Literaturgefluester

2019-05-18

Im Netz

Filed under: Bücher — jancak @ 09:32
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Jetzt kommt der letzte Eva Rossmann Krimi, den mir der Alfred kaufte, als wir im September bei der Buchpräsentation waren. Ich bin ja sozusagen ein Eva Rossmann-Fan, zumindestens habe ich die meisten ihrer Mira Valensky Krimis gelesen, die seit, ich glaube, 2000 Jahr für Jahr zu einem aktuellen Thema erscheinen.

Eva Rossmann scheint eine fleißige Schreiberin zu sein und sie scheint, das habe ich auch schon geschrieben, nach einem bestimmten Schema vorzugehen. So stellt sie viele Fragen, deutet an, ohne, wie beispielsweise bei den „Patrioten“, zu direkt zu sein. Aber das war ja kein Mira Valensky-Krimi und vielleicht ist sie auch schon etwas ausgeschrieben.

So viele neue brisante Themen gibt es ja dann wahrscheinlich doch nicht, so ist, denke ich, auch „Im Netz“, eine Mischung von dieser Themenvielfalt. Aus jedem Dorf ein Hund könnte man sagen, oder ein Mix aus verschiedenen Fällen und was mich besonders an diesem Buch nervte, war, daß bei der direkten Rede, die Anführungszeichen fehlten und durch Bindestriche ersetzt waren.

Das scheint jetzt modern zu sein, zumindest wurde ich schon ermahnt, doch nicht mehr so altmodisch zu sein und „sagte er, „sagte sie“, zu schreiben, aber ich fürchte, man kennt sich dann besser aus und ich habe bei Eva Rossmanns direkter Rede oft nicht mehr gewußt, wer da eigentlich spricht und worum es geht war mir eigentlich auch nicht immer klar, hüpfte Eva Rossmann meiner Meinung nach zu viel und zu schnell von einem Thema zum anderen, stellt sich Fragen, die oft nicht wirklich wichtig sind und mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.

Also drei vier Krimis in einem und Mira Valenksy, die Heldein, die wir ja schon fast zwanzig Jahren begleiten, ist in diesen auch älter und fetter geworden, hat vielleicht ein Burn-Out, zumindestens ist mit ihrem „Magazin“ nicht mehr zufrieden und mit ihrem Chefredakteur auch nicht, denn der hat ziemlich abgehalftert, so überlegt sie ständig, ob sie in Pension oder woanders hingehen soll, aber wohin soll man, wenn es den Qualitätsjournalismus nicht mehr gibt und durch Internetforen ersetzt worden sind?

Der Kater Gismo ist inzwischen auch schon gestorben und wurde durch einen anderen ersetzt, der sich ständig auf Miras Computer setzt, weswegen sie ihn „Kish“ nennt und vermutet, daß er die Inkarnation eines Reporters ist.

Ein anderes Klischee ist und ich vermute, das ist wegen der bundesdeutschen Leser, auch das Motiv vom „Dritten Mann“, aber warum geht es, werden meine Leser jetzt wissen wollen?

Gute Frage! Mira sitzt in der U-Bahn, beobachtet die Leute, denkt herum und erfährt Carlo Neuhaus hat sich umgebracht. Das war ein Importeur von italientischen Lebensmitteln und ein guter Mensch, der allen helfen wollte. So wurde er verdächtigt, Kopf einer Schlepperbande zu sein und ein Shitstorm brach los.

Es gibt eine Witwe, die sich zwar von ihm scheiden ließ, ihn aber trotzdem beerben möchte und einer seiner Mitarbeiter, der Hacker Simon ist auch verschwunden.

Das führt zu Fran, den Sohn von Miras Freundin Vesna, denn der ist auch ein Computerspezialist und der klärt Mira auf, was im Netz alles geschehen kann.

Simon hatte eine Zweitwohnung, sie gehen hin, um  zu recherchieren und werden überfallen.

Nun gut, die Krimielemente müssen sein, obwohl sie meiner Meinung nach zu aufgesetzt wirken, denn Mira kocht und denkt sich inzwischen weiter, interviewt einen Rechtsanwalt und findet heraus, daß die drei Somalis, die Neuhaus angeblich geschleppt hat, den Auftrag bekommen haben, in den Lastwagen zu steigen und seinen Namen zu nennen.

