Literaturgefluester

2017-10-02

Kroatien-Abend

In der „Gesellschaft für Literatur“ beziehungsweise in der „Alten Schmiede“ gab es heute und gibt es morgen einen Kroatien-Schwerpunkt: „Österreich- Kroatien – gemeinsam Kultur erleben“ und als wir im Vorjahr unserenurlaub in  Dalmatinien und Istrien verbrachten, habe ich vorher nach kroatischer Literatur gesucht und bin irgendwie nicht recht fündig geworden, beziehungsweise habe ich dann dort Marica Brodozic, Jagoda Marinkovic, Bora Cosic und „Mimikry-Spiel des Lesens“ gelesen.

Bei „Literatur und Wein“ ist aber Miljenko Jergovic aufgetreten und das Kulturbuch des Edo Popovic genau beschrieben im  Kroatien-Reiseführer habe ich mir zu Weihnachten beim Literaturhaus Flohmarkt gekauft.

Im Literaturhaus war vor einigen Monaten Zoric Feric mit seinem Sommerbuch und als Karl Markus Gauss sein neues Buch „Zwanzig Lewa oder tot“ in der „Alten Schmiede“ voerstellte, war sehr viel von dem kroatischen Nationaldichter Miroslav Krlezas 1893-1981 die Rede und der, beziehungsweise zwei seiner auf Deutsch neu herausgebrachten Bücher wurden heute in der „Gesellschaft für Literatur“ vorgestellt.

Der scheint ein ziemliches Original gewesen zu sein, mit Arno Schmidt, Marcel Proust, Robert Musil etcetera vergleichbar, zumindestens wurde er von Manfred Müller, Karl Markus Gauss und Boris Peric, der seinen Balladenband „Die Balladen des Petrica Kerempuh“ übersetzte.

Dann wurde noch bei „Wieser“ sein dretausendseiten Werk „Fahnen“ herausgebracht, das Karl Markus Gauss vorstellte und den Lesern das monomentale Werk so vermitteln wollte, daß man ja nicht alles daraus lesen, sondern sich beim Lesen durchaus Zeit lassen kann und soll.

Nun Arno Schmidt „Zettels Traum“ ist ja auch ein Werk, für das man, wenn man es so einigermaßen verstehen will, ein Jahr lang Zeit braucht, für mich da mir „Ullstein“ heute das Werk einer jungern Debutantin und eines zum Frankfreich Schwerpunt der Frankfurter Messe und“Kiwi“ einen Arnon Grünberg und ein wetieres Werk von beziehungsweise über Böll zu seinem hundersten Gebrutstag im Dezember schickte, unmöglich.

Die Diskussion im Publkum, bei dem auch sehr viel Kroaten waren, drehten sich dann auch darum, daß Krlezas Werke aus dem Schulkanon hinausgestrichen wurden, aber in Österreich die Maturanten, wie eine andere Frau beklagte, auch nichts mehr lesen, dafür las Karl <markus Gauss eine Stelle aus den Fahnen“ vor, wo der Held in einem Kaffeehaus sitzt und auf seine Jugendliebe wartet und dazwischen unterhält er sich mit ihren Bruder und spricht stundenlang über nichts.

So weit so gut und das Balladenwerk, das ursprünglich in einem kroatischen Dialekt geschrieben worden war, der lange Zeit als unübersetzbar galt, ist sehr deftig, eine Teufelsküche, beziehungsweise ein Hexensabbat, a la Villon oder die Morgensternschen „Galgenlieder“ wurden vorgestellt und danach gab es gestiftet von der kroatischen Botschaft, die Botschafterin war anwesend, ein Buffet, das aus Schinken,Käse und Oliven bestand, sehr fein und lecker und angeregte Gespräche und morgen, wo es in der „Alten Schmiede“ mit Tatjana Gromaca und Miljenko Jergovic weitergeht, werde ich, da Schreibgruppe, nicht kommen können, es gibt aber auch, wie ich gesehen habe, ein interessantes Paralellprogramm.

Advertisements

2017-09-25

Kaffeehausliteraten

Das Kaffeehaus und die Literatur passen gut zusammen, beziehungsweise das Klischee von dem Autor, der im Kaffeehaus sitzt und dort seine Romane schreibt. Robert Menasse habe ich öfter  im Cafe Sperl gesehen, Robert Schindel geht, glaube ich, täglich ins Cafe Zartl, Peter Altenberg sitzt noch heute im Cafe Central, etcetera.

Es gibt eine Menge Bücher über die Wiener Kaffeehäuser und einge über Bildbände über Literaten , ich habe auch einige davon und jetzt gibt es ein neues, nämlich „Melange der Poesie. Wiener Kaffeehausmomente in Schwarzweiß“, wo der französische Fotograf Alain Barbero etwa fünfzig Kaffeehäuser und ebensoviele Autoren fotografiere. Die Autoren haben einen kurzen Text dazu geschrieben.  Barbara Rieger, die Schreibpädagogin und Deutsch als Fremdsprachelehrerin, die Alain Barbero, einmal in einem  Kaffeehaus getroffen hat, um ihm Deutsch beizubringen, hat die Kaffeehäuser vorgestellt und das Buch, das bei „Kremyr&Scheriau“, erschienen ist, herausgegeben.

Heute wurde es in der“ Gesellschaft der Literatur“ vorgestellt und einige der über fünzig abgebildetten Autoren waren auch anwesend. Marianne Gruber, die ehemalige Präsidentin der Gesellschaft, Robert Schindel und Sabine Gruber und im Publikum saßen noch Gerhard Jaschke, Jörg Zemmler, Herbert J. Wimmer und Peter Boesch, der, glaube ich, aber in dem Buch nicht enthalten ist.

Ich auch nicht, dafür aber Armin Baumgartner, den ich später im zweiten Raum sah, Erika Kronabitter, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Friederike Mayröcker, Gustav Ernst, Peter Henisch und und . Es gab auch eine kleine Ausstellung, nämlich zwanzig Fotos, die man sich anschauen und natürlich auch das Buch durchblättern und kaufen konnte.

Es gibt auch einen Blog: cafe.entropy.at, der dem Ganzen vorausgegangen ist und Barbara Rieger leitete, nachdem Ursula Ebel ein paar Begrüßungsworte gesagt und gemeint hatte, daß Marinne Gruber nie in der Gesellschaft gelesen hätte, ich kann mich aber an eine Lesung mit ihr und Julian Schutting erinnern, ein, verwies auf die Entstehungsgeschichte, dann stellte sie die lesenden Autoren vor und sagte dazu jeweils ein paar Worte, beziehungseis las sie ihre Beschreibung der Kaffeehäuser vor und da stellte Sabine Gruber, die zweite „Veza Canetti-Preisträgerin“, die mit ihrem „Davaldossi“ glaube ich auch der Shortlist des letzten österreichischen Buchpreises gestanden hat, das Cafe Else vor, ein mir völlig unbekanntes, im zweiten Bezirk gelgegenes, das früher einer Prostiutierten gehört hat, Sabine Gruber sagte etwas dazu und las dann ein Stück aus ihrem 2007 erschienen Roman „Über Nacht“ wo die Protagonistin Irma ins Kaffeehaus geht, ich glaube, es ist  das „Prückl“, in dem ich diesen Sommer ja einige Male war, um mir die Sommerlesereihe des Literaturkreises Podium“ anzuhören, um einen Schriftsetzter zu interviewen.

Dann folgte Robert Schindel auch ein eifriger Kaffeehausgeher. Für das Buch ging er aber in das Cafe Prückl und hatte einen Text über „Krähen“ dafür geschrieben. Gelesen hat er dann zwei Stellen aus dem „Kalten“, die auch im Kaffeehaus spielen und zwar im „Diglas“ und im „Oswald und Kalb“ und zwar findet im letzteren, eine Geburtstagsfeier statt, wo ein Schauspieler tot umfällt, worauf einer der Besucher ins Cafe Diglas flüchtet.

Dann kam Marianne Gruber und die wollte zuerst ins „Hummel“, da hatte sich aber schon ein anderer Autor, eine andere Autorin angemeldet. Barbara Riegler ließ raten, wer das war. Ich hätte auf Christine Huber getippt, aber die war dann, glaube ich, im Florianihof abgebildet und die zwei Textstellen, die Marianne Bruber, die sich dann für das „Central“ mit dem Peter Altenberg aus Pappmachee entschied, las, hatten eigentlich nicht sehr viel mit dem Kaffehaus zu tun, außer, daß Mmarinanne Gruber, die erste sehr wütend in einem Kaffeehaus geschrieben hat, die dann von einem „Lederband und einer Kluppe“ handelte und die zweite handelte von einer alten Frau, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen kann, aber früher oft ins Kaffeehaus gegangen ist und dort drei Monate alte Zzeitungen gelesen hat, weil man dann erst die Nachrichten beurteilen kann.

