Literaturgefluester

2019-06-15

Dann schlaf auch du

Filed under: Bücher — jancak @ 00:24
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Jetzt kommt ein Buch, das, 2017, als Frankreich das Gastland auf der Frankfurter Buchmesse war, in aller Munde war und das, glaube ich, auf einen wahren Fall basiert.

Hat ja doch in Amerika, glaube ich, ein überfordertes Au Pair- Mädchen einmal ihre Gastkinder umgebracht und Leila Slimanis Debut, mit dem sie den Prix Goncourt gewonnen hat, beschäftigt sich damit und zeichnet auf diese Art und Weise haarscharf die französischen Verhältnisse.

Vor dem Buch habe ich ja die „Subutexs-Trilogie“ gelesen, die das noch stärker aufzeigt und Leila Slimani ist eine französisch markkoanische Autorin, die 1981 in Rabbat geboren wurde, in Marakko aufwuchs, auf einer franhzösischen Eliteuniversität sutdierte und jetzt in Paris mit ihren zwei Kindern lebt.

Das Buch, habe ich  bei „Amazon“ gelesen, nimmt die Spannung gleich vorweg, denn auf der ersten Seite erfährt man gleich, was geschehen ist.

„Das Baby ist tot.“, lautet der erste Satz und, ich denke, schon das erste Kapitel, gibt eine haarscharfe Schilderung der französischen Verhältnisse mit all ihren Problemen.

Dann wird es ein wenig verworrener und widersprüchiger, als die Portraits von Myriam, Paul und vor allem Louise, dem wunderbaren und doch so widersprüchigen Kindermödchen, der weißen Nanny oder Nounou,  wie sie genannt wird, die am Anfang des Buches an Mary Poppins erinnert.

Das heißt, nicht ganz am Anfang, denn da erfährt man was geschehen ist. Die Kinder, der kleine Adam und die etwas ältere Mila tot. Der Bub ist gleich gestorben. Mila hat sich gewehrt. Das Kindermädchen hat versucht, sich umzubringen, was aber nicht gelungen ist. Die Mutter, Myriam eine erfolgreiche Rechtsanwältin, ist geschockt und weinend in ihr Zimmer geflüchtet und muß von den Ärzten niedergespritzt werden.

Dann erfährt man, daß Myriam, die glaube ich, wie die Autorin, eine marokkanische Herkunft hat, die aber nicht näher ausgeführt wird, mit Mila ein paar Wochen vor ihrer letzten Juraprüfung schwanger wurde. Paul begann da gerade eine Karriere als Musikproduzent. Myriam scheint keine Eltern zu haben, Pauls Eltern lassen aus und ziehen sich lieber auf Land und auf Reisen, als zu ihren Enkelkindern zurück.

Zuerst geht aber Myriam ohnehin in ihrer Mutterrolle auf und damit sie noch länger daheim bleiben kann, schummelt sie auch ein bißchen mit der Verhütung, so daß sie wieder schwanger wird.

Dann wird es ihr doch zuviel. Die Decke fällt ihr auf den Kopf. Mila ist auch noch ein eher schwieriges, schreiendes Kind, das ununderbrochen Karusell fahren will und so findet ein früherer Studienkollege, die abgehetzte Myriam vor dem Karussel und bietet ihr an, in seine Rechtsanwaltkanzlei einzutreten.

Paul murrt zwar, daß, das, was sie da verdient, für die Nanny aufgehen würde. Aber die muß her, denn sie verdienen zuviel, um einen staatlichen Kindergartenplatz zu bekommen. Zu wenig eigentlich sich eine Nanny leisten zu können. Miriam geht aber doch in eine Agentur, hängt dann überall Zettel auf und das Paar nimmt sich  einen Tag Zeit, die Bewerberinnen zu überprüfen.

Da bleibt dann nur Louise über, denn Myiriam will keine, die mit den Kindern Arabisch spricht und auch keine, die Schwierigkeiten mit ihren Papieren hat. Alles soll legal sein und Louise, eine etwa fünfzigjährige Frau, deren Mann gestorben und deren Tochter verschwunden ist, erweist sich auch gleich, als Wohltäterin.

Sie kocht und putzt, schickt das Paar am Abend ins Restaurant, um sich zu entspannen, kocht für die Freunde der Familie, alle sind happy und Paul und Myriam bemühen sich sehr, Louise nicht zu kränken, sie nicht auszunützen und die sozialen Unterschiede nicht merken zu lassen.

Die bilden sich allmählich heraus. Zuerst kommt ein Kapitel, in dem Stephanie, Louises Tochter vorgestellt wird, die mit den Tageskindern der Mutter aufgewachsen ist und als sie einmal von deren Arbeitgebern in den Urlaub mitgenommen wurde, durfte sie sich nicht rühren und sich nicht bemerkbar machen.

Louise wird aber von Myriam und Paul in den Urlaub nach Griechenland mitgenommen, die freut  sich sehr, herrscht die Kinder aber das erste Mal an, als Mila ins Wasser will, sie aber nicht schwimmen kann.

