Literaturgefluester

2018-06-20

Friederike Mayröckers Weggefährten

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:51
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Ich bin ja keine so besondere Mayröcker-Spezialistin, war aber in den letzten Jahren bei einigen Lesungen der grande dame der österreichischen Literatur, gelesen habe ich Requiem für Ernst Jandl „Und ich schüttelte einen Liebling“ und in meinen Harlander Regalen noch ein paar andere Bücher, von denen ich nicht ganz sicher bin, ob und wie intensiv ich sie gelesen habe.

„Larifari“ die 1956 erfolgte erste Buchveröffentlichung habe ich in der Telefonzelle bei der Seedose einmal gefunden, signiert und das ist und das ist vielleicht auch interessant, das einzige Mayröcker-Buch das ich in den Schränken gefunden habe. Die Liebhaber geben sie offenbar nicht her und in den Verlassenschaften ist es vielleicht noch nicht.

Mal sehen, es kann sich ja alles ändern, heute hat jedenfalls am Gaussplatz zum Saisonende „Ein Fest mit Weggefährten“ gegeben, eine Veranstaltung in Cooperation mit dem „Wir sind Wien.Festival“, deshalb stand auch Susanne Wouk, die ich ja von der Margaretner Kultur kenne, beim Hinausgehen vor dem Eingang, erklärte jeden „Wir sind die Veranstalter!“ und drückte einem ein Programm des Stehgreiftheaters Tschauner in die Hand.

Aber noch sind wir nicht so weit, noch sind wir am Beginn und ich habe, glaube ich, auch gezögert zum Gaussplatz hinauszuwandern, weil ich nicht genau gewußt habe, ob man sich nicht vielleicht anmelden muß und ich keinen Platz bekomme, denn die Mayröcker-Veranstaltungen sind ja immer sehr voll, da muß man eine halbe Stunde vorher in die „Alte Schmiede“ gehen, deshalb habe ich im März die Präsentation des neuen Buchs „Pathos und Schwalbe“ auch versäumt, weil ich eine sechs Uhr Stunde hatte und mir gedacht habe, ich setze mich nicht in den Schmiede-Raum und schaue mir die Lesung über die Video Wall an, hätte ich aber machen können, denn heute war ich zwar eine Stunde früher da und habe auch fast den selben Platz wie am Samstag, diesmal neben Angelika Kaufmann einer Mayröcker Vertrauten, bekommen, aber Friederike Mayröcker ist nicht auf das Podium gestiegen sondern hat unten gelesen und da saßen dann soviele Leute vor mir, daß ich sie eigentlich nur durch das Handy von Herrn Lindner, der vor mir mit seiner Frau auf den Plätzen, die eigentlich für Franzobel, der nicht gekommen ist, reserviert war, gesessen ist.

Also sehr voll und ich war schon einmal auf einem Fest für Friederike Mayröcker, das war in Mürzzuschlag, ich glaube, icn den Neunzigerjahren, wo die GAV zu solchen Festen eingeladen hat und man das Quartier und das Essen bezahlt bekommen hat. Das gibt es nicht mehr, die Weggefährten waren aber trotzdem da.

Liesl Ujvary hat die berühmte Wohnung mit den vielen Papierln fotografiert und die Bilder an die Wand gehängt, Linde Waber hat eingeleitet und erzählt wie und wann sie Friederike Mayröcker kennengelernt hat. Bodo Hell hat einen Ausschnitt aus dem Film „1 Häufchen Blume 1 Häufchen Schuh“ das ist ein Mayröckerzitat gezeigt, der 1990 vom ORF gedreh,t eine noch sehr junge FM zeigte, die in dem Haus in der Zentagasse auf und abgegangen ist, erklärte, das sie am liebsten am Nachmittag mit einem Hund spazieren gehen würde und, daß sie, wenn sie Einfälle hätte, auf der Straße stehenbleibe und sie aufnotiere, was die Leute um sie herum irritiere.

Der Kameramann war, glaube ich, ein ehemaliger Schüler. FM war ja früher Lehrerin, der betonte, wie modisch sie damals gewesen sei und sie sagte in dem Film, daß sie jetzt nur mehr bequeme Jacken, Schuhe und <mäntel tragen würde und immer ist sie schwarz angezogen

Bodo Hell zählte dann die Titel einige ihrer Werke auf und las Passagen aus seiem FM Lieblingsbuch, dann kam die Lesung aus „Pathos und Schwalbe“, man konnte das Buch kaufen und signieren lassen.

