Literaturgefluester

2019-04-29

Wieder ins Literaturhaus

Ich bin ja jetzt wegen meines Unfalls und der sich daraus ergebenden Veranstaltungspause seit Anfang März nicht mehr im Literaturhaus gewesen und habe heute, nach dem der Gips jetzt eine knappe Woche herunten ist, langsam wieder mit den Veranstaltungen angefangen.

Das heißt bei „Literatur und Wein“ bin ich schon vor Ostern gewesen und vorigen Dienstag mit dem Alfred in der Hofburg beim „Bruno Kriesky-Preis“, da sind wir mit dem Taxi hingefahren.

Am Freitag bei „Rund um die Burg“ versuchte ich es dann schon mit der Straßenbahn und heute bin ich überhaupt schon sehr viel herumgehumpelt.

In der Früh zum „Penny“ zum Milch, Eier und Nivea-Creme einkaufen, da ich ja meinen Fuß gut eincremen soll, dann habe ich für den Alfred einen bestellten Besen in der Reinprechtsdorferstraße  abgeholt, obwohl ich am Donnerstag, wo er zugestellt werden sollte, den ganzen Tag in Wohnung und Praxis gewesen bin und dann mit Bus und Straßenbahn ins Literaturhaus gefahren zu einer multimedialen Veranstaltung, wie Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung betonte, nämlich experimentelle Poesie pur, organisiert von Jörg Piringer, der dazu den orginellen Titel „XYZ“ ausgesucht hat und in seiner Einleitung etwas von den „drei Achsen im kartesischen Koordinatensystem, die einen multidimensionalen Möglichkeitsraum aufspannen“, erzählte und dazu .aufzeichnungssysteme, die früher glaube elfriede.aufzeichnungssysteme geheißen haben, Patricia Brooks, Thomas Havlik, Judith Nika Pfeifer und Günter Vallaster eingeladen hat.

Die experimentelle Szene pur könnte man sagen und verstanden, was die drei Achsen des kartesischen Koordinationssystem sind, habe ich auch nicht so richtig, noch dazu, wo die eingeladenen Autoren auch einen sehr unterschiedlichen Zugang dazu hatte.

Jörg Piringer hat sich selber auf die Leinwand projeziert und dazu seine Texte gelesen und Patricia Brooks, die ja auch, glaube ich, realistischere Romane schreibt, hat etwas von den Dimensionen erzählt, dazu ihre Gedichte gelesen und sie zusätzlich noch auf die Leinwand projeziert.

x Aufzeichnungssysteme war nicht anwesend, hatte aber einen Film, wo sie im blauen Anzug Stücke aus einem Tümpel fischte und dazu stöhnte und fluchte und Günter Vallaster projezierte zuerst eine Dose und las dazu etwas aus einem „Büchsentext“, um schließlich einen Roman in Kurzform „Axel liebt Elsa“, in etwa, vorzutragen.

Judith Nika Pfeifer hat sich eine Kamera auf ihr Skateboard geschnallt, lief damit in einem Park herum und rezitierte dazu ihre Gedichte, während Thomas Havlik auf die Projektion und Leinwand verzichte. Er schnappte sich ein Mikrophon und tanzte zu seinen Texten beziehungsweise zur Musikbegleitung wild durch den Raum.

Sehr interessant wieder in den Literaturbetrieb zurückzukommen und diesen gleich mit einer wilden Performance der experimentellen Literaturszene zu beginnen und in den Bücherschrank hatte wahrscheinlich der Verlag fünf brandneue Bücher von Christian Mähr hineingestellt, die zwar nicht zur experimentellen Literatur gehören, aber von mir nachdem ich mir ein Exemplar genommen habe, heiß weiterempfohlen wurden.

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2019-04-25

Coming of Karlo

Während ich seit meinem Sturz vor sechs Wochen vom Abgang der Rudolfshöhe dreißig Bücher, die Krankenhausgeschenke, die Frühjahrsneuerscheinungen,  die Debuts,das Politische und das das noch vom Frauentag stammte, gelesen habe, habe ich mich vom Gründonnerstag bis Ostermontagmorgen mit den sechshundertzwanzig Seiten von Lisa Kränzlers Erwachsenwerden-Roman „Coming of <Karlo“, im „Verbrecher-Verlag“, erschienen, der ja für das kleine feine oder auch dickere Poetische, steht, herumgeschlagen,  dabei öfter gestöhnt und an Arno Schmdt und die Erfahrungen gedacht, die ich mit seinem „KAFF Mare Krisium“ machte.

Dabei ist es laut Buchtext ja ganz einfach, denn da wird, zwar zuerst, was ich noch immer nicht ganz verstanden habe, etwas von „toxischer Männlichkeit“ geschrieben, aber dann hinzugefügt „daß der „siebzehnjähjrige Karlo herausfindet, daß sein Vater nicht sein Vater ist. Zudem plagt ihn eine Fußballverletzung, obwohl sie verheilt sein soll. Dann lernt Karlo Gwen kennen. Sie ist direkt, stark, faszinierend – er verliebt sich in sie und sie in ihn. Er ist unbeschreiblich glücklich. Doch hat sie auch was mit einem anderen? Karlo ist verzeiweifelt, Karlo ist vor Eifersucht rasend, Karlo zieht sich in den Wald zurück. Schließlich kommt es zu einer Konfrontation, die in einer Katastrophe endet..“

Klingt eigentlich ganz einfach und hat man, vor allem wenn man sich für Debuts und die Befindlichkeit junger Literaturtalente interessiert, auch schon öfter gelesen.

In diesem Fall aber, wenn die 1983 in Ravensburg geborene Autorin Lisa Kränzler, die ich durch das „Bachmannlesen“ kennenlernte, die auch noch bildende Künstlerin ist, ist es das aber nicht, sondern ganz im Gegenteil.

Nach diesen Einleitungssätzen würde man sich schon einmal wundern, wieso die Autorin dafür, das das doch ganz einfach scheint, sechshundertzwanzig Seiten braucht und liest man dann noch weiter, daß Lisa Kränzler bei einem Interwiev erzählt, daß es es als „Die Summe ihrer Existenz und alles was sie ist, betrachtet.“

„Rund sechs Jahre habe sie daran gearbeitet, ihr Leben investiert, Schreibblockaden ausgehalten und teilweise den „Zustand vollkommenen Wahnsinns“ erreicht.“

Das habe ich erst später gelesen, zuerst nach der Buchbeschreibung und der Frage, wozu dafür sechshundert Seiten, das Buch aufgemacht und gemerkt, das wird jetzt schwer, denn diese Coming of Age Geschichte ist sehr sachlich und daher auch sehr unverständlich geschrieben.