Das ist noch nicht so das Problem, Schwimmflügerl werden besorgt, aber einmal, als Paul nach Hause kommt, ist die kleine Mila sehr geschminkt da herrscht der Vater, die Nanny an und sagt, das darf nicht sein.

Eine Nachbarin, die die Polizei gerufen hat, erzählt der, Louise hätte sie, weil sie sich in finanziellen Nöten befand, um einen Zweitjob gebeten und Paul muß noch einmal mit Louise sprechen, weil sich das Finanzamt gemeldet hat, Louise soll ihre Sachen in Ordnung bringen, aber die verbrennt nur die ungeöffneten Briefe und hat auch Schwierigkeiten mit ihrem Untermietzimmer, wo die Dusche verschimmelt ist und der Vermieter sie hinaushaben möchte.

Deshalb bleibt sie auch, als Myriam und Paul sie beim nächsten Urlaub nicht mehr mitnehmen, heimlich in deren Wohnung, ladet dorthin auch eine andere Nanny ein, aber sonst hat sie mit diesen nicht viel Kontakt und Paul und Myriam überlegen schon, daß sie, wenn Adam auch in den Kindergarten kommt, Louise dann nicht mehr brauchen.

Das darf nicht sein, denkt die, denn wo soll sie dann hin und versucht Myriam ein drittes Kind einzureden, aber die träumt davon, als Partnerin in die Kanzlei einzusteigen und schüttelt den Kopf.

Da gibt es eine bizarre Szene, wo Louise, damit Paul und Myriam  im Bett zueinanderfinden, mit den Kindern nachts auf ihre Kosten essen geht, ihnen beim Chinesen ein Würstchen aufzwingt, dafür ihr letztes Geld ausgibt und die Kleinen dann durch das nächtliche Paris zerrt.

Louise kann nichts wegwerfen, so hebt sie alles auf, Myriam verbietet ihr aber, den Kindern abgelaufene Sachen zum Essen zu geben. So schmeißt sie ein Hühnchen in den Müll, findet dann am Abend, als sie müde von der Kanzlei heimkommt, das Gerippe am Tisch und Louise hat die Kinder gezwungen, das Hühnchen zu essen, was die ihr dann auch brühwarm erzählen.

So werden nach und nach die Klassenunterschiede aufgedeckt. Louise blieb für mich dennoch ziemlich widersprüchlich und das Buch hat bei „Amazon“, sowohl, ein als auch fünf Sterne-Rezensionen bekommen.

Die Ein-Sterner mokieren sich über die einfache Sprache und, daß sie nach dem ersten Kapitel schon alles wissen. Gut der „Subutex“ war komplizierter und ein ziemlich genaues Bild der heutigen französischen Gesellschaft mit all ihren Problemen, hat mir das Buch trotz all seiner Widersprüche  gegeben.

Leila Slimani lese ich bei den Blogs, hat gerade ihr zweites Buch herausgebracht, wo es, glaube ich, um eine moderne „Madame Bovary“ geht.

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2019-04-11

Ins Schwarze

Weiter geht es mit „Wagenbach“ und der schönen roten „Salto-Reihe“, die mir ja immer wieder mir bis jetzt unbekannte Autoren aus anderen Ländern näherbringt.

In diesem Fall geht es um den 1978 in Avignon geborenen Vincent  Almendros, der mit „Ins Schwarze“ einen, wie im Buch steht, Sommerkrimi geschrieben hat.

Das stimmt, würde ich meinen, nicht ganz, wenn man jetzt an einen ganz  konventionellen Krimi denkt, denn dem Lehrer, der mit seinem ersten Buch den „Prix Francoise Sagan“ gewonnen hat, geht es mehr, um die Verdichtung, als um einen spannenden Plot.

So ist es, würde ich sagen, eine recht düstere Geschichte, die noch dazu ein Motto von JeanPaul Satre, aus den „Fliegen“ hat, was hier passiert.

Ein junger Mann kommt mit seiner Freundin, die von ihm schwanger ist, namens Constance nach Jahren in seinem Heimatort, weil hier seine Cousine Lucie heiratet.

Es beginnt sehr düster in der leeren Wohnung, wo tote Fliegen auf sie wartet, obwohl die Mutter, die inzwischen mit dem Onkel, dem Bruder seines verstorbenen Vaters lebt, aufgeräumt hat.

Der Onkel kommt auf Besuch und Laurent, das ist der Held, erzählt seiner Freundin, die er seltsamerweise Claire nennt, daß die Mutter ihm nach dem Tod des Vaters vergiften wollte, so daß er bei seinen Großeltern aufgewachsen ist.

Sie werden dann von der Mutter zum Mittagessen eingeladen, sie kredenzt Zunge, die Freundin wird darauf krank und Laurent muß von Lucie, die Tierärztin ist , Medikamente für sie holen.

Inzwischen wird er von einem Luc angerufen, der seine Schwester Catherine sucht, die verschwunden ist.

Laurent drückt ihm weg und nach und nach stellt sich heraus, daß er seine Freundin Catherine ermordet hat, so daß schließlich nichts aus einem fröhlichen Hochzeitsfest wird.