die Fallensteins waren da, die Studenten der Sprachkunst die sie betreuen, wie schon erwähnt, die Lindner und noch viele andere bekannte, es war wie erwähnt sehr voll und sehr heiß und ich bin, weil ich Veranstaltung schon, um nuen aus war, wo es noch hell war, am Donaukanal zurückgegangen, wo in den Lokalen wieder Fußball gezeigt wurde und während meines Vorbeigehens wieder ein Tor geschossen wurde. Die jungen Leute saßen am Kai, schauten ins Wasser und hatten Bier oder Weinflaschen vor sich stehen. Auf den Donaukanalstufen habe ich, glaube ich, einen anderen Sprachkunststudenten sitzen sehen und auf der Brücke ist mir wenn ich sie nicht verwechselt habe Susanne Scholl entgegengekommen und auf der Margaretenstraße Bendedikt Föger, der Präsident des Hauptverbandes und das war keine Verwechslung, denn der hat mich gegrüßt.

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2018-02-23

Hörspiele des Jahre

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:56
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Die“  Lange Nacht des Hörspiels“, jetzt „Hörspielgala“ gibt es seit fünfundzwanzg Jahren. Bei einigen nicht bei allen war ich dabei, erinnere an das legendäre Gulasch das es am Anfang gab, man konnte live abstimmen, die Hörspiele hören und sind dann früh am Morgen mit dem Taxi nach Hause gefahren.

Inzwischen hat sich viel gewandelt, die Abstimmung aus den Neuproduktionen findet schon vorher statt und bei der Gala gibt es nur Proben. Dafür gibt es den Kritikerpreis, den Kurzhörspiel -Wettbewerb, den Schauspieler des Jahres, die Festrede und man kann nicht mehr von Studio zu Studio wandern, sondern sich ab sechs um eine Karte anstellen, bekommt einen fixen Platz und eine Musikband gibt es inzwischen auch.

Die hieß diesmal „Mischwerk“, Doris Glaser und Andrea Jungwirth, selbst ein Hörspiel Autor oder Regisseur moderierten und ich hatte diesmal den Stimmzette bei mir, den ich nicht abschickte, weil ich ja nur selten Hörspiel höre.

Früher hat man, wenn man abgestimmt hat, ein Buch bekommen. Vielleicht bekommt man das jetzt auch noch, denn ich schicke ja nicht mehr ab und als ich im Foyer auf den Einlaß wartete, sah ich Friederike Mayröcker die mit ihrem HS „Oper“ auf der Liste stan,d eintreffen und dachte, sie bekommt sicher den Kritikerpreis für das anspruchsvollste Hörspiel und das Hörspiel des Jahres entspricht dann dem Mainstreamgeschmack und ist meistens ein Roman von Joseph Roth in der Hörspielfassung von Helmut Peschina, aber zuerst kam die Festrede die diesmal Paulus Hochgatterer hielt und die „Zwei Worte“ hieß. Die lauteten „Gesindel“ und „Schmuckzeile“ und der Autor merkte an, daß er dem Publikum viel zumute und dann erzhlte er die Geschichte von einem behinderten Mädchen, dem er als Kind einmal den Ball weggenommen hat. Der Zusammenhang zum ORF und dem Hörspiel war mir da nicht ganz klar. Aber die Auflage lautete auch etwas Gesellschaftpolitisches und Persönliches, Ö1 muß nicht vorkommen.

Das letztere war damit erfüllt, das Persönliche auch, mit Gesindel könnte man an die gesellschaftlichen Zustände denken, aber der Hochgatterer Vater hat den Sohn damals gemahnt, daß nur das Gesindl einem Schwächeren etwas wegnehmen würde.

Track Five, die Kurzhörspielen mußten die Worte „Es ist nur ein Spiel“ enthalten und Malte Abraham, den ich von einer Studentenlesung kenne, hat den Preis bekommen. Das künstlerische Hörsoiel war interessanterweise nicht von FM. sondern von Mischka Zickler heißt „Spaziergänge eines einsamen Träumers“ und handelt von Rousseauc, aber einem der twittert und einen Facebookaccaunt hat.https://literaturgefluester.wordpress.com/2014/12/27/hab-den-der-die-das/

Iteressant, interessant und auch, daß es beim Publikmranking auf Platz vier gelegen ist.