We ein Sachbuch ist sie aufgezogen mit  „1, 2, 2.1 bis zu 76“ auf Seite sechshundertneun mit Fußnoten, Erklärungen und auch experimentellen Telen, wo es schwarze Seiten, Groß und Kleinbuchstaben und Wörter, die mit Buchstaben gemischt sind und so ist mir das Lesen gar nicht so leicht gefallen und ich habe auch sehr lange dazu gebraucht.

Ich bin ja, wie meine Leser wissen, keine Buchabbrecherin, sondern lese mich durch alles durch und wenn ich es nicht mehr verstehe, dann überlese ich es, bis ich an das Ende komme und so oder einen Eindruck habe, über den ich dann berichten kann.

Ich ziehe aber auch gerne „Amazon“ und das, was ich sonst noch an Rezensionen finden kann, zu Rate, wurde aber hier enttäuscht, denn obwohl das Buch schon am einundzwanzigsten März erschienen ist, gibt es noch keine Rezensionen bei „Amazon“ was eigentlich auch nicht verwundert, denn die Durchschnittsleser und die, die etwas Spannends zur Unterhaltung wollen, tun sich wahrscheilich nicht mehr so einfach sechshundertSeiten Sprachexeperiment an, denn das kann man dann bei einer „Spiegel Online Rezension“, der einzigen, die ich bis jetzt gefunden habe, lesen:

„Krank vor Liebe. Mit „Coming of Karlo“ hat Lisa Kränzler einen Roman über das Erwachsenwerden geschrieben, der Fragen nach Männlichkeit auf den Kopf stellt – und in seiner intensiven Sprachwut seinesgleichen sucht.“

Weiter unten steht noch „Nach einer Abfuhr von Gwen verschanzt er sich am See. Hier wird sein Leiden für den Leser so unerträglich, wie unlesbar. Als Karlo alle Sicherungen durchknallen, sind seine Gedanken nur noch Scherben, hinausgeschrieen in Majuskeln, Passagen, die klingen, wie ein rassant geschnittener Film, in dem grelle Stroboskopblitze und wummernde Beats in Ohren und Augen schmerzen. Auch Lisa Kränzlers Wörterrausch ist bisweilen eine Zumutung fürs Hirn, Zumutung, Qual. So wie das echte Leben eben auch.“

Ob das echte Leben oder das was, die Leserin, der Leser zur Unterhaltung, nach einem stressigen Arbeitstag zur Entspannung haben will, aus seitenlang englischen und deutschen Großbuchstaben, wo manches schwarzgeschrieben und auch durchgestrichen ist, es Pfeile und auch andere Anmerkungen oder Textpassagen wie „MEIN GEWÄSSER – FALLEN MEIN GESETZ- GALLEN  MEINE GELIEBTE- FALLEN“, besteht, wage ich, die Vielleserin , der eigentlich nichts Geschriebenes mehr fremd ist zu beweifeln.

Die werden knurren und das Buch, das auf der diesmonatlichen ORF-Bestenliste von Dagmar Kaindl von der Zeitschrift „Buchkultur“ empfohlen wurde, wahrscheinlich weglegen und wenn es dann im August womögich auf der Longlist des dBps steht, werden wahrscheinlich sowohl die Blogger als auch die Buchhändler stöhnen, weil unlesbar und daher auch verkäuflich, während die Kritiker von der hohen Qualität schwärmen und Preise vorschlagen werden.

So weit so what und nicht neu und auch nicht unbekannt, der Widerspruch zwischen dem Lesen und dem Schreiben und damit man mich nicht mißversteht, ich habe bei dem Konvolut, das wie „Spiegel-Online“ weiter schreibt, aus „Mythologie, Bibelbezügen, Homer und Camus-Zitaten, sowie Disneyfilmen und Kopfpornos“ besteht durchaus auch Interessantes und Verständliches gefunden, obwohl ich zwischendurch auch ein bißchen gestöhnt und  überflogen habe, denn dieser Siebzehnjährige, der nach einer Fußballverletzung sein Bein nicht mehr bewegen kann, daher auf Krücken durch das Buch humpelt, aber dabei durchaus seine Mitschülerinnen durchvögelt, macht es der Leserin nicht leicht, denn die Psychologin stellt sich einen fußballspielenden Siebzehnjährigen eigenlich nicht als Camus- und Homer Leser vor.

Es wird aber auch eine Lateinstunde beschrieben, wo Mel oder Melanie, die vor Gewen an der Reihe war, wie weiland das Gretschen an der Margarite zupft „Liebt er mich oder liebt er mich nicht?“, wissen will und Gewen wird als Unterschichtkind, Tochter eines Sporttrainers beschrieben, der zwischen seiner Beratungsstunden an Proteinriegeln nascht. Als  es zwischen Karlo und Gewn zu einer Rauferei kommt, wo sie ihn nach einer Ohrfeige mit einem Kugelschreiber in die Brust sticht, werden, beide Elternteile  in die Sprechstunde zum Lateinlehrer bestellt.

Die Beiden verlieben sich unsterblich, wie weiland Romeo und Julia. Gwen ist ihrem Karlo, der vorher entdeckt hat, daß sein Vater nicht sein Vater ist, so daß es in dem Buch auch für mich eher unverständliche Frank und Ilsa Szenen, das sind die Eltern oder nicht Eltern, gibt und die Mutter Ilsa ist Alkoholierin, was ich wieder für realistscher halten würde, auch nicht treu. Sie geht mit einem Russen, der ihr dafür Drogen gibt, die sie an jüngere Schüler verdealt. Er betrügt sie auch mit einem Mädchen, das auch noch einen mißverständlichen Namen hat.