Und von den Kaffehäusern ist noch zu berichten, daß ich immer am „Griensteidl“ vorüber gehe, wenn ich in die Gesellschaft gehe, das ja in meiner „Verbrüderung“ eine Rolle spielt, aber das gibt es nicht mehr in dieser Form, sonder heißt jetzt Cafe Rien und ist ein Cafe auf Abruf, also eines das nur ein paar Monate bestehen wird und dann verschwindet.

Ich bin als Studentin viel ins „Sperl“ und ins Cafe Jelinek in der Otto Bauergasse gegangen, wo ich in dieser Zeit ja wohnte. Gehe heute nicht mehr viel in Cafehäuser wenigstens nicht mehr zum Schreiben und Zzeitungslesen. das heißt in der Schreibgruppe waren wir ja eine Zeitlang im Cafe Ludwig das dann zum Cafe Fortuna wurde, aber eigentlich eher ein Beisel war und das „Sperl“ kommt in meinem Stadtroman vor und ich habe, glaube ich, auch in anderen meiner Texte immer wieder Kaffeebäuser beziehungsweise Kafceeehausbesuche beschrieben.

2017-09-12

Andreas Latzkos Lebensfahrt

In der „Gesellschaft für Literatur“ gibt es eine „Autorinnenlexikon“ genannte Reihe, in der, wie Ursula Ebel erklärte, verschiednene Schriftsteller vorgestellt werden.

Franz Kafka war da ein berühmter und vielleicht auch Stefan Zweig, heute ging es aber um einen nicht so bekannten Autor, nämlich, um den 1876 in Budapest geborenen und 1943 in Amsterdam verstorbenen Andreas Latzko, der 1917 mit seinem, wie der Herausgeber Georg B. Deutsch erklärte, Buch „Menschen im „Krieg“ wo er über den ersten Weltkrieg schrieb, sehr  berühmt wurde und das jetzt, wie auch  „Friedensgericht“ bei „Milena“, der ja kein Frauenverlag mehr ist, herausgekommen ist.

Und Georg B. Deutsch, der sich auch sehr für Soma Morgenstern und die Gedenktafel in dem Haus, wo die „Auge“ immer Weihnachten feiert, angebracht wurde, einsetzt, hat jetzt unter dem Motto „1917-2017“, seine Erinnerungen, die unter dem Titel „Lebensfahrt“ zuerst von Andreas Latzko und dann von seiner Frau Stella geschrieben wurden, neu herausgebracht.

Ein interessanter Lebenslauf eines mir bis jetzt unbekannten Dichters und interessant war auch, daß Cornelius Hell im Publikum war und interessierte Fragen stellte, Bettina Balaka ist  neben mir gesessen , Frau Schmidt-Dengler, Helene Hofmann etcetera.

Der Abend war in zwei Teilen gegliedert. Zuerst stellte Georg B. Deutsch das Buch, beziehungsweise Andreas Latzkos Leben  vor.

Bettina Rossbacher hat aus dem Buch gelesen, Georg B. Deutsch hat erzählt und Bilder, beziehunsweise Lebensdaten projiziert.

AndreasLatzkaist auch viel herumgereist, hat sich auf einer Asienreise mit Malaria angesteckt,  wurde  im ersten Weltkrieg als kriegsuntauglich erklärt, er war auch ein Kriegsgegner, obwohl er später  an der Isonzofront war und hat die „Menschen im Krieg“ geschrieben. Ging nach Amsterdam, wo er auch 1943 gestorben ist.

Dazwischen hat er  auch einige Zeit in Salzburg gelebt und war mit Stefan Zweig befreundet, deshalb war der zweite Teil des Abends dem Briefwechsel zwischen Zweig und Latzko gewidmet.

Auch da hat Bettina Rossbacher einige Stellen vorgelesen und Hans Weichselbaum vom Trakl-Forum hat einen Vortrag über den Briefwechsel oder die schwierige Beziehung zwischen den beiden  gehalten. War Zweig doch berühmt und  vermögend, Latzko krank und es gab, glaube ich, Konflikte zwischen den beiden, wer jetzt wen besucht soll?

Zweig scheint sich aber sehr für Andreas Latzko interessiert zu haben, hat ihm seine Bücher geschickt, aber auch „Den wilden Mann“, einen  Roman Latzkos, der 1918 herausgekommen ist, mit Begeisterung während einer Zugsfahrt gelesen, wie er in einem Brief lang erklärte.

2017-05-29

Vom öffentlichen Raum zum Kuchldeutsch

Die Ruth hatte ja Idee zu den Kunstwerken, die es im öfentlichen Raum, da gibt es einen Folder, ein Schreibprojekt zu machen und dann im nächsten Jahr eine Lesung oder einen Rundgang etcetera.

Zu Ostern, als ich gerade meine Schreibcampläne bloggte, hat sie mich deshalb angeschrieben oder angerufen und mir dann bei der letzten Schreibgruppe den entsprechenden Folder übergeben.

Lauter experimentelle Kunstwerke vom Hrdklicka-Mahnmal angefangen,  bis zu den Figuren in der Kriau, igitt, igitt, aber ich bin ja neugierig und aufgeschlossen und kann eigentlich über allles schreiben, obwohl mir die in der Schreibgruppe entsehenden Texte manchmal etwas zu essayistisch sind.

Also okay und mich, wie ich glaubte, heute Mittag zu einer diesbezüglichen Vorbesprechung mit der Ruth getroffen. Die ist sehr ehrgeizig und will mit mir in den kommenden zwei Woche je zweimal losstarten und heute hat es gleich mit dem Hrdlicka- Mahnmal gegen Krieg und Faschismus am Albertinaplatz angefangen. Das kenne ich sehr gut, trifft sich da ja Jahr für Jahr die KPÖ am ersten Mai, um zum Parlament zu marschieren und heuer habe ich festgestellt, daß es keine Bänke dort gibt.

Es gibt dort unter anderen, den die Straßen waschenden Juden von der Progromnacht 1938, aber weil sich die Touristen ungehemmt immer darauf setzten, ist der inzwischen mit Stacheldraht umhüllt und vis a vis vor derAlbertina gibt es eine Bank, aber da sitzen meistens auchTouristen darauf und fotografieren sich und als wir uns zaghaft hinsetzen wollten, winkten sie ab, weil sie uns nicht au ihren Fotos haben wollten.

Wir haben es dann doch getan und, wie in der Gruppe zwanzig Minuten geschrieben. Abr was oder wie?

Wenn man Kunstgeschichte studiert, muß man das Werk beschreiben, aber das tue und will ich ja nicht und ich hatte irgendwie die Idee vielleicht auch meine Fortsetzungsgeschichten einzubeziehen.

Es könnte sich ja der Moritz mit der Mathilde dort treffen. Aber dann hatte ich keinen Blick auf die Stelen, weil an mir die Hop on -hoff off- Busse vorbeibrausten, die Fiaker ihre Pferde striegelten und ihre Kutschen putzen, wie die Ruth so s1chön geschrieben hat und ein Polizist ein paar Meter neben mir stand und das Ganze scharf beäugte.

Und da hat es vor einigen Jahren einen Protrest gegen das Mahnmahl gegeben. Heute hasten die Touristen vorbei, die in die Oper und in die Albertina wollen und wir wollten ja auch noch wohin, nämlich zum Ballhausplatz, weil es da ja inzwischen ein Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz gibt und zwar ausgerechnet auf dem Platz, wo es Ende der Achtzigerjahre eine „Kosmos-Prostestlesung“ gegeben hat, weil Barbara Klein, die engagierierte Intendtantin ein aufgelassenes Sex-Kino als Spielort haben wollte, aber das wollte auch ein Jazzclub und so habe ich da einmal meine“Verwechslung“ und die ist in der „Volksstimme-Anthologe“ abgedruckt, die auch ein Hrdlicka-Cover hat, gelesen und gehe inzwischen manchmal ins Kosmostheater, das es inzwischen am Siebensternplatz gibt.

