Literaturgefluester

2017-11-10

Poet Night 2017

Die „Poet Night“ ist eine Veranstaltung des ersten Wiener Lesetheaters, die einmal im Jahr  stattfindet undd die Mitglieder, die auch selber schreiben, einander ihre Texte, bei Rolf Schwendter war es von vier Uhr Nachmittag bis zwei Uhr früh, ihre Texte vorzulesen.

Jetzt wird die Veranstaltung von Andrea Pauli und Hahnrei Wolf Käfer moderiert, beginnt um sechs und geht bis Mitternacht und gelesen wird im Kulturcafe Siebenstern.

2009 habe ich mich mit meiner Leserin Maria Haidegger darüber gestritten, ob es Sinn macht, daß da fünfzig Leute ihre Texte einander „fast unter Ausschluß“ der Öffentlichkeit“ einander vorlesen, sehr viel Werbung wird ja, glaube ich, nicht dafür gemacht.

Es steht im „Lesezeichen“ in der Aussendung des „Wiener Lesetheaters“, aber glaube ich nicht einmal an der Türe des Veranstaltungszimmers angekündigt sind, aber diesmal war es, als ich um sechs gekommen bin und eigentlich dachte, da wird noch niemand da sein,  erstaunlich voll und Hahnrei Wolf Käfer und Andrea Pauli haben auch sehr straff organisiert und ziemlich pünktlich angefangen.

Begonnen hat der mir bisher unbekannte Werner Krotz, der Gedichte über das Meer geschrieben hat, die mir sehr gefallen hat.

Dann folgte Mechthild Podzeit-Lütjen mit ihrem neuen Buch in dem es um ein ziemlich unbekanntes Nebenlager von Mauthausen geht.

Angelika Mairose-Parovsky hatte eine witzige Geschichte namens „French Toast“, wo es, um eine um Jahre zurückliegende Begegnung eines Mannes mit einer Frau an einem Hippieort namens „Hell“ ging, der sich immer noch an sie erinnert, obwohl sie nur einen einziges Satz, nämlich „You have to try the French Toast, the are the best!“, zu ihm sagte.

Hilde Schmölzer brachte ein Kapitel aus ihrem wiederaufgelegten Buch „A schöne Leich. Der Wiener und sein Verhältnis zum Tod“ und Anita C. Schaub hatte auch eine Geschichte aus ihrem neuen Buch, wo es um eine Begegnung von zwei Frauen ging, die, wie sie sagte, den zur Veranstaltung passenden Namen „Sommer der Poetinnen“ trug.

Christa Meiss brachte wieder gekonnt launig einen Auszug aus ihren Haikus und anderen Gedichten, zeigte Bilder aus ihrem „Wolkenkalender“, sowie aus ihrem Wienerischen „Struwelpeter“.

Karin Geyer, die ich vom „Volksstimmefest“ kenne und bei einer ihrer Lesungen im Amerlinghaus war, brachte Gedichte.

Dann kam die Ruth, die ja kürzlich in Brüssel war und las uns eine paar ihrer diesbezüglichen Notizen vor und Susanne Ayoub brachte wieder etwas aus ihrem „Medea Stück“, aus dem sie auch beim letzten Volksstimmefest gelesen hat.

Gerhard Jatzek hatte auch einen Gedichtband und Renate Welsh-Rabady, jetzt sind wir schon beim „Prominentenblock“, den es auch diesmal gab, hatte eine sehr berührende Geschichte von zwei alten Leuten, die jedes Jahr zum Gedenken des „zwölften Februar“, den damals Hingerichteten eine Kerze anzündeten, die ihr ihr Mann, der ihr Hausarzt war, erzählt hat.

Eugen Bartner hatte vier Gedichte, darunter zwei die von Kampfhunden hanelten, eines davon war von Christian Katt, was sehr gut war, denn wir sind nach meinem Block, ich hab um neun gelesen gegangen, weil die letzten Wochen ja sehr anstrengend waren, so daß ich Christian Katts Lesung versäumte.

Dann kam Astrid Wiesenröcker und dann noch ein Prominenter, nämlich Antonio Fian, der auch im Vorjahr gelesen hatte, er hatte auch Gedichte aus seinem neuen Buch, das demnächst bei „Droschl“ erscheinen wird, also eine Premiere.

Der nächste Star der Runde war Robert Schindel mit Gedichten und dann folgte, wie Hahnrei Wolf Käfer launig moderierte, etwas ganz anderes, nämlich Richard Weihs mit einer Auswahl seiner „Wunschgedichte“ aus dem letzten Jahr.

Und dann wieder etwas anderes, nämlich Christl Grellers poetische Gedichte und Elmer Hanke, den ich  regelmäßig bei den „Poet-Nächten“ sehe, hatte seinen Text den er lesen wollte, im Zug vergessen, so hat er ihn nacherzählt und brachte dann noch einen anderen.

Christa Kern brachte wieder ihren Text, der in den letzten „Entladungen“ erschienen ist, dann folgte wieder sehr bekannt, weil ich schon einige seiner Bücher gelesen habe, Axel Karner mit einem seiner Gedichtzyklen und Judith Gruber Rizy deren neues Buch ja erst  am Erscheinen ist, brachte einen Auszug aus ihrem „Schwimmfüchslein“, das ich schon gelesen habe, wo es um die Künstlerin Gabriele Münter geht, in einem Kapitel aber auch die erste Frau von Albert Einstein vorkommt, die eine eifrige Studentin war, dann ihr Studium der Kinder wegen aufgab, aber bei der Scheidung einen Anteil an seinem Nobelpreisgeld haben wollte.

Helmut Rizy brachte wieder einen Auszug aus seinem neuen Roman, wo es um zwei Brüder einen lesenden und einen handwerklich begabten ging, der eine hat immer Bücher geschenkt bekommen, der andere einen Handwerkkoffer, in dem er dann die vom Bruder stibizten Bücher versteckte.

Renate Woltron und Manuel Gierisch brachten wieder ihre Duette unter anderen von einem Paar, das sich in einer Bar trifft und dann gemeinsam ziemlich gelangweilt abzischt, da habe ich aber schon vorher gelesen und wieder die Szene aus meinem „Bbliotheksgespenst“, von dem ich übrigens gerade die Fahnen von der Druckerei bekommen habe, vom Fabian nach der Aktion gelesen habe, die ich schon beim „Volksstimmefest“ vorstellte und die man auch auf meiner Website nachlesen kann.

