Literaturgefluester

2022-06-02

Kleine Formen

So hat Annalena Stabauer heute die beiden Bücher, eines von „Ritter“ eines von „Klever“, die in der „AS“ präsentiert wurden, vorgestellt. Keine Formen in zwei experimentellen Verlagen erschienen und als erstes stellte der 1949 geborene Gerhard Jaschke, der „Freibord-Herausgeber“ und langjähriges GAV–Vorstandsmitglied sein „wie nie danach“ vor, das sind alphabetisch geordnete Kurztexte von A-bis Z, die in der Pandemie geschrieben, diese was mich sehr überraschte und auch freut, auch zum Thema hatte „Zuerst die Mülltrennung, dann das Rauchverbot, jetzt Ausgangssperren und Maskenpflicht, wo gehen wir da hin?“, oder so ähnlich und dann ging es auch um die „Frankfurter-Buchmesse“ und deren „Auf und Abbau“, um beim Buchstaben „A“ zu verbleiben. Es ging um James Joyce und um Ilse Kilic, Gerhard Jaschkes Literaturvorlieben, wie Annalena Stabauer im Gespäch thematisierte und Gerhard Jaschke betonte die Einladungen, die er sowohl vom „Fröhlichen Wohnzimmer“, als auch Lukas Cejpek der im Publikum saß, bekomm, sich an deren Anthologien zu beteiligen.

Wie hat er die Pandemie empfunden, fragte Annalena Stabauer weter und Gerhard Jaschke meinte, das hätte ihn nicht so sehr tangiert, weil er sowieso, er hat vor ein paar Jahren einen Schlaganfall gehabt, seine Wohnung kaum mehr verläßt. Es ist der dritte Band nach „Gemischte Freuden-Sätze“ und „Geliehene Leben-Nachsätze“ und das führte zu der Frage, wie es zu dem Buchtitel und der Textreihenfolge kam.

Dann kam der 1948 im Kanton Zürich geborene Urs Allemann, der 1991 mit seinem „Babyficker“ beim „Bachmann-Preis“ Aufsehen erregte. Jetzt geht es um die „Carruther-Variationen“ und da wird in sechzehn Teilen mit dem Satz „Ich hatte den alten Carruther mit dem Spaten niedergeschlagen“ und in der ersten Variation geht es einunddreißigmal, um diesen Satz und ich weiß nicht, wie lange es dauerte, bis ich mir dachte, daß ich das eigentlich nicht hören will.

„Das ist auch Literatur!“, habe ich am Ende zur Ruth gesagt, die auch nicht klatschte und ebenfalls ziemlich betropitzt drein geschaut hat und das in Beziehung zu meinen Freund Uli gesetzt, der sich wieder einmal über meine Sätze aufgeregt hat, die bei ihm angeblich Schüttelfrost auslösen würden. Das löste offenbar nichts aus und Annalena Stabauer moderierte auch sehr freundlich und eines muß ich dem Autor lassen, daß er seine Sätze großartig vorgetragen hat. Manchmal hat er dabei geschrien, da bin ich dann zusammengezuckt und Urs Allemann erzählte, daß er sich zehn Jahre lang mit den Variationen beschäftigte und froh war, daß er den Carruther endlich beerdigen konnte. Auf die Idee ist er in der Toskana gekommen, durch das Buch „Der dritte Polizist“, wo ein ähnlicher Satz enthalten ist und in diesen zehn Jahren hat er nichts anderes, als das schreiben können und als jemand einen Text für eine Tier-Anthologie haben wollte, hat er eine Fabelfigur erfunden und, die als zweite Variation eingebaut.

Nach dem Gespräch kamen noch drei andere Textteile und die Ruth hat das Ganze, als eine Mißbrauchsphantasie interpretiert. Soweit will ich nicht gehen, sondern mir ganz friedlich die Frage stellen, warum Literatur beklatscht wird, die so gewaltsam ist? Da wird mit der Sprache gespielt. Jawohl, es gibt Sonette und andere Textteile und am Schluß eine Litanei, die mir bekannt erschien und alle sitzen gebannt da, hören zu und klatschen. Der Autor hat auch sehr sympathisch ausgesehen. Das ist also Literatur, meine nicht. Das Leben ist sehr widersprüchig, die Literatur ist es offenbar auch.

