Literaturgefluester

2017-07-11

Das Challenge-Fortsetzungsgeschichtenprojekt

Die zwei Monate Schreib- und Recherchevorbereitung mit der ich unter anderen den Mai und den Juni verbracht habe, sind vorbei und nun liegen achtzehn Fortsetzungstexte, die ich größtenteils nach Annika Bühnemanns Schreibimpulsen, beziehungsweise  bei zwei Schreibgruppen geschrieben habe, vor mir.

Zur Erinnerung, irgendwann im März, April oder vielleicht auch schon früher, als ich noch am „Bibliotheksgespenst“ korrigierte, bin ich daraufgekommen, daß ich als nächstes eine Geschichte über eine Frau, die jeden Abend in einer Pizzeria ein Glas Wein trinkt,  schreiben möchte, denn ich komme, wenn ich am Abend von der „Alten Schmiede“ oder auch der „Gesellschaft für Literatur“ nach Hause gehe an einer Pizzeria vorbei und da habe ich oft eine ältere Dame sitzen sehen.

Nun ja, nun gut und nicht die erste Geschichte einer depressiven Frau aus meiner Feder, da habe ich  schon einges bei meinen inzwischen schon über vierzig selbstgemachten Büchern, das dann so gut wie unbeachtet geblieben ist und ich dachte dann auch „Uje, nicht schon wieder über eine depressive Frau und nicht schon wieder mit einer Idee anfangen, dann  ein paar Wochen korrigieren, in ein paar weiteren Wochen damit ertig sein und es gibt das fünfundvierzigste oder sechsundvierzigste Buch, keiner schaut es an und nur mein Kritiker Uli schreibt vielleicht „Nö, das interessiert mich nicht!“

Um das zu vermeiden kam dann die Idee zuerst mit dem Recherchieren anzufangen, also in Wien herumgehen und Idee und Einfälle sammeln und vielleicht vorher Skizzen und Studien schreiben, bevor ich mit der Romanarbeit beginne.

Dazu kam dann ganz zufällig Annika Bühnemanns zehn Geschichten Projekt, die im Monat Juni zehn Gescichten veröffentlichen wollte, dazu aufrief und  auch die entsprechenden Schreibimpulse gab, die ich für mich sehr brauchbar fand.

Im April bin ich, glaube ich, mit dem Korrigieren der Dorothea Wewerka fertig geworden, da hatte ich dann schon die Idee mit den Zwillingsschwestern, dem verheimlichten Kind, dem Moritz Lichtenstern in Berlin, der Lily in New York, etcetera und in der Mai Schreibgruppe habe ich dann die erste Szene nach Annika Bühnemanns Impuls über einem Süchtigen zu schreiben, der seiner Sucht nicht nachgehen kann, begonnen.

Dann habe ich bevor wir an den Bodensee gefahren sind, noch schnell zwei oder drei weitere Szenen geschrieben, bin dann zurückgekommen, der Alfred ist mit dem Karli nach Berlin geflogen, ich bin mit der Ruth in den öffentlichen Raum gegangen, habe das „Blogbusterleseprobenbuch“ gelesen, mein Literaturgeflüster gefeiert, bin in die Seestadt und in den böhnmischen Prater gegangen und habe dann ziemlich zu ende meiner Strohwitwenzeit mit zwei Tage Zeit für einen Fortsetzungsgeschichtenmarathon genommen.

Habe zu den Schreibimpulsen entlang meinem Handlungsfaden, die Personenbögen hatte ich schon ausgefüllt, Szene für Szene geschrieben, habe vorgehabtr das bis Ende Juni zu machen, bin aber schon nach dem Szenenmarathon draufgekommen, daß ich eigentlich mit meinem Roman oder es ist wahrscheinlich wieder nur eine längere oder vielleicht auch kurze Erzählung, wie das „Haus“, das „Schutzengelchen“ oder „Paul und Paula“ im Großen und Ganzen fertig bin, noch ehe ich mit dem richtigen Schreiben begonnen habe.

Achtzehn Geschichten habe ich jetzt im Blog, die, glaube ich, wenn ich sie chronologisch ordne und vielleicht noch das eine und das andere ergänze, die Slavenka Jagoda muß ich noch nach New York statt nach Wien schicken,  den ganzen Handlungsbogen abgeben.

