Literaturgefluester

2018-12-25

Sterne pflücken

Filed under: Bücher — jancak @ 21:55
Tags: , ,

Das dritte Weihnachtsbuch, beziehungsweise Buch von meinem Bücherchristbaum habe ich der 1959 in Linz geborenen und in St. Pölten lebenden Doris Kloimstein zu verdanken, die ich zu den Zeiten kennenlernte, als ich von St. Pölten nach Wien in meine Praxis gependelt bin und daher einmal zu einer Regionalversammlung der IG-Autoren dorthin ging.

Das ist lange her. Damals war sie, glaube ich, Obfrau der LitGES oder hat die Zeitscherift „Etcetera“ aufgebaut.

Sie hat mich auch zu einer Lesung eingeladen, wo ich mit Manfred Wieninger lesen hätte sollen, der war aber noch in seinen Plagiatsskandal verstrickt und hat daher abgesagt, dann habe ich sie einmal in St. Pölten getroffen, als gerade die „Frequency“ stattfand und man die Traisen eigentlich nicht befahren durfte.

Am Markt treffen wir uns jetzt öfter und sie war auch ein regelmäßiges Mitglied der Schreibgruppe, die es seit Sommer ja nicht mehr gibt, war Dramaturgin oder Regieassistentin im Stadttheater St. Pölten, hat oder spielt immer noch Geige, arbeitet bei der katholischen Kirche, obwohl sie sehr kritisch ist, ist Mitglied des PEN und veranstaltet diesbezüglich viele Frauenveranstaltungen und Ausstellungen.

Also eine sehr vielseitige Frau und das merkt man dem kleinen Weihnachtsbüchlein, das sie mir zusteckte, als ich sie Anfang Dezember bei einer Veranstaltung zum Frauenwahlrecht im Literaturhaus getroffen habe, auch an.

Klein aber fein, das heißt ein Umfang von nicht einmal vierzig Seiten und dann noch wunderschöne Bilder der ebenfalls in Linz geborenen Karin Köppl.

Engel und auch einmal eine Marienfigur mit dem Kindchen und dem Esel kommen darauf vor und immer wieder eine gut zu erkennende Geige spielende Doris Kloimstein und von ihr sind in dem Büchlein zwei Prosatexte „Wechselgespräch“ und „Weihnachtsstimmung“ genannt und eine Reihe von Gedichte, die eine oder einem mehr oder weniger in Weihnachtsstimmung versetzen können.

Das „Wechselgespräch“ ist, wie ich denke, ebenfalls für Doris Kloimstein typisch, wie sie leibt und lebt. Da hat sich eine doch wieder einmal überarbeitet, so daß sie plötzlich Stimmen hört, die ihren kritischen und  wahrscheinlich auch Widerspruchsgeist rührt.

„Weißt Du“, sagte die Stimme. „Du wirst dich erholen und weitermachen. Einfach weitermachen.“

„Das muß ich sowieso“, brummte ich, ob mit oder ohne Deinen guten Ratschlag.“

„Sicher sagte die Stimme, „morgen wenn Du  am Abend neben dem Christbaum im Ohrensessen sitzt, dann reden wir weiter.“

Dann geht es in die „Weihnachtsstimmung“.

Ein Engel ist da auf linken Seite zu sehen und Doris Kloimstein beginnt ihren Text mit „Weihnachten – ja ich mag Weihnachten“ und fährt bei paar Zeilen weiter fort „Wenn Mitte November die Nikoläuse reihenweise in den Supermärkten herumstehen, dann mag ich Weihnachten nicht.“

Um mit den zeitgenössischen Autoren fortzufahren, die es sich nicht leisten können „Gott zu loben, wenn sie in der Literaturszene ernst genommen werden wollen.“

Dann kommt sie zu den Liedern, die bei ihr zu Hause zu Weihnachten gespielt oder gesungen werden „bevor alle nur mehr in Richtung Küche schauen, aus der Kulinarisches herausduftet.“

„Stille Nacht“ und „Es wird schon glei dumpa“, führt sie an. Aber im letzten Jahr hat sie auch „Dschingl Bells“ geprobt. Dann „hat der Christbaum Feuer gefangen und „Dschingl Bells“ ist für das nächste <Jahr ausgefallen.

