Literaturgefluester

2017-10-06

Gespräche mit zugewanderten Schriftstellern

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:38
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Die „Edition Exil“, zu deren Veranstaltungen und Preisverleihungen ich ja gerne gehe und auch sehr viele ihrer Publikationen lese, hat ein neues Buch, das heute im Lteraturhaus vorgestellt wurde, herausgebraucht und diesmal ist es keine Pubklikation eines früheren Preisträgers, wie ich eigentlich annahm, sondern Wiebke Sievers, Holger Englerth und Silke Schwaiger haben im Rahmen des Projekts „Literatur on the Move“ Interviews mit neun nicht in Österreich geborenen, aber dort lebenden Schriftstellerinnen und Schriftsteller geführt und das  Buch „ich zeig dir wo die krebse wohnen, genannt.

Die interviewten Autoren und Autorinnen, die zu ihren Schreibverhalten, ihren Lieblingsautoren und noch vielen anderen befragt wurden, sind: die 1971 in der Türkei geborene Sehir Cakir, die mit zwölf jahren nach Österreich gekommen ist, 2005 einen Prosapreis bei „Schreiben zwischen den Kulturen gewonnen hat und deren zwei bei der „Edition Exil“ erschienenen Prosabände ich auch gelesen habe. Sie hätte bei der Veranstaltung lesen sollen, ist aber erkrankt, ausgefallen, so daß Hoger Englerth und Silke Schwaiger einen Teil ihres intervies vorlasen.

Der 1968 in Bulgarien geborene Dimitre Dinev, der glaube ich, auch bei der „Edition Exil“ begonnen hat, ist dann mit seinem Roman „Engelszungen“ schlagartig bekannt beworden. Das Buch habe ich einmal im Schrank gefunden und muß es noch gelesen werden, ich habe den Autor aber bei verschiedenen Lesungen, wie bei „Literatur und Wein“, im Musa und auch  bei „Rund um die Burg“ gehört.

Ilir Ferrir aus Albanien, der auch bei „Schreiben zwischen den Kulturen“ gewonnen hat und inzwischen, glaube ich, bei  „Edition Atelier“ verlegt.

Anna Kim aus Südkorea, eine inzwischen ebenfalls sehr bekannte Autorin, die schon mehrere Bücher in großen Verlagen herausbrachte und die ich zuletzt bei den O Tönen hörte.

Die aus der Ukraine kommende, 1983 geborene Tanja Majlartschuk, die erst 2011 nach Wien gezogen ist, war die einzige anwesende Autorin, die auch aus ihren neuen noch nicht auf Deutsch erschienenen Buch „Vergessenheit“ gelesen hat, in dem es um eine Schriftstellerin geht, die über einen polnischen Philosophen, der sich sehr für die Ukraine einsetzte und in den den  neunzehnzwanziger Jahren in Wien gelebe hat, einen Buch schreiben will.

Dann gab es noch einen journalistischen Text der Autorin, die ich auch einmal ibei der „Literatur und Wein“ hörte und deren „Biografie eines zufälligen Wunders“ ich gelesen habe und ein längeres Gespräch, wo sie viele Fragen zu ihrem Schreiben und ihrem Verhltnis zu der Ukraine beantwantwortete.

Julya Rabinowich ist auch von der „Edition Exil“ hergekommen, hat dort ihren „Spaltkopf“ herausgegeben und inzwischen Karriere gemacht, beim Bachmannpreis gelesen, die letzte Vorlesung zu „Autorinnen feiern Autorinnen“ gehalten, etcetera.

Doron Rabinovici 1961 in Tel Aviv geboren, zählt zu den eher politischen Autoren, der im Zuge der „Waldheim-Affaire“ auch den „Rebulkanischen Clu“b mitbegründet hat, mit seinen „Außerirdischen“ auf der „Longlist des österreichischen Buchpreises“ steht. Mit „Andernort“ war er 2010 für den „Deutschen Buchpreis“ nominiert. er hat den „Wildganspreis“ und den „Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels“ bekommen und ich freue mich schon sehr auf das Lesen seines neuen Buches.