Jetzt kommt noch ein anderer Fall dazu und zwar den, daß einer beschuldigt wurde, eine Frau vergewaltigt und dann liegengelassen zu haben und Quereleien mit dem Chefredakteur gibt es ständig auch.

Dann taucht der sympathische Chef eines Internetforumus auf, macht ein verlockendes Angebot und Mira reist zuerst nach Stuttgart und dann nach Sardinien, um Simon auf die Spur zu kommen. Da bekommt sie die Infos von einer Cyberorganisation, die hinter allem steckt, setzt mit Hilfe von Fran falsche Fährten und verbreitet einige Fakes, um an die Fakt zu kommen.

Am Schluß klärt sich auf, wer der Böse war und in dem Buch, das Eva Rossmann  Alfred signierte, ist auch Fakt und „Fake“ hineingedruckt.

„Fakt“, hat Eva Rossmann mit einem gezeichneten Smiley angekreutzt, aber daß alle Schriftsteller lügen und daß alle Romane gefakt, also erfunden sind, hat glaube ich Daniel Kehlmann einmal gesagt, beziehungwweise schreibt man das selbst hinein, um keine Rechtsschwierigkeiten zu bekommen.

Eva Rossmann schreibt sicher schon am nächsten Buch, so daß wir raten können, welches Thema da  bearbeitet wird. Zuviel Neues wird es wohl nicht geben oder doch vielleicht, hat sich ja in Österreich gerade die Regierung umgebildet und Neuwahlen wurden ausgerufen. Aber das wird bis zum Erscheinen des Buches vielleicht schon wieder ein alter Hut und nicht mehr so interessant sein.

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2018-08-27

Sültzrather

Jetzt kommt Buch zwei der heurigen Longlist, die ja von einigen der Bloggern und Booktubern, für leichter lesbarer, als die früheren gehalten wurde. Vielleicht weil der „Kaffeehaussitzer“ Uwe Kalkowski in der Jury sitzt, haben sie  es angenommen und dieses Gerücht weitergegeben, bevor sie Josef Oberhollenzers bei „Folio“ erschienenes Buch „Sültzrather“ gelesen haben, würde ich annehmen und füge gleich, um nicht mißverstanden zu werden, daß mir das Buch sehr gut gefallen hat, obwohl ich wenig, wie nichts davon verstanden habe.

Aber ich habe ja irgendwie ein Faible für die experimetelle Literatur und den Namen Josef Oberhollenzer, habe ich, glaube ich auch schon einmal gehört. Mehr nicht, vermute aber, daß der 1955 in Südtirol geborene und dort auch, glaube ich, als Lehrer lebende Autor GAV-Mitglied ist. Er hat in Innsbruck Germanistik studiert und versteht sein Werk in der Fortsetzung von dem von Norbert C. Kasers, der ja auch ein experimenteller Südtiroler Autor ist, von dem ich mir einmal, lang lang ists her, ein Buch gekauft habe.

Norbert C. Kaser ist, wie ich „Wikipedia“ entnehme, wie auch Josef  Oberhollenzer, ein Verfechter, der Kleinschreibung, obwohl er sie in dem hundertachtzig Seiten Buch, Roman würde ich es nicht nennen, nicht konsquent durchhält, was aber schon vom „Literaturcafe“, die ja nichts von dieser vielleicht österreichischen oder südtirolerischen Tradton halten, beanstandet wurde und es ist wahrscheinlich auch ein „Fußnotenbuch“ und da gibt es auch einen Kunstgriff, denn das Buch schildert ja das Leben des am 9. Juni 1931 in Aibeln, Südtirol geborenen Vitus Sültzrathers, der 1959 von einem Gerüst stürzte, seither querschnittgelämt war und sich am 22. Mai 2001 offenbar das Leben nahm. Auf der ersten Seite des Buches, steht der Lebenslauf und es ist auch ein Personenverzeichnis angegeben, so daß ich wieder einmal nachgooglete, ob es diesen Vitus Sülzrather von dem der Beschreibungstext  erzählt, daß der Zimmermann nach seinem Unfall zum Dichter wurde und sich seither damit beschäftigte sein Leben in Notizbüchern auf und auch immer wieder umzuschreiben, wirklich gegeben hat.

