Literaturgefluester

2019-07-30

Gemma Habibi

Filed under: Bücher — jancak @ 00:19
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Jetzt kommt das Hauptprogramm der O-Töne vom fünfzehnten August nämlich Robert Prossers dritter, vierter oder fünfter Roman „Gemma Habibi“, wie die „Phantome“ bei „Ullstein“ erschienen und die unentschiedene Angabe läßt darauf schließen, daß ich bezüglich der Gattungsbezeichnungen der bei „Klever“ erschienen Bücher nicht sicher bin, das dritte war wahrscheinlich ein Roman und so wären wir bei drei angelangt und ich kenne den 1983 in Tirol Geborenen schon lange, war bei seinen Anfängen in der „Gesellschaft für Literatur“ dabei, bei einigen anderen Lesungen, bei der „Priessnitzpreis-Verleihung“ und würde auch bestätigen, daß Robert Prosser ein Ausnahemeschriftsteller ist. Am Buchrücken steht etwas von „einem der wortgewaltigsten Schriftsteller seiner Generation“.

Das würde ich angesichts der Herren Gauss, Ransmayer, Menasse, etcetera, nicht so sehen und würde eher bei der Ausnahme bleiben und bleibe bei „Gemma Habibi“, ich gebe es zu, auch etwas überfordert zurück, wie auch in der „Fix-Poetry Rezension“, die ich gelesen habe, die Frage gestellt wird, ob der Wortgewaltige seine Leser damit nicht überfordert?

Wenn man von der üblich angesehenen Romankonzeption: Anfang, Mitte, Schluß ausgeht, dann würde ich sagen, ohne Zweifel.

Denn Handlung gibt es keine und Prosser springt theoretisierend von einem aktuellen Thema unserer Zeit zum nächsten.

„Ein fulminantes Portrait der Jetztzeit“, steht auch noch am Buchrücken und meinem Leseexemplar war eine Presseinformation beigelegt, wo Robert Prosser erklärte, daß er 2017 zu Rechercehezwecken nach Lesbos in ein Flüchtlingslager gefahren sei und in der Danksagung steht etwas, daß er schon lange boxt und die „Bedingungslosigkeit des Kampfsportes“ erforschen wollte.

Neugierig geworden oder keine Ahnung, um was es hier geht?

Es geht um den Studenten Lorenz, der wie Robert Prosser Sozialantroplogie studierte und da von seinen Dozenten für seine Diplomarbeit zuerst nach Syrien und dann später in einen Boxclub geschickt wird.

So könnte man es vielleicht formulieren, aber ich fürchte, es stimmt nicht und wird dem Buch nicht gerecht.

Am Klappentext wird auch noch eine Passage des Buches wiedergegeben, wo sich Lorenz mit seiner Freundin Elena, der Fotografin und, ich glaube,  auch mit seinem syrischen Freund Z., 2015 auf die „Demo für Menschlichkeit“ begeben hat, auf der ich ebenfalls war und eine Demo gegen des Akademikerball wird auch beschrieben.

Das Buch beginnt aber mit einer Boxkampfszene. Dann erzählt Lorenz ein bißchen was über sich, reist nach Syrien, wo er Elena kennenlernt. Wieder zurück in Wien, beginnt er sein Studium zugunsten des Boxkampfen zu vernachläßigen. Er will Staatsmeister werden, was aber mißlingt, so reist er mit Elena nach Afrika, schaut dort den Vodooritualen zu und gräbt ein Loch. In besagter Rezension habe ich noch gelesen, daß dabei die Rituale mit dem Kampfsport verglichen werden. Wieder zurück in Wien wird er zusammengeschlagen, wobei ihm Elena nicht hilft, sondern seine Niederlage fotografiert und der Protagonist beschließt am Schluß  nicht aufzugeben, sondern morgen weiterzumachen.

„Womit?“ könnte ich fragen und wiederhole meine Ratlosigkeit, denn ohne Zweifel Robert Prosser verfügt über eine starke Sprache und  hat auch die aktuellen Themen der Zeit aufgegriffen.

Ich denke aber doch, ein Roman braucht eine Handlung. Die theoretische Aneinanderrreihung von Ereignissen ist es wohl nicht, habe ich in meinen eher erfolglosen Schreiberleben gelernt und gebe zu, ich hätte mir davon mehr von Robert Prosser gewünscht, bin aber trotzdem sehr gespannt, wie der Roman, der ja erst kürztlich erschienen ist, von der Rezeption aufgenommen wird und ob und auf welche Longlist er kommt?

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2018-08-23

Über Humor und Ironie

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 12:49
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Ich mache ja kein Hehl daraus, daß ich mir mit Humor, also wenn beispielsweise Leute über das Unglück und das Mißgeschick anderer  lachen, schwer tue und habe deshalb auch Schwierigkeiten in ein Kabarett zu gehen, denn da hatte Dolores Schmiedinger einmal einen Song über die Witwen, die ihre Männer vergiftet haben, gut, die hatten sie vorher unterdrückt. Aber das ist nicht lustig und dabei stört mich vielleicht weniger der Song der Kabarettistin, sondern das wiehernde Lachen der Leute.