Mit  dem Tschechen Stanilav Struhar habe ich schon einmal bei den „Textvorstellungen“ gelesen und er dürfte wohl zu den eher unbekannteren Autoren zählen, die interviewt wurden, denn er letzte vorgestellte Autor ist der 1966 in Leningrad geborene Vladimir Vertib, der auch schon auf der Longlist des dBp gestanden ist, der der „Kramer- Gesellschaft“ angehört und von dem ich schon einige Bücher gelesen habe.

Die Ingterviews drehten sich, gaube ich, auch um die Frage, ob sich die Autoren durch ihre migrantische Erfahrung beim Schreiben diskriminiert fühlten? Sie haben das glaube ich alle mit „Ja!“, beantwortet. Aber die meisten der Interviewten haben literarische Karriere gemacht und gehören inzwischen  zu der sehr vielfältigen österreichischen Literaturszene.

Wiebke Sievers hat in ihrer Einleitung noch von historischen Autoren mit migrantischer Erfahrung, wie Elias Canetti, Milo Dor und György Sebestyen gesprochen und es ist, glaube ich, in Zeiten, wie diesen wo sich der Wahlkampf hauptsächlich um den Einwanderungsstop dreht, sehr interessant zu erfafren, daß ein gar nicht so kleiner Teil der österreichischen Autoren migrantische Wurzeln  hat.

So ist ein sehr interessantes Buch daraus entstanden, das ich allen, die vielleicht in einer Woche die ÖVP oder die FPÖ wählen wollen, wirklich nur empfehlen kann.

Ich werde es auf meine Leseliste stellen und hoffentlich bald zum Lesen kommen, inzwischen „Die Außerirdischen“ lesen und mich auf den nächsten „Exil-Literaturpreis“ freuen, der ja wieder auf der nächsten „Buch Wien“ vergeben wird.

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2016-04-22

Edition Exil entdeckt mit Jugendschreibwerkstatt

Die „Edition Exil“, stellt wie Barabara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung betonte, jetzt schon zum achten oder neunten Mal seit 2012 ihre Preisträgertexte im Literaturhaus vor.  Bei einigen dieser Veranstaltungen war ich schon,  die meisten Bücher habe ich gelesen und zu den Preisverleihungen, die früher im Amerlinghaus, seit 2010 bei der Buch-Wien stattfinden, gehe ich auch regelmäßig hin.

Heute wurden im Literaturhaus zwei Preisträger von 2015 vorgestellt, nämlich der1996 in Budapest geborenen Roma-Aktivist Samel Mago, der in Wien aufgewachsen ist und jetzt Soziologie und Transkulturelle Kommunikation studiert und mit „Zeuge der Freiheit“ den Jugendpreis gewonnen hat.

Da geht es um den Ungarnaufstand von 1956 und um einer Romafamilie die  in den sechziger Jahren nach Wien ausgewandert ist. Samuel Mago las ein paar Stellen daraus und ließ auch einiges zum Nachlesen aus, so wird einer der Protagonisten am Budapester Bahnhof angeschossen, dann taucht er aber wieder im Wilhelminenspital auf und ein Gedicht gab es auch, das Samuel Mago auf Deutsch und Ungarisch gelesen und dann noch auf Romanes gesungen hat.

Die 1981 in Wien geborene Barbara Eder hat wohl den Preis für „Deutsch als Muttersprache“ gewonnen. Sie hat auch Soziologie und Philosophie studiert und an diversen Universitäten gearbeitet, darunter auch in Armenien und die Geschichte „Drüben“ mit der sie 2015 gewonnen hat, spielt  in Armenien und ist jezt in einem bei „Drava“ erschienenen Erzählband mit dem Titel „Die Morsezeichen der Arkaden“ erschienen.

Und es gibt  seit heuer im Literaturhaus etwas Neues, nämlich eine monatliche Schreibwerkstatt, wo  Autoren, die für den Jugendpreis eingereicht haben, aber noch nicht gewonnen haben, ausgewählt wurden, mit Susanne Gregor monatlich an ihren Texten zu arbeiten.

Vier Treffen hat es schon gegeben und vier der Autoren haben ihre Texte, die sie vielleicht auch für den Exil-Preis 2016 einreichen werden, heute vorgestellt.

Deshalb waren auch sehr viel junge Leute im Publikum  und  Barbara Zwiefelhofer erklärte, daß die eingeladenen Autoren so um die zwanzig wären.