Hat es, glaube ich, nicht, obwohl in den Fußnoten beispielsweise unter der Werkangabe von Ernst Jandl, dann die von Vitus Sültzrather aus „Notizbuch sowieso“ steht und die Fußnoten machen  ein Drittel bis zur Hälfte des Buches aus und, daß es das Buch eines Germnisten und Mittelschullehrers ist, der sich wahrscheinlich freut, bald in Pension gehen zu können, weil er jetzt seinen Schülern ja keine Literatur mehr vermitteln darf, aber vielleicht ist das in Südtirol anders, ist auf jeder Seite zu merken.

Da frage ich mich wieder, was die Buchblogger und die Durchschnittsleser zu diesem Buchpreisbuch sagen? Habe das Lesen aber sehr genossen, obwohl ich wahrscheinlich auch, weil ich es als PFD gelesen habe, vieles nur überflogen habe.

Aber ich habe ja schon die kompliziertesten Bücher als PDF gelesen und so mich wieder relativ schnell durch diese Fußnotenlandschaft gelesen, wo sowohl der Aufsatz eines dreizehnjährigen Schülers „Glück ist das Geographische das in uns steckt. Wir können es nicht anheuern. aber es ist da, wenn man es braucht“, als auch Ernst Jandl, Peter Handke, Raoul Schrott, Paul Celan, Thomas Bernhard, etcetera, zitiert werden und dazwischen kommen, wie schon erwähnt, immer wieder die Werkangaben zu den betreffenden Tetstellen aus den Notizbüchern des Vitus Sültzrather und wieder einmal erstaunlich, das, was ich gelesen habe unterscheidet sich von der Angabe des Beschreibungstextes, aber, daß es ein Buch ist, das man wieder nicht nacherzählen kann, ist wahrscheinlich schon klargeworden.

Auf den letzten Seiten werden dann noch einmal die Textstellen angeführt und die sehr schöne Titel haben, die das Buch beinhaltet und da beginnt esgleich einmal mit einer „Spieleröffnung mit Schuhen“, also der Schuansammlung, die sich der Querschnittgelämte zulegte und die auch, wie die Fußnoten belegen, Thomas Bernhard gehabt haben sollte.

„…folglich trenndend also zwischen sommermontagsschuhen und wintermontagsschuhen“ etcetera, eine Textstelle die vom „Literaturcafe“ als „albern“ beanstandet wurde, mir aber gefallen hat.

Es geht dann weiter mit den Textkapiteln, die immer wieder von den Fußnoten und den Motti untermauert und erklärt werden und so gibt es einen „Sekretärstraum“ und einen „Alpdohlentraum“ und auch die Behauptung, daß „Sültzrather nie in Pension gehen hätte wollen, wenn er Lehrer gewesen wäre.“

Es gibt Kapiteln in denen die Zugehfrau Notburga T. und deren Tochter Rut eine Rolle spielen, es wird von der Schwester und noch verschiedenen anderen Personen berichtet und am Schluß gibt es eine Danksagung an die Personen, die Josef Oberhollenzer geholfen haben, seinen Vitus Sültzrather lebendiger zu gestalten und ich könnte der Buchpreisjury dafür danken, daß mir ihre Auswahl einen interessanten Autor und ein interessantes Buch nähergebracht haben, wobwohl ich, wie schon geschrieben, nicht alles verstanden habe und auch nicht glaube, daß es auf die LL kommen wird, das Lesen, beziehungsweise das Hineinschnuppern in den Roman eines Germanisten ist, glaube ich, sehr zu empfehlen und „albern“ ist, denke ich nichts dabei, wenn das Ganze auch nicht so leicht zu lesen ist.

2017-10-28

Patrioten

Nachdem ich mit dem österreichischen Buchpreislesen und den zwei Büchern der Debutshortlist fertig bin, bleibe ich weiter in Österreich und nach den „Reibungsverlusten“ weiter in der Politik, denn Eva Rossman, mit der ich 2000, glaube ich, gemeinsam beim Poetenfest in Raab gelesen habe, ich aus meinem ersten Indie „Wiener Verhältnisse“, sie aus ihrem ersten Mira Valensky-Krimi „Wahlkampf“, hat ein neuerliches Buch geschrieben.