Eine kurze, das Büchlein hat nur etwa über hundert Seite, düstere, aber sehr eindringliche, sprachlich dichte Geschichte, die neugierig auf den Autor macht, so daß ich wieder gespannt bin, was ich von Vincent Almendros noch lesen oder hören werde.

2019-03-03

Das Leben des Vernon Subutex III

Filed under: Bücher — jancak @ 00:01
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Jetzt kommt Band drei der SubutexReihe, des „Gesellschaftsromans unserer Zeit“, wie Volker Weidermann im „Literarischen Quartett“, sagte und auch auf den Buchrücken schreiben ließ und es stimmt, es ist ein gewaltiges Gesellschaftsbild, das die 1996 in Nancy geborene französische Autorin Virginie Despentes, da in drei Bänden aufzeichnet, die eigentlich ganz harmlos im ersten Teil mit dem Gang in die Obdachlosigkeit des ehemaligen Plattenhändlers beginnt.

„Aha!“, habe ich damals gedacht, als ich von St. Pölten nach Wien fahrend im Auto die „Ex Lbris-Rezension“ hörte, ein Thema das mich interessiert und an das ich mich auch schon literarisch gemacht habe.

Dann habe ich um Weihnachten den ersten Teil gelesen, war etwas verwirrt, ob der Vielfalt der Personen, die da auftauchten und auch über den rauhen Ton, wie die Autorin die französische Gesellschaft schildert. In Band zwei gibt es dann ein Personenverzeichnis und die Obdachlosigkeit ist verschwunden, beziehungsweise wird Vernon von seinen Freunden aufgefunden und sie ziehen  alle aufs Land hinaus, um dort „Convergences“ zu veranstalten, denn Vernon ist ein begnadeter Plattenaufleger und in Band drei, das konnte man schon überall lesen geht es um das Jahr 2015 in dem die Anschläge auf Charly Hebdo passierten und Michelle Houllebeque seinen berühmten Roman geschrieben hat.

Ich habe warhscheinlich wieder „Aha!“, gedacht und „Das interessiert mich!“ und wieder gingen die Ansprüche weit über die Erwartungen hinaus und während mir Band zwei eigentlich recht klar erschien, war es hier wieder sehr verwirrend und ich würde sagen, der strikte Handlungsfaden fehlte, aber das war höchstwahrscheinlich gar nicht der Anspruch der Autorin.

Denn es beginnt mit einem Zahnarztbesuch Vernons, der deshalb wieder nach Paris zurückfährt, dort sucht er den alten Charles auf, der ihm  am Beginn von Band zwei aus der Obdachlosigkeit half.

Der hat einen großen Llottogewinn gemacht, ihn aber vor seiner Llebensgehhrtin geheimgehalten. Jetzt ist er gestorben und die Lebensgefährtin muß Vernon mitteilen, daß Charles den „Subutexen“ die Hälfte des Vermögens vermacht hat.

Das löst natürlich einiges aus und dann geht es auch, um den Anschlag auf den Produzenten Laurent Dopolent weiter, der ja von der jungen Muslima Aicha und Celeste zwangstätowiert wurde. Das ließ er entfernen, will sich aber an den zwei Frauen, die von der Hyäne versteckt wurden, rächen. Die hat sie ins Ausland gebracht, Aicha nach Berlin oder Frankfurt, das kommt nicht so ganz klar heraus oder doch Aicha, die bei einer muslimischen Familie Kindermädchen ist, geht am Main spazieren, wird dort vom Hausherrn, den sie ja  nicht ansehen darf, angemacht und geschwängert, während Celeste in Spanien entführt und gefangengehalten wird.

Es kommt dann der November 2015 und das Leben verändert sich. Es kommt auch zu einem großen Anschlag während der „Convergences“, wo alle außer Subutex umkommen. Der verbringt dann den Rest seines Lebens bei Aicha und ihren Nachkommen, stribt mit zweiundsiebzig Jahren, wird vorher noch eine berühmte Mangafigur und die „Convergencens“ werden wohl auch wegen der weiteren gesellschaftlichen Entwicklung verboten, bestehen aber im Untergrund weiter und im Jahre 2286  wird von einem Nachkommen  Aichas,  „die offizielle Anerkennung des „Subutext-Kults“ bei der Weltregieung beantragt.

Die Anerkennung wurde abgelehnt. Angesichts des großen Interesses für die von den ersten Anhängern geöffenten Tore wurden jedoch die Gesetze, die seine Befolgung befahlen, außer Kraft gesetzt. Gegen jede Erwartung wird also weitergetanzt, im Dunklen und zu einer primitiven Musik, deren Kult auch am Ende des dritten Jahrtausends nicht aussterb en wird.“

So endet die Trilogie und wir haben wirklich eine gigantische Gesellschaftbeschreibung gelesen, die mich zwar nicht, wie Antje Deistler, vom „Deutschlandfunk“, am Buchrücken schrieb,  süchtig machte, ich habe mir mit Teil eins und drei sogar eher schwer getan, aber doch angesichts der momentanen Gesellschaftszustände und Umstrukturierungsversuche nachdenkelich macht und auf jedenfall sehr sehr eindrucksvoll ist.

