Literaturgefluester

2018-06-26

Zwei junge Männer

Heute ist es sich wieder gerade für die Abschlußveranstaltung, hetz, hetz, in die „Gesellschaft für Literatur ausgegangen“. Der Sommer naht und da werden ja in Wien die Gehsteige aufgerollt, die Theater schließen, die Sommerfestivals machen auf, man geht auf Sommerfrische oder fliegt in den Urlaub und in der „Gesellschaft für Literatur“ tagte offenbar ein Seminar für Bibliotheksmitarbeiterinnen oder hielt hier ihre Abschlußveranstaltung ab.

Das stand so im Programm, denn die Einleitung einer Frau Ulla Krauss-Nussbaumer habe ich versäumt, dafür bin ich höchstwahrscheinlich neben ihr in der ersten Reihe gesessen, denn alles andere war schon besetzt und im zweiten Raum saßen auch ein paar Menschen, aber den mag ich ja nicht sehr. Also hat Zuspätkommen doch seinen Vorteil, liebe Frau Elisabeth, obwohl es wieder nicht anders ging, denn die Lesung der zwei jungen Männer, die heute in der „Gesellschaft“ auftraten, hat mich sehr interessiert und das ist auch, für alle, die es noch nicht wissen sollten, der Grund, warum ich so regelmäßig und so oft zu literarischen Veranstaltungen gehe.

„Reduktion auf das Wesentliche“, hat es Manfred Müller genannt und das habe ich gehört, bin ich doch gerade in die Einleitung von Lukas Meschiks „Die Räume des Valentin Kemp“ geplatzt und gerade der  1988 in Wien geborene Autor hat, war der Grund warum ich mich für den Gesellschaftsbesuch entschloßen habe, habe ich doch seine 2010 erschienenene „Anleitung zum Fest“, erstanden, glaube ich, aus einem „Morawa-Abverkauf“ gelesen, denn ich lese ja sehr viel, auch wenn das momentan bei mir sehr sehr langsam vor sich geht und als der junge Mann  das Lesepult betreten hat, war ich erstaunt, wie jung der Dreißigjährige, der auch Musiker ist, aussah und richtig „Unter Dreißig“, hätte man diese Veranstaltung auch nennen können.

Manfred Müller hat vorher viel über das bei „Limbus“ erschienene Buch erzählt, da wacht eines Tages ein junger Mann auf und befindet sich in einem Raum oder eigentlich in fünf Räume, denn er wird nach und nach in diese verlegt. Zuerst ist er aber nur in einem, ein Tisch, ein Bett ein Kasten, in dem immer wieder die Lebensmittel, die er braucht, hineingelegt werden, ein Klo, eine Duschkabine und auf dem Tisch Papier und ein gut gefülltes Federpenal, die zum Aufschreiben einladen, also ist es auch eine Schreibpoetik, wie Manfred Müller erklärte und das plötzliche Gefangensein läßt wahrscheinlich an die „Wand“ denken“ und den Kafka-Experten natürlich an den Franticek.

Manfred Müller hat ein bestimmtes Werk erwähnt, das die Nicht-Kafka-Expertin gar nicht kennt. Ich habe, ich gestehe es, auch wenn ich mich damit als unliterarisch qualifiziere an die „Verwandlung“ gedacht und an die „Wand“ natürlich auch und Lukas Meschik hat das Ganze sehr sehr genau beschrieben und hinzugefügt, daß der gute Valentin Kemp nach und nach in andere Räume verlegt wird und Menschen kommen auch vor, aber mehr hat er nicht verraten, denn man soll sich das Buch ja kaufen, aber ich habe gestern Martin Horvaths „Moor im Hemd oder wie ich auszog die Welt zu retten“ gefunden und die letzte Woche an der neuen Autobiografie von Bodo Kirchhoff gelesen.

Also keine Zeit, keine Zeit, obwohl mich das Buch schon interessieren würde und dann kam der noch jüngere, nämlich 1992 geborene Lehrer Mario Wurmitzer und der hat eine Fluchtgeschichte in eine Märchenwelt verpackt.

Da sitzt eine schwangere Frau am Spinnrand, um für den König Gold zu spinnen, der von seinen Untertanen immer mehr und mehr verlagt, so daß ein Ich und ein Du, ein junger Mann und eine unge Frau, erklärte Manfred Müller zu den Partisanen flüchten wollte und das bei „Luftschacht“ erschienene Buch heißt „Im Inneren desKlaviers“, denn dorthin ziehen sich die Beiden offebnar zurück und es ist kein Debut, hat doch Mario Wurmitzer schon einen Jugendroman geschrieben und Theaterstücke schreibt er auch.

Interessant, interessant, die Abschlußveranstaltung. Manfred Müller wünschte noch einen schönen (Lese)sommer und morgen und übermorgen wird es für mich noch in die „Alte Schmiede“ gehen.

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2018-06-18

Lese.Auslese nicht ganz am Ende

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Die Lese.Auslese, wo Katja Gasser und Cornelius Hell immer kurz vor Weihnachten und zu Saisonende in Juni ihre Leseempfehlungen zu den Herbst bezeihungsweise Frühjahrsneuerscheinungen geben, gibt es wie Manfred Müller in seiner Einleitung erwähnte schon zehn Jahre in der „Gesellschaft für Literatur“.

Viermal, zweimal im Dezember, zweimal im Juni habe ich es bisher hingeschafft und heute zum fünften Mal, denn eigentlich gabe ich ja nicht so soviel auf Leseempfehlungen und gehe inzwischen auch nicht mehr zu den literarischen Soireen, obwohl man ja dort Bücher gewinnen kann, aber zu Weihnachten gehe ich ganz gerne hin, wenn es sich ausgeht, denn da gibt es Punsch und Kekse und ich kann was für meinen Blogadventkalender schreiben, im Juni gibt es Bowle und Knabbereien und im Vorjahr habe ich dann endlich herausbekommen, daß Cornelius Hell und Katja Gasser ihre ganz persönlichen Empfehlungen wiedergeben und nicht nur die Jahreshighlights hinunterrattern und das macht es interessant, weil ich von den sieben Buchvorschlägen wieder nicht alle gekannt habe, obwohl diesemal Johannes Bobrowski, Cormelius Hells Favorit fehlte.

Es begann also mit Georges-Arthur Goldschmidt ein mir bisher unbekannter Autor, der wurde 1928 in Hamburg geboren und zehn Jahen später von seinen Eltern nach Frankreich geschickt. Dort hat er die Shoah überlebt und schreibt jetzt mehr oder weniger autobiografisch angehaucht darüber. Dann kam David Albaharis „Das Tierreich“ dieser Autor wurde in Serbien gebobren lebt jetzt in Kanada, übersetzt wie viele der anderen vorgeschlagenen Autoren und ist, wie Manfred Müller meinte, in Österreich eher unbekannt.

