Literaturgefluester

2017-05-29

Vom öffentlichen Raum zum Kuchldeutsch

Die Ruth hatte ja Idee zu den Kunstwerken, die es im öfentlichen Raum, da gibt es einen Folder, ein Schreibprojekt zu machen und dann im nächsten Jahr eine Lesung oder einen Rundgang etcetera.

Zu Ostern, als ich gerade meine Schreibcampläne bloggte, hat sie mich deshalb angeschrieben oder angerufen und mir dann bei der letzten Schreibgruppe den entsprechenden Folder übergeben.

Lauter experimentelle Kunstwerke vom Hrdklicka-Mahnmal angefangen,  bis zu den Figuren in der Kriau, igitt, igitt, aber ich bin ja neugierig und aufgeschlossen und kann eigentlich über allles schreiben, obwohl mir die in der Schreibgruppe entsehenden Texte manchmal etwas zu essayistisch sind.

Also okay und mich, wie ich glaubte, heute Mittag zu einer diesbezüglichen Vorbesprechung mit der Ruth getroffen. Die ist sehr ehrgeizig und will mit mir in den kommenden zwei Woche je zweimal losstarten und heute hat es gleich mit dem Hrdlicka- Mahnmal gegen Krieg und Faschismus am Albertinaplatz angefangen. Das kenne ich sehr gut, trifft sich da ja Jahr für Jahr die KPÖ am ersten Mai, um zum Parlament zu marschieren und heuer habe ich festgestellt, daß es keine Bänke dort gibt.

Es gibt dort unter anderen, den die Straßen waschenden Juden von der Progromnacht 1938, aber weil sich die Touristen ungehemmt immer darauf setzten, ist der inzwischen mit Stacheldraht umhüllt und vis a vis vor derAlbertina gibt es eine Bank, aber da sitzen meistens auchTouristen darauf und fotografieren sich und als wir uns zaghaft hinsetzen wollten, winkten sie ab, weil sie uns nicht au ihren Fotos haben wollten.

Wir haben es dann doch getan und, wie in der Gruppe zwanzig Minuten geschrieben. Abr was oder wie?

Wenn man Kunstgeschichte studiert, muß man das Werk beschreiben, aber das tue und will ich ja nicht und ich hatte irgendwie die Idee vielleicht auch meine Fortsetzungsgeschichten einzubeziehen.

Es könnte sich ja der Moritz mit der Mathilde dort treffen. Aber dann hatte ich keinen Blick auf die Stelen, weil an mir die Hop on -hoff off- Busse vorbeibrausten, die Fiaker ihre Pferde striegelten und ihre Kutschen putzen, wie die Ruth so s1chön geschrieben hat und ein Polizist ein paar Meter neben mir stand und das Ganze scharf beäugte.

Und da hat es vor einigen Jahren einen Protrest gegen das Mahnmahl gegeben. Heute hasten die Touristen vorbei, die in die Oper und in die Albertina wollen und wir wollten ja auch noch wohin, nämlich zum Ballhausplatz, weil es da ja inzwischen ein Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz gibt und zwar ausgerechnet auf dem Platz, wo es Ende der Achtzigerjahre eine „Kosmos-Prostestlesung“ gegeben hat, weil Barbara Klein, die engagierierte Intendtantin ein aufgelassenes Sex-Kino als Spielort haben wollte, aber das wollte auch ein Jazzclub und so habe ich da einmal meine“Verwechslung“ und die ist in der „Volksstimme-Anthologe“ abgedruckt, die auch ein Hrdlicka-Cover hat, gelesen und gehe inzwischen manchmal ins Kosmostheater, das es inzwischen am Siebensternplatz gibt.

Und die modernen Denkmäler haben, denke ich, alle das Problem, das sie sehr abstrakt sind und ohne Anleitung nicht so leicht zu erkennen, was damit gemeint ist.

Also an der Stelle, wo einmal eine improvisierte Bühne aufgebaut war,  große Stufen, die die Touristen wahrscheinlich zum Einladuen und >Niedersetzen auffordern. Die Rutha hat geschreiben „Kinder spielen glücklich herum.“

Und es gibt natürlich eine Tafe auf der man lesen kann, daß die Bundesregierung 2008 beschlossen hat, alle Deserteure im World War II zu rehabiliteren und den Auftrag an den Künstler Olaf Nikolai gab, das in einem Mahnmahl darzustellen.

Das ist jetzt also ein großes X, das man allerdings erst so richtig erkennt, wenn man hinaufklettert. Dann sieht man, daß oben  „all all all all alone all all alll all“ etcetera steht und wir haben uns auf eine der Stufen gesetzt und geschrieben.

Eine Frau ist inzwischen gekommen, die sich, glaube ich, auch für das Denkmal interessierte, ein paar Studenten diskutierten dagegenüber die Hochschulwahl und dann kam noch eine Schulklasse, deren Lehrerin ihnen erklärte, daß es am Heldenplatz inzwischen Container geben würde, weil das Parlament renoviert wird und daher für die nächsten drei Jahre in dieses verlegt wure.

Wor wollten eigentlich noch einen dritten Ort, nämlich die Franz West-Säule in der Raalgasse beschreiben. Aber ich hatte, um fünf eine Stunde und da wäre sich das dann nicht mehr ausgegangen und am Abend gab es eine Veranstaltung behiehungsweise Buchpräsentation in der „Gesellschaft für Literatur“.

„Deutschlernen von unten- Böhmakeln und Kucheldeutsch“ eine Gemeinschaftsarbeitder Universität Olmütz und Bamberg und obwohlich  um halb sechs dort war, war es schon sehr voll, weil offenbar ein Fanclub hingepilert ist und auch die achtzig Euro Bücher  alle aufgekauft hatten,  so daß nurmehr ein Ansichtsexemplar über war.

Das Thema ist aber sehr interessant, obwohl heute, nachdem der Heinz Conrad ja gestorben ist, kaum mehr einer böhmakelt. Ich tue es, obwohl meine Großmutter ja von daher hergekommen ist, auch nicht und lese inzwischen ein entsprechendes Pendant, nämlich „Broken German“ von Tomer Gardi und das ist es ja, was die Kids mit dem Migrationshintergrund und dem Asylantrag heute sprechen, während damals die böhmischen Köchinnnen in der Küche ihr böhnmisches Deutsch radebrechten und das die Schauspieler in den Kabaretts, ebenfalls taten.

Und der Joseph Schwejk wurde vor fünfzig oder so Jahren selbstverständlich böhmakelnd „Bitte gehorsamst, Herr Oberst!“ übersetzt und der Fritz Muliar hat das hervorragend beherrscht, während der echte Joseph in Prag ja wahrscheinlich kein Deutsch, sondern Tschechisch gesprochen hat.

Aber so ist das mit den Klischees und die Leute  haben sich sich auch blendend unterhalten und sehr gelacht.

Miguell Herz-Kestranek hat  Beispiele davon vorgelesen und  sich auch beschwert, daß  man in Prag keinen böhmakelten Schwejk haben wollte.

Der ist inzwischen, glaube ich, auch anders übersetzt und nachher gab es Wein ,tschechisches Bier und Oblatten. Ich habe mich mit Ottlwald John und anderen unterhalten und denke sehr über das Deutschlernen von Unten und die veränderte Sprache nach, werde ich ja auch öfter wegen meiner Unverständlichkeit und meinen Rechtscchreibfehlern kritisiert, obwohl ich ja, glaube ich, ganu gut Deutsch oder besser Österreichisch schreiben kann und mich trotzdem nicht anpassen will.

2017-03-17

Falsch entschieden oder dreimal Schragl?

Diesmal wieder  die Qual der Wahl, denn ein Abend und sechs literarische Veranstaltungen.

Richard Schuberth hat mich zu seinen Essays in „Radiokulturcafe“ eingeladen, in der „Alten Schmiede“ las Bodo Hell, im Literaturhaus Brigitta Falkner, in der Hauptbücherei hätte es gleich zwei Veranstaltungen gegeben, nämlich „Tea for three“, wo Daniela Strigl, Klaus Nüchtern und wie ich jetzt erst sehe, Cornelia Travnicek über die neuen Bücher von Tereza Mora, Eva Menasse und David Garnett diskutieren, was mich schon wegen dem Menasse-Buch, das ich ja sehr kompliziert fand, interessiert hätte.

Dann gabs noch eine Buchpräsentation von Jutta Winckelmann „Mein Leben ohne mich“, wo es wieder um eine Krebserkrankung geht, also auch sehr interessant und Radek Knapp in der „Gesellschaft der Literatur“.

Die Qual der Wahl, wo man vielleicht einen Würfel bräuchte, aber irgendwie habe ich dann meine Entscheidung zwischen der Bücherdiskussion und dem „Mann der zum Frühstück Luft aß“, getroffen, denn das andere vielleicht zu experimentell und bei Richard Schuberth bin ich ja erst gewesen, mich dann für Radek Knapp entschieden, vielleicht weil er auf der „Centrope-Leseliste“ steht, obwohl ich ja erst kürzlich geschrieben habe, daß ich mit dem 1964 in Warschau geborenen Autor, meine Schwierigkeiten habe, weil er mir zu lustig ist.

