Literaturgefluester

2022-03-01

Streitbares politisches Schreiben

Ein präsantes Thema, das mich sehr interessiert, weil ich es ja auch betreibe und auch schon verschiedene Veranstaltungen zu diesem Thema besucht habe und jetzt hat sich auch die „Alte Schmiede“ in ihrer Streitbarreihe damit auseinandergesetzt und sich dazu die Autoren Josef Haslinger, Elias Hirschl und Cordula Simon ausgesucht.

Und den 1955 geborenen Josef Haslinger kenne ich schon lange und würde ihn auch als eine Art literarisches Vorbild betrachten, den ich auch in meinem Kinderbuch „Lore und Lena“ die Züge von Lenas Vater gegeben habe.

Hat er doch, wie ich zu schreiben angefangen habe, das „Wespennest“ herausgegeben, wo ich ja lange meine Texte hinschickte. Er war Generalsekretär der GAV“ als ich dort aufgenommen wurde, seinen „Opernball“ und sein „Vaterspiel,“ zwei politische Romane habe ich gelesen. Dann ist er als Professor an das „Leipziger Literaturinstitut“ gegangen und zuletzt habe ich ihn vor zwei Jahren in der „AS“ gehört, als er seinen Erlebnisse in einer katholischen Schule in „Mein Fall“ vorstellte. Das Buch hat mir dann Doris Kloimstein bei der IG-GV gegeben und ich habe mir das Lesen aufgehoben, weil ich dachte, es würde wunderbar für das Skriptorium im Stift Seitenstetten passen, das hat sich dann nicht ergeben und so ist es noch immer ungelesen und als ich den Programmeintrag der „AS“ gelesen habe, habe ich gedacht, es geht um „Mein Fall“ und habe mir das Buch aus den Regalen herausgesucht, aber das ist vielleicht nicht so besonders politisch, obwohl man den sexuellen Mißbrauch natürlich so interpretieren kann.

Johanna Öttl stellte aber gleich klar, es geht um das 2000 erschienene „Vaterspiel“ und das habe ich nicht nur gelesen, sondern, glaube ich, auch bei „Rund um die Burg“ gehört und den Film darüber habe ich auch gesehen. Ansonsten aber schon ziemlich vergessen warum es geht. Ich kann mir nur erinnern, daß ich darin einen Perspektivenfehler gefunden habe, zu dem ich Josef Haslinger befragen wollte, das hat sich aber nicht ergeben und das Beispiel habe ich auch vergessen, wie auch Josef Haslinger in seiner Einleitung sagte, daß es seltsam ist, aus einem Buch zu lesen, das er vor zwanzig jahren geschrieben hat und er auch nachschauen mußte, worum es darin geht und erzählte dann sehr ausführlich darüber. Es geht um eine mehrfache Familiengechichte, eine Ehe zwischen einer aus einer ÖVP-Familie stammenden Lehrerin und einem roten Vorstandsmitglied der Sozialistischen Partei, der später Verkehrsminister wurde und dann geht es noch, um die Verfolgung litauischer Juden im zweiten Weltkrieg.

Josef <haslinger sagte, daß er aus diesem Strang nicht lesen wolle und so ging es, um die sozialistische Mutter, erzählt wird ja offensichtlich aus der Perspektive des Sohnes, der sich das „Vaterspiel“ erstellt, die einer Partei beitreten sollte, um als Lehrerin arbeiten zu können und dann noch ein Stück, wo der Verkehrsminister zurücktreten mußte, weil er seine Putzfrau schwarz beschäftigt hat

Ein Stück Parteigeschichte, wo man ein Parteibuch brauchte, um weiterzukommen, das irgendwie der Vergangenheit anzugehören scheint, obwohl ich ja selber in einer roten Familie in einem sozialistischen Gemeindebau aufgewachsen bin, aber da hat sich inzwischen wohl schon einiges verändert und als aktuellen politischen Schreiber würde mir jetzt Daniel Wisser einfallen, der sich ja in seinem letzten Buch mit einem ähnlichen Thema beschäftigt hat und Josef Haslinger hat sich auch mit dem indonesischen Tsunami auf „Phii Phi Island“ von 2005 beschäftigt, weil er dort auf Urlaub war. Das Buch habe ich mir von meinen vorvorletzten Schweizurlaub mitgenommen und auch noch nicht gelesen.

