Literaturgefluester

2019-10-28

Radiophoner Gerstl-Abend

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:20
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Die „Alte Schmiede“ hat ja eine Hörspielschiene und so stellt Andreas Jungwirth viermal im Jahr radiphone Werke vor, früher hat das, glaube ich, Christiane Zintzen so gemacht und der heutige Abend war in drei Teilen Elfriede Gerstl gewidmet, die ja im April ihren zehnten Todestag hatte.

Das heißt so ganz stimmt das nicht, denn dem Hörspiel und dem Feature war nur der erste und der dritte Teil gewidmet, im zweiten performierten  Elfriede Gerstls Lebensmensch Herbert J. Wimmer zusammen mit Judith Nika Pfeifer eine „schnelle gerstl poesie revue“, das heißt, sie projezierten Fotos, die sie in Berlin und in Antwerpen aufgenommen haben, wo sie Passanten Gerstl-Texte in die Hand drückten, die dann in die Kamera läechelten, denn Elfriede Gerstl hat ja in den Sechzigerjahren eine Zeitlang in Berlin gelebt und beim literarischen Colloquium an einer Prosa-Werkstatt teigenommen, wo sie mit elf Männern unter Günter Grass sehr gelitten haben soll.

Im ersten Teil gab es aber die Wiederholung einer Tonspur die 2009 und 2019 gesendet wurde, von Eva Roither „Elfriede Gerstl. Erinnerungen an eine streitbare Dichterin“.

Da wurde die Kindheit der Dichterin, die ich ja sehr gut gekannt habe, weil sie nicht nur viel mit ihren Hut in Wien herumgegangen ist, sondern selber oft Gast in der „Alten Schmiede“ war und einmal auch bei meinem literarischen Geburtstagsfest gelesen hat, erwähnt.

Elfriede Gerstl hat sich ja mit ihrer Mutter in der Nazi-Zeit in verschiedenen Wohnungen versteckt.

Elfriede Jelinek, Judith Bisinger, die Tochter, Herbert J. Wimmer und andere sind zu Wort gekommen und haben aus Elfriede Gerstls Leben und ihren literarischen Werdegang erzählt.

Nach dem Krieg hat sie sowohl Medizin, als auch Psychologie studiert. Dann ist sie, wie schon erwähnt, nach Berlin gegangen, beziehungsweise ist sie von dort hin- und hergependelt, weil ihr das Wohnungsamt sehr lang eine Gemeindewohnung verweigert hat und meinte sie könnte ihre Gedichte ja auch im Park oder im Cafe schreiben.

Sie hat Gerald Bisinger geheiratet, von ihm die Tochter Judith bekommen, mit der Enkeltochter habe ich ja im Juni bei der Lesetheateraufführung im Literaturhaus lang gesprochen, die teilweise von der Großmutter aufgezogen wurde.

Der Roman „Spielräume“ ist entstanden, den „Rowohlt“ ursprünglich herausgebeben wollte, was sich aber zerschlagen hat. Erfolg ist dann erst 1999 mit dem „Trakl- und dem „Friedpreis“, den ihr Elfriede Jelinek als Jurorin zuerkannt hat, gekommen.

2009 ist sie, wie schon erwähnt gestorben, „Droschl“ hat dann ihr Gesamtwerk in vier oder fünf Bänden wiederaufgelegt. Es gab ein Symposium und Veranstaltungen in der „Alten Schmiede“ und an anderen Orten und im dritten Teil wurde ein „Hörspieldialog“ von Ruth Johanna Benrath unter dem Titel „GEH DICHT DICHTIG!“ gesendet, wo Dörte Lyssewski, die Benrath-Texte, Gerti Drassl, die Gerstl Stimme sprach und eine Musikerin das Ganze auch noch musikalisch unterlegte.

War sehr spannend, wenn auch ein bißchen ungewöhnlich und ich bin nicht sicher, ob es Elfriede Gerstl gefallen hätte?

