Literaturgefluester

2019-12-31

Romane schreiben

Filed under: Bücher — jancak @ 18:24
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Jetzt bin ich zwischen Weihnachten und Neujahr, als ich mit dem vierfachen Buchpreisbloggen so langsam fertig war und auch meine Empfehlungen für das beste Debut 2019 abgegeben habe und bevor Jurenka Jurk mit ihrem kostenlosen Miniwebinar  zum Romanjahr 2020 beginnt, während des Korrigierens meiner Schreibartikel meines zweiten „Literaturgeflüsterbuchs“ wo ich mein Schreiben ja kontinuierlich reflektiere, zu Gustav Ernst und Karin Fleischanderls, den Gründern der „Leondinger Akademie“, wie auf dem blauen Cover steht, Schreibratgeber „Wie schreibe ich einen guten Roman? Profis geben Antwort“ gekommen, den ich angefragt habe, als ich bei der Präsentation von „Romane schreiben“ in der „Gesellschaft für Literatur“ war.

Ein Buch, das ich mir ja, wie man vielleicht meinen könnte, gar nicht bestellen bräuchte, schreibe ich ja schon über fünfundvierzig Jahre, habe ab 1973 mit dem literarischen Schreiben angefangen und beschäftigte mich, da ich damit offensichtlich nicht so erfolgreich bin, auch kontinuierlich damit und habe auch schon einige Schreibratgeber gelesen.

James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ war der erste davon, den ich mir in einer dieser Weltbuchhandlungen vor zwanzig oder so Jahren einmal verschämt kaufte und mit seinen Prämissenregeln  nicht so warm geworden bin.

Seit ich in Jurenka Jurks Mailverteiler gekommen bin, beschäftige ich mich auch mit der Frage wie man einen Roman spannend gestalten kann und, wieso  meine Texte, das nicht sind und den 1944 geborenen Gustav Ernst kenne ich auch schon lange, war er doch, als ich 1980 war das, glaube ich, einen meiner ersten Texte in diesem „Literatureck“ in der „Alten Schmiede“ vorstellte, gemeinsam mit Marie Therese Kerschbaumer, die ich damals schon vom Arbeitskreis kannte, einer der beiden Kritiker, die den Text, den ich damals vorgelesen habe, auch gehörig verissen haben, war aber, glaube ich, immer ein Fan von ihm und habe auch einiges von ihm gelesen, ist er ja ein realistischer Autor, schreibt also so, wie ich es auch gern will und treffe ihn auch immer regelmäßig im Literaturhaus, wenn er beispielsweise, die Laudation für den neuen „Prießnietz-Preisträger“ hält, denn gemeinsam mit Robert Schindel war oder ist er ja soetwas, wie derMentor der österreichischen Literatur, hat die besagte „Leondinger Akademie“ mitbegründet aus der Autoren, wie Anna Weidenholzer aber auch Luis Stabauer hervorgengen ist, hat mit Robert Schindel auch den „Hochschullehrgang für Sprachkunst“ gegründet und nun mit seiner Frau, der Italienischübersetzerin Karin Fleischanderl einen Schreibratgeber herausgegeben.

Einen literarischen Schreibratgeber, füge ich gleich hinzu, obwohl sich der Aufbau des Buches wahrscheinlich nicht so sehr von dem unterscheidet, wie auch James Frey seinen Lesern das Romanschreiben beibringen will oder Jurenka Jurk ihren „Romanfahrplan“ gestaltet hat.

Die Ausdrücke, die er und Karin Fleischanderl dabei gebrauchen sind nur, das ist mir schon während der Präsentation aufgefallen, ein wenig anders.

Das Wort „Heldenreise“ wird, glaube ich, nicht erwähnt und auch nicht das berühmte „Show not tell“, das wird nur in der Einleitung oder gleich danach, an dem Beispiels eines Autounfalls, wo zwei der beteiligten Personen miteinander zu raufen beginnen, so beschrieben und in der Einleitung wird erklärt, warum sich die Beiden entschloßen haben, jetzt auch einen Romanratgeber zu schreiben.