Als ich noch ganz jung war, Studentin im ersten Semester beispielsweise, war ich einmal bei einem Vortrag in der Kirche von Pfarrer Nemeth, über den ich damals meine Workcamps machte und da las einer Versicherungsakten vor, wo im schlechten Amtsdeutsch die Mißgeschie der Versicherten, das über die Böschung fahren und das sich Überkugeln, beispielsweise beschreiben wurde, alle lachten darüber und ich ging hinaus.

Nun ist Humor ein Abwehrmechanismus, den schon Freud beschrieben hat und daher wichtig für die Bewältigung von Traumen, wenn ich Schlechtes erlebe, gegen das mich mich nicht wehren kann, hilft vielleicht das Dissozieren, also das Abspalten und sich in sich selber zurückziehen, das Distanzieren und das darüber lachen.

So kann es beispielsweise vorkommen, daß man einen Lachanfall bekommt, wenn man vom Tod eines geliebten Menschen, der Mutter oder des Freundes erfährt.

Ich war einmal Zeugin, wie mir eine Psychologiekollegin von einer erlebten sexuellen Belästigung erzählte und dabei nicht aufhören konnte, sich zu überkugeln. Ich habe gadacht, das ist jetzt ihre Bewältigungsstrategie, es war mir aber unangenehm. Denn ich möchte weder über mein eigenes Trauma, noch über das der anderen Menschen lachen.

Mit dem Sarkasmus ist das ein bißchen anders, denn ich habe ja auch ein Trauma, nämlich, daß es mir nicht und nicht, obwohl ich mich ja so sehr darum bemühe, gelingt in den Literaturbetrieb hinein und als schreibende Frau wahrgenommen zu werden, das „Literaturgeflüster“ ist, denke ich, mein Versuch damit umzugehen und da haben mir schon einige Leute gesagt, daß ihnen meine Ironie damit umzugehen, gefällt.

Meinem „Freund“ Uli, mit dem ich jetzt schon seit etwa zwei Jahre kommentiere   und der rechte Ansichten zu haben scheint, natürlich nicht und der ist wahrscheinlich auch weniger zart beseitigt als ich, so daß es ihm Spaß zu machen scheint, sich darüber lustig zu machen und er geht auch wenig sensibel damit um, daß ich einmal schrieb, daß es schon einmal passieren kann, daß ich alles zu ernst nehme.

Da kann ich mich erinnern, daß ich als ich von meinem ersten Workcamp im West Park Hospital in Epsom England, zurückkam, einen Witz erzählt bekam, wo einer etwas sagte und damit durchkam, den Witz habe ich vergessen, aber nicht, daß ich gerade von einem Einsatz in einer Psychiatrie zurückgekommen, die Geschichte glaubte und erst von dem, dem ich sie erzählte, darauf hingewiesen wurde, daß das ein Witz war.

Das habe ich einmal dem Uli geschrieben oder ihn gefragt, ob eine seiner sarkastischen Bemerkungen nicht ernst gemeint sein könnten und er hat gleich „Was glauben sie-?-„, geantwortet, schmeißt aber sehr mit der Übertreibungs- und Ironiekeule herum und da denke ich, muß man sehr aufpassen, was jetzt Witz und Ironie, Abwehr und Bewältigungsversuch oder ganz einfach bösartig oder abgefeimte Hetze ist.

Es gibt sehr boshafte Texte, die Unrecht aufzeigen und daher sehr wichtig sind, der Uli hat Jonathan Swift erwähnt und ich habe gerade eine Geschichte des kürzlich verstorbenen Urs Widmer gelesen, wo er sich auf einer für mich sehr treffenden Art über die Schweizer lustig machte. Ein Bauer betrügt seine Frau, sie tut es mit dem Briefträger und der zieht die Beiden damit auf. Sehr sehr bösartig, aber eigentlich und das ist das Wichtige daran, nicht unter der Gürtellinie und ich habe einmal bei einem Schnupperseminar des Writersstudio, dessen offene Tage ich ja gern besuche, Ana Znidar dagen hören, daß man das Schlimmste und Schrecklichste, was man erlebt hat, aufschreiben soll, denn dann wird gute Literatur daraus.

Deshalb schreiben vielleicht auch so viele Jungautorin von ihren Mißbrauchsund Gewalterfahrung. Mir ist dabei ein bißchen schlecht geworden und habe den Kopf geschüttelt, denn Wunden aufreißen ist nicht gut, obwohl es theoretisch sein kann, daß das schon stimmt, man muß es aber aushalten, wenn man über sich selber schreibt. Wenn man sich über andere auf diese Art und Weise aber lustig macht, ist das natürlich anders.

Ich habe zwei Bücher vom Uli gelesen, wo er das Prinzip der Übertreibung anwandte und das hat mir sehr gefallen. Vielleicht muß man übertreiben, um andere erst auf Mißstände aufmerksam zu machen oder die inzwischen sehr übersättigten Leser an der Stande zu halten.

Stimmt genau und ist wahrscheinlich richtig, obwohl ich davor warnen würde, zu sehr in die eigene Psyche zu gehen, denn das muß man Erstens aushalten, Zweites kann es von  weniger Wohlmeindenen mißtraucht werden.

