Literaturgefluester

2020-01-31

Theater in Trnava und in Wien

Wenn wir nicht in Harland waren, bin ich ja dieses Semester am Freitag öfter in die Spengergasse in die „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur“ gegangen, wo Stephan Teichgräber ja in seinem Workshop der Gegenwartsdramatik, die Spielpläne der Theater in Ungarn, Tschechien und der Slowakei erforschte und dabei mit dem Spielplan des Wiener Burgtheaters angefangen hat, ein Stück Theatergeschichte, das für mich sehr interessant war, obwohl ich ja, wie ich öfter schreibe, nicht sehr oft ins Theater gehe.

Als Studentin wo ich eine Zeitlang jede Woche in der Oper war, habe ich mic erst sehr spät und sehr zögernd für das Burgtheater zu interessieren begonnen.

Das Dramatische liegt mir nicht so, wie auch das Dialogschreiben, pflege ich  ja regelmäßig zu schreiben, trotzdem war es interessant mit Stephan Teichgräber die Spielpläne der Theater von Bratislava oder Sopron zu erforschen und während ich das tat, bin ich im letzten  halben Jahr auch öfter in einem Theater gewesen, wenn es da auch nicht immer eine Aufführung, sondern in Basel und am Schwarzenbergplatz die Buchpreisverleihungen gegeben hat und im Odeon-Theater die „Literatur im Herbst“.

Im Theater war ich im Rabenhof, dieses Theater in einem der sozialistischen Gemeindebauten im dritten  Bezirk das ja herrlich zu hundert Jahre rotes Wien passt.

Da habe ich mir mit dem Alfred die Kabarettisten Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba in der Satire „Wir sind Staatskünstler“ zu der neuen Regierungsbildung angesehen und gestern, also einen Tag vor dem vorläufigen oder auch endgültigen Theaterworkshop war ich mit dem Alfred im Theater in der Drachengasse, das einmal ein feministisches war oder auch noch immer ist und da gab es eine „Offensive Ein-Frau-Performance“ von Grischka Voss, das ist die 1969 in Brauschweig geborene Tochter des berühmten Schauspielers Gert Voss, die das Stück „Bulletproof – Ich liebe meine Lust“ schrieb, aufführte und performte und dazu das kleine Theater, in dem ich, wie ich mich erinnern kann, schon einmal vor langer langer Zeit, wo es vielleicht auch noch ein Frauentheater war, mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ bei einer Lesung war, in eine riesige rosa Vulva verwandelte, das das Publikum mit rosa Patscherln durchqueren mußte, wo es auch  Vulva-Mandalas gab und die Schauspielerin, sowohl einen künstlerischen Streaptease vollführte, als auch  ihre Erfahrungen mit ihrer Menstruation und ihren G- oder A-Punkt performierte.

Ein interessantes Stück und interessanter Kontrast zum Spielplan des Jan Palarik-Theaters in Trnava, das Stephan Teichgräber heute vorstellte und den Spielplan vorstellte und nun geht es hinein in die Semesterferien, beziehungsweise in ein sehr schreibintensives Wochenende und bei diesem Text habe ich versprochen, auch besonders aufzupassen, damit der Uli nicht soviele Fehler findet, der mich immer noch regelmäßig zu lesen scheint und meiner sogeannten Schlampigkeit oder Vielschreiberei nicht zufrieden ist.

2020-01-29

Korrigierbericht und letztes Semestergegenwartsliteraturworkshop

Mit dem Korrigieren meines zweiten „LiteraturgeflüsterSchreibebuchs“ bin ich letzten Dienstag eigentlich recht überraschend fertig geworden, habe ich da doch schon gedacht, da korrigiere ich noch ein Jahr, finde Fehler und Fehler und werde nie damit fertig, aber eigentlich war es eh klar, weil ja alles schon veröffentlichte Texte sind, aus denen das Buch besteht, die vom Blog sind zwar ein bißchen fehlerhaft, die aus den Büchern müßten aber eigentlich passen und es ging ja im wesendlichen darum, die einzelnen Artikeln aneinander anzupassen, wo also Ausrufungszeichen hinkommen und wie das mit den Beistrichen ist, beispielsweise, dann habe ich am Mittwoch und am Donnerstag, die Fenster in der Krongasse geputzt, meine üblichen Schreibende- oder Anfangsrituale und habe am Donnerstag nach meiner elf Uhr Stunde gedacht, jetzt mache ich einen Shoppingbelohnungstag und bin dann zur Neubau-Lindengasse gegangen, wo ja der Ulrich Blumenbach wohnt bzw. seine Praxis hatte und dann zur Wiedner Hauptstraße, wo sich ja „Harries Nachtcafe“ befindet, dazwischen habe in beim Mc Donald ein Menu gegessen, einen Markforschungstest gemacht, mir Servietten bekauft und beim neuen „Lidl“ auf der Wiednerhauptstraße, wo sich auch eine „Aida“ befindet, eine Creme gekauft.

Dann hatte ich eigentlich geplant mir die Orte aufzuschreiben, die noch im „Fräulein No“ vorkommen, den Grinzinger und den Heiligenstädter Friedhof abzulaufen, mich vielleicht ins Wilhelminenspital zu setzen etc, da hätte ich in dieser Woche sogar an einigen Nachmittagen Zeit gehabt, aber irgendwie gemerkt, daß ich das nicht so recht will und bin am Donnerstagabend mit dem Alfred nach Harland gefahren, wo ich dann begonnen habe, den seit Ende November liegengebliebeden Text einmal durchzuarbeiten. Dann habe ich ja vor mir Jurenka Jurks Minikurs Unterlagen hervorzunehmen und nachzuschauen, was mir beziehungsweise, der Szenenplanung noch fehlt, welche Szenen nicht stimmen,  wie und was ich überarbeiten muß und eventuell noch sehr viel umzuschreiben, damit es diesmal wirklich spannend wird.

Am Freitagabend habe ich, glaube ich, angefangen zu korrigieren, vorher haben wir noch das neue Bücherregal in dem großen Wohnzimmer aufgestellt und die Bücher eingeräumt und war mit dem Anfang eigentlich nicht zufrieden, das sitzt nicht, habe ich gedacht, das wird nicht, das ist kein Roman, etcetera.

Am Samstag und am Sonntag bin ich aber eigentlich in eine Art Korrigierrausch hineingekommen und habe das Ganze es sind jetzt neunzig Seiten, die „Nanowrimoberichte“ lasse ich vorerst aus, fertig korrigiert. Da habe ich gemerkt, es gibt Schwierigkeiten, einige Szenen lassen zeitlich   nicht zusammen, eine Szene habe ich umgestellt und nach vorn gerückt und die letzten zwei von den vier Szenen am Schluß, die ich im November nur geschrieben habe, um an die fünfzigtausend Worte zu kommen, habe ich jetzt auch noch hinausgeschmissen, aber sonst habe ich erstaunt festgestellt, daß es passen könnte und, daß sogar einige Spannungsbögen drin sind, die man als die „Heldenreisenstationen“ interpretieren könnte. Hauptperson ist der Ulrich und der hat, höre und staune, eine Antoginistin, habe ich da ja vorher geschrieben, ich hätte keine, die ist die Anna, die jetzt Feuerbach heißten wird, denn die trennt sich ja von ihm und kommt zu ihm zurück und im zweiten Handlungsstrang, den der Gerti Schuster, wäre ja die Fatma Sayjan, die Gegenspielerin.

Einige Szenen sitzen wahrscheinlich immer noch nicht so ganz und werden noch überarbeitet, da gehe ich jetzt das Ganze ein zweites Mal durch und schreibe mir dann auf Jurenka Jurks Arbeitsblatt heraus, was ich noch ergänzen bzw. umändern muß, dann sortiere ich die einzelnen Handlungsstränge und gehe  jede Szene einzeln durch, bevor ich mich an die „Nanowrimoberichte“ mache, dann noch das, was ich jetzt verändere, hinzufüge und dann das Ganze solange durchgehe bis es sitzt.

Große Veränderungen werde ich wohl auch diesmal nicht mehr machen, mal sehen wie das wird und als Zeitplan hätte ich mir den Sommer gesetzt, dann hätte ich viel Zeit das „Frühlingserwachen“ vorzuplanen und schauen, ob ich mit dieser Methode, die ja Jurenka Jurk sehr progagiert, überhaupt kann, um dann im November, wenn ich bis dahin noch nicht mit dem Rohtext fertig bin, mit dem Drauflosschreiben plus Szeneplan beim  achten „Nanowrimo“ anzufangen.