Weil eben so viele Leute nach ihrem Studium oder neben ihrem Beruf oder in der Pension zu schreiben beginnen wollen und dazu das nötige Know how brauchen. Da wird dann auch erklärt, daß das in der Musik und in der bildenend Kunst immer schon so war, daß man das Handwerk lernen mußte und konnte,  bei der Literatur war das nur im angelsächsischen Raum so, bei uns nicht, aber natürlich mußte man das Schreiben durch Üben, durch Lesen, durch Gespräche mit Kollegen oder Lektoren erlernen.

Dann beginnt es, was mich ein wenig verwunderte mit einem Kapitel, das sich „Autorenschaft“ nennt und da wird der Typ des Autors beschrieben und auch erklärt, daß man Geduld und ein gutes Zeitmanagement benötigt und sich auch über seine Motive des Schreibens klar werden sollte.

Das ist ja ein Punkt, über den ich manchmal stolpere oder ein bißchen Widerwille bei der Frage, warum will ich schreibe, verspüre.

Aber Gustav Ernst führt das Beispiel an, daß es wahrscheinlich kein edles Motiv ist in einem  Schlüßelroman seine schlechte Ehe oder seine Kindheit zu verarbeiten.

Das sehen Josef Winkler oder Florjan Lipus wohl ein wenig anders und interessant ist auch, daß die Beiden schreiben, daß die erste Fassung wahrscheinlich immer mißlingt und man sich an Kritik gewöhnen oder sie auszuhalten lernen muß, beziehungsweise bei Kritik, die Person vom Text zu trennen, nicht „Ich bin ein schlechter Autor!“, sondern „Der Text ist noch nicht gut und wenn ich ihn besser haben will, muß ich mich hinsetzten und ihn überarbeiten, eine zweite, dritte, vierte Fassung schreiben, etcetera!“, denken soll.

Das ist auch ein Punkt bei dem es bei mir vielleicht ein wenig hapert, aber auch ich bemühe mich und arbeite daran besser zu werden.

Dann springen die Beiden  hinein in das Medias Res und beginnen von der literarischen Sprache zu sprechen, die der Autor braucht oder, um die er sich bemühen muß und soll.

Da scheinen die Beiden sehr streng zu sein und erlauben keine schiefen Metaphern und auch keine Grammatikfehlern. Nun gut, damit hapert es vielleicht bei mir ebenfalls und dann kommen sie gleich zu dem schon erwähnten Beispiel mit dem Autounfall, den man beschreiben soll.

Man sieht, es ist ein sehr praktisches Buch und bevor es noch an die Figuren und die Dramaturgie geht, fahren die Beiden mit einem noch in einem Schnellverfahren durch die ganze Romanarbeit, erklären, daß der erste Satz gut sein muß, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu fesseln, zitieren dabei Kafkas „Prozeß“, man sieht die Latte liegt hoch, sie warnen aber auch vor der „Fetischierung des ersten Satzes“ und wenn ich an meine Romananfänge denke, dann muß ich gestehen, daß sich bei mir die ersten Sätze sehr oft gleichen, nun gut, ich bin ein wenig schlampert und habe vielleicht  deshalb keinen Verlag gefunden.

Das regelmäßige Schreiben wird auch erwähnt, das man braucht, um das Ding fertigzukriegen und von der Lust wird gesprochen, sich dabei zwei doer drei Jahre an der Stange zu halten, bis es eben so gut ist, daß man es an einen Verlag schicken kann.

Beim Thema bleiben, nicht abschweifen, sich immer wieder Figuren, Handlung und Konflikt in Erinnerung rufen und vor allem den Roman erst dann an den Verlag zu schicken, wenn man wirklich glaubt, daß er fertig ist, wird geraten, etwas was ich vor zwanzig dreißig Jahen wahrscheinlich nicht gemacht habe und deshalb wohl auch keinen gefunden habe.