2021-01-21

Von der Donnerstagdemo in die Alte Schmiede

Es ist wieder Donnerstag und da bin ich ja zu Zeiten von schwarz blau auf die Straße gegangen und zuerst gegen die schwarz blaue Regierung eins und dann später vor zwei Jahren gegen türkisblau zu demonstrierien, da war ich einige Zeit durch meinen Gips behindert, dann gab es türkis-blau wegen dem Ibiza-Videos nicht mehr und dann kam Corona und die Demonstrationen waren auf einmal anders und ich bin ein paar Meter neben Martin Sellner gestanden und habe gedacht „Whats up, wo sind die Linken?“

„Die sind in Schockstarre!“, hat mir der Alfred geantwortet, der sich im Herbst von NÖ nach Wien umgemeldet hat, um die Grünen bei der Wien-Wahl zu unterstützen, aber die sind dann schon im September mit Maske aufgetreten, um die anderen zu schützen, haben wir ja jetzt eine türkis grüne Regierung und einen Gesundheitsminister, der mir immer noch sehr sympathisch ist, aber jetzt schüttele ich den <kopf und denke „Wie kommen wir da heraus, wenn nichts passiert?“

Wahrscheinlich nie, denn jetzt wird ja nicht nur mehr das Virus, wie die Stecknadel aus dem Heuhaufen gesucht, sondern jeder Virusmutation nachgegangen. Die englische ist offenbar harmlos, aber die bralisilanische gefährlich, weil die Impfung, die jetzt ja schon erfolgt, wirkt nicht dagegen.

Also ab Montag FFP2-Maskenpflicht in den Supermärkten und den Öffis, sowie ein zwei Meter Abstand und die Zahlen bleiben gleich. Schwanken schon seit Wochen zwischen ein- und zweitausend und wenn man denkt, daß da hunderttausend täglich getest werden, sind sie wahrscheinlich gleich den Zahlen im Frühling als dann die Lockerungen kamen.

Aber jetzt ruft Frau Merkel alle Staatschef an und sagt „Einheitlicher Lockdown bis Ostern!“ und ich denke was machen wir, damit das einmal aufhört? Denn sonst kommt sicher der Ganzkörperanzug und man muß die Maske auch in der Wohnung tragen! Also demonstrieren. Da tut sich ja ein bißchen, zehn- bis zwanzigtausend am Samstag am Heldenplatz und am Ring, aber weil der Herr Küssel und die Identitären auch dabei waren, sowie die FPÖ, hieß es: „Das sind alles Irre und Schwurbler. Masken haben sie auch nicht getragen!“

Muß man nicht im Freien, wenn man den Sicherheitsabstand einhält, wiederhole ich und habe das auch an Robert Misik so geschrieben, daß ich gerne mit ihm darüber diskutieren möchte. Denn er diskutiert ja auf OE 24 TV darüber und da ist dann von den Irren und Schwurblern, die Rede und daß man, wenn solche Leute demonstrieren, nicht mitgehen kann!

Was macht man also, wenn man den neuen Sicherheitsabstand ab nächster Woche wahrscheinlich nicht einhalten kann? Man schaut im Netz, was es alles für Demos gibt? Und da gibt es vieles. Eine Großdemonstration am nächsten Samstag. Am Sonntag geht Jennifer Klauninger, glaube ich, jeden Woche vom Stephansplatz ab spazieren. Das ist die, die im Sommer am Resselpark eine Fahne zerrisen hat. Aber Achtung, es war keine Regenbogenfahne, sondern eine, die so ausgesehen hat, aber zwei Herzen hatte und das wäre laut Jennifer Klauninger ein Symbol der Kinderschänder und das mag sie nicht und jetzt heißt es, da kann man nicht hingegen, weil die gegen die Homosexuellen sind.

