Literaturgefluester

2019-12-15

Schotter

CJetzt kommt Buch zehn des österreichischen Buchpreislesens, das damit abgeschlossen ist.

Florjan Lipus „Schotter“ ist das letzte Buch, das noch zu lesen war und von den 1937 bei Bad Eisenkappl geborenen, habe ich schon einiges gelesen und gehört, denn der auf slowenisch schreibende Dichter, ist einer, der wahrscheinlich ähnlich wie Josef Winkler sein ganzes Leben ein einziges Buch, beziehungsweise sein Trauma beschreibt und das war bei Florjan Lipus, wahrscheinlich die Mutter, die, als er sechs war ins KZ Ravensbrück verschleppt und dort ermordet wurde.

Sein bekanntes Werk ist wohl der „Zöglings Tjaz“, der von Peter Handke übesetzt wurde. Das habe ich nicht gelesen, wie „Schotter“ auch mein erstes gelesenes Lipus-Buch ist.

Ich habe aber einmal eine zweisprachige Lesung in der „Alten Schmiede“ gehört, 2017 war er bei den O Tönen, wo von Katja Gassner bedauert wurde, daß er nicht den österreichischen Staatspreis für Literatur bekommen hat, weil er ja nicht auf Deutsch  schreibt, slowenisch ist aber eine anerkannte Minderheitensprache und er hat den Preis, glaube ich, inzwischen auch bekommen.

Das Buch, das er dort vorstellte, habe ich mir aber, glaube ich, bei einem Literaturhaus-Flohmarkt gekauft und den „Zögling Tjaz“ einmal in den Schränken gefunden und nun „Schotter“, wo es nicht, zumindestens nicht vordergründig, um die tote Mutter geht, sondern um einen Gedenkbesuch in ein Lager, das eine Dorfgemeinschaft macht und das nicht sehr dicke Büchlein, ich habe das PDF oder E Book gelesen, das mir „Jung und Jung“ zur Verfügung stellte, ist, würde ich sagen, eine einzige Litanei oder ein Totengesang auf das damals Geschehene.

Der Titel beszieht sich auf den Schotter, der am Boden liegend, sowohl die Fußsohlen, der damals Inhaftierten, als auch die, der Besucher berührten und es gibt zwei Enkelkinder, einen Knaben und ein Mädchen, die nach den Spuren der getöteten Großmutter suchen und die natürlich nicht finden.

Ein beeindruckendes Werk eines großen österreichischen Schriftstellers, der vielleicht ein wenig im Schatten von Peter Handke, Josef Winkler und Gerhard Roth steht, ich habe mir aber schon 2017 gewünscht, daß er den „Buchpreis“ bekommt, da stand er nicht auf der Liste, jetzt ist er nicht auf die Shortlist gekommen.

Auf Meiner würde er stehen und wenn ich, was ja eigentlich nicht geht, eine Reihung von meinen Favoriten geben würde, würde die so ausschauen:

  1. Florja Lipus „Schotter“
  2. Raphaela Edelbauer „Das flüssige Land“
  3. Gerhard Roth „Der Himmel ist leer, die Teufel sind alle hier“
  4. Marlene Streeruwitz „Flammenwand“
  5. Clemens J. Setz „Der Trost runder Dinge“
  6. Karl Markus Gauss „Abendteuerliche Reise durch mein Zimmer“
  7. Sophie Reyer „Mutter brennt“
  8. Norbert Gstrein „Als ich jung war“
  9. Ivna Zik „Die Nachkommende“
  10. Harald Darer „Blaumann“

Und von den Debuts kann ich gleich hinzufügen, haben mir Angela Lehner und Marco Dinic besonders gut gefallen.

2017-08-24

Die letzten O-Töne

Laura Freudenthaler

Laura Freudenthaler

Florjan Lipus

Florjan Lipus

Heute „Dörfliches bei den O-Tönen, nämlich Laura Freudenthalters Debutroman „Die Königin schweigt“ und Florjan Lipus „Seelenruhig“ und meine „Wartelektüre“ war Zadie Smidts „Swingtime“.

Da hätte ich gerne einen Teil ausgelesen, weil wir ja morgen wieder wandern gehen und ich das sechshundert Seiten Buch nicht in die Berge mitnehmen will.

Ist nicht gelungen, dafür ein Gespräch mit der Stammbesucherin Christa U. und sehr viel Publikum, obwohl es zuerst gar nicht so ausgesehen hat, das es voll wird.

Die Christa sagte mir aber Florjan Lipus wäre im Kulturjournal gewesen und Katja Gasser war die Moderatorin, die Florjan Lipus auf Slowenisch begrüßte und auch über ihn für den ORf einen Film gedreht hat.

Zuerst kam aber Daniela Strigl auf die Bühne und stellte die 1984 geborene Laura Freudenthaler vor, die ich mehrmal in der Gesellschaft der Literatur“ hörte und deren Erzählband „Der Schädel der Madeleine“ ich mir, glaube ich, bei dem Jahren Flohmarkt vor der Buch Wien vor zwei kaufte.

Ihr Debutroman „Die Königin schweigt“ ist bei  „Droschl“ erschienen, deshalb war auch Henrike Blum da und es geht darin, so weit ich es verstanden habe, um eine alte Frau, die auf ihre Jugend im Dorf zurückblickt und um die Kindheit im Dorf, ging es auch in dem Buch des 1938 bei Eisenkappl geborenen Florjan Lipus, der auf Slowenisch schreibt und deshalb, wie Katja Gasser in der Einleitung erwähnte, den“ Staatspreis für Literatur“ im Vorjahr nicht bekommen hat, obwohl sich einige namhafte Autoren für ihn einsetzten.

Katja Gasser

Katja Gasser

Florjan Lipus

Florjan Lipus

Bekannt geworden ist er mit dem „Zögling Tjaz“, der von Peter Handke wurde, das ich, glaube ich, einmal im Schrank gefunden, aber noch nicht gelesen habe.

Den Autor habe ich, glaube ich, schon in der „Alten Schmiede“ gehört und bei dem Stück das er gelesen hat ging es wieder, um die Großmutter und die Mutter die er mit sechs Jahren verloren hat und die im KZ Ravensbrück umkam, ein Thema, das glaube ich schon in den anderen Büchern vorkommt und das Florja Lipus sehr zu beschäftigen scheint.

Es gab eine lange Schlange von Leuten, die sich anstellten, um sich das Buch signieren zu lassen und ich kann von meiner eigenen Schreibwerkstatt berichten, daß ich heute mit dem Korrigieren von „Besser spät als nie“ fertig geworden bin.

Es sind heute bezüglich Buchpreislesen auch einige Bücher zu mir gekommen, Jonas Lüschers „Kraft“ Michael Wildenhains „Das Singen der Sirenen“ und Robert Prossers „Phantome“, gleich ein zweites Mal, das ich aber der Zustellerin zurückgegeben habe und das ist die Brücke zu Katja Gasser, die ja die Sprecherin der heugien Bp-Jury war.

 

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