Den Ordnungsversuch habe ich jetzt gemacht, das Ganze dann kopieren, einzeln durchgehen und ergänzen in den Sommerfrischenwochenenden im Juni und August,  schauen, wie lang das Ganze wird, was noch geht, etcetera, aber die Geschichte hat sich, glaube ich in den zwei Schreib- und Recherchemonaten eigentlich von selbst geschrieben.

Ich verlinke jetzt die einzelnen Artikeln, so, wie ich glaube, daß sie in der Reihenfolge passen, wie ich sie mir dann kopieren und mit dem Ergänzen und Korrigieren beginnen will.

Ob es so ganz stimmt, weiß ich nicht, werde aber weiter berichten und meine Leser konnten mich diesmal direkt beim Schreiben beobachten, das Entstehen der Erzählung hautnah erleben und spannend wird es dann auch noch sein, wie weit sich die einzelnen Geschichten, dann vom Buchtext, den es ja wahrscheinlich wieder geben wird, unterscheiden.

Ich werde auch bei den Kapitelüberschriften bleiben und das Ganze wird „Besser später als nie“ heißen, was auch die Kapitelüberschrift der letzten Geschichte ist. Ja und richtig, ein Nachwort, wo das Ganze dann auch im Buch erklärt werden wird, soll es natürlich auch noch geben.

  1. Arbeitstitel: Sucht
  2. Wiedergutmachung
  3. Das Geheimnis
  4. Eine Frau auf Reisen
  5. Angekommen
  6. Das Gespräch
  7. Der Brief
  8. Eine unerwartete Aufforderung
  9. Ein verpatzter Valentinstag
  10. Die Verwechslung
  11. Erkenntnis am Hochzeitstag
  12. Mathildes Entscheidung
  13. Schwesternliebe
  14. Schneeflockentreiben
  15. Vergangenheitsbewältigung
  16. Der Traum
  17. Arbeitstitel: Denkmäler
  18. Besser spät als nie
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2017-06-16

Mathildes Entscheidung

Als Mathilde nach Hause gekommen war, fühlte sie sich schlecht. Sie konnte sich gar nicht erinnern, wie sie von Dr. Heumüllers Praxis in ihre kleine Wohnung gekommen war, die sie in Wien seit einigen Wochen  bewohnte.

Die Zawriks, das konnte sie nicht leugnen, waren ihr behilflich gewesen und hatten ihr die Wohnung, die zufällig in dem Haus, in dem sie ihr Geschäft hatten, gerade leerstand, vermittelt, als sie überstürzt und verheult aus Berlin zurückgekommen war und bei ihnen, weil sie nicht gewußt hätte, an wen sie sich sonst wenden sollte, zu ihren Eltern wollte sie nicht gehen, alles andere als das und wäre auch nicht sicher gewesen, ob die sie nicht hinausgeschmissen  hätten, geläutet, etwas von einer plötzliches Kündigung gestammelt und gefragt hatte, ob sie ein paar Nächte bei ihnen schlafen könne, bis sie eine Wohnung gefunden habe.

„Natürlich!“, hatte Gisela Zawrik, die irgendwie so etwas, wie eine Ersatzmutter für sie war, zu ihr gesagt, ihr den Koffer aus der Hand genommen, die Türe aufgemacht und sie an sich gedrückt.

„Natürlich kannst du das, Mathilde, jederzeit!“, um sich danach vorsichtig zu erkundigen, ob es im Starverlag nicht geklappt hätte?

„Das hat doch so zuversichtlich geklungen und du bist so gerne hingefahren!“, fügte sie noch verwundert hinzu.

Natürlich und das hatte es auch. Die Arbeit im Verlag war schön gewesen und Dr. Bereder, der Verlagsleister war  über ihre plötzliche Kündigung sehr verwundert gewesen.

„Das kommt so plötzlich, Kindchen und dabei hätte ich gedacht, Sie hätten sich mit Dr. Lichtenstern angefreundet!“, hatte er erstaunt gesagt und sie hatte den Kopf geschüttelt und  ihm mit fast irren Augen und verzweifelter Stimme geantwortet daß Dr. Lichtenstern sich mit ihrer Schwester verlobt hatte.

„Dann kann ich es  verstehen! Das tut mir sehr leid, soll ich vielleicht mit Moritz reden?“, hatte der alte Herr darauf verstört geantwortet und verlegen ihre Hand ergriffen, was sie ihm energisch verbeten hatte.

„Das  nicht, nein, das werde ich schon mit ihm selber abmachen!“

Sie wolle nur schnellstens nach Wien zurückfahren, ob er das verstehe?