Dann kommt es aber zu dem schon erwähnten Zusammensturz. Im Buchtext steht etwas von einem „Wald in dem es zu einer Konfrontation oder Katastrophe kommt“, die beiden tummeln sich aber eher, soweit ich es und „Spiegel online“ verstanden habe, in einem See, gehen darin fast unter. Karlo rettet aber Gwen, was in einem Krankenhaus und wieder in unverständliche Passagen, die, wie aus einem erste Hilfebuch klingen, endet und ich habe ein sprachlich sehr interessantes Buch gelesen, das wie schon erwähnt, womöglich zur Longlist des dBps und den entsprechenden Leser- und Buchhändlerprotesten führen wird, das ich nicht ganzverstanden habe, weil ich mir natürlich nicht, wie Lisa Kränzler zum Schreiben, sechs Jjahre, sondern nur vier Tage Zeit zum Lesen genommen habe, dafür aber auch nicht in den Wahnsinn getrieben wurde, sondern nur denke: „So ist es eben mit der Literatur! Das, was die Kritker loben, wird oft unverständlich sein und aus Worträuschen bestehen, was aber wenn es Lisa Kränzler Erkenntnis brachte, nichts macht. Die Leser können sich ja aussuchen, was sie lesen und was eher nicht und da ich ja auf alles, was geschrieben wird, neugierig bin, habe ich mich mit interesse durch das Buch gelesen, obwohl ich eine Coming of- Geschichte wahrscheinlich oder sicher anders geschrieben hätte, dafür aber auch nicht auf eine Buchpreisliste oder andere Preisnähe komme und mir am Schluß noch dar Satz eines Teilnehmers einer Schreibwerkstatt, die ich bei der Gewerkschaft ca 2000 besucht habe, einfällt, der mir sagte „Ich schreibe zu verständlich, als daß es als Literarisch gilt, was ich eigentlich, wenn ich es so recht betrachte, sehr schade finde.

2019-02-13

Das Leben der Elemente

Unter diesem Motto fand heute offensichtlich eine Veranstaltung des „Fröhlichen Wohnzimmers“ beziehungsweise Ilse Kilic in der „Gesellschaft für Literatur“ statt.

Eine Crossover Veranstaltung, denn Benjamin, der sohn der Rizys, ein Student der Verfahrenstechnik und Musiker, der auch schon Fotoausstellungen im Amerlinghaus veranstaltet hatm hielt einen Vortrag über das „Periodensystem der Elemente“, da habe ich nicht sehr viel verstanden, habe ich ja nicht Chemie studiert und interessiere mich auch nicht besonders dafür, auch von anschließenden Konzert „Aus dem Perdiodensystem“ der Helmhart-Brüder, die dazu Buchstaben auf der Leinwand auf und abtanzen ließen nicht so viel, dafür wurde es schon konkreter bei dem Text den Ilse Kilic und Melamar für eine Anthologie gemeinsam geschrieben haben, denn der hieß „Elemente“ und es ging, um einen Bücherwurm, dem sie seine Bibliothek gestohlen haben, so daß er sich nicht mehr durch die Bücher fressen und dafür die Bekanntschaft mit den Autorinnen Melamar und Ise Kilic machen konnte.

Das erinnert ein bißchen an Vladimir Sorokins „Manaraga“, war aber äußerst spannend und auch Michaela Hinterleitner auch eine bemüht fröhlichlich „Wohnzimmerfrau“, brachte mit auszügen aus ihrem „Im Element des Wassers“ interessantes in die Zuhörerrunde, die aus so ziemlich der “ Fröhlichen Wohnzimmerrunde“ bestand.

Fritz Widhalm, Jopa Joatkin, aber auch die Ruth, die Rizys und Waltraud Haas, etcetera und nachher gab es das Element des Wassers, wie Ursula Ebel die moderierte, fröhlich sagte, zu verkosten aber auch Wein und knabberein.

Ich führte interessante Gespräche mit einem Besucher und einer Besucherin und habe wieder einmal einen netten literarischen Abend erlebt.

2017-12-18

Anleitungen und Abschweifungen

Das letzte Mal in diesem Jahr ein Besuch in der „Alten Schmiede“, ja 2017 geht langsam zu Ende, wir haben eine neue Regierung und Alexander van der Bellen hat sie selbstverständlich angelobt, was hätte er sonst tun sollen?

Und in der „Alten Schmiede“ traten, moderiert von Markus Köhle zwei experimentelle Sprachkritikerinnen auf, die ich, die realistische und offenbar auch unverständliche Contentschreiberin, dort schon öfter hörte.

Liesl Ujvary, die 1939  in Bratislava geborene grand Dame der experimentellen Literatur, wie ich sie ein wenig respektlos nennen möchte und Anne Cotten, „1982 usw“ geborenen, wie der Eintrag in ihrem neuen Buch, bzw. „Schmied-e Programm“ lautet, ich ergänze  USA Iowa und erinnere mich an ihren Auftritt im Literaturhaus, als sie dort den „Priessnitz-Preis“ bekommen hat und sich in einer Kiste verstecken wollte.

Ja, sie ist origienell und erfolgreich, zeichnet manchmal, wenn sie als Publikum in der „Schmiede“ sitzt, in ein Büchlein, hat mich einmal angesprochen, als ich sehr niedergeschlagen von einer Veranstaltung oder Fest nach Hause gegangen bin und hat seit 2011 einige Aufenthalte in Japan, deshalb trägt ihr neues Buch auch einen sehr unverständlichen Namen, über den Markus Köhle bei der Moderation einige Male stolperte „JIKIKETSUGAKI tsurezuregusa“, ich hoffe, ich habe das jetzt nicht falsch geschrieben.

Dafür ist  der Titel von Liesl Ujvary bei „Klever“ neu herausgegeben Buch, das erstmal 1977 im „Rhombus-Verlag“ erschienen ist, viel leichter zu merken, heißt er doch schlicht und einfach „sicher & gut“, Texte der letzten vierzig Jahre der Sprachkünstlerin, die nach ihrer Lesung noch ein Video dazu zeigte, wo die Satzfragmente musikuntermalt an der Wand vorbeischwebten und auf Markus Köhles Frage, womit sich die Sprachkunstmeisterin jetzt beschäftigt, wies sie auf Ingeborg Bachmann hin, deren Gedicht sie umgeschrieben hötte und „die Welt“ ergänzte Markus Köhle noch, war in den siebziger Jahren ganz anders, man hat geraucht und gesoffen und das ist in „sicher & gut“, auch zu erkennen.

„Das wird es immer geben Wein, Kaseren, Computer“, im Original sind die Sätze immer aus und untereinandergeschrieben.

„Das war immer schon da“ und so weiter und so fort und interessant dazu ist vielleicht auch Anne Cotten hat das Nachwort  geschrieben und dann  aus ihrem Buch gelesen, das nicht nur in oder von Japan handelt, obwohl es auch japanische Schriftzeichen darin gibt und Anne Cotten auch versuchte die Sprache zu erlernen.