Werner Grüner zeigte uns seine Gedanken, die ihm auf Ausstellungen und beim Zeitungslesen und Fernsehen kamen, nur zu „Strache“ und „Kern“ ist ihm nichts eingefallen, wie er launig anmerkte, als schon die Eieruhr klingelte, die das Überschreiten der Lesezeit gab.

Dazwischen verteilte Andrea Pauli Rosen an Ruth Aspöck und an mich, weil ich ja Geburtstag hatte, ein Schicksal was ich allerging auch mit Hans Jörg Liebscher teilte, der nach mir eine seiner Hymnen vorstellte, während sich Susanne Schneider wieder, wie gewohnt realistisch in ihrer Autobiografie mit dem Älterwerden und den Beschwerden und den Schmerzen die man da hat und die einen zum Arzt treiben und von dem Glück wenn einem dann chinesische Touristen nachwinken und an die Vergangenheit erinnern, beschäftigte.

Dann kam wieder eine Pause und dann habe ich mich verabschiedet und diesmal Christina Vivenz, Erich Leder, Ingrid Jansen, Ottwald John, Christian Katt und viele andere versäumte, aber ich war sehr müde, die letzten Wochen, wie schon beschrieben sehr intensiv, die „Buch-Wien“ wartet und das Geburtstagsfest, aber wie beschrieben, ich finde es sehr schön und wichtig auch über das Dichten der die vielleicht abseits vom Literaturbetrieb schreiben, zu erfahren und habe wieder viel gelernt.

 

Werner Krotz

Werner Krotz

Mechthild Podzeit-Lütjen

Mechthild Podzeit-Lütjen

Angelika Mairose-Parovsky

Angelika Mairose-Parovsky

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Christa Meissner

Christa Meissner

Anita Schaub

Anita Schaub

Karin Gayer

Karin Gayer

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Renate Welsh-Rabady

Renate Welsh-Rabady

Eugen Barthmer

Eugen Barthmer

Antonio Fian

Antonio Fian

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Robert Schindel

Robert Schindel

Richard Weihs

Richard Weihs

Christl Greller

Christl Greller

Elmar Hanke

Elmar Hanke

Christa Kern

Christa Kern

Axel Karner

Axel Karner

Judith Gruber-Rizy

Judith Gruber-Rizy

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Eva Jancak

Eva Jancak

Renate Woltron

Renate Woltron

Manuel Girisch

Manuel Girisch

Werner Grüner

Werner Grüner

H.J. Liebscher

H.J. Liebscher

Susanne Schneider

Susanne Schneider

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2017-09-04

Joe Berger Songs

Im Weinhaus Sittl gab es anläßlich der Sommerreihe des ersten Wiener Lesetheaters  heute wieder einen Joe Berger Abend.

Zum fünften Mal hat jetzt Christian Katt einen Abend mit Texten des 1993 in Kaltenleutgeben geborenen und 1991 in Wien verstorbenen Schriftsteller, Schauspielers und Aktionisten Joe Berger veranstaltet.

Bei den letzten beiden waren wir und beim Joe Berger-Symposium in der Wien Bibliothek bin ich auch einmal gewesen.

Joe Berger, das Original, dessen literarische Bedeutung, die Wien-Bibliothek, wie man bei Wikipedia nachlesen kann, das erste Mal gewürdigt hat und die sich jetzt dank des Lesetheaters, Christian Katt und Ottwald John beispielsweise, langsam herumspricht.

Da gibt es die „Märchen für Konsumkinder“ und das „Playoyer für den Alkohol“, ein Buch, das ich in meiner Sammlung habe.

Es gibt aber auch, wie Christian Katt in seiner Einleitung betonte, eine Schallplatte“,1982 mit Loys Egg entstanden und jetzt nur noch antiquarisch erhältlich.

Es gibt  auch die „Wiener Depressionen“, Lieder, die von dem 2015 verstorbenen Komponisten Ernst Kölz vertont wurden und der war GAV-Mitglied und bei einem der in Mürzzuschlag veranstalteten Feste, da bin ich ja einmal bei einem für Gerhard Rühm, Ernst Jandl und Friederike Mayröcker in den Neunhzigerjahrten gewesen, habe ich mit ihm und  dem Experimentalfilmer Kurt Krenn in derselbenPension gewohnt.  So habe ich ihn kennengelert und ihn einmal auch zu einem meiner literarischen Geburtstagsfeste eingeladen.

Da hat er mir die CD mitgebracht und als ich heute das Pelikanstüberl des Weinhaus Sittls erreichte, probte gerade sein Sohn Claudius diese Lieder.

Nach und nach traf dann das Publikum ein, es wurde voll und Richard Weihs begann mit seiner Gittarre, zwei Berger- Lieder zu singen.

Dann kamen Eva Filip und Magdalena Knapp-Menzl mit Texten aus dem „Playdoyer für den Alkohol“ musikalisch von Richard Weihs mit der Gitrarre, Zieh- oder Mundharmonika begleitet.

Ottwald John hatte einen beeindruckenden Auftritt, in dem er die neben mir sitzende Ruth umarmte und auch Christian Katt gab einen Berger Song von sich, bis dann Claudius Kölz die Lieder seines Vaters sang und es heute in dem Extrazimmer einen sehr tollen Abend gab,  so daß ich mich schon auf das nächste Jahr freue, wo es vielleicht wieder eine andere und neue Facette des verstorbenen Shzene Literaten, wie auch in Wikipedia steht, zu erleben gibt.

2017-05-31

Hermynias Ende und Anfang

In der Bibliothek, die ich von meinen Eltern erbte, stand auch Hermynia zur Mühlens „Reise durch ein Leben“, die Geschichte der 1883 geborenen Aristokratin und Diplomatentochter, die bei der Großmutter in Gmunden aufgewachsen ist und dort zwei Freundinnen, ein Bürger- und ein Arbeitermädchen hatte.

In den Neunzigerjahren hat dann, glaube ich, der „Sisyphus-Verlag“, die „rote Gräfin“ entdeckt und ihre Autobiografie „Ende und Anfang“ herausgegeben und noch ein anderes Buch.