Und die modernen Denkmäler haben, denke ich, alle das Problem, das sie sehr abstrakt sind und ohne Anleitung nicht so leicht zu erkennen, was damit gemeint ist.

Also an der Stelle, wo einmal eine improvisierte Bühne aufgebaut war,  große Stufen, die die Touristen wahrscheinlich zum Einladuen und >Niedersetzen auffordern. Die Rutha hat geschreiben „Kinder spielen glücklich herum.“

Und es gibt natürlich eine Tafe auf der man lesen kann, daß die Bundesregierung 2008 beschlossen hat, alle Deserteure im World War II zu rehabiliteren und den Auftrag an den Künstler Olaf Nikolai gab, das in einem Mahnmahl darzustellen.

Das ist jetzt also ein großes X, das man allerdings erst so richtig erkennt, wenn man hinaufklettert. Dann sieht man, daß oben  „all all all all alone all all alll all“ etcetera steht und wir haben uns auf eine der Stufen gesetzt und geschrieben.

Eine Frau ist inzwischen gekommen, die sich, glaube ich, auch für das Denkmal interessierte, ein paar Studenten diskutierten dagegenüber die Hochschulwahl und dann kam noch eine Schulklasse, deren Lehrerin ihnen erklärte, daß es am Heldenplatz inzwischen Container geben würde, weil das Parlament renoviert wird und daher für die nächsten drei Jahre in dieses verlegt wure.

Wor wollten eigentlich noch einen dritten Ort, nämlich die Franz West-Säule in der Raalgasse beschreiben. Aber ich hatte, um fünf eine Stunde und da wäre sich das dann nicht mehr ausgegangen und am Abend gab es eine Veranstaltung behiehungsweise Buchpräsentation in der „Gesellschaft für Literatur“.

„Deutschlernen von unten- Böhmakeln und Kucheldeutsch“ eine Gemeinschaftsarbeitder Universität Olmütz und Bamberg und obwohlich  um halb sechs dort war, war es schon sehr voll, weil offenbar ein Fanclub hingepilert ist und auch die achtzig Euro Bücher  alle aufgekauft hatten,  so daß nurmehr ein Ansichtsexemplar über war.

Das Thema ist aber sehr interessant, obwohl heute, nachdem der Heinz Conrad ja gestorben ist, kaum mehr einer böhmakelt. Ich tue es, obwohl meine Großmutter ja von daher hergekommen ist, auch nicht und lese inzwischen ein entsprechendes Pendant, nämlich „Broken German“ von Tomer Gardi und das ist es ja, was die Kids mit dem Migrationshintergrund und dem Asylantrag heute sprechen, während damals die böhmischen Köchinnnen in der Küche ihr böhnmisches Deutsch radebrechten und das die Schauspieler in den Kabaretts, ebenfalls taten.

Und der Joseph Schwejk wurde vor fünfzig oder so Jahren selbstverständlich böhmakelnd „Bitte gehorsamst, Herr Oberst!“ übersetzt und der Fritz Muliar hat das hervorragend beherrscht, während der echte Joseph in Prag ja wahrscheinlich kein Deutsch, sondern Tschechisch gesprochen hat.

Aber so ist das mit den Klischees und die Leute  haben sich sich auch blendend unterhalten und sehr gelacht.

Miguell Herz-Kestranek hat  Beispiele davon vorgelesen und  sich auch beschwert, daß  man in Prag keinen böhmakelten Schwejk haben wollte.

Der ist inzwischen, glaube ich, auch anders übersetzt und nachher gab es Wein ,tschechisches Bier und Oblatten. Ich habe mich mit Ottlwald John und anderen unterhalten und denke sehr über das Deutschlernen von Unten und die veränderte Sprache nach, werde ich ja auch öfter wegen meiner Unverständlichkeit und meinen Rechtscchreibfehlern kritisiert, obwohl ich ja, glaube ich, ganu gut Deutsch oder besser Österreichisch schreiben kann und mich trotzdem nicht anpassen will.

2017-03-17

Falsch entschieden oder dreimal Schragl?

Diesmal wieder  die Qual der Wahl, denn ein Abend und sechs literarische Veranstaltungen.

Richard Schuberth hat mich zu seinen Essays in „Radiokulturcafe“ eingeladen, in der „Alten Schmiede“ las Bodo Hell, im Literaturhaus Brigitta Falkner, in der Hauptbücherei hätte es gleich zwei Veranstaltungen gegeben, nämlich „Tea for three“, wo Daniela Strigl, Klaus Nüchtern und wie ich jetzt erst sehe, Cornelia Travnicek über die neuen Bücher von Tereza Mora, Eva Menasse und David Garnett diskutieren, was mich schon wegen dem Menasse-Buch, das ich ja sehr kompliziert fand, interessiert hätte.

Dann gabs noch eine Buchpräsentation von Jutta Winckelmann „Mein Leben ohne mich“, wo es wieder um eine Krebserkrankung geht, also auch sehr interessant und Radek Knapp in der „Gesellschaft der Literatur“.

Die Qual der Wahl, wo man vielleicht einen Würfel bräuchte, aber irgendwie habe ich dann meine Entscheidung zwischen der Bücherdiskussion und dem „Mann der zum Frühstück Luft aß“, getroffen, denn das andere vielleicht zu experimentell und bei Richard Schuberth bin ich ja erst gewesen, mich dann für Radek Knapp entschieden, vielleicht weil er auf der „Centrope-Leseliste“ steht, obwohl ich ja erst kürzlich geschrieben habe, daß ich mit dem 1964 in Warschau geborenen Autor, meine Schwierigkeiten habe, weil er mir zu lustig ist.

Man sieht, ich bin nicht sehr konsequent oder ist es das, was ich „Über den Tellerrand schauen“ nenne?

Irgendwie war es ein Bauchgefühl und es war in der „Gesellschat“ auch sehr voll. Ich bin wieder in der zweiten Reihe links, meistens wähle ich ja die rechte Seite, neben Stefan Eibl-Erzberg und seiner Frau gesessen. Lydia Mischkulnig war da und Martina Schmidt, denn Radek Knapp neues Buch „Der Mann der zum Frühstück Luft aß“, ist bei „Deuticke“ erschienen.

„Wieder!“, sagte Manfred Müller in seiner Einleitung, denn das erste  Buch „Franio“ ist 1994 bei „Deuticke“ erschienen, dann ist „Radek Knapp nach München und zu „Piper“ gegangen, dort erschien auch das letzte Buch der „Gipfeldieb“ und wahrscheinlich auch die anderen.

Mit „Herrrn Kukas Empfehlungen“ ist er, wie Manfred Müller erklärte, berühmt geworden. Dann gibts, glaube ich noch die „Gebrauchsanweisungen für Polen“ und den „Papiertiger“ 2003, ein Buch das vom Schreiben und nicht von der Autobiografie eines Polen, der nach Österreich kommt, handelt und das ich mir, glaube ich, von einem der Gutscheine eintauschte, die ich einem der „Luitpold Stern-Preise“ bekommen habe und das mich, wenn ich mich richtig erinnerte,  enttäuschte, weil es mir „zu wenig abgehoben“ erschien.

Aber das Buch hat Manfred Müller, der von der schönen Tradition, daß Radek Knapp jedes seiner Bücher in der „Gesellschaft“ vorstellt, sprach, nicht erwähnt.

Er erwähnte, die, wo sich die Biografie des polnischen Emigranten nahtlos fortsetzt und meinte noch, daß das sehr dünne Buch in knapp zwei Monaten entstanden sei.

Beim „Gipfeldieb“ war ich bei der Präsentation und das neue, für das ürigens sehr viel Werbung gemacht wird und von dem ich schon einiges gehört habe, soll sich daran direkt anschließen.

Aber zuerst gab Radek Knapp in seiner launigen Art, die Antwort auf Manfred Müllers Fragen und erkundigte sich bei ihm, warum er Germanistik studiert hat?

„Damit ich über Bücher wie dieses schreiben kann!“, war seine ebenfalls launige Antwort und dann kam schon der erste Teil der Lesung, wo es um einen Valerian ging, der so heißt, weil das Schlafmittel, das seine Mutter bei seiner Geburt zur Beruhigung genommen hat, so hieß.

Sie gab das Söhnchen, für ein Wochenende bei der Oma ab und kam nach elf Jahren wieder, blieb dann eine Zeit, bis sie ihm zu einem Stadtspaziergang mitnahm, der über die österreichische Grenze führte und das schöne neue Leben begann.

