Literaturgefluester

2018-07-09

Von den Experimentellen ins Kino unter Sterne

Ich würde im Sommer ja gerne von Donnerstagabend bis Dienstagfrüh in Harland bleiben, aber manchmal will der Alfred früher zurück und so bin ich heute schon am Vormittag nach Wien zurückgekommen, wo ich Zeit zum Korrigieren hatte und bin am Abend noch einmal in die „Alte Schmiede“ gegangen, wo es dann gar nicht so experimentell, wie erwartet war.

Hat doch Annalena Stabauer die neuen Bücher von Florian Neuner und Peter Pessl vorgestellt und interessant war dabei, daß bei Autoren Stadt Wien Stipendiaten war, so daß ich sie schon im MUSA hörte und der 1972 in Wels geborene Florian Neuner, der die Zeitschrift „Idiome“ herausgibt und der Gerhard Jaschke heuer auch nach Leipzig begleitete, berichtete in „Drei Tote“ eigentlich über etwas erstaunlich Realistisches, nämlich über das Älterwerden und das Sterben, den sozialen Rückzug und den körperlichen Verfall von drei Künstlerpersönlichkeiten, einen Bildhauer, einem Musiker einem Dichter oder Dichterin, er tut das aber auf höchst experimentelle Art, also nicht erzählend oder die Erzählung von hinten aufgezähmt, wie Annalena Stabauer in ihrer Einleitung erläuterte, dann war es aber interessant von den mit Bücher und Zetteln übervollen Wohnungen und damit ist, glaube ich, gar nicht Friederike Mayröcker gemeint und den Mäusen, die die Bücher zerfressen zu hören, während der Komponist Probleme mit dem Alkohol hat und die Bildhauerin, das war, glaube ich, eine solche, das Künstlerhaus nur mit den Füßen nach vorn verlassen will, den Namen und biografische Daten kommen in einem experimentellen Text, wo sich das ich vom wir abhebt natürlich nicht vor, trotzdem habe ich mir Florian Neuner nicht so verständlich vorgestellt und Peter Pessls „Mamamaus Mandzukic habe ich auch schon im Musa gehört. Damals konnte man sich, glaube ich, die Zeichnungen mitnehmen.

jetzt wurden sie an die Wand projeziert und der  1963 in Frankfurt am Main Geborene, der früher gern bei meinen „Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltungen“ gelesen hat, las aus seinem ersten Zaubermärchen, wo es ins Lalalager Ravensbrück geht und von einem Politiker die Rede ist, der erklärt, daß man sich noch wundern würde, also auch höchst aktuell das Zaubermärchen, von der Wiesenprinzessin und im Gespräch erklärte Peter Pessl, daß er in seinem Schreiben, immer von einem Buch zum nächsten kommt, als die sich wunderte, daß seine früheren Bücher, beispielsweise die über den Hymalaya ganz anders waren. Aber in dem über Rom, das ich, glaube ich, auch schon in der AS hörte, gibt es schon so eine Zaubermaus oder Ratte und jetzt hat er die Idee weiterentwickelt und Märchen deshalb weil man damit sehr viel ausdrücken und jedes Thema bearbeiten kann.

Die experimentelle Szene Linda Christanell, Dieter Sperl, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und und im Publikum und nachher habe ich geschwankt, ob ich nach Hause oder auf den Karlsplatz gehen soll, denn das Kino unter Sternen gibt es ja heuer wieder am Karlsplatz und da hat es zwei interessant klingende Kurzfilme geben, den einen über den letzten Tag der Firma Stasny, den anderen über Spar-Lehrlinge, die „Romeo und Julia“ aufführen, so daß ich mir das auch gegeben habe und von der experimentellen Literatur zur Kreaitivität für alle gekommen bin.

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2016-05-04

Sehr politische experimentelle Literaturstipendiaten

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:56
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Weder einmal MUSA, das letzte Mal vor dem Sommer, was eigentlich ein bißchen schade ist, daß es im Juni keine Literatur im MUSA mehr gibt und wiedermal bin ich sehr früh hingekommen.

War am Nachmittag nämlich die Muttertagsfeier des Bezirkes Mariahilf, wozu ich immer eingeladen werde und diesmal ist es mit dem Bus in die Blumengärten nach Hirschstetten, vielleicht gibt es am Sonntag eine diesbezügliche Glosse oder Wurfgeschichte, gegangen und um halb fünf von dort wieder zürück, so daß ich vor Ralph Klever, das Museum betreten habe und Iris Lechner gerade die „Reservierungenkarten“ auf die erste Sitzreihe legte.

Macht ja nicht, konnte ich mir die Ausstellung von Eva Choung-Fux „Nach dem Ende der Welt“ in aller Ruhe ansehen und dann den Büchertisch, den diesmal Ralph Klever betreute. die heute lesenden Autoren, Ann Cotten und Florian Neuner haben bei ihm verlegt und so gab es eine Reihe Bücher.