Mal sehen wie es wird? Am Wochenende, wenn der alfred auf eine Sitzung fährt, werde ich nicht in Grinzing herumlaufen, das brauche ich, glaube ich, nicht mehr, sondern ein möglichst intensives Korrigierretreat veranstalten und darüber berichten.

Ja richtigm das Arbeitsmaterial zum Romanfahrplan bin ich gestern  auch durchgegangen und habe heute wieder die ersten drei Szenen korrigiert, dazwischen habe ich auf ein Buch gewartet, das mir „Kremayr und Scheriau“ geschickt hat und bin dann eine halbe Stunde später zu Stephan Teichgräbers Workshop gegangen, weil der auch eine Sitzung hatte und habe mir da auf seinen Wunsch das Notbook auf dem ich das Andrea Grill E-book habe, den Jaroslav Rudis, den ich inzwischen gelesen habe und den „Hammer“ mitgenommen und der hat mir gesagt, daß es jetzt das fünfzehnte „Literaturworkshop“ in diesen Semester ist und wir noch vier Seiten Skriptum zu besprechen haben und hat dann neue Bücher angeschleppt, vorwiegend Tschechen und Slowaken, die er mir zeigte und bei denen er mich gleich mit dem György Dragoman verwirrte, denn ich habe gestern ja noch etwas gemacht, außer meine Romanschreibunterlagen durchzusehen, ich habe meine Bücherregale durchgesehen und nach Vea Kaisers „Blasmusikpopp“ und Ivan Mandy „Kino aller Zeiten“, gesucht, was ich auf meiner heurigen Leseliste stehen, aber in den Regalen nicht gefunden habe und dabei bin ich auf Gyorgy Dragomans „Scheiterhaufen“ gestoßen, den ich mir, glaube ich, einmal bei einem Literaturhausflohmarkt oder sonstwo gekauft habe, weil er wahrscheinlich auf einer „Buch Wien“ auf der Donaulounge präsentiert wurde, ein Buch, das ich also auch noch lesen muß, aber da kommen ja jetzt schon die Neuerscheinungen und Stephan Teichgräber, der auch auf eine tschechische Autorin wartete, die er für sein Festival übersetzten muß, hat sich in Ivana Dobrokovovas „Mütter und Fernfahrer“ vertieft und mir daraus vorgelesen und sich erst später auf meinen Wunsch hin mit Ladislav Rudis „Winterbergs letzte Reise“ beschäftigt, was meiner Meinung nach eigentlich das Buch für ein „Centrope-Literatur-Workshop“ ist, gehen die Beiden, Wenzel Winterberg und sein Altenhelfer ja darin mit dem Beadeker von 1913 auf eine Reise durch das gesamte Centrope, was für mich typischer ist, als Andrea Grills „Cherubino“, das ich an diesem Mittwoch gar nicht gebraucht habe oder die Lyrik der tschechischen bzw. slowakischen Gegenwartsautoren, die ich ohnehin nicht lesen kann.

Dafür hat mir Stephan Teichgräber aber die Lektüre des letzten Jahres, des Workshops zur „Revolutionsliteratur“, die drei Alexej Tolstojs Bände, die er mit mir ja bei einem Antiquariat gekauft hat, geschenkt und ich stecke ja auch in meiner Gegenwartsliteratur bzw. meinem Backlistlesen fest, wäre das ja Eugen Ruges „Metropol“ an der Reihe und als nächstes das Buch über Hedy Lamarr, das ich auf der letzten „Buch Wien“ bekommen habe, aber jetzt habe ich das neue Buch der Simone Hirth bekommen, das der Cornelia Travnicek, das eine Art Phantasy Roman ist, warten auch und dann habe ich noch ein Buch David Albahari und eines von Alix Ohlin bekommen.

Das Lesen und das Schreiben in diesem Jahr wird also spannend werden. Am Freitag gibt es noch ein „Theaterworkshop“ und dann geht es nach den Februarferien wahrscheinlich wieder in ein neues Workshopsemester und ein bißchen über mein „Fräuleion No“ habe ich Stephan Teichgräber auch erzählt.

Und noch was kann ich gleich verraten, am nächsten Mittwoch kommt der Bücherschrank in der Zieglergasse wieder.

2020-01-22

Vom Workshop zur Studentenlesung

Mittwoch ist es und da verbringe ich ja seit einigen Jahren am Nachmittag regelmäßig zwei Stunden in Stephan Teichgräbers Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropische Literatur, um mit ihm in diesem Semester die Gegenwartsliteratur des Centropes zu analysi2eren.

Dafür habe ich inzwischen auch Dirk Stermanns „Hammer und Radka Denemarkovas „Ein herrlicher Flecken Erde“ gelesen“ und lese gerade ein Buch, das zwar nicht Stephans Teichgräbers Centrope-Kriterien entspricht, dafür aber in Leipzig im 1920 handelt und Stephahn Teichgräber kommt ja aus der ehemaligen DDR und das Revolutionsjahr 1918  bzw. der erste Weltkrieg und sein Ende war ja schon einmal das Thema.

Jetzt lese ich jedenfalls Thoma Ziebulas „Der rote Judas“, was Stephan Teichgräber veranlaßte,Hanns Cibulka nachzugooglen, der ein 1920 in der Tscheoslowakei geborenener und 2004 in Gotha verstorbener Lyriker ist, den er, glaube ich, einmal in die „Gesellschaft für Literatur“ eingeladen hat.

Dann haben wir uns mit einer tschechischen und einer slowakischen Dichterin nämlich mit der 1974 in Pilsen geborenen Pavla Horakova, die 2019 den „Magnesia-Litera“ bekommen hat und deren „Zum Befehl Pane Lajtnant“, das auch den ersten Weltkrieg behandelt, auf Deutsch erschienen ist, sowie mit der 1979 geborenen und in Bratislava lebenden Lyrikerin Katarina Kucbelova und am Schluß haben wir noch ein paar Seiten in Andrea Grills „Cherubino“ gelesen, beziehungsweise analysiert und dann ist es für mich wieder ins Literaturhaus gegangen, wo ja zweimal im Jahr jeweils zum Ende des Semesters immer Lesungen von Studierenden der Sprachkunst stattfinden.

Die hießen am Anfang Studentenlesungen, jetzt haben sie immer einen Namen und werden auch von einem, der Studenten zusammengestellt.

Das war diesmal Hannah Bründl , die auf Barbara Zwiefelhofers Nachfragen erklärte, daß sie nur die Namen der Lesenden nennen und sonst biografielos arbeiten würde und dann noch erklärte, daß die elf Lesenden alle aus dem ersten Semester wären und das waren vor der Pause, sechs starke junge Frauenstimmen, so um 2000 geboren würde ich schätzen und Laura Bärtle begann gleich mit einer Erzählung, dann folgte Sophia Dostal mit einem, wie sie sagte erst vor zwei Stunden geschriebenen Text.

Anouk Doujak brachte zuerst ein Gedicht und dann einen Text, den sie in einer Prosa-Übung geschrieben hat. „boy meets girl“ hieß er, es gab dazu Illustrationen und Lukas Cejpek verriet mir in der Pause, daß er diese Prosaübung geleitet hat und, daß der vorgegebene Name Andreas den Studenten nicht gefallen hat.

Vera Heinemann hatte einen sehr körperbezogenen Text, in dem sie immer wieder Verena Stefans „Häutungen“, ein feministisches Buch der Neunzehnhundertsiebzigerjahre erwähnte, die Männer kamen dann nach der Üause, in der ich außer Ferdinand Schmatz, dem Professor, der in der ersten Reihe saß, Lukas Cejpek, wie erwähnt, noch die ehemalige Studentin Marie Luise Lehner und Susanne Toth erkannte und die Männer-Texte waren ebenso sehr stark, gab es da doch einen von Ralf Peterson mit einem urlangen Titel, der von einemMetzger handelte.

Mae Schwinghammer hatte einen sehr poetischen Spitalstext. Felix Senzenberger brachte zwei Texte, die sich, glaube ich, auch auf das Lyrikseminar von heute bezogen und wo er von einem noch den Titel änderte und Johann Voigt brachte, wie er betonte, einen noch nicht fertigen Text, der von verschiedenen Tagen handelte und der möglicherweise ein Zwiegespräch mit einem Psychiater war, wo immer wieder zwischenbemerkungen wie „ok“ vorkamen und von einem Luftschloß die Rede war.