2019-02-27

Das Leben des Vernon Subutex 2

Filed under: Bücher — jancak @ 00:55
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Jetzt kommt der zweite Band der „Subutex-Reihe“, dieses, wie am buchrücken steht „gestochen scharfen und eindringlichen Bild der französischen Gesellschaft“ und ich muß schreiben, es hat mir besser als der  erste Teil gefallen, bei dem ich meine Schwierigkeiten hatte, mir die verschiedenen Namen der handelnden Personen zu merken und nicht durcheinanderzubringen.

Hier ist es leichter, denn da man ja wahrscheinlich nicht erwarten kann, daß alle, die Teile zwei oder drei in die Hand bekommen,  die Vorgängerbände gelesen haben, gibt es zu Beginn ein Personenverzeichnis an Hand dessen die Handlung des ersten Teils nacherzählt wird und daran kann man sich gut halten und immer wieder nachsehen, wer das jetzt ist und wie er zu Vernon Subutex steht?

Der ja am Ende von Band eins als Obdachloser auf der Straße landet, mit einem Pappbecher vor einem Kaufhaus sitzt, da wird da einer seiner Freunde, der Drehbuchschreiber Xaver von einem Fahrradboten namens Loic zusammengeschlagen. Vernon bringt ihn ins Krankenhaus und haut danach ab.

Damit beginnt der zweite Teil, Vernon hat von anderen Obdachlosen betreut, einige Nächte im Delir oder Schüttelfrost auf einer Parkband verbracht, findet dann einen Unterschlupf in einem leerstehenden Haus und wird und das würde ich in der Realität für unrealistisch halten, es ist aber wahrscheinlich der Clou des Buches von seinen Freunden gesucht.

Die haben, glaube ich, auch eine Facebook, Twitter oder Instagramgruppe: „Where ist Subutex?“, gegründet und Emile, bei der Subutex, die erste Nacht, als er aus seiner Wohnung hinausgeschmissen wurde, schlief, sucht nun in dem Park nach ihm.

Subutex wird von ihnen aufgepäppelt, in die Badewanne gesteckt, will aber weder in ein normales Leben, noch in ihre Wohnungen zurück, weil er inzwischen verlernt hat, die Enge und die abgesperrten Räume zu ertragen.

So legt er im „Le Rosa Bonheur“ Platten auf und das Leben geht währenddessen weiter. Da war ja die Tasche mit den Kassetten des verstorbenen Sängers, die Subutex bei Emile gelassen hat, die will der Prodozent Laurent Dopalet haben und hat dafür die „Hyäne“ beauftragt, sie ihm zu bringen.

Die dringt auch in Emiles Wohnung ein, bringt die Kasetten aber nicht zu Dopalet, sondern zu den Freunden und davon erfährt auch Aicha, die gläubige Muslima und Tochter des Universitätsdozenten Selim und des Ex- Porno Stars Vodka Satana, die an einer Überdosis gestorben ist.

Die will nun ihre Mutter rächen, dringt mit Celeste, die in der Bar arbeitet, in Dopalex hochgesicherte Luxuswohnung ein, fesselt ihn und läßt ihm auf den Rücken „Vergewaltiger“ tätowieren.

Dann stirbt auch noch Loic. Alle gehen zu seinem Begräbnis und danach verlassen die Freunde Paris, tauchen in verschiedene Regionen ab, um dort autonomen Republiken oder etwas Ähnliches zu begründen, die dann, wie ich schon herausgefunden habe, in Band drei beschrieben werden.

Diese Wendung hat dem Buch, glaube ich, die Spannung gegeben, die ich im Band eins vermußte. Realistisch ist das nicht, aber wahrscheinlich unrealistisch genug, um die Intellektuellen aufhorchen und die Reihe zu einem Kultbuch werden zu lassen, die, wie ich gesehehn habe, demnächst auch im Schauspielhaus  aufgeführt werden wird.

Ich werde jetzt noch ein anderes Buch lesen, das vorher auf meine Leseliste gekommen ist, sind „Subutext 2 und 3“ ja nicht zeitgleich zu mir gekommen und mich dann in den dritten Band hineinlassen, der, glaube ich, wahrscheinlich wirklich ein sehr spannendes Bild des mulitkulturellen Lebens Paris der Zweitausendzehnerjahre schildert, mit allen seinen Stärke und Schwächen, die Welt der linken bunten Künstler, der Arbeitslosen, Ausgebeuteteten, der Transsexuellen, Pornostars, etceteras, das was sonst vielleicht ausgeblendet wird und wogegen die Rechte auch kämpfen und heutzutage, wahrscheinlich fünf Jahre nachdem das geschrieben wurde, die „Gelbwesten“ auf die Straßen gehen, um gegen, die Mißstände, die es in einer solchen Gesellschaft natürlich gibt, aufzutreten.