Man sieht, ich bin nicht sehr konsequent oder ist es das, was ich „Über den Tellerrand schauen“ nenne?

Irgendwie war es ein Bauchgefühl und es war in der „Gesellschat“ auch sehr voll. Ich bin wieder in der zweiten Reihe links, meistens wähle ich ja die rechte Seite, neben Stefan Eibl-Erzberg und seiner Frau gesessen. Lydia Mischkulnig war da und Martina Schmidt, denn Radek Knapp neues Buch „Der Mann der zum Frühstück Luft aß“, ist bei „Deuticke“ erschienen.

„Wieder!“, sagte Manfred Müller in seiner Einleitung, denn das erste  Buch „Franio“ ist 1994 bei „Deuticke“ erschienen, dann ist „Radek Knapp nach München und zu „Piper“ gegangen, dort erschien auch das letzte Buch der „Gipfeldieb“ und wahrscheinlich auch die anderen.

Mit „Herrrn Kukas Empfehlungen“ ist er, wie Manfred Müller erklärte, berühmt geworden. Dann gibts, glaube ich noch die „Gebrauchsanweisungen für Polen“ und den „Papiertiger“ 2003, ein Buch das vom Schreiben und nicht von der Autobiografie eines Polen, der nach Österreich kommt, handelt und das ich mir, glaube ich, von einem der Gutscheine eintauschte, die ich einem der „Luitpold Stern-Preise“ bekommen habe und das mich, wenn ich mich richtig erinnerte,  enttäuschte, weil es mir „zu wenig abgehoben“ erschien.

Aber das Buch hat Manfred Müller, der von der schönen Tradition, daß Radek Knapp jedes seiner Bücher in der „Gesellschaft“ vorstellt, sprach, nicht erwähnt.

Er erwähnte, die, wo sich die Biografie des polnischen Emigranten nahtlos fortsetzt und meinte noch, daß das sehr dünne Buch in knapp zwei Monaten entstanden sei.

Beim „Gipfeldieb“ war ich bei der Präsentation und das neue, für das ürigens sehr viel Werbung gemacht wird und von dem ich schon einiges gehört habe, soll sich daran direkt anschließen.

Aber zuerst gab Radek Knapp in seiner launigen Art, die Antwort auf Manfred Müllers Fragen und erkundigte sich bei ihm, warum er Germanistik studiert hat?

„Damit ich über Bücher wie dieses schreiben kann!“, war seine ebenfalls launige Antwort und dann kam schon der erste Teil der Lesung, wo es um einen Valerian ging, der so heißt, weil das Schlafmittel, das seine Mutter bei seiner Geburt zur Beruhigung genommen hat, so hieß.

Sie gab das Söhnchen, für ein Wochenende bei der Oma ab und kam nach elf Jahren wieder, blieb dann eine Zeit, bis sie ihm zu einem Stadtspaziergang mitnahm, der über die österreichische Grenze führte und das schöne neue Leben begann.

Und als Valerian alt genug geworden war, begann er bei einer Zeitung zu arbeiten, las Radek Knapp.Ich dachte Uje“ und verstand jetzt etwas besser, was Manfred Müller mit dem nahtlos anschließen gemeint hat, denn jetzt hörte ich die Geschichte von dem Schragl, das er in der Halle B holen sollte, wo er nur ein Holztischen bekam und den ganzen Tag hin und hergeschickt wurde zum dritten Mal.

Radek Knapp las wieder dazu, daß er bis heute nicht weiß, was ein Schragl ist, der Otto hat mir beim ersten Mal kommentiert, aber da habe ich Schragerl geschrieben und eigentlich kenne ich, die echte Wienerin, mit der behmischen Omama, diesen Ausdruck auch nicht.

Nun ja, nun ja, das Leben in der Emigration geht weiter, die deutsche Sprache wird gelernt und die Mutter will für den Sohn die beste Ausbildung in der Handelsakademie am Karlsplatz. Dort will er aber nicht hin, so beginnt er die Schule zu schwänzen, setzt sich ins kunsthistorische Museum und später vor die Stufen des Musikvereins, wo er angeblich oder auch tatsächlich Leonhard Bernstein trifft, so daß er beschließt, statt Rechnungsweisen, Blockflöte zu erlernen.

In Wirklichkeit hat Radek Knapp wohl zu schreiben begonnen und ich stieß, das erste Mal auf seinen Namen, als ich in der Jury für das Nachwuchsstipendium war.

In der Diskussion hat er noch beklagt, daß es ihm nicht gelingt, aus der Migrantenschublade herauszukommen, daß er den nächsten Roman aber nicht über einen Polen in Wien schreiben wird. Mal sehen, obs gelingt oder ob ich im nächsten Jahr die Geschichte mit dem Schragl zum vierten Mal höre?

Man könnte denken, Radek Knapp macht es sich sehr leicht, den Leuten hat es aber gefallen, nur eine Frau fragte, wie es seiner Mutter mit seinen Büchern geht und Manfred Müller ergänzte noch, daß es im „Gipfeldieb“ sehr viel um die Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft geht.

An diese Stellen kann ich mich auch erinnern und Radek Knapp erwähnte, die zwei Briefe die er bekommen hat, Karten für „Cats“ und die Einberufung zum Bundesheer, worauf er Zivildienst machte und, um meine Radek Knapp Biografie zu wiederholen oder zu ergänzen.

Er war auch eine Zeitlang in der Jury für den „Siemens-Preis“, als ich dort noch meine Texte einreichte. Da habe ich ihm, glaube ich, auch einmal einen Brief geschrieben und mit Günter Kaindlsdorfer moderierte er bei der letzten „Buch-Wien“ den Bücherquiz, wo ich zwar antreten durfte, aber nicht sehr erfolgreich war.

Radek Knapp ist das sicher viel mehr als ich und einer der wenigen humoristischen Autoren, wie Manfred Müller noch erklärte, die wir in Österreich haben. Das liegt mir nicht so sehr, aber trotzdem habe ich mich für die Lesung entschieden.

Das dünne Büchlein nicht gekauft, „Franio“ und „Herrn Kukas Empfehlungen“ habe ich aber in meinen Regalen, ob ich sie gelesen habe, weiß ich gar nicht und was ein Schragl ist weiß ich auch noch immer nicht oder doch natürlich, eine „Art Regal auf Rädern“, wie Radek Knapp las und ich bin jetzt gespannt, wie ich mich bei den nächsten Terminkollusionen entscheiden werde, ob da dann die Experimentellen über die Lustigen siegen werden oder wieder nicht?

2017-03-15

Zweimal Lyrik

Die „Lyrik im März“ wäre heuer fast an mir vorbei gegangen, war ja vorige Woche, als es die traditionelle GAV-Veranstaltung gab, Schreibgruppe und die Lyrikabende in der „Gesellschaft“ am siebenten und am achten März habe ich auch versäumt, wenn  nicht am Dienstag noch einmal zwei Lyrik-Bände dort vorgestellt worden wären und bezüglich Lyrik habe ich am Vormittag auch eine Überraschung erlebt, denn als ich da in die Vinothek in die Ziegelofengasse gegangen bin, um meine Büchersendung abzuholen, hatte mir Anita Keiper ganz unerwartet wieder ein Lyrikbändchen aus ihrer Reihe, nämlich Gedichte des 1984 geborenen Grazers Mario Hladicz geschickt, dessen Band „Gedichte zwischen Uhr und Bett“ wohl an welchen Monsterroman erinnert, den auch ein junger Grazer geschrieben hat, wenn ich mit einer Räselfrage zu der Lyrik in der „Gesellschaft für Literatur“ überleiten darf.

Zu gewinnen gäbe es dann keinen Gedichtband, denn solche schreibe ich ja nicht, aber da sich auf meine Gewinnspiele ohnehin keine Leute melden, gerate ich diesbezüglich wahrscheinlich in keinen Zugzwang und in der „Gesellschaft“ sind wieder zwei gute alte Bekannte aufgetreten, nämlich Manfred Chobot und Christl Greller und die 1940 geborene Christl Greller hat mich, 2002 muß das gewesen sein, als ich mit Uwe Bolius meine „Halbpreislesung“ in der „Alten Schmiede“ hatte, angesprochen, so habe ich sie vermutlich kennengelernt oder kannte ich sie schon von diversen GAV-Veranstaltungen?

Sie sie jedenfalls auch eine eifrige Veranstaltungsbesucherin, ist sehr bemüht und ehrgezig, hat früher in der Werbung gearbeitet und, wie Manfred Müller einleitete in den Neunzigerjahren zu schreiben und zu publizieren begonnen.

Ich habe ihren Namen  auch einmal in der Gewerkschaft gehört, wo ich ja 2000 bei der Schreibwerkstatt der Evelyne Haas mitmachte. Da gab sie eine Lesung und zehn Bücher hat sie, wie Manfred Müller betonte, auch schon geschrieben.

Ein Roman, drei Erzähl-, sechs Gedichtbände. Einige davon habe ich zu Haus und bei Christl Greller Lesungen bin ich auch schon gewesen und eine Spezialität derselben ist wohl, daß sie ihre Arbeiten öfter mit den Werken anderer Künstler verquickt.