Vielleicht aber schon, war sie ja eine tolerante Frau, die nach ihren beiden Preisen sehr oft zu den Lesetheateraufführungen gekommen sind, wo die Frauen ihre Texte lasen und sie ihnen mit ihrer Anwesenheit, das Publikum und die Aufmerksamkeit brachte, was sie genau gewußt hat.

2019-09-30

Slammer.Dichter.Weiter

Ich bin ja keine so besondere Freundin des Poetry Slams, obwohl ich inzwischen ganz regelmäßig zu den Veranstaltungen ins Literaturhaus gehe, daß aber Markus Köhle eine Staffel in der „AS“ hatte, ist mir bisher entgangen und ich bin auch  nicht so engagiert zu der Veranstaltung von Anna-Lena Obermoser und Simon Tomaz gegangen, habe mich aber, kann ich gleich verraten, geirrt, denn „Slammer.Dicher.Weiter“ ist eine sehr interessante Veranstaltung, die den Rahmen der Poetry Slams sprengt, wo zehn Leute gegeneinander antreten und das Publikum schreien und klatschen darf.

Das heißt geklatscht werden soll dabei auch, es gibt aber kein Wettlesen, sondern Markus Köhle, der ja auch ein begnadeter Slamer war, stellt immer einem Wiener und einen Slamer aus dem Bundesländern vor. Dazu gibt er ihnen auch drei Dichter zur Auswahl auf den oder sie dann dichten müßen und er moderiert das Ganze und liest ein paar Texte von den vorgestellten Dichtern vor.

Klingt spannend, ist es auch, obwohl mir weder die Pinzgauerin, die jetzt in Graz lebt, Anna-Lena Obermoser und die bewußt  Dialekt verwendet, noch der Wiener Simon Tomaz ein begriff war, aber der ist glaube ich gar kein jrichtiger Slamer sondern eher ein sehr poetischer Vertreter der experimentellen Poesie.

Doch schön der Reihe nach, denn Simon Tomaz ließ mich, als ich den Saal betreten wollte, würfeln, wozu das gut war, erklärte er später und Markus Köhle stellte zuerst die beiden Slamer vor, dann begann Anna-Lena Obermoser mit einem typischen Slam zum thema „Schen ist“, während Simon Tomaz die Bundeshymne rezitierte, aber nicht wirklich die echte, sondern eine mit Aussparungen, in die dann die erwürfelten Worte eingetragen wurden.

Klang ein weinig mühsam, würde ich sagen, aber da kamen schon die drei Dichter und Dichterinnen die Anna-Lena Obermoser zur Auswahl hatte, Christine Busta, Günther Falk und Elfriede Gerstl sie hat sich für die Gerstl entschieden und zwei ihrer Gedichte in ihren Text hineinverwoben, während sich Simon Tomaz für Konrad Bayer von der Wiener Gruppe und einem „Kasperl auf dem elektrischen Stuhl“ entschieden hatte. Sein Text darauf war im Vortrag eines Kasperltheaters gehalten. Der Polizist und das Krokodil trauchten noch zusätzlich auf und sehr politisch, ich glaube, es ging auch um die Kanzlerfrage und die gestern stattgefundene Wahl, war sein Text auch.

Markus Köhle rezitierte dazwischen immer wieder Elfriede Gerstls Postkartentexte und ergänzte, daß Gerhard Rühm auch einmal die Bundeshymne variiert hat, dann kamen noch ein paar Runden, wo die beiden ihre eigenen Texte vortrugen. Anna Lena Obermoser hatte, glaube ich, noch was zu der Gerstl und ich fand die Veranstaltung, die weit über den Poetry Slam hinauging, wie schon erwähnt, sehr interessant.

2019-06-17

Erinnerungen an Elfriede Gerstl

Das „Erste Wiener Lesetheater“ präsentierte heute im Literaturhaus unter diesem Titel eine Aufführung von Texten der zu Ostern 2009 verstorbenen Elfriede Gerstl, die am sechzehnten Juni 1932 in Wien geboren wurde.