2018-12-28

Das Leben des Vernon Subutex I

Jetzt kommt ein „Welt- oder „Spiegel-Bestseller“,  ein Kultbuch der französischen Autorin  Virginie Despentes, 1969 geboren, das fast an mir vorbeigegangen wäre, denn als ich im Frühjahr 2017 in Leipzig mit einer „Kiwi-Pressedame“, die Verlagsvorschau durchging, hat mir dieser Name noch nichts gesagt. Frankreich war dann im Vorjahr Gastland in Frankfurt und in „Ex Libris“ habe ich dann von dem Buch gehört, es mir und die beiden anderen Folgebände, die glaube ich bis zu „Charly Hebdo“ und die Anschläge von Paris führen, die aber noch nicht gekommen sind.

„Ein Abgesang auf die Grande Nation? Nein, ein Abgebrüll! Viginie Despentes legt mit „Das Leben des Vernon Subtex“ einen grandiosen Roman über die französische Gesellschaft vor – voller Wut, voller Witz, voller Pop!“, steht am Buchrücken und das stimmt, beziehungsweise ist noch hinzuzufügen, daß es die Autorin stark, scharf und deftig angeht und man in eine Welt der Brutalität hineinkommt, die man wahrscheinlich noch nicht so oft gelesen hat.

Dagegen ist Thomas Klupps Jugendroman, ein Kinderspiel, könnte man so sagen und das stimmt auch und ebenfalls, daß man das eine, als Vorspiel, des anderen betrachten könnte und bei Virginie Despentes geht es natürlich nach Paris.

In das Paris vor 2015 und da hat Vernon Subutex seinen Plattenladen verloren. Na klar, Schallplatten gibt es  keine mehr, die Buchhändler haben es da noch besser und er lebt lange Zeit, Sozialsystem scheint es in Frankreich keines zu geben, so vor sich hin, verkauft seine Restbestände und hat einen Freund, den Sänger Alexandre, der seine Miete zahlt. Der  wird aber tot in einem Hotel aufgefunden und das Buch bebinnt.

Die Gerichtsvollzieher stehen eines Morgens vor seiner Tür, sagen ihm, er soll eine Tasche packen und lassen ihm einen Monat Zeit seine Möbel abzuholen.

Vernon ist aber bei Facebook und hat eine Menge Freunde, so sagt er, er wohne in Kanada, wäre für eine Weile nach Frankreich zurückgekommen, um seine Sachen zu ordnen und sucht eine Unterkunft für ein paar Tage.

So weit, so gut und dann geht es eigentlich sehr lange von Vernon weg und es werden stattdessen, die Geschichten von verschiedenen Künstlertypen, Pornostars, Transsexuellen, etcetera erzählt.

Einen Handlungsfaden gibt es doch und der dreht sich um Alexandre. Vernon hat ja Kassetten von ihm. Ein Produzent will sie haben, weil er fürchtet, daß da über ihn etwas zu finden sein könnte. Eine Journalistin will ein Buch über ihn schreiben und so wird Vernon gesucht, der zuerst ein paar Tage hier und ein paar Tage da übernachtet. Mal in einem billigen Hotel für eine Nacht nächtigt, in einer großen Wohung Platten auflegt und sich dabei in eine schöne Frau mit Penis verliebt. Einer anderen Frau, die in ihn versessen ist, stieht er einige Sachen und sie zieht dafür im Facebook über ihn her, bis er wirklich auf der Straße landet, bettelnd am Boden sitzt, von ein paar rechten Jungs angequatscht wird, von anderen Obdachlosen Tips bekommt und ihn eine Mutter eines Freundes retten will.

Die Geschichte führt dann wieder an den Ausgangspunkt zurück, beziehungsweise wird der Freund zusammengeschlagen und Vernon flüchtet in ein wahres Finale kräftiger Stimmen und man kann gespannt sein, wie es weitergeht?

Teil eins ist jetzt als Taschenbuch erschienen, Teil drei im Herbst im Harcover, Teil zwei war schon im Frühjahr dran.

2018-07-15

Elementarteilchen

Jetzt kommt ein Klassiker von meiner Backleseliste, nämlich Michel Houellebeqcs, 1999 erschienener Kultroman „Elementarteilchen“, den ich mir einmal beim Rotary Flohmart in St. Pölten vom Alfred kaufen ließ und auf den ich schon sehr gespannt war, obwohl das Buch jetzt im Schutzumschlag und die erste Seite angelesen,  ein halbes Jahr lang im Harlander Badezimmer lag, denn als ich es im Jänner zu lesen angfangen wollte, habe ich nach der ersten Seite überlegt, daß es doch besser wäre mit dem PDF von Joshua Cohens „Buch der Zahlen“ anzufangen und bin seither mit dem Neuerscheinungslesenlesen nicht wirklich fertig geworden.Das heißt, doch im Juni, aber da war der Alfred in Amerika und ich bin in Wien geblieben.

Ein Kultbuch also von dem man schon viel gehört hat und mit dem auch, glaube ich, der 1956 oder 1958 geborene Autor, der  etwas exzentrisch sein dürfte, berühmt wurde und von dem ich einmal einen Gedichtband, der mir sehr gefallen hat und dann „Unterwerfung“ gelesen habe.

Hier, schreibe ich gleich, war ich anfangs etwas enttäuscht, beziehungsweise habe ich gedacht, daß man dem zwanzig Jahre alten Buch sein Erscheinungsdatum deutlich anmerkt, denn das, was da über diese Sommerakademie mit den kreativen Writingkursen geschrieben wurde, habe ich nicht so sensationell, sondern alltäglich gefunden.