Dann folgte das sehr viel jüngere Schreibtalent, der 1994 geborene Elias Hirschl, der ein gekrönter Slammeister ist und auch schon einige Romane geschrieben hat, bei dem über seine Arbeit als Zivildiener in einer Behinderten-WG war ich bei der Lesung im Literaturhaus, den „Priessnitz-Preis“ hat er bekommen und mit seinen „Salonfähig“ offenbar einen Roman über Sebastian Kurz oder eine junge korrupte Politikergeneration geschrieben hat. Ich habe mir das Buch vom Alfred schenken lassen, bin aber auch da noch nicht zum Lesen gekommen, nehme es mir aber fest vor, wenn ich mit den Neuerscheinungen fertig bin und Elias Hirschl begann mit einem Text über das politische Schreiben, wo er beschrieb wie er es damit hält und wie weit er seine persönlichen Meinungen hineingenommen hat.

Die Stelle die er las, handelte von einem schnöseligen Politiker der „Jungen Mitte“, der seine Freundin Moni in seine sehr große Wohnung einlud, wo er sie warten läßt, bis sie eintreten kann, dann die Gläser für den Gin Tonic nicht findet und ihr ununderbrochen von Thomas Glavinic und den Film den er ihr vorführt, doziert. Und da kann ich gleich anmerken, daß ich mich in der „Mathilde im Coronaland“ und „Der Reise nach Odessa“ beziehungsweise in „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“, einer frühen nicht ganz veröffentlichten Erzählung, mich auch mit jungen ÖVP-Politikern als Kontrastfiguren beschäftigt habe.

Dann kam eine Pause zum Maskenauslüften, wie Johanna Öttl ankündigte. da konnte man sie, August Bisinger und auch Josef haslinger mit Masken sehen und das wäre für mich auch ein politisches Sujet das mich momentan ja stark beschäftigt, wieso treten da die Leute so bereitwillig mit Masken auf, was mir immer noch ein bißchen makaber erscheint, vor allem wenn die Lesenden sie dann abnehmen dürfen und sie nachher wieder aufsetzen.

Darüber habe ich ja viel geschrieben, und nach der Pause begann es mit einem, wie, ich glaubte, Werbespot, wo der „Log“ vorgestellt wurde, aber das war ein Trailer zu Cordula Simons dystopischen Roman „Die „Wölfe von Prpyat“, der in der Zukunft spielt, wo den Menschen ein „Log“ eingeplanzt wird, der seine Körpertemperaturen und auch anderes kontrollieren kann, etwas, was ich wie fürchte, gar nicht mehr so dystopisch ist und die 1986 in Graz geborene Cordula Simon von der ich den „Neubauer“ gelesen habe und sie auch beim „Alpha“ ,öfter gesehen beziehungsweise mit ihr am selben Tisch gesessen bin, brachte ihren Text über das politische Schreiben erst nach dem Lesestück. Es ging darum um Fake-News und die Frage, was politisches Schreiben ist?

Eigentlich alles würde ich meinen und das hat mein Vater immer zu meiner Schwester gesagt, wenn er mit ihr unzufrieden war und interessant ist auch die Gegenüberstellung der drei Romane, die ja ein sehr gegensätzliches politisches Schreiben darstellen.

Josef Haslinger beschriebdie SPÖ-Regierung der Neunzehnsiebzigerjahre, Elias Hirschl über die türkise ÖVP, während Cordula Simon über die Dystopie den Überwachungsstaat beschrieb in den wir vielleicht gerade schlittern oder schon drinnen sind, den aber auch schon George Orwell in seinen „1984“ beschrieben hat.

Dann kam noch eine Diskussion über das politische Schreiben und da begann Josef Haslinger mit dem sozialistischen Realismus und den politschen Roman der DDR. Johanna Öttl beschrieb die DDR als Leseland während Josef Haslinger meinte, daß die DDR-Autoren inzwischen längst vergessen sind. Mir fallen da als Gegenbeispiel Alfred Kurella ein, aber auch Brigitte Reimann, die ich auch erst lesen muß und Hermann Kant, den ich gelesen habe und kam dann zum „Wespennest „und den KPÖ-Autoren, wie Elfriede Jelinek, Michael Scharang, Peter Turrini, etcetera, die ja beim frühen Volkstimmefest aufgetreten sind.

Da würde mir als politische Autorin noch Marlene Streeruwitz, einfallen, die glaube ich, nie beim Volksstimmefest gelesen hat, aber „Wahlkampf- und sogar einen Covid-Roman geschrieben hat, noch bevor das anrüchig und schwubelig wurde, würde ich jetzt unken und interessant, wie vielfältig das politsche Schreiben mit dem ich mich mit meiner „Unsichtbaren Frau“, „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, etcetera und politisch denke ich wieder, ist eigentlich alles, auch mein vieles Corona-Schreiben würde ich so interpretieren.