Ann Cotten verlegt zwar auch bei „Suhrkamp“, es gab aber auch ein „Klever-Buch“ und der 1972 geborene Florian Neuner, der mir bisher relativ unbekannt war, gibt bei „Klever“ auch die Literaturzeitschrift „Idiome“ heraus, die glaube ich, schon Veranstaltungen im Literaturhaus hatte, wo ich allerdings nie hinkam.

Zwei sehr experimentelle Autoren also, dachte ich beim Durchblättern der Bücher und sagte das auch so dem Chemiker Manfred, den ich in der Wien-Bibliothek kennenlernte und schon länger nicht gesehen hatte, diesmal ist er aber gekommen und hat nach mir gefragt, hoffentlich nicht zu emperimentell für ihn, der mir ja immer von Kafka, Werfel, Satre, etcetera erzählt.

Und dann wurde es wieder spannend, man sieht, man kann sich immer irren und heute Mittag tat ich das schon einmal bei den Radogeschichten.

Da gab es nämlich eine sehr spannende von einem „Hans im Glück“, eine sehr absurde, aber auch eine, die immer wieder moderne Wörte hatte und ich dachte, wem hat das Dummheit dieses Hänschen auch nicht gefallen?, weil ich zwischendurch ans Telefon mußte, habe ich den Autornamen versäumt und wer war es? Kurt Schwitters, welch Überraschung und die kam dann auch bei der 1982 geborenen Ann Cotten, die mich sehr beeindruckte, daß sie, als sie den „Priessnitz-Preis“ gewonnen hat, im Literaturhaus sagte, sie hätte sich am liebsten in eine Kiste gesetzt.

Sie dürfte also sehr experimentell sein. Einmal habe ich sie, glaube ich, in der „Alten Schmiede“ beim Zeichnen beobachtet und beim Fest für Ernst Jandl, als ich wieder mal fertig war, daß die anderen alle literarisch Erfolg haben und ich nicht, hat sie das mitbekommen und mich gefragt, wie es mir geht?

Diesmal überraschte sie mich mit einem Versepos. Hej was soll das, eine experimentelle Autorin, die reimt und dann hat das Ganze auch noch einen sehr kuriosen Inhalt.

„Verbannung“, heißt, glaube ich, das Buch und da ist eine junge Frau auf eine Insel verbannt, lernt dabei einen Bürgermester kennen, es gbt eine Revolution und am Ende ein Kapitel, das nur aus S beziehungsweise zusammengesetzten Worten, die mit See beginnen, besteht, was Kritiker dazu veranlaßte, von einer Seekrankheit, die man beim Lesen dieses Textes bekommen würde, zu sprechen.

Beim Gespräch mit Julia Danielcyk stellte sich heraus, daß Ann Cotten ein „Meyer-Konservationslexikon“ im Müll gefunden hat und darüber einen Text schreiben wollte, daß eine Person damit auf eine Insel verbannt ist, interessant, daß ich für den nächsten „Nanorimo“ schon ähnliche Pläne habe.

Da will ich den Roman nämlich aus lauter Wurfwörtern schreiben. Das ging bei Ann Cotten aber nicht in Prosa, so wurde ein Versepos daraus, das, wie Julia Danielcyk mehrmals betonte, außerdem noch sehr lustig ist.

Den 1972 geborenenen Florian Neuner. kenne ich, glaube ich, aus der „Alten Schmiede“, beim Durchsehen seiner Werke beim Büchertisch hatte ich einen sehr experimentellen Eindruck von ihm und dann wurde es sehr politisch.

Denn in seinem in einer Berliner Zeitschrift erschienen Text  „Gefecht Übung“ geht es um den Krieg, beziehungsweise, um die Kämpfe, die die Kriegsbefürwörter und die Kriegsgegener miteinander ausfechten, um paramilitärische Übungen auf einem großen Truppenübungsplatz in Ostdeutschland und ich dachte mir die ganze Zeit, was hat das mit Literatur zu tun?

Das ist sehr interessant, hoch politisch und auch scharf pointiert formuliert, aber mehr ein Essay, eine Gesellschaftsanalyse, als ein literarischer Text.

Julia Danielcyk nannte es im Gespräch  eine literarische Reportage. Florian Neuner verneinte und ich habe wieder zwei interessante literarische Entdeckungen gemacht und mein literarisches Urteil  revidiert.

Im Oktober geht es wieder weiter mit der neuen Veza-Canetti Preisträgerin, die wie Julia Danielcyck erklärte, noch nicht ermittelt wurde, so daß man wieder raten kann, wer das werden wird?

Julya Rabinowich, Judith Gruber-Rizy, fallen mir dazu ein, aber vielleicht wieder jemand ganz anderer, bin ich ja nie sehr gut im Raten, Marlen Schachinger könnte es gut sein, aber auch Marlene Streeruwitz, Angelika Reitzer, Lydia Mischkulnig und viele mehr.

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