Es dürfte auch ein bißchen Autobiografisch sein, denn ich habe bei den beiden Brüdern Bruno und Michel, die da beschrieben werden, 1956 der eine 1958 der andere geboren, einige Parallelen zum Lebensweg des Autors gefunden.

Aber dann ist es natürlich ein das ganze Jahrhundert umfassende, breitgefächertes Buch, das das Nachkriegsfrankreich mit all seinen sexuellen Phantasien, dem Leiden von Söhnen von neunzehnhundertachtundsechziger Mütter, obwohl oder weil, die zehn Jahre früher geboren wurden, den wissenschaftlichen Fortschritten, den sexuellen Abartigkeiten und und genau darstellt wird und es ist, weil es ja bis in die Hälte des einunzwanzigsten Jahrhunderts geht, wahrscheinlich auch ein utopischer Roman, den ich mit Stephan Teichgräber im Workshop behandeln hätte können, wenn das, das sich im letzten Kapitel abspielt, nicht nur eine listige Variante des Autors sein sollte, ich neige dazu, das zu glauben und stelle schließlich fest, daß es doch ein sehr beeindruckendes Buchist, obwohl soviel männliche sexuelle Besessenheit  immer ein bißchen abtörnend auf mich wirkt, so daß ich ganze Seiten nur überflogen habe und trotzdem länger, als geplant zum Lesen gebraucht habe.

Es gibt ein Vorwort und ein Nachwort, das sich, um das Leben des Molekularbiologen Michel  Djerzinski, man sieht schon den autobiografischen Bezug, handelt, der in Irland das neue menschliche Leben klonte oder den wissenschaftlichen Beweis dazu lieferte und dann nachdem er die Artikel an die entsprechenden Fachzeitungen schickte, ins Wasser ging.

Das wird in der sogenannten „Nachrede“ ausgeführt und dann noch bis 2050 oder so die wissenschaftlichen Folgen der Forschung erklärt.

Dazwischen liegen aber drei lange Teile, die das Leben der beiden Brüder Bruno und Michel, der eine, wie geschrieben 1956 der andere 1958 beboren, erzählt. Die Mutter hieß Janine und war eine Ärztin, die die sexuellen Ausschweifungen von 1968 sehr genoß, ihre beiden Buben von zwei Vätern hatte, sie bei den Großmüttern aufwachsen ließ, so war der eine Zeitlang in Algerien,  der andere bei der anderen Großmutter in Frakreich, beziehungsweise bei seinem Vater, auch einem Arzt, der Frankreichs Frauen, die Schönheitschirurgie bescherte, dann aber den Trend versäumte.

Bruno kam bald in ein Internat, wo er von den älteren Schülern gequält und mißhandelt wurde, mit den Mädchen Schwierigkeiten hatte und Zeit seines Lebens sich seines zu kleinen Penis wegen schämte. In der Jugend erlebte er mit seinem Bruder und mit Annabelle, einen wahrscheinlich nicht so flotten Dreier, in einer dieser Komunen, der Zeltanlage mit kreativen Angebot, die wohl an den Wiener Aktionismus und an Otto Mühl erinnern soll, denn das Buch ist wissenschaftlich unterminiert, die Wiener Ferkeleien werden erwähnt und auf der anderen Seite auch Albert Einstein und Werner Heisenberg.

Bruno wird Lehrer, verheiratet sich auch, wird bald geschieden, hat seinen Sohn Victor nur am Wocheneinde bei sich und versteht ihn nicht. Die Geschichte der sexuellen Revolution wird nebenbei erläutert und Bruno, der dann als Lehrer an das Internat kommt, wo er gedemütigt wurde, wird fast verrückt an den Miniröcken seiner Schülerinnen, holt sich wahrscheinlich hinter einem Schulheft verborgen, einem nach dem anderen hinunter und berührt dann eine nordafrikanische Schülerin, weil er die afrikanischen Schüler schon längst, wegenihrer angeblich längeren Pimmel beneidet.

Das Mädchen schweigt, Bruno sucht einen Psychiater auf und wird ins Ministerium versetzt. Dann hat er eine Zeitlang eine ebenfalls sexbesessene Freundin namens Christiane, als die aber nach einem Rückenmarkleiden gelähmt wird und sich umbringt, läßt er sich wieder in die Psychiatrie einweisen, besucht nur mehr die Mutter, die in ihrer Glückskommune, wo sie den Rest ihres Lebens verbringt und der auch allen ihren Besitz vermicht, stirbt, während Michel, nachdem seine Großmutter exhuminiert wurde, an dem Ort, wo er mit seiner Jugendfreunin Annabelle aufgewachsen ist, diese wiedersieht. Die will mit vierzig nochmals schwanger von ihm werden, was sich aber zu einer Katastrophe auswächst, die Ärzte entdecken einen Krebs an ihr, so daß sie schließlich nach einem Selbstmordversuch ins Koma fällt und stirbt und Michel nach Irland geht, wo er die oben schon beschriebenen Forschungen anstellt, wovon das Buch wohl auch seinen Namen hat.