Dann kam eine Pause und dann Vera Borek, die Witwe von Helmuth Qualtinger, deshalb war auch Christian Qualtinger, den ich schon auf der Poet Night lesen hörte, im Publikum, als Schauspielerin des Jahres. Die Laudatio hielt Peter Kalzar, das kann sich der Geehrte immer wünschen, es war aber eigentlich keine auf sie, sondern gepickt mit zynischen Bermerkungen, wie beispielsweise auf den Schulsprecher, der es mit dreißig Jahren schon zum Bundeskanzler brachte und auf die Raucherpartei die sich H. C. Strache wünscht, nun spiele ich ja auch gerne auf schwarz blau an, was das aber mit Vera Borek zu tun hat, ist mir nicht ganz klar. Das Publikum aber lachte und brachte standing ovations und dann wurden die zehn besten Hörspiele vorgestellt und da war dann bald klar, es wird das Hörstück „Oper“ das Otto Brusatti nach acht Seiten Prosatext von F. M. zuerst zu einem Theaterstück formte, das im Sommer am Semmering aufgeführt wurde.

„Mischwerk“ machte die Musik dazu und die acht Seiten sind aus dem neuen Text, nicht Roman, wie Otto Brusatti oder waren es die Moderatoren irrtürmlich sagten, der F.M. der am achten März in der AS vorgestellt wird, aber da habe ich eine sechs <uhr Stunde und wenn ich dann hingehe, komme ich a zu spät und b bekomme ich keinen Platz mehrt.

Standing Ovation auch für die alte Dame und dieHhörspiele kann man in den nächsten Tagen und Wochen in Ö1 hören,, aber das tue ich ja nicht so gerne, obwohl ich ziemlich regelmäßig zu den Galen gehe und dann genauso regelmäßig an das gulasch und den rotwein denke, den es damals gratis gegeben hat.

2016-11-08

Verleihung des ersten österreichischen Buchpreises an Friederike Mayröcker

Nun also ist er vergeben der erste österreichische Buchpreis, die kleine Schwester des großen deutschen, den die Autoren, glaube ich, habe wollten, die schon mehr als drei Bücher hatten, also für den „Alpha“ nicht mehr in Frage kamen.

Zuserst hat es geheißen „Brauchen wir nicht!“, dann ging es sehr schnell und der Preis wurde ausgeschrieben. Meiner Meinung nach sehr unpassend, ein Monat nach dem Deutschen.

Aber was soll man machen? Ein Monat nachher ist ja die „Buch Wien“ und was ich so in den deutschen Blogs lese, ist er sehr unbemerkt geblieben und wahrscheinlich auch in der österreichischen Öffentlichkeit. Da habe ich doch mehrmals gehört zum Beispiel in der „Gesellschaft für Literatur“ aber auch bei Ö1 bei den Beispielen, daß Reinhartd Kaiser Mühlecker für die deutsche Shortlist nominiert war, daß er auch auf der öst. LL stand wurde dabei nicht erwähnt.

Auf die öst. SL ist er nicht gekommen, da standen naturgemäß und zu erwarten Friederike Mayröcker, Peter Henisch mit seinem neuen Buch, das ich sehr gerne lesen würde, aber leider hat „Deuticke“ auf meine Anfrage nicht mehr reagiert, dann Sabine Gruber, Anna Mitgutsch und für mich die Überraschung und sehr sehr toll, Peter Waterhouse mit seinen „Auswandernden“.

Bei der deutschen LL habe ich diesmal auch achtzehn von den zwanzig Büchern bekommen, bei der österreichischen waren es nur fünf, was aber insofern nicht so viel machte, daß ich die meisten Bücher schon bei den „O-Tönen“ kennenlernten und die die mir bisher unbekannt waren, wie der „Gemischte Satz“, das Buch der Kathrin Röggla und eben den Peter Waterhouse, habe ich ja bekommen.

Wie weit die österreichische Bevölkerung etwas vom österreischishen Buchpreis mitbekommen habe, bin ich mir nicht sehr sicher. Ich glaube nicht sehr viel, obwohl es heute, einen Bericht im „Kurier“ gegeben hat und in den Berichten, hat man meistens das Gesicht der Friederike Maxyröcker gesehen, also ganz klar, daß die alte Dame der Literatur diesen Preis gewinnen muß und das, das schreibe ich jetzt gleich, auch hat.

Vielleicht ein wenig unfair, den vier anderen Nominierten gegenüber, die da ja vielleicht nur eine Art Staffage bildeten und dann gab es  auch den Debutpreis mit Sacha Battyani, Friederike Gössweiner und Katharina Winkler und da hätte ich mir bei einer Beurteilung ja sehr schwer getan, das heißt, eigentlich bin ich nach der Leseung schon der Meinung, daß Katharina Winklers Buch das literarischtste der drei ist, obwohl ich andererseits nicht ganz sicher bin, ob die in dem Buch geschilderte Frau, tatsächlich so sprechen würde.