Veronika Zorn beendete die Lesung mit dem Text „namenlos“ und ich habe eine Reihe starker Stimmen mit einer starken Sprache gehört, wo ich nur gespannt sein kann, was ich von der Biografie und den weiteren Texte der Studierenden noch hören werde.

Der Titel der Lesung war übrigens ganz prgragmatisch „wir haben vergessen einen titel zu wählen“ und da kann ich mich erinnern, daß ich mich einmal vor Jahren nach der Titelgebung, die mir nicht ganz logisch erschien, erkundigt habe und bezüglich meines eigenen literarischen Schaffen kann ich erwähnen, daß das „LiteraturgeflüsterSchreibebuch“ gestern an den Alfred zur weiteren Bearbeitung gegangen ist, ich mit meinem Fensterputzritual schon begonnen habe, so daß ich mich demnächst der Korrektur meines „Fräuleins No“, das seit Ende November unbeachtet am Schreibtisch lag, widmen kann.

2020-01-17

Von Maria Lazar zu Margarete Schütte-Lihotzky

Filed under: Veranstaltungen,Workshop — jancak @ 23:57
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Freitag ists und da gibts in diesem Semester das Gegenwartsdramaturgie-Workshop, an dem ich teilnehme, wenn ich mich Freitags in Wien befinde und da hat Stephan Teichgräber „Theater im Centrope“ eingegooglet und  fünf Treffer angezeigt bekommen, das Vienna English Theater, das Raimundtheater und ganz besonderrs interessant, den „Spielraum“ in der Kaiserstraße, den wir meistens beim Adventrundgang besucht haben, sowie zwei Bratislaver Theater und dann hat mir Stephan Teichgräber noch erzählt, daß er im Burgtheater gewesen ist und sich dort den „Henker“, der 1895 in Wien geborenen Maria Lazar, die dieses expressionistisches Stück  1921 geschrieben hat und mit dem Journalisten Friedrich Strindberg verheiratet war und das war interessant, weil am Abendprogramm,  eine Veranstaltung zum zwanzigsten Todestag der 1897 in Wien geborenen Architektin Margarete Schütte- Lihotzky stattfand, die die Alternative zum Slam B im Literaturhaus war, zu dem ich sonst wahrscheinlich hingegangen war.

Aber die hundertdrei Jahre alt gewordenen Archtiektin, die in der Franzengasse gewohnt hat, so daß ich sie in ihren letzten Lebensjahren öfter gesehen habe, hat für mich auch eine andere Bedceutung, hat sie doch 1948 mit Nina Loos den „Bund  demokratischen Frauen“ gegründet und dort wurde ich ja im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ literarisch sozialisiert, da habe ich den Namen wahrscheinlich das erste Mal gehört und die alte Dame dort vermutlich auch bei Vorträgen gesehen, ihr inzwischen wideraufgelegtes Buch „Erinnerungen aus dem Widerstand“, habe ich wahrscheinlich in den achtziger und neunziger Jahren gelesen und jetzt ein Abend für sie im MUSA, wo früher die „Literatur im MUSA“ stattfand, das jetzt aber zum Wien-Museum gehört, so daß die Literatur in die „Alte Schmiede“ ausgewandert ist und im MUSA findet derzeit und das wahrscheinlich schon das letzte halbe Jahre eine Ausstellung zum „Roten Wien“ statt und das ist mir auch etwas Vertrautes, bin ich doch im roten Wien in einem dieser alten Gemeindebauten aufgewachsen, war mit meinem Vater vor wahrscheinlich vierzig Jahren auch in einer diesbezüglichen Ausstellung, ich glaube in der Meidlinger Remisse und habe da die unterlagen sicher noch in Harland liegen und am Karlsplatz war ich auch einmal in einer diesbezüglich Ausstellung, bei der im Wien-Museum habe ich mich bisher immer herumgedruckt, weil ich ja nicht gerne Eintritt zahle und nicht im Verteiler des MUSA bin, aber diese Veranstaltung hat auch der republikanische Club ausgedsendet und da ich ja nicht so gern zu  Poetry Slams gehe, war es im MUSA, das inzwischen umgebaut wurde, auch sehr voll.

Jetzt gibt es eine Bar und eine Eintrittskassentheke. Der Eintritt war aber frei und der Saal schon sehr voll. Heidi Ambrosch, die wahrscheinlich die derzeitige Vorsitzende des „Bunds demokratischen Frauen“ ist, als ich zu den Arbeitskreistreffen in den „Rotpunkt“ gegangen bin, war das Irma Schwager, mit der ich einmal, lang lang ist her im Zug von Klagenfurt nach Wien gefahren bin, als sie mich dort zum „Preis der Arbeit“ eingeladen haben.

Jetzt eröffnete Werner Michael Schwarz vom Wien-Museum, die Veranstaltung und Bernadette Reinhold von der Universität für angewandte Kunst hielt einen Vortrag zum „Jahrhundertleben“ der Architektin, die aus einem bürgerlichen Haus stammte, an der Angewandten studierte und  ihre ersten Häuser oder Küchen für die Siedlerbewegung des roten Wiens baute. Dann ging sie nach Frankfurt, schuf dort ihre berühmte Frankfurter Küche, auf die sie dann ihr Leben lang reduziert wurde, was sie, glaube ich, nicht mehr hören wollte, baute dann in Moskau Kindergärten und Schulen, war in der Türkei und ist dann 1941 oder 42 als Widerstandskämpferin wieder nach Wien gegangen, wo sie von der Gestapo verhaftet wurde und bis 1945 im Gefängnis saß.

Später ist es ihr dann als Kommunsitin nicht gelungen, von der Stadt Wien bedeutende Aufträge zu bekommen. Sie wurde aber als Achtzigjährige geehrt und hat das „Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst“ erst angenommen als Kurt Waldheim nicht mehr Präsident war, sondern sie es von Thomas Klestil überreicht bekam.

Zum hundertsten Geburtstag gab es dann einen Ball, wo sie kurz mit Michael Häupl Walzer tanzte und ich war inzwischen, glaube ich, auch in einer Ausstellung, aber sonst ist es um die berühmte Archteiktin in der letzten Zeit eher still gewesen, jetzt aber der Rundgang in dreißig Minuten durch ihr Leben. Einen Filmausschnitt gab es auch und dann eine Lesung, wo die Schauspielerin Esther Csap verschiedene ihrer Texte, darunter „Warum ich Archtiektin wurde?“ las.

Dann gab eine halbe Stunde Pause, wo man durch die Ausstellung gehen konnte, in der auch Margarete Schütte-Lihotzky berühmte Spülküche, die sie für die Siedlungshauser entwarf, nachgebildet war, die wurde dann auch erklärt und am Schluß gab es noch ein Konzert von Robert Rotifer, dem Sohn des Exministers Ferdinand Lacina und der Enkel von Irma Schwager, die mit Margarete Schütte-Lihotzky befreundet war und der einen „Frankfurt Kitchen- Song“ geschrieben hat.

Er hat auch andere Lieder, zum Beispiel, die „Arbeiter von Wien“ gesungen und es war ein interessanter Abend, der mich wieder einmal an meine sozialistische Herkunft und meine Sozilisation im „Bund demokratischer Frauen“, denn in den Siebzigerjahren bin ich dort sehr oft zu Vorträgen gegeangen und sehe, die Frauen, Maria Lautischer etcetera, die es noch gibt, auch regelmäßig jeden Jahr beim Volksstimmefest wieder, erinnert wurde.

2020-01-11

Mit Links

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine gesellschaftspolitisch sehr engagierte und aktive Frau, die in einem der schönen Gemeindebauten, aus den dreißiger Jahren, erbaut aus den Mittel der Wohnbausteuer aufgewachsen, weil meine Eltern im World war II ausgebomt wurden und der Vater als aktives SPÖ-Mitglied Anspruch auf eine Gemeindewohnung hatte, die damals, wie ich glaube, ausschließlich den SPÖ-Mitglieder vorbehalten war, so daß ich die Partei als soziale Kontrolle erlebte, was mich veranslaßte, nie mehr mit einer ausnahme sie SPÖ zu wählen.

Die Ausnahme war Anfangs der achtziger Jahre, als ich da eine Zeitlang bei den „Kinderfreunden“ arbeitete und die nur Parteimitglieder anstellten.