Dann kam der „Promedia-Verlag“ mit den „Töchtern der Nazinen“, wo wir die gleichen Protagonisten, wie in der „Reise durch ein Leben“ treffen, sowie „Ewiges Schattenspiel“ und „Als der Fremde“ kam.

Diese Bücher habe ich gelesen und irgendwann, wahrscheinlich auch in den Neunzigerjahren, ich habe noch nicht gebloggt, gab es im Literaturhaus eine Veranstaltung „Zum Tee bei Hermynia“ veranstaltet von der „Exil-Bibliothek“, wo auch Christiane Zintzen einen Vortrag hielt und es nachher, wie ich mich zu erinnern glaube, Tee und Brötchen gab, wo von Hermynia zur Mühlens Exil in England die Rede war.

Sie hat da sehr viel geschrieben und übersetzt. Upton Sinclair zum Beispiel und ich habe auch ein paar dieser Bücher in meinen Harlander Regalen, weil sie überleben mußte und sich dadurch, wie Ursula Seeber, glaube ich, anmerkte, auch ein wenig ausgeschrieben.

Mir würde da der gleiche Themen- oder der gleiche Personenkreis auffallen, aber ich habe nicht alles, nur vier Bücher gelesen und dann gibt es noch die „Frauen lesen Frauen-Gruppe“ des „Ersten Wiener Lesetheaters“ und die haben schon vor ein paar Jahren einmal  Hermynia zur Mühlen im Literaturhaus aufgeührt.

Und heute wieder, die Autobiografie, veranstaltet von Judith Gruber-Rizy, die einleitend den Lebenslauf der roten Gräfin erzählte und das war ein sehr bewegtes Leben. Denn bei der Großmutter in Gmunden aufgewachsen und sich sehr früh mit der sozialen Frage beschäftigt. Dann ist sie aber sehr viel mit den Eltern gereist, nach Algier, Venedig, Florenz, Paris, Alexandrienund hat auch in einem Pensionat gelebt.

Das Verhältnis zur Mutter dürfte ein schwieriges gewesen sein. Es gab einen „roten Onkel“ und der Vater, der der Tochter auch viel Bildung abverlangte. Aber sehr unzufrieden war, wenn sie sich unter ihrem Stand verliebte.

Sie hat dann einen baltischen Baron geheiratet, der sehr verschieden von ihr war und sich von ihm wieder getrennt.

Das beschreibt sie in ihrer Autobiografie, die mit dem ersten Weltkrieg endet. Die Scheidung von dem Baron und den Weg in ein selbständiges Leben, wo sie schriftstellerisch tätig gewesen ist, bezeichnet sie als Anfang.

Dann kam bald das dritte Reich, ihre Bücher waren auf den verbotenen Listen und die Emigration nach England. Die Rückkehr nach Österreich wurde ihr verwehrt und heute ist sie, die 1951 in England gestorben ist, wie die Lesefrauen erwähnten, ziemlich vergessen.

Für mich nicht so ganz und ich denke, sie wäre auch eine Kanditatin für die „Autorinnen feiern Autorinnen-Veranstaltung“, die ja Julia Danielcyck eingeführt hat.

Neben Else Feldmann würde ich sie mir sehr wünschen und im „Republikanischen Club“, wo die Veranstaltung stattgefunden hat, gab es wieder Wein, Knabbereien und Gespräche und da habe ich gehört, daß einige Besucherinnen meinten, sie hätten noch nie etwas von Hermynia zur Mühlen gehört, die ja inzwischen wieder außer ein paar „Promedia-Restbestände“ wieder vergriffen ist.

Da bin ich dank dem Bücherschrank meiner Eltern nicht so ganz ungebildet und auch gespannt, was ich vielleicht noch von der „roten Gräfin“, die sich so stark für die sozialen Fragen interessierte, hören werde.

2017-02-11

9. Wiener Katzenfasching

Deborah und Janina Schedy

Deborah und Janina Schedy

Erwin Weilguny

Erwin Weilguny

Susanne Schneider hat, glaube ich, gemeinsam mit Rolf Schwendter, weil ja beide Katzenfans 2009 den ersten Wiener Katzenfasching ausgerufen, wo sich die Katzenliebhaber des ersten Wiener Lesetheaters ins Gartenstüberl des Weinhaus Sittls setzten, Rolf Schwndter, als Kater Rolf mit seinem Hofstaat, alle als Katzen verkleidet vorne am langen Tisch und dann wurde von ständigen „Miaus“ begleitet, einen ganzen Abend lang, Kätzlisches von sich gegeben.

Irgendwann und irgendwie habe ich ja meine Kätzin Murana, die Abwandlung vom Kater Murr, die ich glaube ich schon lange schreiben wollte, im Herbst 2009, da gab es auch die Studentenrevolte auf der Uni, geschrieben und so hat mich Susanne Schneider zum zweiten Wiener Katzenfasching eingeladen.

Ich bin ja überhaupt kein Katzenfan, so kann ich die besondere Katzenliebe von Menschen, die sich wie Katzen schminken, miauen und murren und dann bevorzugt Texte lesen, die zeigen, wie sich die Katzen zu Tyrannen  der Menschen machen, nicht besonders nachvollziehen und habe da auch manchmal den Kopf geschüttelt.

Erwin Leder

Erwin Leder

Erik Hardenberg

Erik Hardenberg

Aber 2013 ist Rolf Schwendter gestorben und als mich Susanne Schwendter 2014 wieder zum Katzenfasching einlud, habe ich einen Text geschrieben, der sich auf Rolf Schwendters Katzenliebe bezog und sozusagen noch einen Nachruf auf ihn gemacht, einen solchen Text habe ich ja schon für das Volksstimmefest 2013 geschrieben und ihn auch bei der damaligen Poet Night gelesen.

Danach habe ich weder beim Katzenfasching gelesen noch bin ich dorthin ins Gasthaus Sittl gegangen, dienn ich bin ja  keine besondere Katzenfreundin, aber als ich unlängst im Literaturhaus war, habe ich auch Susanne Schneider dort getroffen, die die Einladungen dafür verteilte und weil wir dieses Wochenende wegen Ruth Aspöcks Geburtstagsfest in Wien geblieben sind, hat es sich eigentlich angeboten den neunten Wiener Katzenfasching zu feiern, der diesmal, glaube ich, auch nicht so lang war und auch nicht sovoll.