Wenn man regelmäßig zur „Literatur im Herbst“ ins Odeon geht, ist es das nicht, möchte ich anmerken und ich habe auch zwei seiner Bücher in meinen Regalen, dieses nicht und das handelt vom Leben in einer Kaserne und wie Zucht und Ordnung einen Menschen brechen kann. Katja Gasser erzählte das in einer etwas abgehobenen sprache, verwendete oft das wort „narrativ“ dabei, während Cornelius Hell öfter Textproben gab.

Und ein Buch wurde sowohl von den beiden Referenten als auch vom Moderator besprochen, das war Esther Kinskys „Hain“ die damit den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen hat und dieser Geländeroman oder die Textfragmente, die sich darum ranken, scheinen eher schwer zu lesen zu sein, wurden aber sehr empfohen und dann folgtenKurzgeschichten von Susanne Gregor. Cornelius Hell schwärmte sehr für diese Literaturart, mit der ich ja meine Schwierigkeiten habe, ich war aber im Literaturhaus, als sie ihren bei „Droschl“ erschienenen Band vorstellte.

Dann kam ein mir völlig unbekannter Spanier, nämlich Fernando Arrambura, der schon lange in Deutschland lebt, der einen Familienroman und über den spanischen Bürgerkrieg schrieb, ein achtundert Seiten Schinken, für den Strand und Badeurlaub sehr zu emfpehlen, meinte Manfred Müller und Susanne Röckel ist wie Thomas Stangl wie die Vortragenden meinten in Österreich auch noch zimlich unbekannt.

Susanne Röckel hat aber einmal beim Bachmannpreis gelesen und ich habe von ihr gleich zweimal ein Buch im Schrank gefunden, habe ich geglaubt und das auch Manfred Müller so erzäht, meine leicht legasthene Ader, der Uli wird sich ärgern, hat aber wieder zugeschlagen, so daß ich Röckel mit der Riedel verwechselt und die „Endlichkeit des Lichtes“ gelesen habe, während die 1953 in Darmstatt geborene schon mehrer Romane geschrieben und Preise gewonnen hat und jetzt ihr bei „Jung und Jung“ erscheinenes Buch „Der Vogelgott“ vorgestellt wurde und Thomas Stangel von dem ich wirklich schon etwas gelesen habe und auch bei mehreren seiner Veranstaltungen war, hat bei „Droschl“ „Fremde Landschaften“ herausgegeben. Ein Buch von dem ich gespannt bin, ob es auf die österreichische oder deutsche Buchpreisliste kommen wird und nachher gab es, wie erwähnt Wein und Bowle zu trinken.Ich habe mich lange mit einer Zahnärztin unterhalten, die extra aus Salzburg angereist ist, beziehungsweise von dort nach wien pendelt und umgekehrt. Die hat mich gefragt, was ich von der Liste lesen werde?

Nichts wahrscheinlich, wenn ich nicht etwas finden sollte oder was davon auf eine der Buchpreislisten kommt. Habe aber inzwischen schon meine persönliche Jahreshighlightliste und kann meinen Lesern meine Buchempfehlungen von den Bücher, die ich in diesem Jjahr gelesen haben und die mir sehr gut gefallen haben.

Das wären etwa:

1.Josuah Cohen „Buch der Zahlen“

2.Karin Peschka „Autolyse Wien“

3..Andrej Kubitzek „Komm in den totgesagten Ppark und schau“

4.John Fante „Der Weg nach Los Angeles“

5.Wlada Kolosowa „Fliegende Hunde“

6.Milena Michiko Flasar „Herr Kato spielt Familie“

7.Heinrich Steinfest „Die Büglerin“

8.Gunnar Kaiser „Unter der Haut“

9.Mareike Fallwickl „Dunkelgrün fast schwarz“

10.Bernhard Schlink „Olga“

und und natürlich, denn beim Auswählen tue ich mir ja immer schwer und bin auch gespannt, was davon auf die Buchlisten kommt? Je mehr desto besser, weil ich dann ja nicht mehr soviel lesen muß. Aber wenn man die oben empfohlenen Bücher liest, hat man wahrscheinlich auch einen guten Einblick in die Gegenwartsliteratur.

Der Artikeltitel bezieht sich übrigens darauf, daß das heute nicht die letzte Veranstaltung der Saison ist, sondern es auch nächste Woche Veranstaltungen gibt.

2018-06-11

Radka Denemarkova vorm gläsernen Vorhang

Die Reihe „Der gläserne Vorhang“ gibt es nun schon ein paar Jahre in der „Gesellschaft für Literatur“. Sie wurde zu „fünfundzwaanzig Jahre Mauerfall“ gegründet und wird von Cornelius Hell moderiert.

Einmal habe ich es geschafft dort zu sein, nämlich als Nadelka Sniadanko ihr bei „Haymon erschienenes“ Buch „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“ vortellte, das ich mir vor ein paar Monaten oder Wochen in der „Frick- Bücherschwemme“ um, ich glaube drei Euro gekauft habe und heute wollte ich eigentlich wieder zu Richard Weihs und den „Wilden Worten“, denn ich hatte mir vorige Woche am Montag eine sechs Uhr Stunde eingeteilt und das wäre sich bis acht gut ausgegangen.

Dann habe ich am Morgen die Literaturprogramme durchgesehen und habe gesehen, Radka Denemarkova, die 1968 geborene tschechische Autorin tritt diesmal vor den Vorhang und die habe ich mir ja anhören wollen und da die „Gesellschaft für Literatur“ das akademische Viertel genau einhält, worüber ich mich schon öfter geärgert habe, wenn ich schon eine Viertelstunde früher dort war, ist es sich wieder ausgegangen in den Saal zu huschen, als Ursula Ebel bei der Einleitung war.

Frau Elisabeth wird mich wahrscheinlich wieder rügen, war aber wahrscheinlich nicht da und loben muß sie mich auch, denn ich habe mir wirklich und wahrhaftig, das einzig auf Deutsch erschienenes Buch „Ein herrlicher Flecken Erde“, ein „btb-Taschenbuch“ um zehn Euro dreißig gekauft.

Das heißt, loben wird sie mich wahrscheinlich nicht, denn da kein Rezensionseemplar wird es weit unten auf meiner Leseliste landen, denn auf meinen Badezimmerstapel sind heute zwei neue Rezensionsexemplare aus der Herbstproduktion dazu gekommen.