„Alle Tage Gedichte“, stand im Programm, die Texte waren aber, glaube ich, eine Mischung aus  verschiedenen Büchern, so gab es einen der von einem Postkasten handelte, den ich als Frühtext einordnen würde und auch den Handysketsch, der einmal lang lang ists her zu einer „Langen Nacht des Hörspiels“, wie es damals wohl noch so hieß, im großen Festsaal des Radiokulturhauses aufgeführt wurde.

„Alle Tage Gedichte“, gab es wohl auch und die Lesenden waren nicht die „Frauen- oder Frauen lesen Frauen-Guppe“, um Judith Gruber-Rizy, wie ich ursprünglich dachte, sondern Eszter Hollosi, Vera Schwarz, Susanna Schwarz- Aschner, Gabriele Stöger und als musikalischer Begleiter aber auch Mitleser Gerhard Ruiss und ich bin wegen einer sechs Uhr Stunde und einer anschließend schlechten Bus- und Straßenbahnverbindung sehr spät gekommen.

Beim sehr vollen Bücherschrank habe ich dann Ulrich Peltzers Buchpreisbuch von 2015 „Das bessere Leben“ gefunden, das ich damals, wenn ich mich nicht irrte, mir vom lieben Otto ausgeborgt habe und das ähnlich oder anders schwer zu lesen, wie Thomas Lehr „Schlafende Sonne“ von 2017 ist, durch das ich mich derzeit langsam vorwärts tastete.

Als ich dann das Literaturhaus erreichte, waren davor Tische aufgestellt, und ich dachte, was für ein Gastgarten, auf einem lagen aber Bücher, darunter Hackls „Am Seil“ auf und es handelte sich, wie ich am Programm ersehen habe, um Diana Köhles und Didi Sommers „Superleseclub“ für alle Öeser zwischen fünfzehn und zweiundzwanzig, die Leseempfehlungen für den Sommer gaben. Da bin ich schon weit darüber und außerdem wollte ich ja zur Elfriede Gerstl, die ich, glaube ich, sehr gut gekannt habe.

Zuerst als Ikone und interessanter weise in Hilde Schmölzers „Was Frauen schreiben“ noch nicht enthalten, weil damals noch nicht so bekannt.

Ich habe sie aber, glaube ich, schon in den Siebzigerjahren gekannt und sie dann auch bei der GAV immer wieder gesehen. Sehr beeindruckend auch der Dialog, einmal in Mürzzuschlag, als sie erzählte, daß sie dort nicht spazierengehen wolle, weil sie nicht Zecken geimpft wäre, was sie in Wien auch nicht brauchte.

In den „Alle Tage-Gedichten“ oder auch woanders, kam ein Dialog zwischen einer Mutter und einer Tochter vor, wo die Mutter der Tochter vorwarf, daß sie nur an der Natzur interessiert wäre, Birgenstocksandalen tragen und kein Fleisch essen würde, während sie eine Stadtpflanze war.

Erlfriede Gerstl war das auch, eine Cafehausflaneuerin und einmal als ich noch in der Otto Bauer Gasse wohnte und wahrscheinlich noch studierte, habe ich sie auch auf der Wollzeile in der Konditorei Aida getroffen, was mich damals sehr beeindruckte.

Später habe ich sie öfter in der „Alten Schmiede“, wo sie regelmäßig hinkam und sich mit ihrem Hut in die letzte Reihe setzte, getroffen und als ich keine Einladung für dieses „Wesepennestfest“, als die Zeitschrift von Walter Famler übernommen wurde, bekam und mir das Kurt Neumann, sagte, hat sie mich, die neben mir saß, einfach mitgenommen.