Als ich das erste Mal wählen durfte, so zwischen neunzehnund zwanzig, weil damals das Wahlalter, beziehungsweise die Großjährigkeit von einundzwanzig auf neunzehn herabgesetzt wurde und ich 1973 dazwischen war, habe ich, ich gebe es zu, als Prostest gegen meinen Vater, die ÖVP gewählt und mir damals auch die „Presse“ öfter gekauft.

Mein Vater hatte die „Arbeiterzeitung“ abonniert, die Mutter, die sozialistische „Frau“.

Das habe ich auch nur einmal getan und bin dann, glaube ich, sehr bald auf die KPÖ gestoßen, weil mich die Monika ja in den Bund der demokratischen Frauen bzw. in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ brachte, die sich damals im“ Rotpunkt“ auf der Reinprechtsdorferstraße trafen.

Irgendwann habe ich dann auch die Grünen gewählt, bin aber bald wieder zur KPÖ zurückgekommen, lese ja auch schon seit vielen Jahren am Volksstimmefest und die Ausnahme war irgendwann in den Neunzigerjahren wahrscheinlich, als der Martin mich aufforderte, das zu tun, um den Haider-Aufstieg zu verhindern, damals war Caspar Einem Innenminister, ich habe ihm meine Vorzugsstimme gegeben, nachher war er es nicht mehr und ich habe mir geschworen, nie wieder.

Bis auf letztes Jahr, da habe ich kurz daran gedacht es zu tun, weil ich ja weil ich Anfang des Vorjahres von der GAV oder den IG-Autoren dazu aufgerufen, für den Rücktritt von Innenminister Kickl unterschrieben habe und da auf einer SPÖ-Seite gelandet bin, die mich einlud in die Partei einzutreten und mir später, als das Ibiza Video auftauchte und Neuwahlen ausgerufen wurden, Einladungen zu ihren Wahlveranstatlungen schickte, bei drei bin ich gewesen und habe auch kurz daran gedacht, vielleicht doch die SPÖ zu wählen, weil die KPÖ ja nichts bringt. Der Alfred hat begonnen sich sehr für die Grünen zu engagieren, Wahlzettel verteilt, etcetera und ich habe mich entschloßen, mit einem Gefühl, daß ich es vielleicht bereuen würde, die Grünen zu wählen.

Ob ich das bereuen soll, weiß ich noch nicht? Denn eigentlich, das habe ich ja heute dem Uli kommentiert, bin ich ja dafür, was Neues auszuprobieren und nur wer wagt gewinnt. Aber Kopftuchverbot bis vierzehn, Ausreisezentren und Sicherheitshaft sind eigentlich nicht das, was ich will, absolut nicht, aber gut, schauen wir uns an, wie es wird und dieses Wochenende wären wir wieder nach Harland gefahren, sind wir aber nicht, obwohl wir dort ein neues Bücherregal  aufzustellen haben, weil mich der Alfred auf eine Gründungsversammlung einer neuen neuen Linkspartei aufmerksam machte, zu der er gehen will, obwohl er sich ja nach wie vor für die Grünen engagiert und, obwohl er für die Wien – Wahl, die ja in diesemJahr stattfinden wird, wo alle schon nervös sind, gar nicht wählen darf weil, er ja in Niederösterreich seinen Hauptwohnsitz hat.

„Dann geh ich mit!“, habe ich gesagt und mich nicht recht ausgekannt, spalten sich die jetzt von der KPÖ ab oder wird es eine große Linkspartei geben, die dann fünf Gemeinderäte ins Rathaus bringen, die ich, das ist glaube ich, fix, wählen will und Kurto Wendt den ich von den Volksstimmefestlesungen kenne und der ja die Donnerstagsdemonstrationen organisierte, ist einer der Veranstalter oder Aufrufer und da kann ich mich auch erinnern, daß es auf der letzten Demo auf der ich war schon Arbeitsgruppen gegeben hat, die ein Programm erarbeitet haben, vielleicht hat sich da „Links-Wien“ gegründet und nun gut, schauen wir uns das einmal an und weil wir ohnehin in Wien geblieben sind, konnte ich mir auch Stephans Teichgräber „Dramatiker-Workshop geben“ und da mit ihm nach Sopron und nach Györ ins Theater gehen und in Sopron kann ich gleich verraten, gibt es ein literarisches Programm nämlich „Per Gynt“ und ein Stück nach einem Roman von Sandor  Marai, während  in Györ Agatha Christie aufgeführt wird und, glaube ich, auch eine Dramatisierung eines Romans von Magda Szabo.

Dann bin ich also in die VHS Schwendtergasse hinausgewandert, wo die Gründungsversammlung stattfand und habe da schon vorher Mails bekommen, daß sich viel mehr Leute, als erwartet angmeldet haben und ungefähr zehn habe ich von diesen meist sehr  jungen Leute auch gekannt.  Das Logo war die Farbe Lila, die auf auf den Flyern und auf  der großen Bühne zu sehen war, auf der Grundsatzstatesments  abgegeben wurden, daß für ein sozales Wien, die freie Fahrt auf den Öffis, ein bedingungsloses Grundeinkommen, der Kampf gegen Rassismus, der Einsatz für die Frauen und ein leistbares Wohnen für Wien wichtig ist und bei der letzten Wahl habe ich, glaube ich, auch nicht die KPÖ, sonders das Bündnis „Wien anders“ gewählt, das in fünf Bezirken Bezirksräte hat, einer davon ist Margareten, also hat meine Stimme, was bewirkt und ein paar dieser Bezirksräte waren auch da, ein paar Leute habe ich vom Volksstimmefest gekannt, aber eigentlich waren  nur sehr wenige Bekannte da und ob es nun, da um eine  neue Einheitspartei oder um eine Abspaltung  geht, ist mir nicht so ganz klargeworden, ich werde es aber  herausbekommen, da ich bei der Wien-Wahl, die es im wahrscheinlich im Oktober geben wird, eine linke Partei wählen möchte, obwohl ich mich entschlossen habe, am Samstag nicht mehr in den fünfzehnten Bezirk zu gehen, um die weiteren Ziele in Kleingruppenarbeit zu eräutern und am Abend eine große Party zu feiern, sondern mich in einem „Writersretreat“ und einem möglichst intensiven Korrigiertag „Meinem Schreiben und meinen Büchern“ zu widmen, was mir ja auch sehr wichtig ist und von der anderen Seite kann ich vermelden, hat  sich  eine neue Bewegung gegründet, die sich „Die „Österreicher“ nennt und gegen das Linke kämpfen will, so daß es politisch in diesem Jahr wohl noch sehr spannend wird.

2020-01-08

Vom „Plan dein Romanjahr-Kurs“ zum Workshop zur Gegenwartsliteratur

Das neue Jahr hat  begonnen, die neue grün-türkise Regierung wurde angelobt, die literarischen Veranstaltungen werden auch bald anfangen.

Die Romanjahrplanung hat das schon, denn, daß ich da mit dem zweiten „Literaturgeflüsterbuch“ über „Mein Schreiben- meine Bücher“ fertig werden will, ist klar.

Da bin ich jetzt wieder bei Seite hundertneunzig  und kann nur hoffen, es im nächsten, übernächsten oder auch fünfzehnten bis zwanzigsten Durchgang zu schaffen, während Jurenka Jurks Minikurs zur Vorbereitung für ihren Romanjahrlehrgang in den vierten Tag gestartet ist.

Fünf Tage dauert der Kurs und bei Tag drei und vier sollte ich einschätzen, wie weit forgeschritten ich mich bei meinen „Figuren“, bei der „Heldenreise“, beim „Plotten“, bei der „Szenengestaltung“, bei den „Dialogen“, dem „Show not tell“, dem „Überarbeiten“ und der „Vermarktung“ halte.

Gute Fragen, die wenigstens für mich, gar nicht so leicht auf den mitgeschickten Arbeitsblättern zu beantworten sind. Ich denke aber, wenn ich mit dem „Schreibe-Buch“ fertig bin und zum „Fräulein No“ hinüberwechsle, werde ich die hunder t Rohseiten oder knapp fünfzigtausend Worte, die ich da habe, nach einem weiteren Durchgang, auf ihre Fehler und Schwächchen abklopfen.

Jede Szene daraufhin untersuchen, was noch nicht passt, um sie dann entsprechend zu bearbeiten. Beim „Dialoge schreiben“ schreibe ich ja immer, bin ich nicht so gut, obwohl ich gar nicht so sicher bin, ob das noch stimmt.