Ganz am Anfang gibt es eine sehr berührende Stelle, über Michel, der als eine Art Autist beschrieben wird,  von einem Kanarienvogel, den er gerne loslassen will, der aber an panischer Angst vor der Freiheit stirbt, so daß Michel bis er nach Irland geht,  jahrelang mit einem leeren Vogelkäfig in der Wohnung lebt.

Die zwei Seiten des Michel Houllebecqs, könnte man so deuten, ein stark sexlastiges Buch, eines das wohl skandialierte und das ich mir auch etwas anders vorgestellt habe. Es aber sicher wichtig und gut es gelesen zu haben, um sich in der Welt der  starken Männer vielleicht wieder ein bißchen besser auszukennen und auch, um auch eineLücke im literarischen Kanon zu schließen.

2018-01-16

Im Herzen der Gewalt

Bei meinem 2018 Lesen, da suchen sich ja die Buchtuber achtzehn Bücher aus, die sie in diesem Jahr lesen wollen, während ich schon über sechzig auf der Liste habe, komme ich jetzt zu den Geburtstagsbücher, also zu Edouard Luis  „Im Herzen der Gewalt“, das ich mir dazu wünschte, als ich während meines Frankfurtsurfings ein Monat früher ein Interview mit dem 1992 geborenen blonden Franzosen hörte, Frankreich war da das Gastland und daraufhin habe ich  begonnen mich für die französische Literatur zu interessieren, beziehungsweise sie für sehr poltisch zu halten.

Zwei andere FrankreichBücher habe ich inzwischen schon gelesen, das waren Rezensions-Exemplare, die mir „Ullstein“ freundlicherweise schickte, da hatte ich dann die poltische Situation, bei Eduourd Luis eigentlich nicht oder nur indirekt.

Der Autor, steht im Klappentext ist vierundzwanzig Jahre alt und schon mit seinem ersten auobiografischen Roman „Das Ende von Edy“ in dem er das Aufwachsen in ärmlichen Verhältnissen in der französischen Provinz und die Mobbingerfahrungen, die er als Homosexueller dort erlebte, beschreibt, berühmt geworden.

Was ja eigentlich sehr überraschend ist, hätte ich doch angenommen, daß ein Verlag die Autbiografie eines Zwanzigjährigen nicht druckt. Bei Eduouard Luis, der eigentlich Bellegueule heißt, ist das offensichtlich anders und das zweite Buch ist, wie ich weitergelesen habe, schon in über zwanzig Sprachen übersetzt und verfilmt worden.

„Buchrevier“ hat es unter seine Flops des Jahres gereiht und als ich am Freitag im Literaturhaus zu lesen begonnen habe, hätte ich ihm fast zu gestimmt.

Das heißt, natürlich nicht, denn das Buch ist ja kein Roman, obwohl das prompt drin steht, sondern ein wahrscheinlich mehr oder weniger authentischer Bericht einer Vergewaltigung, also etwas, was natürlich interessiert und die Handlung ist sehr einfach und schnell erzählt.

Eduoard Luis geht an einem Weihnachtsabend mit zwei Büchern, die er geschenkt bekommen hat, von seinen zwei Freunden Geoffrey und Didier nach Hause. Da wird er von einem jungen Mann, im Buch steht Kabyle, irgendwo habe ich Algerier gelesen, namens Reda angesprochen. Er nimmt ihn in seine Wohnung mit. Es kommt zum Sex zwischen beiden, dann geht Eduard duschen und, als er aus der Dusche kommt, findet er sein Handy nicht mehr und sieht, daß sein I-Pot aus Redas Tasche ragt. Er spricht ihn darauf an, der antwortet, daß er seine Mutter beleidigt hätte, wenn er ihm des Diebstahls verdächtigt und beginnt ihm zu würgen, dann gibt es noch eine Vergewaltigung und eine Attacke mit einem Messer, bevor er Edouard den Verfolger los wird.

Er geht dann zuerst ins Krankenhaus, später auf die Polizei, um eine Anzeige zu machen, dann zu einem Freund, wo er schläft, beziehungsweise fährt er Heim zu seiner Schwester und die Geschichte wird, wenn ich sie recht verstanden habe, sowohl von ihm, als auch von der Schwester erzählt und ein paar Rückblendungen gibt es auch.

Die Ich-Form wechselt sich mit dem „er“ immer wieder ab und es wird auch nicht chronologisch, sondern in Schleifen und Wiederholungen, so wie das bei Flashbacks offenbar ist, erzählt. So beginnt es, daß er sich zuerst dreimal duscht und die Bettwäsche wechselt.

Nach und nach kommt man in die Geschichte, in das Memoir, in das Gewalterlebnis, die Vergewaltigung und die Bedrohung hinein. Ein bißchen hatte ich, ob der Brisanz des Themas, den Zweifel, ob man das Buch nicht rassistisch interpretieren könnte.