Er hatte verstanden und ihr keine Schwierigkeiten gemacht. So hatte sie auch die Wohnung gekündigt, ihren Koffer gepackt, die Rose, die ihr Moritz  am Valentinstag so zuversichtlich und mit verliebten Augen überreicht hatte, hineingepackt, obwohl sie sich schon im Zug deswegen Vorwürfe machte und sich schwor sie in Wien sofort in den nächsten Mistkübel zu werfen. Aus den Augen aus dem Sinn, denn es gab keinen Moritz mehr für sie, seit Natalie vor zwei Tagen so selbstbewußt in ihrer Wohnung aufgetaucht war und ihr mitgeteilt hatte, daß Sie sich mit ihm verlobt habe.

„Ich hoffe, das ist dir recht und stört nicht deine Pläne?“, hatte sie noch scheinheilig hinzugefügt.

„Denn damals in der Weinstube, als ich ihn kennenlernte, hatte ich fast den Eindruck, du wärst iń ihn verliebt!“

Was hätte sie da anders tun sollen, als den Kopf schütteln und bestätigen, daß das natürlich nicht so war. Ob sie der Schwester alles Glück gewünscht hatte, daran konnte sie sich nicht erinnern. Oder nein, das hatte sie nicht getan. Denn das wäre gelogen gewesen und unehrlich und verlogen war sie nie. So hatte sie nur den Kopf geschüttelt, Dr.Bereder und die Wohnung gekündigt. Hatte die ersten Tage bei den Zawriks und später in der eigenen Wohnung übernachtet und sich wieder eine Stelle bei einem Verlag gesucht. Dr. Bereder hatte ihr ein vorzügliches Zeugnis ausgestellt und auf die Frage ihres jetzigenn Verlegsleiters Dr. Zuschitzky  hatte sie geantwortet, daß es Familienverhältnisse waren, die sie veranlaßten Berlin zu verlassen und wieder nach Wien zurückgezukehren, obwohl sie die Eltern nicht aufgesucht hatte und sie auch zu Weihnachten nicht mehr besuchen würde. Das war aus und vorbei. Und kaum, daß sie die neue Stelle in dem neuen Verlag angetreten hatte, war ihr ständig schlecht. Sie mußte sich zusammenreißen, um nicht um und in Ohnmacht zu fallen und sich  ständig übergeben und als ihr Dr. Heumüller, in  deren Praxis sie die argwöhnisch schauenden Kollegen geschickt hatten, vor ein paar Stunden mitteilte, daß sie schwanger sei, hatte sie sie erstaunt angesehen.

„Aber nein, das ist nicht möglich!“

„Haben Sie denn nicht-?“, hatte die Frauenärztin gefragt und sie hatte den Kopf schütteln müßen.

„Doch, das schon und ich bin in Moritz auch verliebt gewesen! Aber jetzt hat er sich mit meiner Schwester verlobt und da kann ich doch nicht-!“

„Aha!“, hatte die Ärztin geantwortet, geseufzt und wohl an ihr volles Wartezimmer gedacht und an die anderen Patientinnen, die jetzt warten mußten, weil sie sich wahrscheinlich mit der jungen Frau jetzt länger unterhalten mußte.

„Dann sollte Sie dem Papa, die freudige Nachricht mitteilen oder werden Sie vielleicht–?“ hatte sie gefragt und nach dem Folder gefriffen, der über die Möglichkeit der  Abtreibung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche informierte.

„Nein!“, hatte sie gestammelt und danach, wie sie sich jetzt doch erinnern konnte, die Praxis fluchtartig verlassen, so daß die Ordiantionshilfe erleichtert, die nächste Patientin aufrufen hatte können.

„Das werde ich nicht, da werde ich schon einen Brief an Moritz schreiben!“, dachte sie, als sie Türe geschlossen hatte und Platz vor ihrem kleinen Schreibtisch nahm. Sie hatte sogar in die Lade gegriffen, wo die Kuverts und das Briefpapiert lagen und beides herausgenommen. Dann saß sie vor dem leeren Briefbogen, starrte darauf und schüttelte den Kopf.