Allerdings keinen Krimi mit der Mira und der Vesna aber wieder ein aktuellen Thema, das mich ja seit der van der Bellen Wahl und seit sich mein Kritiker ja auch als Pedgida Fan entpuppte, sehr beschäftigt.

„Patrioten“ heißt zu Wahl passend das Buch, hat einen schwarzen Umschalg mit geheimnissvollen Zeichen und ist, ich weiß nicht so recht, ist es eine Enttäuschung?

Natürlich nicht, denn es hat ja wieder, nachdem bei der Frankfurter Buchmesse, ja auch der Messeschef hilflos zwischen dem „Antaios-Chef“ getanden ist und von der Menge mit „Wir alle hassen Antifa!“ niederbebrüllt wurden, worauf die Identitären jubelten, daß sie  die Linken auf der Messe besiegt hätten, ein sehr aktuelles Thema und eines das mich sehr interessiert.

Auf das Buch wurde ich von einer literaturbegeisterten Dame, ich glaube, bei der „Perutz-Rreisverleihung“ aufmerksam gemacht, dann habe ich ein Interview von Eva Rossmann mit Günther Kaindsldorfer in der Hauptbücherei gehört und erfahren, dieses Buch hat nichts mit Mira Valensky zu tun, denn Eva Rossmann wollte die nicht in diesem Fall ermitteln lassen. Es scheint, habe ich, aber gedacht, doch eine Art Krimi zu sein, denn der Vorsitzende der Patriotischen Sozialen wird an ein Kreuz genagelt.

Das klingt spannend, wie ein Krimi und ist von der identitären und Pegida-Wirklichkeit weit entfert und da fällt mir ein, ich habe ja auch vor einem Jahr im Literaturhaus auf einer Veranstaltung gelesen, wo Eva Rossmann dabei war und morderierte. Damals ist es auch um Flucht und Vertreibung gegangen und darin geht es in dem Buch ja auch.

Der Chef der fiktiven Patriotisch Sozialen Partei wird also ans Kreuz genagelt und keine Mira kommt um zu ermitteln, schickt ihre Putzfrau Vesna auch nicht in die Kirche, wo die Füchtlingsfrau Sina, deren Mann verschwindet, Unterschlupf fand. Sie lernt dort auch nicht die zweiundachtzigjährige Lotte Klein kennen, die Sina betreut und folgt der nicht nach Brüssel, wo zwar kein Schwein herumläuft, aber fast ein Terroranschlag passiert.

Das wäre wahrscheinlich interessant und spannend gewesen. So war es, fürchte ich, sehr fad und langweilig und ich habe mich durch die fast dreihundertsechzig Seiten gequält und bei Seite fünfzig war ich dann wahrscheinlich schon so weit, zu sagen „Da passiert ja nichts und worum geht es da eigentlich?“

Detail am Rande. Alfred hat das Buch zweimal gekauft und eines seiner Mutter geschenkt. Keine Ahnung ob die das noch liest? Daß es ihr, der passionierten Krimileserin gefällt, kann ich mir nicht vorstellen und frage mich auch, warum Eva Rossmanmm, wenn sie schon ein so  zeitakteulles Thema wählte, dann auskneift und um den Brei herumschreibt?

Ist es Angst vor den Patrioten oder einer Klage, die die ja sehr gerne androhen? Recherchiert ist es, die ich mich in diesem Gebiet ja auch ein wenig auskenne, sehr gut.

Also nicht Mira Valensky und ihre Putzfrau Vesna, die inzwischen ihre Freundin ist, recherchieren, sondern die dreiundachtzigjähre Lotte Klein, die früher Chefsekretärin war, Witwe eines berühmten Fernsehsprechers, Großmutter von David, der auch Reportagen schreiben will und die betreut, weil sehr katholisch, in ihrer Pfarre eine syrische Flüchtlingsfrau namens Sina und Julius Sessler, der Chef der Patriotisch Sozialen wird ans Kreuz genagel. So weit so gut und das wissen wir jetzt schon.