Ich war ja schon ganz sicher daß Katharina Winkler den „Alpha“ gewinnen wird, was nicht so war, was mir die Möglichkeit einräumte, irgendwann einmal auch Barbi Markovics  „Superheldinnen“ zu lesen und nach einem Gespräch mit dem Alfred, daß dieser Preis ja von der Arbeiterkammer vergeben wird, war wahrscheinlich auch klar, daß Friederika Gösweiners Schilderung des Prekariats der Dreißigjährigen, die größten Chancen haben wird und so sage ich es wieder gleich, Katharin Winkler ist wieder übrig geblieben und hat jetzt noch eine oder vielleicht auch viele andere, aber jedenfalls, die Chance auf den „Blogger-Debutpreis“, denn da ist sie ja mit neunundvierzig anderen, darunter ebenfalls Friederike Gösweiner nominiert und wenn ich so lese, was die Blogger schreiben, ist sie da so gar nicht chancenlos.

Ich würde es ihr jedenfalls wünschen, muß aber erst die Bücher der anderen Nominierten lesen und heute ging es ja um Österreich und, um den ersten öst Bp, der am Vorabend der „Buch-Wien“ im Casino am Schwarzenbergplatz, vergeben wurde.

Man mußte eine Einladung haben, um hineinzukommen und am Eingang auch eine Weile Schlage stehen, bis der Name abgehakt war. Vor mir warteten beispielsweise Hubert Winkels, der Vorsitzende der „Bachmannpreisjury„, also prominent besezt. Der Buchhandel, die Verlage und alle anderen Literaturmenschen waren da, darunter auch ich, die kleine Schreiberin und Bloggerin, die angeblich so unverständlich ist, aber Klaus Khittel, der ja mit Peter Henisch befreundet ist, Robert Huez vom Literaturhaus und und und.

Zwei Schauspieler haben ähnlich wie beim „Ohrenschmaus“, der ja übermorgen vergeben wird und, wo ich eine Laudatio halten darf, moderiert und auch gelesen, vorher haben sie aber den neuen zuständigen Minister, sowie Benedikt Föger vom Hauptverband und Rudi Kaske von der AK, zu ihrem Leseverhalten befragt.

Das haben sie sich wohl vom „Bachmannpreis“ abgeschaut, die Fragen, die die Geldgeber auch immer beantworten müssen und die zählen dann auch brav auf, daß sie gerne Krimis oder auch was anders lesen, aber leider, leider nicht  viel Zeit haben!

Dann kamen fünf Minuten oder so Leseproben aus den nominierten Büchern. Zuerst die Debuts und da hat, wie schon erwähnt, Friederike Gösweiner gewonnen.

Danach wieder Musik, da improvisierten zwei junge Männer, glaube ich, sehr leidenschaftlich und dann die Texte der fünf nominierten Hauptautoren und weil ich mich bei meinen Prognosen ja immer irre, habe ich gedacht „Hoffentlich irre ich mich nicht schon wieder!“, denn etwas anderes als die F. M. wäre ja sehr schlimm und da ist es ganz egal, was in den Büchern steht, die ja sehr interessant sind und allesamt, wie ich schon beschrieben hab,e einen sehr guten Einblick in die österreichische Gegenwartsliteratur geben kännen.

Die Blumen der Frau Mayröcker sind sehr poetisch, Peter Henisch geht in seine Kindheit und das Nachkriegs-Wien zurück, Peter Waterhouse beschäftigt sich sehr poetisch mit der Flüchtlingsrfrage, nimmt die Worte auseinander und setzt sie neu zusammen und hat auch noch sehr schöne Ilustrationen dabei.

Anna Mitgutsch schildert eine sehr schwierige Vater Tochter Beziehung beschäftigt sich dabei mit dem Älterwerden und dem Sterben, sowie mit der leidigen Frage, „Papa, was hast du im Krieg gemacht?“, die sich inzwischen schon an die Groß- und bald an die Urgroßväter richtet und Sabine Gruber, von der ich auch schlechte Rezensionen gelesen habe, beschäftigte sich mit einem Kriegsfotografen und auch mit der Flüchtlingsfrage.

Sehrinteressant das alles und wir haben nun die erste österreichische Buchpreisträgerin, bin gespannt, wie weit das nach Deutschland und in die schweiz dringen wird?

„Lesen Sie all die Bücher!“, forderten auch die Moderatoren auf, bevor sie die Leute  an das Buffet entließen und ich habe mich mit Klaus Khittel und Matthias Fallenstein intensiv unterhalten, Susanne Ayoub kurz begrüßt und dann auch Henirke Blum vom „Literaturbüro“ angesprochen und mich für ein Rezensionsexemplar bedankt, das sie mir sehr schnell und freundlich zukommen ließ.

