt ihr daher ein blau gelbes Heft mit einem brennenden Streichholz, genau wie das Cover des Buches, auf diese Idee muß man erst kommen, in die Hand und sagt, sie soll alles aufschreiben (damit er sich die weitere Therapie erspart).

Sie tut das auch und so können wir jetzt „Wir kommen“ lesen und uns darüber streiten, ob es  einen oder fünf Sterne verdient, beziehungsweise vielleicht gar mittelmäßig ist?

Nora lebt jedenfalls in einer Vierergemeinschaft oder sie hat mit Karl gelebt, dann ist aber Leonie mit ihrer schweigsamen Tochter Emma-Lou dahergekommen,  Karl ist mir ihr im Schlafzimmer verschwunden und hat Nora vielleicht vorher noch zugerufen, daß sie das locker sehen soll. Auch da habe ich wahrscheinlich einen bedeutungsschweren Satz notiert und an den Partnertausch der wilden Siebzigerjahre, als Ronja von Rönne noch nicht auf der Welt war und an die Mühl-Kommune gedacht.

Es taucht aber auch ein Jonas auf und mit dem freundet Nora sich dann an, obwohl der gar nicht so viel von ihr zu halten scheint und sich seltsamerweise mehr, um die schweigsame Fünfjährige kümmert.

Leonie ist Ernährungsberaterin, die ihren Kopf schon mal an Wände schlägt, Jonas Graphiker, Karl Sachbuchautor, der eine Sekte gründen will. Er hat aber auch ein Haus am Meer und dorthin fahren nun die vier. Karl schlägt vor, daß alle ihre Handys und Laptops in eine Mülltüte schmeißen sollen, behält aber den seinen, Jonas dreht deshalb durch und verläßt  mit Enmma-Lou die Villa und Nora tut das auch mit Karls Auto und fährt in das Dorf, in dem sie mit Maja aufgewachsen ist und erinnert sich an ihre Kindertage, wo sich die beiden Mädchen vor Kaufhhofparkplätzen herumtrieben, beziehungsweise auf den Autodächern der einkaufenden Frauen herumsprangen und wenn die sich beschwerten und die Polizei holten, fing Maja zu kreischen an und wimmerte „Die Frau da, die Frau da, hat uns bedroht, wir haben uns nicht hinuntergetraut. Sie hat gesagt, sie will uns streicheln, und wir sollen mit ihr mitfahren und ob wir  Kaubonbons wollen!“

Maja, die Tochter einer Alkoholikerin, während Nora eher aus einer „stinknormalen“ Familie zu stammen scheint, tut das auch bei Männern so, wenn, die sich weigern, ihr das was sie begehrt, zu kaufen und Ronja von Rönne hat uns wieder einmal  demonstriert, wie mächtig Kinder sind und wie sehr die kleinen Lolitas, die Erwachsenen quälen können, die aber natürlich höchstwahrscheinlich auch überfordert sind.

Es gibt auch eine Schildkröte, um die sich Nora kümmern soll und sie mit in das Strandhaus schleppt und tagelang nicht bemerkt, daß sie schon gestorben ist. Erst Jonas, der sich mit der kleinen Emma-Lou, die, wir wir allmählich begreifen, nicht von ihm mißbraucht wird, sondern seine Tochter ist, die falsche Idylle verlassen will, macht sie darauf aufmerksam und so fährt Nora noch einmal mit Karls Auto weg und setzt sich  mit einem Becher Kafee in eine Autobahngaststädte, um zu schreiben und zu schreiben und vielleicht doch zu kapieren, daß Maja sich nicht mehr melden wird und ihre Kindheit vorüber ist…

Richtig, Plot, das habe ich im zweiten Teil begriffen, gibt es wahrscheinlich keinen und auch nichts, was wir von der Jeunesse dore, des frühen einundzwanzigsten Jahrhunderts nicht schon gehört hätten, aber Ronja von Rönne, das hat sich bestätigt, kann schreiben.

Sie kann sich wahrscheinlich auch sehr inszenieren. Es bleibt nur zu hoffen, daß sie nicht wirklich, ein Streichholz ist, das an zwei Enden brennt und ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das eine Metapher aus ihrem Buch oder aus dem von Emily Waltons über Scott Fitzgeralds Sommer 1926 an der Cote d` Azur ist, wo auch wilde Strandparties gefeiert wurden und die Überforderung, wenn auch anders, genauso stark war.