Und als Valerian alt genug geworden war, begann er bei einer Zeitung zu arbeiten, las Radek Knapp.Ich dachte Uje“ und verstand jetzt etwas besser, was Manfred Müller mit dem nahtlos anschließen gemeint hat, denn jetzt hörte ich die Geschichte von dem Schragl, das er in der Halle B holen sollte, wo er nur ein Holztischen bekam und den ganzen Tag hin und hergeschickt wurde zum dritten Mal.

Radek Knapp las wieder dazu, daß er bis heute nicht weiß, was ein Schragl ist, der Otto hat mir beim ersten Mal kommentiert, aber da habe ich Schragerl geschrieben und eigentlich kenne ich, die echte Wienerin, mit der behmischen Omama, diesen Ausdruck auch nicht.

Nun ja, nun ja, das Leben in der Emigration geht weiter, die deutsche Sprache wird gelernt und die Mutter will für den Sohn die beste Ausbildung in der Handelsakademie am Karlsplatz. Dort will er aber nicht hin, so beginnt er die Schule zu schwänzen, setzt sich ins kunsthistorische Museum und später vor die Stufen des Musikvereins, wo er angeblich oder auch tatsächlich Leonhard Bernstein trifft, so daß er beschließt, statt Rechnungsweisen, Blockflöte zu erlernen.

In Wirklichkeit hat Radek Knapp wohl zu schreiben begonnen und ich stieß, das erste Mal auf seinen Namen, als ich in der Jury für das Nachwuchsstipendium war.

In der Diskussion hat er noch beklagt, daß es ihm nicht gelingt, aus der Migrantenschublade herauszukommen, daß er den nächsten Roman aber nicht über einen Polen in Wien schreiben wird. Mal sehen, obs gelingt oder ob ich im nächsten Jahr die Geschichte mit dem Schragl zum vierten Mal höre?

Man könnte denken, Radek Knapp macht es sich sehr leicht, den Leuten hat es aber gefallen, nur eine Frau fragte, wie es seiner Mutter mit seinen Büchern geht und Manfred Müller ergänzte noch, daß es im „Gipfeldieb“ sehr viel um die Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft geht.

An diese Stellen kann ich mich auch erinnern und Radek Knapp erwähnte, die zwei Briefe die er bekommen hat, Karten für „Cats“ und die Einberufung zum Bundesheer, worauf er Zivildienst machte und, um meine Radek Knapp Biografie zu wiederholen oder zu ergänzen.

Er war auch eine Zeitlang in der Jury für den „Siemens-Preis“, als ich dort noch meine Texte einreichte. Da habe ich ihm, glaube ich, auch einmal einen Brief geschrieben und mit Günter Kaindlsdorfer moderierte er bei der letzten „Buch-Wien“ den Bücherquiz, wo ich zwar antreten durfte, aber nicht sehr erfolgreich war.

Radek Knapp ist das sicher viel mehr als ich und einer der wenigen humoristischen Autoren, wie Manfred Müller noch erklärte, die wir in Österreich haben. Das liegt mir nicht so sehr, aber trotzdem habe ich mich für die Lesung entschieden.

Das dünne Büchlein nicht gekauft, „Franio“ und „Herrn Kukas Empfehlungen“ habe ich aber in meinen Regalen, ob ich sie gelesen habe, weiß ich gar nicht und was ein Schragl ist weiß ich auch noch immer nicht oder doch natürlich, eine „Art Regal auf Rädern“, wie Radek Knapp las und ich bin jetzt gespannt, wie ich mich bei den nächsten Terminkollusionen entscheiden werde, ob da dann die Experimentellen über die Lustigen siegen werden oder wieder nicht?

2017-03-15

Zweimal Lyrik

Die „Lyrik im März“ wäre heuer fast an mir vorbei gegangen, war ja vorige Woche, als es die traditionelle GAV-Veranstaltung gab, Schreibgruppe und die Lyrikabende in der „Gesellschaft“ am siebenten und am achten März habe ich auch versäumt, wenn  nicht am Dienstag noch einmal zwei Lyrik-Bände dort vorgestellt worden wären und bezüglich Lyrik habe ich am Vormittag auch eine Überraschung erlebt, denn als ich da in die Vinothek in die Ziegelofengasse gegangen bin, um meine Büchersendung abzuholen, hatte mir Anita Keiper ganz unerwartet wieder ein Lyrikbändchen aus ihrer Reihe, nämlich Gedichte des 1984 geborenen Grazers Mario Hladicz geschickt, dessen Band „Gedichte zwischen Uhr und Bett“ wohl an welchen Monsterroman erinnert, den auch ein junger Grazer geschrieben hat, wenn ich mit einer Räselfrage zu der Lyrik in der „Gesellschaft für Literatur“ überleiten darf.

Zu gewinnen gäbe es dann keinen Gedichtband, denn solche schreibe ich ja nicht, aber da sich auf meine Gewinnspiele ohnehin keine Leute melden, gerate ich diesbezüglich wahrscheinlich in keinen Zugzwang und in der „Gesellschaft“ sind wieder zwei gute alte Bekannte aufgetreten, nämlich Manfred Chobot und Christl Greller und die 1940 geborene Christl Greller hat mich, 2002 muß das gewesen sein, als ich mit Uwe Bolius meine „Halbpreislesung“ in der „Alten Schmiede“ hatte, angesprochen, so habe ich sie vermutlich kennengelernt oder kannte ich sie schon von diversen GAV-Veranstaltungen?

Sie sie jedenfalls auch eine eifrige Veranstaltungsbesucherin, ist sehr bemüht und ehrgezig, hat früher in der Werbung gearbeitet und, wie Manfred Müller einleitete in den Neunzigerjahren zu schreiben und zu publizieren begonnen.

Ich habe ihren Namen  auch einmal in der Gewerkschaft gehört, wo ich ja 2000 bei der Schreibwerkstatt der Evelyne Haas mitmachte. Da gab sie eine Lesung und zehn Bücher hat sie, wie Manfred Müller betonte, auch schon geschrieben.

Ein Roman, drei Erzähl-, sechs Gedichtbände. Einige davon habe ich zu Haus und bei Christl Greller Lesungen bin ich auch schon gewesen und eine Spezialität derselben ist wohl, daß sie ihre Arbeiten öfter mit den Werken anderer Künstler verquickt.

So gab es zu einigen Gedichten aus dem „Residenz-Bändchen“ „stadtselenland“, das sie vorstellte, einen Leporello der Künstlerin Yoly Maurer, den man sich im Foyer anschauen konnte und Manfred Müller rühmte auch  die Alltagsthemen, die Christl Greller in ihren Gedichten berührt.

Sie führte dann durch ihren Gedichtband, sagte immer etwas dazu, was ich sehr interessant fand.

Die Jahreszeiten wurden dabei auch berührt, so gab es Frühlingsgedichte, welche über Amseln, Grillen, bis es dann zu Weihnachten ging.

Das Schreiben wurde, glaube ich, auch erwähnt und der Kontrast zu Christl Grellers feiner Lyrik und ihren kleinen feinen Sprachspielerein, war dann der 1947 geborene Manfred Chobot, den ich auch schon über in der „Gesellschaft“ hörte und mit dem ich auch kürzlich in Salzburg gelesen habe.

Einen größeren Kontrast kann es, glaube ich, nicht geben, aber Manfred Chobot, der inzwischen aus Bangladesh zurück ist, wohin er kurz nach unserer Lesung flog, feierte in Mai seinen siebzigsten Geburtstag.

Zu seinem sechzigsten feierte er, glaube ich an dem Tag im Literaturhaus, wo ich den „Tag der Freiheit des Wortes“ veranstalten wollte.

Jetzt gibt es einen von Beppo Beyerl herausgegeben Gedichtband, der eine Sammlung aus den fünfzehn schon erschienenen Bänden ist und durch diesen hat sich Manfred Chobot durchgtelesen. Bekannt für ihn gab es sehr viel Erotisches, das mir manchmal zu stark und zu derb war. Die politischen Gedichte haben mir aber schon in Salzburg sehr gefallen und am Schluß gab es noch eine Diskussion über die Art des Schreibens und, wie die beiden ihre Themen finden?

Auch da gibt es Unterschiede, Manfred Chobot schreibt sehr viel im Dialekt, Christl Greller bleibt bei der Hochsprache und sie hat im ORF auch eines der sogeannten“Schirmgesichte“, das sie auch noch vorlas und dafür um Stimmen für die diesbezügliche Abstimmung bat.