Was dann passiert, ist langweilig, das habe ich auch schon geschrieben. Denn es wird geredet und gedacht.Einander auch manchmal ein wenig beleidigt und in die Vergangenheit zurückgeschwenkt und dazwischen passieren durchaus krimiähnliche haarsträubende Dinge und vor allem tauchen auch immer wieder, auch ein sehr aktuelles Thema, Hasspostings auf, die von einem ES angeführt werden.

Rami, Sinas Mann verschwindet und die bittet Lotte um Hilfe. Die hat auch einen Verehrer, nämlich einen zweiundneuzigjährigen ehemaligen Widerstandskämpfer und Rechtsanwalt, namens Richard Pribil, der Lotte kennenlernt, als sie ihm in sein Fahrrad rennt. Alles vielleicht auch nicht sehr realistisch und nicht sehr spannend. David und Frau Klein, so wird sie auch immer wieder genannt, sollen herausfinden was passierte. Sina ruft auf seinen Computer ihren Vater in Damaskus an. Dann kommt die Polizei auf ihre Spur und verdächtigt den verschwundenen Rami ein Terrorist gewesen zu sein. Seine DNA und die einiger ander Flüchtlinge, die ebenfalls verschwunden sind, taucht bei dem Kreuz auf. Sina kommt in Untersuchungshaft und Lotte Klein macht sich bei einem Fernsehjubläum an den neuen Chef der Patrioten heran. Sie versucht auch bei der Polizei zu ermitteln, beziehungsweise tut das Richards alter Freund, der früher Polizeipräsident war und David geht als Prakikant nach Brüssel. Das will er zwar nicht wirklich oder doch. aber nicht in Anzug und Krawatte. So kauft ihm die Oma eine schwarze Jeans und eine Jennifer taucht auf, die beim Fensehen, die Besucher empfängt. Die ist achtzehn und ist von einem in Wien geborenen türkischen Medizinstudenten, der dann ebenfalls verschwindet, schwanger. Das entsetzt ihren Vater, denn der, ein arbeitsloser Baupoliert ist ja patrotisch. Dann ist er aber wieder ein Kommandant und bildet am Semmering arabische junge Männer aus. Das beobachtet Jennifer hinter einem Baum verborgen und ruft Lotte an, um ihr das mitzuteilen, die sich inzwischen in Brüssel befindet und da taucht dann plötzlich Rami in einem Sitzungssaal auf, der in jenem Ausbildungslager war. Es kommt fast zu einem terroristischen Anschlag und am Ende klärt sich alles auf oder auch nicht. Julius Sessler hat offenbar auf eine sehr spekuläre Art und Weise Selbstmord begangen, um seinem Krebstot zu entgehen und ich frage mich, was habe ich aus der Lektüre des Buches gelernt und was weiß ich jetzt mehr als vorher?

Daß die Frankfurter Buchmesse den Protesten gegen die rechten Stände eher hilflos gegenübergestanden ist, habe ich schon früher gewußt und daß „Mulitkulti“ angeblich gescheitert ist, höre ich, wenn ich mir die Videos der Identitären ansehe, glaube es aber noch immer nicht.

„Natonalismus, Terror, Hass, die Angst geht um in Europa – der Spannungsroman über Europa am Scheungsweg“, steht am schwarzen Buchrücken. Aber ich habe das Buch,  wie schon geschrieben, sehr langweilig gefunden. Obwohl die Fakten, soweit ich es beurteilen kann, stimmen und der Hintergrund gut recherchiert zu sein scheint.

„Natürlich sind die handelnden Personen rein fiktiv. Viele der Zitate sind allerdings der Wirklichkeit entnommen. Man kann sie auf Facebook, in Presseaussendungen und Medienberichte finden“, schreibt Eva Rossmann auf der letzten Seite vor der Danksagung.

Und ich freue mich von ihr im nächsten Jahr vielleicht ein spannenderes Buch über ein vielleicht nicht so brissantes Thema zu finden und bin jetzt gespannt, was die passionierten Mira Valensky Leser dazu sagen?

Und wie schon geschrieben, ich denke mir, daß man auch aus diesem Thema ein spannendes Buch schreiben hätte können und finde es sehr schade, daß sich Eva Rossmann das offensichtlich nicht zutraute.

Das auf das Kreuz nageln, was ich  auch ein wenig kitschig finde, hätte sie dabei ja weglassen können. Eine Demonstration auf einer Buchmesse mit einem verschwundnenen Linken, Flüchtling oder Messedirektor hätte vielleicht schon genügt.