Elias Hirschl hat noch die Satire als ein Element angeführt, wie man über Politik schreiben oder sich hinter ihr verstecken kann und das ist auch etwas was ich bei meinen Corona-Schreiben verwende und ein Punkt ist es ja auch den politischen Roman vom experimentellen künstlerischen abzugrenzen.

So muß man wohl auch noch Peter Henisch und Gustav Ernst den politischen Schreibern zuzählen und dann kam die Diskussion zum Ukraine-Krieg, der uns ja momentan sehr beschäftigt, über die Cordula Simon, die ja eine Weile in Odessa gelebt hat, etwas zu erzählen hatte und da einen Witz zitierte, was zur Frage überleitete, wer über was satirisch scheiben darf?

Ein Nicht-Jude nicht über die Shoah, Imre Kertez aber schon, weil er selbst betroffen war und da fallen mir Jurek Becker und sein „Jakob der Lügner“ ein, ein Buch das mich sehr beeidruckt hat, obwohl ich es nicht gleich verstanden habe, weil es der Autor aus einer anderen Distanz geschrieben hat, als es die Leserin hatte.

Am Schluß fragte Johanna Öttl noch nach der Sprache, worauf Josef Haslinger energisch antwortete, daß Romanschreiben immer Arbeit an der Sprache ist und man für jede Perspektivenfigur eine eigene Sprache finden muß und betonte wieder den Unterschied zwischen der politischen Meinung, die man in einem Essay ausdrücken kann und einem Roman, wo es um die Sprachgestaltung und die Han dlung, füge ich an, geht.

Ein interessanter Abend der sehr anschaulich zeigte, wie verschieden und auch umfassend das politische Schreiben, das für mich ja sehr wichtig ist, sein kann und jetzt muß ich nur noch ein Thema für meinen neuen Text finden.

2020-10-27

Diogenes- Frühjahrsprogramm und Priessnitz-Preis an Elias Hirschl

Als konsequente Maskenverweigerin sitzt man in Zeiten, wie diesen ja fast nur zu Hause und folgt damit ganz genau dem Aufruf der Bundesregierung, um trotz steigender Zahlen dem zweiten Lockdown zu gehen und fad ist mir dabei fast auch nicht, denn es wartet ja noch fast die ganze österreichisce Buchpreisliste, drei der Schweizer Bücher und zwei der Deutschen auf mich und die Veranstaltungenm die ja wahrscheinlich bald ohnehin gestoppt werden, kann ich mir ja per livestream ansehen und da gibt es ja ein Hin- und Herhoppeln, weil meist ein vielseitiges Angebot und da hatte ich mir für den Dienstag schon etwas angestrichen und vorgenommen, da heißt angestrichen hatte ich wieder mal zu wenig, mich aber auf die Verleihung des siebenundzwanzigsten „Priessnietz-Preises“ an Elias Hirschl sehr gefreut, denn der „Reinhard Priessnitz-Preis“ gehört ja den literarirschen Veransaltungen, die ich mir besonders gerne gebe.

Im Jahr 1998 bin ich, glaube ich, das erste Mal diesbezüglich im Literaturhaus gewesen, als er an Sabine Gruber vergeben wurde, dann erinnere ich mich an die Preisverleihung 2003 an Olga Flor und da war ich, glaube ich, vorher noch in der Hauptbücherei, weil dort die Elfriede Gerstl gelesen hat, ab dann war ich, glaube ich, jedes Jahr und habe ab 2008 darüber gebloggt, bis vor drei Jahren wo an einem meiner Lieblinge nämlich Hanno Millesi vergeben wurde, da wollte ich auch, hatte aber so viele Stunden, daß ich, als ich losstarten wollte, daraufgekommen bin, es ist schon dreiviertel acht statt dreiviertel sieben und ich bin zu Hause geblieben, Gustav Ernst hat mich, was mich besonders freut, vermißt und, ob er das auch heute getan hat, weiß ich nicht, denn mit Maske gehe ich ja nirgendwo hin, wie ich immer sage, habe es mir also über Livestream gegeben und da amüsiere ich mich ja immer, wenn ich die Autoren und die Veranstalter ihre Masken abnehmen sehe, aber eigentlich hatte ich mir ja etwas ganz anderes angestrichen, habe ich doch vor ein paar Tagen ein Mail vom Susanne Bühler vom „Diogenes-Verlag“ bekommen, die, weil Frankfurt ja heuer ins Wasser gefallen ist, zu einem digitalen Bloggertreff eingeladen hat, wo sie das Frühjahrprogram und einen Überraschungsgast präsentieren wollte.