1999 hat sie, sowoh den „Fried- als auch den Trakl-Preis“ bekommen und ist spät berühmt geworden, was sie auch in ihren Gedichten thematisierte und als die „Frauen lesen Frauengruppe“ sie dann mehrmals im Literaturhaus las, ist sie immer im Publikum gesessen und hat auch gewußt, daß sie als Magnet eingeladen wurde.

2009 ist sie dann zu Ostern gestorben, vorher hat sie einmal auf meinen Geburtstagsfest gelesen und mir auch ein Buch von ihr als Geschenk mitgebracht, der „Droschl-Verlag“ hat inhwischen ihre Gesamtausgabe in, ich glaube, ich vier Bänden herausgebracht, die am Büchertisch auflagen und die man kaufen konnte.

Gerhard Ruiss hat zwischen den Texteinlagen immer wieder Schlager gesungen und danach erzählt, daß er bei der Gerstl-Modeschau zum „Kleiderflug“ mit Bodo Hell als männliches Modell aufgetreten ist und ihr auch immer seine Schlager vorgesungen hat, die sie sehr gemocht hat.

Beim Wein bin ich dann mit der Enkeltochter ins Gespräch gekommen und habe mich mit ihr über Handies und ihre Großmutter unterhalten, ich habe sie nach ihrem Großvater nämlich Gerald Bisinger gefragt, von dessen Gedichte ich ja auch sehr viel halte und habe ich ein bißchen was von ihm erzählt.

Susanne Schneider, Elfriede Haslehner, Susanne Toth, die ja morgen im Cafe Westend liest und viele andere waren da und es war gut an Elfriede Gerstl erinnert zu werden, denn ich habe sie ja sehr gemocht.

Herbert J. Wimmer ihr Lebensmensch war nicht anwesend, aber er wird morgen auch im Cafe Westend lesen.

2018-04-20

Cafe Gerstl to go

Ausstellung "cafe gerstl to go" in der SFD

Ausstellung „cafe gerstl to go“ in der SFD

Ausstellung "cafe gerstl to go" in der SFD

Ausstellung „cafe gerstl to go“ in der SFD

Die „Schule für Dichtung“ gibt es seit zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren. Ich war jedenfalls im vorigen Jahr bei dem Fest im „Rabenhof“ und dazu habe ich mich auch angemeldet und seither bin ich im Verteiler und bekomme die Aussendungen.

Habe mich einmal um einen Gratisplatz beworben und natürlich nicht bekommen, no na und für zwei kostenlose Online Klassen habe ich mich auch angemeldet, aber nichts geschrieben, denn ich schreibe ja nicht experimentelle oder visuelle Poetry, sondern realistische Prosa und dafür gibt es, glaube ich, keine Klassen und auch Lehrerinnen für das Bloggen beispielsweise werden nicht gresucht.

Ich kann mich auch noch an eine GAV-GV erinnern, wo Ide Hintze aufgetreten ist und verkündete, daß er eine „Schule für Dichtung“ gründen will, denn damals gab es das ja nicht, da mußte einen noch die Muse küssen und man den Genie-Gen zum Schreiben haben.

Das hat sich inzwischen sehr sehr geändert und eine Vorvorläuferin der Schreibeschulen und der Hochschullehrgänge für Sprachkunst, war ja, glaube ich, auch der „Arbeitskreis der schreibenden Frauen“ und diesbezüglich hat mich  auch einmal Ide Hintze angerufen und  sich erkundigt und ich war viel zu schüchtern, um mich als Lehrerin anzupreisen.

Ide Hintze, neben Helmuth Seethaler einer der ersten Zettelpoeten ist inzwischen verstorben und Fritz Ostermayer hat die Leitung der Schule übernommen, die ja, lang lang ists her, als es noch das alte „Rund  um die Burg-Festival“ gegeben hat, immer zu Mittag dort aufgetreten ist und ihre Klassen präsentierte.