Nein, das konnte und würde sie nicht tun! Sie konnte nicht an Moritz schreiben, daß sie ein Kind von ihm erwartete. Konnte ihm nicht mitteilen, daß sie Mutter würde. Konnte ihm höchstens zur Hochzeit gratulieren. Aber auch das würde sie nicht tun, weil sie  nicht so unehrlich und verlogen,wie die Schwester war und nicht wirklich wollte, daß er mit Natalie glücklich war,  sondern das Kind allein zur Welt bringen. Moritz sollte niemals etwas davon erfahren, daß er Vater wurde und den Kontakt zu Natalie und ihren Eltern würde sie jetzt auch abbrechen. Sie hatte lange gebraucht, bis sie begriffen hatte, daß sie das tun sollte. Aber jetzt war das aus und endgültig vorbei.

2015-06-11

Hier im Regen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:03
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Darf man ein zweites Buch nach dem ersten lesen oder sollte man angesichts der Bücherflut nicht überhaupt bei dem einen Buch pro Autor bleiben und wie ist das mit den Rezensionsexemplaren bei Bloggern? Das ist eine Frage, die „Buzzaldrin“ kürzlich wieder stellte, scheinen, die doch Neid zu erregen und da schwirren dann Sätze wie die vom „Bücher abstauben“ oder „Ich würde auch all das lesen, wenn ich die Bücher nachgeschmissen kriege!“, durch die Runde und es gibt Blogs, die schreiben groß darauf, daß sie keine solchen nehmen.

Nun  „Bei 30 Grad im Schatten“ ist ein Rezensionsexemplar, Anna Jung hat es mir im letzten Jahr freundlicherweise zur Verfügung gestellt und Lorenz Langeneggers Erstling „Hier im Regen“ ist das auch oder eher ein Leseexemplar, mit dem Aufdruck, daß man es nicht vor dem 24. 2. 2009 besprechen sollte und in dem Buch, ob gelesen oder ungelesen,  konnte ich nicht herausfinden, lag ein Brief und eine Karte von „Jung und Jung“ an die Buchhändlerin Anna Jeller in der Margaretenstraße, mit der Vermutung, daß sie das Buch interessieren und sie es bestellen könnte.

Ob sie das gemacht hat, wieder keine Ahnung, ich bin zu dem Buch jedenfalls durch den „Augustin-Flohmarkt“ gekommen, das mir dieses und noch einige schöne andere, die alle vor einigen Jahren auf der dBP Liste standen oder in Klagenfurt gelesen wurden, bescherte, die ich jetzt der Reihe nach hinunterlesen will, denn von Lorenz Langenegger habe ich das erste Mal etwas gehört, als er 2009 in Klagenfurt gelesen hat, sein Text, der mir gut gefallen hat, ist, glaube ich nicht sehr gut angekommen und als dann im Vorjahr das zweite Buch herauskam, war ich neugierig und habe bei „Jung und Jung“ angefragt, das erste habe ich 2012 auf die 2015 Leseliste gesetzt, denn ich habe ja leider oder glücklicherweise eine elendslange Leseliste, die einmal die „Deuticke-Pressedame“ irriterte, ich aber sehr ernst nehme, denn ich will ja möglichst alle Bücher lesen, obwohl ich inzwischen zu begreifen anfange, daß das nicht gehen wird.

Und um die Frage vom ersten oder zweiten Buch zu beantworten, das habe ich ja auch bei Grace Metalious einmal so gemacht.

Man soll nicht, ist die Antwort die ich mir wieder gebe, denn ich denke, obwohl ich mich an die Eindrücke von „Bei 30 Grad im Schatten“ nicht mehr so genau erinnern kann und ich den Autor kurz darauf in Göttweig und in Krems persönlich kennenlernte, denke ich  mit „Hier im Regen“ ist dem 1980 in Zürich geborenen Autor etwas Besonderes gelungen und ich würde sogar so weit gehen, ihn mit John Updikes „Rabbit“ zu vergleichen.

Da habe ich nur den ersten Band gelesen, würde aber vermuten, die Serienbände reichen nicht daran heran und „30 Grad im Schatten“ wahrscheinlich auch nicht, aber wie gesagt, das ist Spekulation, denn jetzt stehe ich ja unter dem Eindruck von Lorenz Langeneggers ersten Roman, der mir in seiner genauen Sprache, in der er die Alltäglichkeiten des Lebens erzählt, sehr sympathisch ist und ich ja selber auch so schreiben will, obwohl ich dann oft höre, „Da passiert ja nichts!“ „Oder das ist viel zu banal!“ und Literatur, das habe ich ja unlängst erst bei Sigrun Höllriegl wieder gelesen muß überhöht sein und übertreiben, denn sonst ist sie nicht gut.