Aber das tut der Uli ohnehin nicht, er schreibt nicht über sich selbst, sondern scheint mit den Übertreibungstechniken der Ironie ein Ventil gefunden zu haben, seine Ideen auszudrücken, über andere darüber zu fahren und dabei mehr als nötig zu übertreiben.

Die vielen Flüchtlinge, die den Deutschen und den Österreichern scheinbar die Arbeitsstellen und die Sozialleistungen wegnehmen, stören ihn.

Gut, würde ich antworten, da muß man aufpassen und vorsichtig sein und ich bin schon als Zwanzigjährige und tue das auch heute noch, nicht mit einem Mann allein in ein Zimmer gegangen, wenn ich nicht ganz ganz sicher war, daß mir  nichts passiert. Da habe ich dann lieber eine Freundin eingeladen und einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen oder vielleicht auch einen Pefferspray mit sich zu führen, wenn man Nachts allein über die Straßen geht, ist sicher zu empfehlen.

Trotzdem stimmt es nicht, daß man als Frau allein nicht mehr über die Straße gehen darf, ohne gleich vergewaltigt zu werden. Vielleicht pfeifft einen ein junger Asylwerber nach und sagt „Gehen wir einen Kaffee trinken, schöne Frau?“

Aber das war früher auch so, daß einer die Bauarbeiter nachpfiffen und da muß man eben bestimmt und deutlich „Nein!“, sagen und vielleicht die Straßenseite wechseln, wenn man das nicht will, statt empört „Vergewaltigung!“, schreien und jeden Einzelfall zu generalisieren, denn das halte ich für sehr, sehr gefährlich.

Das hat mit Humor, Sarkasmus und Ironie aber zuerst einmal gar nichts zu tun. Der Uli hat diese Waffen aber eingesetzt, um eine Geschichte zu schreiben, die seiner Meinung nach Ironie “ Spuren von Ironie“ enthielt, aber eine Aneinanderhäufung von negativen Elementen war und so wahrscheinlich weder den Zweck auf Mißstände aufmerksam zu machen, erfüllte, als auch literarisch gut war.

Da hätte er sich wahrsc heinlich viel von Urs Widmer und seinem Sarkasmus in seiner ebenfalls sehr bösartigen Geschichte abschauen können und ich  denke die „gute ironische Geschichte“ erfüllt ihren Zweck und braucht nicht unter die Gürtellinie zu gehen und manchmal schießt man, glaube ich, auch, wenn man es zusehr mit der Ironie übertreiben will nach hinten und trifft sich selbst, so war es auch mit der rassistischen Diskriminierung, als ein Blutspendeverein einen schwarzafrikanischen Blutspender suchte, da fühlte sich der Uli diskriminiert und als ich es dann mit der Ironie versuchte und ihm antwortete, daß das vielleicht mit den verschiedenen Blutgruppen zu tun haben könnte und er sich bei einem Arzt oder bei „Wikipedia“ darüber informieren könne, schoß er zurück mit „Sie verstehen keinen Humor!“, hatet ihn dabei selber aber, glaube ich, auch nicht und so war es auch, wenn ich mich jetzt wieder angreifbar mache, auch bei meinem Vater, mit dessen Humor, als er sich  über die damals Zwanzigjährige ebenfalls sehr lustig machte, ich auch meine Schwierigkeiten hatte.

„Du verstehst keinen Spaß!“, hat er gesagt und den Kopf geschüttelt.

„Gut!“, habe ich gedacht.

„Versuche ich es auch einmal!“ und habe den Spieß umgedereht. Dann wars auf einmal nicht mehr lustig. Deshalb glaube ich, daß man mit der Ironie sehr aufpassen soll. Alles, was man unter der Gürtellinie beschimpft, ist nicht lustig und wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt, egal, ob es ein Asylwerber oder der eigene Ehemann ist und die meisten Gewaltfälle passieren, glaube ich, immer noch in der Familie, ist das auch nicht lustig, sondern zu verurteilen.

Auf der einen und auf der einen Seite. Wenn man aber solche Fälle nimmt, sie aufbauscht und verallgemeinert, um seine Meinung damit den anderen aufzudrängen, wie das der Uli  bevorzugt tut, ist das in Zeiten, wie diesen, wo sich das Blatt und die Stimmung ja gewendet haben, sehr gefährlich und es stimmt auch nicht, daß man nicht mehr auf die Straße gehen kann, ohne gleich vergewaltigt und ausgeraubt zu werden und ich da vor zwei Tagen, als ich vom Rathausplatz nach Hause ging, auch ein schönes Erlebnis hatte.

Denn da hat mich ein junger Mann, ein Joseph aus Malta angesprochen, der schon zwei Jahre hier ist und am Naschmarkt arbeitet und mir erzählt, daß er heute schon schwimmen war und ob ich auch gern schwimmen gehe?

„Was will er von der Fünfundsechzigjährigen?“, habe ich gedacht und gewartet, ob er einen Zehner oder mit mir etwas trinken will.