So gab es zu einigen Gedichten aus dem „Residenz-Bändchen“ „stadtselenland“, das sie vorstellte, einen Leporello der Künstlerin Yoly Maurer, den man sich im Foyer anschauen konnte und Manfred Müller rühmte auch  die Alltagsthemen, die Christl Greller in ihren Gedichten berührt.

Sie führte dann durch ihren Gedichtband, sagte immer etwas dazu, was ich sehr interessant fand.

Die Jahreszeiten wurden dabei auch berührt, so gab es Frühlingsgedichte, welche über Amseln, Grillen, bis es dann zu Weihnachten ging.

Das Schreiben wurde, glaube ich, auch erwähnt und der Kontrast zu Christl Grellers feiner Lyrik und ihren kleinen feinen Sprachspielerein, war dann der 1947 geborene Manfred Chobot, den ich auch schon über in der „Gesellschaft“ hörte und mit dem ich auch kürzlich in Salzburg gelesen habe.

Einen größeren Kontrast kann es, glaube ich, nicht geben, aber Manfred Chobot, der inzwischen aus Bangladesh zurück ist, wohin er kurz nach unserer Lesung flog, feierte in Mai seinen siebzigsten Geburtstag.

Zu seinem sechzigsten feierte er, glaube ich an dem Tag im Literaturhaus, wo ich den „Tag der Freiheit des Wortes“ veranstalten wollte.

Jetzt gibt es einen von Beppo Beyerl herausgegeben Gedichtband, der eine Sammlung aus den fünfzehn schon erschienenen Bänden ist und durch diesen hat sich Manfred Chobot durchgtelesen. Bekannt für ihn gab es sehr viel Erotisches, das mir manchmal zu stark und zu derb war. Die politischen Gedichte haben mir aber schon in Salzburg sehr gefallen und am Schluß gab es noch eine Diskussion über die Art des Schreibens und, wie die beiden ihre Themen finden?

Auch da gibt es Unterschiede, Manfred Chobot schreibt sehr viel im Dialekt, Christl Greller bleibt bei der Hochsprache und sie hat im ORF auch eines der sogeannten“Schirmgesichte“, das sie auch noch vorlas und dafür um Stimmen für die diesbezügliche Abstimmung bat.

Da weiß ich nicht so genau, ob ich das mache, denn da müßte ich auch die anderen Gedichte kennen, bevor ich mich für mein Lieblingsgedicht entscheiden kann und so genau höre ich nicht Radio oder lese ich den „Standard“, um das entscheiden zu können.

Manfred Chobot, den ich, glaube ich in den frühen Siebzigerjahren durch eine Arbeiterzeitung-Beilage  meines Vaters kennenlernte und später immer wieder bei Veranstaltungen und auch in GAV wiederbegegnet bin, wünsche ich aber zum Geburtstag alles Gute und fein auch heuer etwas von der „Lyrik im März“ mitbekommen zu haen, denn es wird  noch etwas dauern, bevor ich Band fünfzehn der „Editon Keiper“ lesen werde können.

2017-02-22

Zum fünfundsiebzigsten Todestag von Stefan Zweig

Am dreiundzwanzigsten Februar 1942 hat sich Stefan Zweig mit seiner zweiten Frau Charlotte in Brasilien das Leben genommen, aus diesem Anlaß gab und gab es zwei Veranstaltungen in der „Gesellschaft für Literatur“, nämlich am Dienstag die Präsentation des Stefan Zweig-Thomas Mann Briefwechsels, einem sehr umfangreichen und sehr teuren Buch, das von Katrin Bedenig und Franz Zeder herausgegeben wurde.

Der 1948 geborene Gymnasiallehrer Franz Zeder war in der „Gesellschaft“ und diskutierte mit dem 1954 in Wien geborenen Ulrich Weinzierl, den Band, während Manfred Müller ausgewählte Briefstellen vorlas und von Ulrich Weinzierl ist ja auch das Buch „Stefan Zweigs brennendes Geheimnis“, in dem er ihm, glaube ich, homoseuxuelle oder exhibitionistische Neigungen nachweisen will.

Ich habe dieses Buch nicht gelesen, wohl aber zweimal die „Welt von gestern“ was ich als ein sehr offenes und ehrliches Buch empfunden habe, diesbezügliche Neigungen sind mir darin nicht aufgefallen und Tagebucheintragungen diesbezüglich zu deuten und zu interpretieren, würde ich, auch wenn der Autor, diese natürlich verbrennen oder aufpassen hätte können, was er hineinschreibt, eigentlich nicht als ein legitimes  Mittel halten, einen Autor zu beurteilen, ganz abgesehen davon, daß mir das eigentlich egal ist, ob er jetzt homosexuell war oder nicht.

Vielleicht finde ich das Buch einmal im Schrank, da würde ich ja vorher auch ganz gerne, das von Volker Weidermann noch lieber finden, dann werde ich es lesen und mich diesbezüglich informieren und weil ich in den „Berührungen“ Stefan Zweig ja in den Himmel schickte und ihn dort mit dem Heimito und dem Fräulein Anne immer frühstücken lassen, habe ich mich ja im vorigen Jahr sehr intensivi in sein Werk eingelesen, den Film „Vor der Morgenröte“, die das brasilianische Exil bis zum Selbstmord schildert, habe ich auch gesehen und würde mich, obwohl ich natürlich keine solche Expertin, wie die beiden schon erwähnten Herren bin, schon als ein bißchen kompetent betrachten.

Die „Gesellschaft“ war auch erstaunlich voll, sehr viel Publkum, das sich über Thomas Mann und Stefan Zweig informieren wollten und bezüglich Thomas Mann müßte ich das wahrscheinlich viel mehr tun, denn da habe ich zwar schon in der Straßergasse, die „Buddenbrocks“ gelesen, das heißt, ich habe es zu Hause getan, während ich dort noch in die Schule gegangen bin. Bei der Frau Professor Friedl haben wir, glaube ich den „Tonio Krüger“ gelesen und meine Schwester hatte die „Buddenbrocks“ zu Haus.

Ich wollte es lesen, sie hat es mir nicht gegeben, so bin ich in die Buchhandlung in die Kalvarienberggasse gefahren und habe mir das Buch gekauft.

Ob es diesbezüglich Streit mit meiner Mutter und Ohrfeigen gegeben hat, weiß ich nicht mehr. Verstanden habe ich es sicher nicht. Meine Schwester hatte auch die „Bekenntnisse des Hochstabplers Felix Krull“, wo ich mir vom Namen her, wahrscheinlich etwas anderes vorstellte und nach meiner Matura, schon als Studentin, habe ich den „Zauberberg“, „Lotte in Weimar“ und auch noch einiges mehr gelesen.

Verstanden nicht sehr viel und später habe ich mich mit dem großen Meister nicht mehr beschäftigt, den sollte ich also auch wiederlesen und ezüglich Stefan Zweig habe ich im letzten Jahr die Frage geklärt, ob der jetzt ein großer Schriftsteller ist.

Für mich ist er es was „Die Welt von Gestern“ und die Novellen, da zum Beispiel auch das „Brennende Geheimnis“ oder „Die Gouvernante“ betrifft und für das Publkum wahrscheinlich auch, sonst wäre es nicht in Scharen gekommen, aber vielleicht waren es auch die drei Herren am Podium, die es anlockte, Franz Zeder sagte ja in seiner Eileitung launig, das die Herrengasse ein geeeingeterer Ort, als beispielsweise das Literaturhaus wäre, denn drei Herren am Podium, zwei Herren im Briefwechsel, die Frauen waren dann eher im Publikum und Ulrich Weinzierl dokumentierte genauso launig, die von Manfred Müller vorgelesenen Stellen.

Da begann es gleich mit dem Jahr 1917, da war der Krieg und da hat Stefan Zweig ja ein Stück geschrieben, das in Zürich, glaube ich, aufgeführt wurde und Stefan Zweig verehrte den großen Meister Mann sehr, während der laut Ulrich Weinzierl in seinen Tagebüchern etwas anderes, als in den Briefen geschrieben hat.

Es gab dann auch eine Differenz, weil sich Thomas Mann sehr klar von den Nazis distanzierte, die ja in Deutschland schon ab 1933 herrschten, da hat Stefan Zweig noch das Libretto für die „Schweigsame Frau“ geschrieben und sich vom Reichs- oder Generaalmuskdirektor Richard Strauss noch nicht so distanziert, wie er das später tat.

Thomas Mann emigrierte dann in die Schweiz, verlor die deutsche Staatsbürgetrschaft und Stefan Zweig verließ Salzburg, glaube ich, im Februar 1934, weil es da bei ihm  eine Hausdurchsuchung gegeben hat.

Thomas Mann nahm deutlich gegen die Nazis Stellung, Stefan Zweig war da viel konfliktscheuer, wie das ja auch in der „Ungeduld des Herzens“ schön beschrieben wird.

Zum sechzigsten Geburtstag schenkte Zweig Thomas Mann eine Goethe Handschrift und, als es dann zum Selbstmord kam, hat sich Thomas Mann sehr distanziert und dazu keine eindeutige Stellung bezogen, das vielleicht sogar als Flucht oder Feigheit ausgelegt, aber sein Sohn Klaus hat sich auch umgebracht.

