Literaturgefluester

2019-11-13

Dreißig Jahre Mauerfall

Filed under: Veranstaltungen,Workshop — jancak @ 21:01
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Vom Gegenwartsliteraturworkshop, wo wir heute sowohl ein Gedicht von Gabor Schein analysiert, als auch weiter mit Radka Denemarkovas „Stunden aus Blei“, weitermachten und da die Übersetzung von Raija Hauck mit der von Stephan Teichgräber verglichen haben, ist es ins Cafe Jelinek in die Otto Bauergasse gegangen, da mich Sascha Wittmann dort zu einer „Textmotor-Lesung“ zu Fall der Berliner Mauer am 9. 11. 1989 eingeladen hat und der „Textmotor“ ist eine Gruppe literarisch Tätiger rund um Luis Stabauer, die sich dort, glaube ich, vier Mal im Jahr treffen und diesmal zum Fall der Berliner Mauer ihre Texte lasen. Paul Auer, der auch moderierte, Doris Fleischmann, die ich, glaube ich, schon in Leipzig hörte, Leopold Hnidek, Claudia Sprintz und Luis Stabauer haben das getan, Sascha Wittmann, die mich eingeladen hat, ist nicht erschienen und Paul Auer fragte jeden der Lesenden zu Beginn, wie er den neunten November 1989 erlebt hat? Ich hatte da meinen sechsunddreißigsten Geburtstag und wenn der neunte ein Donnerstag war, am Freitag mein Fest und da bin ich anschließend mit oder ohne Anna mit dem Frans Postma das Wochenende nach Budapest gefahren und vorher im Sommer waren wir, der Alfred und die Anna in Instanbul, da gab es schon die DDR-Leute, die aus Ungarn nach Österreich kamen und beim Volksstimmefest habe ich das zweite Mal gelesen. Das erste Mal war ein paar Jahre früer mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“, das zweite Man hat mich Arthur West solo eingeladen, ich habe aus den „Hierarchien“ gelesen, Peter Turrini hat mich interessiert gefragt, ob das ein Roman sei?

Die Jelinek hat, glaube ich, noch glesen und die Marie Therese Kerschbauer und Arthur West hat beschwichtigt, daß das, was man über die DDR hört, nicht so arg sei. Das ist mir eingefallen, als Paul Auer gefragt wurde, wie er den Mauerfall erlebte? Die Zusatzfrage war, warst du da schon auf der Welt? Er war und hat sich bei seiner <mutter erkundigt, wie die KPÖ darauf regieren würden, nun Arthur West eher beschwichtigen und ein Witz habe ich glaube ich auf dem näcsten oder übernächsten Volksstimmefest gehört „Da geht ein ganzes Volk für höhere Brotpreise und Erhöhung der Mieten auf die Straße. Nun für die Reisefreiheit hat es das auch getan und darum ging es auch, um dieText der „Textmotor-Autoren“, wo Leopod Hnidek eine Geschichte las, wie er vor dem Mauerfall, die DDR-Grenze mit seinem Wagen öfter passierte, der wurde kontrolliert, zwei Papiersäcke mit Bananen und Nylonstrümpfen wurde von den Grenzern einkassiert, der Rest ist an die Geschäftspartner gegangen und dreißig Jahre später fährt er wieder über Hof nach Leipzig zu der Messe und bringt seinen Freunden, die inzwischen Mindestrentner und von der Altersarmut betroffen sind, wieder ein Säckchen mit.

Luis Stabauers Geschichte handelt von einem Pärchen, das der Ich-Erzähler am Plattensee kennenlernte und das ihm von ihrer geplanten Flucht erzählte.

Doris Fleischmanns Geschichte hieß „Portrait  einer Leipziger  Dame“ und die von Paul Auer hatte eher mit Rom als mit dem Mauerfall in Berlin zu tun.

Interessant war es trotzdem die Mauerfallgeschichten von österreichischen Autoren zu hören und dann bin ich ein Stücken weiter in die Schmalzhofgasse zu einer Vernissage der Galerie Lindner gegangen und hatte wieder einen interessanten literarischen Crossover-Tag.

