Literaturgefluester

2017-11-09

Mit Eva Rossmann Geburtstag essen

Ich gehe ja immer mit dem Alfred  zum Geburtstag essen. Meistens waren wir in den letzten Jahren mit dem Alfred und der Anna beim „Umar“ am Naschmarkt, wenn die Anna Geburtstag hat, ist es die „Hollerei“ weil sie Vegetariererin ist und der Alfred geht gerne in das „Nordpol“ in die Nordwestbahnstraße.

Heuer gab es etwas Besondereres. Hat er mir doch  ein Mail geschickt und mich auf  eine Lesung mit Eva Rossmann aus ihrem neuen Buch „Mahlzeit“, das mit einem sechsgängigen Menu in Manfred Buchingers Restaurat „Zur alten Schule“, stattfindet, in dem Eva Rossmann ja mitkocht, hingewiesen, das am neunten November, an meinem Geburtstagstag, hingewiesen..

„Hast du Lust?“, hat er gefragt und am neunten November hatte ich tatsächlich noch nichts eingetragen. Am siebenten war die „Buchpreisverleihung“, am achten die „Buch-Wien-Eröffnung“ und am zehnten die „Poet-Night“ und am elften mein Geburtstagsfest.

Also wunderbar und weil ich am Donnerstag  auf der „Buch-Wien“ war und der Alfred  in der „WU-beschäftigt ist, die direkt neben den Messehallen liegt und so haben wir uns, um dreiviertel sechs getroffen, um sieben ist es in Riedenthal losgegangen.

Vorher hat der Alfred noch, wie er das jeden Tag macht, seine Mutter angerufen, die sich aber nicht gemeldet hat, was etwas beurnrugiend war, weil das heißen konnte, das sie vielleicht schon schläft oder hingefallen ist, was die gute Stimmung etwas trübte.

Was machen? Wir hatten uns angemeldet, also zuerst ins Riedenthal gefahren. Wir waren die ersten, nämlich schon eine halbe Stunde früher dort und interessanterweise ist auf den Ankündigungstafeln vor dem Restaurnt, das tatsächlich einmal eine alte Schule war „Alles Gute zum Geburtstag“ gestanden.

Interessant, interessant, es ist dann etwas später in dem Raum, dem ehemaligen Schulzimmer, das auch  so dekoriert war, eine Gruppe mit Blumen eingetroffen, die offensichtlich auch Geburtstag feierten. Später erfuhren wir, daß es Manfred Buchinger war, die Geburtstag hatte und die meisten Gäste schienen auch mit Eva Rossmann befreudet zu sein.

In Eva Rossmanns Maria Valenski Krimis, von denen ich ja schon sehr viele gelesen habe, spielt  das Kochen eine große Rolle. Es gibt auch ein „Mira Valensk- Kochbuch“ und sie hat deshalb, weil es auch ein Buch, das in der Restaurantszene spielt, glaube ich, in Manfred Buchingers Schule zum Mitkochen angefangen und tut das vielleicht auch  immer noch.

Vor dem alten Schulhaus gibt es auch eine Tafel, die darauf hinweist „Her kochte Eva Rossmann von…bis….“, fast we eine Beerdigungstafel und jetzt hat sie neben den „Patrioten“, die ich ja vor kurzem gelesen habe, ein „Mahlzeit“ genanntes Buch geschrieben, in dem es offenbar um Andekdoten über das Kochen im Gasthaus „Zur alten Schule“ geht.

Manfred Buchinger ein ziemlich berühmter Starkoch, hat, auch einmal auf der „Buch-Wien“ Show gekocht, da habe ich zugeschaut und ihn auch darauf angesprochen, daß ich da mitkoste, weil es zu teuer ist, in die „Alte Schule“ zu gehen.

Er hat das, glaube ich, auch dementiert und jetzt saßen wir an den gedeckten Tisch, sahen die Gäste eintreffen und lasen uns durch das Menu,  das mit einem Vorspeisenteller: Oliven, Schinken, Pastete, etcetera begann.

Eva Rossmann ist  auch eine Italien Liebhaberin und kocht sehr gerne italienisch.

