Literaturgefluester

2022-01-10

Stichwort „Umordnung“

Was kann man sich darunter vorstellen?, werden meine Leser vielleicht fragen und wahrscheinlich nicht an Robert Musils „Drei Frauen“ und Alice Munros „Die Liebe einer Frau“, denken.

Lydia Mischkulnig, Brigitte Schwens-Harrant und Christa Zöchling haben es aber gemacht und ihrer „StichwortReihe“ in der „Aten Schmiede“ diesmal diesen Titel gegeben.

Denn hurrah, hurrah, die Weihnachtsferien sind vorbei, die literarischen Programme beginnen wieder und so kann ich mit entgegen meiner Neujahrswünsche von 2021 und 2022 wieder dorthin streamen.

Denn der Teufel schläft ja nicht und Omikron ist vielleicht am Explodieren, zumindestens hat sich Bundeskanzler Nehammer schon bei seinem Schiurlaub oder von einen Sicherheitsmann infiziert und es müssen neue Maßnahmen her.

Also Maskenpflicht im Freien wenn man keine zwei Meter Abstand halten kann oder auf einer Demo ist iund in die Nonfoodgeschäfte, wo seit November ja die bösen Ungeimpften nicht hineindürfen, sondern sich ihre Unterhosen entweder beim „Hofer“ kaufen oder bei „Amazon“ bestellen müßen, wird jetzt streng kontrolliert, ob ohnehin alle ihren Impfpaß haben. Was das bezüglich Omikron bringt, weiß ich nicht, denn man „darf“ ja immer noch zum „Spar“ und „Hofer“ gehen, aber man soll die Schlafenden nicht auf Ideen bringen, denn sonst kommen die noch auf die, daß das ja ungerecht istund die bösen NI deshalb auch nicht ihre Semmeln kaufen dürfen sollen.

Aber noch ist es nicht so weit, noch darf ich mich in die „Alte Schmiede“ streamen und dort erklärte Lydia Mischkulnig gleich, daß sie einerseits Schriftstellerin wäre und daß es bei dem Thema um die Wiederherstellung von Ordnungen geht, denn diese ist abhanden gekommen

Das trifft zwar auch auf die momentane gesellschaftspolitische Situation zu, aber das ist, siehe Volksstimmefest wahrscheinlich zu heikel, zu behandeln oder zu dicht daran. Also zurück ins neunzehnte Jahrhundert oder zu der Nobelpreisträgerin von 2013 von der ich mir zwei Erzählbänden schenken ließ und eines davon gelesen habe.

Aber weiter zurück in die Geschichte, wie Lydia Mischkulnig referierte, denn Robert Musil wurde ja 1880 in Klagenfurt geboren und ist1942 im Exil in Genf gestorben und bei dem Erzählbnd „Drei Frauen“, geht um die Magd „Gricia“, die vom Homo genannten Protagnonisten so genannt wird, weil sie graue Kühe füttert, um die „Portugiesin“ und umd die Verkäuferin „Tonka“ und, wie Lydia Mischkulnig erkärte um die Machtverhältnisse und eigentlich erklärte Brigitte Schwens-Harrant geht es trotz des Titels, um drei Männergeschichten, weil sie von der männlichen Perspektive ausgehen und im Jahr 1924, also nach dem ersten Weltkrieg geschrieben wurde. Also höchst interessant, was die alten Dichter vor hundert Jahren so fabulierten und eine Schriftstellerin und zwei Literaturwissenschaftlerinen heute daraus interpretieren.

Und wenn ich mich nicht irre, habe ich den Erzählband, den ich noch nicht gelesen habe, in den Neunzehnsiebzigerjahren aus Klagenfurt mitgenommen, weil dort meine damalige Freunin Elfi in der St. Ruprechterstraße eine Wohnung hatte, die sie aus- oder umräumte.

Den Erztählband „Die Liebe einer Frau“ der 1931 in Kanada geborenen Erzählmeisterin Alice Munru habe ich gelesen und sehe eigentlich, ganz ehrlich, nicht viel Bezugspunkte zu Robert Musil und seiner Zeit, außer daß die beiden Bücher das Wort „Frau“ im Titel tragen, was die drei Interpretinnen aber nicht so fanden, sondern fasziniert von den Gemeinsamkeiten waren.

Es gab auch Textausschnitte, so wurde aus den Erzählungen „Gricia“ und „Tonka“ von Musil gelesen, wo es auch um Tiere geht, um das Töten von Fliegen oder Kätzchen oder nein, so hätte die Geschichte um die „Portugiesin“ eigentlich heißen sollen und dann ging es in die kanadischen Fünfzigerjahre, wo eine etwas esoterische Frau in ein herabgetakeltes Farmhaus kommt. Dann geht es um eine Krankenpflegerin und um eine Frau, die nicht schwimmen kann, aber mit einem Mörder in einem Boot aufs Wasser hinausfährt.

Und was die „Umordnung“ betrifft, so kann ich zwar die Zwischenkriegszeit des Robert Musil erkennen, was seine Frauendeutungen betrifft, bleibe ich ein wenig skeptisch, aber zugegeben sollte ich das Buch erst lesen, eher ich darüber urteilen kann. Die Umordnung der Alice Munro habe ich, obwohl ich das Buch gelesen habe, nicht erkannt, kann da aber mit den Frauenschicksal sicher mehr anfangen, als mit den Verklärungen, eines vielleicht traumatisierten Mannes und ich glaube auch soweit ich mich erinnern kann, daß mir das Buch gefallen hat.

Spannend, spannend aber die Verknüpfungen, die die drei moderierenden Frauen mit den Bücher machten, die Verbindung zwischen Stifter und Han Kang habe ich ja auch nicht so ganz verstanden. Aber vielleicht ist das die Absicht der drei Frauen, sich über zwei unterschiedliche Bücher zu unterhalten, Zusammenhänge herzustellen und die Zuhörer vielleicht zum Lesen zu bringen.

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