Mit Fritz Ostermayer habe ich mich einmal länger in der „Kolik-Lounge“ des Schauspielhauses unterhalten, die es inzwischen auch nicht mehr gibt und im vorigen Herbst hat mich der Alfred in eine Veranstaltung ins Literaturhaus geschleppt, wo Fritz Ostermayer mit Doris Knecht konferierte.

Inzwischen habe ich den Alfred in die Mariahilferstraße 88a geschleppt, wo die „Schule für Dichtung“ residiert, denn da habe ich  eine Einladung zu einer Vernissage und Klassenzwischenpräsentation bekommen, denn Augusta Laar und Judith Nika Pfeifer habe ja in der schönen alten Mezzanin Wohnung ein Cafe Gerstl to go installiert.

Das heißt am langen Gang Cafehausbilder, Rechungen und Platten aus den Fünfzigerjahren angebracht, denn Elfriede Gerstl 2009 verstorben war ja eine begnadete Wiener Stadtflaneurin und Kaffeehausgängerin und ich kann mich erinnern, daß ich einmal, es ist noch viel länger her und ich wohnte noch in der Otto Bauergasse, die ja sehr in der Nähe von der Mariahilferstraße 88 ist, einen Stadtbummel unternommen habe und da Elfriede Gerstl in der konditorei Aida in der Wollzeile sitzen sah. Die kleine alte Dame mit dem Hut und ich habe mich nicht getraut sie anzusprechen.

Augusta Laar, Judith Nika Pfeifer, Fritz Ostermayer

Augusta Laar, Judith Nika Pfeifer, Fritz Ostermayer

Dann bin ich mit ihr wahrscheinlich durch die GAV in Kontakt gekommen, sie ist auch sehr regelmäßig in die „Alte Schmiede“ gegangen und als ich einmal zu dem „Wespennestfest gehen wollte, aber keine Einladung bekam, weil ja nicht unter den ersten hundert Wiener Autoren, hat sie mich einfach mitgenommen.

Sie hat auch einmal auf einem meiner Geburtstagsfeste gelesen. Ich war auf ihrem Begräbnis und habe auch sonst im Blog ein bißchen was über sie geschrieben.

Jetzt also das Cafe to go in der Mariahilferstraße. Alte Platten und Cafehausbilder installiert von Augusta Laar und Judith Nika Pfeifer und als Erstes hat die freundliche Sekretärin auf das Kabinett verwiesen, wo man sich mit Getränken versorgen konnte.

„Ran an die Tränke!“, hat Fritz Ostermeyer dazu freundlich aufgefordert und nach der obligatorischen viertel oder halben Stunde ist es  losgegangen. Fritz Ostermayer hat die zwei Kuratorinnen und Klassenleiterinnen interviewt und gefragt, wie oft sie ins Kaffeehaus gehen würden.

Nun ich bin als Studentin öfter in ein solches zum Schreiben und zum Lesen gegangen, ins Cafe Gloria, in der Otto Bauer Gasse, das es nicht mehr gibt, ins Cafe Jelinek eben dort beziehungsweise weiter unten, ins Cafe Sperl, jetzt gehe ich nicht mehr oder nur mehr ganz selten, meistens zu Veranstaltungen. So hat die Schreibgruppe ja lange im Cafe Fortuna vormals Ludwig stattgefunden, aber das war ja eher ein Tschocherl, als ein Wiener Cafehaus und Fritz Ostermeyer fragte die beiden Autoren was und ob sie dort schreiben würden?

Haikus, Skizzen aber keine Romane, hat er vermutet. Aber Robert Schindel schreibt die sehr wohl im Kaffeehaus und ich habe früher da auch meine Szenen verfaßt. Dann kam der Gerstl Enkel aus ihrer Ehe mit  Gerald Bisinger und hat auch ein Gedicht vorgelesen und vorher gab es ein paar Gedichte aus dieser Onlineklasse, Da gab es ja zwei Vorlagen aus Gerstl Texten und man konnte sich den ersten Satz schnappen und weiterschreiben.