Aber so ist das Leben, beziehungsweise meine Luxusprobleme und bereut, das kann ich gleich schreiben, habe ich meinen Entschluß nicht, denn Radka Denemarkova, die derzeit Stadtschreiberin in Graz ist, ist eine sehr politische gesellschaftspolitische Autorin und die sind mir ja sehr sympathisch.

Eigentlich habe ich gedacht, daß ich Stephan Teichgräber in der Gesellschaft treffen könnten und bin auch ein bißchen wegen ihm hingegangen, beziehungsweise habe ich gedacht, frage ich ihm beim nächsten Workshop ob er sie schon für den „Literarischen Lenz“ eingeladen hat.

Jetzt habe ich das, die sehr gut Deutsch sprechende Autorin selbst gefragt. Er hat nicht, sollte es aber vielleicht machen, denn wie gesagt, Radka Denemarkova ist sehr politisch, beklagte sich sehr über die derzeitigen Regierungen in Polen und Ungarn, etceterta und hat jetzt auch ein Buch über die Zustände in China geschrieben, das im Herbst erscheinen wird.

In Deutsch erscheint dann ein anderes im nächsten Frühling und die Autorin, eine alleinerziehende Mutter, wie sie erzählte, las zuerst einen Text, der offenbar in ihrer Stadtschreiberfunktion entstanden ist. Denn sie lobte das Schlößel beim Uhrtum am Schloßberg, das den Stipendiaten zur Verfügung steht, denn jetzt hat sie endlich ein Zimmer, beziehungsweise einen Schreibtisch für sich allein.

Sie las dann noch eine Stelle aus dem schon erschienenen deutschen Buch, in dem es, um ein jüdisches Mädchen geht, das nach 1945 aus dem KZ nach Tschechien zurückkehrt und dort erfährt, daß es enteignet worden ist.

Ein interessantes Thema und auch ein paar interessante Sätze, die die Autorin sagte, die man eigentlich den Identitären, die sich über Frau Merkels Satz „Wir schaffen das!“, so aufregte, ins Stammbuch schreiben könnte: Deutschland oder Tschechien hat so und so viele Juden vertrieben, jetzt kann es auch  wieder soviel Flüchtlinge aufnehmen und dann den über Franz Kafka, der in Prag sehr verehrt wird, weil er die Touristin dorthin bringt. Sie meinte nämlich, daß er, wenn er nicht 1924 im Sanatorium Hoffmann gestorben wäre, ins KZ gekommen oder wenn er das überlebt hätte, von den Tschechen vertrieben worden wäre.

Radka Denemarkova las dann noch ein paar Fragmente oder essayistische Texte und es gab eine rege Diskussion mit vielen Fragen und auch sehr interessante Lleute im Publikum. So war Alexandra Millner da, die ich ja meistens nur als Diskussionsleiterin wo sehe, Frau Schmidt-Dengler, die öfter zu Literatur- Veranstaltungen kommt und dann noch ein paar Stammbesucher, deren Namen ich nicht kenne.

Jetzt werde ich das Buch in den nächsten Workshop mitnehmen und Stephan Teichgräber fragen, wann er sie für sein Festival einladen wird?

2018-06-05

Wien-Tschechien-Italienreise

„Reisen wir“ heißt eine Reihe in der „Gesellschaft für Literatur“, wo offensichtlich Reisetexte vorgestellt werden. Da war ich schon einmal bei Mirco Bonne und heute hat meine literarische Veranstaltungsreise eigentlich im von 1938 angefangen. Denn da gibt es ja heuer ein Gedenkjahr und deshalb eine Ausstellung in der „Wien Bibliothek“ mit einem Begleitprogramm.

Und da ging es heute im Seminarraum um den Proagandafilm und das ist ja ein sehr interessantes Thema und ich habe mir da Werbefilmchen vorgestellt, wie etwa ein schöner junger SA Mann blond und blauäugig einem ebenso schönen naiven Wiener Mädel erklären soll, wo sie am 10. April ihr Kreuzerl machen soll.

Aber mitnichten, es wurden von Michael Loebenstein und Ingo Zechner, zwei Herren, die trotz der Hitze weiße Hemden trugen, unter derModeration der Direktorin Sylvia Mattl-Wurm nur die Filme gezeigt, die schon in der Ausstellung, da war ich ja bei der Eröffnung zu sehen sind und die haben mich nicht sehr interessiert, weil es da ja um eine Gastwirtschaftstagung im Rathaus, eine Rede des damaligen Bürgermeisters im Apollokino,  wo er den deutschen Buben und Mädeln die Rolle des Sparens erklärt und dann wurde noch irgendein Nazibonze eingeflogen, der den Beamten am Rathaus sprich Adolf Hitler Platz, so hieß er ja damals, offenbar das neue Regime erklärte.

Die wurden besprochen und kommentiert und dann gab es noch zwei Minuten aus der damaligen Polizeileistungsschau, die dese seit 1927 jedes Jahr zu Weihnachten präsentierte und war zu sehen, wie die Wiener Polizisten ihre Knüppel abgeben und die deutschen ins Rathaus einmarschierten.

Interessante aber allemal für die Historiker und wenn ich mit der Mareike Fallwickl fertig bin, steht ja das Flügge-Buch auf dem Programm, da habe ich mich also in das Jahr 1938 schon ein wenig eingesehen und die Plakate habe ich ja auch schon studiert.

Danach also weil es zeitlich passte und es auch keine Alternative gab in die „Gesellschaft für Literatur“, obwohl mich das Buch über den Po, des italienischen Reiseschriftstellers Paolo Rumiz übersetzt von Karin Fleischanderl eigentlich auch nicht so interessierte und ich dachte, da bin ich wahrscheinlich alleine dort und kann mich mit Gustav Ernst unterhalten.

Mitnichten, wie man sich irren kann, könnte ich schon wieder schreiben, aber vorher bin ich an der Buhhandlung Kuppitsch vorrüber am tschechischen Zentrum vorbeigekommen und habe da wieder wie schon im April ein paar Leute mit einem Weinglas vor der Tür stehen sehen.

Also nichts wie hinein. Denn es gab wieder eine Ausstellung, diesmal feierte, wenn ich es richtig verstanden habe, ein tschechisches Gymnasium den Abschied einer Lehrerin mit einer Ausstellung ihrer Werke. Vielleicht war es auch kein tschechisches Gymnasium, es war jedenfall fast nur Tschechisch zu hören und es gab Wein, Brötchen und kleine süße Schnecken und dann nach Italien.

Bella Italia lag diesmal, wie Tschechien in der Herrengasse und oh Überraschung der Vortragssaal sehr voll, so daß schon Sessel im zweiten Raum aufgestellt waren und heiß war es auch.

