Literaturgefluester

2017-07-25

Zum letzten Mal auf ins Glück

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:18
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Diesmal war es im Cafe Prückl so voll, daß mich der Kellner übersehen hat und ich mir den roten Gespritzten ersparte und es waren auch drei Lesende angesagt, zwei Bibliothekare der NB, die Bibliotheksmaffia, wie es einer von ihnen, nämlich Werner Rotter, nannte, den ich von irgendwoher schon kannte und Christa Nebenführ erläuterte, daß es diesmal einen literarischen Text und dann einen Essay über das Glück in dasLiteratur geben würde, den Werner Rotter offenbar zusammengestellt hat und ihn gemeinsam mit einer Schauspielerin, die Stimme der Wiener Linien, vortrug.

Aber zuerst kam die Bibliothekarin Claudia Karolyi, die vor ihrer Lesung etwas erläuterte, über das ich mir auch schon Gedanken machte, nämlich über das, was Glück ist, in den Texten der letzten Woche war das beispielsweise nicht sehr zu finden und die Claudia Karolyis sechs Gedichten auch nicht, aber die Liebe ist ja Glück, das Reisen, etcetera und manchmal ist es auch imUnglück versteckt.

Dann kamen Texte über ein „nicht zu junges Fräulein“, das im Herbst als Buch erscheinen wird, was vielleicht ein Glück ist, daß ich ja nicht so habe, außer wenn ich es mir selber nehme oder mache und die Szene, wo das Fräulein mißmutig im Regen auf einer Aussichtsterrasse sitzt und sich dann  beim Kulissenmaler, die schöne Aussicht brestellt, habe ich sehr originell gefunden und mich nur gewundert, daß „Sonderzahl“ etwas so konventionell Geschriebenes verlegt.

Dann kam der Essay oder besser der Streifzug durch die Ligteratur und die Beschimpfungsorigie des alten Meisters übers Burgtheater, das sich dann nicht aus dem gleichnamigen Roman, sondern aus dem Stück „Heldenplatz“ entpuppte, ist ja viellei cht auch nicht gerade ein Glücksmoment.

Aber „das Glück is a Vogerl“, das kam dann noch als Zugabe und vorher enthüllte Werner Ruttter, daß Franz Schuh sein „Magazin des Glücks“ Ödon von Horvath „gestohlen“ hat und die österreichische Nobellpreisträgerin ist ja auch nicht gerade eine Glücksritterin, das zitierte Stück scheint aber aus den „Liebhaberinnen“ zu stammen.

Also eher ein Literaturquizz und Claudia Erdheim war da, Christian Katt, Helene Hofmann von der „Salzburger Leselampe“, die sie einmal, lang lang ists her, betreute und dann wars aus mit dem Glück.

Zumindestens für mich, da ich ja auf mein verlängertes Sommerfrischenwochenende bestehe, denn am Freitag geht es ja zuerst ins Glückschweinmuseum und dann ins Cafe Florianihof.

Da werden dann Ilse Kilic, Ann Cotten und Katharina Riese lesen und, daß die letztere, die ja mein Blogen nicht so will, ein Glück hat, daß ich die Sommerfreitage auf dem Land verbringe, habe ich ihr schon bei der Eröffnungsveranstaltung in der „Alten Schmiede“ gesagt.

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2017-07-18

Cafe Prückl fast ohne Glück

Wieder ein Abend der Sommerlesereihe im Cafe Prückl, die Freitage lasse ich ja Sommerfrischenbedingt immer aus, die Dienstage werde ich mir heuer geben, habe ich mir vorgenommen und diesmal lasen auch zwei mir bekannte Autoren, die einmal, glaube ich, sogar ein Ehepaar waren.

Das Cafe Prückl war, als ich es erreichte fast leer, die Ruth saß an einem Ecktisch und verspeiste einen Vorspeisenteller und erzählte mir, daß zeitgleich eine Gedenkveranstaltung für unseren GAV-Kollegen, den experimentellen Autor Hansjörg Zauner, der am dreißigsten Juni, siebenundfünfzigjährig nach Komplikationen nach einer Hüftoperation verstorben ist, im „Rhiz“ stattfand.