Der Text wäre, wenn ich Jurenka Jurk richtig verstanden habe, eher Plot-, denn Figurenzentriert, weil ich ja mehrere Handlungsstränge, beziehungsweise mehrere Protagonisten habe, die das ganze abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen. Und beim Antogonisten hapert es ja immer  bei mir, da habe ich wohl noch nicht richtig herausbekommen, wozu ich den brauche?

Beim Roman Anbieten oder Vermarkten habe ich ja inzwischen mein Konzept, also das fertige, fünfzigmal gedruckte Buch nach einer Vorschau auf meinen Blog vorstellen, ein Gewinnspiel und eine Leserunde ausrufen, die, ich weiß schon, nicht so richtig funktioniert und beim nächsten Projekt vielleicht wirklich mal versuchen, das ganze Mal im Voraus zu planen und schauen, wie weit ich damit komme, was aber vielleicht schwierig wird, wenn ich Ende Oktober damit fertig bin und wieder sage, so jetzt starte ich plotlos „No plot, no problem!“ in den „Nanwowrimo“, mal sehen.

Aber ich habe in den ersten Tagen des neuen Jahrs, als ich vor einer Woche wieder nach Wien zurückgekommen bin, noch etwas anderses gemacht, nämlich meine Bücher geordnet, beziehungsweise Vea Kaisers „Blasmusikpopp“ gesucht, weil ich das ja auf meiner 2020 Leseliste habe, das Buch aber noch nicht auf dem Badezimmerstapel liegt. Ansonsten habe ich bis jetzt in diesem Jahr schon elf Bücher gelesen und bevor jetzt jemand aufschreit, es waren sechs eher dünne „Holzbaum-Bändchen“ dabei, Dietmar Füssels ebenfalls recht dünnes Gedichtbändchen und dann neben Olga Tokarczuks eher umfangreichen Buch noch drei weitere dünne Bücher, ich bin aber mit den mitgeschleppten 2019 Bücher fast fertig und könnte jetzt noch die Bücher, die ich von der „Buch-Wien“ als Rezensionsexemplare bekommen habe, sowie zwei der Geburtstagsbücher lesen und da ist ja Dirk Stermanns „Hammer“ dabei, auf den ich bei Stephans Teichgräber „Centrope Workshop der Gegenwartwliteratur“ aufmerksam wurde und da habe ich noch zwei Bücher auf meiner Leseliste die ich demnächst lesen will, nämlich Radka Denemarkovas „Ein herrlicher Flecken Erde“ und Jaroslav Rudis „Winterbergs letzte Reise“, beide Bücher passen zum Tschechien- Schwerpunkt der letzten Leipziger Buchmesse, stehen aber nicht auf Stephans Teichgräbers Centrope-Liste, der sich bei Radka Denemarkova ja für die „Stunden aus Blei“ entschieden hat, die die Autorin auch bei seinem letzten Centrope-Festival vorstellte.

So bin ich heute Nachmittag wieder mit dem „Stermann“ in die Spengergasse gepilgert. Stephan Teichgräber hat aber auch einen Gegenwartsliteraturstapel, der ein bißchen anders als meiner ist und hat für heute Tonio Schachingers „Nicht wie ihr“ausgesucht, weil er sich ja für Fußball interessiert.

Ich weniger, habe das Buch aber, glaube ich, schon in September gelesen, weil es ja bezüglich des dBps sogar auf die Shortlist gekommen ist, so habe ich mit ihm wieder die ersten Seiten durchanlysiert, bin daraufgekommen, daß auf Seite fünfmal das Wort „Bugatti“ steht und habe noch einige andere diesbezügliche Erkenntnise gemacht, während ich mir heute Morgen bezüglich meiner Leseliste dachte, daß ich, wenn ich so weitermache, jetzt bald zu meinerm Backlistlesen komme und, daß ich da heuer vielleicht wieder mit den vorgenommenen Büchern fertig werde.

In den zwei letzten Jahren habe ich das nicht geschafft, weil so viele Neuerscheinungen, diesmal habe ich mich aber mit dem Bestellen zurückgehalten, während ich also schon Pläne machte, sind wieder einige Angebote gekommen, so daß ich es wahrscheinlich doch nicht schaffen werde.

Aber mal sehen, ich bin wieder gespannt, was sowohl meine Lese- also auch meine Romanfahrpläne betrifft und werde demnächst in die Badewanne gehen, um das zwölfte 2020 Buch, nämlich Jörg-Uwe Albigs „Zornfried“ auszulesen, von dem ich Ende November beim „Fried Festival“ hörte und, daß mich seines Themas wegen sehr interessierte, auch wenn es nicht zur „Gegenwartliteratur es Centropes“, weil von deinem deutschen Autor, zählt.

2019-12-11

Dirk Stermanns Sprache und Brigitte Schwens-Harrants Essays

Im „Doml“ hat es noch die letzten Kekse von der gestrigen Weihnachtsfeier gegeben und die gute Schokolade, die die Vortragende aus Kroatien mitgebracht hat, für die SPÖ-Weihnachtsfeier wurde auch eifrig hergerichtet und umgeräumt und ich habe mich mit Stephan Teichgräber wieder in die Gefilde von Dirk Stermanns „Hammer“ begeben, was ein tolles Buch ist, was ich dem Kabrettisten gar nicht zugetraut habe. Ein tolles Buch mit einer tollen weitschweifigen Sprache, so daß man mit den Googlen gar nicht nachkommt.

Da waren ja erst die Berufe, der „Kotzenmacher“, der „Gubernialrat“, die „Wehenmutter“, etc, die sich Stermann wohl aus alten Archiven zusammenklaubte, dann ging es zu der Frage, ob „Das Kind zeriß ihr die Eingeweide“, eine Metapher ist?  ich denke eher, das sind die Gefühle einer Gebärenden, bis  hin zu den vielen Glocken, die es in St. Stephan gibt.

Ein tolles Buch und Stephan Teichgräber hat auch sehr viel gegooglet und die Zusammenhänge hergestellt, das ich mir nach dem ich die Lesung bei der „Buch Wien“ hörte von Annas Geburtsgutschein bei Thalia in St. Pölten gekauft habe, aber höchstwahrscheinlich erst im Jäjnner lesen werde, wenn ich mit meine 2019 Rezensionsexemplaren fertig bin und dann ist es über den Umweg des „Wortschatzes“, wo ich zuerst die „Anna“ hineinlegte und beim Rückweg tolle alte „bb-DDR“-Ausgaben gefunden habe, in die „Gesellschaft für Literatur“ gegangen, wo der dritte Essayband vorgestellt wurde, den die 1967 geborene Feuilletonchefin der Furche und Literaturkritikerin Brigitte Schwens-Harrant gemeinsam mit Jörg Seip bei „Klever“ herausgebracht hat „Mind the gap. Sieben Fährten über das Verfertigen von Identitäten“ und das ist bestimmt ein spannenden Buch, obwohl mir lange nicht klar war, worum es dabei eigentlich geht?

Um die Identität ganz klar, das was man ist, aber eigentlich ist dabei um Ausgrenzung, Abschotten, Rassismus, etcetera gegeangen und „Mind the gap!“, was ich zuerst auch nicht verstanden habe, ist das was, man in der U- Bahn täglich hören kann, „Achtung, da ist eine Spalte!“

Wir haben eine Identität, aber offenbar können wir die nur haben, wenn wir die anderen nicht dazu lassen, so habe ich die „Sieben Fährten“ und die Diskussion darüber verstanden, ist es doch um die Frage ob man mit Rechten reden soll?, gegangen.

ich denke, ja natürlich und habe es auch lange genug mit dem Uli versucht, bis er seine Kommentare geschlossen hat, herausgekommen ist aber nur ein Beschimpft worden sein und, um die Handke-Debatte, derzeit gerade besonders aktuell, weil der Nobelpreis, gestern an ihn vergeben wurde.

Der wurde in dem Buch noch nicht erwähnt, hat aber offenbar die Gemüter erregt und ehemalige Freunde zu Feinden gemacht, was ich nicht verstehe, aber schon sehr irritiert über die Diskussion im Literaturcafe, wo Malte Bremer ihm eine „Schlaftablette“ nannte, war, sowie über Sasa Stanisic Reaktion bei der „Buchpreis-Verleihung“.