Und ins Cafe Jelinek, das kann ich noch erwähnen, bin ich vor dreißig und mehr Jahren, als ich, glaube ich, noch die Wohnung in der Otto Bauergasse hatte und mit dem Alfred und der Anna in der Gumpendorferstraße wohnte, auch öfter gegangen und habe dort meine Texte, „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ und auch die „Hierachien“ geschrieben und noch früher, in den späten Siebzigerjahren habe ich, glaube ich, auch mit dem „Arbeitskreis“ einmal in genau jenem erhöhten Extrastüberl gelesen.

2017-06-07

Vom Centrope ins Literaturhaus und in die Galerie Lindner

Heute war wieder ein literarischer Tag könnte man so meinen oder eigentlich auch nicht.

Am Vormittag vier Stunden, dann mit einem Umweg über den Bücherschrank, wo ich nicht fündig wurde, in die „Dokumentationsstelle für Mittel- und Osteuropäische Literatur zum Centrope Workshop“, wo wir uns inzwischen mit den Sujets befassten und Stephan Teichgräber Bücher von Beppo Beyerl, Anna Kim und den Peter Esterhazy, den ich vor ein paar Wochen gefunden habe, als ich zum orkshop oder vielleicht auch in die Hauptbücherei ging.

Ich habe das Buch jedenfalls einmal mitgenommen, dann auf meinen Schlafzimmerstapel gelegt, der inzwischen schon riesig ist und wenn man in den Büchern das Sujet analysiert, erklärte Stephan Teichgräber, kann man eine diesbezüpgliche Analyse machen und weiß alles bezüglich der Motive und der Fabeln und braucht keine Inhaltsanalyse mehr geben.

Davon komme ich so schnell wohl nicht los und will das auch nicht wirklich und der Philosoph, der mit mir das Workshop besucht, bot sich an, das nächste Mal „Den Meister und Margarita“ zu analysieren.

Das gehört zwar zur russischen Literatur und nicht zu der des Centropes, ist aber sicher interessant und bezüglich des Abendprogramms hätte es auch einige Alternativen gegeben.

So gab es ein „Worldpress-Treffen“ ganz in meiner Nähe, irgendwo im fünften und in der Hauptbücherei stellte Sybille Haman Shida Bazyar die „Bloggerdebutpreisgewinnerin“ vor.

Das wäre zwar ganz interessant gewesen, mich ihr als ein Mitglied der Jury vorzustellen, aber ich gehe eigentlich nicht so gerne zu Veranstaltungen, wo ich schon das Buch gelesen habe, außerdem hätte man sich anmelden müssen und im Literaturhaus gab es eine Performance zum Thema Kannibalismus, beziehungsweise zum „Menschen fressen“.

Das ist zwar nicht ganz mein Thema, aber sicher interessant, wie Barbara Zwiefelhofer in der Einleitung erwähnte und Maria Seisenbacher, die mit Hermann Nikklas zur „Wortwerft“ gehört, habe ich schon einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ gehört.

Dazu kam noch eine Tänzerin, nämlich Marlene Wolfsberger und die drei, barfuß mit schwarzen T-Shirt und Jeans, hatten ein Programm erarbeitet, wo sie vom Hänsel und Gretel wo, es ja auch um das Menschenfressen, bis zu japanischen Texten, Krimifällen, da gibt es ja einiges an Kaniballismus in der Kriminalgeschichte, bis zu eigenen Texten, eine interessante Performance bote.

Das Publikum war mir wieder gänzlich unbekannt, hat also vermutlich aus Freunden und Verwandten der Veranstalter bestanden und Maria Seisenbacher, das muß ich  erwähnen, war sehr freundlich und hat mir ganz genau erklärt, wie es zu der Veranstaltung gekommen ist.

Ich habe mich mit ihr länger unterhalten und  am Rückweg dann doch noch in der Galerie Lindner vorbeigeschaut, wo es eine Vernissage gab.

„Weissbruch“ von Annete Haas und Denise Winter.

Die Frau Lindner und die Anna Lindner mit ihrem Sohn waren da und ich habe mich bei derletztern erkundigt, ob sie morgen zum „Gerstl-Symposium“ in die „Alte Schmiede“ kommt.