Ein Prosatext handelt aber von Irland im Nebel, eines der vorgelesenen Gedichte wurde in Sarajevo geschrieben, ja Anne Cotten ist eine global vernetzte Frau und hat, glaube ich, schon wieder ein neues Buch und aus diesem hat sie auch ein Gedicht vorgetragen.

2017-11-20

Ritter-Abend

Jetzt war ich schon länger nicht mehr in der „Alten Schmiede“, denn vermehrt Klienten, die nur am Abend können, so daß ich es dann bis neunzehn Uhr nicht dorthin schaffe, dann waren die letzten Wochen wegen es Nanomarathon und der Buch-Wien ja sehr hektisch, zwar gab es bei letzterer die „Lesefestwoche“ und da auch ein Programm ion der „AS“, aber ich bin heuer wegen Geburtstagsfest, Geburtstagsessen,   Buchpreisvergabe und  Poet-Night nicht zu den Abendveranstaltungen gekommen und heute, wo es wieder etwas gemütlicher wird, wollte ich auch eigentlich ins Literaturhaus gehen, da hatte ich mir das „En espanon per favour“, eingetragen, habe dann aber gesehen in der „AS“, gabs einen Verlagsabend.

„Verlage im  Blickpunkt“ heißt die Reihe und da wurde wieder einmal der „Ritter-Verlag“ vorgestellt und das ist, wie meine Leser vielleicht wissen, ein ehrwürdiger experimenteller Klagenfurter Verlag, eine ästhetisch schöne Reihe, wo ich auch einige Bände zu Hause, aber meist noch nicht gelesen habe, wie ich öfter schreibe und mir das auch immer vornehme, aber ich bin halt keine Experimentelle, obwohl es mich zu den Veranstaltungen zieht. Da bin ich  sehr geduldig und schaue auch gern,e wie ich immer schreibe, über den Tellerrand.

So war ich auch bei einigen Veranstaltungen und auch  bei dem 2010 wie Paul Pechmann, der Lektor in seiner Einleitung erwähnte.

Den habe ich übrigens als ich zur „Alten Schmiede“ ging an mir vorbeigehen gesehen und mir gedacht „Uje!“, denn da ist mir eingefallen ich war ja auch an einem Abend in der „Gesellschaft für Literatur“ wo ein „Ritter Buch“ von Günter Eichberger vorgestellt wurde und wir warteten und warteten , denn der Verleger steckte im Stau und, um halb acht hatte ich Günter Eichberger, glaube ich, so weit, daß er sich bei Manfred Müller oder so erkundigt hätte und diesmal stand auch Günter Eichberger und noch zwei andere Autoren auf demProgramm und die „Alte Schmiede“ war gut gefüllt von dem an der experimentellen Literatur interessierten Publikum.

Gerhard Jaschke, Ilse Klilc, die ja eine „Ritter Autorin“ ist und schon sehr viele Bücher trotz des fröhlichen Wohnzimmers dort herausgegeben hat und der Assistent, der einleitende, erwähnte auch Klagenfurt und die „Ritter Galerie“, die es dort gibt und lobte, daß der Verlag kein erzählender sein.

Nun ja, nun ja, da scheiden sich die Geister, ich bin eine erzählende realistische Autorin, habe mich gerade sehr bemüht in meinem „Nanowrimo“ den ich gerade schreibe, etwas Spannung hineinzubringen, obwohl ich mir von Annika Bühnemann ihre Heldenreisetips nicht zuschicken habe lassen, habe aber am letzten Wochenende die Videos von Jurenka Jurk zur Ausbildung zum Romanautor gehört und ich habe mich auch mit der Shortlist des Debutpreisses  befaßt, die ja auch meistens erzählende Jungautoren umfasst, es gibt aber auch die Sprachkünstler und die halten sich  meistens für etwas Besseres und ich glaube ihnen ja auch, daß sie das sind, hatte aber meine Schwierigkeiten mit dem Zuhören, weil ich beim Lesen ja, seit ich blogge immer darauf achte, den Inhalt nacherzählen zu können und wenn das nicht geht,weil die schönen Worte keinen solchen haben, tue ich mir halt schwer, umso mehr, wenn ich merke, daß es den Leute ringsum gefällt. Mir gefällt es ja auch, aber um was geht es eigentlich?

Nun ja, nun ja, das hat Paul Pechmann in seiner Einleitung schon sehr genau erklärt, in dem er die Geschichte des „Ritter Verlages“nacherzählte, auf die Veranstaltung von 2010  und auf Ise Kilics , die „Welt als schöne Kunst“ betrachtet hinwies und darauf, daß sich der heutige Abend mit der Herbstproduktion des Verlags beschäftigen würde.

Er zählte aber alle Autoren des Verlages auf, der erste war Franz Schuh mit seinem „Stadtrat“ und da tut es mir noch heute leid, daß ich das Buch nicht gelesen habe, glaube aber, daß es eher erzählend ist, Franzobel ist, wie Franz Schuh vom Verlag abgesprungen und zu einem größeren gegangen.

Ilse Kilic ist aber, trotz des fröhlichen Wohnzimmers, eine treue Autorin und bis 2007 war auch Ralph Klever Lektor, der hat dann, als er den „Klever Verlag“ tgründete, viele der Autoren mitgenommen, einige sind aber geblieben und der erste, der sein brandfrisches Buch  vorstellte, war der 1980 in Bruck an der Mur geborene, Rhomas Antonic mit „Flackernde Felsbilder über Nachvögel“, das ist ein schöner Titel und Paul Pechmann hat das, glaube ich, auch sehr genau erklärt. Gegangen ist es dann sehr viel über die Liebe, die auch manchmal in Haß ausartet und über ein Donald Duck Restaurant in einem Einkaufszentrum in dem die Angestellten lauter Engel sind. Ein sehr schönes und beeindruckendes Bild, wie ich finde.

Dann kamen die „aufzeichensysteme, die nicht mehr elfriede heißen, weil sich die Autorin von ihrem ich abgewandet hat, wie Paul Pechmann auch  erklärte. Die habe ich schon ein paarmal im Literaturhaus gehört und das neue Buch besteht aus lauter Zweitzeiler auch sehr schöne Worte ohne Plot und Handlung, wie ich finde, aber das habe ich ja jetzt schon erwähnt und der 1959 in der Steiermark geborene Günter Eichberger befaßte sich in seinem neuen Buch mit dem Hirn, dafür ließ er,glaube ich, auch seine Hirnströme messen und Hirnforschung ist ja auch sehr modern. Aber ist sie auch literarisch?