Da weiß ich nicht so genau, ob ich das mache, denn da müßte ich auch die anderen Gedichte kennen, bevor ich mich für mein Lieblingsgedicht entscheiden kann und so genau höre ich nicht Radio oder lese ich den „Standard“, um das entscheiden zu können.

Manfred Chobot, den ich, glaube ich in den frühen Siebzigerjahren durch eine Arbeiterzeitung-Beilage  meines Vaters kennenlernte und später immer wieder bei Veranstaltungen und auch in GAV wiederbegegnet bin, wünsche ich aber zum Geburtstag alles Gute und fein auch heuer etwas von der „Lyrik im März“ mitbekommen zu haen, denn es wird  noch etwas dauern, bevor ich Band fünfzehn der „Editon Keiper“ lesen werde können.

2017-02-22

Zum fünfundsiebzigsten Todestag von Stefan Zweig

Am dreiundzwanzigsten Februar 1942 hat sich Stefan Zweig mit seiner zweiten Frau Charlotte in Brasilien das Leben genommen, aus diesem Anlaß gab und gab es zwei Veranstaltungen in der „Gesellschaft für Literatur“, nämlich am Dienstag die Präsentation des Stefan Zweig-Thomas Mann Briefwechsels, einem sehr umfangreichen und sehr teuren Buch, das von Katrin Bedenig und Franz Zeder herausgegeben wurde.

Der 1948 geborene Gymnasiallehrer Franz Zeder war in der „Gesellschaft“ und diskutierte mit dem 1954 in Wien geborenen Ulrich Weinzierl, den Band, während Manfred Müller ausgewählte Briefstellen vorlas und von Ulrich Weinzierl ist ja auch das Buch „Stefan Zweigs brennendes Geheimnis“, in dem er ihm, glaube ich, homoseuxuelle oder exhibitionistische Neigungen nachweisen will.

Ich habe dieses Buch nicht gelesen, wohl aber zweimal die „Welt von gestern“ was ich als ein sehr offenes und ehrliches Buch empfunden habe, diesbezügliche Neigungen sind mir darin nicht aufgefallen und Tagebucheintragungen diesbezüglich zu deuten und zu interpretieren, würde ich, auch wenn der Autor, diese natürlich verbrennen oder aufpassen hätte können, was er hineinschreibt, eigentlich nicht als ein legitimes  Mittel halten, einen Autor zu beurteilen, ganz abgesehen davon, daß mir das eigentlich egal ist, ob er jetzt homosexuell war oder nicht.

Vielleicht finde ich das Buch einmal im Schrank, da würde ich ja vorher auch ganz gerne, das von Volker Weidermann noch lieber finden, dann werde ich es lesen und mich diesbezüglich informieren und weil ich in den „Berührungen“ Stefan Zweig ja in den Himmel schickte und ihn dort mit dem Heimito und dem Fräulein Anne immer frühstücken lassen, habe ich mich ja im vorigen Jahr sehr intensivi in sein Werk eingelesen, den Film „Vor der Morgenröte“, die das brasilianische Exil bis zum Selbstmord schildert, habe ich auch gesehen und würde mich, obwohl ich natürlich keine solche Expertin, wie die beiden schon erwähnten Herren bin, schon als ein bißchen kompetent betrachten.

Die „Gesellschaft“ war auch erstaunlich voll, sehr viel Publkum, das sich über Thomas Mann und Stefan Zweig informieren wollten und bezüglich Thomas Mann müßte ich das wahrscheinlich viel mehr tun, denn da habe ich zwar schon in der Straßergasse, die „Buddenbrocks“ gelesen, das heißt, ich habe es zu Hause getan, während ich dort noch in die Schule gegangen bin. Bei der Frau Professor Friedl haben wir, glaube ich den „Tonio Krüger“ gelesen und meine Schwester hatte die „Buddenbrocks“ zu Haus.

Ich wollte es lesen, sie hat es mir nicht gegeben, so bin ich in die Buchhandlung in die Kalvarienberggasse gefahren und habe mir das Buch gekauft.

Ob es diesbezüglich Streit mit meiner Mutter und Ohrfeigen gegeben hat, weiß ich nicht mehr. Verstanden habe ich es sicher nicht. Meine Schwester hatte auch die „Bekenntnisse des Hochstabplers Felix Krull“, wo ich mir vom Namen her, wahrscheinlich etwas anderes vorstellte und nach meiner Matura, schon als Studentin, habe ich den „Zauberberg“, „Lotte in Weimar“ und auch noch einiges mehr gelesen.

Verstanden nicht sehr viel und später habe ich mich mit dem großen Meister nicht mehr beschäftigt, den sollte ich also auch wiederlesen und ezüglich Stefan Zweig habe ich im letzten Jahr die Frage geklärt, ob der jetzt ein großer Schriftsteller ist.

Für mich ist er es was „Die Welt von Gestern“ und die Novellen, da zum Beispiel auch das „Brennende Geheimnis“ oder „Die Gouvernante“ betrifft und für das Publkum wahrscheinlich auch, sonst wäre es nicht in Scharen gekommen, aber vielleicht waren es auch die drei Herren am Podium, die es anlockte, Franz Zeder sagte ja in seiner Eileitung launig, das die Herrengasse ein geeeingeterer Ort, als beispielsweise das Literaturhaus wäre, denn drei Herren am Podium, zwei Herren im Briefwechsel, die Frauen waren dann eher im Publikum und Ulrich Weinzierl dokumentierte genauso launig, die von Manfred Müller vorgelesenen Stellen.

Da begann es gleich mit dem Jahr 1917, da war der Krieg und da hat Stefan Zweig ja ein Stück geschrieben, das in Zürich, glaube ich, aufgeführt wurde und Stefan Zweig verehrte den großen Meister Mann sehr, während der laut Ulrich Weinzierl in seinen Tagebüchern etwas anderes, als in den Briefen geschrieben hat.

Es gab dann auch eine Differenz, weil sich Thomas Mann sehr klar von den Nazis distanzierte, die ja in Deutschland schon ab 1933 herrschten, da hat Stefan Zweig noch das Libretto für die „Schweigsame Frau“ geschrieben und sich vom Reichs- oder Generaalmuskdirektor Richard Strauss noch nicht so distanziert, wie er das später tat.

Thomas Mann emigrierte dann in die Schweiz, verlor die deutsche Staatsbürgetrschaft und Stefan Zweig verließ Salzburg, glaube ich, im Februar 1934, weil es da bei ihm  eine Hausdurchsuchung gegeben hat.

Thomas Mann nahm deutlich gegen die Nazis Stellung, Stefan Zweig war da viel konfliktscheuer, wie das ja auch in der „Ungeduld des Herzens“ schön beschrieben wird.

Zum sechzigsten Geburtstag schenkte Zweig Thomas Mann eine Goethe Handschrift und, als es dann zum Selbstmord kam, hat sich Thomas Mann sehr distanziert und dazu keine eindeutige Stellung bezogen, das vielleicht sogar als Flucht oder Feigheit ausgelegt, aber sein Sohn Klaus hat sich auch umgebracht.

„Thomas Mann war der bessere Schriftsteller, Stefan Zweig der bessere Mensch!“, schloß Ulrich Weinzierl launig die Präsentation und forderte dann zum Kauf oder besser Nichtkauf des hundert Euro Werkes auf und ich kann mich was das betrifft nicht so festlegen, ist es ja schon vierzig Jahre her, daß ich Thomas Mann gelesen habe, Stefan Zweig aber erst im letzten Jahr und am Mittwoch ging gleich weiter in der „Gesellschaft“ mit viel Publikum und mit einem Vortrag des Leiters des Salzburger Stefan Zweig Centers Klemens Renoldners, der über das Österreich Bild Zweigs  „Zuletzt noch einmal Österreich“, gesprochen  hat, der im Programm mit den Namen Hoffmannsthal, Kraus, Freud, etcetera angekündigt war, auf die offenbar verwiesen werden sollten

Marianne Gruber hat mit sehr berührenden Worten eingeleitet und der  1953 in Schärding Geborene, der glaube ich, ein Cousin des Andreas Renoldners ist, den ich immer bei den IG Autoren sehe, hat im Wesentlichen den Lebenslauf erzählt, wozu der Schauspieler  Peter Vilnay entsprechenden Textstellen gelesen hat.