Ja, Doris Kloimstein ist sehr hintergründig und kann durchaus zynisch sein, wie man vielleicht auch bei ihren Gedichten merken kann.

„Will die Sterne am Kleid des Engels zählen so wie damals und mich freuen Will die Berechnungen vom Tisch wischen wie ein Kind die Bauklötze und an das Wunder glauben“, heißt es da etwa oder

„Lichterketten, Tannenzweige – niemand sieht den Sinn dahinter Immer wieder wird es Winter heißt der brav gelernte Satz“ um im „Dornenwald unserer Gedanken“ zur Hoffnung zu kommen, denn

„Unendliche Hoffnung auch im Schmerz denn ein Licht und unendliche Liebe dereinst und heute“

So endet das Buch, um zu den beiden Biografien zu kommen und man hat sich, vielleicht neben den Christbaumkerzen schnell durch die fünfunddreißig Seiten durchgeblättert, dabei ein paar Kekse, Villekipferl oder Lebkuchenherzen genascht und ist, je nach dem, wie man zu Weihnachten steht, besinnlich oder rebellisch geworden.

Beides ist, glaube ich, in dem Buch vorhanden, gehört zu Doris Kloimstein, wie ich sie kenne und die zarten schönen pastellfarbigen Bilder von Karin Köppl passen dazu und sind auch ein Gewinn.

Werbeanzeigen

2016-02-11

Macht Kunst Macht

Im Sommerreflektorium  der Erzdiözöse St. Pölten  scheint es jedes Jahr zu Beginn der Fastenzeit eine vom katholischen Akademikerverband veranstaltete Ausstellung zu geben.

Ich weiß von Doris Kloimstein davon, die ja bei der Erzdiözöse arbeitet, die hat die Ruth vorige Woche bei der Schreibgruppe dazu eingeladen, aber die war heute zwar in St. Pölten allerdings im Landestheater und ich habe mir genau aufgeschrieben, daß man die Ausstellung bis Ostern jeden Sonntag besuchen kann.

Am Sonntag hat mir dann die Ruth bei ihrem Brunch die Einladung gegeben und mir ist eingefallen, daß wir ja genausogut auch zur Vernissage gehen könnten, weil wir jetzt  schon immer am Donnerstag fahren, seit der Alfred in Altersteilzeit ist.

Doris Kloimstein, die ich dort treffen könnten, ist eine der Kuratorinnen ist, hat mir zwar gemailt, daß sie krank ist, aber Robert Eglhofer könnte kommen, Eva Riebler von der Lit Ges vielleicht und die Handvoll St. Pöltner, die ich kenne und die sich für Kunst interessieren.

Begonnen hat es um halb sieben im Dom mit einer „Fastenbesinnung“, aber wir sind ja nicht katholisch, so sind wir gleich zu der Ausstellung gefahren und waren viel zu früh daran.

„Macht Kunst“ ist ja ein gewaltiges Thema und die Idee ist, glaube ich, daß einige Galeristinnen einige Künstler einladen, die ihre Bilder und Skulpturen zu diesem Thema ausstellen und Doirs Kloimstein, die ja beim PEN ist, einige Literatinnen, die dazu Texte schrieben.

Die Literatinnen waren  IIshraga Mustafa Hamid, die ich, glaube ich, von der „Wiederstandsanthologie“ kenne, die der „Milena-Verlag“ zu Zeiten von Schwarz-Blau herausgegeben hat, Helga  Neumayer, Dorothea Nürnberg und Magdalena Tschurlovits, Magdalena Tschulovits kenne ich, glaube ich, auch vom PEN-Club beziehungsweise von den IG Autoren, Helga Neumayer hat mich angesprochen, daß ich ihr im Amerlinghaus einmal mein „Literaturgeflüster-Kärtchen“ gegeben hat und allmählich füllte sich der Raum mit all der Prominenz.

Die Eröffnungsreden wurden gehalten und die ausstellenden Künstler vorgestellt, „Macht Kunst“ ist ja ein weites Thema und es gab auch einen Performer der live den Einfluß der Werbemarken auf uns, bezeihungsweise die Gesellschaft. zum über die Schulter schauen darstellte.

