Literaturgefluester

2020-08-03

Neue Buchpreisspekulationen

Der achtzehnte August kommt in zwei Wochen und da wird ja die neue Longlist des „Deutschen Buchpreises“ bekanntgegeben. Der „Buchpreis“ wird dann in am zwölften Oktober in Frankfurt, beziehungsweise per livestream vergeben und die Buchmesse findet, wie ich hörte, Corona spezifisch statt.

Dort fahre ich ohnehin nicht hin, weil zu weit und zu teuer, wir wren nur zweimal live nämich 2000 und 2002 dort.

Für den deutschen Buchpreis den es seit 2005 gibt, um das Leseverhalten oder den Bücherkauf anzukurbeln, habe ich, glaube ich, seit ich blogge angefangen, mich zu interessieren. Da hat ja „Inadäquat“, ein Blog, den es nicht mehr gibt, 2008 davon berichtet, 2009 habe ich mich dann auf die Jagd des Leseprobenbüchlein gemacht und obwohl ich die Bücher damals zum großen Teil nicht gelesen habe, angefangen darüber zu bloggen beziehungsweise zu spekulieren.

„Buzzaldrin“ hat dann 2013 die „Fünf lesen vier – Aktion“ gegründet, woraus sich dann das „Buchpreisbloggen“ entwickelte und ab 2015 habe ich angefangen, selbst Buchpreis zu bloggen, das heißt möglichst alle Bücher zu lesen und darüber zu berichten.

Eine Aktion, die sich inzwischen auch auf den „Österreichischen Buchpreis„, den es seit 2016 gibt und im Vorjahr auch auf das „Schweizer Buchpreisbloggen“, weil wir da ja in Basel und bei der „Buchpreisverleihung“ waren, erweitert hat und ich kann nur sagen, daß mir das „Buchpreislesen“, obwohl es sicher ein wenig stressig ist, da ab August an die vierzig Bücher zu lesen, großen Spaß macht und ich viel daraus gelernt habe.

Ich lese aber das ganze Jahr Bücher, bekome seit ich „Buchpreis“ blogge, auch welche angeboten und so habe ich mir auch angewöhnt immer ein paar Wochen vor der Longlistenverkündung meine eigenen Spekulationen beziehungsweise Wünsche darüber bekanntzugeben.

Liege damit meistens falsch, denn obwohl ich da ja eine zwanzig Bücherliste erstellen kann, stimmt sie meistens nur mit ein oder zwei Treffern überein und heuer wird es coronabedingt wahrscheinlich überhaupt ein wenig schwierig, denn ab März sind ja viele Bücher nicht mehr zu mir gekommen, die Leipziger Messe und die Veranstaltungen sind ausgefallen und obwohl man sich online sicher informieren konnte und es da ja auch Online Messen und Corona-Lesungen gab, habe ich das Gefühl, ich kenne mich vielleicht nicht so aus,, wie in den Vorjahren.

Bin also sehr gepannt und da ich ja in diesem Jahr trotzdem oder wegen der Ausgangsspereren vielleicht sogar besonders viele Bücher gelesen habe, werde ich auch heuer meine Spekulationen abgeben, erwarte mir da zwar nicht sehr viele Übereinstimmungen, werde mich aber ab achtzehnten August auf das Lesen stürzen, mein „Buchpreistagebuch“ führen und darüber bloggen.

Also was würde ich empfehlen? Was habe ich schon gelesen? Was könnte auf der Liste stehen, die ja von sieben hochkarätigen Juroren und Jurorinnen aus hundertsiebenundachtzig Büchern von hundertzwanzig deutschen, österreichischen oder schweizer Verlagen, die im letzten Jahr erschienen sind, ausgewählt wurden:

1.Kathrin Weissling „Nix passiert“

2.Paula Irmschler „Superbusen“

3. Josef Haslinger „Mein Fall“

4.Ingo Schulze „Die rechtschaffenden Mörder“

5.Leif Randt „Allegro Pastell“

6.Bov Bjerg „Serpentinen“

7.Lutz Seiler „Stern 111“

8.Ulrike Almuth Sanding „Monster wie wir“

9.Charles Lewinsky „Der Halbbart“

10.Sascha Reh „Großes Kino“

11. Michael Scharang „Aufruhr“

12.Laura Lichtblau „Schwarzpulver“

13. Valerie Fritsch „Herzklappen von Johnson & Johnson“

14. Xaver Bayer „Geschichten mit Marianne“

15.Birgit Birnbacher „Ich an meiner Seite“

16.Cornelia Travnicek „Feenstaub“

17.Melitta Brezinik „Mutter“

18.Abbas Khidder „Palast der Miserablen“

19. Marlene Streeruwitz „So ist die Welt geworden“

20. Barbara Rieger „Friß oder stirb“

Für Österreich würde ich schätzen:

1. Cornelia Travnicek „Feenstaub“

2.Simone Hirth „Das Loch“

3.Lucia Leidenfrost „Wir verlassenen Kinder“

4.Josef Haslinger „Mein Fall“

5.Daniel Zipfel „Die Wahrheit der Anderen“

6.David Fuchs „Leichte Böden“

7.Marlene Streeruwitz „So ist die Welt geworden“

8.Michael Scharang Aufruhr“

9.Barbara Rieger „Friß oder stirb“

10. Valerie Fritsch „Herzklappen von Johnson & Johnson“

Bei den Debuts:

1. Dominik Barta „Vom Land“

2.Stefan Roiss „Triceratops“

3.Helena Adler „Die Infantin trägt den Scheitel links“

Und dann noch in eigener Sache, obwohl die Bücher noch nicht erscheienen sind.:

1. Fräulein Nos Nachtcafe“

2. „Kein Frühlingserwachen mehr“

Mal sehen, wie es wird ich bin gespannt, ich habe nicht alle bücher gelesen und bei den zwei letzten liege ich ja mit Sicherheit falsch.

Bei den Schweizern setzte ich aus.

2018-07-22

Eine andere Buchpreisvorschau

Der „Deutsche Buchpreis“, diese Erfindung des „Börsevereins“ um den Lesern, die Jahresneuerscheinungen nahe zu bringen, gibt es seit 2005 und da ist er an mir ersteinmal, das habe ich schon geschrieben, ein paar Jahre  vorbeigegangen.

2008, als ich schon bloggte, hat ihn dann Christiane Zintzen, die heute, glaube ich, Chris Bader heißt, auf ihren Blog, den es nicht mehr gibt, vorgestellt und hat von diesem Leseprobenbüchlein geschrieben, das damals glaube ich vergriffen war.

2009 habe ich mich dann auf die Suche nach ihm gemacht und es in Österreich nicht bekommen, damals hatte oder war das schon 2008 die FAZ ein großes Buchpreisspezial und ich habe damals, weil ich ja noch kaum Rezensionsexemplare bezogen habe und mir die neuen Bücher auch nicht kaufte, sondern mir höchstens eins oder zwei davon zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken ließ, nicht sehr viel  gelesen, aber trotzdem, glaube ich, schon damals meinen Senf dazu gebloggt.

Wahlprognosen angestellt, die natürlich, weil ich ja weder die Gruppendynamik der Jurien, noch die Bücher kannte, meistens voll daneben waren, aber ich habe mich, das läßt sich nicht leugnen, sehr dafür interessiert.

„Buzzalddrins-Bücher“ hat dann 2013  mit der Aktion „Fünf lesen vier“ oder „Vier lesen fünf“ angefangen, damals an dem Tag der Longlistbekanntgabe kann ich mich erinnern, bin ich mit dem Rad nach Traisen gefahren und war bei meiner Rückkehr baßerstaunt, über die vielen unbekannten Titel auf der Liste, die ich natürlich nicht vorausahnen konnte.

Da habe ich schon vage daran gedacht, ob ich nicht vielleicht auch die Verlage anfragen sollte? Habe das  aber nur bei Nellja Veremejs „Berlin liegt im Osten“ getan und das Leseprobenbüchlein, das ich damals direkt angefragt habe, gebloggt, was inzwischen mehr Leute machen, ich aber zu dem Schluß gekommen  bin, daß ich damit keine Prognosen stellen und auch keinen adäquaten Eindruck bekommen kann.

2014 gab es dann wieder eine Buchpreisbloggeraktion bei „Buzzaldrins Bücher“ und wir waren damals im Elsaß auf Urlaub und ich habe die Buchpreisliste in einer Buchhandlung in Ansbach erfragt, das Leseprobenbüchlein gab es damals noch nicht und bei der Longlistenleseaktion, habe ich eifrig mitgemacht, „Kastelau“ bekommen und als sich dann 2015 die offiziellen Buchpreisblogger bildeten, habe ich inoffizielle Blut geleckt, das Buchpreislesen ist ja auch sehr spannend, immer Prognosen von den Büchern die ich damals kaum kannte, weil ich noch kaum Vorschauen gelesen habe, gegeben, mich immer gehörig verschätzt, aber 2015 alle Bücher gelesen, mir davon ein paar vorzeitig zum Geburtstag und zu Weihnachten schenken lassen, ein paar geborgt, zwei in einer Buchhandlung gelesen, etcetera.