Aber die Worte waren schön und die Leute haben sehr gelacht bei dem Bild, daß sich Günter Eichberger ind die Nase eines Königs ziehen ließ, dann selbst zum König wurde und damit auch nicht glücklich war.

Das ist die Abwandlung eines Märchens glaube ich und ich stellte mir wieder mal die Frage, wer kauft und liest so theoretische Bücher?

Ich habe das noch nicht geschafft, aber der Büchertisch war bevölkert und der „Ritter-Verlag“ hatauch ein neues Design, obwohl mir das ältere, wo ich ja mehrere Bücher habe,  besser gefallen hat.

2017-10-22

Val di Non

Die österreichische Literatur hat den Ruf sehr experimentell zu sein und wenn man, wie ich regelmäßig in die „Alte Schmiede“ geht und vielleicht auch“Manuskripte“ und „Kolik“ liest, kommt auch, als realistisch schreibende Autorin, nicht um sie herum.

Ich lästere manchmal darüber, laße mich aber, glaube ich,  gern verführen und hinein- oder hinüberziehen und das Interessante am österreichischen Buchpreis ist, glaube ich, im Gegensatz zum deutschen, der sich ja auf den Roman beschränkt (und da sehr oft und sehr viel von den sprachgewaltigen Männern in der Midlifekrise auf ihren Listen hat), daß er sich auch mit der experimentellen Literatur beschäftigt  und bisher immer ein oder zwei  dieser „Minderheitenbücher“ nominierte  und so machte ich im vorigen Jahr in Peter Waterhouse „Auswandernden“ einem wirklich schönen und auch graphisch gestalteten Buch, eine  Entdeckung , die sonst wahrscheinlich an mir vorbeigegangen wäre.

Bei Oswald Egger, dem zweiten Experimentellen auf der heurigen Liste, ist das nicht ganz so, denn der 1963 geborenen Südtiroler, war mir nicht  unbekannt.

Bin ich doch 2003 auf ihn gestoßen, als er in Neuberg an der Mürz beim „Ernst Jandl-Preis“ las und in der „Alten Schmiede“ habe ich ihn gehört, als er dort,  „Die ganze Zeit“ vorstellte und im Vorjahr im Literaturhaus, als er den damailigen Preisträger der Literaturhäuser Ulf Stolterfoht bei seiner Tour durch diese, vorstellte.

Jetzt ist er auf der Longlist des öst Bp und „Val di non“, eine Mischung zwischen Prosa und gedichtartigen Texten mit vielen Zeichnungen ist ein wahrlich schönes Bilderbuch.

Ich habe es als PDF gelesen, was den Lesegenuß wahrscheinlich  erschwerte, ist es doch ohnehin nicht leicht, sich in die Bild- und Sprachwelt Oswald Eggers einzulassen und das Ganze dann noch auf einer Seite in eigene Worte zu fassen.

„In Oswald Eggers Val di Non wird man fabelhaft wandern oder einfach nur spazieren gehen“, schreibt „Suhrkamp“ in seinem Klappentext und Paul Jandl, der in der Zürcher Zeitung“ eine Rezension geschrieben hat und ein Egger Spezialist zu sein scheint, meint: „Val di non ist ein raffiniertes Verneinungsbuch, ein topographischen Experminent mit dem Sehen. Beim Durchwandern einer Landschaft zieht es uns in die Gesteinsmassive der Wörter und in eine  literarischeBotanik, die wirklicher sein kann und detailgetreuer, als die Wirklichkeit selbst.

Es ist das Sütdtiroler Nontal bei Lana, das im Buch durchstreift wird und das in einem Akt des Durchstreifens und der schreibenden Neuschöpfung zu irrealer Größe wächst.“

Das ist sehr wortgewaltig ausdrückt. Wenn man in das Buch hineinsieht, kommt man zuerst zu einem Zitat: „Ich singe, also bin ich, singe ich“, dann zu einer Geschichte von einer zweiköpfigen und fünffüßigen Eidechse, die auf der Aaler Alm elf Monate gelebt hat.

Das ist ein halbseitiger Prosatext, der  von einer Zeichnung, dem „Nonstaler Störungsbündel“ abegelöst wird.

So geht es durch die zweihundert Seiten.

Es kommt ein Prosatext, der sich oft, nicht immer, auf das Nontal beieht „Die Bergformen sind hier schiere, und wellig geschwungen mit einzelnen größeren Kuppeln“, beispielsweise.

Es kommen aber auch Pinien und Löwen vor, die die Realistin in mir, nicht im Nonntal zu finden glaubt und immer wird  es abgelöst von einem kurzen gedichtartigen Text, der sich oft mit der Tierwelt beschäftigt, mit dem Nonntal noch weniger zu tun hat und öfter für mich  nicht nachzuvollziehen war:

„Wie ein Hengst

der ein Elsternherz

verzehrt hat

mich verängstigt!“  oder

 

„Daß Bienen, die

der Frost oft

herabfallen ließ

Drohnen sind, stimmt?

Die von kleinen oder auch größeren meistens kopfüßerartigen Zeichnungen umgeben oder gefolgt  werden, die öfter auch eine ganze Seite ausmachen, bis dann wieder ein Landschaftstext in einer einer sehr komplizierten Sprache mit vielen Wortschöfungen, die das Lesen nicht sehr einfach machen, folgt.

Einer Bloggerin,  eine Germanistikstudentin, die das Buch zu meinem Erstaunen, auch schon besprochen hat, hat diese Textform wie sie schreibt „zunehmend verwirrend und anstrengend“, gefunden.

Da bin ich schon abgebrühter , habe mich aber auch eher rasch durch das Buch geblättert,  damit ein paar schöne Stunden verbracht und mich vielleicht nicht richtig in den Text eingelassen.

Ich habe das Lesen trotzdem genoßen, vielleicht nicht mit derselben Begeisterung, wie bei Peter Waterhouses Buch.

Dazu waren mir die Texte wohl zu abstrakt und zu verschieden in ihrer Sprachform. Wenn man aber ein paar Stunden in eine schöne Sprach- und Zeichenwelt hineinkippen will, vielleicht auch, um sich von der Alltagsrealistik, die  einen umgibt, zu erholen,  ist das wirklich schöne Longlistenbilderbuch zu empfehlen.