Manfred Loydolt, der als Prinz Manfred mit Christa Kern, glaube ich, auch immer am „Katzenhonoratorentisch“ thronte fehlte, da gab es diesmal nur ein kleines Tischchen von Susanne Schneider und Susanna C Aschner-Schwarz mit Katzenohren besetzt, die den Abend moderierten und im Publikum gab es, wie es so schön heißt, die üblichen Verdächtigen oder alte Bekannte.

So haben Renate Woltron und Manuel Girisch mit Zitaten berühmter Männer über Katzen und Erich Kästners Erlebnisse mit einer Katze, die dem Dichter beim Dichten dreinredete, begonnen und dann machte Felizitas Girisch, die, glaube ich, die Märchen für das Marketing untersucht hat, mit einem Märchen weiter, wo eine alte Katze eine junge belehrt, daß man keine Vögel fangen soll.

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Das wäre, glaube ich, wurde ich einmal belehrt, ein Eingriff in die Natur und wird wahrscheinlich auch nicht ganz klappen, im Märchen ist aber alles möglich und dann traten auch gleich Heidi Hagl, Gabriella Schmoll und, ich glaube, Rosemarie Wolfik auf und lasen einen Text von Eva Rossmann „Gismos Nacht“, wo der Kater Gismo, der mit seiner Mira aufs Land gezogen ist, eine alte Katze vorm Erschossenwerden rettet.

Das habe ich sehr interessant gefunden, bin ich ja eine eifrige Eva Rossmann Leserin und Christa Kern ist diesmal zwar nicht als Prinzessin am Podium gesessen, hatte aber auch eine Katzenmaske und las als letzte vor der ersten Pause drei Texte.

Andrea Pauli hat auch noch einen Text von Elke Heidenreich, einen Brief an ihre Katze Klara, die sie nach ihrer Mutter nannte und über die sie sich, weil dieser sehr ähnlich, beschwerte, am Ende aber doch vermisste.

Hansjörg Liebscher

Hansjörg Liebscher

Susanne Schneider

Susanne Schneider

Dann folgte der zweite Teil und da gab es einige musikalische Einlagen und Erwin Weilguny sang ein Lied von einer „Gürtelkatze“, das wahrscheinlich nicht wirklich was mit Katzen zu tun hat.

Dafür holte  Susanna C. Schwarz wieder ihren Erich Kästner hervor und Ingeborg Reisner, die den Wiener Dialekt untersuchte und ein Buch darüber herausgibt, brachte spezielle Katzenwendungen, wie „Es ist alles für die Katz“, aber auch  Unbekannteres.

Sehr gut haben mir wieder Susanne Schneiders Texte gefallen, da wurde zuerst einer von Erwin Leder gelesen, wo es eine Katze von Prag nach Shanghai verschlagen hat, der Holocaust machte es notwendig, dort noch verloren wurde und sich alleine durchschlagen und dabei aufpassen muß nicht von Kindern erschlagen oder zu Katze süßsauer verarbeitet zu werden.

Es kam dann noch ein von Susanne Schneider selbstgelesener von den Katzen im Gemeindebau, dazwischen hatte aber noch Hahnrei Wolf Käfer, der wieder für die guten Katzenkekse sorgte, eine neue Art der „Verwandlung“, da wacht die Katze Kafka plötzlich eines Morgens auf und stellt verwundert fest, sie ist ein Mensch geworden und fängt nach einigen Irritationen und einkleidungen auch prompt zu schreiben an.

Susanna C.Schwarz-Aschner

Susanna C.Schwarz-Aschner

Richard Matula

Richard Matula

Es gab  auch die üblichen Gebrauchsanweisungen, wie sich die Katzen, um ihre Menschen zu ärgern und zu tyrannisieren verhalten sollen, Susanna  C  Schwarz Aschner, die solches schon von ihrer Katze zu kennen scheint, lächelte dazu.

Helga Graziella Schwaiger hatte eine solche selbstverfasste Geschichte, Ottwald John hatte einen sehr kurzen Text in drei Wiederholungen, Hans Jörg Liebscher, auch ein Mitgestalter, beschäftigte sich mit „Schrödingers Katze“ und den Schlußpunkt setzten wieder Ingrid Jantzen und Richard Matula im dritten Teil mit einer Art Katzenmusical, wo auch  dem Kater Rolf in seinem Katzenhimmel gedacht wurde.

2016-11-17

Hilde Schmölzers böses Wien

Hilde Schmölzer, die Frauenbewegte, die viele Bücher zu diesem Thema geschrieben hat und die ich irgendwann, nach dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“, wo wir ihr Buch „Frau sein und schreiben“ besprachen, kennenlernte, wird nächsten Jänner achtzig.

2008 hat sie ihren Vorlaß der Stadt Wien verkauft und die „Wien-Bibliothek“ machte zu  jetzt eine Austellung mit ihren Fotografien zu dem Buch, „Das Böse Wien“.

Die Ausstellungseröffnung ist schon vorbei undhabe ichversäumt, aber heute fand eine Lesetheateraufführung mit ihr, Heidi Hagl, Elisabeth Krön und Angelika Raubek statt.

Eine Lesungaus ihren publististischen Arbeiten, stand im Programm, es war aber eine Collage aus vier ihrer Bücher, das „BöseWien“ eine Neuauflage aus dem „Mandelbaumverlag“, Karl Kraus und die Frauen, „Frauenliebe“ und das Rosa Meyeder-Buch.

Aus der Neuauflage „die Pest in Wien“, ich habe noch die DDR-Ausgabe, wurde nicht gelesen, weil das zu traugig wäre wie Hilde Schmölzer in ihrer Einleitung erkärte, sie hat aber diesbezüglich in der „Wien-Bibliothek recherchiert und in Rosa Mayreders Tagebücher undBriefe eingesehen.

Ein interessanter Abend mit Textauszügen aus den vier Werken, die ich mir nicht zu kaufen bauchte, denn Hilde Schmölzer hat mir ihre Bücher nach und nach ja alle zu meinenGeburtstgsfesten geschenkt und am 25. 1. gibt es in der“Wien Bibilitphek“ ein großes Geburtstagsfest zu ihrem achtzigsten Geburtstag.