Anna Hackl, Fabian Dietrich, Cleidy Acevedo und Elma Candic stellten ihre Texte vor, die mit großen Applaus bejubelt wurden und sehr spannend waren.

Anna Hackl, eine deutsche Studentin, wie ich der Einleitung entnommen habe, hatte einen Text mit  sehr schönen sprachlichen Wendungen „Über den Abgrund hat sie einen Teppich gelegt, er soll ihn noch nicht sehen“, der wie sie betonte, von einer besonderen Frau handelte und „Nach dem Frühling kommt der Winter“ heißt.

Dann kam  Fabian Dietrich, der sich Gedanken über die „Schönheit“ machte und bezüglich einer Seminararbeit eine Selbsthilfegruppe besuchte.

Cleidy Acevedos Text „Die Fremde“ war, glaube ich, eine Auseinandersetzung mit sich selbst, während Elma Candic über den Kaffee ihrer Oma und die bosnischen Kaffeerunden, sehr kurz, prägnant und realistisch, geschrieben hat.

Leider waren die Namen und die Lebensläufe der vier Autoren nicht im Programm angegeben, so daß ich sie, wie bei der „Studentenlesung II“ erst erfragen mußte, es war aber sehr spannend der Aufregung  und der Begeisterung zu zu hörenund eigentlich auch zum Neidig werden, aber ich wurde in den späten Siebzigerjahren ja auch im „Arbeitskreis  schreibender Frauen“, wohl ein Vorläufer der vielen Schreibwerkstätten die es heute gibt, sozilisiert und  da habe ich auch Christa Stippinger, die damals gerade mit „Kress“,  den „Max von der Grün Preis“ gewonnen hat, kennengelernt.

Inzwischen hat sich herumgesprochen, daß man das Schreiben  in Schreibwerkstätten lernen kann und da ist Christa Stippinger, die glaube ich, auch einen Preis dafür bekommen hat, mit ihrer „Edition Exil“ und dem „Exil-Literaturpreis“ ein Vorbild und es wurden dadurch ja auch einige Talente wie Dimitre Dinev, Julya Rabinowich, Susanne Gregor, etcetera entdeckt und ich bin auch sehr neugierig, ob und was ich von den vier Jungautoren noch hören oder lesen werde.

 

2015-12-11

Fremde Geografien

Filed under: Bücher — jancak @ 00:21
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Jetzt geht es gleich wieder zur „Edition Exil“ und zu der 1990 in Bulgarien geborenen Antina Zlatkova, die seit 2009 in Wien lebt und 2012 den „Exil-Preis“ für Lyrik gewonnen hat, ein Preis, der nicht jedes Jahr vergeben wird.

Das Buch wurde im vorigen Jahr bei der „Edition-Exil entdeckt-Veranstaltung“ vorgestellt und ist zweisprachig erschienen.

„Jedes Gedicht ist ein Mensch, jedes Gedicht ist ein Übersetzungsversuch des Selbst durch eine fremde Kultur, eine poetische Körperstudie über die Anatomie der Welt“, steht am Buchrücken.

Anton Thuswald hat das Buch rezensiert, das in mehrere Teile gegliedert ist.

So gibt es die „Mystifikationen der Stadt“, „Topographie des Körpers“ und den namensgebenden Titel „Fremde Geografien.“

Im ersten Teil können wir ein bißchen Bulgarisch lernen. Werden da doch einige Namen vorgestellt und wir erfahren, daß Ida „Ich komme“ heißt, Valya „ich regne“, Goran kommt vom Wald, Sharzad beideuted Sherazade, etcetera und Zacharina bedeutet natürlich Zucker:

„So verkostet man das leben  buchteln bücher streusel und glasur doch manchmal fehlen mir der feuchte blätterteig die dicken nüsse und der sirup die die zunge einzuschläfern wissen“

Zum „Bäcker“ geht es dann auch „dann schlüpft die sonne aus dem dotter und zerfließt im roggenteig die nacht rinnt dünn und flüssig im gärschrank hebt sich der tag“

Man sieht in Antina Zlatkovas Gedichten, die sich auch immer wieder an ihre Familie erinnert, kulinarisch sinnlich zu.