2016 habe ich neunzehn Bücher bekommen und gelesen und 2017 waren es achtzehn vom dBp inzwischen hat es ja schon den öst gegeben,  die restlichen zwei habe ich dann im Jänner bekommen und muß sie noch lesen.

Und eine Folge meines inoffiziellen Buchpreislesen war, daß ich plötzlich die Vorschauen bekommen habe und heuer von den achtundzsiebzig Büchern,  die, ich glaube,  in diesem Jahr gelesen habe, so an die sechzig bis siebzig Neuerscheinungen, also Buchpreiskanditaten sind.

Allerdings wird das nicht so ganz stimmen, daß ich am vierzehnten August mit dem Buchpreislesen schon fertig bin, was ich ja gerne wäre, weil ich zwar zwanzig neue Bücher gelesen habe, aber die Hälfte der Verlage, die auf der Liste stehen, sicher fehlen und noch etwas ist heuer neu, der „Kaffeehaussitzer“, der ja 2015 bei den offiziellen Buchpreisbloggern war, hat voriges Jahr den „Bloggeraward“ gewonnen, damit hätte er das wieder werden können, kam aber wahrscheinlich, weil er da schon war oder auch aus anderen Gründen, in die offizielle Jury und liest sich seither streng geheim durch die 165 eingereichten Bücher.

Mit sovielen kann ich natürlich nicht aufwarten, aber sechzig bis siebzig, von denen dann wahrscheinlich eins bis drei auf der offiziellen Liste stehen werden, habe ich heuer auch gelesen und weil wir heuer auch wieder, während der offiziellen Listenbekanntbabe nicht im Lande sind und ich zu dieser Zeit wahrscheinlich, Laptoplos mich durch die Schweizer Literatur lese, habe ich gedacht, daß ich mit meiner Lstenprognose, die ich ja bisher immer getreulich falsch gegeben habe, ein wenig variiere, gut die O-Ttöne die ich seit Alfreds Altersteilzeit  immer getreulich besuche, würden mir dabei helfen, denn der neue Seethaler, der neue Gstrein kommen wahrscheinlich auf die Liste und der neue Arno Geiger zumindestens auf die österreichiche, weil der den dBp ja 2005 mit einem Buch das mir übrigens gar nicht so besonders gefallen hat, gewonnen hat und es so, wie die Jury mache, also nicht schätze, was da vielleicht oben stehen könnte, weil es heuer erschienen ist, sondern das nehme, was ich gelesen habe und da vielleicht ein bißchen nach meinen Erfolgskriterien arbeite, obwohl ich ja Bücher gar nicht so gerne rangreihe.

Was könnte also auf meiner persönlichen deutschen Longlist stehen, habe ich gedacht und kann dabei wahrscheinlich gleich wieder an ein paar Bücher einnern, die ich vor einem halben Jahr gelesen habe, während andere wieder fehlen, weil die Herbstneuerscheinungen ja noch weder wirklich eingetroffen, noch gelesen sind. Also meine zwanzig gelesenen deutschsprachigen Meuerscheinungen für den dBp:

  1. Bernhard Schlick „Olga“
  2. Andre Kubicek „Komm in den totgesagten Park und schau“
  3. Hannes Köhler „Ein mögliches Leben“
  4. Helmut Krauser „Geschehnisse während der Weltmeisterschaft“
  5. Tom Sailer „Wenn Martha tanzt“
  6. Margit Schreiner „Kein Platz mehr“
  7. Julia Schoch „Schöne Seelen und Komplizen“
  8. Jakob Hein „Die Orientmission des Leutnant Sterns“
  9. Milena Michiko Flasar „Herr Kato spielt Familie“
  10. Wlada „Kolosowa „Fliegende Hunde“
  11. Eric Nil „Abifeier“
  12. Heinrich Steinfest „Die Büglerin“
  13. Gunnar Kaiser „Unter der Haut“
  14. Mareike Schneider „Alte Engel“
  15. Kathrin Weßling „Super und dir“
  16. Ruth Cerha „Traumrakete“
  17.  Mareike Fallwickl „Dunkelgrün fast schwarz“
  18. Inger Maria Mahlke „Archipel“
  19. Hans Pleschinski „Wiesenstein“
  20. Michel Decar „Tausend deutsche Diskotheken“

