Literaturgefluester

2022-09-06

Die „Satanischen Verse“ am Heldenplatz

Auf den1947 in Bombay geborene Schriftsteller Salman Rushdie, der in seinen Werken sowohl märchenhafte als auch magische Elemente verwendet, wurde mit seinem Roman „Satanische Verse“ 1989 von Ajatolla Chomeni mittels einer Fatma mit dem Tod bedroht, beziehungsweise wurden alle Musleme dazu aufgerufen, da er in dem Buch, den Islam, den Phropheten und den Koran beleidigt sah. Das hat zu großer Aufregung geführt und ich kann mich erinnern, daß es da eine Lesung von den IG- Autoren der „Verse“ gegeben hat, an der ich nicht teilnahm, weil ich die kleine Anna nicht dazu mitnehmen wollte.

Bei der GAV hat es auch Aufregung gegen, weil sich die bedroht fühlten und daher, die Türklingel abmontierten, was zu einigen Austritten, ich glaube, von Gerhard Ruiss und Barbara Frischmuth führte und ich kann mich auch erinnern, daß ich da einen Brief an Barbara Frischmuth geschrieben habe, den sie auch beantwortet hat.

1992 hat er den „Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur“ bekommen, darüber beziehungsweise, wie die Staatspolizei ihn beschützte, damit er den Preis entgegennehmen konnte, hat Judith Grohmann ein Buch geschrieben. Deckname war Joseph Anton und unter diesen Namen hat Rushdie auch eine Autobiografie geschrieben. Ich habe ein paar seiner Bücher in meinen Regalen und eines, glaube ich, gelesen, die „Satanischen Verse“ aber nicht und habe, ich gebe es zu, den Roman auch für eine Gedichtsammlung gehalten.

Am zwölften August kam es zu einer Messerattacke in New York, die Salman Rusdie schwer verletzte und aus diesem Grund hat die GAV heute eine öffentliche Lesung aus dem Buch am Heldenplatz veranstaltet, um sich für Toleranz und die „Freiheit des Wortes“ einzusetzen.

Interessant ist dabei, daß das Buch, obwohl es ja schon über dreißig Jahre alt ist beim letzten „Literarischen Quartett“ noch einmal besprochen wurde. Vea Kaiser .hat den Roman vorgestellt und ihre Begeisterung darüber sehr euphorisch ausgedrückt. Sie hat, glaube ich, auch das Programm der Lesung gestaltet und die Lesestellen ausgesucht. Doron Rabinovichi hat, glaube ich, so etwas, wie die Schutzherrschaft übernommen und die einleitenden Worte gesprochen.

Man konnte sich melden wenn man lesen oder sich als Ordner betätigen wollte und ich habe mich als Lesende gemeldet, obwohl ich sonst ja nicht so gern die Texte anderer lese, bin aber, als ich von Ungarnis zurückgekommen bin und unter anderen auch darüber berichtet hat, mit dem Uli diesbezüglich zusammengestoßen und da ist es wohl gut, wenn man weiß wovon man spricht und so bin ich heute um halb zwölf, nach dem ich die heurige österreichischee Buchpreisliste eingesehen und die Verlage angeschrieben habe, mit dem Alfred auf den Heldenplatz gegangen. Von zwölf bis vier gab es abwechselnd fünf Minuten Lesungen von GAV-Autoren. Es gab sozusagen Polizeischutz, das heißt zwei oder drei diesbezügliche Autos sind dagestanden und da habe ich auch Erinnerungen an Heldenplatz- Demonstrationen. Die großen haben ja dort gegen schwarz-blau eins und schwarz-blau zwei stattgefunden. Die Kleineren fanden dann unter dem Erzherzog Karl Denkmal statt und da war ich in Corona-Zeiten auf einer Künstlerdemo am ersten Mai und dann im Oktober 2020 auf einer als der zweite Lockdown zustande kam und heuer auch einige Male. Auf einigen Großen auf der anderen Seite und dann auf einer Demo-Party, wo mich die vielen Polizeaufrufen „Setzen Sie eine Maske auf!“ ein bißchen nervte. Das ist jetzt vorbei und großen Andrang hat es nicht gegeben. Natürlich wer hat Dienstag, um zwölf schon Zeit? Zuhörer waren, glaube ich, hauptsächlich die GAV-Mitglieder und Touristen oder wahrscheinlich auch Ministerium- oder Parlamentsmitarbeiter sind im schwarzen Anzug durchgegangen.

Es haben sich auch einige Organisationen, wie die IG, der PEN, die „Alte Schmiede“, das Literaturhaus, der Republikanische Club, „bahoe books“, etceteta, dem Soldaritäsaufruf angeschlossen. Der Republikanische Club und der „Falter“ haben auf die Veranstaltung auch hingewiesen und so hat auch der Pen-Präsident Helmuth A Niedlerle, und Gerhard Ruiss von den IG-Autoren gelesen und dann das Who ist Who, der GAV, beziehungsweise, der österreichischen Autorenszene, wie Vea Kaiser, Susanne Ayoub, Klaus Haberl, Christa Nebenführ, Renate Aichinger, Herbert Maurer, Ilse Kilic, Birgit Schwaner, Angelika Stallhofer, Anna Weidenholzer, Dieter Sperl, Dine Petrik, Lydia Haider, Marlen Schachinger, Manfred Loydolt vom Lesetheater, Rhea Krcmarova, Luis Stabauer, Udo Kawasser, Eva Schörkhuber, Margret Kreidl, Lukas Cejpek, Jopa Jotakin, Monika Vasik, Thomas Northoff, Jörg Piringer, etcetera.