Nichts davon ist passiert. Er hat wohl mein Alter oder auch meine distanzierte Höflichkeit bemerkt und an der nächsten Kreuzung „Tschüß!“, gesagt und ich habe wieder etwas von dem vielfältigen schönen Leben, das wir haben, bemerkt. Und da war ich ja erst vor einer Woche in der Schweiz auf Urlaub, wo das Zürcher Geschnetzelte vierzehn Franken kostet und der Hugo dreizeh oder vierzehn, man aber am Campingplatz am Abend das übergeliebene Gebäck geschenkt bekommt und mir eine junge Verkäuferin einer Buchhandlung auch sagte, daß man in einer Bäckerei in Zürich, das Gebäck von gestern fast umsonst bekommt.

Da können sich die Rentner mit der Mindestpension versorgen und brauchen vielleicht nicht nur Flaschensammeln und es ist vielleicht auch sehr interessant, wenn man vom Flaschensammeln seine Pension aufbessern kann, denn da scheint es eine Menge Leute zu geben, die sich für das Zurückgeben vom Flaschen nicht interessieren.

Also aufpassen mit der Ironie, denke ich, obwohl ich sie auch ganz gern gebrauche. Aufpassen und vorsichtig sein und seine Meinung lieber direkt, als durch die Hintertür und verschlüsselt sagen, weil sie dann vielleicht nicht verstanden wird.

Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen, den Teufel an die Wand malen und es vielleicht auch nichth, wie der Zauberlehrling versuchen, weil man das, was man angehetzt hat, dann nicht mehr los wird und man im eigenen Grießbrei erstickt und da gibt es  auch  Beispiele und Metaphern, die sehr schön zeigen, was mit denen passieren kann, die über das Ziel hinausgeschoßen sind und nicht jede Hetze ist als harmlose Ironie zu bezeichnen, die man doch verstehen muß , weil man sonst keinen Humor besitzt und offenbar auch keine andere Meinung habe  darf und was mich betrifft, will ich mich über niemanden lustig machen, nicht schimpfen und nicht hetzen, sondern es auch da mit der Schokoladenseite, die es immer noch gibt und die nach wie vor, nicht nur in der schönen Schweiz, um mich herum ist, probieren.

2018-05-27

Die politischen Bücher

Ich habe, weil ich ja bald zehn Jahre „Literaturgeflüster“ feiern werde, mir schon zu Beginn des Jahres vorgenommen, aus diesen Anlaß immer wieder auf mein Schreiben und meine Bücher hinzuweisen, beziehungsweise einen diesbezüglichen Themenschwerpunkt zu verfassen.

So gibt es die „Depressiven Frauen“, die „Schreibmotive“, die in denen der „Bücherschrank“ eine Rolle spielt, die „Kinderbücher“, die „Bekannten Gestalten“, das heißt die Figuren die in mehreren meiner Bücher vorkommen und so weiter und so fort.

Was gibt es über mein realistisch psychologisches Schreiben noch zu berichten, beziehungsweise welche Themengebiete habe ich vielleicht ausgelassen und wären noch zu ergänzen, bevor ich in circa sechs Wochen mit Sekt und einer Fruth-Torte auf mein zehnjähriges Bloggen anstoßen kann, in dem es ja nicht nur um die gelesenen Bücher geht, da hat sich in den letzten Jahren ja einiges verändert, weil ich inzwischen nicht nur Buchpreisblogge sondern auch Vorschauen lese und die Veranstaltungen, die ich besuche, sondern natürlich um mein unbeachtet gebliebenes Schreiben, das mir sehr wichtig ist, geht und da denke ich, daß eine kleine Zusammenfassung für die mögliche zukünftige Literaturgeschichte nicht schaden kann.

Wenn jemand noch keine Ahnung hat, was und wie ich schreibe, die realistisch psychologischen Themen spielen bei mir eine große Rolle, so schreibe ich, Kunststück, bin ich ja vom Brotberuf Psychotherapeutin und auch schon über sechzig, die depressiven alten Frauen eine Rolle, ich habe aber auch über das Schreiben mit Downsyndrom geschrieben, das Transgenderproblem betrachtet, in „Kerstins Achterl“ über das Trinken geschrieben, das Sterben spielt eine Rolle, Alzheimer, Demenz und und und…

Und dann gibt es die politischen Büchern, die bis jetzt vielleicht unbeachtet gebliebens ind, obwohl ich mich für eine sehr politische Frau halte und diese Themen haben, glaube ich, bei mir immer eine mehr oder weniger große Rolle gespielt.

So habe ich mich beispielsweise schon vor achtzehn Jahren, im Jahre zweitausend in der ersten blau schwarzen Wende, in der „Viertagebuchfrau“ mit den ersten hundert Tagen der damaligen blauschwarzen Regierung beschäftigt und um den Bogen zu schließen, in meinen bis jetzt vorletzen erschienen, dem sogenannten Bibliotheksgespenst oder „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ geht es auch darum und in beiden Büchern spielt die Obdachlosigkeit eine große Rolle, in der „Viertagebuchfrau“, wo eine Therapeutin mit ihrer Klientin, die verschiedenen politischen Stimmungen schwarz rot blau grün durchgeht, gibt es eine Felizitas Fee, die schöne Obdachlose, die mit dem blauen Politiker Franz Gruber ein Verhältnis eingeht, im Bibliotheksgespenst gibt es die Dorothea Wewerka, die in der Hauptbücherei wohnt und dort des Nächtens in der von der Bibliothek ausgeschiedenenen „Viertagebuchfrau“ liest.