Die Lesungshäppchen tanden zwischen den einzelnen Gängen statt und das Erste war eine Erklärung, wie Eva Rossman in Manred Buchingers Küche gekommen ist. Sie hat dort öfter gegessen, ihre Mithilfe angeboten und einmal ist der Koch ausgefallen und Eva Rossmann stand in der Küche, suchte nach den Kochlöffeln, die gar nicht verwendet werden. Eva Rossmann erzählte, daß Manfred Buchinger ihre Kapitel auch mit seinen Anmerkungen ergänzt hat, die er dann auch gelesen hat.

Als nächstes gab es dann „Ganslgalantine mit Birnen“ und Manfred Buchinger erzählte, was eine „Galantine“ zum Unterschied einer „Pastete“ ist und, daß die Birnen aus seinem Garten stammen.

Dazwischen gab es Rotwein, das heißt ich trinke nur solchen, beim Menü waren die ersten Weine von 2017 von weiß, rose bis rot, glaube ich, angekündigt. Danach gab es ganz exotisch eine vietnamnesische Ganslsuppe. Eva Rossman kocht, glaube ich, auch gerne exotisch und hat auch eine diesbezügliches Buch oder Rezeptesammlung herausgegeben.

Danach gab es auch ziemlich ungewöhnlich, Garnelen mit Kürbis und Eva Rossmann las ein Kapitel in dem es um die Frage geht, wie man das Servierpersonal, das wie ich hörte, jetzt Restaurantfachkraft und nicht mehr Kellner oder Kellernin heißt, anreden soll „He, Fräulein!“, war ja immer nicht so ganz passend und ein Kapitel über einen berühmten Koch, der als Gast in Manfred Buchingers früheren Restaurant auftrat und mit einer großen Mütze sich den Gästen vorstellte und die Arbeit den anderen überließ, gab es auch, bis dann der süße Gang nämlich „Maroni Quitten Tiramisu“ auch das erklärte Manfred Buchinger ein bißchen die Zubereitung, serviert wurde, richtig, da habe ich jetzt noch „die „Wildschwein und die Fasanenbrust mit Chicoree“ vergessen.

Dann war das Menu fast zu Ende, es wurde noch sardischer Käse serviert und Manfred Buchinger hat noch ein Kapitel aus dem Buch gelesen und wir waren ein wenig beunruhgt, was mir machen sollten?

Gleich nach Harland fahren und nachsehen was mit Alfreds Mutter ist?

Wir waren ja zu zweit essen, denn die Anna auf einer Schulung, der Andreas Nachtdienst, so daß er auch nicht nachsehen konnte oder bis Freitag warten, wo der Alfred auch immer nach Harland fährt, aber dann liegt die Mutter vielleicht die ganze Nacht am Boden.

Wir haben uns dann entschieden doch in Harland vorbeizuschauen, was eine gute Idee war, da Alfreds Mutter wirklich gestürzt war und am Boden lag und nicht mehr aufstehen konnte. Es ist ihr aber nichts passiert, wir haben sie ins Bett gebracht und sind wieder nach Wien gefahren, weil ich  wieder auf die „Buch- Wien“ gehen will.

Wir sind sehr spät und sehr satt nach Wien gekosmmen und ein Geburtstagessen in der „Alten Schule“ mit einer Eva Rssmann Lesung ist auch eine ganz besondere Art. Manfred Buchinger hat mir gratuliert und auch Julia Danielcyck, die ich gestern auf dem Klo getroffen habe, als ich mich mit dem Alfred treffen wollte und vor einigen Jahren, als nachher die „Fried-Preisverleihung“ war auch Friederike Mayröcker, der das von Christel Fallenstein, die ich auch dazu eingeladen habe, erzählt worden war.

 

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2017-10-28

Patrioten

Nachdem ich mit dem österreichischen Buchpreislesen und den zwei Büchern der Debutshortlist fertig bin, bleibe ich weiter in Österreich und nach den „Reibungsverlusten“ weiter in der Politik, denn Eva Rossman, mit der ich 2000, glaube ich, gemeinsam beim Poetenfest in Raab gelesen habe, ich aus meinem ersten Indie „Wiener Verhältnisse“, sie aus ihrem ersten Mira Valensky-Krimi „Wahlkampf“, hat ein neuerliches Buch geschrieben.