Ich habe trotzdem, Glück muß man haben, einen Platz in der zweiten Reihe bekommen, mich mit meiner Nachbarin über meine Waldviertler Sandalen unterhalten, Gustav Ernst, der prompt in der ersten Reihe saß zugewinkt und jetzt sehr viel Italienisch gehört.

Karin Fleischanderl, die Übersetzerin moderierte, der 1947 geborene Reiseschriftsteller war sehr charmant und erklärte, daß die Italiener kein Verhältis zu ihren Flüßen haben, so ist der Po verschmutzt. Die Mütter warnen ihre Kinder ins Wasser zu gehen und ihm wurde abgeraten eine Flußreise zu unternehmen.

Das hat ihm natürlich gereitzt, so hat er diese mit dem Kanu, der Barke und dem Segelboot und einigen Freunden unternommen, eine Frau in Schwarz dabei gesehen, auch noch etwas von einem früher erschienenen Buch, das der „Leuchtturm“ heißt  und von der Phantasie erzählt, die man bekommt, wenn man einige Zeit allein auf einer kleinen Insel auf einem Leuchtturm verbringt.

Er hat dann noch viele Fragen aus dem Publikum beantwortet. Es gab einen Tisch mit vielen Büchern, die man, wie Karin Fleischanderl wieder aufforderte, kaufen und sich signieren lassen konnte und ich habe an einem Abend sowohl eine Zeitreise in die Vergangenheit, als auch in das kulinarische Tschechien und eine Reise auf den Po gemacht und dabei bin ich ja gar nicht reiselustig und staune momentan nur über die Mails die mir der Alfred derzeit aus dem schönen weitentfernten Amerika schickt.

2018-05-29

Zwei neue Kriegsbücher

Über den Worl War II, seinen Anfang und seine Auswirkungen habe und werde ich letzter Zeit ja einiges gelesen und heute hatte ich, da es sich mit meinen Stunden gerade ausgegangen ist, Frau Elisabeth  wird mich wieder rügen, weil zehn Minuten zu spät in der „Gesellschaft für Literatur“, die Qual der Wahl.

Island Poesie in der „Alten Schmiede“, ein „Exil-Literaturabend“ im Literaturhaus, zu denen ich ja regelmäßig gehe und Dine Petrik und Ditha Brickwell in der „Gesellschaft“ und die erstere hat mich ja zu ihren Veranstaltungen eingeladen, als ich sie das letzte Mal in der Herrengasse traf.

Trotzdem hätte ich eher zum Literaturhaus datiert, aber das Monatsende zahlt, ich muß die Betriebskosten für Juni zahlen und da ich am Freitg wahrscheinlich nicht aus dem Haus komme und es ja auf dem Weg zum Literaturhaus keine Bank Austria mehr gibt, auf den zur „Gesellschaft“, in die „AS“ wäre ich zu spät gekommen und wollte eigentlich auch nicht hin, aber schon, war die Qual der Wahl entschieden und Manfred Müller leitete die Veranstaltung ein, daß beide Bücher der 1941 sowie 1942 geborenen Autorinnen vom Krieg handeln würden.

Dine Petrik, die 1942 im Burgenland geborene, die sich mit Hertha Kräftner beschäftigte und schon sehr viele Bücher, Lyrik, Prosa, Reiseberichte geschrieben hat, saß schon am Leseplt und ihr Buch ist, obwohl Manfred Müller es in seiner Einleitung nicht erwähnte, stark autobiografisch, obwohl man das, wie er später sagte, gar nicht merkt „Stahlrosen zur Nacht. Stophen eines Romans“, heißt das Buch sehr poetisch, bei „Flucht in die Nacht“ war ich bei der Präsentation in der „Alten Schmiede“.

Worüber dieses Buches handelt weiß ich gar nicht mehr genau, vielleicht hat es ein ähnliches Thema, denn Dine Petrik hadert, glaube ich, sehr mit ihrem Schicksal, als eine Nachhzüglerin im Krieg geboren zu sein, der Vater und die Brüder waren eingezogen, die Mutter offenbar sehr streng und dieser Roman erzählt das Warten der Tochter auf den Vater und die Enttäuschung zu erkennen, daß er gar nicht der glorrreiche Held sondern ein Nazi war.

Im anschließenden Gespräche betonte Dine Petrik, wie schwer es ist, die Autobiografie auf das Papier zu bringen, daß das meistens gar nicht gelingt und, daß am Ende das, was dabei herausgekommen ist, Fiktion ist und vieles von dem, was sie erzählen wollte, noch nicht gesagt.

Ditha Brickwell, die 1941 in Wien geborene, die inzwischen in Berlin lebt, die ich meistens bei den GAV-GV sehe und die mich einmal zu ihrer Veranstaltungsreihe einladen wollte und das dann doch nicht tat, obwohl wir uns schon diesbezüglich im Cafe Hummel getroffen haben, hat für ihr neues Buch auch das Kriegsthema gewählt und ein bißchen ist auch dieses Buch „Fedjas Flucht“, das vom slowenischen Bürgerkrieg, der zwischen 1943 und 1945 stattfand, handelt, autobiografisch, zumindest hat Ditha Brickwell einen Teil der Geschichte, wie sie sagte, in eben diesem Cafe Hummel, offenbar ihrem Wiener Stammlokal, erzählt bekommen.

Es geht um drei Brüder, beziehungsweise drei Buben, die 1943 „herumballern“ und dabei offenbar die Nazis auf die Spur nach Lubijana bringen und dann sollen die Soldaten denPartisanen übergeben werden. Die Mutter holt aber ihre Söhne vom Zug heraus und der kleine Fedja, der jüngste, ist es, der diese Geschichte erzählt, beziehungsweise Ditha Brickwell seine Stimme dazu lieh.

Eigentlich ist das Buch ein großes Plädoyer gegen den Krieg und Ditha Brickwell hat, wie sie sagte, zehn oder zwölf Jahre daran geschrieben.

Manfred Müller forderte wieder zum Kaufen und zum Weiterlesen auf. Aber auf mich warten nach Ruth Cerha und Mareike Fallwickl, endlich endlich habe ich das Buch bekommen, mal sehen, ob es mir auch so gut, wie die den anderen Bloggern gefällt, noch „Wien 1938“ der dicken Schinken über den Anschluß an das Nazi Deutschland, so daß ich das wohl auslassen werde, denn man kann ja nicht alles lesen, obwohl das Frau Elisabeth wahrscheinlich nicht gefällt.