Ich habe ihn, der oft einen rosa Anzug und eine rosa Brille getragen hat, durch den „fröhlichen Wohnzimmerkreis“ kennengelernt, als ich 1987 in die Grazer Autorenversammlung gekommen bin. Er hat den „Priessnitz-Preis“ bekommen und 1996, als ich in Klagenfurt zuschauen war, glaube ich, schon in diesem Anzug, als erster gelesen. Aber nichts gewonnen und jetzt ist er sehr jung gestorben und im Cafe Prückl sollte das Glück mit Stephan Eibel Erzberg und Renata Zuniga weigtergehen und Renate Zuniga sagte mir jetzt noch und das ist ein Glück für mich, daß ich Anfang nächstes Jahres bei den „Textvorstellenungen“ aus „Claire-Klara-Clarisse“ lesen soll, meine Kroatiensommergeschichte, wo es ja auch ein bißchen um das Glück beziehungsweise um Liebe geht.

Christa Nebenführ kündete dann Renata Zunigas Text mit einem Glückstitel an, es geht darum, um eine Frau, die alleine nach Mexiko fliegt, dort von einem verrückten Taxifahrer in ein Hotel gebracht wird und nach indogenen Dörfern sucht, sie die doch nicht findet, also nicht viel Glück bei der Geschichte und, daß das in Stephan Eibel Gedichten auch nicht zu finden sind, habe ich mir schon gedacht und fast vermutet, daß er unter diesem Titel sein Liebesgedicht, wo alles schiefgeht und alle Unglücksfälle passieren, daß er sowohl bei der „Amerlinghaus-Benefiiz-Lesung“ als auch am „Indie-Book-day“ gelesen hat, einschmugglen könnte.

Er bezog sich aber auf seine Gedichte, die in der „Wiener Zeitung“ erscheinen und da war seine Lesung auch angekündigt und so ist einer, den ich sonst immer bei den ÖAAG Treffen des KAV-Supervisiorenpool sehe, zu seiner Lesung gekommen und den hätte ich fast mit Franz Schuh verwechselt, der ja ein Glücksritter ist und bei der Auftaktveranstaltung gelesen hat.

Stephan Eibel Erzberg hat seine Gedichte, wie immer frei vorgetragen und viel dazu erzählt von seiner Lesung mit Renata Zuniga, die damals noch Renat hieß, vor neunundzwanhzig Jahren, seinen Bezügen zu den Dichtern Joe Berger, H. C. Artmann und Ernst Jandl und dann kamen seine politischen Gedichte mit denen er die F-Partei ärgern will, aber alle Prozesse, die die gegen ihn anstrebte, gewonnen hat.

Was hat das mit Glück zu tun?, war meine Abschlußfrage, Stephan Eibel Erzberg hat sie mir, glaube ich, eher ausweichend beantwortet. Seine Verlegerin aus dem „Splitter-Verlag“, die, glaube ich, mit einer Ex-KAV- Supervisorin  nämlich Vera Albert befreundet ist, war da und wenn in diesem Post schon viel von der GAV und GAV–Kollegen zu lesen ist, etwas Erfreuliches gibt es schon zu berichten, nämlich Hanno Millesi, den ich ja sehr mag, wird heuer den „Priessnitz-Preis“ bekommen.

2017-07-11

Erstes Glück im Cafe Prückl

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:04
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Den Freitag bei der Sommerlesereihe des Literaturkreises Podium zum Thema Glück, wo Georg  Bydlinski und Monika Vasik gelesen haben, habe ich versäumt, weil ich da ja in meiner Sommerfrische in Harland bei St. Pölten war, dafür ist es heute nach einem langen und arbeitsreichen Praxistag, ein wenig Diskussionen mit meinen Leser Uli gab es auf seinem Blog auch, in das Cafe Prückl am Stubenring gegangen.

Ich war früh daran, so waren noch die vorderen Tische des Extrazimmers reserviert und an dem, wo eine Reihe junge Leute saßen, ließ man mich nicht heran, also sich fluchend und schimpfend in den hinteren Teil verziehen, einen roten Spritzer bestellen und darauf kommen, ich habe mein Notizbuch vergessen  und nur zwei von Herbert J. Wimmers Karten „living now nua kan stau!“, die wahrscheinlich von meinem letzten „Alten Schmiede-Besuch“ stammen, in der Tasche.

Dann kam Christa Nebenführ, entfernte die Reservationskärtchen, ich stürzte nach vor, grüßte Fritz Widhalm und Ilse Kilic und nahm an einem der Tische Platz.