Erduard Luis schreibt auch etwas davon und wenn ich so bedenke, daß die Patrioten sich derzeit ja sehr über die Gewalt aufregen, die von den Flüchtlingen ausgehen, die ihrer Meinung nach jede Frau vergewaltigen, habe ich da ein wenig ein ungutes Gefühl.

Trotzdem war das Buch  teilweise  sehr spannend zu lesen. Mit manchen anderen Teilen habe ich mir schwerer getan, so daß ich es auf keinen Fall als Flop bezeichnen würde.

Wenn auch, wie schon erwähnt ein vielleicht  ungutes Gefühl zurückbleibt und natürlich die Frage, warum ein Buch, das von der Gewalterfahrung eines Mannes erzählt, ein Bestseller werden kann, während viele anderes, vielleicht auch nicht uninteressantere unbeachtet bleibt?

2017-12-30

Die Zeit der Ruhelosen

Das wahrscheinlich letzte Buch in diesem Jahr ist noch ein Nachtrag des Frankreich-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse und der war für mich eine Überraschung, denn, daß die französische Gegenwartsliteratur so aktuell politisch ist,habe ich nicht gewußt.

Eduard Louis „Im Herzen der Gewalt“ habe ich mir zum Geburtstag schenken lassen und werde wahrscheinlich erst im nächsten Jahr, wenn überhaupt, zum Lesen kommen.

Sophie Divris „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ habe ich schon gelesen und viel Übereinstimmung mit meinem Schreiben gefunden, habe ich diese Themen ja auch in meinen Texten bearbeitet und von der  1972 geborenen promovierten Juristin Karine Tuil, habe ich vor einiger Zeit die „Gierigen“ im Schrank gefunden.

Da bin ich auch noch nicht zum Lesen gekommen, dafür habe mich „Die Zeit der Ruhelosen“ die letzten Tage begleitet und was soll ich sagen, es ist ein verstörendes Buch, eines das von sehr viel Gewalt geprägt ist und das Leben der Reichen und der Schönen in Frankreich schildert, die auch nicht glücklich sind.

Ein Frankreich nach dem Irak Krieg, das Buch spielt etwa 2009 oder 2010 habe ich mir ausgerechnet und Romain Roller kommt schwer traumatisiert von einem Afghanistan-Einsatz zurück und wird bevor er wieder nach Frankreich darf in einem Luxushotel  in Zyperbn ein paar Tage lang von Psychologen behandelt.

Dort ist auch die Journalistin Marion Decker und die ist mit einem der reichsten Männer Frankreichs, dem Chef einer Telecom-Firma Francois Vely verheiratet, der oder dessen Vater eigentlich Levy hieß, sich aber vom Judentum abwandte oder sich ihm nie zugehörig fühlte.

Der ist auch ein gebrochener Mann, hat sich seine zweite Frau doch aus dem Fenster gestürzt, als er Marion heiratenwollte, sein Sohn Thiboult ist inzwischen zum Judentum konvertiert und nennt sich Moldechai und Vely, weil sehr an moderner Kunst interessiert, posiert bei einem Interview auf einem Sessel, der eine unterdrückte afrikanische Frau darstellt.

Das löst eine Well der Empörung aus, Vely wird des Rassismus verdächtigt und als Jude beschimpft und bekommt ausgerechnet von dem ehemalisgen Streeworker Osman Diboula, einem Schwarzen, der Berater des Präsidenten war, aber inzwischen in Ungnade gefallen ist, weil er sich nicht von einem Rechten beschimpfen lassen wollte, Unterstützung.

Ja, so geht es zu, im Frankreich in den Zweitausenzehnerjahre, die starken Männer koksen und trinken und werden erpresst, die Frauen tauchen eher als Schemen auf und im dritten Teil des Buchen finden sich alle im Irak ein.

Roller kehrt, obwohl schwer traumatisiert, als Sicherheitsmann dorthin, Osman, der beim Präsidenten wieder Gnade gefunden hat, wird Staatssekretär des Äußeren und soll in Bagdad eine Messe besuchen. Er kommt auf die Idee, Francois zu bitten, ihn dorthin zu begleiten und der wird dort entführt und letztlich als Geisel erschossen.

„Eiskalt, fesselnd, furios“, geschrieben, steht am Buchrücken und man bleibt wirklich mit einem beklemmenden Gefühl, ob der Gewalt, der Verzweiflung, der Depression, die im heutigen modernen Leben herrscht und uns umgibt, zurück.

„Furios erzählt Karine Tuil von Menschen, die getrieben sind vom Wunsch nach Anerkennung, Geld und Macht, ein gradioses Gesellschaftspanorama unserer Zeit“, steht noch im Klappentext.

Jetzt bin ich auf die „Gierigen“ gespannt und weise auf mein letztes Adventkalenderfenster hin, das es in diesem Jahr zu öffnen gibt.

Was bisher geschah läßt sich hier erfahren und die „Nika,Weihnachtsfrau“, vor zwei Jahren im Rahmen des „Nanowrimos“ geschrieben, ist wahrscheinlich auch ein Gesellschaftspanorama unserer Zeit, zumindestens eines im kleineres Rahmen, das sich  vielleicht während der Flüchtlingskrise auf der Wiener Mariahilferstraße abgespielt hat.

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