Dann lasen die anwesenden Literatinnen ihre Texte, der Vertreter der Diözese forderte alle Künstler auf ihr Talent zu nützen und weil der Direktor des Landesmuseums, der auch eröfnen hätte sollen, noch nicht da war, wurde das Buffet eröffnet, das für die Fastenzeit eigentlich sehr reichhaltig war, Wein, Brot und verschiedene Käsesorten.

Am Sonntag kann man die Ausstellung von neun bis eins ansehen, eine Führung mit den Kuratorinnen gibt es auch und am 6. März die Vinissage beziehungsweise Abschlußbrunch und da könnte sein, daß wir in Harland sind und anschließend nach Wien zu Ruth Aspöcks Veranstaltung zum Frauentag fahren, wo auch Margot Koller aus Salzburg lesen wird.

Und was das schreiben, meiner „Trans-Geschichte“ betrifft, da bin ich auch  sehr fleißig gewesen, habe den Text jetzt umgeschrieben, dem Paul , der früher eine Paula war, das „er“ Wort gegeben. Beim „Fräulein Paula“ bin ich beim „er“ geblieben.

Ganz sicher, ob es stimmt, bin ich noch nicht, ein paar Korrekturgänge werden wohl noch nötig sein.

Das „Sigmund Freud-Museum“ ist jetzt eine „Berg-Galerie“ geworden, die „Villa“ wurde vom „Rosa Haus“ zum „Maribou“ und eine Danksagung an meine geduldige Beraterin und Testlesterin gibt es auch, während ich das Gedicht, das mir Richard Weihs bei den letzten „Wilden Worten“ schrieb, wahrscheinlich nicht verwenden werde, weil Paul und Paula mit ihren Stöckelschuhen und Schirmkappen ja zwei verschiedene Personen sind.

2015-07-08

Zu Doris Kloimstein ins Cafe Schubert

20150709-224939

Die erste Sommerfrischenwoche ist vorbei und die zweite hat mit ein bißchen Regen begonnen, ganz so heiß, wie in der  ersten, die durch das „Bachmannhören“ sehr rasant gewesen ist.

Ein bißchen bin ich zwischendurch Rad gefahren, einmal zum Einkaufen zum „Lidl“, einmal nach Wilhelmsburg und da sind in das kleine Büchlein vom Tag des Buches, das es jetzt das dritte Jahr in Folge gibt, ein paar Textbrocken bezüglich „Der wunderbaren Sommererlebnisse der prekären Literaturstudentin Sandra Winter“ entstanden.

Die ersten eineinhalb Textseiten sind in der Juni-Schreibgruppe beim „Sommerschreiben“ entstanden und dann ist das Ganze erstmals liegengeblieben und ich habe an „Selmas Kopftuch“ korrigiert, mich aber entschloßen pünktlich in der Sommerfrische mit dem Sommertext zu beginnen, den Klaus Khittel in der Schreibgruppe  als viel zu ehrgeizig konzipiert gesehen hat.

Am Freitag als ich nach Wien zur Lesung bezüglich des Wiedner Hauptstraßen Straßenfestes gefahren bin, habe ich mir die Texte für die Lesung bezüglich des Sommerfestivals am nächsten Montag vorbereitet, die eineinhalb Seiten, der „Sandra Winter“, dann was aus „Tauben füttern“, „Sommer am Wasser“, wie mein Lesungstetitellautet und dann noch den Beginn der „Miranda“.

Die eineinhalb Seiten habe ich dann am Montag korrigiert und hätte weiterschreiben wollen, aber irgendwie war alles weit weg und ich habe erst einen Anlauf gebraucht, bis ich die eineinhalb Seiten auf sechs ergänzt und die Sandra Winter nach Harland nach St. Pölten fahren habe lassen.

Dort sitzt sie dann mit der slowakischen Pflegerin Minka und der dementen Großmutter beim Fernsehen und sieht den Bericht über das Referendum der Griechen bezüglich des Einsparkurses, denkt an ihre Freundin Eleni und der ist dann die zweite Szene gewidmet.