Da das zweite Experiment auf der Liste nicht zu mir gekommen ist und ich nur die Ausstellung von Brigitte Falkners „Strategien zur Wirtsfindung“ im Literaturhaus gesehen habe, kann ich die beiden Bücher nicht vergleichen, glaube aber fast, daß ich mir eher Oswald Egger auf die Shortlist gewünscht hätte und bin gespannt, was ich von Oswald Egger noch lesen oder hören werde.

Einen kleinen Einblick in das Buch gibt es auch hier.

2017-05-22

Eine Roman genannte Textcollage

Heute bin ich, was mir ja nicht sehr oft passiert, zu einem mir völlig unbekannten Autor zu einer mir völlig unbekannten Buchpräsentation in die „Alte Schmiede“ gegangen. Gut, Markus Köhle moderierte, das war ein Anhaltspunkt und eine andere Alternative hat es auch nicht gegeben.

Aber gut, ich bin ja neugierig und der „Verbrecher-Verlag“ in dem Markus Binders „Teilzeitrevue“ erschienen ist, war mir auch von der Anke Stelling und dem dBp-Preislesen 2015 ein Begriff und war auch beim „Indie-Bookday“ beim „Lhotzkys Literaturbuffet“, wo übrigens auch Markus Köhle anwesend war, präsent.

Daß der 1963 in Enns geborene Autor und Musiker, den meisten durch das Sängerduo Attwenger ein Begriff ist, hat dann Markus Köhle in seiner Einleitung erklärt und dazu gefügt, daß der Sänger-Musiker schon 2005 im „Verbrecher-Verlag“ ein Prosa-Debut namens „Testsiegerstraße“ hatte.

„Teilzeitrevue“ ist eine Fälschung oder Täuschung erklärte Markus Köhle noch und hielt das Buch hoch, um das Cover zu präsentieren.

Roman hat es der Autor genannt, Markus Köhle hat, glaube ich, gesagt, daß man die 550 Textbestandteile aus denen es bestehen würde, auch so bezeichnen könnte und es gibt auch einen Handlungsbogen, nämlich ein Paar, eine Sie und ein Er, beide nicht nähbe benannt und beschrieben, weil das wie der Autor erklärte, nicht so wichtig wäre, fliegen von Mexiko nach Europa und die fünfhunderfünfzig Textbestandteile, die aus Songtexten, Gedichte, Dialogen, etcetera bestehen, spielen sich in sechsunddreißig Stunden ab.

Markus Binder hat schon zweimal in Wien aus dem Buch gelesen und ein Kritiker hat, glaube ich, gesagt, was ich auch schon einmal zu hören bekommen habe, daß die Protagonisten zu passiv wären.

Dem hat Markus Binder widersprochen, denn die zwei reisen ja von Mexiko nach Europa, verbringen eine Nacht in verschiedenen Lokalen, fahren mit dem Zug, etecerta, also eigentlich passiert, sehr viel an Fragmenten, Täuschungen Beobachtungen, Wahrnehmungen, aber nichts, was einer linearen Handlung oder einem Plot entsprechen würde.

Es ist also eher eine konstruierte Textfläche und um das Ganze noch spannender oder mulitmedialer zu machen, gibt es dazu noch Songs und Videos, die man sich auch, gratis, wie der Autor betonte, im Internet abrufen könne.

Drei davon hat er gesungen und dazu die Videos gezeigt, einer heißt  „Ich kaufe nichts“ und man sieht dazu Märkte in Odessa, Modawien und noch an einem Ort, den ich nicht ausschreiben kann, denn Markus Binders Textcollage ist auch sehr konsumkritiksch.

Dazu gibt es einen Text von Markus Köhle im Programm: „Markus Binder hat ein Ohr für den Sound der Zeit. So eigenwillig wie seine musikalische Arbeit ist auch seine literarische. Ja in Teilzeitrevue gibt es einen Er und eine Sie, die erfreulich gesellschaftskritisch und geräuschsenibel sind. Ja es gibt auch ein Handlungsgerüst: es wird gereist, er wird getanzt, es wird geliebt, es wird konsumiert, nein Konsum kritisiert. Aber vor allem wird beobachtet.“

Das sagt eigentlich schon alles und zuerst hat es, wie schon beschrieben, eine Einführung von Markus Köhle, die eigentlich auch schon ein Gespräch mit dem Autor war, gegeben. Dann hat der durch sein Buch geführt, Textstellen vorgelesen, gesungen, die Filme gezeigt und sich selbst dazu immer wieder kommentiert:

„Diese Stelle gefällt mir auch sehr gut“, beispielsweise oder „Das habe ich nicht ganz verstanden!“ und ich habe wieder einmal eine sehr spannende Variante des zeitgenössischen Schreibens erlebt und glaube sogar, daß ich ähnlich beschreibend begonnen habe, dann bin ich erzählender geworden.

Markus Binder ist, wie er sagte, bei den Fragmenten geblieben und das finde ich sehr schön, daß die Gegenwartsliteratur so vielfältig und verschieden ist und denke, daß sie das auch soll und habe jetzt ein Buch und einen Autor kennengelernt, die sonst vielleicht an mir vorbeigegangen wären.

Das heißt es kann sein, daß ich das Duo Attwenger schon einmal im Literaturhaus oder bei einer anderen Veranstaltung gehört habe.

2016-09-18

Ottak Ottak

Was vom Namen her an den sechzehnten Gemeindebezirk Ottakring erinnern könnte, fand im WUK, Werktstätten und Kulturhaus im ehemaligen Gewerbemuseum im neunten Bezirk statt und war irgendwie eine Fortsetzung des xxxxx-Small, das es, was ich so gar nicht wußte, seit zwei Jahren nicht mehr gibt. Vor drei war ich noch im Afro Asiatischen Institut und vorher, als die Kleinverlagsmesse jährlich im Dezember im Amerlinghaus stattfand, war ich regelmäßig dort.

Ilse Killic, Gerhard Jaschke, Christian Katt, Nikolaus Scheibner und Konsorten, zum Schluß waren es sieben x, die sogenannte Biennale, bildende Kunst, Literatur und Kunstfilm, die es jetzt schon dreimal gibt, aber vorher in Ottakring war, fand, glaube ich, mit sechzehn Verlagen statt.

Nikolaus Scheibner stellte alle vor, „Atelier“ und „Klever“ waren dabei und das sind ja schon fast Großverlage, wenn auch, was Klever betrifft im experimentellen Bereich.