„Mailt uns, wenn ihr könnt!“, hat sie geschrieben und ich habe „Ja!“, geantwortet und ein paar Tage später gedacht, da ist ja der „Priessnitz- Preis“, der heuer an den jungen Superstar, nämlich den 1994 geborenen Elias Hirschl vergeben wird, dessen „Hundert schwarze Nähmaschinen“, ich zwar nicht gelesen habe, aber auf der Buchpräsentation im Literaturhaus war, dort mit Anna Jung gelpaudert und Torte gegessen habe, wie ich mich erinnern kann, ja heuer ist alles anders und weil das Literaturhaus ja immer mit dem akademischen Viertel beginnt, konnte ich auch noch ein bißchen in das Bloggertreffen hineinsehen, nicht hören, denn mit dem Ton habe ich bei Zoom manchmal Schwierigkeiten. Aber ein Verlagsprogramm kann man sich ja ansehen und da habe ich bekannte Namen, wie Bernhard Schlink, Charles Lewinsky, etcetera gelesen, bevor der Stargast Joachim B. Schmidt sein neues Buch vorstellte, aber da stand schon Markus Köhle am Lesepunkt und der ist jetzt offenbar der Krisenmoderator, denn in der „AS“ habe ich ihm mit Antonio Fian der ja auch einmal den „Priessnitz-Preis“ bekommen hat, gesehen, bei der Jaschke-Veranstaltung hat er moderiert und, ich glaube, auch bei der Veranstaltung, die statt einer anderen eingeschoben wurde.

Jetzt hielt er jedenfalls eine blende übersprühende Laudation, wo er Elias Hirschl Zitate präsentierte, also, das was andere über den jungen Superhelden geschrieben haben, dann kam der auf die Bühne, wurde von einem maskierten Robert Schindel, Robert Huez und Gustav Ernst umringt, mußte für das Foto auch den verordneten Sicherheitsabstand einhalten und las dann drei verschiedene Texte vor, denn außer „Jung und Jung-Autor“ ist der junge Mann, der wie ich „Wikipedia“ entnahm auch das Gymnasium in der Rahlgasse nur zehn Jahre später, als die Anna besuchte, ja auch ein bekannter Poetry Slamer und er erklärte auch, daß er eigentlich einen seiner ersten Texte, den er im Literaturhaus gelesen hat, mitnehmen wollte, das hat er dann nicht getan, sondern während des Lockdown eines Text aus „Einstern-Amazon-Rezensionen“ unter dem Titel „Was Leser wollen… ,daß ihr Buch unbeschädigt ankommt, daß Kafkas Prozeß“ fertig geschrieben wird, etcetera, eteceta, geschrieben, der auch nur aus Zitaten bestand, dann kam ein Text, der in den „Koliken“, der Literaturzeitschrift von Gustav Ernst abgedruckt ist und ganz besonders interessant, ein Ausschnitt aus dem nächsten Roman, der sich, wie er sagte mit den „Jungen Konservativen Österreichs“, gemeint sind da wahrscheinlich die Identitären auf dem Weg zum Akademikerball befaßt, ein besonders lustiges Stück, wo die jungen betrunkenen Männer mit ihren Frauen im Taxi sitzen, Sekt verschütten, von der Antifa umzingelt werden und aus dem Auto die „Internatione“ brüllen.

„Freuen wir uns auf das Buch!“, sagte Robert Huez noch, verwies auf den Büchertisch und auf den Wein auf den man im Zeiten, wie diesen wahrscheinlich nur virutell mit dem jungen Autor anstoßen kann und ich habe auch nur ein Glas Wasser auf dem Beistelltischchen stehen, aber vorhin mit der Ruth telefoniert, die gestern auf einer Anti-Coronademo war, wo Masken verbrannt wurden, worüber sich „OE 24-TV“ heute sehr empörte und es auch Gegendemonstrationen gab.

2017-09-22

Jochen Jungs Wunderkind und Quotenmann

Am Mittwoch war ich ja bei einem „Buch und Kommunikation“, wo es um Sexismus beziehungsweise das Genderthema in der Verlagsbranche ging, wo Jochen Jung am Podium saß und gegen die Quote sprach, denn bei der Literatur zählt natürlich die Qualität und nicht die Quote.

Da wurde er von den jungen Buchhändlerinnen natürlich ordentlich angegriffen, dabei hat er bei seinen Buchpreisnominierten ohnehin nur lauter Frauen und außer Jonke und Handke seinen Superstars ist mir da so schnell nur Lorenz Langenegger eingefallen, dessen Bücher ich ebenfalls gelesen habe, aber sonst eigentlich nur Frauen bei den „Jung und JungBüchern„.