Elffriede.Aufzeichnungssysteme, die nicht mehr so heißt, hat das auch getan, dann ging es zu der Ausstellung. Die beiden Kuratoren erklärten etwas dazu und Herbert J. Wimmer Elfriede Gerstls letzter Lebensmensch hat auch eine Gedicht dazu beigesteuert, beziehungsweise eine Liste von all den Kaffeehäusern verfaßt, in denen er mit Elfriede Gerstl war.

Mariahilferstraße vom Balkon der SFD

Mariahilferstraße vom Balkon der SFD

„cafe gerstl

im veränderungsoffenen listengedicht

als mindmap einer kommunikation

und ihrer verteilung übrrt die stadt,

der gesprächs-orte mit elfriede gerstl,

erscheinen cafes, die es noch nicht gibt,

im stadtzeitraum seit neunzehnghundertdreiundsiebzig….

Das war das Jahr meiner Matura und auch das, wo sich die GAV gegründet hat und nachher bin ich mit dem Alfred noch lange auf dem Balkon gestanden, habe auf die Mariahilferstraße hinuntergeschaut, mich mit einer jungen Studentin unterhalten, die das Büro betreut, der Alfred hat sich mit dem Gerstl Enkel unterhalten und ich habe wieder ein sehr interessantes Stück Wiener Literaturgeschichte erlebt.

2015-06-19

Ein vierter Abend für Elfriede Gerstl

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:21
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Am sechzehnten Juni 1932 wurde Elfriede Gerstl in Wien geboren, wo sie am neunten April 2009, also vor sechs Jahren starb und seit drei Jahren werden rund um ihren Geburtstag, die jeweiligen bei „Droschl“ erschienenen und von Christa Gürtler und Martin Wedl herausgegebenen Bände der Werkausgabe vorgestellt, die auf fünf Teile angelegt ist.

Der erste Band „Mittellange Minis“ vor drei Jahren in der „Alten Schmiede“, der zweite „Behüte behütet“ 2013 an einem sehr heißen Sommertag in ihrem Stammcafe dem Cafe Korb.

„Schwitzen für Elfriede Gerstl“, habe ich da, glaube ich dann bei Katharina Serles gelesen und im vorigen Jahr gab es im Literaturhaus eine Modeschau, denn Elfriede Gerstl war ja eine Kleidersammlerin.

„Haus und Haut“, haben die Werke von 1995-2009 geheißen und jetzt gab es zum vierten Band, den verstreut publizierten Texten „Tandlerfundstücke“ ein Archivgespräch im neuen Literaturmuseum und die Volksschauspielerin Erni Mangold trug ihre Texte vor.

Da der Veranstaltungsaal im Literaturmuseum eher klein ist und ich mich vor allem an das Gedränge im Cafe Korb vor zwei Jahren sehr deutlich erinnere, bin ich sehr früh in die Johannesgasse gegangen und dann war es gar nicht so arg, daß heißt die Mittelreihen waren schon ziemlich besetzt, beziehungsweise reserviert, an der Seite ganz vorn war aber noch alles frei und die Autorenschaft hat sich heute auch nicht so sehr  gedrängt, vielleicht weil es keine Brötchen gab, vielleicht weil das Literaturmuseum noch nicht so bekannt als Veranstaltungsort ist, ect.

Herbert J. Wimmer, Judith Nika Pfeifer, Gerhard Jaschke, Angelika Kaufmann, Konstanze Fliedl , Vera Albert, Maximiliian Droschl und noch einige andere waren aber da.

die Veranstaltung war auch prominent besetzt und, die um fünf Jahre ältere,  rank und schlanke Erni Mangold, die auf dem ersten Blick, fast wie ein junges Mädchen wirkt, ist auch eine eloquente Frau, die gleich das Wort ergriff, vom Publikum wissen wollte, wer Elfriede Gerstl gekannt hätte, fast alle würde ich schätzen, bis vielleicht die Studenten im Publikum und dann erzählte, daß Günther Grass sie im literarischen Quolloquium abgelehnt hätte und sie von  ihren Hüten sehr fasziniert war.