Es gab Fingerfood, sowas zu trinken und morgen geht es  los mit der neunten „Buch Wien“ und für mich in eine sehr literarische Woche.

Gibt es ja am donnerstgag beim „Ohrenschmaus“ im Museumsquartier auch eine Preisverleihung und am Freitag bei der „Buch Wien“ einen diesbezüglichen Nachmittag.

Dann geht es heim zu meinen literarischen Geburtstagsfest und die Bücher die ich mir zum  Geburtstag wünschte, stauen sich auch schon im Badezimmer.

Den Tomer Gardi, die Isabelle Lehn und die Marlene Streeruwitz vom Alfred und die Anna hat mir einen „Thalia Buchgutschein“ geschenkt, wo ich mir „Tram 83“ und Tillman Rammstedts „Morgen mehr“ besorgte und jetzt mǘßte noch das Buch vom Peter Henisch zu mir kommen, aber die Blumen der Friederike Mayröcker und Anne Cottens Versroman sind sicher auch sehr interessant.

2016-08-12

Ö -Töne in der Arena 21

Klaus Kastberger

Klaus Kastberger

Die Ö-Töne finden ja im Freien, im Haupthof des Museumsquartier und im Nebenhof bei den Boule Bahnen   statt und wenn es regnet in der Arena 21, dort wo auch die „Ohrenschmaus-Preisverleihungen“ stattfinden, aber diesmal war es anders, denn diesmal war Friederike Mayröcker mit ihren „Fleurs“, den dritten Teil nach „Etudes“ und „Cahier“ an der Reihe und die wollte nicht im Freien lesen.

Als Debutantin gab es Verena Mermers „“die stimme über den dächern“, das schon vor einem Jahr bei „Residenz“ erschienen ist und ich sie daraus auch schon im Literaturhaus lesen hörte.

Wenn Friederike Mayröcker liest ist es immer sehr voll und ich kann mich schon an „Alte Schmiede“ Veranstaltungen, noch in dem alten Raum den man über den Hof erreichte, wo ich dann eingeklemmt in der Menge im Vorraum gestanden bin und versuchte mich kleinweise Schritt für Schritt nach vorn zu kämpfen. Bei „Scardanelli“ ist das, glaube ich, so gewesen und einmal zu einer Saisoneröffnung, weil ich manchmal ja noch um sechs eine Stunde habe und dann erst um dreiviertel aus meiner Praxis wegkomme.

Diesmal hätte ich sogar eine um sieben gehabt, die ist aber entfallen, so war ich schon vor halb acht im Museumsquartier, wo schon der Alfred einen Platz in der dritten Reihe besetzt hatte, das letzte Mal sind wir ja sehr schlecht und weit hinten gesessen und das Eintrudeln der Menschen beobachten konnte.

Judith Massar vom „Leseloop“ hat ja vor einer Woche ausführlich von den Ö-Tönen berichtet und da gemeint, daß die, eine Beobachtung, die ich eigentlich nicht machte, von sehr vielen jungen Menschen besucht werden. Diesmal war es, glaube ich, auch nicht so, obwohl dann eine Gruppe junger Leute auch noch eintraf, die meisten waren, glaube, ich in meiner Altersklasse und noch älter und natürlich sehr viele Fans und Prominente.

So habe ich glaube ich Susanne Scholl gesehen, die Frau Schmid-Dengler, Christel Fallenstein ist natürlich gekommen, Julia Danielczyk und und und Klaus Kastberger, der ja inzwischen Professor in Graz und Leiter des Grazers Literaturhauses ist, moderierte, beziehungsweise las er zuerst Daniela Strigls Text, die ja die Debutantenreihe betreut, vor und die 1984 in St. Egyden am Steinfeld geborene Verena Mermer, habe ich vor fast zwei Jahren bei dieser Literaturwerkstatt in der „Gesellschaft für Literatur“ kennengelernt und dann vor einem Jahr am „Volksstimmefest“ gemeinsam mit ihr gelesen.

Verena Mermer

Verena Mermer

Ihren Roman, der von vier jungen Leuten in Baku handelt, zwei davon heißen Frieda und Che und lassen an Frieda Kahlo und Che Guevara denken, habe ich ja leider nicht mehr bekommen, dafür habe ich sie aber vor kurzem auch bei Christa Nebenführs Sommerlesereihe „Literatur und Arbeit“ gehört und es war wieder interessant, in den Roman einzutauchen, dürfte Verena Mermer ja, was sie wahrscheinlich von den anderen Debutanten ein bißchen unterscheidet, eine politische Autorin mit sozialen Anspruch sein und dann kam die Grand Dame der Literatur, beziehungsweise Klaus Kastberger mit einer seiner hintergründigen Ansprachen, so tauchte dabei wieder der Satz von all den Preisen, die sie mit Ausnahmen des einen aus Stockholm gewonnen hätte und er meinte auch, daß sie im „Falter“ als Mischung zwischen weltabgewandter Dichterin und Popstar bezeichnet worden wäre und bezeichnete ihre Literatur  als eine Mischung zwischen Lyrik und Prosa. Assoziationen, die so modern und realistisch sind, daß sie auch das Internet einbeziehen.