2018-04-24

Wahre Geschichten von Ljuba Arnautovic und Zdenka Becker

Die 1951 in Kursk geborene Ljuba Arnautovic habe ich bei einer der „Edition Exil- Lesungen“ um Literaturhaus kennengelernt. Da hatte sie gerade einen der Preise gewonnen, sollte lesen, war aber irgendwie heiser und dann habe ich sie meistens bei einer Lesung von Karin Peschka mit der sie befreundet zu sein scheint, getroffen und sie auch ein paar Mal in der im  fünften oder sechsten Bezirk auf der Straße gesehen.

Nun hat sie bei „Picus“ ihr Debut herausgegeben, ein Buch das ich zwar angefragt habe, aber nicht zu bekommen scheine, was sehr schade ist, denn ich bin ja an Debuts sehr interessiert und das Thema erscheint mir auch sehr interessant.

„Im Verborgenen“ heißt der Roman und Manfred Müller hat ihn gerade eingeleitet, als ich den Veranstaltungssaal in der „Gesellschaft für Literatur“ betreten habe und es geht darin um den Krieg, beziehungsweise um eine Frau die im Krieg Juden versteckte und die Stelle aus der Ljuba Arnautovic gelesen hat, hadenlte von einem Juden, der seine Sachen am Donaukanal oder an der Donau abgelegt hatte und die sie findenden Polizisten gehen dann zu einer Aloisia, eine alte Frau die nicht seine Mutter ist, obwohl er sie im Abschiedsbrief so genannt hat und diese Aloisa war ein Bauernmädchen, das als Dienstmädchen bei den Eltern dieser Juden arbeitete und den Sohn oder Enkel offenbar aufgezogen hat.

Im anschließenden Gespäch stellte sich heraus, der Roman ist offenbar autobiografisch, obwohl als Fiktion geschrieben, denn die Geschichte von Ljuba Arnautovics Großmutter und sie hat einen österreichischen Vater und dessen Geschichte kommt auch in dem Buch, beziehungsweise in dem Folgeband vor, an dem Ljuba Arnautovic schon schreibt.

Sehr interessant, könnte man sagen und das betrifft wohl auch das nächste Buch, obwohl „Samy“ von Zdenka Becker kein Debut ist, und ich von der 1951 in Eger geborenen in Bratilava aufgewachsenen und in St. Pölten lebenden schon einige Bücher gelesen habe.

Es ist auch eine wahrs Geschichte, wie sie Manfred Müller erzählte, allerdings nicht die, der Großmutter oder des Vaters, sondern einer Frau, die sie in Amerika kennenlernte, als sie dort Writer in Residence war.

Die Frau hat offenbar in der DDR ein dunkelhäutiges Kind geboren, das dann nach der Wende oder schon vorher von den Neonazis diskriminiert wurde.

Zdenka Becker hat die Geschichte, an der sie zehn Jahre geschrieben hat, in die Slowakei verlegt und Samy ist der Sohn eines in Österreich lebenden indischen Psychiaters, wurde 1980 geboren, wächst bei seiner Mutter in Bratislava auf und wird in der Schule als Zigneuer beschimpft.

Auch sehr interessant, das bei „Gmeiner“ erschienene Buch, das ich wahrscheinlich ebenfalls nicht lesen werde. Dafür warten aber noch die „Töchter der Roza Bukovska“ auf mich, das ich mir einmal bei diesem Lyon Flohmarkt kaufte, um wieder den Bogen nach Österreich und St. Pölten zu spannen, wo ich Zdenka Becker machmal auf dem Markt treffe, wenn wir dort am Samstag unsere Würstel essen.

2018-04-18

Vom ersten Spaziergang zum dritten Poliversale-Abend

Eva Jancak, Ruth Aspöck, Robert Egelhofer © Gerlinde Hofer

Eva Jancak, Ruth Aspöck, Robert Egelhofer © Gerlinde Hofer

Heute war also unser erster literarischer Spaziergang bezüglich der Kunst des öffentlichen Raums. Da bin ich ja mit der Ruth im vorigen Jahr an fünf Nach- beziehungsweise Vormittagen jeweils zu drei  Kunstwerken gegangen und wir habe je zwanzig Minuten lang Spontantexte dazu geschrieben, die wir einander vorgelesen habe.

Damit wars für mich eigentlich erledigt, für die Ruth aber nicht, hat sie doch die Veranstaltung bei der GAV eingereicht, drei Spaziergänge wollte sie machen. Der Erste fand bei Denkmälern, die all mit der faschistischen Vergangenheit zu tun haben, heute statt und den „Hammer 95“ in dem einige der Texte abgedruckt sind, gibt es als Begleitung auch, denn da sind wir mit dem Alfred an einem Wochenende im Februar die Orte nochmals abgegangen, um die entsprechenden Fotos zu machen.

Diesmal gibt es keine Alfred Fotos, weil ja Nachmittag und er auf der WU beziehungsweise auf einem Betriebsratsseminar, das heißt ein paar hat mir Gelinde Hofer, die neue „Ohrenschmaus – Organisatorin“, die gekommen war, freundlicherweise zur Verfügung gestellt und außer ihr waren noch Ingrid Messing da, die ich beim letzten Osterspaziergang getroffen habe, wo ich schon ein bißchen Probe gelesen habe, Erika Pavlovsky, Erika Brunngraber, der Chemiker Manfred und noch ein paar bekannte und auch mir unbekannte Leute da.

Am Ballhausplatz beim Denkmal für die „Verfolgten der NS- Militärjustiz“, der zweiten Station, die wir vor einem Jahr abgegangen sind, ist es losgegangen.

Robert Eglhofer, der  inzwischen Kunstgeschichte studiert, hat ein paar einführende Worte zum Denkmal und den jeweiligen Künstlern gesagt. Dann haben wir unsere Texte gelesen, noch einen Rosenstrauch bewundert, das Wetter war ja sehr schön und dann ging es weiter zum Servitenplatz und zu den „Schlüsseln  gegen das Vergessen“.

Da war vielleicht besonders interessant, daß sich ein kleiner Hund auf das Denkmmal und die Schlüssel gelegt hat, der sich vielleicht sonnen wollte und so ungewollt im Mittelpunkt der Veranstaltung stand.

Dann gings gleich weiter zum „Thuryhof“, dem ehemaligen sozialistischen Gemeindebau, wo noch immer das völkische Skulptur des katholischen Bildhauers Alfred Crepaz mit einem Hitlergedicht zu sehen ist.

Robert Eglhofer erwähnte in seiner Einleitung, daß es in dem Gemeindebau nach der Übernahme ein NSDAP-Parteilokal gegeben hat, in dem wohl vorher die Sozialisten ihr Büro hatte und hinter der Skulptur gibt es auch ein Lokal, in dem sich jetzt allerdings ein Architekturbüro befindet.