Zwei lesende „Podium-Mitglieder“, wie Christa Nebenführ alsbald erkärte und als erstes las die mir unbekannte Linda Kreiss, in Deutschland geboren, seit 2007 in Wien lebend, vorher war sie in Katmandu und von da stammt auch ihre Geschichte „Glück am Ende der Zeit“, die von einem alten Mann handelt, der sich von seiner Familie verabschiedet, noch einen Tee trinkt und sich dann in den Wald zurückzieht um den Rest des Lebens im Sinne der Götter zu verbringen, damit ihm eine gute Wiedergeburt gewiss ist.

Der Kontrast dazu war der mit wohlbekannte Thomas Northoff, der mehrmals bei meinen „Zum Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltungen“, sowie am Volksstimmefest und bei der „Poet-Night“ mit mir gelesen hat.

Als Besitzer des größten Graffitis-Archivs, hunderttausend Fotografien davon, stellte Christa Nebenführ ihn vor. Das heiß,t sie nannte die Zahl zwanzigtausend, Thomas Northoff korrigerte und seine Texte liefen unter dem Titel „Glück und Elend der Männlichkeit“

Darauf war Christa Nebenführ, wie sie sagte, natürlich n neugierig und Thomas  Northoff befgann mit einem Ausschnitt aus einem Langgedicht und ging dann in den Tiergarten Schönbrunn, wo ein Tierwärter mit einem Hängebauchschwein kämpfte.

Ja die Glücksformen sind  vielfältig und nachher bin ich seit langer Zeit wieder einmal durch den Stadtpark nach Hause gegangen, wo ja im Mai immer das Genußfestival stattfindet und ich im Jahr 1977, also vor vierzig Jahren, wo ich gerade von zu Hause aus und in die Otto Bauer Gasse gezogen war, den Sommer im Stadtpark mit Doderers „Dämonen“ verbrachte und nachher am Freitag immer mit dem Willi in den Volksgarten tanzen ging, was eigentlich auch ein sehr glücklicher und ereignisreicher Sommer war.

2017-07-04

Literatur und Glück

Glück in der Literatur ist ja bekanntlich etwas, das ich nicht besonders habe, mit ihr schon ein bißchen mehr, denn ich schreibe für mich ja sehr erfolgreich seit über vierzig Jahren, habe schon über vierzig Bücher und neun Jahre Literaturgeflüster.

Und die Zahl vierzig, die da zweimal vorkommt, war vor einigen Jahren das Motto der Sommerlesereihe des „Podiums“, heuer ist es das Glück“ und mit der Sommerlesereihe des Kulturkreises Podium, die Christa Nebenführ seit einigen Jahren veranstaltet, habe ich auch kein besonderes Glück, obwohl ich ja in den Achtzigerjahren einige meiner frühen Texte, in der niederösterreichischen Literaturzeitschrift hatte.

Aber ich bin kein Mitglied des Vereins und als ich Christa Nebenführ, ich glaube, es war 2007 zu Hilde Schmölzers siebzigsten Geburtstag im Literaturhaus, fragte, ob ich da auch einmal mitmachen könnte, sagte sie, es kann nur jeweils ein Nichtmitglied pro Saison lesen und dafür, daß sie mich diesbezüglich auserwählt, hält sie mich für  nicht gut genug.

Nun gut, mit dieser Meinung ist sie, glaube ich, nicht allein, ich schreibe aber trotzdem weiter und staune jedes Jahr und bin ein bißchen neidisch, wenn ich am Programm die Namen  der Auserwählten lese.

Aber da ich bis voriges Jahr im Sommer meine Sommerfrische in Harland bei St. Pölten machte, bin ich ohnehin nur zu der Schluß oder Beginnveranstaltung in die „Alte Schmiede“ gekommen und für das Cafe Prückl war ich  bis vor kurzem auch zu geizig, da mir jetzt in meiner Pension aber das Geld sozusagen überbleibt und ich seit voriges Jahr nur mehr meine Wochenenden in Harland verbringe, habe ich  gerade beschlossen an den Dienstagen dorthin und nicht, wie ich wahrscheinlich vorhatte auf den Rathausplatz zu gehen und am Freitag, wo es im Juli dann noch „Podium- Veranstaltungen“ gibt,  bin ich in Harland und lasse sie aus.