Am Freitag gibt es jede Woche, was am Maria Theresia Platz. Da war ich einmal auf einer Demo „Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur“ und kann mir das ja anschauen, weil ich sonst ja sowieso nicht aus dem Haus komme und dann fand ich plötzlich „Es ist wieder Donnerstag!“ und ich dachte, endlich rühren sich die Linken ich habe mich ohnehin gewundert, daß denen die Einschränkungen der Freiheitsrechte wirklich so egal sind? Und ich wollte am Donnerstag eigentlich nicht demonstrieren, sondern in die „Alte Schmiede“ streamen, wo wieder zwei „Ritter-Bücher“ vorgestellt wurden. Markus Köhle präsentierte Gerhard Jaschke und Ronald Pohl und das ist ja der Standard-Redakteuer und experimentelle Dichter, der mit mir zeitgleich in die GAV eingetreten ist, aber weil ich etwas machen will, bin ich nach dem fünf Uhr Antrag auf den Platz der Menschenrechte gegangen, da war ich schon einmal im Oktober auf einer Demo bezüglich Mora und habe da etwa zwanzig Linke vorgefunden, ja in Zeiten, wie diesen sind demonstrationen anders und diesmal standen auch ein paar junge Leute herum und eine hat mir gleich einen Sack in die Hand gedrückt und mir gesagt, daß ich mir etwas von den geretteten Lebensmittel aussuchen soll. Die standen schon bei der Halloween Demo Ende Oktober am Heldenplatz und Programm hat es auch keines gegeben, nur ein Gespräch mit einer Sängerin, die mir ihre Corona-Erfahrungen schilderte und dann bin ich, weil es ja im Windter kalt ist, zurückgegangen und noch ein bißchen zu Gerhard Jaschke, der mich ja zu der Veranstaltung eingeladen hat, zurechtgekommen „Geliehene Leben, Nachsätze“, heißt sein Buch. Markus Köhle moderierte und saß offenbar zwischen den Lesungen mit Maske da, ja wir sind sehr weit gekommen und dann kam der1965 geborene Ronald Pohl, der inzwischen, glaube ich, wieder aus der GAV ausgetreten ist mit seinen Haßgesängen, wie es, glaube ich, Markus Köhle nannte, der auch erklärte, daß die Sizilianer, den Etna „Signor Mongibello“ nennen und Ronald Pohl erzählte auch etwas von seiner Liebe zu Sizilien und dem Dauerprojekt oder den Dauergedichten, das noch nicht abgeschloßen ist, interessant, interessant und das unsichtbare Publikum bestand aus zwölf oder dreizeh Personen, das von Markus Köhle auch direkt angesprochen hat, eine von ihnen war ich, lieber Markus und dann haben sich noch Mieze Medusa und Elisabeth Wanderle-Deck, die ich, glaube ich, das letzte Mal in Basel getroffen habe, im Chat gemeldet. Ich habe ihr ein Mail geschrieben und kann vermelden. Es ist trotz Corona etwas los, auch wenn der Kultur das Licht ausgeschaltet ist.

2020-10-22

Von Vierjahrzehnten Freibord zur AK-Debutpreislesung

Der Vorteil vom Livestream-Schauen ist ja, daß man nach Belieben hin und her hoppel kann, was ich an sich gerne tue und da gab es heute durchaus ein abwechslungsreiches Programm.

Wolfgang Hermann in der „Gesellschaft für Literatur“ habe ich dabei augelassen, denn ich fieberte ja eigentlich schon lange der Vorstellung der drei österreichischen Debutanten in der AK -Bibliothek entgegen, die es ja heuer zum fünften Mal gab.

Das erste Mal habe ich, glaube ich, versäumt, weil Ilse Kilic gleichzeitig den Veza Canetti-Preis bekommen hat. Bei den drei anderen war ich und habe mich anschließend bei Wein und Brötchen jeweils mit derAngela und dem Josef über den besten Text unterhalten. Die Bücher hatte ich da, wie auch heuer zum Teil noch nicht gelesen, aber, glaube ich, alle oder die meisten nachgeholt und heuer gab es wegen den strengen Corona-Regeln überhaupt nur eine Livestreamlesung, das heißt, wie in Frankfurt, ein paar der Verlagsleute waren eingeladen und saßen weit auseinander, die anderen konnte es sich über Livestream ansehen.

Drei oder vier haben, das, wie bei den anderen Livestreamlesungen auch getan und ich freute mich, wie erwähnt darauf, hatte um fünf eine Stunde, um sieben fing es in der Arbeiterkammerbibliothek an und dann ist mir eingefallen, daß ich schon vor längerer Zeit von Gerhard Jaschke eine Einladung zum„Freibord-Maskenball mit Abstand“ in die „Alte Schmiede“ bekommen habe. Gerhard Jaschke hat also Humor, ich weniger und so habe ich ihm auch „Mit Maske eher nicht!“, geantwortet und bin dann daraufgekommen, daß die von Kurt Neumann noch initierten „Gesellschaftsräume der Literatur“ nämlich die „Revue durch vier Jahrzehnte Resonanz und Produktionsraum“ oder der Rundgang durch die seit 1975 entstandenen „Freibord-Produktion“ schon um sechs begonnen haben.

thematisch passt es zwar nicht sehr zusammen, denn das „Freibord“ istja eine sehr avantgardistische Zeitschrift und dann auch wieder nicht, habe ich doch drei Texte drinnen, denn ich habe ab den Neunzehnhun,,,dertachtzigerjahre und solgange ich noch Ausendungen machte, meine Texte immer wieder auch an Gerhard Jaschke geschickt , der mir, glaube ich, einmal auch einen lobenden Brief geschickt hat. Später habe ich ihn dann durch meine wahrscheinlich etwas provokante Art auch ein paar Mal verärgert, als aber das erste „Literaturgeflüsterbuch“ erschienen ist, hat er es auch sehr gelobt.