Der Siebzigste wurde im Literaturhaus mit einer Lesetheaterveranstaltung gefeiert, da habe ich noch nicht geblobggt, aber jetzt tue ich es und habe mir die Veranstaltung vorgemerkt.

Heute habe ich mir die Ausstellung angeschaut und ein oder auch mehr Gläser Wein getrunken, dann war es etwas schwierig den Ausgang zu finden, weil das Rathaus eine Bauselle und jetzt müßte oder sollte ich mich auch in meine Hilde Schmölzer Bibliothek, die ja einige Bestseller birgt, einlesen, aber leider habe ich nich sehr viel Zeit dazu, aber die Ausstellung und die Lesetheater Aufführeng waren sehr interessant und jezt kann ich jeden nur empfehlen am 25. 1. im nächsten Jahr in die „Wien-Bibliothek“ zu kommen, denn da liest Hilde Schmölzer aus ihren „Vaterhaus.“

2016-08-29

Denken Sie mit Joe Berger

Christian Katt

Christian Katt

Ottwald John

Ottwald John

2009  hat es in der „Wien-Bibliothek“ein „Joe Berger Symposium“ gegeben. Der „Ritterverlag“ hat ein Buch darüber herausgegeben und Christian Katt im Vorjahr eine Veranstaltung in der „Sommerlesereine des ersten Wiener Lesetheaters mit Eva Phillip, Hanna Held, Helga Eichler, Heidi Hagl und heuer gab es mit den gleichen Akteuren und dazu noch Richard Weihs, Thomas Northoff und Ottwald John einen Joe Berger-bend mit Texten aus  den Buch, eine Mischung zwischen Primärtexten und wissenschaftlichen Artikeln,  die teilweise von Julia Danielczyk,die damals noch in der“Wien-Bibliothek“, den Band mitherausgeben hat, vonEvelyn Polt-Heinzel,etc, sind und es begann mit einem Dialog zwischen dem Maler Franz Ringl und Joe Berger über das Malen von Nasen oder überhaupt über den Kulturbetrieb und die Kritik daran.

Joe Berger dürfte mit Franz Ringl,Arnulf Rainer, Wolfgang Bauer ,etcetera befreundet gewesens sein und hat in den Sechzigerjahren verschiedene Vereine, wie den Bauernschnapsenverein gegründet. Sie haben auch eine Geisterbahn gemietet, die Geister daraus entfertnt, ein Schild mit der Aufschrift „Denken Sie!“,hineingestellt und dem Publikumbeim  Verlassen  derselben für die Gedanken gedankt.

Helga Eichler

Helga Eichler

Thomas Northoff

Thomas Northoff

Ja, so worns, die Aktionen der Wiener Gruppe und die des „Poetischen Aktes„, wo man nach H.C.Artmann, Dichter sein konnte, ohne je was geschrieben zu haben.

So gut müßte  es einer gehen, aber Joe Bergerhat auch ein „Pladoyer für den Alkohol“ geschrieben, ein Buch, das ich mir vor Jahren einmal kaufte und man den Text laut Ottwald John nur mit acht viertel aufführen durfte. Er hat aber, gestand er ein, es im Selbstversuch nur zu drei gebracht.

Die Lesung bestand aus zwei Teilen, im ersten Teil traten Ottwald John, Thomas Northoff, Richard Weihs und Helga Eichler auf,im zweiten nach der Paulse, Eva Phillipp, Hanna Held und Heidi Hagl,dazwischen gab es eine Pause und der Gastgarten im Weinhaus Sittl war wieder gut besucht, so daß es schwer war, einen guten Platz zu bekommen.

Ein Schmetterling flog Heidi Hagl auch ins Manuskript, was sie irriterite oder auch nicht. Hans Jörg Liebscher aber bemerkte und mich darauf aufmerksam machte, daß es so etwas seit Karl Kraus nicht mehr gegeben  hätte.

Richard Weihs

Richard Weihs

Eva Filipp

Eva Filipp

Ich weiß nicht, ob das stimmt, es war aber vielleicht auch ein poetischerAkt und ein gutes Zeichen für die Umwelt im Wienerraum und jetzt gibt es,  glaube ich,  noch einen Abend in der Sommerlesereihe, den ich aber auslassen werde, weil ich mich ja auf das Longlistenlesen konzentrieren und einen Lesemarathon einlegen werden,um die zweiBuchpreislisten zu schaffen  und die Sommerfrischenwochenenden sind jetzt auch vorbei.

Heute morgen gab es ein großes Putzen in Harland bei St.Pölten, dann sind wir nach Wien gefahren, der Alfred fährt morgen auf drei Wochen mit denm Karli nach Russland und Japan und ich bereite mich auf dasVolksstimmefest, daß es am Wochenende wiedergeben wird, vor.

Hanna Held

Hanna Held

Heidi Hagl

Heidi Hagl

2016-08-22

Hörspiel von Antonio Fian und Werner Kofler

20160822-191800

Weil der Alfred ja nächste Woche mit dem Karli nach Rußland und nach Japan fährt, sind wir schon Montag Abend nach Wien gefahren, weil er noch etwas vorbereiten wollte und da gibt es ja die Sommerreihe des Lesetheaters im Weinhaus Sittl und da noch dazu da das diesbezügliche Programm ja nicht immer das meine ist, etwas, was mich interessiert, nämlich Antonio Fians und Werner Koflers Hörspiel „Lambroso in Leibnitz“, das irgendwann auch zum Hörspiel des Jahres gewählt wurde und ich zum Teil, glaube ich, auch schon  im Radio hörte.

Antonio Fian habe ich vor kurzem erst in der „Alten Schmiede“ gehört und er ist mit seinem „Polykrates-Syndrom“ vor zwei Jahren auch auf der Longlist des dBp gestanden und er scheint mich, weil ich ja regelmäßig zu seinen Lesungen geht, auch zu kennen, jedenfalls hat er mich gegrüßt, als ich im übervollen Weinhaus Sittl, um die Ecke bog und einen freien Platz suchte und der  1947 in Villach geborene Werner Kofler ist vor fünf Jahren gestorben, vorher bin ich mit ihm einmal im Zug nach Klagenfurt gefahren, das heißt mit seinem Koffer, denn er ist gleich am Südbahnhof wahrscheinlich im Speisewagen verschwunden und nicht mehr wiedergekommen.