Ein wenig einseitig, was die Verlage betrifft und auch fast nur Frühligsneuerscheinungen, also ziemlich unrealitisch, das habe ich schon geschrieben. Ein paar der Bücher haben mir dabei sehr,  wie der Steinfest, der Gunnar Kaiser, manche weniger gefallen und einige davon habe ich zwar in meinen Regalen, aber noch nicht gelesen, eines weil man das erst im August machen darf, das andere über den Gerhard Hauptmann, weil ich es mir beim Literaturhaus-Flohmarkt kaufte und daher nicht auf meine Jahresliste tat. Aber steht es auf der Liste, was ich hoffe, nehme ich es hervor, dasselbe gilt auch für Anne Reineckes „Leinsee“.

So und weil es ja seit 2016 den östBp gibt, das Ganze noch einmal bis zehn für österreichische Autoren und da wird man wahrscheinlich merken, daß es noch einseitiger wird, weil bei meiner öst Auswahl mehr Debuts und unbekanntere Autoren dabei sind, aber ein bißchen habe ich mich schon durch die heimische Literatur gelesen.

1.Rhea Krchmarova „Böhmen ist ein Ozean“

2.Margit Schreiner „Kein Platz mehr“

3.Milena Michiko Flasar „Herr Kato spielt Familie“

4.Heinrich Steinfest „Die Büglerin“

5.Verena Stauffer „Orchis“

6.Martin Amanshauser „Die Amerikafalle“

7.Cordula Simon „Der Neubauer“

8.Luis Stabauer „Die Weißen“

9. Eva Lugbauer „Und am Ende stehlen wir Zitronen“

10.Judith Gruber-Rizy „Eines Tages verschwand Karola“

Bei den Debuts tue ich mir auch ein wenig schwer, denn Luba Arnautovics „Im Verborgenen“ habe ich ja nicht bekommen, also könnte ich nur aus meinem 2Kremair und Scherriau- Fundus“ schöpfen.Aber da sind meine Lieblingsdebuts, glaube ich, nicht dabei. Denn da bin ich ja für Wlada Kolosowa und Gunnar Kaiser und die spielen bei der österreichischen Liga nicht mit.

  1. Barbara Rieger „Bis ans Ende Marie“
  2. Verena Stauffer „Orchis“
  3. Eva Lugbauer „Und am Ende stehelen wir Zitronen“, hätte ich also da anzubieten.

So das war meine diesmal ungewöhlichere Buchpreisschätzung, mal sehen, wie ich es getroffen habe. Es wird ja noch bis vierzehnten August einiges an Wissen dazu kommen und auch noch etwas Gelesen werden.

 

2016-10-04

Peter Henisch versus Evelyn Grill

Heute hat ja Peter Henisch in der „Alten Schmiede“ seinen neuen Roman „Suchbild mit Katze“, der auch auf der österreichischen Longlist steht, vorgestellt und da das Buch nicht zu mir zu kommen scheint, wollte ich auch zu der Präsentation gehen, aber Evelyn Grill stellte zeitgleich in der „Gesellschaft für Literatur“ ihren neuen Liebesroman vor und Evelyn Grill interessiert mich, ich habe von ihr schon einige Bücher gelesen, vielleicht nicht ganz so sehr wie Peter Henisch, von dem würde ich mich ja fast als Fan bezeichnen und ich wäre wahrscheinlich auch in die „Alte Schmiede“ gegangen, wenn ich nicht auch vorigen Woche beim „Büchertausch“ in der „Gesellschaft“ gewesen wäre und da hat ja Jochen Jung den „Deuticke-Roman“ (ich schreibe es wieder mit Anführungszeichen) präsentiert, so daß ich da ein Stückchen hören könnte und ein weiteres Stückchen, ich weiß jetzt nicht einmal, ob dasselbe oder ein anderes, ist ja auch in dem österreichischen Leseprobenbüchlein und das liegt ja inzwischen im Literaturhaus auf und am Freitag im „Odeon“ ist es auch gelegen.

Also doch in die „Gesellschaft“ weil ich ich ja in meinen Blog eine möglichst intensive Bandbreite des österreichischen sprich Wiener Literaturgeschehens wieder geben möchte und zuerst nur ein paar ältere Damen im Publikum.

Die fangen ja immer sehr spät an und wieder habe ich mich geärgert, daß ich nicht mein vierzehntes Longlistenbuch, es ist die „Erziehung des Mannes“ und passt eigentlich wunderbar zu Evelyn Grills romantischen Liebesroman, mitgenommen habe, aber leider vergesse ich immer darauf und laße die Bücher im Badezimmer.