„Thomas Mann war der bessere Schriftsteller, Stefan Zweig der bessere Mensch!“, schloß Ulrich Weinzierl launig die Präsentation und forderte dann zum Kauf oder besser Nichtkauf des hundert Euro Werkes auf und ich kann mich was das betrifft nicht so festlegen, ist es ja schon vierzig Jahre her, daß ich Thomas Mann gelesen habe, Stefan Zweig aber erst im letzten Jahr und am Mittwoch ging gleich weiter in der „Gesellschaft“ mit viel Publikum und mit einem Vortrag des Leiters des Salzburger Stefan Zweig Centers Klemens Renoldners, der über das Österreich Bild Zweigs  „Zuletzt noch einmal Österreich“, gesprochen  hat, der im Programm mit den Namen Hoffmannsthal, Kraus, Freud, etcetera angekündigt war, auf die offenbar verwiesen werden sollten

Marianne Gruber hat mit sehr berührenden Worten eingeleitet und der  1953 in Schärding Geborene, der glaube ich, ein Cousin des Andreas Renoldners ist, den ich immer bei den IG Autoren sehe, hat im Wesentlichen den Lebenslauf erzählt, wozu der Schauspieler  Peter Vilnay entsprechenden Textstellen gelesen hat.

Die ersten zwei stammten aus der „Welt von Gestern“, ein Erinnerungsbuch, keine Biografie, wie Klemens Renoldner betonte, was für mich sehr berührend war, zu sehen, daß man sich mit dem Buch den Vortrag ersparen hätte können, denn Stefan Zweig hat schon für sich selbst gesprochen und geschrieben und braucht eigentlich die ganzen Theorien, ob jetzt wahr oder falsch, die sich um sein Leben ranken, nicht.

Sehr beeindruckend, die Einleitung und der Schluß und natürlich interessant von Klemens Renoldner zu hören, daß er das Buch zum größten Teil im Londoner Exil von 1938 bis 1940 geschrieben hat und dazu, als Kontrast kam eine Stelle aus „Brasilien, dem Land der Zukunft“, die meisten werden es nicht kennen, vermutete Klemens Renoldner und sagte noch dazu, daß das Buch nach seinem Erscheinen nicht sehr freundlich aufgenommen wurde, daß es aber auch, als eine Liebeserklärung an die verlorene Heimat Wiens zu verstehen ist.

Dann folgten noch zwei Briefe, einer an Franz Werfel, der da mit seiner Frau Alma nach Kalifornien ins Exil gegangen ist und dort als Dank für seine Rettung „Das Lied von Bernadette“ geschrieben hat und dann den Abschiedbrief, den Zweig, bevor er das Veronal genommen hat auf seinen Schreibtisch liegte:

„Ich grüsse alle meine Freunde, mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger gehe ihnen voraus!“

Peter Vilnay hat das sehr beeidruckend gelesen und den Schlußapplaus auf diese Art und Weise erstickt.

Morgen hält, wie ich in den letzten Tagen in Ö1 ständighören konnte, Klemens Renoldner diesen oder einen anderen Vortrag noch in Salzburg. Er wies auch auf einige neue Tonaufnahmen hin und ich kann allen an meinen Zweig Bild interessierten, meine „Berührungen“ empfehlen.

Ich schicke das Buch gerne zu, vergebe auch Rezensionsexemplare und die Stelle im Himmel, die ich auch beim letzten Volksstimmefest gelesen habe, kann man auch in der Leseprobe lesen und ich lese sie bei der „Amerlinghaus-Benefizveranstaltung“ am 3. März um ungefähr 23 Uhr auch nochmals vor, wo das Buch auch aufliegen wird und man es kaufen kann.

2017-02-14

Natalka Sniadanko vor dem gläsernen Vorhang

„Der gläserne Vorhang“ ist eine Reihe in der „Gesellschaft für Literatur“, wo CorneliusHell vorwiegend osteuropäische Literatur präsentiert. Denn der Eiserne ist ja gefallen, aber was bitte, weiß man schon von der ukrainischen Literatur, der litauischen, tschechischen, ungarischen etcetera?

Ich schon ein bißchen, denn ich habe Andre Kurkow gelsesen und Tanja Maljartschuk und in der Donaulounge der „Buch-Wien“ wird sie ja auch sehr prominent von Cornelius Hell und anderen vorgestellt. In Litauen habe ich schon einmal einen Literaturstreifzug gemacht oder den eigentlich eher am Campingplatz von Wigry mit Leseproben von der Frankfurter Buchmesse 2002 und heuer wird auch Litauen Gastland in Leipzig sein und in der „Gesellschaft“ habe ich heute auch eine mir bisher unbekannte Autorin kennengelernt, die bei „Haymon“ verlegt und deren Buch. „Sammlung der Leidenschaften“ mich zuerst einmal auch nicht so besonders angesprochen hat.

Ich gebe es zu, ich bin hingegangen, weil es kein Konkurrenzprogramm gab und ich verbringe den Abend ja gern bei einer literarischen Veranstaltung und hätte, ich schreibe es gleich, sehr viel versäumt, wenn ich nicht hingegangen wäre.

Die „Gesellschaft“ war auch gut gefüllt, aber außer Christl Greller und dem Herrn von den logischen Denkern, alles Leute die ich eher nicht kannte.

Stimmt nicht, Wladimir Fried war da, fotografierte, saß in der ersten Reihe und stellte seine Fragen sogar auf Russisch oder Ukrainisch, dabei ist die 1973 in Lwiw geborene Autorin schon weit vor dem Vorhang, hat sie doch in Freiburg studiert und sprach ein akzentfreies Deutsch. Sie trug ein elegantes Kleid, hatte eine schicke Frisur und auf der einen Hand rote auf der anderen grüne Fingernägel.

Und ihr Buch, das jetzt schon zum zweiten Mal auf Deutsch übersetzt wurde, erschien vor zwanzig Jahre in der Ukraine und wurde da gleich ein Kultbuch, denn es erzählt die Geschichte eines noch in der SU geborenen Mädchens, das eigentlich Programmerin werden soll, dann das Philologie Studium durchsetzt und später mit einem Baron zurück nach Lemberg kommt, wo die Großmutter gleich begeistert ist, weil er sie „Dobre Dan!“ begrüßt und ihm ständig Grieß0koch vorsetzt und, als er sich eine Hose kauft, weil seine schmutzig geworden ist, erwischt er ausgerechnet die Jeans, die er einmal zur Altkleidung gegeben hat.

Man sieht die junge Frau ist sehr witzig und ich war in den Neunzigerjahren, wo das Buch spielt, ja auch einen Tag in Lemberg, beziehungsweise bin ich mit dem akademischen Reisebüro vier Tage dort und in Krakau gewesen, die Hin- und Rückfahrt eingerechnet und kann mich an das, was in dem Buch bespöttelt wird, eigentlich sehr gut erinnern.

Es gibt kein Warmwasser, man muß mit einem Kübel durschen. Nun ich war in einem Luxushotel, da gab es rote Rüben zum Frühstück und die akademischen Damen stöhnten  und auch darüber, daß es auf der Fahrt dorthin keine Gastronomie gegeben hat und man auf einer Wiese austreten mußte.

Das hat mich sehr beeindruckt, von der Geschichte, habe ich damals noch nicht sehr gewußt und auch in meiner „Reise nach Odessa“ verarbeitet, die Schulkinder auf dem Cover sahen damals genauso aus und Nadelka Sniadanko hat einen frischen frechen Ton, der mich sehr beeindruckt hat.

Ein zweites Buch „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“, 2016 bei „Haymon“ erschienen, gibt es auch, was mich vom Titel noch mehr ansprechen würde.

Mal sehen, ob ich es mal finde, vielleicht beim Literaturhausflohmarkt zur nächsten Weihnachtszeit, wenn ich da früher hingehe und jetzt lese ich mich mich sowieso schon durch die Neuerscheinungen und habe da auch schon sehr viel Interessantes entdeckt.

Aber ein Blick hinter den gläsernen Vorhang lohnt sich allemal und jetzt bin ich nur noch auf den Litauschwerpunkt in Leipzig gespannt, was ich da Neues kennenlernen werde.

2017-02-01

Biografien

In der „Gesellschaft für Literatur“ gibt es eine neue Gesprächsreihe in der man sich den literarischen Biografien annähern will und die ersten zwei Gäste, zwei bekannte Persönlichkeiten des Wiener Literaturbetriebs, Daniela Strigl und Klaus Nüchtern, beide Staatspreisträger für Literaturkritik und ehemaligen „Bachmann-Juroren“ haben im letzten Jahr eine solche geschrieben.

Das heißt Daniela Strigl hat sich mit „Berühmt sein ist nichts“ Marie von Ebner-Eschenbach angenähert, deren vierteilige Werkreihe sie ja beim „Residenz-Verlag“ auch mitherausgegeben hat.

Beim „Falter-Redaktuer“ Klaus Nüchtern ist das anders, der hat zum sechzigsten Todestg von Heimito von Doderer keine Biografie, sondern Essays geschrieben mit denen er sich dem „Kontinent-Doderer“ angenähert hat.