Die ersten zwei stammten aus der „Welt von Gestern“, ein Erinnerungsbuch, keine Biografie, wie Klemens Renoldner betonte, was für mich sehr berührend war, zu sehen, daß man sich mit dem Buch den Vortrag ersparen hätte können, denn Stefan Zweig hat schon für sich selbst gesprochen und geschrieben und braucht eigentlich die ganzen Theorien, ob jetzt wahr oder falsch, die sich um sein Leben ranken, nicht.

Sehr beeindruckend, die Einleitung und der Schluß und natürlich interessant von Klemens Renoldner zu hören, daß er das Buch zum größten Teil im Londoner Exil von 1938 bis 1940 geschrieben hat und dazu, als Kontrast kam eine Stelle aus „Brasilien, dem Land der Zukunft“, die meisten werden es nicht kennen, vermutete Klemens Renoldner und sagte noch dazu, daß das Buch nach seinem Erscheinen nicht sehr freundlich aufgenommen wurde, daß es aber auch, als eine Liebeserklärung an die verlorene Heimat Wiens zu verstehen ist.

Dann folgten noch zwei Briefe, einer an Franz Werfel, der da mit seiner Frau Alma nach Kalifornien ins Exil gegangen ist und dort als Dank für seine Rettung „Das Lied von Bernadette“ geschrieben hat und dann den Abschiedbrief, den Zweig, bevor er das Veronal genommen hat auf seinen Schreibtisch liegte:

„Ich grüsse alle meine Freunde, mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger gehe ihnen voraus!“

Peter Vilnay hat das sehr beeidruckend gelesen und den Schlußapplaus auf diese Art und Weise erstickt.

Morgen hält, wie ich in den letzten Tagen in Ö1 ständighören konnte, Klemens Renoldner diesen oder einen anderen Vortrag noch in Salzburg. Er wies auch auf einige neue Tonaufnahmen hin und ich kann allen an meinen Zweig Bild interessierten, meine „Berührungen“ empfehlen.

Ich schicke das Buch gerne zu, vergebe auch Rezensionsexemplare und die Stelle im Himmel, die ich auch beim letzten Volksstimmefest gelesen habe, kann man auch in der Leseprobe lesen und ich lese sie bei der „Amerlinghaus-Benefizveranstaltung“ am 3. März um ungefähr 23 Uhr auch nochmals vor, wo das Buch auch aufliegen wird und man es kaufen kann.

2017-02-14

Natalka Sniadanko vor dem gläsernen Vorhang

„Der gläserne Vorhang“ ist eine Reihe in der „Gesellschaft für Literatur“, wo CorneliusHell vorwiegend osteuropäische Literatur präsentiert. Denn der Eiserne ist ja gefallen, aber was bitte, weiß man schon von der ukrainischen Literatur, der litauischen, tschechischen, ungarischen etcetera?

Ich schon ein bißchen, denn ich habe Andre Kurkow gelsesen und Tanja Maljartschuk und in der Donaulounge der „Buch-Wien“ wird sie ja auch sehr prominent von Cornelius Hell und anderen vorgestellt. In Litauen habe ich schon einmal einen Literaturstreifzug gemacht oder den eigentlich eher am Campingplatz von Wigry mit Leseproben von der Frankfurter Buchmesse 2002 und heuer wird auch Litauen Gastland in Leipzig sein und in der „Gesellschaft“ habe ich heute auch eine mir bisher unbekannte Autorin kennengelernt, die bei „Haymon“ verlegt und deren Buch. „Sammlung der Leidenschaften“ mich zuerst einmal auch nicht so besonders angesprochen hat.

Ich gebe es zu, ich bin hingegangen, weil es kein Konkurrenzprogramm gab und ich verbringe den Abend ja gern bei einer literarischen Veranstaltung und hätte, ich schreibe es gleich, sehr viel versäumt, wenn ich nicht hingegangen wäre.

Die „Gesellschaft“ war auch gut gefüllt, aber außer Christl Greller und dem Herrn von den logischen Denkern, alles Leute die ich eher nicht kannte.

Stimmt nicht, Wladimir Fried war da, fotografierte, saß in der ersten Reihe und stellte seine Fragen sogar auf Russisch oder Ukrainisch, dabei ist die 1973 in Lwiw geborene Autorin schon weit vor dem Vorhang, hat sie doch in Freiburg studiert und sprach ein akzentfreies Deutsch. Sie trug ein elegantes Kleid, hatte eine schicke Frisur und auf der einen Hand rote auf der anderen grüne Fingernägel.

Und ihr Buch, das jetzt schon zum zweiten Mal auf Deutsch übersetzt wurde, erschien vor zwanzig Jahre in der Ukraine und wurde da gleich ein Kultbuch, denn es erzählt die Geschichte eines noch in der SU geborenen Mädchens, das eigentlich Programmerin werden soll, dann das Philologie Studium durchsetzt und später mit einem Baron zurück nach Lemberg kommt, wo die Großmutter gleich begeistert ist, weil er sie „Dobre Dan!“ begrüßt und ihm ständig Grieß0koch vorsetzt und, als er sich eine Hose kauft, weil seine schmutzig geworden ist, erwischt er ausgerechnet die Jeans, die er einmal zur Altkleidung gegeben hat.

Man sieht die junge Frau ist sehr witzig und ich war in den Neunzigerjahren, wo das Buch spielt, ja auch einen Tag in Lemberg, beziehungsweise bin ich mit dem akademischen Reisebüro vier Tage dort und in Krakau gewesen, die Hin- und Rückfahrt eingerechnet und kann mich an das, was in dem Buch bespöttelt wird, eigentlich sehr gut erinnern.

Es gibt kein Warmwasser, man muß mit einem Kübel durschen. Nun ich war in einem Luxushotel, da gab es rote Rüben zum Frühstück und die akademischen Damen stöhnten  und auch darüber, daß es auf der Fahrt dorthin keine Gastronomie gegeben hat und man auf einer Wiese austreten mußte.

Das hat mich sehr beeindruckt, von der Geschichte, habe ich damals noch nicht sehr gewußt und auch in meiner „Reise nach Odessa“ verarbeitet, die Schulkinder auf dem Cover sahen damals genauso aus und Nadelka Sniadanko hat einen frischen frechen Ton, der mich sehr beeindruckt hat.

Ein zweites Buch „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“, 2016 bei „Haymon“ erschienen, gibt es auch, was mich vom Titel noch mehr ansprechen würde.

Mal sehen, ob ich es mal finde, vielleicht beim Literaturhausflohmarkt zur nächsten Weihnachtszeit, wenn ich da früher hingehe und jetzt lese ich mich mich sowieso schon durch die Neuerscheinungen und habe da auch schon sehr viel Interessantes entdeckt.

Aber ein Blick hinter den gläsernen Vorhang lohnt sich allemal und jetzt bin ich nur noch auf den Litauschwerpunkt in Leipzig gespannt, was ich da Neues kennenlernen werde.

2017-02-01

Biografien

In der „Gesellschaft für Literatur“ gibt es eine neue Gesprächsreihe in der man sich den literarischen Biografien annähern will und die ersten zwei Gäste, zwei bekannte Persönlichkeiten des Wiener Literaturbetriebs, Daniela Strigl und Klaus Nüchtern, beide Staatspreisträger für Literaturkritik und ehemaligen „Bachmann-Juroren“ haben im letzten Jahr eine solche geschrieben.

Das heißt Daniela Strigl hat sich mit „Berühmt sein ist nichts“ Marie von Ebner-Eschenbach angenähert, deren vierteilige Werkreihe sie ja beim „Residenz-Verlag“ auch mitherausgegeben hat.

Beim „Falter-Redaktuer“ Klaus Nüchtern ist das anders, der hat zum sechzigsten Todestg von Heimito von Doderer keine Biografie, sondern Essays geschrieben mit denen er sich dem „Kontinent-Doderer“ angenähert hat.

Sagte er zumindestens und beide Autoren erwähnten im Gespräch mit Manfred Müller, was mich ein wenig erstaunte, daß sie die Daistanz zu ihren Autoren gebraucht hätten und Daniela Strigl meinte noch, daß es in der Germanistenwelt, als unwürdig gilt sich mit der Biografie zu befassen, während die Leser vielleicht nach ihr greifen, um sich das Werk zu ersparen, wie das Publikum kritisch unkte, was von Manfred Müller widersprochen wurde.