In „Das Salz in der Suppe“, eine Erzählung, die in den „Schreibweisen“, meinem zweiten Digi-Buch, geht es auch um eine politische Dystophie die in Folge einer rechten Diktatur entstehen kann.

Und die unveröffentlichte Erzählung „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ in der es wie in der „Reise nach Odessa“, wo Anselma Fuchs im Stadtpark einen konservativen Politiker kennenlernt und ihn in Odessa, wo sie für ihren Nachbarn etwas erledigen muß, wiedertrifft, geht, ist nach oder während der sogenannten „Waldtheimdebatte“ so um 1988 entstanden, aber da ist die Politik vielleicht nur ein Detail am Rande, wie auch in der sogenannten „Flüchtlingstrilogie“, den drei Romanen, wo es eine bekannte Gestalt, nämlich die syrische Flüchtlingsfrau Fatma Challaki geht.

Aber im Teil eins, der „Pensionsschockdepession oder Selmas Kopftuch“ geht es eigentlich, um eine depressive Frau, die ihre Bücher auflesen will, die trifft die fünfzehnjährige Jasmin Bilic im Park und wird in ihre Geschichte, ihre Freundin Selma ist verschwunden, weil sie mit Kopftuch nicht mehr in die Schule gehen kann und gerät in die Fänge eines radikalen Imams, der siemit einem IS-Kämpfer verheiraten will, verwickelt.

Und Teil zwei und Teil drei waren eigentlich als Sommerbuch und als Adventkalender gedacht, aber Teil zwei habe ich im Sommer 2015 begonnen, wo es nicht nur die Griechenland-, sondern auch die Flüchtlingskrise gegeben hat und so hat sich dieses Thema bei mir entwickelt, Fatma Challaki ist mit dem Boot nach Lampedusa und mit dem Zug nach Traiskirchen gekommen und hat Kontakt mit ihrer Brieffreundin Sandra Winter aufgenommen, die auch eine Freudnin der Nika Weihnachtsfrau ist und so wurde auch der Adventkalender, im November 2015 als Nanowrimo geschrieben, sehr politisch und politisch ist es bei mir dann auch gleich weitergangen, hat sich doch in Österreich sehr viel bewegt, was 2016 eigentlich als eine sehr harmlose Bundespräsidentenwahl begonnen hat. Die war dann doch nicht so harmlos, hat doch nicht nur El Awadalla dafür kanditieren wollen, nein, sie wurde auch im <himmel beobachtet, wo sich Stefan Zweig mit Heimito von Doderer und Anne Frank im Wolkencafe trafen, während auf Erden die iranischstämmige Germanistin Zarah Sharami ein Stück über Stefan Zweig und Heimitito von Doderer geschrieben hat, das sie mit zwei Freunden, den Bosnier Zoran Simic und dem Exil RussenJurij Abrahamovic in einem Studentenheim aufführen will und um die Bundespräsidentenwahl beziehungsweise deren Wiederholung geht es in  „Nicht berühren oder Notizen zur Romanentstehung“ auch.

Dann kam das Bibliotheksgespenst in meinem Schreiben und in der Realität die vorgezogenen Neuwahlen 2017, seit einigen Monaten blau schwarz II oder besser türkis und darüber geht es in der „Unsichtbaren Frau“ , aber die ist noch nicht fertig und muß noch korrigiert werden, ist aber auch ein hochpolitisches Buch, weil da ja eine prekäre Germanistin, die eigentlich eine Blogfigur ist, des Nächtens Vladimir Putin, Donald Trump oder Rezep Erdogan aufsuchen will, um ihnen die Leviten zu lesen, aber eigentlich nur, bis auf das Ende, nur zu dem reschen feschen Minister Basti kommt.

Das Buch wird höchstwahrscheinlich nicht bis zum Bloggeburtstag fertig werden und von der Viertagebuchfrau habe ich zwar noch ein paar Restexemplare, kann aber, weil ich ja damals noch nicht bloggte, nicht sehr viel diesbezüglich verlinken.

Bei der „Zugsteigerin oder die Reise nach Odessa“ ist das ebenso, blieben, also für den Bloggeburtstag und das diesbezügliche Gewinnspiel, das es dann vielleicht geben wird nur

„Die Pensionschockpension oder Selmas Kopftuch“

„Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen“

 „Nika Weihnachtsfrau“

„Nicht berühren oder Notizen zur Romanentstehung“ und

„Vor dem Frühstück kennt dich keiner“

Fünf Bücher über die ich für Interessierte ein oder zwei Fragen stellen könnte, also wer was gewinnen will , in den Vorschauen und den Schreibberichten kann man über die Bücher und die Entstehungsgeschichten nachlesen, erfahren, wo und wann ich daraus schon gelesen haben und wenn fünf Bücher für zehn Jahre schreiben zuwenig sind, kann ich mir bis dritten Juli ja noch etwas ausdenken oder auf die anderen Themengebiete und die Schwerpunktberichte verweisen, wo man sich auch in mein Schreiben einlesen kann.