Wir haben uns ein bißchen mit der Architektin unterhalten, bevor wir in das Pub in der Liechtensteinstraße aufgebrochen sind, das einmal „Zur Flucht nach Ägypten“ hieß und in dem Heimito von Doderer angeblich öfter verkehrte.

Danach war ich unschlüßig, ob ich in die „Gesellschaft für Literatur“ zum dritten Abend der heurigen Poliversale, die heute dort stattfand gehen sollte, den ersten Abend am Montag habe ich versäumte, weil der Alfred lieber mit mir ins Kino gehen wollte, aber diesmal stellte Michael Haammerschmid, der „Poliversale-Moderator“ seinen neuen Kindergedichtband vor und zeitlich ist es sich auch gut ausgegangen.

Sehr gut sogar, denn Erstens konnte ich zu Fuß hingehen, zweitens noch kurz in die Buchhandlung „Kuppitsch“ schauen, um mir jetzt doch das TB von Klaus Modick „Konzert ohne Dichter“ zu kaufen und als ich dann in der Herrengasse, am tschechischen Zentrum vorbeiging, sah ich einen Catering-Bus davor stehen.

„Aha, da gibts eine Veranstaltung!“, habe ich gedacht, bin aber weitergegangen. Es kam aber der Josef, den ich öfter bei Veranstaltungen sehe heraus und fragte mich „Hast du fünf Minuten Zeit, dann gehe hinein, denn da gibts das Feinste vom Feinen!“

Und das war eine Fotoausstellung von Robert Vano, der seinen Zyklus  „Memories“ vorstellte und dazu gab es Grammeln, Schinken, Presskopf und andere Wurst und auch ein Gläschen Wein, so daß ich ziemlich gestärkt und dennoch pünktlich in die „Gesellschaft für Lliteratur“ kam, die diesmal viel leerer als gestern war, obwohl es schon sieben vorbei war.

Kurt Neumann und einer der „Alten Schmiede- Assistenten“ waren  aber da, denn es ist ja eine „Alte Schmiede-Veranstaltung“, Karin Peschka, Ljuba Anautovic, Susanne Ayoub, Christl Greller und noch einige andere und außer Michael Hammerschmid trat auch noch der 1952 in Salfelden geborene Ludwig Hartinger auf, der Lektor bei „Wieser“ war, auch auf Slowenisch schreibt und sehr feine eher kurze tagebuchartige Gedichte hatte, die wie Manfred Müller in seiner Einleitung betonte, ganz erstaunlich zuMichael Hammerschmids „Schlaraffenbauch“ passten.

Den „Hammer 96“, der der „Poliversale“ gewidmet ist, gibt es übrigens auch.

2018-04-17

Von der Forschungswerkstatt zur Literaturkritik

In der Wien-Bibliothek im Rathaus gibt es gerade zum Gedenkjahr 1938 eine Ausstellung. Da war ich bei der Eröffnung und da ist auf den Plätzen ein Folder gelegen, denn es gibt dazu ein umfgangreiches Begleitprogramm und da war ich heute bei der ersten diesbezüglichen Veranstaltung.

„Ja oder nein, Plakate zur Volksabstimmung am 10. Apruil 1938. Da hätte es vorher zwar eine Volksberfragung geben sollen, wo man sich zu Schuschnigg und zu Österreich bekennen hätte sollen. Das wäre im März gewesen, da sind aber vorher schon die Nazis in Österreich einmarschiert und haben dann das Volk pro forma dazu befragt.

Der Kreis in dem man mit „Ja“ ankreuzen sollte, war ungefähr dreimal größer als der mit „nein“. So sollten wohl damals schon die Werbepsychologie wirken und es hat, glaube ich, auch keine richtigen Wahlzellen gegeben, so daß das Ergebnis dann 99 oder so Prozent lautete.

Meine Mutter hat trotzdem mit „nein“ gestimmt. Das hat sie mir erzählt und ich glaube es ihr auch. Von meinem Vater weiß ich es nicht, aber der war ein aufrechter und aktiver Sozialist und wird sich wahrscheinlich auch dementsprechend geäußert haben.

Julia König hat die Veranstaltung „Aus der Forschungswerkstatt“ im Seminarraum der Wien-Bibliothek, es gibt auch noch Ausstellungsrundgänge und Ausstellungsgespräche im Programm, geleitet. Das heißt, sie hat die Plakate projeziert, die es diesbezüglich gegeben hat.

Ich interessiere mich ja für die Geschichte Wiens der Zwischenkriegsjahre, während des Nationalsozialismus, etcetera. So habe ich mir einige besonders interessante Veranstaltungen aus dem Programm in meinem Kalender eingetragen und hätte trotzdem fast nicht hingehen können. Denn die Veranstaltung war um fünf. Da hatte ich mir keine vier Uhr Stunde eingeteilt, hatte dann aber eine um sechs und da wäre ich, nachdem die Veranstaltung eine dreiviertel Stunde dauerte, nicht rechtzeitig in meiner Praxis gewesen und um sieben wollte ich schon in die „Gesellschaft für Literatur“.

Ich konnte aber die Stunde auf vier verschieben. Die Klientin ist auch ein wenig früher gekommen, so daß es sich sehr schön ausgegangen ist und ich nachher ganz bequem und langsam mit einem Umweg über die Buchhandlung Kuppitsch und, nein, das Klaus Modik-Buch „Konzert ohne Dichter“, um 5. 95 habe ich mir nicht gekauft, obwohl das eigentlich ein Versehen war und es mir nachher fast leid tat, in die Herrengasse spazieren konnte und da gab es auch ein besonderes Programm. Stellte da doch die wahrscheilichlich nicht nur in Österreich sehr bekannte Literaturkritikerin Daniela Strigl ihr bei „Droschl“ erschinenen Erssayband „Alles muß man selber machen“ vor und das hat mich sehr interessiert, obwohl mir Henirke Blum das PDF schon geschickt hat und ich das Buch demnächst lesen werde.