Das Weinhaus Sittl war sehr voll, als ich es um knapp sieben erreichte, also wieder einen Platz ganz hinten bei dem großen Baum, den mir eigentlich ein sehr freundlicher Herr überleiß.

Susanna C. Schwarz Aschner, die Veranstalterin leitete ein, begrüßte Antonio Fian und erzählte sehr viel und sehr ausführlich den Lebenslauf der beiden und dann wurde mit Thomas Northoff, Maximillian Spielmann, Monika Schmatzberger, Vera Schwarz und anderen gelesen und es ist ein bizarres Stück, das sich um die Verbrecherfamilie Wanz, es gibt ja einen Otto Wanz, der die Telefonbücher zerlegte und die Frage, ob das Verbrechen vererblich ist, eine Behauptung die Lambroso aufstellte, rankt und viele Anspielungen an das literarische Leben, etcetera hat.

Es kommen da die Reporter zu der Verbrecherfamilie, die aus ein paar Onkeln und  einigen Brüdern besteht, die alles genau wissen wollen.

Es gibt eine Jack Unterweger Ralley und einen Bruder, der Otto oder eigentlich Albert heißt, der irgendwie aus der Reihe tanzte und nach Afrika ging und dort, statt, die erblich belastete Verbrecherdynastie fortzuführen, ausbrach und Missionar wurde und, als ihn die Reporter für die Talk Show heim zu der Familie holte, von den Brüdern gelyncht wird.

Nachher haben wir uns mit dem Herrn am Tisch noch lange unterhalten, Ottwald John hat seine Zetteln für die nächsten Veranstaltungen, in der nächsten Woche, wo der Alfred, der ja nächsten Dienstag fährt, auch wieder zurückwill, gibt es wieder einen Joe Berger Abend, den Christian Katt organiert, ausgeteilt und viele bekannte Gesichter haben wir an diesem schönen Sommerabend auch getroffen.

 

2016-07-18

Dreiminutenspiele

Außer den „O-Tönen“ und den „Podium-Veranstaltungen“ gibt es noch eine „Sommerlesereihe“, nämlich des „Lesetheaters“ am Montag im „Weinhaus-Sittl“ und da war ich in den vorigen Sommern schon ein paar Mal, denn Montag war ich in den letzten Jahren ja in Wien und diesen Montag auch, obwohl ich heuer ja statt einer Sommerfrische ein verlängertes Sommerfrischenwochenende in Harland bei St. Pölten mache und das Programm ist für mich auch nicht so interessant, da mich ja die Prosa und die Lyrik, mehr als das Theatralische oder auch das Heiter-Lustige, was da oft gegeben wird, interessiert.

Im Vorjahr war ich aber, glaube ich, bei einer Joe Berger und einer Rolf Schwendter-Veranstaltung und, die von Hahnrei Wolf Käfer und Susanne Schneider organisierte Veranstaltung war auch besonders interessant, weil sie offenbar GAV-Autoren aufgefordert haben, Texte  zu liefern und eine Thematik, die sich wie ein roter Faden durch den Abend zog, scheint es auch gegegen zu haben.

Nämlich besonders aktuell das Thema Flucht, obwohl es auch andere Texte gegeben hat, die sich nicht darauf bezogen, sondern sich eher mit dem in die Welt treten von Zwillingen beschäftigt haben, etcetera.

Leider habe ich nicht alle Titel und alle Namen der Autoren verstanden, aber einige der Urheber, wie Renate Welsh waren im Publikum und der Garten war wieder sehr gefüllt, so daß wir gerade noch einen Platz ganz hinten gefunden haben.

Julia Danielcyck, die „Literaturbeauftragte der Stadt Wien“ war da, Reinhold Schrappeneder ist später gekommen und hat sich bei mir erkundigt, ob es seinen Text schon gegeben hat.

Und immer wieder, wie ein roter Faden zog sich auch der Satz „Sind Sie eigentlich geflohen oder haben Sie Ihr Land freiwillig verlassen?“ durch die Texte und dann kam die Antorten „Ich bin freiwillig gekommen, aber nur weil ich mußte!“

Eine Antwort, die der Fragesteller dann nicht verstand oder in Zweifel zog.

Ein Text, der von Martin Auer sein dürfte, der auch noch ein Stück „Ausgestreckte Hände“ hatte, der die Sprache oder Sprachlosigkeit der Bettelnden thematisierte.

„Bitte, Entschuldigung, Alles Gute!“ und das Ganze noch im Singsang gesprochen.

Gut gemeint und gut thematisiert könnte man sagen und dazu passend oder unpassend, der „Mo-Verkäufer“, der von der Kellnerin vertrieben wurden.

Und, als ein Stück gelesen wurde, das von einer Beziehungsproblematik handelte „Bleib!“, hat der Mann oder die Frau  flehentlich ausgerufen, haben auch  einige die Veranstaltung verlassen, was Gelächter im Publikum provozierte.

Stücke von Julian Schutting, Gerhard Ruiss, Manfred Ach, mit dem ich einmal in der „Klimt-Villa“ gelesen habe.

Von Rolf Schwendter gab es ein Stück, daß sich mit Fluchtbewegungen der anderen Art beschäftigte.

„Transport“ hat es geheißen und eine Einladung eines Universitätsprofessors zu einer Live Rundfunksendung behandelt, die an einem bestimmten Tag stattfinden sollte. Da konnte der Betreffende aber nicht, weil er vorher und nachher je eine Veranstaltung hatte, die Moderatorin ließ aber nicht nach, Zeit und Geld spielte keine Rolle, so hatte er dann widerwillig zugesagt und das Telefon verflucht. Rolf Schwendter war ja ein Gegener desselben und hat ja auch ein Buch über die „Unmöglichkeit des Telefonierens“ geschrieben. Möglicherweise ist der Text daraus und am Schluß schickt er ein Telegramm, daß er die Veranstaltung krankheitshalber Absagen muß.

Von Dietmar Füssel, dem Unermüdlichen, von dem ich ja schon viele Bücher gelesen habe, gab es zwei seiner schwarzen Texte, wo ein in ein Schwein verwandelter Mann von einer Hexe gebraten wurd, obwohl er Gott doch vorher bat, ihn wieder zurückzuverwandeln und von einem, der verwandelt wird, weil er den schon Verfluchten fragt, wie es ihm geht und Manfred Chobot mit dem ich ja im Jänner in Salzburg lesen werde, hatte auch ein Stück.