Die Bücher gibt es, soweit sie noch nicht vergriffen sind, auch bei mir zu kaufen und es ist vielleicht auch noch Zeit, mir, wenn man das will, eine Rezension zum Geburtstag zu schenken,  sich an den schon bestehenden Leserunden zu beteiligen oder neue zu eröffnen.

2017-10-28

Patrioten

Nachdem ich mit dem österreichischen Buchpreislesen und den zwei Büchern der Debutshortlist fertig bin, bleibe ich weiter in Österreich und nach den „Reibungsverlusten“ weiter in der Politik, denn Eva Rossman, mit der ich 2000, glaube ich, gemeinsam beim Poetenfest in Raab gelesen habe, ich aus meinem ersten Indie „Wiener Verhältnisse“, sie aus ihrem ersten Mira Valensky-Krimi „Wahlkampf“, hat ein neuerliches Buch geschrieben.

Allerdings keinen Krimi mit der Mira und der Vesna aber wieder ein aktuellen Thema, das mich ja seit der van der Bellen Wahl und seit sich mein Kritiker ja auch als Pedgida Fan entpuppte, sehr beschäftigt.

„Patrioten“ heißt zu Wahl passend das Buch, hat einen schwarzen Umschalg mit geheimnissvollen Zeichen und ist, ich weiß nicht so recht, ist es eine Enttäuschung?

Natürlich nicht, denn es hat ja wieder, nachdem bei der Frankfurter Buchmesse, ja auch der Messeschef hilflos zwischen dem „Antaios-Chef“ getanden ist und von der Menge mit „Wir alle hassen Antifa!“ niederbebrüllt wurden, worauf die Identitären jubelten, daß sie  die Linken auf der Messe besiegt hätten, ein sehr aktuelles Thema und eines das mich sehr interessiert.

Auf das Buch wurde ich von einer literaturbegeisterten Dame, ich glaube, bei der „Perutz-Rreisverleihung“ aufmerksam gemacht, dann habe ich ein Interview von Eva Rossmann mit Günther Kaindsldorfer in der Hauptbücherei gehört und erfahren, dieses Buch hat nichts mit Mira Valensky zu tun, denn Eva Rossmann wollte die nicht in diesem Fall ermitteln lassen. Es scheint, habe ich, aber gedacht, doch eine Art Krimi zu sein, denn der Vorsitzende der Patriotischen Sozialen wird an ein Kreuz genagelt.

Das klingt spannend, wie ein Krimi und ist von der identitären und Pegida-Wirklichkeit weit entfert und da fällt mir ein, ich habe ja auch vor einem Jahr im Literaturhaus auf einer Veranstaltung gelesen, wo Eva Rossmann dabei war und morderierte. Damals ist es auch um Flucht und Vertreibung gegangen und darin geht es in dem Buch ja auch.

Der Chef der fiktiven Patriotisch Sozialen Partei wird also ans Kreuz genagelt und keine Mira kommt um zu ermitteln, schickt ihre Putzfrau Vesna auch nicht in die Kirche, wo die Füchtlingsfrau Sina, deren Mann verschwindet, Unterschlupf fand. Sie lernt dort auch nicht die zweiundachtzigjährige Lotte Klein kennen, die Sina betreut und folgt der nicht nach Brüssel, wo zwar kein Schwein herumläuft, aber fast ein Terroranschlag passiert.

Das wäre wahrscheinlich interessant und spannend gewesen. So war es, fürchte ich, sehr fad und langweilig und ich habe mich durch die fast dreihundertsechzig Seiten gequält und bei Seite fünfzig war ich dann wahrscheinlich schon so weit, zu sagen „Da passiert ja nichts und worum geht es da eigentlich?“

Detail am Rande. Alfred hat das Buch zweimal gekauft und eines seiner Mutter geschenkt. Keine Ahnung ob die das noch liest? Daß es ihr, der passionierten Krimileserin gefällt, kann ich mir nicht vorstellen und frage mich auch, warum Eva Rossmanmm, wenn sie schon ein so  zeitakteulles Thema wählte, dann auskneift und um den Brei herumschreibt?

Ist es Angst vor den Patrioten oder einer Klage, die die ja sehr gerne androhen? Recherchiert ist es, die ich mich in diesem Gebiet ja auch ein wenig auskenne, sehr gut.

Also nicht Mira Valensky und ihre Putzfrau Vesna, die inzwischen ihre Freundin ist, recherchieren, sondern die dreiundachtzigjähre Lotte Klein, die früher Chefsekretärin war, Witwe eines berühmten Fernsehsprechers, Großmutter von David, der auch Reportagen schreiben will und die betreut, weil sehr katholisch, in ihrer Pfarre eine syrische Flüchtlingsfrau namens Sina und Julius Sessler, der Chef der Patriotisch Sozialen wird ans Kreuz genagel. So weit so gut und das wissen wir jetzt schon.