Wenn ich es schon gelesen hätte, wäre ich wahrscheilich eher ins Literaturhaus zu der Lesung von Cordula Simon neuem Buch „Der Neuauber“ gegangen, obwohl ich das Buch auch auf meinem Badezimmerstapel liegen habe, weil ich ja eher nicht zu Veranstaltungen gehe, wenn ich das Buch schon gelesen habe, aber das habe ich noch nicht und ein wenig Hintergrundinformation dachte, ich wäre auch sehr gut.da

Der Veranstaltungssaal sehr voll, obwohl ich schon sehr früh eingetroffen bin, kein Wunder, wenn Österreichs bekannteste Literaturkritikerin liest, die außerdem noch sehr charmant und schlagfertig ist, kommen die Leute und für mich gab es auch eine Überraschung, lagen doch auf dem Tischchen mit der freien entnahme die „Hammer 95“ und wahrscheinlich 96 auf und da habe ich ohnehin schon fast alle verteilt, die mir Kurt Neumann zuschickte. So nahm ich mir einen Stoß und verteilte sie dann munter an das Publikum. Dine Petrik war da, Frau Schmidt-Dengler, Helga Köcher, und und und…

Manfrend Müller leitete ein und erklärte, es gäbe Biografie, Essays und Kritiken in dem Buch und die 1964 in Wien geborene, die glaube ich über Theodor Kramer dissertierte, ein Buch über Marlen Haushofer und eines über Marie von Ebener Eschenbach geschrieben hat, bekannte in ihrem ersten lesen Block, das ihr das Schreiben über ihre Persönlichkeit eher schwer fiele. Esg ibt eine Menge Ebner Eschenbach-Aphorismen in dem Buch, die sie zitierte. Dann las sie über die Rolle der Kritik und dann noch etwas Persönliches. Dazwischen gab es Gespräche mit Manfred Müller, die sie zu den Biografien befragte. Die wräen  jetzt modern und ich habe in der letzten Zeit auch eine ganze Reihe gelesen und die Leute lesen sie offenbar lieber als Romane. So erzählte Daniela Strigl von einer Frau, die sie angesprochen hat, als die Haushofer Biobgrafie vorgestellt wurde und sie von ihr wissen wolle, ob sie nun Haushofer lesen würde.

„Nein!“, sagte die Damie.

„Ich lese nur Biografien!“

Das ist wohl eine Enttäuschung für die Bigorafin. Dann ging es weiter zur Literaturkritik und zu den Verrissen. Das ist ja recht schwer, wenn man mit dem Autor befreundet ist und in Österreich kennt ja jeder jeden, meinte Manfred Müller. Das trifft zumindestens auf das literarische Publikum in Wien zu und eine Konkorrenz der Literaturkritik ist ja bekanntlich auch die Kritik im Netz. Daniela Strigl nannte sie leicht belustigt, Befindlichkeitskritik und meinte, da würden die jungen Mädchen ihr Buch in die Höhe halten und stolz sagen „Das habe ich am Strand gelesen!“ und das ist natürlich etwas anderes, als die Feuilletons und auch das was Ḿarcel Reich Ranicki vor einiger Zeit betrieben hat. Daniela Strigl zitierte sich auch durch die Geschichte und brachte Außerungen von Kurt Tucholsky, der schon vor achtzig oder so Jahren, beklagte, daß die Leute keine Kritiken+ mehr lesen würden.

Nun muß ich gestehen, ich lese sie eigentlich auch nicht sehr viel, weil ich ja keine Verrisse mag und auch nicht, wenn der Kritiker glaubt, allles sehr viel besser zu wissen, werde mich aber wenn ich meinen „Koran-Krimi“, den mir „Literturtest“ geschickt hat und auch die Amerikareportagen von Martin Amanshauser, die er übrigens heute beim „Thalia“ vorstellte und bei denen der Alfred war, der ja im Kuni wieder nach Amerika fährt, ausgelesen habe, auch an eine Befindlichkeitskritik machen, wie ich Henrike Blum und Manfred Müller schon andeutete. Bei Daniela Strigl habe ich mich das nicht ganz getraut zu sagen, habe sie aber beim Weggehen nicht mehr gesehen.

2018-02-14

Zwei Bücher von Klaus Siblewski

Jetzt war ich schon lange nicht mehr in der „Gesellschaft für Literatur“ und habe heute auch zwischen ihr und einem Besuch in der „Alten Schmiede“, wo Josef Haslinger Texte verfolgter Autoren vorstellte, geschwankt, mich aber doch für die Herrengasse entschieden, wenn ich mich da auch wahrscheinlich genauso, wie Dietmar Grieser irrte, der mit Claudia Romeder vom „Resistenz-Verlag“ gekommen war, weil ich erwartete Hanns-Josef Ortheill dort zu sehen, dabei hat der nur mit Klaus Siblewski ein Buch „Die ideale Lesung“ herausgegeben, wo verschiedene Schriftsteller befragt wurden, wie sie sich die vorstellen würden.

Es ist aber nur der 1950 geborene Lektor und Lehrer am Sprachinstitut von Hildesheim erschienen und der hat vorwiegend sein anderes bei „Resistenz“ erschienenes Buch, „Der Gelegenheitskritiker“, das glaube ich, irgendwo als Dramulettenband beschrieben ist, vorgestellt

„Was ist ein Gelegenheitskritiker?“, fragte er gleich bei der Einleitung und erklärte dann, daß, das nicht einer sei, der nur gelegentlich Kritiken schreibt, das wäre dann der Sonntagskritiker, sondern ein Freiberufler, der bei den Redaktionen anruft, um Platz für seine Kritiken zu bekommen und  dann erklärte er noch, er auch einen Band mit den Telefongesprächen, die er einmal mit Ernst Jandl geführt hat, herausgegeben hat, daß er sich für die Dialogform entschieden hat, weil er herausgefunden hat, daß Leute anders über Bücher sprechen, als sie darüber schreiben und dann begann er mit den Kostproben aus dem Buch, die da verschiedene Telefonate waren, die der Kritiker, K. genannt, offenbar mit einem Sender führt, wo er seine Rezensionen unterbringen will.

Da hat er einen Stamm-Ansprechpartner oder Redakteur namens U, aber der ist nicht immer da, so gerät er einmal an die Aushilfe der Aushilfe und die erklärt ihm, daß sie zuerst in ihre Maschine, sprich Computer schauen muß, um nachzusehen, ob er zum Rezensieren berechtigt ist.

Da habe ich den Kopf geschüttelt und gedacht, was soll dieses Gespräch über Bücher, da wären mir, der Literaturenthusiastin, ja die Rezensionen lieber.

Aber K erreichte dann auch seinen Redakteur und sagte ihm, er wolle ein Buch von Tom Wolfe und eines von Fritz Rudolf Fries besprechen, worauf sich ein Gespräch ergibt, das der Frage nachgeht ob, Tom Wolfe seine Bücher auch in dem weißen Anhzug schreibt, in dem er immer auf Fotos und auch auf Messen zu sehen ist.

Das fand ich dann ganz lustig, aber wirklich das, was „Ich schon immer über Literatur wissen wollte, mich aber nicht zu fragen traute“, wie sowohl im Klappentext, als auch im Gesellschaftsprogramm steht, ist das auch nicht.