Sagte er zumindestens und beide Autoren erwähnten im Gespräch mit Manfred Müller, was mich ein wenig erstaunte, daß sie die Daistanz zu ihren Autoren gebraucht hätten und Daniela Strigl meinte noch, daß es in der Germanistenwelt, als unwürdig gilt sich mit der Biografie zu befassen, während die Leser vielleicht nach ihr greifen, um sich das Werk zu ersparen, wie das Publikum kritisch unkte, was von Manfred Müller widersprochen wurde.

Nun für die Psychologin ist die Biografie und das Leben wichtig und ich lese bei Büchern, als erstens den Lebenslauf und fluche, wenn ich, wie bei älteren Büchern üblich, den nicht finde und da habe ich, weil ich kein Literaturlexikon besitze, zu Zeiten wo es noch kein „Wikipedia“ gab, schon manche Verrenkungen gemacht, nämlich mir von Konstanze Fliedl etwas über Vicki Baum und von Eleonore Zuzak über Adrienne Thomas schicken lassen und habe den „Nachtigallenzyklus“ des Ulrich Becher auch lang liegen lassen, weil ich noch nichts von der Biografie des Autors wußte und, um vielleicht wieder einmal ganz eitel bei mir zu beginnen, richtige Biografien lese ich eher weniger, habe aber kürzlich, die von Hans Fallada gelesen, aber da hatte ich mich mich schon vorher durch das Werk gewühlt, dann aber sofort nach der Neuerscheinung gegriffen beziehungsweise die mir schicken lassen und von der Ebner Eschenbach habe ich, glaube ich, außer Band II der Werkausgabe, noch nicht sehr viel gelesen, höchstens den „Muff“ in der Schule.

„Das Gemeindekind“ habe ich in meinen Regalen, inzwischen, wie ich fürchte von meiner Leseliste aber wieder hinuntergenommen und „Kontinent Doderer“  mir zum letzten Geburtstag schenken lassen, nach dem ich im Vorjahr, da ich da ja meine Protagnostien sowohl ein Stück über ihn schreiben ließt, als ihn auch mit Stefan Zweig in den Himmel schickte, sowohl das „Doderer Buch“ als auch die „Wasserfälle „ und die „Merowinger“ wieder gelesen habe und da habe ich mich natürlich auch mit Zweig beschäftigt, den Film über seine letzten Jahre gesehen, die „Welt von gestern“ seine wenn man so will, Autobiografie wieder gelesen und mir auch die „Arte Dokumentation“ mehrfach angewchaut. Biografie habe ich  keine gelesen, würde aber Volker Weidermanns Buch „Ostende“ gerne finden.

Nun gut, zwei Biografien und zwei Biografen am Tisch der „Gesellschaft für Literatur“ und Manfred Müller stellte viele Fragen, von denen ich einige Antworten  schon wußte, war ich im letzten Jahr bei mehreren Ebner Eschenbach Veranstaltungen mit Daniela Strigl aber auch bei der Vorlesung von Ruth Klüger und beim Doderer Symposium im Herbst in der „Gesellschaft“ bin ich auch gewesen, sowie im Literaturmuseum.

Beide Autoren wurden, glaube ich, von den Verlagen zu den runden Sterbetagen zum Schreiben aufgefordert und beiden meinten sie hätten eigentlich nur wenig Zeit dazu gehabt.

Daniela Strigl meinte noch sie hätte sich eher klassisch an das Biografieschreiben gemacht und würde das wegen der oben erwähnten Distanz eigentlich nicht so wollen, hat sich aber in ihrer Dissertation oder Habilitation mit Theodor Kramer beschäftigt und zum achtzigsten Geburtstag, die Haushofer Biografie geschrieben, ein Buch,d as ich im „Radio Kultur Cafe“ einmal gewonnen habe, obwohl ich bei demQ iiz den es damals gab, gar nicht soviel wußte, beziehungsweise mir von einem Herrn helfen ließ, der mir das Buch dann auch überließ.

Die Ebner Eschenbach Biografie ist  nicht mehr zu mir gekommen und in der Diskussion ging es wieder, um das Entstauben, beziehungsweise um das Frauenbild und zu der Frage, ob die Ebner Eschenbach wirklich das gütige liebe Muttchen gewesen ist oder nicht doch eine scharfsinnige, sozialkritische, feministische Frau, die einmal der weibliche Shakespeare werden wollte, von ihrer adeligen Familie aber sehr behindert wurde?

Und Doderer war zumindest Klaus Nüchtern nicht sehr sympathisch, weil sehr widersprüchig und sperrig und in dem Stück, das er aus dem Buch las, merkte man auch seine Ironie beziehungsweise Zynismus, das wurde auch  von Manfred Müller so angesprochen.

Daniela Strigl merkte noch an, daß das Biografienschreiben ihr Wissen über die Autorin erweitert hätte, so hat sie sich durch Novellen gelesen von denen sie keine Ahnung hatte und da kann ich gleich anmerken, daß das bei mir bezüglich Stefan Zweig, den ich ja in den „Berührungen“ verarbeitet habe, auch so gewesen ist.

Jetzt weiß ich er war ein guter Schriftsteller, zumindest, was die „Welt von Gestern“ und seine Novellen betrifft. Bei der „Ungeduld des Herzens“ trifft das auch so zu, bei seinen Biografien und beim Brasilien Buch bin ich mir nicht so sicher, das waren vielleicht auch Auftragsarbeiten.

Aer durch meine Romanarbeit bin ich ihm nähergekommen, bei Doderer war das nicht ganz so, aber da hatte ich die Bücher ja schon gelesen und mein „liebstes Buch“ ist immer noch die „Dämonen“, das ich aus Zeitgründen nicht nochmals gelesen habe, das tue ich ja nur sehr selten und obwohl es von Klaus Nüchtern, glaube ich, eher an letzter Stelle gereiht wurde.

Er meinte, man sollte mit den „Mord den jeder begeht“ beginnen, sein liebstes Buch sind glaube ich „Die Wasserfälle von Slunj“.

Das Bild davon hängt in der Gesellschaft und stammt aus Doderers Besitz und Doderer hat zur Eröffnung der „Gesellschaft für Literatur“ aus den damals noch unveröffentlichten „Merowingern“ gelesen, während Erika Pluhar etwas von der Ebner-Eschenbach las.

Klaus Nüchtern empfahl bezüglich Ebner Eschenbach das „Gemeindekind“, sollte ich vielleicht lesen und „Bozena“ und ich bin jetzt gespannt, welche Biografien, als nächstes in der „Gesellschaft“ besprochen werden und würde da die von Peter Walter über Rudolf Dietzen sehr empfehlen.

2016-12-07

Fest für Barbara Frischmuth und Literaturpreise der Stadt Wien

Heute war wieder „MUSA“ mit Helmuth Butterweck und Renate Welsch und das sind die diesjährigen Preisträger der Stadt Wien.

Vor drei Jahren haben die Gustav Ernst Erwin Klein bekommen, 2014 Wilhelm Pevny und da war ich am Vormittag bei der Preisverleihung im Rathaus und am Abend im „MUSA“.

Voriges Jahr waren wir mit der Oma in Ungarn, da fielen die Veranstaltungen aus und ich mußte mich auch nicht heimlich ins Rathaus schleichen, weil es mir bisher ja nicht gelungen ist, eine Einladung zu den Preisverleihungen zu bekommen.

Heuer wollte ich wieder einfach so hingehen, habe aber vorige Woche in der „Alten Schmiede“ von Julia Danielczyk erfahren, die Preisverleihung war schon am neunten November und es war eher ein Zufall, daß 2013 und 2014, die beiden Veranstaltungen zeitgleich waren und dann bin ich noch darauf gekommen, daß in der „Gesellschaft für Literatur“ ein Fest zum fünfundsiebzigsten Geburtstag für Barbara Frischmuth gefeiert wurde.

Also bin ich dort hin und weil am Nachmittag einige meiner Stunden ausgefallen sind, bin ich auch ziemlich konzentriert über „Klara-Claire-Klarisse“ gesessen und habe das ganze laut lesend korrigiert, wo ich dann ja immer einen Haufen Fehler finde, obwohl ich ja schon fast dachte, ich wäre eigentlich fertig.

Und weil wir  morgen nach Harland fahren werden, hätte ich das Ganze, das inzwischen wieder seitenverschoben ist, gerne fertigkorrigiert, weil ich ja in Harland keinen funktionierenden Drucker habe, aber dann wäre ich in die „Gesellschaft“ warhscheinlich zu spät gekommen, was ja an sich nichts macht, weil die ja eher gegen viertel anfangen, aber vielleicht sind viele Leute habe ich vorsorglich gedacht und nach fünf abgebrochen, so daß ich gegen dreiviertel sechs im Palais Wilczek eintraf, da hinter Barabara Frischmuth und ihrer Beleitung die Stiegen hoch gestiegen bin und dann beim Eingang vor lauter Prominente fast nicht durchkonnte und alle Pätze schon besetzt oder für die Prominentz reserviertwar, so daß ich nur auf einen der aufgestellten Sessel im zweiten Raum Platz fand.