Und wenn im „kaffeehaus“ „um elf zugesperrt wir““betrachtet die kellnerin lange alle reste zeichnet in den sud das portrait eines gastes und leckt den löffel ab“, ob es in den wirklichen Kaffeehäusern wirklich so poetisch zugeht?

Ebenfalls sehr poetisch das Gedicht vom „tabakverkäufer“ „mein vater gestern angekommen asche und ein stück papier“

In der „topographie des körpers“ geht es durch den Körper. Es gibt „schulterblatt“, „beckenkamm“ und „atlas-Gedichte“.

Der Süße des „baklava“ entkommen wir trotzdem nicht „in ihrem mund zerbröckeln halbwache erinnerungen wie baklava“ und „handlesen“ wendet sich den kochenden Frauen zu „frauen die kochen haben andere hände hügelig salzig und feucht“

In „fremde geografien“ geht es  in die weiten dieser Welt, wir kommen nach Java, Uzbekistan, Istanbul und eine „rückkehr“ gibt es auch „in der hemdtasche schwitzt der zettel jetzt bin ich endlich in wien“

Sehr poetische Gedichte einer sehr jungen Frau, von der wir noch mehr und öfter hören sollten.

Christa Stippinger sucht ja für Werkstattautorinnen, wie sie bei Veranstaltungen immer sagt, größere Verlage nach dem in der Edition Exil erschienenen Debutbändchen. Mal sehen wie es hier gelingt.

„Deuticke“ und „Droschl“ machen wahrscheinlich keine Lyrikbände, in Österreich sind im letzten Jahr aber einige Lyrikreihen entstanden, in denen Antia Zlatkovas Gedichte sicher passen.

2015-12-06

Die Kinder des Genossen Rakosi

Filed under: Bücher — jancak @ 08:49
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Jetzt ist es sich doch für den Debutroman, der kurz nach dem zweiten Weltkrieg in Budapest geborenen Anna Mwangi, die 1963 nach Wien übersiedelte, als Hauptschullehrerin tätig war und 2012 den Exil-Preis gewonnen hat, ausgegangen und das Buch passt ganz gut zu den Erzählungen der Ungarn-Anthologie, weil man auch ein bißchen über die ungarische Geschichte erfährt.

So beginnt es 1949 in Budapest mit den stalinistischen Säuberungen, da werden nachts zwei kleine Mädchen, Etelka und Kati aus dem Schlaf geweckt, weil Männer die Wohnung durchsuchen, der Puppe den Kopf abdrehen und ihnen dann „Weiter schlafen!“, befehlen, die Großmutter ist ratlos, die Mutter weint, der Vater, sieht Etelka aus dem Fenster wird verhaftet und weggeführt.

„Verreist“ wird die Großmutter sagen, die Mutter wird kurz darauf den kleinen Janos entbinden, dann wird die Familie in ein Kaff an die tschechische Grenze deportiert, wo die Eltern des Vaters und seine Familie wohnen.

Hier geht Etelka in die Schule zu Frau Hody, die damit ihre Kinder studieren dürfen, ihren Mann, einen Offizier, denunziert hat, jetzt bereitet sie sich auf den Besuch des Bezirksschulinspektors und dann auf den Genossen Rakosi, dem Präsidenten vor.

Dem soll Etelka ein schönes Gedicht aufsagen, der Präsident ist gerührt und fragt Etelka, wo ihr Vater ist?

„Im Gefängnis!“ und Frau Hody wird strafweise in ein kleineres Dorf versetzt.

Ja so war es damals in Ungarn, aber dann ist Stalin gestorben, der Vater wird entlassen, kommt wieder zu Ehren und die Familie nach Budapest zurück. Dort wohnen sie in einem Haus, wo auch Laszlos Molnar mit seiner Familie wohnt, das war Janos Folterer, jetzt wird er zum Bibliothekar degradiert und Etelka freundet sich mit seiner TochterVirag an.

Als es 1956 zum Aufstand kommt, versteckt er sich in Janos Kasten und  Janos darf mit seiner Familie nach Wien, die Leitung des ungarischen Reisebüros übernehmen.

Da hat Etelka schon maturiert und sich vorher in Budapest mit einem afrikanischen Studenten angefreundet, in Wien tut sie das mit Walter auch und zieht mit ihm, da studiert sie schon Englisch, zusammen, es gibt aber große Schwierigkeiten mit der Bevölkerung.