Der 1949 geborene Gerhard Jaschke hat also 1975 mit seiner Frau Ingrid Wald, den ebenfalls versctorbenen legendären Dichter Hermann Schürrer, Camillo Schaeffer und, ich glaube, noch jemanden anderen das „Freibord“gegründet. Da gab es dann die „Edition Freibord“, eine Sonderausgabe und später nach dem Schlaganfall die kleinen „Feribord“ und „FirebordHeftchen“ und jetzt hat Gerhard Jaschke seinen Vorlaß, glaube ich, dem Literaturarchiv in Krems übergeben, so daß der Schweizer Fermin Suter, in der „AS“ an einem Tischchen saß, Markus Köhle saß an einem anderen. Dazwischen Gerhard Jaschke und dann hat es mit Hermann Schürrer, dem Exzentriker, Josef Enegls Gedichten, Elfriede Gerstl, die mir ja auch einmal ein „Freibord“ ihrer Werke schenkte oder es mit einem meiner Bücher tauschte, begonnen. Eine gute Stunde lang die wilde experimentelle Literatur, des letzten Viertels des letzten Jahrhunderts, die ich ja hautnah miterlebte, besprochen, während es dann in der abgespeckten Arbeiterkammerbibliothek mit zwei in den Neunzehnhundertneunzigerjahren jungen Leute und den älteren, sein Geburtsdatum habe ich nirgends gefunden, Gunther Neumann weiterging. Leander Fischer und die schon gestern gehörte Mercedes Spannangel stehen ja auch noch auf der öst. Debutpreisliste.

Die Leiterin der Bibliothek Ute Wödl eröffnete, dannn kamm der AK- Direktor Christoph Klein und hob wieder den Wert der Bildung und des Lesens vor, be–vor Ute Wödl dann die drei Nominierten vorstellte und ich dachte eigentlich, daß ich den der 1992 in Völklabruck geborenen Leander Fischer mir völlig unbekannt wäre.

Jetzt also den ersten Einblick in das umfangreiche Werk, in dem es sowohl um das Fliegenfischen, als auch um die Ermordung des Thornfolgers in Sarajewo geht. Ich bin also gespannt, werde aber noch eine Weile brauchen, bis ich zu dem Buch komme, weil es ziemlich weit unten auf meiner Leseliste steht, während ich von den schon älteren Gunther Neumann, der, glaube ich, eine diplomatische Karriere hinter sich hat, bevor er ans Debutpreisschreiben ging, schon bei den O-Tönen hörte.

In seinem Buch „Über alles und nichts“ geht es um eine Pilotin und Mercedes Spannagel, 1995 geboren, habe ich, wie schon erwähnt, sowohl bei den O-Tönen als gestern in der Exil-Vorstellung in der „Gesellschaft“ ,gehört. Sie las, glaube ich, dieselben Stellen aus „Das Palais muß brennen“ obwohl sie ja gestern sagte, sie würde immer etwas anderes lesen und Ute Wödl fragte dann ins Publkium „Haben Sie sich schon einen Eindruck über den Gewinner gemacht?“

Ich habe nicht, dazu muß ich die Bücher erst lesen. Würde aber auf Leander Fischer schätzen, der wahrscheinlich der sprachexperimentellst,e ist und habe heute in meinem Zimmer eine große literarische Runde gemacht. Von Gerhard Jaschkes Avantgarde zu den drei Debutpreis-Büchern des Öst. DerPreis wird ja an meinem Geburtstag am neunten November vergeben. Ich hoffe, daß es da auch einen Livestream gibt und, daß ich mich bis dahin schon ein bisher durch die österreichische Liste gelesen habe. Derzeit lese ich ja Martin Peichls „Bierdeckelbuch“ und gehe dann noch kurz zum dBp zurück, um da noch drei Bücher zu lesen, bevor ich zum österreichischen Buchpreis komme.

2016-05-05

bis auf weiteres

Filed under: Bücher — jancak @ 00:07
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Gedichte von Gerhard Jaschke, Band vierzehn der Reihe „Neue Lyrik aus Österreich“, da war ich auch bei der Präsentation in der „Gesellschaft für Literatur“ und das Bändchen hat mir der 1949 in Wien Geborene geschickt, der mit Hermann Schürer 1975 das „Freibord“ herausgegeben hat, wo ich in den Achtzigerjahren, wie an die anderen Literaturzeitschriften, „Manuskripte“, „Wespennest“ etcetera meine Texte schickte.