Allerdings keinen Krimi mit der Mira und der Vesna aber wieder ein aktuellen Thema, das mich ja seit der van der Bellen Wahl und seit sich mein Kritiker ja auch als Pedgida Fan entpuppte, sehr beschäftigt.

„Patrioten“ heißt zu Wahl passend das Buch, hat einen schwarzen Umschalg mit geheimnissvollen Zeichen und ist, ich weiß nicht so recht, ist es eine Enttäuschung?

Natürlich nicht, denn es hat ja wieder, nachdem bei der Frankfurter Buchmesse, ja auch der Messeschef hilflos zwischen dem „Antaios-Chef“ getanden ist und von der Menge mit „Wir alle hassen Antifa!“ niederbebrüllt wurden, worauf die Identitären jubelten, daß sie  die Linken auf der Messe besiegt hätten, ein sehr aktuelles Thema und eines das mich sehr interessiert.

Auf das Buch wurde ich von einer literaturbegeisterten Dame, ich glaube, bei der „Perutz-Rreisverleihung“ aufmerksam gemacht, dann habe ich ein Interview von Eva Rossmann mit Günther Kaindsldorfer in der Hauptbücherei gehört und erfahren, dieses Buch hat nichts mit Mira Valensky zu tun, denn Eva Rossmann wollte die nicht in diesem Fall ermitteln lassen. Es scheint, habe ich, aber gedacht, doch eine Art Krimi zu sein, denn der Vorsitzende der Patriotischen Sozialen wird an ein Kreuz genagelt.

Das klingt spannend, wie ein Krimi und ist von der identitären und Pegida-Wirklichkeit weit entfert und da fällt mir ein, ich habe ja auch vor einem Jahr im Literaturhaus auf einer Veranstaltung gelesen, wo Eva Rossmann dabei war und morderierte. Damals ist es auch um Flucht und Vertreibung gegangen und darin geht es in dem Buch ja auch.

Der Chef der fiktiven Patriotisch Sozialen Partei wird also ans Kreuz genagelt und keine Mira kommt um zu ermitteln, schickt ihre Putzfrau Vesna auch nicht in die Kirche, wo die Füchtlingsfrau Sina, deren Mann verschwindet, Unterschlupf fand. Sie lernt dort auch nicht die zweiundachtzigjährige Lotte Klein kennen, die Sina betreut und folgt der nicht nach Brüssel, wo zwar kein Schwein herumläuft, aber fast ein Terroranschlag passiert.

Das wäre wahrscheinlich interessant und spannend gewesen. So war es, fürchte ich, sehr fad und langweilig und ich habe mich durch die fast dreihundertsechzig Seiten gequält und bei Seite fünfzig war ich dann wahrscheinlich schon so weit, zu sagen „Da passiert ja nichts und worum geht es da eigentlich?“

Detail am Rande. Alfred hat das Buch zweimal gekauft und eines seiner Mutter geschenkt. Keine Ahnung ob die das noch liest? Daß es ihr, der passionierten Krimileserin gefällt, kann ich mir nicht vorstellen und frage mich auch, warum Eva Rossmanmm, wenn sie schon ein so  zeitakteulles Thema wählte, dann auskneift und um den Brei herumschreibt?

Ist es Angst vor den Patrioten oder einer Klage, die die ja sehr gerne androhen? Recherchiert ist es, die ich mich in diesem Gebiet ja auch ein wenig auskenne, sehr gut.

Also nicht Mira Valensky und ihre Putzfrau Vesna, die inzwischen ihre Freundin ist, recherchieren, sondern die dreiundachtzigjähre Lotte Klein, die früher Chefsekretärin war, Witwe eines berühmten Fernsehsprechers, Großmutter von David, der auch Reportagen schreiben will und die betreut, weil sehr katholisch, in ihrer Pfarre eine syrische Flüchtlingsfrau namens Sina und Julius Sessler, der Chef der Patriotisch Sozialen wird ans Kreuz genagel. So weit so gut und das wissen wir jetzt schon.

Was dann passiert, ist langweilig, das habe ich auch schon geschrieben. Denn es wird geredet und gedacht.Einander auch manchmal ein wenig beleidigt und in die Vergangenheit zurückgeschwenkt und dazwischen passieren durchaus krimiähnliche haarsträubende Dinge und vor allem tauchen auch immer wieder, auch ein sehr aktuelles Thema, Hasspostings auf, die von einem ES angeführt werden.