Walter wird angezeigt und abgeschoben und Etelka erfährt, daß sie von ihm schwanger ist.

Als nur ein ablehnender Brief von ihm aus Nigeria kommt, daß sie mit der Heirat noch warten soll, weil er keine Arbeit hat, beschließt sie doch auf den Rat ihrer Mutter zu hören und fährt nach Budapest zur Abtreibung.

Die Mutter nimmt Bestechungsgeschenke für die Ärzte und die Schwestern mit und lädt auch ihre Freunin Marina ein in der schönen Wiener Diplomatenwohnung zu wohnen, aber die gerät in Schwierigkeiten, als sie versucht Regenmängel zu schmuggeln und dabei verhaftet wird.

Sie kommt frei, in dem sie sich verpflichtet bei Janos und Ilona zu spitzeln und so wird der Vater heim nach Ungarn berufen, dort verhaftet, die Familie soll nachkommen, aber die weigert sich und sucht um Asyl an.

So ziehen sie in ein ungarisches Flüchtlingshäuschen und fürchten sich vor ihren Nachbarn, die sie für Spitzel halten, war doch schon sowohl die Budapester, als die Wiener Diplomatenwohnung verwanzt, nur die Küche war davon frei, so daß man sich nur dort ungestört unterhalten konnte.

Etelka hat Schwierigkeiten mit der Englischprüfung, der strenge Professor läßt sie wegen ihres Akzents nicht durch, obwohl sie eine gute Studentin ist, so wird sie im Burgenland Hauptschullehrerin und entzweit sich mit ihren Eltern als sie zu John, auch ein afrikanischer Student zieht, der jedoch mit seinem Studium Schwierigkeiten hat, beim Bau arbeitet und aus Kummer trinkt.

Trotzdem heiratet sie ihn, ob die Ehe hält oder schief geht, wird nicht erwähnt, nur daß sie 1990, als die Wende gekommen und die Eltern schon gestorbensind, in den Akten über ihren Vater und ihre Familie blättert und erfährt, wer sie aller bespitzelt hat und wer die Wanzen in die Wohnungen legte.

Ein sehr interessantes Buch, das wahrscheinlich autobiografische Züge der Autorin hat, das zeigt, das man niemand trauen kann, daß alle alle verraten und auch die Kommunisten sich für Schmuck und Pelzmäntel interessierten und gerne schmuggelten, um ihre Geschäfte zu machen. Wird wohl so gewesen sein.

Die Autorin habe ich vor einigen Wochen aus ihrem Buch im Literaturhaus lesen hören, wo sie schnell und hastig daraus vorgetragen hat und von Barbi Markovic, die auch gelesen hat, sehr gelobt und bewundert wurde.

2015-11-24

Neues von der Exil-Edition

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:54
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Die „Exil-Edition“ deren gute Seele, wie Barbara Zwiefelhofer heute erklärte,  Christia Stippinger ist, hat eine besondere Verbindung zum Literaturhaus, stellt sie dort doch schon seit Jahren ihre Werke vor.

Da gibt es die Lesung der Exilpreisjuroren und die „Exilentdeckt-Reihe, wo sowohl die Debuts, als auch die Preisträgertexte vorgestellt werden, bei einigen dieser Veranstaltungen, die vom Amerlinghaus offenbar ins Literaturhaus abgewandert ist, war ich,  ich habe auch eine Reihe der Bücher gelesen und gehe auch regelmäßig zu den Exilpreisverleihungen, die vom Amerlinghaus, wo es einmal ein gutes Buffet gegeben hat, ja auch auf die „Buch-Wien“ abgewandert ist.