Am Donnerstag war Jochen Jung dann Gast in der Sendereihe „Im Gespräch“, wurde von Günter Kaindlsdorfer interviewt und erzählte von seinem literarischen Werdegang.

Er war ja lange Leiter oder Lektor des „Residenz-Verlages“, wurde dann dort hinausgeschmissen, hat 2000 „Jung und Jung“ gegründet, wo er mit seinem Büchern immer wieder mit Frauen auf der deutschen Buchpreisliste stand und zweimal dort auch gewonnen hat.

Für einen kleineren Verlag eigentlich beachtlich. Er hat inzwischen auch selber zu schreiben angefangen.

„Wolkenherz“ habe ich gelesen und er hat mich damals in den Siebziger und Achtzigerjahren, als ich meine Texte noch zu „Residenz“ schickte auch abeglehnt, allerdings, was kein Trost ist, er aber gestern in dem Gespräch erwähnte, auch Brigtitte Schwaiger, Robert Schneiders „Schlafes Bruder“ und Norbert Gstrein und jetzt hat er einen ganz jungen Autor und um an die Veranstaltung vom Mittwoch anzuschlußen, einen Quotenmann, nämlich, den 1994 in Wien geborenen Elias Hirschl, der schon 2009 im Literaturhaus slamte und auch Slam Welt- Europa- Österreicheichmmeister oder was auch immer ist ist und auch schon bei „Milena“ dem nicht mehr Frauenverlag zwei Bücher herausgegeben hat, eines trägt den langen Titel „Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet und alles, was sie mir mitgebracht haben, ist ein lausiges T- Shirt“.

Das klingt schon einmal interessant, ungewöhnlich und aufmüpfig und jetzt ist bei „Jung und Jung“ „Hunder schwarze Nähmaschinen,“ herausgekommen, wo es um die Erfahrungen eines Zivildieners in einer betreuten Wohngemeinschaft geht.

Clemens J. Setzt, der ja auch ein junger Erfolgsstar war, hat mit seiner „Stunde zwischen Frau und Gitarre“ auch etwas Ähnliches geschrieben und als ich das Literaturhaus um dreiviertel Sieben nach dem Open day im „Writersstudio“ erreichte, war es schon sehr voll. Vielleicht nicht so voll wie bei dem Poetry Slams, aber sehr viele junge Leute und eine DJ gab es auch.

Der Lektor Günther Eisenhuber hat eingeleitet und dann hat sich der sehr junge Mann durch das Buch gelesen und das Publkum hat zwischendurch gejohlt, gelacht und sogar eine Zugabe verlangt, dabei war das, was Elias Hrschl gelesen hat, gar nicht so lustig.

Es begann mit der Mariahilferstraße und den schrägen Typen, die offenbar dort verkehren, den Schnorrern und den Süchtlern und die WG in die der Zivi tätig ist, scheint sich auch dort zu befinden und Elias Hirschl hat sich offenbar besoders bizarre Szenen aus einem solchen WG-Alltag herausgesucht und vorgelesen, von einer Frau, die keine Veränderungen verträgt und dann schreit und tobt und sich mit Waschpulver vollstopft, damit sie wieder auf die Baumgartner Höhe und ins Otto Wagner Spital, ehemals Steinhof, kann, damit sich alle, um sie kümmern, während sie in der WG ihr Zimmer selber aufräumen muß. Aber dort läßt man sie nach zwei Tagen wieder hinaus, und der Zivildiener muß ihr weiter gut zureden und am Sonntag mit den anderen Klienten in die Konditorei Aida gehen, wo sie alle mit Kaffee und Kuchen vollstopfen, obwohl sie Diabetes haben und schwere Medikamente bekommen und das eigentlich nicht essen dürfen.

Spannend, spannend, das Thema, obwohl ich, wie schon geschrieben, nicht glaube, daß das so lustig ist und die Betreuer dort und die Zivis werden das wohl auch nicht finden, sondern überfordert sein und auch, daß es wieder ein junges literarisches Wunderkind gibt.

Fräulein Wunder kann man ja hier nicht sagen, der junge Mann war aber sehr freundlich und hat auf das Buffet verwiesen, als alle nach einer Zugabe riefen und da gab es Brötchen und nachher eine Torte in der Form des Buches und ich habe mich mit Anna Jung unterhalten und mich bei ihr für die beiden Buchpreisbücher ihrer nominierten Nichtquotenfrauen bedankt, die ich noch lesen muß.

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