Zu hoffen, bleibt auch, daß die junge Frau damit im Herbst auf die LL kommt, denn dann hätte ich ein Buch weniger zu lesen…

2015-10-03

Das Tortenprotokoll

„Ein Roman über das österreichische Rezept, sich die Vergangenheit und deren Schmerz mit Torten und Tascherln vom Leib“ zu halten“, steht am Buchrücken von Marianne Jungmaiers bei „Kremayr und Scheriau“ erschienenen Debutroman „Das Tortenprotokoll“, in dem die Ich-Erzählerin Friederike von ihren Eltern aus Berlin in das heimatliche Dorf geholt wird, weil die Großmutter gestorben ist.

Und die 1985 in Linz geborene Marianne Jungmaier, eine sich in einem Polstersessel räkelnde junge Frau mit rot geschminken Lippen, schwarzen Pulli, schwarzen Stiefelchen und Leggings im Leopardenmuster, die digitales Fernsehen, Filmwissenschaften und Journalismus studierte, seit 2011 freischaffende Autorin ist, lebt auch in Berlin und anderswo, wie am Klappentext zu ersehen ist.

Ich habe sie einmal bei einer Lesung in der „Alten Schmiede“ gehört, werde sie wahrscheinlich auch bei ihrer GAV-Antrittslesung am 23. Oktober hören und war vor einigen Tagen bei der Vorstellung des jungen Literaturprogramms, das es jetzt bei „Kremayr und Scheriau“ gibt.

Sie sei auf Marianne Jungmayr bei einer Lesung im Salzburger Literaturhaus aufmerksam geworden, erklärte dort, glaube ich, die Lektorin Ursula Eibel und das Buch ist, wie wahrscheinlich viele Debutromane in einer schönen, vielleicht ein wenig widersprüchigen Sprache geschrieben „Ich habe noch nie jemanden verloren, jedenfalls nicht absichtslos“ oder „Tobi, mit dem ich aufgewachsen war, der mir mehr Bruder war als meine Schwester“, wahrscheinlich hat sie auch an der „Leondinger Akademie“ studiert, auf jedenfalls wird Gustav Ernst am Schluß gedankt und beschrieben wird, wie wahrscheinlich auch in vielen Debutroman, die Kindheit und das Aufwachsen in der Provinz.

Trotzdem ist das Dorf, in dem Friederike, sie heißt so, wie ihre Großmutter, eigentlich keines aus den Achtziger und Neunzigerjahren, zumindest erinnert es mich stark an die, die ich aus den Fünfziger-und Sechzigerjahren kenne.

Da stehen die Marmeladegläster in den Kellern auf den Regalen und die Großmutter, die wieder einerseits als strenge Frau geschildert wird, die Fliegen tötete, andererseits aber der Sehnsuchtsort der kleinen Friederike war, denn bei ihren Eltern ist es noch gefühlloser zugegangen, denn die haben ihr in Friederikes Empfinden immer signalisiert, nicht erwünscht zu sein, stand den ganzen Tage in der Küche, buk Torten, kochte ein, versorgte die Hendln und das Gemüse und sie versorgte auch noch einen anderen Haushalt. Wohnte sie doch in einem Ausziehhäuschen, zwischen dem Haus von Friederikes Eltern und denen von Tobi und der war Friederikes Jugendfreund und Spielkamerad und  dessen Großvater Emil, seine Mutter war depressiv, der Vater sonst irgenwie unbrauchbar, die Großmutter versorgte. Der ist dann gestorben, als die Kinder sechs und sieben  waren und jetzt kommt Friederike heim, um am Begräbnis der Großmutter teilzunehmen, das ihre Eltern und ihre Schwester schon eifrig vorbereiten. Sich darum kümmern, wer eingeladen wird, was es zum Essen gibt. Sonst wird über Gefühle nicht geredet. So geht Friederike in das Haus der Großmutter und sucht nach dem „Tortenprotokoll“, das ist die Rezeptsammlung der Großmutter, in der sie alle Zutaten für die Apfel-und die Eierlikörtorten aufnotierte und in dem findet sie  einen Liebesbrief, in dem ein Mann in schönen Worten von seinen Gefühlen zu der Großmutter schreibt, von Gefühlen für die in der Familie nie Zeit war oder die immer über  das Essen von Torten, Mehlspeisen, Keksen ausgetragen wurden.

Vom Übergewicht ist in dem Buch eigentlich nie die Rede, immer nur von der Gefühls-und Lieblosigkeit und so beliben auch die Gefühle Friederikes zu Tobi, dem Jungenfreund irgendwie vage.