Nun für die Psychologin ist die Biografie und das Leben wichtig und ich lese bei Büchern, als erstens den Lebenslauf und fluche, wenn ich, wie bei älteren Büchern üblich, den nicht finde und da habe ich, weil ich kein Literaturlexikon besitze, zu Zeiten wo es noch kein „Wikipedia“ gab, schon manche Verrenkungen gemacht, nämlich mir von Konstanze Fliedl etwas über Vicki Baum und von Eleonore Zuzak über Adrienne Thomas schicken lassen und habe den „Nachtigallenzyklus“ des Ulrich Becher auch lang liegen lassen, weil ich noch nichts von der Biografie des Autors wußte und, um vielleicht wieder einmal ganz eitel bei mir zu beginnen, richtige Biografien lese ich eher weniger, habe aber kürzlich, die von Hans Fallada gelesen, aber da hatte ich mich mich schon vorher durch das Werk gewühlt, dann aber sofort nach der Neuerscheinung gegriffen beziehungsweise die mir schicken lassen und von der Ebner Eschenbach habe ich, glaube ich, außer Band II der Werkausgabe, noch nicht sehr viel gelesen, höchstens den „Muff“ in der Schule.

„Das Gemeindekind“ habe ich in meinen Regalen, inzwischen, wie ich fürchte von meiner Leseliste aber wieder hinuntergenommen und „Kontinent Doderer“  mir zum letzten Geburtstag schenken lassen, nach dem ich im Vorjahr, da ich da ja meine Protagnostien sowohl ein Stück über ihn schreiben ließt, als ihn auch mit Stefan Zweig in den Himmel schickte, sowohl das „Doderer Buch“ als auch die „Wasserfälle „ und die „Merowinger“ wieder gelesen habe und da habe ich mich natürlich auch mit Zweig beschäftigt, den Film über seine letzten Jahre gesehen, die „Welt von gestern“ seine wenn man so will, Autobiografie wieder gelesen und mir auch die „Arte Dokumentation“ mehrfach angewchaut. Biografie habe ich  keine gelesen, würde aber Volker Weidermanns Buch „Ostende“ gerne finden.

Nun gut, zwei Biografien und zwei Biografen am Tisch der „Gesellschaft für Literatur“ und Manfred Müller stellte viele Fragen, von denen ich einige Antworten  schon wußte, war ich im letzten Jahr bei mehreren Ebner Eschenbach Veranstaltungen mit Daniela Strigl aber auch bei der Vorlesung von Ruth Klüger und beim Doderer Symposium im Herbst in der „Gesellschaft“ bin ich auch gewesen, sowie im Literaturmuseum.

Beide Autoren wurden, glaube ich, von den Verlagen zu den runden Sterbetagen zum Schreiben aufgefordert und beiden meinten sie hätten eigentlich nur wenig Zeit dazu gehabt.

Daniela Strigl meinte noch sie hätte sich eher klassisch an das Biografieschreiben gemacht und würde das wegen der oben erwähnten Distanz eigentlich nicht so wollen, hat sich aber in ihrer Dissertation oder Habilitation mit Theodor Kramer beschäftigt und zum achtzigsten Geburtstag, die Haushofer Biografie geschrieben, ein Buch,d as ich im „Radio Kultur Cafe“ einmal gewonnen habe, obwohl ich bei demQ iiz den es damals gab, gar nicht soviel wußte, beziehungsweise mir von einem Herrn helfen ließ, der mir das Buch dann auch überließ.

Die Ebner Eschenbach Biografie ist  nicht mehr zu mir gekommen und in der Diskussion ging es wieder, um das Entstauben, beziehungsweise um das Frauenbild und zu der Frage, ob die Ebner Eschenbach wirklich das gütige liebe Muttchen gewesen ist oder nicht doch eine scharfsinnige, sozialkritische, feministische Frau, die einmal der weibliche Shakespeare werden wollte, von ihrer adeligen Familie aber sehr behindert wurde?

Und Doderer war zumindest Klaus Nüchtern nicht sehr sympathisch, weil sehr widersprüchig und sperrig und in dem Stück, das er aus dem Buch las, merkte man auch seine Ironie beziehungsweise Zynismus, das wurde auch  von Manfred Müller so angesprochen.

Daniela Strigl merkte noch an, daß das Biografienschreiben ihr Wissen über die Autorin erweitert hätte, so hat sie sich durch Novellen gelesen von denen sie keine Ahnung hatte und da kann ich gleich anmerken, daß das bei mir bezüglich Stefan Zweig, den ich ja in den „Berührungen“ verarbeitet habe, auch so gewesen ist.

Jetzt weiß ich er war ein guter Schriftsteller, zumindest, was die „Welt von Gestern“ und seine Novellen betrifft. Bei der „Ungeduld des Herzens“ trifft das auch so zu, bei seinen Biografien und beim Brasilien Buch bin ich mir nicht so sicher, das waren vielleicht auch Auftragsarbeiten.

Aer durch meine Romanarbeit bin ich ihm nähergekommen, bei Doderer war das nicht ganz so, aber da hatte ich die Bücher ja schon gelesen und mein „liebstes Buch“ ist immer noch die „Dämonen“, das ich aus Zeitgründen nicht nochmals gelesen habe, das tue ich ja nur sehr selten und obwohl es von Klaus Nüchtern, glaube ich, eher an letzter Stelle gereiht wurde.

Er meinte, man sollte mit den „Mord den jeder begeht“ beginnen, sein liebstes Buch sind glaube ich „Die Wasserfälle von Slunj“.

Das Bild davon hängt in der Gesellschaft und stammt aus Doderers Besitz und Doderer hat zur Eröffnung der „Gesellschaft für Literatur“ aus den damals noch unveröffentlichten „Merowingern“ gelesen, während Erika Pluhar etwas von der Ebner-Eschenbach las.

Klaus Nüchtern empfahl bezüglich Ebner Eschenbach das „Gemeindekind“, sollte ich vielleicht lesen und „Bozena“ und ich bin jetzt gespannt, welche Biografien, als nächstes in der „Gesellschaft“ besprochen werden und würde da die von Peter Walter über Rudolf Dietzen sehr empfehlen.

2016-12-07

Fest für Barbara Frischmuth und Literaturpreise der Stadt Wien

Heute war wieder „MUSA“ mit Helmuth Butterweck und Renate Welsch und das sind die diesjährigen Preisträger der Stadt Wien.

Vor drei Jahren haben die Gustav Ernst Erwin Klein bekommen, 2014 Wilhelm Pevny und da war ich am Vormittag bei der Preisverleihung im Rathaus und am Abend im „MUSA“.

Voriges Jahr waren wir mit der Oma in Ungarn, da fielen die Veranstaltungen aus und ich mußte mich auch nicht heimlich ins Rathaus schleichen, weil es mir bisher ja nicht gelungen ist, eine Einladung zu den Preisverleihungen zu bekommen.

Heuer wollte ich wieder einfach so hingehen, habe aber vorige Woche in der „Alten Schmiede“ von Julia Danielczyk erfahren, die Preisverleihung war schon am neunten November und es war eher ein Zufall, daß 2013 und 2014, die beiden Veranstaltungen zeitgleich waren und dann bin ich noch darauf gekommen, daß in der „Gesellschaft für Literatur“ ein Fest zum fünfundsiebzigsten Geburtstag für Barbara Frischmuth gefeiert wurde.

Also bin ich dort hin und weil am Nachmittag einige meiner Stunden ausgefallen sind, bin ich auch ziemlich konzentriert über „Klara-Claire-Klarisse“ gesessen und habe das ganze laut lesend korrigiert, wo ich dann ja immer einen Haufen Fehler finde, obwohl ich ja schon fast dachte, ich wäre eigentlich fertig.

Und weil wir  morgen nach Harland fahren werden, hätte ich das Ganze, das inzwischen wieder seitenverschoben ist, gerne fertigkorrigiert, weil ich ja in Harland keinen funktionierenden Drucker habe, aber dann wäre ich in die „Gesellschaft“ warhscheinlich zu spät gekommen, was ja an sich nichts macht, weil die ja eher gegen viertel anfangen, aber vielleicht sind viele Leute habe ich vorsorglich gedacht und nach fünf abgebrochen, so daß ich gegen dreiviertel sechs im Palais Wilczek eintraf, da hinter Barabara Frischmuth und ihrer Beleitung die Stiegen hoch gestiegen bin und dann beim Eingang vor lauter Prominente fast nicht durchkonnte und alle Pätze schon besetzt oder für die Prominentz reserviertwar, so daß ich nur auf einen der aufgestellten Sessel im zweiten Raum Platz fand.