20150709-225027

Zwei Szenen, zehn Seiten und 4154 Worte habe ich jetzt und noch einige Pläne. Als nächstes fährt die Sandra Einkaufen zum Lidl, kauft griechisches Joghurt und griechische Antipasti, dann bekommt sie ein SMS, von Fatma Challak, ja die kennen wir schon, ihr Bruder Fahrid ist von der IS erschossen worden. Da haben die Eltern sie in ein Boot gesetzt und sie ist jetzt auf den Weg nach Lampedusa, beziehungsweise nach Wien, denn sie hat ja an der deutschen Schule in Damaskus maturiert und Eleni Soualaki, die prekäre Literaturstudentin aus Athen, jobt in einer Hundefängerorganisation und verliebt sich da in einen kleinen Hund namens Ouzo.

Der ist autobiographisch, beziehungsweise heißt der, den die Anna und der Andreas seit einiger Zeit haben so, kommt aus Griechenland und die waren jetzt alle drei auch in Harland und am Samstag habe ich mir bevor ich mit dem Rad zum Markt gefahren bin, um dort das obligatorische Würstl bzw. einen Toscana Burger zu essen, mit der Doris Kloimstein vereinbart, sie am Mittwoch, um zehn im Cafe Schubert zu treffen.

Das haben wir schon einmal gemacht, vor einigen Jahren, damals bin ich durch das Frecency Treiben gefahren, habe mich geärgert und dem Bürgermeister einen Brief geschrieben und Manfred Lagler-Regall, einer meiner eifrigen Kommentator, den ich regelmäßig bei den Osterspaziergängen der LItGES treffe, hat mir da das erste Mal geschrieben und er ist auch, Tusch und ein Hoch an ihn, mein tausendster Kommentar, denn ich habe es wirklich geschafft, seit meinen Geburtstagsartikel die gewünschten zehn Kommentare zusammenzubekommen.

20150709-225052

Jetzt kann ich auch der Ruth auf ihren 999 Kommentar antworten, denn ich wollte nicht die Tausendste sein und mit der Doris Kloimstein, die ich ja einmal bei einer Regionalversammlung der IG Autoren in einem Hochhaus in St. Pölten kennengelernt habe, die lange Zeit die Obfrau der LItGES war und jetzt auch eifriges Mitglied unserer Schreibgruppe, gab es dann auch ein eifriges Plaudern. Zum Beispiel über den Roman, den sie gerade plant, zwischendurch wurde sie immer wieder von einigen Bekannten angesprochen, denn St. Pölten ist ja ein Dorf und die Doris eine bekannte Person.

Am Markt haben wir sie auch schon einmal getroffen und einmal war ich mit ihr während der Sommerfrische auch mit ihr griechisch essen und anschließend mit Brigitte Schramm, die ich zufällig getroffen habe, im Cinema Paradiso, Cafe trinken. St. Pölten ist ein Dorf beziehungsweise Landeshauptstadt und ich nütze die Sommerfrische auch immer gerne zu literarischen Begegnungen, obwohl ich dort nicht so viele Leute kenne und es im Sommer auch kein Literaturprogramm zu geben scheint.

Aber jetzt habe ich  vor einen Roman über die Sommerfrische zu schreiben, einen Sommerroman über die prekären Erlebnisse einer Studentin und ihren drei Freundinnen, die aus prekären Orten wie Athen, Damaskus und Donezk kommen. Da bin ich jetzt wieder zuversichtig, daß ich das kann, obwohl ich es irgendwie nicht schaffe, die anderen auf mein Schreiben aufmerksam zu machen.

Die dritte  und die vierte Szene, die der Sandra und der Fatma Challaki werde ich demnächst schreiben und dann mit den „Erlebnissen einer Anarichistin in Griechenland“ in die Badewanne steigen.

Dieser Sommer kann interessant werde, auch wenn es jetzt stark regnet und ich infolgedessen im Wohnzimmer zwischen den beiden Bücherregalen statt auf der Terrasse sitzen und die Linda aus Amerika werden wir am Montag auch treffen und deren Sohn Niklas war ja, glaube ich oder habe ich gehört mit der Milena Michiko Flasar einmal befreundet.

Bloggen auf WordPress.com.