Begonnen hat er aber mit dem großen Goethe oder mit dem Duden, wo man zwischen „Altertum“ und „Altersweisheit“ das „Alterswerk“ findet, das der Johann Wolfgang zelebriert hätte, in dem er seinen Schreibtisch aufräumte und seinen Nachlaß festlegte, etwas das Friederike Mayröcker in Ermangelung eines Schreibtisches und weil sie ja nicht sterben, sondern hundertzwanzig werden will, nicht tut.

Sie zelebriert nicht ihr Alter, sondern schreibt unaufhörlich vor sich hin und hat daher schon an die hundert Bücher verfasst, beziehungsweise hat sie zu zählen aufgehört.

Dann kam die Lesung aus „Fleurs“ und eine Seite aus dem gerade entstehenden Prosawerk und ich finde diese  Traumsequenzen, die mir diesmal besonders auffielen, sehr beachtlich.

Viel Applaus und Ergriffenheit und eine lange Schlange Menschen, die sich mit Büchern zum Signieren anstellten, das muß für die alte Dame, denke ich, auch sehr mühsam sein, dann noch ein oder zwei Stunden zu signieren und mit ihren Fans Small talk zu betreiben.

Friederike Mayröcker

Friederike Mayröcker

Ich habe ja nicht sehr viele ihrer Bücher, weil man die seltsamerweise im Schrank nicht findet, nur einmal habe ich in der „Seedose“ das in den Fünfzigerjahren erschienene Frühwerk „Larifari“ gefunden, das wahrscheinlich noch in einem ganz anderen Stil geschrieben ist und jetzt kann ich raten, ob sie auf die Liste für den österreichischen Buchpreis kommt?

Mit „Ich schütttelte einen Liebling“, das ich gelesen habe, ist sie ja sogar auf die Shortlist des dBp gekommen, obwohl das ja  kein Roman ist, aber das ist ja, wie man immer merkt, ein sehr dehnbarer Begriff und F M eine, wie Klaus Kastberger noch bemerkte, die überhaupt nicht narrativ schreibt, aber die Grand Dame des österreichischen Literaturbetriebs und eine von den wenigen Ehrenbürgerinnen der Stadt Wien, vielleicht ist Julia Danielczyk mit ihrer Assistentin deshalb zur Lesung gekommen und mir ist dazu die „Rund um die Burg-Veranstaltung“ vor Jahren, ich glaube es war, um nine eleven, eingefallen, wo Ilse Aichinger, um die Mittagszeit vom „Literaturhaus“ eingeladen zu lesen war und ihre Zeit überzogen hatte. Nachher hätte Dietmar Grieser kommen sollen und während, die alte Dame, ich glaube von den Filmen oder etwas entsprechendes las, murrten die älteren Damen im Publikum „Wir wollen den Grieser hören!“, was ich ihm einmal erzählte.

Aber hier war das anders, der Applaus lang, der Saal sehr voll und die Veranstalterin sehr gerührt und sprach von einem nicht zu vergerssenden eindrucksvollen Abend.

2015-06-03

Von Friederike Mayröcker zu Ceija Stojka

Von der lieben Christel Fallenstein kam um Ostern die Nachricht, daß Friederike Mayröcker am 3.6. Ehrenbürgerin der Stadt Wien, bzw. ihr dann die Uhrkunde im feierlichen Rahmen übergeben wird und ob ich dazu kommen will?

Dann sandte sie mir noch eine Aufstellung, wieviel Ehrenbürger der Stadt Wien es schon gibt und wieviele Frauen darunter sind.

Sehr wenige natürlich und natürlich wollte ich zu der Veranstaltung gehen und in meinem Blog darüber berichten, halte ich mich zwar nicht gerade für eine Mayröcker-Spezialistin, ich bin auch kein besonderer Fan von ihr, war aber bei einigen Veranstaltungen und ohne jeden Zweifel ist sie neben Ilse Aichinger derzeit wahrscheinlich die wichtigste österreichische Autorin, gefolgt von Elfriede Jelinek, Marlene Streeruwitz, etcetera, etcetera, die um einiges jünger sind.