Sie kommt, hat sie mir gesagt und ich habe das auch vor, so daß auch der morgige Tag wahrscheinlich auch sehr literarisch werden wird.

2017-03-29

Weiter mit dem Centrope-Workshop und andere Ereignisse

Vorige Woche gab es ja eine Unterbrechung beim Centrope-Workshop da wir ja nach Leipzig zur Messe gefahren sind, so ist es heute weiter mit dem zwei Personen Colloquium  plus Stephan Teichgräber gegangen und ich habe wieder Marketa Pilatovas „Tsunami Blues“ mitgenommen, da wir ja die Texte analysieren sollen und dafür habe ich mir auch den „Wikipedia-Eintrag“ über Juri Michailowitsch Lotman ausgedruckt, um eine Ahnung zu haben, was eine semiotische Analyse ist, aber soweit sind wir wieder nicht gekommen.

Noch haben wir uns wieder die verschiedenen Sprachen des Centropes angeschaut und Stephan Teichgräber hat uns erklärt, wie man die Worte durch verschiedene Verschiebungen verkürzen oder verlängern kann und auf welche Weise das in Ungarisch, Slowakisch, Tschechisch oder Deutsch passiert.

Sehr interessant für eine, die sich bei Texten ja vorwiegend auf den Inhalt bezieht und weder tschechisch, noch slowakisch oder Ungarisch spricht.

Aber aus Leipzig habe ich mir ein paar Textproben von Orsolya Kalasz, Kinga Toth, die ich einmal im Literaturhaus hörte, Judit Hidas und Zoltan  Danyi mitgebracht.

Der Philospoph, der mit mir das Workshop macht hat sich inzwischen die Werke von Christian Futscher und Michael Hvorecky bestellt und ist dabei sie zu lesen und wir haben auch ein bißchen über die Sprachebenenen der Werke von Andrea Winkler, die ja wenig semantischen Inhalt hat und für mich eine „Sprachrausch-Künstlerin“ ist, beziehungsweise über die Melodik der Texte eines Thomas Bernhards gesprochen und ich habe über meine Erfahrungen mit dem „Schragl-Text“ und seinen Wiederholungen bei Radek Knapp gesprochen, der ja auch auf der Centrope-Leseliste steht.

Über die Leipziger-Messe und dem Litauen-Schwerpunkt habe ich auch ein bißchen erzählt und da hätte es auch einen Litauen-Veranstaltung in der „Gesellschaft für Literatur“ in der von Cornelius Hell moderierten Reihe „Der gläserne Vorhang“ gegeben, nämlich eine Lesung von Undine Radzeviciute aus „Fische und Drachen“ und Giedra Radvilaviciute „Der lange Spaziergang auf einer kurzen Mole oder Mein Spiegel gegen mich selbst“.

Aber leider war heute um sechs im Cafe Standard Hausversammlung und die Lesung hätte auch, wie ich erst nachher gesehen habe, ebenfalls schon um sechs angefangen.

Also hätte ich keine Chance gehabt zurecht zu kommen und bin nach der Versammlung seit langem wieder einmal zu einer Vernissage in die Galerie Linder gegangen.

Die Anna ist ja mit der Tochter von Herrn Lindner, der in der Schmalzhofgasse eine konkrete Galerie hat, in die Rahlgasse gegangen und früher war ich auch regelmäßig bei den Vernissagen.

Seit ich blogge habe ich meinen Schwerpunkt aber auf die Literatur verlegt. So gab es heute wieder eine kurze Begnung mit der „Plot und Handlungslosen bildendenen Kunst“, nämlich mit Thomas  Mükisch „Works on temperature“, die von Lucas Gehrmann, einem Kurtor der Kiunsthalle Wien, eingeführt wurden.

Wolfgang Müller-Funk war im Publikum und Anna Lindners kleiner Sohn, der sehr interessiert in den experimentellen Räumen herumkrabbelte, der vielleicht auch einmal bildender Künstler werden wird oder Literaturwissenschaftler und Buchautor, wie seine Mutter.

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