Was dann passiert, ist langweilig, das habe ich auch schon geschrieben. Denn es wird geredet und gedacht.Einander auch manchmal ein wenig beleidigt und in die Vergangenheit zurückgeschwenkt und dazwischen passieren durchaus krimiähnliche haarsträubende Dinge und vor allem tauchen auch immer wieder, auch ein sehr aktuelles Thema, Hasspostings auf, die von einem ES angeführt werden.

Rami, Sinas Mann verschwindet und die bittet Lotte um Hilfe. Die hat auch einen Verehrer, nämlich einen zweiundneuzigjährigen ehemaligen Widerstandskämpfer und Rechtsanwalt, namens Richard Pribil, der Lotte kennenlernt, als sie ihm in sein Fahrrad rennt. Alles vielleicht auch nicht sehr realistisch und nicht sehr spannend. David und Frau Klein, so wird sie auch immer wieder genannt, sollen herausfinden was passierte. Sina ruft auf seinen Computer ihren Vater in Damaskus an. Dann kommt die Polizei auf ihre Spur und verdächtigt den verschwundenen Rami ein Terrorist gewesen zu sein. Seine DNA und die einiger ander Flüchtlinge, die ebenfalls verschwunden sind, taucht bei dem Kreuz auf. Sina kommt in Untersuchungshaft und Lotte Klein macht sich bei einem Fernsehjubläum an den neuen Chef der Patrioten heran. Sie versucht auch bei der Polizei zu ermitteln, beziehungsweise tut das Richards alter Freund, der früher Polizeipräsident war und David geht als Prakikant nach Brüssel. Das will er zwar nicht wirklich oder doch. aber nicht in Anzug und Krawatte. So kauft ihm die Oma eine schwarze Jeans und eine Jennifer taucht auf, die beim Fensehen, die Besucher empfängt. Die ist achtzehn und ist von einem in Wien geborenen türkischen Medizinstudenten, der dann ebenfalls verschwindet, schwanger. Das entsetzt ihren Vater, denn der, ein arbeitsloser Baupoliert ist ja patrotisch. Dann ist er aber wieder ein Kommandant und bildet am Semmering arabische junge Männer aus. Das beobachtet Jennifer hinter einem Baum verborgen und ruft Lotte an, um ihr das mitzuteilen, die sich inzwischen in Brüssel befindet und da taucht dann plötzlich Rami in einem Sitzungssaal auf, der in jenem Ausbildungslager war. Es kommt fast zu einem terroristischen Anschlag und am Ende klärt sich alles auf oder auch nicht. Julius Sessler hat offenbar auf eine sehr spekuläre Art und Weise Selbstmord begangen, um seinem Krebstot zu entgehen und ich frage mich, was habe ich aus der Lektüre des Buches gelernt und was weiß ich jetzt mehr als vorher?

Daß die Frankfurter Buchmesse den Protesten gegen die rechten Stände eher hilflos gegenübergestanden ist, habe ich schon früher gewußt und daß „Mulitkulti“ angeblich gescheitert ist, höre ich, wenn ich mir die Videos der Identitären ansehe, glaube es aber noch immer nicht.

„Natonalismus, Terror, Hass, die Angst geht um in Europa – der Spannungsroman über Europa am Scheungsweg“, steht am schwarzen Buchrücken. Aber ich habe das Buch,  wie schon geschrieben, sehr langweilig gefunden. Obwohl die Fakten, soweit ich es beurteilen kann, stimmen und der Hintergrund gut recherchiert zu sein scheint.

„Natürlich sind die handelnden Personen rein fiktiv. Viele der Zitate sind allerdings der Wirklichkeit entnommen. Man kann sie auf Facebook, in Presseaussendungen und Medienberichte finden“, schreibt Eva Rossmann auf der letzten Seite vor der Danksagung.

Und ich freue mich von ihr im nächsten Jahr vielleicht ein spannenderes Buch über ein vielleicht nicht so brissantes Thema zu finden und bin jetzt gespannt, was die passionierten Mira Valensky Leser dazu sagen?

Und wie schon geschrieben, ich denke mir, daß man auch aus diesem Thema ein spannendes Buch schreiben hätte können und finde es sehr schade, daß sich Eva Rossmann das offensichtlich nicht zutraute.

Das auf das Kreuz nageln, was ich  auch ein wenig kitschig finde, hätte sie dabei ja weglassen können. Eine Demonstration auf einer Buchmesse mit einem verschwundnenen Linken, Flüchtling oder Messedirektor hätte vielleicht schon genügt.

2017-04-22

Gott ist nicht schüchtern

Von der 1984 in Baku geborene Olga Grjasnowa, die am Leipziger Literaturinstitut studierte, habe ich das erste Mal vor dem blauen Sofa gehört, als sie dort ihr Debut „Der Russe ist einer der Birken liebt“ vorstellte, das ich mir dann zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken ließ.