In den Stadtsenatssitzungssaal wurde eingeladen, das stand zumindestens auf meiner Einladung und das ist, glaube ich der, mit den Portraits der Bürgermeister, wo dann alle sagen, die Proportionen des Herrn Zilk stimmen aber ich nicht und ich sage, aber das Bild wurde von Maria Lassnig gemalt.

Gestern oder vorgestern stand dann bei „bücher.at“ etwas vom roten Salon, keine Ahnung, wo der ist, noch nie etwas von einem roten Salon gehört, aber als ich heute vor elf das Rathaus betrat, standen nicht nur Robert Menasse und Anna Jeller im Eingangsbereich, um nicht zu schreiben im Weg, sondern es gab auch ein Hinweisschild „zum roten Salon“.

Der freundliche Beamte, der mir den Liftknopf drückte, erklärte mir, daß das die Räume des Herrn Bürgermeisters wären und dort sammelte sich dann schon die Prominenz.

Helmut Peschina, Julia Danielcyk, Andrea Grill, Christine Huber, Judith Nika Pfeiffer, zwei Damen vom Literaturhaus, Christel Fallenstein und und und.

Wenig Platz für soviel Leute, einige mußten schließlich auch stehen, zuerst kam Friederike Mayröcker, dann der Bürgermeister Häupl und drückte zuerst einigen Herren und dann der Ehrenbürgerin die Hand.

So ist das eben, wo es vor dem Stadtsenatssitzungssaal eine Tafel mit den Ehrenbürger seit Achtzehnhundertichweißnichtwas und vier mickrigen nicht extra bezeichneten Damen gibt, was aber jetzt geändert wurde, denn jetzt gibt es eine neue Tafel auf der anderen Seite und da steht dann „Bürger und Bürgerinnen“.

Friederike Mayröcker ist die erste Bürgerin auf dieser Tafel und Klaus Kastberger, der neue Uniprofessor von Graz, neuer Leiter des Grazer Literaturhaus und neuer Bachmannlektor, also ein sehr wichtiger Mann, von dem ich vor kurzem herausbekommen habe, daß er auch twittert, hielt die Laudatio und wies auch auf diesen Umstand hin.

Zuerst eröffnete aber Stadtrat Mailath-Pokorny, den ich zueltzt vor drei Wochen gesehen habe, als er einige Leute am Westbahnhof am Bahnsteig vor dem Zug nach Zürich bzw. Innsbruck verabschiedete und Klaus Kastberger ein wahrer Mayröcker Kenner führte rasch durch das Werk der achtzig Bücher ihres über sechzigjährigen Schreiberinnenlebens.

„Larifari“ das erste 1954 erschienene Bändchen, ein „konfuses Buch“, wie es bezeichnet wird, habe ich im „Seedosen-Schrank“ gewidmet, gefunden.

Biografie gibt es keine, meinte Kastberger, denn man könne über die nicht erzählende Autorin nicht viel sagen: „vor neunzig Jahren geboren, schreibt seit über sechzig Jahren achtzig Bücher, wohnte in drei Wohnungen, räumte sie voll, dazwischen gab es noch Ernst Jandl, punktum aus.“

Man könnte sich noch über die Gattungsbezeichnung unterhalten. Romanschreiberin nicht, das fällt aus, daß traut sich nicht einmal „Suhrkamp“, der doch bei allem „Roma“n drunter schreibt, damit es sich besser verkauft.

Also „lyrische Prosa“, so würde ich es jedenfalls bezeichnen, denn ich denke Lyrik es nicht, zumindest nicht die letzten Werke.

Alterswerke kann man nicht sagen, meinte Klaus Kastberger.

Friederike Mayröcker hat kein Alterswerk, sondern fängt mit jedem ihrer Bücher von vorne an. Ist also immer wieder Debutantin und dann kam der Herr Bürgermeister und die Fotografen und man rannte durch einen langen engen Gang, wo schon das Buffet aufgestellt war und man die Schnitzel und die Sushi sehen konnte, zum Stadtsenatssitzungssaal und ich kam gerade zurecht, wie der Herr Bürgermeister die Tafel enthüllte, konnte auf den einzigen Namen auf der sonst leeren Tafel schauen, entdeckte erst später die beiden anderen auf der anderen Seite und lief dann zurück zum Buffet, nach dem ich Frau Mayröcker die Hand geschüttelt habe und ihr alles Gute wünschte!

Muß auch nicht gerade leicht sein, soviele Händedrücke von Menschen zu bekommen, die man vielleicht noch nie gesehen hat, aber Friederike Mayröcker hat ein Stammpublikum und so kennt sie wahrscheinlich die meisten und dann zurück zum Buffet.