Ich glaube, das nicht, habe das nie geglaubt und nach der Langenegger Lektüre, bin ich erst recht davon überzeugt, daß man auch das Banale erzählen kann und das wird im Klappentext auch so angesprochen.

„Unspekulärer kann das Setting eines Romans kaum sein, um nicht zu sagen langweiliger.“

Lorenz Langenegger ist das nicht, wie der Klappentexter gleich weiter ausführt und ich fange mit dem Nacherzählen, beziehungsweise dem Spoilern, das ja eine Spezialtät meiner Rezensionen oder Besprechungen ist, an.

Da ist wieder Jakob Walter, ich kenne ihn ja schon, Steuerbeamter, seit fünf Jahren verheiratet, in Bern wohnend und der wacht eines Morgens auf und fragt sich, warum er in Bern wohnt und was er dort macht?

Seine Frau Edith weiß das auch nicht und als er zum Zeitungsfach geht, wundert er sich, die Zeitung ist nicht da, der Nachbar erklärt es ihm gleich, es ist ja heute der erste August, der Schweizer Nationalfeiertag und Freitag ist es auch, warum ist Walter dann so früh aufgestanden?

Das weiß seine Frau, denn sie will ihre Eltern in Winterthur besuchen und am Abend zurückkommen, so geht Walter aus dem Haus, kauft ein Erstverkaufsabzeichen, bekommt eine Autogrammkarte zugesteckt, will seinen Freund Rolf besuchen, ein Kneipenwirt, mit dem ihm eine Freunschaft verbindet, obwohl er ihn schon länger nicht gesehen hat. Aber der ist nicht da, die Kneipe zu und Ruth, eine Alkoholikerin und Stammgästin erklärt ihm, er ist seit einer Woche verschwunden und wahrscheinlich in der Aare ertrunken.

Walter geht zum Bahnhof, bekommt von einer älteren Frau erklärt, wie man den Fahrscheinautomaten bedient, will sich ein Halbpreisabo kaufen und fährt dann zum ganzen Preis nach Locarno, dort geht er in eine Wirtschaft, mietet sich in ein Zimmer ein, das früher wohl vom Großvater des Wirtes bewohnt war, jedenfalls liegen noch seine Kleider im Kasten. Er will noch eine zweite Nacht bleiben, wird von einem ehemaligen Arbeitskollegen angesprochen, der ihn in sein Sommerhaus mitnimmt und ihm dort das Gastzimmer anbietet.

Und weil ein Roman wahrscheinlich trotzdem ein wenig abgehoben sein muß um „Jung und Jung“ zu überzeugen, geht Walter in sein Zimmer, um sein Gepäck zu holen, obwohl er keines hat und packt des Großvaters Hemd und ein italienisches Buch in eine Plastiktüte, gut, das ist ein bißchen unlogisch, wie auch Walters plötzliche Krankheit, als er statt in dem Gastzimmer zu übernachten, wieder nach Bern zurückfährt, denn im Fernsehen, sieht er die Aare ist übergegangen, offenbar der Fluß in Bern und er  bildet sich ein, Rolfs Leiche zu sehen.

So will er zurück, der Kollege bringt ihn zum Zug und dort ist er plötzlich krank, weil er in die Aare gesprungen ist. Habe ich etwas überlesen? Aber ich streiche mir ja ohnehin immer alles an.

Er fährt jedenfalls zurück, geht zu Barbara, die mit Rolf befreundet war, erfährt, der war mit einer Anna verheiratet und Walter hat das nicht gewußt.

Die Leiche wird dann auch gefunden und Walter geht wieder in seine Wohnung zurück, um Edith zu erwarten, die einen Tag länger bei ihren Eltern geblieben ist.

Die wundert sich über das Ersttagsabzeichen und die schmutzige Jacke. Walter lügt ihr auch vor, die Wohnung die drei Tage nicht verlassen zu haben und das Leben geht weiter. Die Midlifekrise mit Dreißig ist vorbei. Walter wird am nächsten Morgen wieder ins Steueramt gehen und ein paar Jahre später, statt zu einer Tagung zu fahren, einen anderen Ausflug machen, von dem ich im vorigen Jahr gelesen habe und in zwei drei Jahren wieder ein anderes Abenteuer bis zu seiner Pensionierung erleben, aber das ist jetzt wieder Spekulation. Das weiß ich nicht so genau, denn es gibt ja erst zwei Langenegger- Romane, obwohl ich den Autor, glaube ich, heuer wieder in Krems und Göttweig gesehen habe.

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