Da habe ich geschimpft und geschimpft und bin auch den Herrn Müller angegangen, der hat mir aber auch nicht einen der reservierten Plätze gegeben. Es sind zwar andere Leute einfach rücksichtslos nach vor gegangen und eigentlich habe ich gar nicht so schlecht gesehen und Peter Rosei und Julian Schutting sind auch hinter mir gesessen.

Zu Barbara Frischmuth habe ich ja, das habe ich wahrscheinlich schon geschrieben, eine besondere Beziehung, denn ich habe sie durch meine Studententage begleitet oder sie mich, ich habe mir damals sehr viele ihrer beim alten „Residenz“ erschienenen Bücher gekauft.

In den siebziger Jahren, als ich studierte, waren gerade die „Mystifikationen der Sophie Silber“ oder diese Trologie an der Reihe und zu meiner Promotion im Jäner 1980, wo ich ja trotzig alleine hinging, nachher alleine im „Hausboot“ das es längst schon nicht mehr gibt, essen war, habe ich mir Band zwei oder drei gekauft und bin am Abend mit meiner roten Rolle alleine ins Burgtheater gegangen, was nicht nötig gewesen wäre, weil meine Eltern wären schon gekommen und hätten mich sicher auch zum Essen eingeladen, aber damals war ich noch sehr widerständig, zu meiner Hochzeit 1987 habe ich das nicht mehr geschafft.

Aber ich wollte ja über meiner Beziehung zu Barbara Frischmuth schreiben, die damals mein großens Vorbild war, so, wie sie wollte ich wahrscheinlich schreiben und natürlich auch bei „Residenz“ verlegen.

Die „Klosterschule“ habe ich mir auch zu einem meiner Geburtstage gekauft und die „Ferienfamilie“ steht auf meiner 2017 Leseliste, weil im Bücherschrank gefanden und in meinen Studententagen war ich mal in Linz und dort in einer Buchhandlung und habe ein paar Seiten daraus gelesen.

Die 1941 in Altaussee geborene Autorin ist sicher in einige Phasen einzuteilen, die „Klosterschule“ ist, glaube, ich ihr erstes Werk.

Die sogenannte Sternwieser-Trilogie spielt in Wien und im Stadtpark, wo Barbara Frischmuth ja einige Zeit im dritten Bezirk lebte.

Sie hat in der Türkei studiert, davon handelt, glaube ich, „Das Verschwinden des Schattens in der Sonne“, das ich während unserers Amerikas Aufenthalts 1989 las.

„Hexenherz“, „Die Frau im Mond“,“Bindungen“, Rückkehr zum vorläufigen Ausgangspunkt“,“Einander Kind“, „Über die Verhältnise“ habe ich gelesen.

Später, als ich mir die Bücher nicht mehr kaufte, kam dann die „Agypten-Phase“, da war ich bei einigen Lesungen in der „Alten Schmiede“ und in der letzten Zeit, einige bei „Aufbau“ erschienen Gartenbücher.

Denn Barbara Frischmuth ist wieder nach Alt Aussee zurückgegangen, hat sich dort einen Garten gekauft und den jetzt besiedelt und als wir 1984 warhscheinlich einmal mit der sehr kleinen Anna ein Wochenende in Altaussee verbrachten. habe wir am Abend in dem Hotel wo wir übernachteten Barbara Frischmuth gesehen.

Wegen dieser „Rushdie“ Geschichte ist sie aus der GAV ausgetreten, da habe ich ihr einen Brief geschrieben, sie hat mir auch geantwortet und jetzt ist sie fünfundsiebzug geworden und Peter Klar, den ich vom Volksstimmefest her kenne hat mit Anna Babka ein Symposium und jetzt das Fest für sie verranstaltet, daz eine Reihe von Autoren für Statesmenst eingeladen, mich natürlich nicht, so daß ich mir nur hier meinen eigenen Frischmuth Text und meine eigene Frischmuth Laudatio halten kann, denn die offizielle hat Bodo Hell gehalten und es war auch gut, daß ich mein Korrigieren vorzeitig abgebrochen habe, denn die „Gesellschaft für Literatur“ war, wie schon beschrieben sehr voll.

Friederike Mayröcker hätte die erste sein sollen, die einen Text für die Jubilarin lesen sollte, sie hat aber krankheits bedingt wahrscheinlich abgesagt, so hat Elisabeth Klar ihren Text gelesen, dann kam Jochen Jung ihr Verleger vom „Residenz-Verlag“ und der hat, was sich später auch noch wiederholen sollte, eine Collage aus ihren Titel, sie hat ja eine ganze Anzal von Büchern. zusammengestellt.

Olga Flor die erste „Veza Canetti Preisträgerin“ hatte einen ähnlichen Einfall und erzählte, daß sie eine sehr frühe Frischmut Leserin war und Barbara Frischmuth ihrem Kind auch eines ihrer Kinderbǘcher überreichte oder widmete.

Dann kam Thomas Stangl, man sieht die Creme der Creme des Literaturbetriebes mit seinem „Otter-Textr“.

Andrea Grill gratulierte zum Geburtstag, Mieze Medusa hat das Buch „Über die Verhältnisse“ wieder mal aus ihren Regalen genommen und forderte zum Wiederlesen auf.

Elisabeth Reichert, die ich erst vorige Woche in der „Alten Schmiede“ hörte, hatte einen Text, dann kam der mir unbekannte  Gerhard Fuchs, vom „Franz Nabel Instiut“, mit dem ich mich später sehr intensiv unterhielt und Almut Tina Schmidt, die ich auch kützlich in der „Alten Schmiede“ hörte.

Eva Schörkhuber hatte einen eigenen Text und die Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl auch eine collage, in dem sie das Frischmuth-Gewächs erklärte.

Anna Weidenholzer schloß irgendwie an ihr letztes Buch an obwohl sie von der anderen Seite des Gebirges oder des Sees erzählte oder von einem erzählte, der ein Hotelzimmer mieten wollte, das er dan doch nicht bekam.

Der letzte vor der Laudatio war Markus Käöhle und Bodo Holl blieb dann eigentlich gar nicht mehr sehr viel über als sich zu wiederholen oder sich zusammenzufassen. Begann mit einem Spaziergang und machte dann eine Werkanayse bevor er zu der Litanei von  Muth und Frisch kam und alles aufzählte, was diesbezüglich zusammenghing.

Es wurde zu diesem Anlaß auch eine bei „Sonderzahl“ erschienene Anthologie herausgegeben, die Barbara Frischmuth überreicht wurde, die darüber sehr gerührt war, die man dann auch kaufen konnte.

Es gab im Anschluß Sekt zjum Anstoßen und als mich Margotr Heumann fragte, wo ich anschließend hingehen würde und sich dann mit ihrer Freundin zum Punschtrinken verabschiedet, fiel mir das „MUSa“ und das Brot, das ich dort zu einem Glas Rotwein noch essen könnte ein und bin losgezogen.

Auf die „Anthologie“ habe ich dabei vergessen, was mich ein wenig ärgerte, aber ich bin im „MUSA noch zur Lesung von Renate Welsh zurechtgekommen, die ja nach Christine Nöstlinger eine der größten Kinderbuchautorinnen ist, die wir in Österreich haben. Sie ist oder war auch die Vizepräsidentin der IG Autoren und eine sehr freundliche, engagierte Frau und sie las gerade von einem Findelkind und dessen Beziehung zu seinem Pflegevater.

Nachher gabs ein Gespräch mit Julia Danilczyk, die erzählte, daß Renate Welsh bei der Preisverleihung, wo ja gerade Donald Trump die US Wahl gewonnen hat, sehr niedrgeschlagen war.

Jetzt geht es ihr angesichts der Wahl von van Bellen, obwohl sich die Freiheitlichen ja schon zur nächsten Natrionalratswahl rüsten, viel besser und mit dem Manfred und der Angela habe ich mich nachher noch gut unterhalten und man wird es nicht glauben, im Bücherschrank, bei dem ich dann noch vorbei schaute, Renate Welshs „Spinat mitRädern“ gefunden. Das habe ich mir aus gegebenen Anlaß mitgenommen, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob ich es nicht schon in meinen Beständen habe.

2016-12-06

Adolf Opels Veröffentlichungen

Bei einem meiner Geburtstagsfeste hat mir meine Schulkollegin Trude Kloiber, die im Haus gegenüber wohnt, Adolf Opels „Wo mir das lachen zurückgekommen ist – Auf  Reisen mit Ingeborg Bachmann“ gebracht.

Das war meine erste bewußte Begegnung mit dem 1935 in Wien geborenen Dokumentarfilmer, Journalisten und Sachbuchautor, den ich regelmäßig auf Literaturveranstaltungen, beispielsweise denen des Lesetheaters, wo die Lesefrauen unter anderen Lina Loos vorstellten, sehe.

Denn die, 1882 als Carolina Catarina Obertimpfler geborene Lina Loos, scheint sein Spezialgebiet zu sein, habe ich von ihm doch sein Loos Buch „Wie man wird was man ist“, 1994, bei Deuticke erschienen, einmal im Schrank gefunden, aber das erste Mal bin ich mit Lina Loos durch den Bücherschrank meiner Eltern, den sogenannten Bücherkasten in der Wattgasse in Berührung gekommen.