Um jetzt nicht wieder die Unverständlichkeitskeule übern Kopf geschwungen zubekommen, aber die experimentellen Autoren sind auch nicht sehr verständlich, vor ein paar Tagen, als ich mich schon auf ein im Bett und in der Badewanne mit dem Lesen und dem Schreiben verbringendes Wochenende freute, las ich bei http://www.buecher.at, von „Ottak Ottak-Literatur und Kunst im Dialog“ und dachte, daß ich da  hingehen sollte.

Die Namen am Programm erschienen mir zum Teil bekannt, das Kinderprogramm und die interaktive Demonstration japanischer Kalliographie, die am Nachmittag stattfand, ließ ich aus und am Donnerstag gab es auch eine Kollission mit der guten Literatur in der „Alten Schmiede“ und am Samstag hätte man auch gegen TTIP und CETA demonstrieren sollen, da bin ich aber eher zügig vorbei gegangen und habe mir nur zwei Reden angehört.

Dann im Projektraum des WUKs, wo ich, glaube ich, mal bei einer Ausstellung der Trude Kloiber war, fand ich Bekanntes, das heißt noch keinen Sessel, dafür einen Teppich am Boden, aber einen Büchertisch mit Gerhard Jaschke, der mir das neue „Feribord“ überreichte einen mit Günter Vallaster, der mir das Konzept erklärte und an Heinrich Hendrich, der die Veranstaltung mit Nikolaus Scheibner organiserte, verwies und Ilse Kilic, der ich zum „Veza Canetti Preis“ gratulieren wollte, die aber dafür keine Zeit hatte.

Ich fand also die xxxx-Small Kleinverlagsbücher, die vom Ralph Klever und die von „Atlier“, die ja sogar bei den O-Tönen auftraten, Hans Weigels „Unvollendetete Symphonie“ lag auf und das kleine Textheftchen der Eva Schörkhuber, das ich vor kurzem im Schrank gefunden hatte.

Das Literaturprogramm begann um sechs mit einer Hommage von Christian Katt zum neunundfünfzigsten von Christian Loidl, der ja inzwischen einen Verlag hat, wo er Loidls Werke posthum herausgibt.

Ein solches Buch wird demnächst erscheinen Agnes Heginger machte eine Performance daraus mit seinen Bezirksnotizen beziehungsweise seiner Orakellyrik.

Dann hätte der mir unbekannte Jürgen Olbrich kommen sollen, der ist aber schon nach Deutschland zurückgefahren. Die Veranstaltung war viel gröer als das xxx-Scmall und auch gut besucht, Bilder an den Wänden, ein Buffet das von Michaela Hinterleitner betreut wurde, so daß es dann wieder vertrauter wurde und Christine Huber ihre Gedichte vorlas, die sie zum Teil glaube ich auch schon im MUSA hörte.

Es gab für die Veranstaltung ein eigenes Programm, das man sich um ein paar Euro kaufen hätte können, da hatte jeder Autor ein Gedicht oder Text, Christine Huber las ihres vor. Gerhard Jaschke folgte mit einer Collage aus seinen Werken, den alten und den neuen und Hermann J. Hendrich las einen Prosatext.

Dann gab es eine Pause, wo man sich Bücher kaufen hätte sollen oder ein chili Con Carne bestellen und danach lasen Fritz Widhalm und Ilse Kilic im Duett, Gedichte, sowie aus ihren Verwicklungsromanen von der Jana und dem Natz, da gibt es glaube ich schon inzwischen den Teiul sieben, die in der Edition CH des Günter Vallaster erschienen sind.

Ein mir unbekannter Horst Lothar Renner, ein älterer Herr las Gedichte, die er zu Wolkenbildern geschrieben hat, bei einer ähnlichen Veranstaltung bin ich erst vor kurzem gewesen und dann kam die sogenannte „Kunstfilmnacht“, die war zwar nur sehr kurz und dauerte etwas über eine Stunde und die Filmemacher waren mir zum Teil auch bekannt, so hat Ilse Kilic das Gedicht „da bin ich… und löffle meine Nudelsuppe“, das sie vorher gelesen hatte, auch verfilmt, Fritz Widhalm hatte einen Kurzfilm, die Filme dauerten zwischen vier und fünfzehn Minuten, wo er sich übers Älterwerden, er ist jetzt sechzig, Gedanken machte und zeigt wie er mit der Ilse und dem Jopa in einem Bassin einige Runden schwimmt.

Begonnen hats mit einer Hommage von Hermann J. Hendrich  für Marc Adrian, Moucle Balckout, ich glaube. seine Witwe, hatte einen Film, Christian Katt und Grzegorz Kiewalski und am Schluß gab eis einen Film, von den Wiener Werkstätten, den Simone Schönett, mit der ich mal in der AS gelesen habe, zur Nacht der schlechten Texte in Klagenfurt, mit anderen gedreht hatte, einen Spielfilm, der Hermann J. Hendrich, wie er betonte nicht gefallen hat, vielleicht auch nicht in das Konzept der  anderen Filme passte, aber ganz interessant war.

Die gute und die schlechte Literatur ist also sehr vielfältig und facettenreich, es gibt die Mainstreamveranstaltungen und die Klein- und Kleinstverlagmessen und diese war sehr interessant. Vielleicht gibt es am Anfang Oktober im MUSA Gelegenheit Ilse Kilic zu ihren Preis nochmals zu gratulieren, auch wenn ich dabei die Vorstellung der drei Buchpreisdebut in der Arbeiterkammer versäume.

2016-04-25

Peter Pessls Rom

Den 1963 in Frankfurt am Main geborenen Peter Pessl kenne ich aus der GAV, er hat auch mehrmals bei den von mir organisierten „Tag der Freitheit des Wortes“ mitgelesen und ist ein experimenteller Autor, sowie Radiokünstler.

Jetzt hat er sein neues bei „Ritter“ erschienens Buch, dem sperrigen Verlag, zu dessen Bücher ich nie komme, obwohl ich einige in meinen Regalen stehe habe, in der „Alten Schmiede“ vorgestellt,  von Daniel Terkl moderiert, der in  seiner sehr genauen Einleitung von den vier Himalaya-Bänden erzählte, die am Büchertisch aufliegen und die auch in der „AS“ vorgestellt wurden, da war ich, glaube ich, bei zwei Lesungen dabei, habe mal ein Buch mit ihm getauscht und eines bei „Kuppitsch“ um einen Euro gekauft, das,ich, glaube ich, im Vorjahr von meiner Leseliste strich, weil ich das Lesen nicht schaffte.