Antonio Fian, den ich ja vorige Woche, am Montag, während es im Sittl „Die wilden Siebzigerjahre“ gegeben hat, hatte zwei Stücke, die sich auch mit Flucht und Ausgrenzung beschäftigten und es war ein toller Abend über den man viel nachdenken konnte.

Leider habe ich mit dem Alfred vorher ausgemacht nachher auf den Rathausplatz zu gehen, das habe ich im Vorjahr  auch so gemacht, aber heute hat es da eine Pop-Veranstaltung gegeben, die mich nicht so sehr interessierte.

Als ich also umdisponieren wollte, hat der Alfred nicht mehr mitgemacht und mich zu „Dance  Rhythmus – Beat Boxing“ und „Iggy Pop plays Baloise Session“ geschleppt, so daß ich jetzt wahrscheinlich einiges vergessen habe, was ich über die Veranstaltung noch schreiben hätte können.

2016-01-19

Drei Geschichten von Ilse Tielsch

Die 1929 im südmährischen Hustopece geborene Tilse Tielsch, die 1945 nach Österreich gekommen ist, kenne ich durch Valerie Szabo. Das heißt, sie hat mir bei unseren Arbeitskreistreffen in den Neunzehnhundersiebziger- frühen Achtzigerjahren von ihr erzählt und mir einmal auch den Tip gegeben einer meiner Texte an sie zu schicken.

Das dürfte sie so beeindruckt haben, daß sie sich immer noch, wenn ich sie bei „Podium-Lesungen“ wo sie Mitglied war und ist, treffe, an mich erinnert kann.

Eine sehr freundliche Frau, die bei „Styria“ einige Romane herausgegeben habe, von denen einige, auch auf meiner Leseliste stehen und jetzt haben die Lesetheaterfrauen unter Hilde Schmölzer, Angelika Raubek, Elfriede Haslehner, Elsiabeth Krön und Gabriela Schmöll drei ihrer Geschichten im Literaturhaus gelesen und die Autorin war auch anwesend und hat zugehört.

Zwei Geschichten „Der Solitär“ und „Mister Hould“ handeln vom Nachkriegswien um 1945, als der „Scheißkrieg“ endlich vorbei war, die Familien sich in Gartenhäuschen im Wienerwald zurückgezogen haben, nichts zu essen hatten, hamstern gingen oder sich den Amis für Zigaretten oder Nylonstrümpfe, Schokolade und Kaumgummi an den Hals warfen und Ilse Tielschs Tante Peppi hat für die Josepha in die Geschichte, die sie über das Jahr 1945 schreiben hätte sollen, Pate gestanden.

Ein Professor wollte diese Geschichten für einen Band, hat die Autorin nach der Lesung noch erzählt, Alois Vogel der Podium-Gründer, sollte über das Jahr 1934, Hannelore Valencak über die Fünfzigerjahre, sie über das Nachkriegswien schreiben, wo alles vorkommt, was es damals gegeben hat.

Also werden die Glocken geläutet, die Tante Pepi wohnt mit zwei Männern in dem Gartenhäuschen, ihr Mann verschwindet, der mit dem Holzfuß bleibt zurück und sie braucht jetzt eine starke Hand zum Ausgraben der Baumwurzeln, also erzählt sie dem Neffen Bruno von einem Solitär den sie zu vererben hat. Gemüse braucht die Familie auch und es gibt eine Nichte mit einer Gärnterei, einen Bäcker gibt es auch, die Tante verspricht und verspricht und nach ihrem Tod suchen alle nach dem Edelstein, allein sie finden ihn nicht.

Die zweite Geschichte ist wahrscheinlich auch autobiopgrafisch, da wohnt die jugendliche Ich-Erzählung mit ihren Eltern in einer Küche mit drei Betten und einem Wasserkrug, die kluge Tante Esther schickt Mister Hould, einen Amerikaner mit Geld, Kaugummi und Nylonstrümpfen, er soll das Fräulein ausführen und möchte ihr ein besseres Leben bieten, sie widersteht und irgenwann ziehen die Amis dann auch ab.

Die dritte Geschichte heißt „Schriftstellerin`- Um Gottes Willen“, denn so hat die Mutter zu Ilse Tielsch wohl einmal gesagt, als sie von ihrem Berufswunsch hörte und die Schuldirektorin war, als sie ihren kleinen Sohn einschulen wollte, genauso entsetzt.

Es ist trotzem etwas aus ihr geworden und sie hat auch verschiedene Preise gewonnen, obwohl ihre Bücher hauptsächlich vergriffen sind. So lagen am Büchertisch auch nur das kleine Podium Heftchen „Lob der Fremdheit“ und ein „Driesch-Band auf.

Es gab aber schöne Gespräche und für die Lesenden auch je eine Bonbonniere und ich freue mich jetzt schon auf das Lesen von „Heimatsuche“, „Fremder Strand“ und „Zirkusgeschichte“ sowie auf den Gedichtband, den mir Ilse Tielsch freundlicherweise signierte und wer es wissen will „Paul und Paula“ ist jetzt bis zur zehnten Szene durchkorrigiert und die Idee für das Nächste ist in der Badewanne heute morgen auch schon gekommen.

Es wird wahrscheinlich ein Erzählband werden, nämlich zwölf, dreizehn oder wieviel auch immer „Buch und Schreibgeschichten“, nämlich, das was in den nächsten Schreibgruppen entsteht und fertiggemacht wird und dann auch das, was passiert, wenn ich aus meinem Bücherstoß ein Buch nehme, es aufschlage und ein Wort oder einen Satz daraus notiere.

Ich bin gespannt und man sieht Jacqueline Vellguths grandiose Schreibidee läßt mich doch nicht so los, auch wenn es für mich ein Rettungsanker ist, aus dem vielleicht Leergeschrieben sein, herauszukommen.