Gab es da ja die „Gutenberg-Ausgabe“- „Das Buch ohne Titel“, von 1953, meinem Geburtsjahr, das ich, ich glaube schon nach dem Tod meiner Eltern, mit noch nicht sehr viel Wissen und Verständnis, um die sogenannte Künstlermuse, gelesen habe.

Als ich heuer in Salzburg auf Büchertour war, habe ich in Margot Kollers Keller noch Lisa Fischers „Lina Loos oder Wenn die Muse sich selbst küßt“ gefunden und bei der Lesetheaterveranstaltung vor ein paar Jahren, wo ich Adolf Opel von Hilde Schmölzer vorgestellt, wahrscheinlich das erste Mal bewußt registrierte, war ich auch.

Seither sehe ich ihn, wie gechrieben, regelmäßig auf Symposien und Lesungen, wo er sich auch zu Wort meldet und Fragen stellt und heute gab es in der „Gesellschaft für Literatur“ einen Abend mit ihm, beziehungsweise ging es um zwei Bücher, die er in der „Edition Atelier“ herausgegeben hat.

So saß er mit dem Verleger Jorghi Poll am Vortragstisch und Ursula Ebel leitete schon ein, als ich den Saal betrat.

Sie tut das ja immer sehr lang und sehr gründlich, so bekam ich mit, daß Adolf Opel auch das „Buch ohne Titel“, bei der „Edition Atelier“ wieder herausgegeben hat, das eine Sammlung von Texten und Zeitungsartikel ist, den die Schauspielerin und frühe Gattin von Adolf Loos, deshalb der Name, 1947 herausgegeben hat und weil es eine Textsammlung ist, bestehen die jeweiligen Neuauflagen auch aus jeweils anderen Texten, wie Adolf Opel erklärte, den der Verleger zu ihrem Leben befragte.

Sie hat Adolf Loos, als Schauspielschülerin in einem Kaffeehaus kennengelernt, ihn geheiratet, die Ehe wurde bald geschieden, weil es auch andere Männer gab und mit denen hat sie auch viele Briefe geschrieben, so daß das jetzt vorgestellte und wiederaufgelegte Buch „Du silberne Dame du- Briefe von und an Lina Loos“, heißt.

Einige der Briefe stammen auch von Franz Theodor Csokor und die hat der Verleger gelesen, bevor es zu dem zweiten Buch ging, das mit einem Nachwort von Adolf Opel in der „Edition Atelier“ erschienen ist, nämlich Bohuslav Kokoschkas „Ketten in das Meer“, der ist der Bruder von Oskar Kokoschka, hat von 1892-1976 gelebt und Adolf Opel erzählte, daß Oskar Kokoschka seinen Bruder und dessen Familie finanziell unterstützte.

Der Roman bezieht sich auf den ersten Weltkrieg, wo Bohuslav, als Musikmatrose in Pula stationiert war und erinnerte mich zumindest an der vorgelesenen Stellean Ja roslav Hasek „Braven Soldaten Schwejk„.

Ein sehr interessanter Abend also mit sehr interessanten Neuerscheinungen, denn ich interessierre mich ja sehr für die großen Namen und die Literatur des Fin de Sciecle des vorvorigen Jahrhunderts und habe da ja schon sehr viel gelesen und wie man sieht, auch schon viele Bücher zusammengetragen, von denen ich zwar noch einige lesen muß, obwohl ich das in diesem Jahr ja schon sehr reichlich mit Stefan Zweig und Heimito von Doderer getan habe und dessen Art Romanskizzen zu verfassen, hat Bohuslav Kokoschka, wie Adolf Loos auch wußte, nicht sehr gefallen.

2016-11-22

Von Christel Fallenstein zu Herrn Faustini

Christel Fallenstein, die Mayröcker-Vertraute, die wegen der Dichterin mit ihrem Mann von Deutschland nach Wien gezogen ist,  habe ich vor einigen Jahren kennengelernt, weil wir beide sehr eifrig die Literaturveranstaltungen besuchten.

Sie hatte auch noch eine Reihe jüngere Autoren, um sich gescharrt, mir auf dem „Fest für Ernst Jandl“ Alexander Nitzberg kennengelernt und mir einige Mayröcker Texte geschickt. Sie war auch einmal auf einem meiner Geburtstagsfest und hatte im Sommer vor einem Jahr einen Schlaganfall, so daß sie seither im „Maimomides Zentrum“ wohnt.

Erika Kronabitter hat mir als ich sie einmal im Amerlinghaus bei den „Wilden Worten“ traf, gesagt, daß sie sich Besuche wünsche, ich habe sie dann aber wieder bei Literaturveranstaltungen gesehen, wo sie sich von einem Fahrtendienst und begleitet von einem Sprachkunststudenten hinbringen ließ, was ich sehr toll finde.

Es gab diesbezüglich im Mai oder Juni, als wir im Kroatien waren auch inm Literaturhaus eine Benefizversteigerin und ich habe mich bemüht mir einen Besuchstermin auszumachen, was lange Zeit irgendwie nicht klappte, dann hat sie mich angeschrieben undgefragt, ob ich ihr nicht aus meinem neuesten Buch etwas vorlesen will?

„Ja, natürlich!“, habe ich geantwortet und an „Paul und Paula“ gedacht, das war zwar nicht ganz das Neueste, denn das wäre bis vor kurzem ja die „Nika“ gewesen oder eigentlich doch nicht wieder, denn der Transgendertext wurde ja später geschrieben, ist aber früher erschienen, aber heute kamen die „Berührungen“ druckfrisch aus der Druckerei, so habe ich das Buch eingepackt und bin zur „Donaumarina“ hinausgefahren.

Das „Maimonides-Zentrum“ liegt gleich beim Gewerkschaftshaus, wo ich vor Jahren einmal bei der „KritLit“ war und Christel Fallenstein kam mit der Studentin gerade aus dem Garten, Matthias Fallenstein war da und auch Eva Brenner, denn Christel Fallenstein wird von der literarischen Szene viel besucht und hat glaube ich sogar ein regelrechtes Vorlesungsprogramm.

Also habe ich gelesen und gelesen, die ersten fünf Szenen aus dem neuen Buch und dann noch die achte, die ich schon beim Volksstimmefest las, die wo sie Anne Frank mit Stefan Zweig und Heimito von Doderer im Cafe Wolke beim Frühstück treffen, dann bin ich statt ins Literaturhaus, wo Tomer Gardi beim „Round Table“ über „das jüdische Leben heute“ in meine Praxis zurückgefahren, weil ich eine Stunde hatte, habe meine kleine Buchaussendung gemacht und bin dann, weil es sich noch ausgegangen ist, in die „Gesellschaft für Literatur“ gefahren, wo der 1961 in Bregenz geborene Wolfgang Hermann, seinen vierten „Faustini-Band“ vorstellte und der ist mir ja ein alter Bekannter, hat er doch mit der Vorform des Herrn Faustini beim „Siemens Literaturpreis“, lang lang ists her, gewonnen, dann kam „Herr Faustini verreist“, 2006 erschienen, da war ich glaube ich bei der Literaturhauspräsentation und habe den Autor gefragt, ob das die Fortsetzung der Preisgeschichte ist, wo Herr Faustini, der etwas schrullige Sonderling und  Pensionist mit einer Netzkarte Tag für Tag durch Vorarlberg reist.

2008 kam „Herr Faustini und der Mann im Hund“, eine etwas esoterische Geschichte, die ich, glaube ich, in der „Alten Schmiede“ hörte und 2011 „Die Augenblicke des Herrn Faustini“, bei „Haymon erschienen.

Der vierte Band „Herr Faustini bleibt zu Hause“ erschien bei „Langen Müller“.

Manfred Müller leitete ein und erzählte was zu dem Charakter des unscheinbaren älteren Herrn, der in einem kleinen Dorf bei Bregenz lebt, der nur ganz kleine Erlebnisse hat, ein nicht erzählender Roman hat ihn Wolfgang Hermann genannt, sprachlich sehr leicht zu lesen, er fällt aber immer durch besondere sprachliche Wendungen und Ausdrücke auf und Wolfgang Hermann, der dazwischen noch einige andere Bücher geschrieben hat, las zwei Stellen vor, die eine, wo er plötzlich von der ehemaligen Schulkollegin Uschy, an die er sich gar nicht mehr erinnern kann, angerufen hat, die ihn zu sich in ihr Haus in Dornbirn lädt und mit Weihnachtskeksen bewirtet, sie sucht ihren Mann, einen Vater für ihre zwei halbwüchsigen Kinder, in der Diskussion stellte sich dann heraus, daß sie gar nicht mit einem Pensionisten in die selbe Klasse gegangen sein kann, wenn ihr Sohn erst zwölf ist, Herr Faustini will sich aber ohnehin nicht verändern, sieht die Klassenkameradin immer kleiner und kleiner werden.

Manfred Müller, der Kafka-Gesellschafts-Präsident hat ihn dann gleich damit verglichen und Wolfgang Hermann einen Kafka Experten genannt und die zweite Stelle, die noch gelesen wurde, spielt am Bregenzer Markt, wo die Bregenerzinnen einkaufen und Herr Faustini einige Gespräche erlauschte.