2017-01-03

Gut aber tot

Filed under: Bücher — jancak @ 00:27
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„Fleisch essen kann gefährlich sein, vegan leben auch!“, steht am Rücken meines vom Alfred bekommenen Weihnachtsbuches und ich habe wieder einmal einen Eva Rossmann Krimi glesen.

Der Achtzehnte ist es schon in dem Mira Valensky und ihre Putzfrau oder jetzt schon Freundin Vesna, alle möglichen gesellschaftlichen Porbleme unserer Zeit bearbeiten, den die 1962 geborene Verfassungsjuristin und Hobby oder auch schon Profiköchin da geschrieben hat, denn die, die auch als Journalistin gearbeitet hat, ist eine sehr fleißige Person, die Jahr für Jahr einen Kriminalroman heruausgibt.

„Wahlkampf“ war der erste, 1999 erschienen, den hat sie dann beim „Poetenfest“ bei Richard Pils vorgestellt und ich habe aus den „Wiener Verhältnissen“ gelesen. Das war mein erstes Selbstgemachtes, jetzt schreibe ich schon am dreiundvierzigsten Digitaldruckbuch und bin damit leider nicht so erfolgreich, wie die freundliche Journalistin geworden, habe aber im letzten Jahr wieder mit ihr im Literaturhaus gelesen, das heißt, sie hat da eine „Flüchtlingsanthologie“ vorgestellt und weil es eine sogenannte „Publikumsveranstaltung“ war, habe ich mein „Sommerbuch“ vorstellen können.

Man tut was man kann und ich habe für die Lesung in Schloß Raabs ja auch kein Honorar bekommen nur ein Mitternachtsessen, das, wenn ich mich richtig erinnere, aus Schweinsbraten bestanden hat, womit wir wieder beim Thema wären.

Die achtzehn Krimis sind in dem „Folio-Buch“ genau angeführt, Taschenbuchausgaben gibts dann immer bei „Bastei Lübbe“, wofür sich die freundlich Autorin auch sehr freundlich bedankt und ich kann genau nachvollziehen, welche ihrer Krimis ich nun gelesen habe und welche nicht.

Nicht mehr alle, aber sehr viel, denn bis zu Buch zehn oder elf habe ich sie immer vom Alfred zum Geburtstag oder Weihnachten bekommen und sie dann mehr oder weniger begeistert gelesen.

Manche haben mir gefallen, manche eher nicht, mein Highlight ist wahrscheinlich immer noch „Freuds Verbrechen“ und seit 2008 blogge ich ja mit, da habe ich „Russen kommen“ zu Weihnachten bekommen, aber noch nicht so genau rezensiert.

Dafür gibts eine Rezension von „Leben lassen“ „Evelyns Fall“ war dann schon ein Rezensionsexemplar.

„Unterm Messer“ hat mir der Alfred gekauft.

„Unter Strom“, „Alles rot“ und „Fadenkreuz“ habe ich nicht gelesen, dafür aber das 2013 erschiene „Männerfallen“, das war dann wieder ein Rezensionsexemplar.

Von den letzten Büchern habe ich auch nicht so viel gehört, dafür wurde aber „Gut aber tot“ im Cafe Sonntag, der Sendung, die ja Eva Rossmann moderiert vorgestellt und auf der „Buch-Wien“ war sie, glaube ich, damit auch und das Buch hat wieder ein brisantes Thema, geht es ja um das Essen.

Vegan oder nicht und, daß man daraus genauso einen Glaubenskrieg machen kann, wie daraus, ob man nun links oder rechts ist, Hofer oder van der Bellen wählte, hat Eva Rossmann wieder sehr genial herausgefunden und vermarktet und, wie immer nähert sich sich ihrem Thema, sehr langsam, von allen Seiten und mit vielen Fragen an.

Der letzte von mir gelesene Rossmann-Kkrimi, mit dem sie auch den „Perutz-Preis“ bekommen hat, ist 2013 erschinen.