Einmal hat er mich angeschrieben und mir mitgeteilt, daß er mich gerne kennenlernen möchte, da habe ich ihm dann bei einer Literaturveranstaltung im Rathaus getroffen, ein paar Mal hatte ich auch Texte in der Zeitschrift „Freibord“, zweimal ist er mir böse gewesen, wahrscheinlich bin ich ihm mit meinen Veröffentlichungswünschen zu lästig gewesen, denn eine sehr experimentelle Poetin bin ich ja nicht, nach dem Tod von Gerhard Kofler hat er sich zuerst mit Christine Huber, später mit Ilse Kilic das Generalsekretariat der GAV geteilt, er hatte dann einen Schlaganfall, gibt jetzt das „Feri- und das Firebord“ heraus, das sind die kleinen Hefterln, weil das große „Freibord“ offenbar zu aufwendig ist und ich sehe ihn sehr oft bei Literaturveranstaltungen.

Ein paar sehr Werke habe ich, neben vielen „Freibord-Heften“ auch in meinen Regalen, auch etwas gelesen, aber noch nichts gebloggt, glaube ich, eine Zeitlang ist er auch mit dem 2009 verstorbenenen Werner Herbst im Tandem aufgetreten, eine Wiener literarische Legende halt und jetzt die Gedichte eines experimentellen avantgardischen Dichter die erstaunlich reimbar, nachvollziehbar, logisch, Lautgedanken, Wortspielereien halt oder vielleicht sind.

Gedichte in IX Abteilungen, beziehungsweise dreiundsechzig Seiten, „Wie nie zuvor“ lautet die erste „So weit so schlecht so ungerecht“ „ich bin mit mir noch nicht im Klaren selbst nach so vielen Jahren“ „Stimmt die Chemie jetzt wie nie“

Immer wieder gibt es ganz modern „Selfies“, die manchmal mit oldies umklammert sind „kein athlet kein asket nur jaschket im alphabet“

Das Titelgedicht findet man auf Seite sechzehn „Von wegen bis auf weiteres  Wie zuvor! Von wegen Spitalsaufenthalt. Nie wieder! Von wegen so weitermachen Schau ma mal“

Ein sehr realistischer Avantgardist würde ich sagen.

„man kann das gar nicht oft genug betonen wir müssen unsere Knochen schonen oder uns nächstens doch noch konen“

Das Rehabzentrum Laab  im Walde, in denen die Gedichte oder Teile davon geschrieben sein dürften kommt immer wieder vor und die Abteilung VI ist dem „Schmerzgedächtnis“ gewidmet „NICHTS NEUES“ „Wir werden älter. Bald ist es kälter. Kommen wir in die Grube hinein sind Würmer mit uns beschäftigt.“ Und dann  „ES IST WIE ES IST“ „Schlafen essen Medizin/Lesen Schreiben Medizin/ Essen schlafen essen/ Kartenspielen/Fernsehen essen fernsehen/Medizin und schlafen/Und täglich grüßt das Mumeltier.“

„Mit Krücken sollst du dich nicht bücken um Blümlein zu pflücken“.

Dann gibt es in der Abteilung VII die „Placebo-Gedichte“ „wirklich nichts ist wichtig. Richtig“ Selbst ich bin entbehrlich. Ehrlich! An die „Arme Sau“ Bist auf den Hund gekommen, ist alles für die Katz. Schwein gehabt, falls dem nicht so ist. Du lieber Schwan!“, kann ich mich noch von der Lesung erinnern. Es ziert auch den Buchrücken.

Die Abteilung VIII bringt den „Absturz ins Ungewisse“ und auch ein Gedicht, das mir gewidmet sein könnte „arrangiert mit meiner Unbekanntheit unter meinen 10000 Büchern“ und über den „Erfolg“ habe ich ich mit ihm ja auch einmal  während oder nach der „Tone Fink Ausstellung“ diskutiert „diesmal wider erwarten leider nicht“ und was ist nun der „ABSTURZ INS UNGEWISSE“? „Der Boden knarrt, der Magen knurrt Musil ist schon ausgegangen hat das Haus bereits verlassen“.

Mit der Abteilung „STRAWANZEN“ schließt das Buch, das mir eine andere, vielleicht unbekannte Seite des Wiener Originals Gerhard Jaschke zeigte, ein Buch, das ich sehr empfehlen kann, wenn man sich ein wenig in die „Neuere Lyrik aus Österreich“ einlesen will.

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