Daran knüpfte sich eine intensive Diskussion. Unter anderen waren Christl Greller und Dine Petrik im Publikum und Wolfgang Hermann verriet, daß er schon am nächsten „Faustini“ arbeiten würde und erzählte lang und breit von den italienischen Gastarbeitern, die vor vielen Jahren nach Vorarlberg gekommen sind, daher kommt auch der Name und Hans Platzgumer hat in seinem „Rand“ ja auch etwas von einer Südtiroler Siedlung geschrieben, wo sein Protagonist lebt.

Spannend spannend also der Bogen von Christel Fallenstein zu Wolfgang Hermann und von den „Berührungen“ zum „Herrn Faustini“.

Ich schreibe ja realsitischer als Wolfgang Hermann, surreal bin ich auch nicht sehr, habe aber in meinen Notizbuch, als ich mir die ersten Skizzen machte, neben den Namen Zweig und Doderer, die ja darin vorkommen sollten, auch den von Kafka stehen, bin aber davon bald abgekommen.

2016-10-13

Keime fundamentaler Irrtümer

Ich habe mich ja heuer im Frühling sehr intensiv mit Heimito von Doderer und Stefan Zweig beschäftigt, weil ich ja bezüglich meines damaligen Romanprojektes die Idee hatte, irgenwelche Romanfiguren auftreten zu lassen.

Es sind Schriftsteller daraus geworden, eben die oben erwähnten und auch noch Anne Frank, die sich mit den beiden alten Herren im Cafe Wolke am Himmelsbogen zum Frühstück trifft und über die beiden Dichter hat Zarah Bashrami ein Stück geschrieben, das sie mit Jurij Abrahamovic und  Zoran Simcic aufführen will und so habe ich mich durch das Werk der beiden gelesen.

Von Stefan Zweig gab es dann auch den Film „Vor der Morgenröte“ und die „Arte-Dokumentation“ im Netz von Heimito von Doderer habe ich außer einem alten Heinz Fischer-Karwin Interview nicht sehr viel gefunden.

Dabei hat der Dichter am 23. Dezember seinen fünfzigsten Todestag, davon war aber im Frühling noch nicht viel zu hören, erst jetzt im September, wo er 120 Jahre alt geworden wäre, tauchten die Bücher und die Biografien in den Buchhandlungen auf.

Klaus Nüchtern hat eine geschrieben, den Bildband von Eva Menasse, gibt es, glaube ich schon länger und es gibt auch eine „Heimito von Doderer Gesellschaft“ und die veranstaltet mit der Uni Wien vom zwölften  bis vierzehnten Oktober unter dem Titel „Keime fundamentale Irrtümer“ ein  Doderer-Symposium in der „Gesellschaft für Literatur“.

Weil ich am  Mittwoch Vormittag drei Stunden hatte und auch noch auf die Bank gehen wollte, bin ich ein bißchen zu spät in die „Gesellschaft“ gekommen, so daß ich gerade noch einen der letzten Plätze ergattern konnte, es war nämlich sehr voll und Manfred Müller hat auch schon eröffnet und, ich glaube, auf eine Lesung in der „Gesellschaft“ wahrscheinlich in den Sechzigerjahren mit Doderer hingewiesen, davon gab es Fotos zu sehen.

En großes Foto mit der Pfeife hängt auch ständig in der „Gesellschaft“ und ein Bild, das, glaube ich, die Witwe der „Gesellschaft“ schenkte, worauf die Wasserfälle von Slunji zu sehen sind.

Dann kamen die Eröffnungsredner der „Doderer Gesellschaft“ und der erste Vortrag von Manfred Wagner, der auf den Zusammenhang zwischen Handke und Doderer hinwies.

Da gibt es keinen, würde die Laiein in mir mal denken, die Doderer ja auch für einen eher konservativen Dichter hält, obwohl ich in den Siebzigerjahren die „Dämonen“ verschlungen habe und bis heute noch sehr begeistert davon bin. Manfred Wagner ist ja, glaube ic,h auch eher ein Handke Forscher und ich habe ihn ja vor Jahren bei einer „Wiener Vorlesung“ über Handke und Bernhard gehört und die diesbezügliche Publikation inzwischen auch bekommen.

Es gibt aber den berühmten Satz von Thomas Bernhard, den er angeblich sagte, als er im Radio die Todesnachricht seines Rivalen hörte: „Jetzt ist der Weg frei!“ und Achim Hölter von der Uni Wien referierte sehr genau, wie Doderer in den „Literaturgeschichten“ in ganz Euopa oder überhuapt überall auf der Welt vorkommt?

Da ist es ja, glaube ich, die Frage, ob Doderer jetzt ein deutscher oder österreichischer Autor ist?

Ein Österreichischer natürlich, würden wir, würde ich sagen, für die Chinesen, die Amerikanaer, etcetera, ist das wohl anders, die können wahrscheinlich nicht so genau zwischen Österreich und Deutschland differenzieren und reihen Doderer schon einmal neben Heinrich Böll ein und es ist auch die Frage, ob Doderer ein moderner Autor ist?

Dem würde ich wieder nicht unbedingt zustimmen, kann er ja gar nicht sein, wenn er schon vor fünfzig Jahren gestorben ist, aber der Franzose Francois Grosso, der auch an der Uni Wien lehrt, hat seinen Essay „Wiederkehr der Drachen“ mit Verena Rossbachers „Verlangen der Drachen“, die ja in Leipzig studierte und einmal in Klagenfurt las, verglichen und da sehr sehr viele Gleichheiten“ mit den „Merowingern“ gefunden.

Daran spann sich eine intensive Diskussion, an der ich mich beteiligte, ob man das einfach ohne das Zitat anzugeben darf, ich denke, man darf es nicht, wurde aber belehrt, daß die Gleicheiten nicht mit Helene Hegemann „Axolotls Roadkill“ zu vergleichen sind, man aber die Aktualität des Meisters daran sieht, daß eine junge Autorin von ihm begeistert ist und ihn als Vorbild nimmt.

Dann kam noch eine Archivarin Klaralinda Ma-Kirchner und berichtete von Doderers journalistischen Arbeiten in den Zwanziger und Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts.

Er hat da seltsamerweise in sehr linken Zeitungen publiziert, die fast alle 1934 oder 1938 verobten wurden und da er  auch Historiker war, hat er in seinen Artikeln auch solche Themen behandelt.

Am Büchertisch gab es Restauflagen gegen Spenden zu erwerben und auch Doderer-Sonderbeilagen der „Furche“ und der „Wienerzeitung“ und am Donnerstag geht es dann mit Günther stocker weiter, der berichtete, daß Doderer in den Fünfziger- und Sechzigerjahren sehr postiv vom Literaturbetrieb aufgenommen wurde. Vor allem Hilde Spiel hat ihn sehr gelobt und ihn sozusagen entnazifiziert, denn er war ja seit 1933 bei der NSDAP, was damals aber offenbar niemand störte oder falsch berichtet wurde.

Evelyne Polt-Heinzl hat die „Strudlhofstiege“ kritisch gelesen und in, ich glaube, zehn Punkten Doderers Stellung zum zweiten Weltkrieg oder zum zerstörten Nachkriegswien darins entdeckt.

Doderer ist ja mit diesen Roman 1951 sehr berühmt geworden.

Sabine Müller berichtete über die Zusammenhänger zwischen Doderer und Herbert Eisenreich, der  Doderer ja heiß verehrte und sogar einen Roman, den ich, glaube ich, auch gelesen habe, weil ihn mir Rudolf Blazejewski einmal schenkte, nach seinem Muster geschrieben hat.

Nach der Mittagspause war der Literaturarchivdirektor Bernhard Fetz an der Reihe und analysierte die Zusammenhänge zwischen den „Merowingern“ und der Avantgarde.

Da würde ich persönlich ja wieder nicht so viele sehen, habe aber gelernt, daß Elfriede Gerstl das Vorbild für die Sekretärin vom Dr. Döblinger war.

Es wurde noch über die ungarische und sie tschechoslowakischen Doderer Übersetzungen, die vor allem die „Strudlhofstiege“ aber auch die „Wasserfälle“ betreffen, berichtet.

Dann gabs eine kleine Pause mit Brötchen und Wein und dann wurde es interessant, denn es kam die 1988 geborene Vea Kaiser, die ja schon mit zwei Romanen großen Erfolg hatte und die Alois Eder, den ich ja von der LitGes kenne, als Deutschlehrer hatte und berichtete von ihrem Doderer Einfluß. Wie bei Verena Rossbacher gibt es solchen.

„Blasmusikpop“ wurde, wie sie aus Lesungen aus beiden Büchern demonstrierte von den „Wasserfällen“ sehr inspiriert und das war es dann für mich mit den „Keimen der Doderer-Betrachtung“.

Morgen geht es zwar in der Gesellschaft noch mit einigen ausländischen Reflexionenund vielleicht auch noch ein paar anderen Nachdichtungen weiter, aber ich habe vorläufig genug, beziehungsweise mich zum langen Wochenende und österreichischen Buchpreislesen nach Harland zurückgezogen und kann nur noch berichten, daß der Popmusiker Bob Dylan den heurigen Nobelpreis für Literatur bekommen wird.

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