Seither ist viel passiert, Kater Gismo ist gestorben, Mira fährt mit einem Elektroauto und die Tochter ihrer Freundin Eva, die sie 2005 bei „Wein und Tod“, kennenlernte, ist jetzt selber Winzerin und engagiert sich bei den „Landsleuten“, das ist eine Vereinigung junger Bauern, die man nicht für rechts halten soll, denn die jungen Landleute sind „Weder blöd noch dumpf, sondern einfach vom Land, die sich gegen die „blöden Veganer“ wehren, die sich V. A.s nennen, eine Organisation, die es offiziell gar nicht gibt.

Und die haben jetzt mit Theaterblut „Mörderin“ auf das Tor der Winzerin geschrieben, die empört, Mira Valensky herbeiholt und der Krimi beginnt.

Wie immer langsam und bedächtig. Zuerst macht sie ein Experiment, in dem sie zwar Lammkottelets einkauft, ihrem Oksar aber ein veganes Süppchen und dann irgendwas im Brotteig serviert, worauf sie der entsetzt anschaut und sich erkundigt, ob sie jetzt immer so kocht?

Und weil wir in einer intoleranten Gesellschaft leben, beschweren sich die Nachbar auch über das Geschrei der neuen Katze und drohen mit der Polizei.

Mira leckt Blut und beschließt in ihrem Magazin einen Artikel über die Veganer zu schreiben. Dazu besucht sie den Gnadenhof, wo ein ehemaliges Model, alten Tieren mit Spenden und Testamenten von Tierfreunden ein Leben im Ruhestand ermöglichen will.

Mira stolpert nun gleich über die erste Leiche. Der herzkranken Geschäftsführer wurde von Füchsen angefresen und eine Reihe von Spekulationen tauchen auf. Die Finanzgebarung könnte nicht stimmen, das Gebäude könnte sich auf einer ehemaligen Mülldeponie befinden und und und….

Es geht aber vorerst  mit einer Produktverkostung weiter, auf der auch Franz, das ist einer der Landleute, der aber, weil seine Eltern den Hof noch nicht übergen wollen, ein bißchen bei „MitTier“ mitarbeitet, sein veganes Würschen aussteilt und den dritten Platz macht.

Martina, die junge Winzerin triumphiert, macht eine Party, bei der zwar auch die Polizei anrückt, weil nicht angemeldet, aber sie bekennt, daß in Franzens Würchen, das beste Biofleisch war, worauf der dann mit einem Schuß im Rücken tot aufgefunden wird.

Ein veganer Aktivist, der bei dem tatsächlich stattgefundenen Tierschützerprozeß, eine Rolle spielte und im Gefängnis saß, taucht auf und eine halbtürkische Kabaretistin, die ein Programm „Gegen Fleisch“ macht und alle in den Kakao zieht.

Die wird daraufhin entführt und landet in einem Schweinetransporter vor dem Berliner Zoo. Der Schweinetransporter ist von Viktors Hof ausgegangen, der weil er Schulden hat, nicht biologisch arbeiten kann , sondern einen Vertrag mit „Pro Schwein“ hat, wo es eher Massentierhaltung gibt.

Am Ende stellt sich noch heraus, daß ein großer Prozentsatz der Fima, der auch der Gnadenhof gehört, eigentlich Teil eines großen Mulitkonzerns ist, der erkannt hat, daß die Leute nicht mehr soviel Fleisch essen und, daß vegal also ein guter Geschäftszweig ist.

Das Buch ist, glaube ich, durch die Medien gegangen und die Debatte Fleisch oder nicht Fleisch ist auch ein aktuelles Thema und vor einer Woche habe ich auch in den Nachrichten gehört, daß es den Veganern verboten werden soll, ihre Produkte „Schnitzel“ oder „Wurst“ zu nennen, weil das zu Irreführungen führen kann und, daß die meisten veganen Produke auch industriell erzeugt sein sollen.

Köstliche Rezepte gibt es in dem Buch, wie in den anderen Rossmanns Krimis auch und es ist Fleisch dabei, denn Eva Rossmann gehört nicht zu den Vegetariern.

Ich esse auch Fleisch, weil das der Alfred gerne kocht, denke aber, daß man das nicht soviel und auch vielleicht keine Tiere töten sollte und bin auf den nächsten Eva Rossmann Krimi, ganz egal, ob er zu mir kommen oder nicht kommen wird, schon sehr gespannt.

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