Wow, Schnitzel, Sushi, Fleischknödel, Süßspeisen und noch vieles mehr und da hatte ich mir die üblichen Brötchen erwartet und mir im vorherein schon überlegt, ob das für das Mittagessen reichen würde?

Drückt irgendwie die Wertschätzung der Stadt gegenüber ihren Ehrenbürgern aus, bei „Autorinnen feiern Autorinnen“ gibt es nicht einmal ein Glas Wein und im „MUSA“ Wein und Brot, habe ich gedacht, aber andererseits gibt es wahrscheinlich nicht so oft Ehrenbürger zu feiern und da sind die Schnitzerln wahrscheinlich drinnen, noch dazu, wo, wie wir ja hörten, die meisten diesbezüglichen Feiern bisher die von Männern waren.

Sehr viel Feierlichkeit also, sehr viel Prominenz und auch Gespräche mit Leuten mit den ich sonst nicht so leicht ins Gespräch komme, so habe ich Klaus Kastberger beispielsweise  auf Ronja von Rönje angesprochen und mit der Dame von der „Mayröcker Gesellschaft“, die auch Psychologie studierte, diskutiert etc und am Abend ging es zu einer anderen „Ehrenbürgerin“, deren Name nicht auf den Tafeln steht, aber stehen könnte, wenn sie noch leben würde, nämlich zu der 2013 verstorbenen Ceija Stojka nach der jetzt ein Platz im siebenten Bezirk benannt ist und von dort sollte es  einen Spaziergang ins Amerlinghaus, zu einer Lesung aus ihrer Lebensgeschichte mit Nuna Stojka und Julya Rabinowich gehen.

War dann nicht ganz so, denn als ich die Altlerchenfelderkirche erreichte, wo sich der Platz befindet, fand ich zwar Christa Stippinger und einen Teil der Familie Stojka auf den Bänken sitzend vor, es gab aber nur ein großes Fotoshooting, dann wurde ins Amerlinghaus gefahren und dort wartete Hojda Stojka, der Sohn mit Family und Friends, das heißt, zwei Gitarren und einem Sänger und Christa Stippinger erklärte, daß die Veranstaltung im Rahmen „Vierzig Jahre Amerlinghaus“ stattfand, denn vor vierzig Jahren wurde das Amerlinghaus, das mit dem ganzen Spittelberg abgerissen werden sollte, besetzt, es hat sich n das Kunst- und Kulturzentrum gebildet, das  auch schon bedroht war, jetzt aber gefeiert wird und Christa Stippinger, die ich im Rahmen des Arbeitskreises schreibender Frauen kennenlernte, war dort schon bald tätig und hat  dann auch Ceija Stoika, die Überlebende von drei KZs kennengelernt, mit der sie viele Workshops machte und an die zwölftausend Kindern und Jugendlichen ihr Schicksal darbrachte, daß da ist, daß sie 1933 in der Steiermark in eine Romafamilie hineingeboren wurde, 1943 zuerst nach Auschwitz, dann nach Ravensbrück und nach Bergen Belsen kam, später zu malen angefangen hat und drei Bücher über diese Zeit geschrieben hat, die bei „Picus“ herausgekommen sind.

Eines „Auschwitz ist mein Mantel“ ist in der „Edition Exil“ erschienen und daraus hat Nuna Stoija, die Schwiegertochter gemeinsam mit Julya Rabinowich gelesen, während der Sohn mit seiner Familiy spielte und ein Cousin namens Christian immer wieder Roma-Lieder sang und es auch eine Ceija Stoika-Ausstellung ihrer Bilder gab-

Danach las Julya Rabinowich eine Szene aus ihrem „Spaltkopf“ und Christa Stippinger erzählte am Anfang, daß sie einmal einen „Exil-Preis“ gewonnen hat, dann kam sie in ihre Schreibwerkstatt daraus ist der „Spaltkopf“ entstanden, der  in „Rauris“ einen Preis gewonnen hat, womit Julya Rabinowichs literarischer Aufstieg begann.

„Spaltkopf“ wurde bei „Deuticke nochmals aufgelegt, aber auch die „Herznovelle“ und die „Erdfresserin“.

Julya Rabinowich hat beim „Bachmannpreis“ gelesen, hat eine Kolumne im „Standard“. Ich habe sie bei „Literatur und Wein“ gehört, bei der Eröffnung des „Literaturmuseums“ und vielleicht bekommt sie auch den nächsten „Veza Canetti Preis“, jedenfalls hat sie bei der Grundbuch-Veranstaltung den „Oger“ vorgestellt.

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