Da habe ich geschimpft und geschimpft und bin auch den Herrn Müller angegangen, der hat mir aber auch nicht einen der reservierten Plätze gegeben. Es sind zwar andere Leute einfach rücksichtslos nach vor gegangen und eigentlich habe ich gar nicht so schlecht gesehen und Peter Rosei und Julian Schutting sind auch hinter mir gesessen.

Zu Barbara Frischmuth habe ich ja, das habe ich wahrscheinlich schon geschrieben, eine besondere Beziehung, denn ich habe sie durch meine Studententage begleitet oder sie mich, ich habe mir damals sehr viele ihrer beim alten „Residenz“ erschienenen Bücher gekauft.

In den siebziger Jahren, als ich studierte, waren gerade die „Mystifikationen der Sophie Silber“ oder diese Trologie an der Reihe und zu meiner Promotion im Jäner 1980, wo ich ja trotzig alleine hinging, nachher alleine im „Hausboot“ das es längst schon nicht mehr gibt, essen war, habe ich mir Band zwei oder drei gekauft und bin am Abend mit meiner roten Rolle alleine ins Burgtheater gegangen, was nicht nötig gewesen wäre, weil meine Eltern wären schon gekommen und hätten mich sicher auch zum Essen eingeladen, aber damals war ich noch sehr widerständig, zu meiner Hochzeit 1987 habe ich das nicht mehr geschafft.

Aber ich wollte ja über meiner Beziehung zu Barbara Frischmuth schreiben, die damals mein großens Vorbild war, so, wie sie wollte ich wahrscheinlich schreiben und natürlich auch bei „Residenz“ verlegen.

Die „Klosterschule“ habe ich mir auch zu einem meiner Geburtstage gekauft und die „Ferienfamilie“ steht auf meiner 2017 Leseliste, weil im Bücherschrank gefanden und in meinen Studententagen war ich mal in Linz und dort in einer Buchhandlung und habe ein paar Seiten daraus gelesen.

Die 1941 in Altaussee geborene Autorin ist sicher in einige Phasen einzuteilen, die „Klosterschule“ ist, glaube, ich ihr erstes Werk.

Die sogenannte Sternwieser-Trilogie spielt in Wien und im Stadtpark, wo Barbara Frischmuth ja einige Zeit im dritten Bezirk lebte.

Sie hat in der Türkei studiert, davon handelt, glaube ich, „Das Verschwinden des Schattens in der Sonne“, das ich während unserers Amerikas Aufenthalts 1989 las.

„Hexenherz“, „Die Frau im Mond“,“Bindungen“, Rückkehr zum vorläufigen Ausgangspunkt“,“Einander Kind“, „Über die Verhältnise“ habe ich gelesen.

Später, als ich mir die Bücher nicht mehr kaufte, kam dann die „Agypten-Phase“, da war ich bei einigen Lesungen in der „Alten Schmiede“ und in der letzten Zeit, einige bei „Aufbau“ erschienen Gartenbücher.

Denn Barbara Frischmuth ist wieder nach Alt Aussee zurückgegangen, hat sich dort einen Garten gekauft und den jetzt besiedelt und als wir 1984 warhscheinlich einmal mit der sehr kleinen Anna ein Wochenende in Altaussee verbrachten. habe wir am Abend in dem Hotel wo wir übernachteten Barbara Frischmuth gesehen.

Wegen dieser „Rushdie“ Geschichte ist sie aus der GAV ausgetreten, da habe ich ihr einen Brief geschrieben, sie hat mir auch geantwortet und jetzt ist sie fünfundsiebzug geworden und Peter Klar, den ich vom Volksstimmefest her kenne hat mit Anna Babka ein Symposium und jetzt das Fest für sie verranstaltet, daz eine Reihe von Autoren für Statesmenst eingeladen, mich natürlich nicht, so daß ich mir nur hier meinen eigenen Frischmuth Text und meine eigene Frischmuth Laudatio halten kann, denn die offizielle hat Bodo Hell gehalten und es war auch gut, daß ich mein Korrigieren vorzeitig abgebrochen habe, denn die „Gesellschaft für Literatur“ war, wie schon beschrieben sehr voll.

Friederike Mayröcker hätte die erste sein sollen, die einen Text für die Jubilarin lesen sollte, sie hat aber krankheits bedingt wahrscheinlich abgesagt, so hat Elisabeth Klar ihren Text gelesen, dann kam Jochen Jung ihr Verleger vom „Residenz-Verlag“ und der hat, was sich später auch noch wiederholen sollte, eine Collage aus ihren Titel, sie hat ja eine ganze Anzal von Büchern. zusammengestellt.

Olga Flor die erste „Veza Canetti Preisträgerin“ hatte einen ähnlichen Einfall und erzählte, daß sie eine sehr frühe Frischmut Leserin war und Barbara Frischmuth ihrem Kind auch eines ihrer Kinderbǘcher überreichte oder widmete.

Dann kam Thomas Stangl, man sieht die Creme der Creme des Literaturbetriebes mit seinem „Otter-Textr“.

Andrea Grill gratulierte zum Geburtstag, Mieze Medusa hat das Buch „Über die Verhältnisse“ wieder mal aus ihren Regalen genommen und forderte zum Wiederlesen auf.

Elisabeth Reichert, die ich erst vorige Woche in der „Alten Schmiede“ hörte, hatte einen Text, dann kam der mir unbekannte  Gerhard Fuchs, vom „Franz Nabel Instiut“, mit dem ich mich später sehr intensiv unterhielt und Almut Tina Schmidt, die ich auch kützlich in der „Alten Schmiede“ hörte.

Eva Schörkhuber hatte einen eigenen Text und die Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl auch eine collage, in dem sie das Frischmuth-Gewächs erklärte.

Anna Weidenholzer schloß irgendwie an ihr letztes Buch an obwohl sie von der anderen Seite des Gebirges oder des Sees erzählte oder von einem erzählte, der ein Hotelzimmer mieten wollte, das er dan doch nicht bekam.

Der letzte vor der Laudatio war Markus Käöhle und Bodo Holl blieb dann eigentlich gar nicht mehr sehr viel über als sich zu wiederholen oder sich zusammenzufassen. Begann mit einem Spaziergang und machte dann eine Werkanayse bevor er zu der Litanei von  Muth und Frisch kam und alles aufzählte, was diesbezüglich zusammenghing.

Es wurde zu diesem Anlaß auch eine bei „Sonderzahl“ erschienene Anthologie herausgegeben, die Barbara Frischmuth überreicht wurde, die darüber sehr gerührt war, die man dann auch kaufen konnte.

Es gab im Anschluß Sekt zjum Anstoßen und als mich Margotr Heumann fragte, wo ich anschließend hingehen würde und sich dann mit ihrer Freundin zum Punschtrinken verabschiedet, fiel mir das „MUSa“ und das Brot, das ich dort zu einem Glas Rotwein noch essen könnte ein und bin losgezogen.

Auf die „Anthologie“ habe ich dabei vergessen, was mich ein wenig ärgerte, aber ich bin im „MUSA noch zur Lesung von Renate Welsh zurechtgekommen, die ja nach Christine Nöstlinger eine der größten Kinderbuchautorinnen ist, die wir in Österreich haben. Sie ist oder war auch die Vizepräsidentin der IG Autoren und eine sehr freundliche, engagierte Frau und sie las gerade von einem Findelkind und dessen Beziehung zu seinem Pflegevater.

Nachher gabs ein Gespräch mit Julia Danilczyk, die erzählte, daß Renate Welsh bei der Preisverleihung, wo ja gerade Donald Trump die US Wahl gewonnen hat, sehr niedrgeschlagen war.

Jetzt geht es ihr angesichts der Wahl von van Bellen, obwohl sich die Freiheitlichen ja schon zur nächsten Natrionalratswahl rüsten, viel besser und mit dem Manfred und der Angela habe ich mich nachher noch gut unterhalten und man wird es nicht glauben, im Bücherschrank, bei dem ich dann noch vorbei schaute, Renate Welshs „Spinat mitRädern“ gefunden. Das habe ich mir aus gegebenen Anlaß mitgenommen, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob ich es nicht schon in meinen Beständen habe.

Nächste Seite »

Bloggen auf WordPress.com.