Aber, ich denke, es ist wahrscheinlich doch der Neid „Was der kriegt den preis, der ist doch….?“

Die Greta Thunberg-Beschimpfung, die man bei den rechten Videos hören kann, wurde nicht erwähnt, eher der Rassismus und da ist es in dem Buch zumindestens bei den Stellen die Brigitte Schwens-Harrant vorgelesen hat, eher, um die amerikanische Literatur Toni Morrisson, zum Beispiel und C T. Boyles „America“ gegangen. Die sieben Fährten  sind „Liebe, Gender, Stadt,Hybride, Othering, Religion und Gast“ und in jedem Kapitel kann man sich anhand der Literaturbeispiele abarbeiten und seine <meinung bilden und ich bin nach wie vor nicht ganz sicher, ob Identität wirklich etwas mit Ausgrenzung zu tun hat?

Zumindest nach meiner Definition nicht, aber natürlich grenzt man ständig jemanden aus, schon wenn man eine „Buchpreisliste“ rangreiht tut man das oder mit dem berühmten Satz „Eigenverlag wollen wir nicht! Da kannst du nicht bei uns lesen!“

Aber das ist ein  anderes Kapitel und das „Miteinander statt Gegeneinander!“, ist vielleicht ein Weg hinaus.

Zuhören, Empathie und Wertschätzung! Dann kann man Peter Handke den „Nobelpreis“ gönnen und braucht nicht seiner politischen Meinung sein, aber natürlich ist sehr viel Haß in der Welt, was ich nach wie vor sehr schade finde, weil ich ja eigentlich sehr harmoniebedürftig bin.

2019-12-10

Philosophisches Forum und zehntes Nika-Fenster

Im Doml, der „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur finden regelmäßige philosophische Foren statt, wozu mich Stephan Teichgräber zwar einlädt, ich aber noch nie hingegangen bin, weil zu speziell. Aber diesmal gab es anschließend die Weihnachtsfeier und da auch noch die sechs Uhr Stunde ausgefallen ist, bin ich hingegangen, weil ich mich ja auch ärgern würde, wenn ich einen Vortrag halte, wo niemand ist, aber anschließend die Leute zur Weihnachtsfeier auftauchen.

Bei der kroatischen Professorin Danijela Lugaric, die eigends aus Zagreb angereist ist, um ihren Vortrag  „Über den Kulturkapitalismus auf (post) jugoslawische Weise: Der Sozialismus und sein Anderes“, zu halten, sind aber Leute gekommen und die letzte Weihnachtsfeier hat im Doml, glaube ich, vor zwei Jahren am neunzehnten Dezember stattgefunden, da habe ich ein Adventkalenderfenster aus der „Nika“ gelesen und heute gleich das zweite, nämlich

„Donnerstag, 10. Dezember

Als der Wecker klingelte und Nika aus ihren Träumen schreckte, rauchte ihr der Kopf und die Schläfen schmerzten. Da hatte sie gestern, als sie sich mit Harald Schwabeneder bei Ruth und Vera getroffen hatte, zuviel Wein getrunken und die Spaghetti, die Vera ihnen serviert hatte, waren auch sehr reichhaltig gewesen, so daß sie lange nicht einschlafen hatte können. Jetzt war es sieben, sie mußte aufstehen und danach trachten, halbwegs munter auf die Mariahilferstraße zu kommen.  Hatte aber keine Lust dazu. Nicht die Geringste war in ihr vorhanden,  sich im roten Anzug auf die Straße zu stellen und mit Herrn Widerlich zu streiten. Auch die schöne Perlenkette, die hinter dem Adventdalenderfenster zu sehen war, konnte sie nicht aufheitern.  Dabei war der gestrige Tag sehr intensiv gewesen. Das ließ sich nicht verleugnen. Hatte doch zuerst Ruth angerufen und sie für den Abend zu sich und Vera eingeladen. Dann hatte Harald sie abgeholt, ihr einen „Standard“ mit einem seiner Gegenartikel übderreicht und ihr von einer Fernsehdiskussion erzählt, in der sich Andrea Herbst outen würde, die sie nicht versäumen sollten.

„Dann kommst du am Besten zu Ruth und Vera mit!“, hatte sie vorgeschlagen und Harald, der inzwischen sehr vertraut geworden war, einen Kuß auf die Stirn gegeben. Er hatte nichts dagegen und es war ein schöner Abend geworden. Veras Knoblauchspaghetti hatten hervorragend geschmeckt. Der Rotwein, den Ruth ihr eingeschenkt hatte, hatte das auch getan. Nur leider schien sie zuviel davon erwischt zu haben, so daß der Kopf schmerzte, während sie gestern nichts davon gespürt hatte.

„Schauen wir uns an, was Andrea Herbst darüber zu sagen hat, daß Frau Miletic sie in meine Praxis gehen sah!“, hatte Vera vorgeschlagen und den Fernseher aufgedreht.

„Ich habe sie nicht gesehen und auch nicht bestellt! Als Kronauer geläutet hat, ist sie nicht dagewesen und ich habe sie auch nicht am Gang bemerkt!  Ich habe zwar einen automatischen Türöffner und es kommt auch vor, daß ein Klient zu früh kommt und im Vorraum auf seine Stunde wartet! Als ich Kronauer hinausbegleitet habe, ist niemand auf den drei Wartestühlen gesessen. Ich habe mich verabschiedet, bin ins Büro gegangen, um meine Dokumentation zu machen und die Praxis dann verlassen. Am Klo habe ich, wie erwähnt, nicht nachgesehen und die Tochter muß die Praxis auch verlassen haben, denn am nächsten Morgen war sie nicht da, als Frau Sibelinski den toten Kronauer auf der Toilette fand! Aber es erklärt, wie der Leuchter aufdas Klo gekommen  ist, denn von mir stammt er nicht!“, hatte sie gesagt. Dann hatte sie sich nochmals Wein eingeschenkt,  auf der Polstergarnitur Platz genommen und auf den Fernseher geschaut, wo die schlanke Fünfzehnjährige zu sehen war, die hektisch die Moderatorin anstarrte, die sie vorstellte und sich bei ihr bedankte, daß sie sich bereit erklärt hatte, mit ihr zu sprechen, um der Öffentlichkeit, die sich dafür interessierte, zu erzählen, wie das mit ihrem Stiefvater war?

„Du bist am vorigen Montag, als er seine Therapiestunde hatte, in der Praxis gewesen, nicht wahr?“, fragte Sabine Schweikart Andrea Herbst sanft, die ein blasses, hochaufgeschossenes Mädchen war, das die blonden halblangen blonden Haare,  aus dem Gesicht gestrichen hatte, Jeans und einen blassblauen Rollkragenpulover trug. Sie fuhr sich nervös mit der Hand übers Gesicht, dann hatte sie genickt und trotzig „Stimmt!“, gesagt.

„Ich bin dort gewesen! Das habe ich auch der Polizei erzählt! Aber ich habe ihn nicht umgebracht! Ich habe oft daran gedacht,  es zu tun und  das auch mit meiner Therapeutin, die ich die letzten zwei Jahre besuchte, um ihn aus dem Kopf zu bekommen, durchbesprochen, die das für eine normale Reaktion hielt! Ich habe es nicht getan! Es tut mir nicht leid, daß er einen Schlaganfall hatte, aber ich bin nicht schuld daran!“ sagte sie laut und brach ab.

„Natürlich nicht!“, bestätigte Sabine Schweikart sanft und beugte sich zu ihrem Gast hinüber um Andrea Herbst über die Schulter zu streichen.

„Das sollten wir vielleicht für unser Publikum klarstellen, damit es zu keinen Mißverständnissen kommt! Peter Kronauer, das haben die Gerichtsmedihziner inzwischen festgestellt, ist an einem Schlaganfall gestorben! Er hatte auf seiner Stirn aber auch einige Platzwunden, die er sich offensichtlich zugezogen hat, als er auf einen Leuchter gefallen ist! Ein Leuchter, der  sich auf der Toilette befunden hat, der aber nicht zur Praxis gehört und die Hausmeisterin, die dich kommen sah,  glaubt nun, daß sich in deiner Tasche ein solcher befunden hat!“

„Sie hat ihn aber nicht gesehen!“, antwortete Andrea Herbst patzig. Dann brach sie erneut ab und, strich sich über die Stirn und starrte in die Kamera.