Dann errreichte der gute K seine neue Redakteuerin, der U ist in Pension gegangen, nur im Zug, da kam es zu Gesprächunterbrechungen und es ging um eine Rezension bezüglich Thomas Hettches „Pfaueninsel“ von dem ich ja kürzlich einen Essayband über Literatur gelesen habe und Klaus Siblewski erklärte, daß mit der Pensionierung des U auch der Niedergang der Literaturkritik einhergegangen wäre und es für den K immer schwerer wurde, Bücher zu rezensieren, beziehungsweise einen literarischen Diskurs zu führen und er infolgedessen vielleicht schon eine etwas überlebte Figur sei, weil ja niemand mehr über Bücher spricht, beziehungsweise auch Filme oder Krimis rezensiert werden.

Das Buch hat aber auch ein paar Prosastellen, ist also vielleicht doch eine Art Roman oder zumindestens die Geschichte des . über seine Rezensionsgelüste. Eine solche las Klaus Sibleweski auch noch vor und im Gespräch mit Manfred Müller erwähnte der dann noch, daß der Kritiker zu Beginn des Buches nach Leipzig zieht, weil dort die Mieten billiger sind und sich dann viele Gedanken macht, wo er seine Bücherregale aufstellt und, wo den Schreibtisch, damit er das beste Licht zum Rezensieren hat.

Daraus erfolgte eine diskussion über die Hintjergründe der Bücherbranche und auch noch eine kurze Einführung in das andere Buch und, als das Publikum zum Fragen aufgefordert wurde, stellte ich die, wie Klaus Sibewski den Einfluß der literarischen Blogs auf die Literaturkritik sehen würde und erwartete mir eigentlich die Antwort „Hä, was sind Blogs?“ oder literarische Blogs gibt es nicht, beziehungsweise hätten sie keinen Éinfluß.

War aber ganz erstaunt, daß er sagte, er würde jetzt vielleicht einige enttäuschen, aber er fände Blogs gut, weil sie den literarischen Diskurs fortführen. Nun denn, also ein sehr interessanter Abend, auch wenn Hanns Josef Ortheill nicht erschienen ist, von ihm habe ich ein ja noch ein Buch auf meiner Leseliste und ich führe in meiner Gelegenheits- oder Hobbykritikerfunktion eigentlich keine Telefonate mit Redaktionen, beantworte aber immer öfter Mails auf Rezensionsanfragen. Da bekomme ich das Buch und kein Honor. Der literarische Diskurs ist aber für den, der meine Artikel lesen will, eröffnet und mit einem Verlagsvertreter, ich glaube, vom „Rowohlt-Verlag“, habe ich heute auch einen Termin in Leipzig ausgemacht.

2017-10-02

Kroatien-Abend

In der „Gesellschaft für Literatur“ beziehungsweise in der „Alten Schmiede“ gab es heute und gibt es morgen einen Kroatien-Schwerpunkt: „Österreich- Kroatien – gemeinsam Kultur erleben“ und als wir im Vorjahr unserenurlaub in  Dalmatinien und Istrien verbrachten, habe ich vorher nach kroatischer Literatur gesucht und bin irgendwie nicht recht fündig geworden, beziehungsweise habe ich dann dort Marica Brodozic, Jagoda Marinkovic, Bora Cosic und „Mimikry-Spiel des Lesens“ gelesen.

Bei „Literatur und Wein“ ist aber Miljenko Jergovic aufgetreten und das Kulturbuch des Edo Popovic genau beschrieben im  Kroatien-Reiseführer habe ich mir zu Weihnachten beim Literaturhaus Flohmarkt gekauft.

Im Literaturhaus war vor einigen Monaten Zoric Feric mit seinem Sommerbuch und als Karl Markus Gauss sein neues Buch „Zwanzig Lewa oder tot“ in der „Alten Schmiede“ voerstellte, war sehr viel von dem kroatischen Nationaldichter Miroslav Krlezas 1893-1981 die Rede und der, beziehungsweise zwei seiner auf Deutsch neu herausgebrachten Bücher wurden heute in der „Gesellschaft für Literatur“ vorgestellt.

Der scheint ein ziemliches Original gewesen zu sein, mit Arno Schmidt, Marcel Proust, Robert Musil etcetera vergleichbar, zumindestens wurde er von Manfred Müller, Karl Markus Gauss und Boris Peric, der seinen Balladenband „Die Balladen des Petrica Kerempuh“ übersetzte.

Dann wurde noch bei „Wieser“ sein dretausendseiten Werk „Fahnen“ herausgebracht, das Karl Markus Gauss vorstellte und den Lesern das monomentale Werk so vermitteln wollte, daß man ja nicht alles daraus lesen, sondern sich beim Lesen durchaus Zeit lassen kann und soll.

Nun Arno Schmidt „Zettels Traum“ ist ja auch ein Werk, für das man, wenn man es so einigermaßen verstehen will, ein Jahr lang Zeit braucht, für mich da mir „Ullstein“ heute das Werk einer jungern Debutantin und eines zum Frankfreich Schwerpunt der Frankfurter Messe und“Kiwi“ einen Arnon Grünberg und ein wetieres Werk von beziehungsweise über Böll zu seinem hundersten Gebrutstag im Dezember schickte, unmöglich.

Die Diskussion im Publkum, bei dem auch sehr viel Kroaten waren, drehten sich dann auch darum, daß Krlezas Werke aus dem Schulkanon hinausgestrichen wurden, aber in Österreich die Maturanten, wie eine andere Frau beklagte, auch nichts mehr lesen, dafür las Karl <markus Gauss eine Stelle aus den Fahnen“ vor, wo der Held in einem Kaffeehaus sitzt und auf seine Jugendliebe wartet und dazwischen unterhält er sich mit ihren Bruder und spricht stundenlang über nichts.

So weit so gut und das Balladenwerk, das ursprünglich in einem kroatischen Dialekt geschrieben worden war, der lange Zeit als unübersetzbar galt, ist sehr deftig, eine Teufelsküche, beziehungsweise ein Hexensabbat, a la Villon oder die Morgensternschen „Galgenlieder“ wurden vorgestellt und danach gab es gestiftet von der kroatischen Botschaft, die Botschafterin war anwesend, ein Buffet, das aus Schinken,Käse und Oliven bestand, sehr fein und lecker und angeregte Gespräche und morgen, wo es in der „Alten Schmiede“ mit Tatjana Gromaca und Miljenko Jergovic weitergeht, werde ich, da Schreibgruppe, nicht kommen können, es gibt aber auch, wie ich gesehen habe, ein interessantes Paralellprogramm.

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