Nach dem Bebgräbnis verläßt sie jedenfalls den Ort mit Gegenständen aus ihrem Jungendzimmer, das sie in der Nacht ausräumte und dem Tortenprotokoll, das inzwischen von anderen Verwandten gesucht und nicht gefunden wurde, um nach Berlin zurück zu kehren, wo sie zwar keine Familie, aber offenbar eher eine Heimat hat und man weiß nicht recht, ob sie ihm böse ist, weil er von dem Geheimnis der Großmutter zu seinem Großvater wußte, es aber niemanden in der Familie verraten wollte und auch den Vater kann sie nicht verstehen, der nicht reagiert, als sie ihm einen der Liebesbriefe vorliest.

Denn das kann es doch nicht geben, eine Liebe zwischen einer alten Frau und einem alten Mann, die Großmutter sollte nach dem Krebstod des Großvaters gefälligst mit den drei Kindern allein zurückbleiben und deshalb hat sie sich in dieser Sprach- und Gefühllosigkeit wahrscheinlich auch für die Heimlichkeit entschieden und darauf verzichtet, mit Emil Reisen auf Reisen zu gehen und ist stattdessen jeden Tag in sein Haus hinübergegangen, um ihm und wahrscheinlich auch Tobi und seinen Eltern, die schönsten Torten, Strudeln, Kuchen zu backen.

Ja Liebe geht durch den Magen und Linz  ist nicht so weit von dem Ort entfernt, wo Thomas Bernhard seine  Schimpftiraden auf dieses böse Österreich und dessen Gefühlskälte schrieb.

Ein Roman in dessen Tradition wahrscheinlich, der mir in seiner österreichischen Art gefallen hat, obwohl es  nicht wirklich etwas Neues ist, was diese junge Frau erlebte. Man kann es wahrscheinlich in vielen Debutromanen lesen und, ob man die zwei Tortenrezepte, die in dem Buch enthalten sind, nachbacken kann, müßte  ich erst ausprobieren.

2015-08-20

Fünf Kopeken

Filed under: Bücher — jancak @ 22:06
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Jetzt kommt noch kein Longlistenbuch, obwohl ich Steffen Kopetzkys „Risiko“ schon halb gelesen habe, sondern eines, das 2013 nicht darauf stand, obwohl es in den Blogs sehr besprochen wurde und ich es, glaube ich, vorige Pfingsten im „Bücherschrank“ fand.

Sarah Strickers „Fünf Kopeken“

Ein Leseexemplar, nicht vor dem sechszehnten August 2013 zu besprechen, also ziemlich genau zwei Jahre alt und in all dem neuen Longlisten- und Neuerscheinungstrouble wahrscheinlich schon vergessen, wenn es nicht eine TB-Ausgabe gibt, so daß, die, die es noch nicht kennen, nachlesen können.

Ein seltsames Buch würde ich fast sagen und bin, glaube ich, nicht so begeistert, wie die „Klappentexterin“ die das Fehlen auf der LL 2013 sehr bedauerte, eine eigentlich normale Geschichte, wäre sie nicht, ähnlich wie Tillmann Rammstedts „Kaiser von China“, meiner meiner Meinung nach, zu künstlich komisch aufgebläht und sehr abgehoben, wie es die Schreibeschulen warhrscheinlich haben wollen und alles, was nur möglich ist, in die Geschichte einer wahrscheinlich um Neunzehnhundertsechzig geborenen Frau, hineinstopfen.

„Meine Mutter war sehr häßlich. Alles andere hätte mein Großvater ihr nie erlaubt“, beginnt also diese Mutter Tochter Geschichte.

Von der Mutter erzählt, von der Tochter aufgeschrieben.

„Nie war Häßlichkeit schöner, Liebe nie gemeiner und Sprache selten solch sein Fest wie in Sarah Strickers fulminatem Debutroman“, steht im Klappentext und da ist also die fünfzigjährige namenlose Mutter, von ihrer unerfüllten Liebe wird sie ein paar Mal, glaube ich, „Buba“ und Schneider heißt sie auch, nach ihrem Vater, dem „Mode Schneider“, der war im Krieg Wehrmachtssoldat und in russischer Gegangenschaft und jetzt weiß er alles besser, ist der Haustyrann und tyrannisiert seine Frau, seine Tochter und die Angestellten in seinem Modegeschäft,etc.

Er ist auch ein bißchen schrullig, beziehungsweise wird er von Sarah Stricker in ihrer  sehr direkten Art  überzeichnet, will er doch aus seiner häßlichen Tochter unbedingt ein Wunderkind machen, die das auch ist, in allem die Beste und dadurch sehr einsam und so muß sie Klavierspielen, tanzen, singen und später natürlich Medizin studieren und im Geschäft mithelfen und wenn der Vater die Verkäuferinnen hinausgeschmissen hat, neue aussuchen, muß sie auch.