„Es stimmt! Er war in der Sporttasche! Aber ich habe ihn nicht damit erschlagen, soviel Kraft habe ich gar nicht! Das habe ich auch der Polizei gesagt! „, rief sie laut und machte den Eindruck, als würde sie zu weinen beginnen.

„Beruhige dich!“, sagte Sabine Schweikart, strich Andrea Herbst nochmals über die Schulter und blickte zu Andreas Mutter, die ihre Tochter begleitet hatte und neben ihr saß.

„Das hat niemand behauptet! Unser Publikum möchte nur wissen, wie der Leuchter in die Praxis gekommen ist? Du hast ihn also mitghebracht?“

„Stimmt!“, antwortete Andrea Herbst und blickte zuerst zu ihrer Mutter, die ihre Hand ergriff und dann in die Kamera.

„Es war der Weihnachtsleuchter, den ich einmal von meiner Oma bekommen habe und der in meinem Zimmer steht.  Als ich acht oder neun war, hat ihn mir die Oma zu Weihnachten geschenkt! Er ist am Fensterbrett gestanden , so daß ich ihn immer, wenn ich im Bett liege, sehen konnte!“

„Verstehe!“, hatte Sabine Schweikart sanft geantwortet.

„In dem Bett in dem dich Kronauer überfiel, so daß dich der Leuchter an seine Tat erinnert hat!“

„Stimmt!“, bestätigte Andrea Herbst.

„Ich weiß auch nicht, warum ich ihn nicht fortgeworfen habe! Ich wollte das tun! Habe aber immer darauf vergessen! Vielleicht habe ich es auch nicht zusammengebracht! In meiner letzten Theapiestunde habe ich darüber gesprochen  und meine Therapeutin hat gemeint, daß ich einmal so weit sein werde, ihn wegzugeben,  damit ich mich nicht mehr daran erinnern muß! Am vorigen Montag war das dann so!  Da hatten wir am Nachmittag Turnen  in der Schule, so habe ich ihn in meine Sporttasche gepackt und mitgenommen!  Ich wollte ihn in ein Antiquitätengeschäft bringen und fragen, ob ich ihn verkaufen kann?  Dann bin ich aber an der Praxis seiner Therapeutin vorgekommen. Das heißt, ich habe ihn auf der Straße gesehen,  bin ihm nachgegangen, dann lang vor dem Haus mit der Praxistafel gestanden! Mich geärgert und geweint, weil ich wieder an alles denken mußte! Dann habe ich angeläutet und bin hinaufgegangen, weil ich dachte, daß ich die Therapeutin fragen will,  wieso sie ihn therapiert? Das wollte ich wissen!  Ich habe angeläutet, die Tür ist aufgegangen. Im Wartezimmer war niemand! So bin ich auf die Toilette gegangen, habe nicht zugesperrt,  weil ich mich nur frisieren wollte! Dann ist er plötzlich hineingekommen und erschrocken, als er mich gesehen hat! Ich habe den Leuchter aus der Tasche genommen! Da ist er noch mehr erschrocken und hat ein rotes Gesicht bekommen! Auf einmal ist er nach vor gefallen und auf den Leuchter gestürzt, den ich vor Schreck ausließ! So ist es gewesen! Ich bin weggelaufen! Habe mich zuerst der Mama, dann meiner Therapeutin anvertraut, die gemeint hat, daß ich mit der Polizei reden soll und den Reportern habe ich auch erzählt,  daß ich nicht traurig bin,  daß er nicht mehr lebt,  weil ich mich nun nicht mehr vor ihm fürchten muß! Aber ich habe ihn nicht umgebracht und bin auch nicht schuld, daß er einen Schlaganfall bekommen hat, weil er mich mit dem Leuchter gesehen hat!  Denn ich habe ihm nichts getan!  Das mit dem Schlaganfall war Zufall und hat nichts mit mir zu tun!  Das hat auch meine Therapeutin gemeint, die mich darin unterstützte, an die Öffentlichkeit zu gehen, damit ich das alles vergessen kann!“, sagte sie und begann wirklich zu weinen. Sabine Schweikart hatte sie noch einmal umarmt  und „Wir verstehen dich, Andrea! Du bist sehr tapfer und brauchst dich nicht zu fürchten!“, gesagt und Vera hatte „Aha, so ist das!“, sarkastisch ausgerufen!

„Jetzt wissen wir, wie der Leuchter in meine Praxis gekommen ist und woran Kronauer gestorben ist! Müssen nur noch JoeProhaska überzeugen, daß er sich um Ruths Kind nicht zu kümmern braucht, weil das ohnehin zwei Mütter haben wird und ich muß schauen, wie ich zu neuen Klienten komme! Denn derzeit ist mein Zulauf sehr gering! Aber vielleicht gibt sich das, wenn sich die Presse beruhigt hat und nicht mehr soviel über mich und meine Praxis schreibt!“

„Natürlich hatte Harald Schwabeneder geantwortet und hinzugefügt, daß er da ganz sicher sei!  Dann hat er seine Hand auf ihren Arm gelegt  und Ruth und Vera verraten, daß sie sich befreundet hätten.

„Sehr gut!“, hatte Vera gekontert.

„Dann hat die Sache wenigstens etwas Gutes! “ und ihnen zugeprostet. Nika hatte genicktund auch das zweite Glas ausgetrunken. Jetzt hatt sie Kopfweh und eigentlich war es ihr egal zu wissen, daß Andrea Herbst den Leuchter in Veras Praxis getragen hatte. Ganz egal war es ihr oder auch nicht, denn vielleicht hatte auch  Klaus Widerlich Sabine Schweikarts Sendung gersehen und verlangte mit ihr über den Leuchter zu diskutieren. Das wollte er aber wahrscheinlich nicht , weil er sich nur dafür interessierte,  daß sie nicht zuviele Süßigkeiten verteilte,  so daß sie aufpassen mußte, daß Jessica nicht mehr bekam.  Aber die würde erst am Samstag auftauchen und da würde sie zur Sicherheit eine Packung auf eigene Kosten besorgen , die in ihre Weihnachtsfrauenjacke stecken und der Kleinen daraus geben. Da konnte Widerlich nichts dagegen haben und nicht mit ihr schimpfen, dachte sie,  als sie in der Garderobe dieJacke anzog  und die Mütze aufsetzte. Als sie das Kaufhaus zehn Minuten später verließ ,  saß sie wieder Hassan Arawani  beim Eingang sitzen und sie anstarren. Er hatte sich nichts angetan und da er wahrscheinlich wieder nichts  aus ihrem Sack wollte, konnte Herr Widerlich nicht mit ihr schimpfen. Zulächeln konnte sie ihm aber und „How are you?“, fragen und wenn sie sich nicht irrte, hatte er auch genickt. Sie irrte sich bestimmt und bildete sich da nur ein! Es konnte aber nicht schaden, ihn angelächelt zu haben und jetzt die Prospekte herausholen und ihre Verteilungstour beginnen.“

2019-12-06

Vom Theaterworkshop zur Exilpreisverleihung

Seit langem wieder einmal zur Gegenwartsdramatik ins „Doml“, waren die letzten Freitage doch immer etwas los, Basel, Fried-Tage, Harland, etcetera, fallen mir da ein, dabei bin ich in den letzten Wochen öfter in einem Theater gewesen, wenn auch nicht zu einem Stück.

Wurde doch sowohl der österreichische als auch der „Schweizer Buchpreis“ in einem Theater vergeben, die „Literatur im Herbst“ fand im „Odeon- Theater“ statt und im Schauspielhaus war ich auch zum utopischen Raum beziehungsweise zum roten Wien, aber in keiner Auffühung.

Das war nur Stephan Teichgräber bei den „Vögeln“ im Akademietheater während es diesen Freitag über den Umweg über Bratislave nach Brünn ging. Denn von Bratislava mußte ein bekanntes Kabarettistenpaar nach dem Prager Frühling nach Brünn überseideln und in Brünn gibt es eine Reihe von Theatern.

Die „Neue Szene“ das Brünner Stadttheater und dann noch eines das auf tscheisch „Divadlo Husa no Provazu“ heißt, wo heute  und in den nächsten Tagen, die „Lehmann Brüder“ von Stefano Massini aufgeführt werden, sowie ein Stück das „Mein Svejk“ heißt und dann noch eines, das „Nachricht von einem Wunder“, heißt, wo es um den Pfarrer Josef Toufar geht, dem am elften Dezember 1949 tatsächlich ein solches in der Kirche passierte, worauf er  Schwierigkeiten mit der Staatssicherheit bekam.