Christa Stippinger, die ich vor Jahrzehnten im Arbeitskreis schreibender Frauen kennenlernte, ihren Roman „Der Tschusch gelesen habe und ihren beim „Max von der Grün Preis“ geehrte Geschichte „Kress“ die auch im „Wespennest“ erschienen ist, vor einem Plagiat „retten“ konnte, beziehungsweise ein solches mal im „Augustin“ entdeckte, ist ja so nett mir die Bücher ihrer Edioton zu schenken und sie, die einmal den „Verein Exil“ gegründet hat, dann den Preis ausschrieb,  die Gewinner in eine Schreibwerkstatt einlädt, dann ihren ersten Roman verlegt und danach, wie sie immer stolz erzählt, versucht sie an die großen Verlage zu vermitteln, hat ja schon manches Talent aus ihrer Werkstatt herausgebracht. so gehörte ja Dimitre Dinev einmal zu den Gewinnern, Julija Rabinowich mit „Spaltkopf“, Susanne Gregor hat ihren zweiten Roman inzwischen bei „Droschl“ und jetzt wurde wieder ein Debut vorgestellt, nämlich der Roman der erste Roman der 1969 in Budabest geborenen Anna  Mwangi, die 1963 mit ihrer Familie nach Wien gekommen ist, als Hauptschullehrerin tätig war und 2012 gewonnen hat, nach dem ich heute verzweifelt suchte, denn wir fahren ja nächste Woche nach Ungarn und da wartet zwar noch die Hälfte der „Moderen Erzähler der Welt“ auf mich, aber da ich in Ungarn ja gerne Literatur aus Ungarn oder von Ungarn lese, dachte ich  „Die Kinder des Genossen Rakosi“ könnten passen, habe das Buch, das ich von der „Buch-Wien“ nach Hause brachte, in meinen Bücherbergen verzweifelt gesucht, zwar könnte ich auch Tereza Moras „Der einzige Mann auf dem Kontinent“, ein dBp bzw. Longlist Buch mitnehmen, aber da das Buch heute vorgestellt wurde, war es interessant und die Spannung und der Wunsch es zu finden stieg an.

Zuerst haben aber ohnehin noch zwei Preisträger gelesen und die habe ich ja schon ein bißchen auf der „Buch-Wien“ gehört, beziehungsweise habe ich die „Anthologie“ schneller entdeckt.

Der 1982 in rumänien geborene Ovidiu Pop, der Rumänisch und IT unterrichtet, hat mit seiner Erzählung „Der Exerzierplatz“ begonnen, die, glaube ich, die Gymnasialjahre von Plattenbaujugendlichen schildert, die sowohl von Offizieren, als auch von Lehrern unterrichtet werden, heimlich rauchen, sich nach Mädchen umschauen, das Übliche aufwachsen in Diktaturen oder anderen Gegenden halt.

Dann kam Anna Mwangi passend zu ihrem Buchcover im rotschwarz gestreiften Kleid, das hat mir dann das Auffinden des Buches erleichtert, denn ich habe, glaube ich, nach einem weiß-ioletten gesucht, die Covers der Edition Exil zieren ja immer sehr ästhetische Farbenspiele.

Die Autorin hat sehr schnell und wahrscheinlich gerade dadurch sehr packend gelesen, so gab es auch sehr viel Gelächter im Publikum, an  Stellen, die ich nicht unbedingt lustig fand, wurde ja die Flucht nach Österreich einer Diplomatenfamilie geschildert, die aus der Diplomatenwohnung ausziehen und in eine ungarische Flüchtlingssiedlung  ziehen muß, der Vater ist im Gefängnis, die Mutter und die Großmutter sehen sich von lauter Spionen umgeben.

Barbi Markovic aus Belgrad, die schon bei „Suhrkamp“ verlegte und deren neues Buch bei „Residenz“ erscheinen wird, wo ich ja leider keine Bücher mehr zu bekommen scheine, der zweiten Preisträgerin, hat das sehr gefallen, sie hat Anna Mwangi mehrmals gelobt und gemeint, sie solle mehr Krimis schreiben und dann aus ihrem Text „Walkthrough“ gelesen, wo es sowohl um Transgenderflüchtlinge, als auch um Computerspiele geht.

Da habe ich bei der „Buch-Wien“ schon ein bißchen daraus gehörtund nun kann ich nach dem „Jelinek Symposium“, dem „Sladky-Fototreffen“, wo ich dem Otto die zwei ausgeborgten LL-Bücher zurückgegen kann und meiner Laudatio bei der „Ohrenschmauspreisverleihung“ nächsten Dienstag einen ganzen Stapel Bücher ins Bad nach Bück mitnehmen und dort entsprechend lesen, wenn mich das Korrigieren nicht mehr freut oder ich den Badegästen mit meinem Computer zuviel Lärm mache.

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