Es kam dann auch ein Hund, der ein bißchen kläffte und offenbar Evelyn Grills Enkeltochter gehörte, dann kam Marianne Gruber und leitete das Buch ein, sprach von einem leisen Roman,  einer Liebesgeschichte von zwei nicht mehr ganz so jungen Leuten, Adrian, der Literaturprofessor, der in Prag, die Schriftstellerin und Jusstudentin Vera kennenlernt, ist sechzig, sie scheint etwas jünger zu sein. Beide sind verheiratet und haben Kinder. Veras Mann ist despotisch, Adrians Frau hat Krebs und die beiden beginnen sich zu schreiben und eine romatische Liebe zu beginnen.

„Immer denk ich deinen Namen“, heißt das bei „Haymon“ erschienene Buch, der 1943 in Garsten OÖ geborenen Evelyn Grill, die lange schon in Deutschland lebt.

Ihr erster Roman ist im Wiener Frauenverlag erschienen, ich habe ein paar „Suhrkamp Taschenbücher“ gelesen, den „Sammler“, habe ich, glaube ich vom „Augustin-Flohmarkt“, die „Schönen Künste“ im Schrank gefunden.

„Das Antwerpener Testament“ und den „Sohn des Knochenzähler“ hat mir „Residenz“ geschickt.

„Die fünf Witwen“ sind nicht mehr zu mir gekommen und müßte ich noch finden und für mich ist Evelyn Grill eine mit einem etwas boshaften, beinahe Bernhardschen Stil, zumindestens habe ich das in früheren Büchern so empfunden, was mich da auch ein bißchen störte, so daß ich Peter Henisch vielleicht wieder vorreihen würde.

Dieses Buch scheint aber etwas anders und hat mich fast an den Stil von Elisabeth Gürt erinnert, denn diese romantische Liebesgeschichte, scheint, wie man erst später herausfand, in den Fünfziger bis Achtzigerjahren zu spielen, jedenfalls gibt es noch kein Internet und die Beiden schreiben sich Briefe, die Tschechoslowakei kommt vor,  Adrian wurde im Krieg verwundet und von einer russischen Krankenschwester gepflegt, was er nicht kann, wenn er 2016 sechzig ist.

Ziuerst besucht er aber seine Mutter im Altersheim, läßt ihr ein gepunktetes Kleid anziehen, setzt ihr einen Strohhut auf und führt sie in eine Konditorei, dann zeigt sich das Zerwürfnis zwischen ihm und seiner krebskranken Frau, die Liebe ist schon erloschen und Adrian sehnt sich nach Liebe, mit den Kindern scheint es auch Schwierigkeiten zu geben, so schickt er Gedichte an Vera und bekommt von ihr auch welche zurück.

Ich habe Evelyn Grill  gefragt, warum das Buch in der Vergangenheit spielt? Die Antwort war, weil eine romantische Liebe nicht per SMS geschehen kann.

Darüber habe ich dann nachgedacht, denn was passiert, in dem Kumpfmüller-Buch oder in dem Briefroman, den ich am Anfang meines LL-lesen gelesen habe, kommt das ein bißchen vor, wenn sich zwei mit unglücklichen Ehen, heute auf einen Kongreß treffen würden?

Sie würden sich warhscheinlich Mails oder SMS schreiben, sich dann in irgendeinen Hotel treffen und eine Beziehung beginnen und die Romantikist wahrscheinlich weg.

Wie der Roman ausgeht, hat Marianne Gruber nicht verraten, denn man sollte sich das Buch ja kaufen. Es entspannte sich aber eine sehr lange und intensive Diskussion, die dann in die Unterschiede der deutschen und der österreichischen Sprach gipfelte und die Frage klärte, ob die Österreicher jetzt brutaler, als die Deutschen reden?

Sie sind in ihrer Sprache wahrscheinlich indirekter, aber das kommt in dem Buch, glaube ich, gar nicht vor, zumindest könnte ich jetztnicht sagen, ob Adrian ein Deutscher und Vera eine Österreicherin oder umgekehrt ist?

Und ich habe wieder eine Neuererscheinung kennengelernt, die nicht auf der deutschen oder der österreichischen LL steht und jetzt kann man auch noch immer raten, ob Peter Henisch auf die öst Shortlist kommen wird?

Am nächsten Dienstag werden wir es wissen und bis dahin werde ich wahrscheinlich mein erstes öst BpBuch, das gleichzeitig, das fünfzehnte der deutschen Liste ist, gelesen haben.

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