Sehr spannend und verlockend hinzufahren, aber Stephan Teichgräber muß  noch den Vortrag für das „Philosphische Forum“ am Dienstag übersetzen und ich bin zur „Exil-Preisveihung“ vergangen, die diesmal zum ersten Mal im Literaturhaus vergeben wurde.

Den von Christa Stippinger initierten Preis für in deutsch geschriebene Texte von Autoren mit nicht deutscher Erstsprache, gibt es seit 1997 und zuerst wurde der Preis im Amerlinghaus vergeben. Da ist es wahrscheinlich zu voll geworden, weil es ja verschiedene Preise und auch solche für Schulklassen gibt. so fand er die letzten Jahre auf der „Buch-Wien“ statt. Dort war dann viel Öffentlichkeit, aber auch viel Zeitdruck, denn man mußte in einer Stunde fertig sein, das buffet, das es früher vom Amerlingbeisl gegeben hat, fehlte auch, beziehungsweise wurde das dann schon im Literaturhaus nachgeholt und jetzt zum ersten Mal ganz im Literaturhaus, wo es auch sehr gut passte, weil ja dort schon immer „Exilpreis-Lesungen“ stattfanden.

Die entsprechende Anthologie, die ja jedes Jahr mit den Preistexten herausgegeben wird, habe ich mir schon auf der „Buch-Wien“ geholt. Jessica Beer hat wieder moderiert,  die Musikeinlagen wurden vom Ferry Janoska Ensemblegespielt und die erste Lesung erfolgte von einer Schulklasse aus Linz, die sich das Thema „Kann Sprache Heimat sein?“ gewählt haben, was ich sehr spannend fand, weil man da sehr gut hören konnte, wie das ist, wenn man außer Deutsch und Englisch auch noch Türkisch oder Tschetschenisch spricht, was ja eine tolle Sache ist.

Dann kam die Lesung von Sayed Habib Khawadi einem offensichtlichen Afghanen, der fünf Minuten aus einem Roman las, wo es um Straßenkinder in Afghanistan geht, die schon fleißig arbeiten müßen, um ihre Familie zu erhalten, obwohl Kinderarbeit auch dort verboten ist.

Katharina Braschel erzählte von ihrer Oma, die immer sehr sparsam mit ihren Marmeladegläsern war, weil sie als Kind mit dem Pferdewagen im Winter flüchten hat müssen und dabei sehr hungrig war.

Dann folgte die Lesung der Hauptpreisträgerin Vlatka Frketic, die die Erlebnisse eines Gastarbeiterkindes schilderte, das immer die beste sein muße, nie wie die anderen auf Urlaub, sondern immer nur nach Hause fahren mußte und sich wunderte, daß es auf den Geburtstagsfesten der österreichischen Kinder nur Würstchen mit Kartoffelsalat und eine Torte gab, während sich bei ihrem Geburtstag die Tische vor all dem Gebratenen und den Spanferkel bogen.

Danach wurden die Preise vergeben, Fotos gemacht, nochmals Musik gespielt und Buffet und Gespräche hat es  auch gegeben und ich habe beziehungsweise werde ich demnächst zwei Debuts lesen, die von ehemaligen Preisträgern stammten. Waren doch sowohl Marco Dinic, der auf der österreichischen Debutliste stand, als auch Ana Marwan, deren „Kreis des Weberknechtrs“ auf der Bloggerdebutpreisliste steht, darunter.

Ansonsten zählen Dimitri Dinev, Sandra Gugic, Julija Rabinowich, Susanne Gregor, Cornelia Travnicek, Cornelia Hülmbauer, Ljuba Arnautovic Seher Cakir, die diesmal mit Anton Thuswaldner und Thomas Perle in der Jury war, mit vielen anderen zu den ehemaligen Preisträgern.

2019-11-13

Dreißig Jahre Mauerfall

Filed under: Veranstaltungen,Workshop — jancak @ 21:01
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Vom Gegenwartsliteraturworkshop, wo wir heute sowohl ein Gedicht von Gabor Schein analysiert, als auch weiter mit Radka Denemarkovas „Stunden aus Blei“, weitermachten und da die Übersetzung von Raija Hauck mit der von Stephan Teichgräber verglichen haben, ist es ins Cafe Jelinek in die Otto Bauergasse gegangen, da mich Sascha Wittmann dort zu einer „Textmotor-Lesung“ zu Fall der Berliner Mauer am 9. 11. 1989 eingeladen hat und der „Textmotor“ ist eine Gruppe literarisch Tätiger rund um Luis Stabauer, die sich dort, glaube ich, vier Mal im Jahr treffen und diesmal zum Fall der Berliner Mauer ihre Texte lasen. Paul Auer, der auch moderierte, Doris Fleischmann, die ich, glaube ich, schon in Leipzig hörte, Leopold Hnidek, Claudia Sprintz und Luis Stabauer haben das getan, Sascha Wittmann, die mich eingeladen hat, ist nicht erschienen und Paul Auer fragte jeden der Lesenden zu Beginn, wie er den neunten November 1989 erlebt hat? Ich hatte da meinen sechsunddreißigsten Geburtstag und wenn der neunte ein Donnerstag war, am Freitag mein Fest und da bin ich anschließend mit oder ohne Anna mit dem Frans Postma das Wochenende nach Budapest gefahren und vorher im Sommer waren wir, der Alfred und die Anna in Instanbul, da gab es schon die DDR-Leute, die aus Ungarn nach Österreich kamen und beim Volksstimmefest habe ich das zweite Mal gelesen. Das erste Mal war ein paar Jahre früer mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“, das zweite Man hat mich Arthur West solo eingeladen, ich habe aus den „Hierarchien“ gelesen, Peter Turrini hat mich interessiert gefragt, ob das ein Roman sei?

Die Jelinek hat, glaube ich, noch glesen und die Marie Therese Kerschbauer und Arthur West hat beschwichtigt, daß das, was man über die DDR hört, nicht so arg sei. Das ist mir eingefallen, als Paul Auer gefragt wurde, wie er den Mauerfall erlebte? Die Zusatzfrage war, warst du da schon auf der Welt? Er war und hat sich bei seiner <mutter erkundigt, wie die KPÖ darauf regieren würden, nun Arthur West eher beschwichtigen und ein Witz habe ich glaube ich auf dem näcsten oder übernächsten Volksstimmefest gehört „Da geht ein ganzes Volk für höhere Brotpreise und Erhöhung der Mieten auf die Straße. Nun für die Reisefreiheit hat es das auch getan und darum ging es auch, um dieText der „Textmotor-Autoren“, wo Leopod Hnidek eine Geschichte las, wie er vor dem Mauerfall, die DDR-Grenze mit seinem Wagen öfter passierte, der wurde kontrolliert, zwei Papiersäcke mit Bananen und Nylonstrümpfen wurde von den Grenzern einkassiert, der Rest ist an die Geschäftspartner gegangen und dreißig Jahre später fährt er wieder über Hof nach Leipzig zu der Messe und bringt seinen Freunden, die inzwischen Mindestrentner und von der Altersarmut betroffen sind, wieder ein Säckchen mit.

Luis Stabauers Geschichte handelt von einem Pärchen, das der Ich-Erzähler am Plattensee kennenlernte und das ihm von ihrer geplanten Flucht erzählte.

Doris Fleischmanns Geschichte hieß „Portrait  einer Leipziger  Dame“ und die von Paul Auer hatte eher mit Rom als mit dem Mauerfall in Berlin zu tun.

Interessant war es trotzdem die Mauerfallgeschichten von österreichischen Autoren zu hören und dann bin ich ein Stücken weiter in die Schmalzhofgasse zu einer Vernissage der Galerie Lindner gegangen und hatte wieder einen interessanten literarischen Crossover-Tag.

Und ins Cafe Jelinek, das kann ich noch erwähnen, bin ich vor dreißig und mehr Jahren, als ich, glaube ich, noch die Wohnung in der Otto Bauergasse hatte und mit dem Alfred und der Anna in der Gumpendorferstraße wohnte, auch öfter gegangen und habe dort meine Texte, „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ und auch die „Hierachien“ geschrieben und noch früher, in den späten Siebzigerjahren habe ich, glaube ich, auch mit dem „Arbeitskreis“ einmal in genau jenem erhöhten Extrastüberl gelesen.

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