Ein sehr beeindruckendes Debut von einer überforderten jungen Frau und einen toten Hasen, aus ihrem zweiten Buch habe ich sie im Wiener Literaturhaus lesen gehört und jetzt ist ihr dritter Roman bei „Aufbau“ erschienen und er begleitet zwei hoffnungsvolle junge Syrier, durch die Revolution, durch den Krieg, bis sie dann beide mit Booten geflüchtet, in Berlin wieder aufeinander treffen.

Endlich ein politisches Thema in der Gegenwartsliteratur, wie die Blogger schon länger fordern, beziehungsweise auf der letzten LL vermißten, aber Jenny Erpenbecks „Gehen ging gegangen“ vom Vorjahr, nicht als literarisch genug durchgehen lassen.

Bei Olga Grjasnowa, die groß in Leipzig vorgestellt wurde, erging es zumindest den „Amazon-Lesern“ ähnlich, denn ein Roman muß ja abgehoben sein, um als literarisch zu gelten.

Wenn da eine nur vom Leben im umkämpften Damakus berichtet, wird das schnell als Journalistisch und Reportagenhaft abgetan.

Dennoch, trotzdem kann ich mir jetzt ein realistischeres Bild von der Flüchtlingskrise machen, mir das Schicksal der Menschen, die zu uns gekommen sind, wie das so schön heißt, vielleicht ein bißchen besser vorstellen und, daß das Buch nicht literarisch wäre, ist mir nicht aufgefallen, aber ich gelte ja auch nicht dafür und habe in den letzten Jahren in meiner sogenannten Flüchtlingstrilogie auch ein bißchen darüber geschrieben und gelesen.

Olga Grjasnowa ist vielleicht ein bißchen besser mit der syrischen Küche und dem Mittelschichtleben in Damaskus vor und während dem Krieg vertraut, irgendwo habe ich gelesen, sie wäre mit einem Syrier verheiratet und so erzählt sie die Geschichte von Hammoudi und Amal, die irgenwann 2011 zu beginnen scheint, auch sehr packend.

Da ist Hammoudi gerade mit seinem Medizinstudium, das er in Paris absolvierte, fertig. Er hat auch schon eine Stelle als kosmetischer Chirgurg und eine Beziehung, muß aber nach Hause in die Grenzstadt Deir az Zour, um seinen Paß zu verlängern.

Von dort wir er nicht mehr hinausgelassen, muß seine Approbation machen, fällt dabei mit einem zweiten ausländischen Arzt durch, weil er das Schmierkuvert vergessen hat, „Zu lange im Ausland gewesen!“, sagen dieKollegen, die zwar nichts wissen, das Kuvert aber dabei hatten, beginnt dann ein geheimes Lazarett aufzubauen und die Angeschossenen und Verletzten zu operieren und zu operieren….

Amal hat dagegen bei ihrem Vater durchgesetzt, Schauspielerin zu werden, beginnt jetzt mit ihren ersten Rollen, geht zu Demonstrationen, wird verhaftet, lebt  mit dem Regisseur  Youssef zusammen und erfährt dann, die eine russische Mutter hat, die aber irgendwann aus ihrem und dem Leben ihres Bruders Ali verschwunden ist, daß der Vater schon längst eine zweite fromme Familie hat.

Sie flüchtet mit Youssef nach Beirut, beginnt dort in einer Küche zu arbeiten, das Geld geht aus. Sie flüchten in die Türkei und beginnen dann die Übefahrt nach italien zusammen mit einer jungen Mutter und deren Baby Amina. Die Mutter kommt um, als das Schiff untergeht, Amal, das Baby und Joussuf können sich retten.

Amal gibt Amina, als ihr Kind aus. Sie kommen nach Berlin, wo Amal in Kochshows zu arbeiten beginnt und Angst hat, daß man ihr das Baby wegnehmen könnte.

Hammoudi muß auch flüchten und kommt ebenfalls nach Berlin, wo er Amal, die er schon in Damaskus kurz gesehen hat, wieder trifft. Die beiden verlieben sich ineinander und verbringen ein paar schöne Stunden in einem Hotel.

Dann wird Hammoudi in ein anderes Flüchtlingsheim verlegt und kommt dort bei einem Bombenanschlag um, während Amal ein Angebot hat, für eine Kochshow nach L.A. zu reisen. Sie tut es auch, dreht aber, weil sie Angst vor dem Meer und dem Wasser hat, am Flughafen dort wieder um und fliegt zurück nach Berlin.

Ein sehr interessantes Buch, das ich jeden empfehlen kann, der sich für die Flüchtlingssituation interessiert. Es gibt auch drei Landkarten in dem Buch, die die drei Teile voneinander trennen.

Die erste zeigt die Staaten am Mittelmehr, Syrien, Türkei, Libanon, Irak,  in der zweiten ist schon Europa mitabgebildet, während auf der dritten, die Sterne am Firmanent aber auch Tiernamen stehen und ein Zitat von Brecht gibt es auch:

„Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überal zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch  nicht anerkannt wird.“

Es ist aus den „Flüchtlingsgesprächen“ und ich vermute, Bertold Brecht hat es in einem ganz anderen Zusammenhang  geschrieben.

Und der Titel bezieht sich wohl darauf, daß der liebe Gott sehr viel Gewalt und Kriege zuläßt und nichts dagegen tut oder tun kann.

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