Sie muß auch, als sie vierzehn ist und das noch gar nicht will, auf eine Party gehen, der Vater zwingt sie dazu und haut ihr eine runter, als sie früher nach Hause kommt, weil sie es nicht mehr ausgehalten hat, statt sich wie er es wollte, zu amusieren.

Dann kommt die Wende und dem Großvater erzählt jemand, daß man im Osten die besten Geschäfte machen kann, so verlegt er seinen Laden, ohne die Familie zu fragen nach Berlin, die Tochter, die, die Geschichte, mit Fünfzig krebskrank und kurz vor ihrem Tod, der Ich-Erzählerin, die gerade als Journalistin angefangen hat, erzählt und von ihr aufgefordert wird, doch schon den Bestseller zu schreiben oder den „Kisch-Preis“ zu gewinnen, man sieht der Apfel fällt nicht weit vom stamm, weigert sich das erste Mal und redet dem Großvater ein, die Anforderungen an der Berliner Uni wären nicht so hoch, wie an der, wo sie studiert.

So befiehlt der Großvater ihr zu bleiben, holt sie aber bald nach, als die Schwägerin stirbt, denn er braucht Ersatz im Geschäft, so kommt sie und findet gleich einen Mann, der sie liebt und dem Großvater auch ein tüchtiger Geschäftspartner ist, die Großmutter, die in der Geschichte ein bißchen schlecht wegkommt, für ihre gute Küche loebt, aber die Mutter liebt ihn nicht, sondern verliebt sich in einen ukrainischen Juden, der ihr Nachbar ist und in einem portugiesischen Restaurant kocht.

Wie sie ihn kennenlernt, ist auch ein eher seltsames Kapitel. Sarah Stricker hat manchmal eine sehr langatmige Erzählweise, die nichts ausläßt,  wo ich manchmal ausgestiegen bin und absurd ist  auch einiges, was da passiert, wie die zu großen Unterhosen, die die Großmutter der Mutter aufdrängt.

Sie liegt dann mit ihrem Arno krank in der Wohnung, von der Wohnung oben kommt Lärm, sie geht hinauf, verliebt sich in Alex oder Sascha und erzählt ihm, daß sie eine Tochter namens Anna hat, dabei ist sie nicht einmal noch verheiratet, erzählt ihm auch, sie wäre Freseuse und müßte noch für ihr Examen lernen, denn sie ist auch eine Meisterin des Lügens. Das ist mir auch ein wenig überhöht und unverständlich, auch wenn es sich vielleicht lustig liest.

Aber während Arno sie liebt, tut das Alex nicht, behandelt sie schlecht, sie läuft ihn nach und vernachläßigt Arno und Alexander erzählt sie immer ihre Tochter wäre bei ihren Eltern.

Es kommt, wie es kommen muß, Alex verläßt sie, vorher hat sie Arno schon verlassen. Der kommt aber wieder zurück, aber jetzt will sie ihn nicht mehr, sondern das Kind, die Tochter Anna mit der sie schwanger ist, allein aufziehen, die Prüfungen durch die sie zuerst gefallen ist, holt sie mit Bravour nach, arbeitet eine Zeitlang, sowohl als Ärztin, als auch in dem Geschäft.

Später schupft sie nur noch den Modeladen, erkrankt würde ich jetzt einmal sagen, wegen all der hektischen Überforderung frühzeitig an Krebs, erzählt der Tochter in Eiltempo ihre Geschichte auch die von der fünf Kopekenmünze, die Alex ihr schenkte und stirbt.

Die Tochter trifft dann noch einen alten Antiquitätenhändler, der ihr eine solche Münze unter die Nase hält und sie traut sich nicht zu fragen, ob er Alex ist?

Ich würde das Ganze viel weniger überhöht, dafür aber realistischer erzählen, also das mit den Lügen weglassen und den Leistungsdruck, unter dem wahrscheinlich auch Sarah Stricker litt, die 1980 in Speyer geboren wurde, die deutsche Journalistenschule in München besuchte, für ihren Debutroman  ausgezeichnet wurde und jetzt in Israel leben dürfte, weniger absurd und übertrieben darstellen.

Aber ich weiß schon, dann wäre es den Lesern zu banal und dann wollen sie es nicht lesen, wenn die Mutter der Protagonistin nur ein ganz gewöhnliches Mädchen und nicht von allem, die schönste, häßlichste, intelligenteste, etc wäre.

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