Rami, Sinas Mann verschwindet und die bittet Lotte um Hilfe. Die hat auch einen Verehrer, nämlich einen zweiundneuzigjährigen ehemaligen Widerstandskämpfer und Rechtsanwalt, namens Richard Pribil, der Lotte kennenlernt, als sie ihm in sein Fahrrad rennt. Alles vielleicht auch nicht sehr realistisch und nicht sehr spannend. David und Frau Klein, so wird sie auch immer wieder genannt, sollen herausfinden was passierte. Sina ruft auf seinen Computer ihren Vater in Damaskus an. Dann kommt die Polizei auf ihre Spur und verdächtigt den verschwundenen Rami ein Terrorist gewesen zu sein. Seine DNA und die einiger ander Flüchtlinge, die ebenfalls verschwunden sind, taucht bei dem Kreuz auf. Sina kommt in Untersuchungshaft und Lotte Klein macht sich bei einem Fernsehjubläum an den neuen Chef der Patrioten heran. Sie versucht auch bei der Polizei zu ermitteln, beziehungsweise tut das Richards alter Freund, der früher Polizeipräsident war und David geht als Prakikant nach Brüssel. Das will er zwar nicht wirklich oder doch. aber nicht in Anzug und Krawatte. So kauft ihm die Oma eine schwarze Jeans und eine Jennifer taucht auf, die beim Fensehen, die Besucher empfängt. Die ist achtzehn und ist von einem in Wien geborenen türkischen Medizinstudenten, der dann ebenfalls verschwindet, schwanger. Das entsetzt ihren Vater, denn der, ein arbeitsloser Baupoliert ist ja patrotisch. Dann ist er aber wieder ein Kommandant und bildet am Semmering arabische junge Männer aus. Das beobachtet Jennifer hinter einem Baum verborgen und ruft Lotte an, um ihr das mitzuteilen, die sich inzwischen in Brüssel befindet und da taucht dann plötzlich Rami in einem Sitzungssaal auf, der in jenem Ausbildungslager war. Es kommt fast zu einem terroristischen Anschlag und am Ende klärt sich alles auf oder auch nicht. Julius Sessler hat offenbar auf eine sehr spekuläre Art und Weise Selbstmord begangen, um seinem Krebstot zu entgehen und ich frage mich, was habe ich aus der Lektüre des Buches gelernt und was weiß ich jetzt mehr als vorher?

Daß die Frankfurter Buchmesse den Protesten gegen die rechten Stände eher hilflos gegenübergestanden ist, habe ich schon früher gewußt und daß „Mulitkulti“ angeblich gescheitert ist, höre ich, wenn ich mir die Videos der Identitären ansehe, glaube es aber noch immer nicht.

„Natonalismus, Terror, Hass, die Angst geht um in Europa – der Spannungsroman über Europa am Scheungsweg“, steht am schwarzen Buchrücken. Aber ich habe das Buch,  wie schon geschrieben, sehr langweilig gefunden. Obwohl die Fakten, soweit ich es beurteilen kann, stimmen und der Hintergrund gut recherchiert zu sein scheint.

„Natürlich sind die handelnden Personen rein fiktiv. Viele der Zitate sind allerdings der Wirklichkeit entnommen. Man kann sie auf Facebook, in Presseaussendungen und Medienberichte finden“, schreibt Eva Rossmann auf der letzten Seite vor der Danksagung.

Und ich freue mich von ihr im nächsten Jahr vielleicht ein spannenderes Buch über ein vielleicht nicht so brissantes Thema zu finden und bin jetzt gespannt, was die passionierten Mira Valensky Leser dazu sagen?

Und wie schon geschrieben, ich denke mir, daß man auch aus diesem Thema ein spannendes Buch schreiben hätte können und finde es sehr schade, daß sich Eva Rossmann das offensichtlich nicht zutraute.

Das auf das Kreuz nageln, was ich  auch ein wenig kitschig finde, hätte sie dabei ja weglassen können. Eine Demonstration auf einer Buchmesse mit einem verschwundnenen Linken, Flüchtling oder Messedirektor hätte vielleicht schon genügt.

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