Jetzt hat er ein Buch über Rom geschrieben „Wiesenrom! Wiesenmein!“ heißt es und warum es von so vielen Wiesen handelt, habe ich nicht verstanden, beziehungsweise bin ich nicht zum Fragen gekommen.

Daniel Terkl hat ihn aber gefragt, wie gut er Rom kenne, die Antwort war, daß er öfter und länger dort gelebt hat und das Buch ist eine Art Tagebuch aber keine Autobiografie, was das ist oder nicht ist, hat Peter Pessl auch beantwortet, handelt jedenfalls in einem März, aber wahrscheinlich in mehreren Jahren und Daniel Terkl meinte auch, daß man beim Lesen die Zeitpunkte erknnen könne.

Es handelt aber auch von sehr viel anderen, von den Orten, den Gebäuden, den Göttern, den Steinen der ewigen Stadt, in der man, wie Peter Pessl meinte, viel besser als in Wien über die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft nachdenken können.

Es kommen auch Personen vor, fiktiv oder nicht lautet, auch hier die nicht beantwortete oder beantwortbare Frage, denn Pessl ist einer der eher verschwimmt als konkretisiert, wie im richtigen Leben auch, also wahrscheinlich eine Mischung aus beiden und dann hat er mit dem ersten Leseteil begonnen, der an der Statione Termini, dem Bahnhof und der Begegnung mit einer Laura handelte. Dann tauchten auch die Frühlingsgöttinnen auf und der Herr Berlusconi für den Peter Pessl einige sehr poetische Bezeichnungen hatte, der in Hietzing lebende Schweigekanzler kommt auch vor und Benito Mussolini. Der hat in Rom einen faschistischen Stadtteil bauen lassen, in dem Per Paolo Pasolini lebte und Gedichte sind in dem Buch auch enthalten, die später in einem Lyrikband erscheinen sollen und schöne Zeichnungen.

Dann gab es noch ein Gespräch und eine zweite Lesung. Peter Pessl meinte, daß er auch seine Radiostücke in Rom geschrieben hätte und bezeichnete sich selbst als einen realistischen Autor und das Buch ist sehr interessant und ich kann nun raten, ob es zu mir kommen und ich es lesen werde?  Aber ich habe ja noch soviel anderes mehr oder weniger Realistisches und von Gerhard Jaschke, der auch im Publkum war, heute seinen letzten Gedichtband zugeschickt bekommen.

Dieter Sperl war da, einige Assistenten der alten Schmiede, die wahrscheinlich Daniel Terkl zuhörten und es war eine sehr interessante Lesung eines sprachgewandten Autors, von dem ich jetzt schon länger nichts mehr gehört habe.

2016-04-18

Zsuzsanna Gahses Stadtlandschaften

Beiden  samstägigen „Literatur-und Wein-Veranstaltungen“ habe ich Robert Schindel, Christoph W. Bauer, Margret Kreidl und Zsuszanna Gahes Gedichte im „Salzstadl“ versäumt, weil ich stattdessen lieber durch die Steiner Weinrieden wanderte, da man bei dem Wiener Literaturangebot aber nichts wirklich versäumen kann, konnte ich Zsusanna Gahse heute in der „Alten Schmiede“ nachhören.

Da habe ich dann wegen meiner achtzehn Uhr Stunde, die „Stunde der literarischen Erleuchtung“, wo Daniel Wisser Günter Eichs  „Maulwürfe“ vorstellte, aber ich habe ja auch wegen der „Literatur und Wein“ den zweiten Tag des „Ilse Aichinger-Symposiums“ in der „Gesellschaft für Literatur“ versäumt.

Zur Lesung von Zsuzsanna Gahse, die 1946 in Budapest geboren wurde und in der Schweiz lebt, bin ich aber zurechtgekommen und konnte im „Schmiedensaal“ auch gleich die experimentelle Szene Wiens oder einen Teil davon begrüßen, Margret Kreidl, Bodo Hell, Angelika Kaufmann, Lukas Cejpek, Elfriede Czurda, Herbert J. Wimmer und und und….

Kurt Neumann stellte sie auch gleich als experimentelle Autorin vor und führte wieder sehr lang und ausführlich durch ihren in der „Edition Korrespondenzen“ erschienenen Band „Jan, Janka, Sara und ich“, der tatsächlich sehr kompliziert zu sein scheint und aus mehreren Ebenen besteht.

Da scheint es ersteinmal um „A-Texte“ und dann um eine Stadtlandschaft in Büren zu gehen, wo dreiundzwanzig Personen sprechen, beziehungsweise ihre Ansichten über die Stadt in ein Tonstudio aufsprechen. Drei davon kommen  im Titel vor und dann gibt es noch Taltexte und manche der Aufzeichnungen bestehen nur aus einem Wort.

Kompliziert?

Sehr würde ich sagen, zumindest eine realistische Autorin, die sich nach Handlung und Personenführung sehnt, tut sich da schwer.

Zsuszanna Gahse hat aber mit großer Begeisterung gelesen und an einigen Stellen auch noch Anmerkungen gemacht, so an einer, daß sie hier gerne, wie in der Operette eine Musikeinlage hätte.

Dann gab es ein Gespräch beziehungsweise Fragen von Kurt Neumann, wie ein solcher Text entsteht?

Zsuszanna Gahse antwortete, daß sie zuerst einen Essay beschrieben hat, dann sind wir aber schon andere Einfälle zu Geschichten gekommen und so hat sie dann diese in ihrem großen Wohnzimmer ausgebreitet und eine Textsorte, die nicht Prosa und auch nicht Lyrik ist, ist entstanden.

Das Publikum schien sehr interessiert und ebenfalls begeistert.

Eine Anspielung an Günter Eich und eine an Nathalie Sarraute, die ich auch schon einmal in einer „Stunde der literarischen Erleuchtung“ gehört habe, hat es gegeben und danach die Aufforderung, sich beim Büchertisch einzudecken und alles nachzulesen.

„Beim dritten oder vierten Lesen des Buches, kennt man sich auch aus, welche Texte nun von welchen Personen sind“, hat Zsuszanna Gahse noch in ihrer Einleitung versprochen und am Ende der Veranstaltung hinzugefügt, daß es am Schluß des Buches ein Register gibt, wo sich das nachschauen läßt.

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