Es gab aber ein Programm und eine Eröffnungsrede von Johanna Rachinger, dann stellten die beiden Herausgeber, den vierten Band vor, der fünfte und letzte wird in zwei Jahren erscheinen und in diesem sind, sowohl die frühen Texte, die in den „Neuen Wege“, sowie im „Jüdischen Echo“ erschienen sind, wie, wenn ich mich nicht irre, auch der posthum erschienene Band „Lebenszeichen“ mit den Textkrümel“ enthalten, die kurz vor ihrem Tod geschrieben wurden.

Dann begann die Mangold Lesung, wo man die literarische Entwicklung der Dichterin gut verfolgen konnte, die sie zwischendurch immer wieder kommentierte und der erste Text „Mein Lichtstrahl“, 1955 in den neuen Wegen publiziert, der das Überleben im Versteck in der Nazizeit schilderte, war auch sehr beeindruckend.

„Ein anderer würde einen Roman darüer schreiben, Elfriede Gerstl schafft es in wenigen Worten!“, hieß es dann in der Diskussion, in der auch auf dke „Spielräume“, hingewiesen wurde, der erst zehn Jahre nach seinem Erscheinen publiziert werden konnte, aber schon wichtige Elemente des feministischen Schreibens vorweggenommen hat.

Elfriede Gerstl, die Randfigur, ich habe ja schon vor zwei Jahren geschrieben, daß ich das eigentlich anders empfunden habe, als nach 1999 mit dem „Trakl- und dem Fried-Preis“ spät aber doch der Erfolg gekommen ist und für mich war sie mit ihren Hüten schon in den Siebzigerjahren in der Szene sehr präsent und nach 1999 wurde sie vor allem von den Lesetheaterfrauen immer wieder eingeladen, damit Publikum kommt, wenn sie am Programm steht, was sie sehr wohl wußte und vielleicht auch nicht sehr gut nein sagen konnte.

Sie war ja auch einmal bei einem meiner Geburtstagsfeste und wir haben öfter Bücher miteinander getauscht, da hat sie sich bei mir erkundigt, ob die „Wiener Verhältnisse“ um die es dabei  handelte, ein erzählendes Werk wären und mir dann gesagt, daß sie nicht so schreibe, Elfriede Gerstl, die Verdichter und Verknapperin, die sich in den fünfziger und in den sechziger Jahren, sowohl von der „Wiener Gruppe“, als auch von der „Gruppe 47“ nicht so angenommen gefühlt hat, die Rand- und die Kultfigur, von der ich  einige Gedichtbände habe und mir die erste „Wiener Mischung“  in ihrer Orignilaform kaufte, als ich noch in der Otto Bauer Gasse wohnte.

Nach der Lesung gab es eine Diskussion, eben das Archivgesrpäch mit Sabine Scholl und Elfriede Czurda, Franz Schuh wäre auch noch am Programm gestanden, sowie Christa Gürtler unter der Leitung der „Standard-Redakteurin“ Andrea Schurian, die alle diese Punkte zusammenfaßte und in Erinnerung rief.

Es gab  auch einen Büchertisch wo man  die Werkausgabe und noch einiges andere kaufen konnte, darunter einen Band mit sehr schönen Fotos, aber ein Gerstl-Bild habe ich  auch in diesem Blog, war sie ja eine, die nicht nur in der inneren Stadt von Kaffeehaus zu Kaffeehaus mit ihren Hüten herumspazierte, sondern auch regelmäßig am Wochenende vor Schulbeginn aufs Volksstimmefest und zu den Lesungen vom „Linken Wort“ ging, obwohl sie dort, wenn ich mich richtig erinnere, eher nicht gelesen hat.

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