2015-11-21

Poet-Night im November

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 01:40
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Antonio Fian

Antonio Fian

Robert Schindel

Robert Schindel

Peter Paul Wiplinger

Peter Paul Wiplinger

Helmuth A. Niederle

Helmuth A. Niederle

Christina Zurbrügg

Christina Zurbrügg

Gerhard Ruiss

Gerhard Ruiss

Richard Weihs

Richard Weihs

Inge Pedarnig

Inge Pedarnig

Ilse Kilic

Ilse Kilic

Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

Michaela Hinterleitner

Michaela Hinterleitner

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Ingrid Jantzen

Ingrid Jantzen

Christine Huber

Christine Huber

Christa Meissner

Christa Meissner

Beppo Beyerl

Beppo Beyerl

Judith Gruber-Rizy

Judith Gruber-Rizy

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Renate Woltron

Renate Woltron

Manuel Girisch

Manuel Girisch

Sonja Traxler

Sonja Traxler

Erik Hardenberg

Erik Hardenberg

Nathaniel Horowitz

Nathaniel Horowitz

Birgit Schwaner

Birgit Schwaner

Sonja Henisch

Sonja Henisch

Elmar Hanke

Elmar Hanke

Graziella Schwaiger

Graziella Schwaiger

Hans-Jörg Liebscher

Hans-Jörg Liebscher

Hahnrei Wolf Käfer

Hahnrei Wolf Käfer

Christa Mitaroff

Christa Mitaroff

Christina Vivenz

Christina Vivenz

Astrid Wiesenöcker

Astrid Wiesenöcker

Eva Jansenberger

Eva Jansenberger

Karin Gayer

Karin Gayer

Christian Katt

Christian Katt

Wieder einmal „Poet-Night“ und diesmal hat sie, organisiert von Andrea Pauli und Hahnrei Wolf Käfer, erst sehr spät stattgefunden, obwohl ich mich auf Anraten von Ruth Aspöck schon im August bei dieser Veranstaltung des Lesetheaters, wo einmal im Jahr, die Mitglieder ihre eigenen Texte lesen, angemeldet habe.

Ich bin, glaube ich, seit 2000 dabei und finde  es sehr spannend, daß da, jetzt nur noch von fünf bis Mitternacht, in Schwendters-Zeiten ging es glaube ich von drei oder vier bis zwei Uhr früh, rund um die Uhr gelesen wird und man sich da von den Kabarettisten bis zu den experimentellen Lyrikern durchhören kann und diesmal war auch sehr viel Prominenz dabei.

So haben zwischen sieben und acht Antonio Fian, Robert Schindel, Christina Zürbrügg, Helmuth A. Niederle und Gerhard Ruiss gelesen, begonnen hat es aber mit einem kleinen Mädchen, nämlich Livia Horowitz, die im Stehen und in Englisch einen Text über eine Katze vorgelesen hat.

Es ging dann gleich weiter mit dem Block auf Englisch, so hat dann noch die Gruppe Patchwork und Syvia Petter gelesen und sehr viele Texte, das war heuer vielleicht besonders auffällig, drehten sich um die politische Situation und die Flüchtlingskrise, so habe auch ich meine Fatma Challaki wieder gelesen, aber es gab auch humoristische Texte, so haben sich etwa Ariane Lang und Gynther Riebl darüber gestritten, ob Mozart ein Werk namens Bauernhochzeit geschrieben hat.

Christian Vivenz, der inzwischen zu einer Christina geworden ist und stark geschminkt im schwarzen Kleid auftrat, erzählte von seinen Erlebnissen am Grazer Hauptbahnhof, das fröhliche Wohnzimmer trat mit Ilse Kilic, Fritz Widhalm und Michaela Hinterleitner auf, die ich, glaube ich, schon im Sommer in St. Polten hörte und, die auch einen starken politischen Text hate.

Ruth Aspöck, die als Urgestein des Lesetheaters bezeichnet wurde, hat das Gedicht gelesen, das sie auch Teheran las, als sie dort für die GAV war und Hilde Schmölzer wieder aus ihrer „Schönen Leich“ und nicht aus den „Frauen um Karl Kraus“ und Beppo Beyerl beschäftigte sich mit dem Buchstaben „Y“, der sowohl in seinem Namen als auch in den der Rizys vorkommt und Judith Gruber-Rizy folgte auch gleich mit einem Auszug aus ihrem „Schwimmfüchslein“, während Helmuthh Rizy aus seinem neuen Roman las, wo es um einen büchersüchtigen Mann zu gehen schien, der sich von seinem Freund die Karotten besorgen läßt, damit er nicht aus dem Haus gehen muß.

Erscheint mir sehr bekannt und versuche ich auch immer zu schreiben und Christa Mitaroff war sehr beeindrucken mit ihrem Text, wo die politische Situation mit einer Schreibblockade und dem fehlenden Musenkuß kombiniert wurde.

„Nur noch drei Tage Zeit und ich hab noch immer nichts für die Poet Night“.

Sie zitierte dabei auch Rolf Schwndter und stellte sich vor, welche Texte wohl aus seiner Feder geflossen wären?

Richard Weihs brachte wieder seine „Wunschgedichte“.

Ingeborg Reisner einen Text über Italien aus ihren „Reisegeschichten“ und Helga Graziella Schwaiger las auch etwas von einer Zypernreise, das dann in einen erotischen Traum überschwenkte.

Ein mir bisher unbekannter Erik Hardenberg verwirrte mich dem Gedicht „Im Waldfriedhof für Damenhosen“, das mir a la Ronja Rönne ein wenig frauenfeindlich erschien, er meinte aber, er hätte e Gegenteil gegen die Highheels tragenden Pressedamen und ihre glänzenden Frauenzeitschriften a la „Woman“ angeschrieben und ich habe ihn auf die „feministischen Urgesteine“ des Lesetheaters Ruth Aspöck und Hilde Schmölzer hingewiesen, die lange vor ihm gelesen haben.

Hahnrei Wolf Käfer stellte seine Kyoka vor, die es seit einiger Zeit auf seiner Wegsite gibt und so weiter und so fort, zwischen fünfzig bis sechzig Autoren und Autorinnen, bekannte und auch unbekannte, haben schätzungsweise gelesen, den Schluß machte Christian Katt, der an die alten Zeiten erinnerte, wo man im Siebenstern noch rauchen durfte und schloß mit einem Schwendter-Text, der die Poet-Night immer beendet hat.

Eva Jancak

Eva Jancak

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