Man konnte sich aussuchen wann man lesen wollte. Bis vier ist es mir egal, habe ich gesagt, weil ich Dienstag fünf Uhr Fixstunde habe und hätte, um viertel Vier drankommen sollen. Geworden ist es dann eine Stunde später, so daß ich gleich nach meiner Lesung weggehen und nicht mehr den Abschluß hören konnte und ein Roman über fünfhundert Seiten kann wohl nur in Ausschnitten gelesen werden. Iich habe wer es wissen will von Seite 417-419 gelesen und der Text wurde von der GAv zur Verfügung gestellt. Trotzdem war der Ritt durch das Buch sehr interessant und es war auch ein schöner warmer Sommernachmittag am Heldenplatz und einen Aufruf vom internationalen Literaturfestival Berlin am 29. September, wo weltweit jeder der will aus den Versen lesen oder eine Lesung veranstalten soll, gibt es auch und das wäre eine gute Idee, sich mit dem Roman zu beschäftigen und ihn dadurch bekannter zu machen.

2020-07-28

Im Künstlerdorf

Der Alfred hat ja jetzt, bevor er in Pension geht, Urlaub und da möchte er herumfahren.

Die Sommerfrischewochenden in Harland, bei St. Pölten sind ihm da zu wenig und so hat er gleich angebissen, als ihm Erika Kronabitter zu zwei Lesungen eingeladen hat.

Auf diese Art und Weise waren wir vor zwei Wochen beim Lesefest in Strobl am Wolfgangsee, wo jetzt ja die Horromeldungen von den Coronazahlen in St. Wolfgang herkommen und für diese gab es eine Einladung in das Künstlerdorf in Neumarkt an der Raab. Das ist im Burgenland, wo Erika Kronabitter im Rahmen der Sommerakademie eine Schreibwerkstatt „Schreiben mit Freude“ abhält und es außerdem eine GAV->Lesung „Zwischen den Zeilen“ im Stadl mit Petra Ganglbauer und Peter Pessl geben sollte.

Als wir das Dorf, ein paar idylle strohgedeckte Häuser mit teilweise sehr alten Möbeln auf einer Wiese erreichten, sahen wir die Teilnehmer der Schreibwerkstatt, ich glaube acht Frauen und zwei Männer, schon auf der Terrasse oder Galerie sitzen und eifrig vor sich hinschreiben oder denken.

Unser Zimmer war in der Mansarde eines der Häuser und die Lesung, die von Erika Kronabitter, der unermüdlichen, moderiert wurde, fand nur mit Peter Pessl statt, da Petra Ganglbauer, die ehemalige GAV-Präsdidentin, erkrankt ist.

Peter Pessl, Erika Kronabitter

Peter Pessl, Erika Kronabitter

Erika Kronabitter stellte den 1963 in Frankfurt am Main geborenen und in Österreich Aufgewachsenen vor, erklärte, daß er einer eher experimentellen Schreibweisei zuzuorden ist, sein erstes Buch „Splitter und Sporen“ ist im „GanGan-Verlag“ erschienen und, daß er mit Petra Ganglbauer, Friederike Mayröcker und anderen Literaturgrößen in Verbindung stand.

Es sind schon viele Bücher bei „Ritter“ und anderen Verlagen erschienen. Darunter drei, die den „Aufzeichnungen aus dem Himalaya“ gewidmet sind. Da war ich bei der Vorstellung von einem in der „Alten Schmiede. Bei dem aus dem er dann gelesen hat, dem Zaubermärchen „Mamamaus Mandzukic“, war ich auch. Da gibt es ja Zeichnungen, die damals präsentiert wurden und er las den Ausschnit aus einem, das in Italien beginnt und in einem KZ endet und danach einen Ausschnitt aus dem neuen Buch, das demnächst erscheinen war, das sich dran lehnt und auch märchenhafte Textpassagen hat.

Erika Kronabitter erwähnte dann noch die Preise, die Peter Pessl, der sich auch als politischer Autor versteht, bekommen hat und fragte, ob es nicht unangenehm sei, die, von Politikern überreicht zu bekommen, wenn man aus dem bürgerlichen Leben ausgestiegen ist? Was ich für eine interessante Frage fand, wie Erika Kronabitter überhaupt sehr interessante Fragen stellte, wo man viel über den Literaturbetrieb lernen oder über ihn nachdenken konnte.

Nachher gab es eine Jause aus dem Bioladen mit „Uhudler“ und interessanten Gesprächen.

die Schreibwerkstatt, wo ich eine Teilnehmerin traf, die ich, sowohl aus der „Alten Schmide“ kenne, die aber auch in Strobl war, geht, glaube ich, bis Ende der Woche weiter.

Ein Buch über das Künstlerdorf in dem schon viele Berühmtheiten gelesen haben, gibt es auch und so kann man den Sommer auch verbringen, mit Lesungen und mit Schreibwerkstätten in einer schönen Gegend. Aber meine Sommerfrischenwochenenden in Harland, wo jetzt ja bald Halbzeit ist, sind auch sehr interessant.

Die Schreibwerkstatt mache ich mir selber. So war ich am Montag mit meinen beiden Notizbücher wieder in der „Seedose“ am Viehofner See, sogar auf zwei Kaiserspritzern und habe mir ein paar weitere Szenen aufnotiert, obwohl ich mit dem bis jetzt Vorhandenen noch nicht so zufrieden bin und nach Wien zu Lesungen beziehungsweise zu Arbeitssitzungen geht es auch immer wieder.

Die nächste Lesung wird bei schönen Wetter bei den O-Tönen sein, da es die „Podium-Sommerlesereihe“ jah nicht mehr gibt.

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