Literatur und Glück also, ein sehr schönes und spannendes Thema, obwohl ich dem auch nicht so besonders nachjage, aber der Alfred hat mir ein paar solcher Büc her, die keine Belletriktik waren, geschenkt und Anna Weidenholzer hat sich in ihren letzten Longlistroman ja auch damit beschäftigt.

Die hat also Glück in der Literatur, obwohl ich ihr ein bißchen  bezüglich der Aufnahme in die GAV helfen konnte und ein weiterer Glücksforscher der Literatur ist ohne jeden Zweifel, der Philosoph Franz Schuh, der auch „Wespennest-begründer“ war und mich einmal in der Otto Bauergasse angerufen hat und mir sagte, daß er einen meiner Texte, den ich damals dorthin schickte, gerne genommen hätte, aber leider ist aus irgendeinen Grund  nichts daraus geworden, also wieder kein Glück, aber das ist schon lange her.

Inhzwischen gibt es das „Magazin des Glücks“, das ist eine Kolumne, die Franz Schuh, glaube ich, im Radio hat und die dort gesendeten Texte gibte es inzwischen auch als Buch.

Franz Schuh hat aber in der Auftaktveranstaltung, die sehr gut besucht war, aus einem anderen Glücksbuch gelesen und gekonnt mit dem „Das Glück ist ein Vogerl begonnen“.

Friedrich Torberg hat seine Tante Jolesch sagen lassen, daß Gott einen vor allem was noch ein Glück ist, hüten möge und das Publikum hat bei Franz Schuhs Texten viel gelacht.

Damit habe ich ja immer meine Schweirigkeiten, weil ich die meisten dieser Stellen so gar nicht lustig finde und in der Diskussion wurde  darüber gerdet, ob das Klischee stimmt, daß die Schriftsteller ihre besten Texte schreiben, wenn sie unglücklich sind.

Franz Schuh hat das energisch bestritten und gemeint, Ernst Jandls letzte Texte wären tief melancholisch aber nicht gut gewesen. Vielleicht hat aber da schondas Nachlassen der kognitiven Kräfte eine Rolle gespielt und einer aus dem publikum hat wissen wollten, ob die „Todesfuge“ ein schlechtes Gedicht sei, weil Celan sie nach einer wahrscheinlich schrecklichen Traumatisierung geschrieben hat.

Aber daßman nach Auschwitz keine Gedichte mehr schreiben könne, habe ich ja sehr lange gehört und die Trtaumatisierung hat Paul Celan, glaube ich, auch nach der Todesfuge nicht losgelassen und, ich glaube, eigentlich schon, daß man in der Depression bessere Texte, als in der Manie schreibt, weil in der schreibt man ja wahrscheinlich gar nicht, sondern genießt sein Glück.

Thomas Bernhard hat Franz Schuh noch erwähnt, hätte in der Depression fröhliche Texte geschrieben und es wurde auch sehr lang der Unterschied zwischen Spaß und Freude diskutiert, was für mich eigentlich kein Kriterium des Glücks ist.

Der Herr der neben mir saß, lobte nach der Veranstaltung Franz Schuhs Intellekt: „So ein gescheiter Mensch!“

ch antwortete, daß ich nicht immer alles verstehe und eigentlich auch nicht so sicher bin, ob Ernst Jandls letzte Gedichte wirklich so schlecht wären. Aber was ist schon ein schlechtes Gedicht?

Christa Nebenführ wünschte dann allen einen sehr glücklichen Sommer und ich habe, wie schon erwähnt, beschlossen, die nächsten Dienstage ins Cafe Prückl zu wandern und mich dort weiter, wie Anna Weidenholzers Karl der Glücksforschung hinzugeben.

Die erwähnte in ihrerm Buch übrigen den Jupiterweg, wo ja Elfriede Jelinek wohnt, deren Haus ich einmal, als ich meine Psychologenkollegin Irmgard G. besuchte, suchte, aber nicht gefunden habe.

Also auch hier kein Glück und Anna Weidenholzer meinte auf Christa Nebenführs Frage, sie hätte das während des Schreibens nicht gewußt, sondern erst später erfahren.

Wo man jetzt auch diskutieren kann, ob das zum Glück oder Unglück gehört und Annas Weidenholzer ist ja nicht auf die Shortlist des letzten BPs gekommen, aber vielleicht kommt das noch bei ihten nächsten Büchern, für Leipzig war sie ja auch schon mal nominiert.

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