Dann wirds konkreter, denn dann gehts, ab Seite 59 in die „Dramaturgie“ und hier erklären die Autoren sehr genau, daß „Dramaturie, die optimale Organisation der spezifischen Elemente und Materalien eines Mediums in einer bestimmten Zeiteinheit mit dem Ziel daraus ein spannendes und attraktives in sich geschlossenen Ganze herzustellen“, darstellt.

Im Roman heißt das meistens  „Erzähl- oder Romanstruktur“ und die Autoren sprechen  davon, daß „die Figuren in manchen Romanen flach und papierern, die Handlung an den Haaren herbeigezogen und die Geschichte chaotisch erzäht wird“.

Ein Grund mehr sich mit der Dramaturigie seines Romans zu beschäftigen, ober besser, was Gustav Ernst auch seinen Lesern rät, ein Drehbuchworkshop zu besuchen und da kann ich gleich aus meiner Schule plaudern, daß die IG Autoren einmal, ich glaube, das war in den Neunzigerjahren und ich bin noch nach Harland gependelt, ein solches Symposium angeboten haben, Gustav Ernst war sicher dabei und dann konnte man sich auch, um ein solches Workshop bewerben. Ich habe, glaube ich, dazu eine einer meiner damals eher flachen  Geschichten eingereicht und wurde nicht auserwählt.

Im Buch geht es jetzt ans Ganze, sprich an die Figuren, die ja innere und äußere  Schwierigkeiten, sprich einen Konflikt haben müßen, um den Leser an der Stange zu halten.

Man braucht die Hauptfigur, sprich den Protagonisten und seinen Gegenspieler, den Antogonisten, da kann ich gleich wieder plaudern, daß es bei mir meistens daran hapert und mir der meistens fehlt.

Passive Helden erklären die Autoren, gibt es nicht, außer sie liegen auf der Intensivstation und dann wird die Geschichte meist von einem Angehörigen, einem Arzt oder einem Pfleger erzählt.

Man soll oder kann sich eine Biografie für seine Figuren anlegen, wird geraten, ich verwende da die Charakterbögen der Jaqueline Vellguth von der „Schreibwerkstatt“ und dann kommt es schon zur Handlung. Das Wort Plot wird nicht erwähnt, aber von einer Dreiaktstruktur gesprochen und die am Beispiels eines Romans über eine Scheidung, dargestellt.

„Eine Frau (A) hat Probleme in der Beziehung mit ihrem Mann (B), dem Antagonisten, führe ich an und möchte sich von ihm trennen. Dabei treten weit mehr Schwierigkeiten auf, als A gedcht hat. Aber schließlich gelingt die Trennung doch. A beginnt ein neues Leben.“

Das könnte man nun auch als „Heldenreise“ darstellen, mit der ich ja bisher immer meine Schwierigkeiten hatte. Hier wird die Handlungsstruktur an einigen Beispielen durchexerziert und am Schluß die Erzählperspektiven erklärt.

Da gibt es den allwissenden auktorialen Erzähler oder den Ich-Erzähler, was meistens die Frau sein wird. Es gibt die personale Erzählweise, sowie den verschwundenen Erzähler und die Autoren raten, es sich vor allem für den Anfang nicht zu schwer zu machen und sich nicht zu viel vorzunehmen.

Den autobiografischen Roman gibt es auch. Da erzählt man oder möchte es, von seinem eigenen Erleben erzählen. Muß dabei aber, wie die Autoren erwähnen, vieles weglassen und neu ordnen, weil ja nicht alles, was man für sich selbst für wichtig hält, auch den Leser interessiert.

Dann geht es zum Dialog, auch nicht gerade meine Spezialität, aber sicher die von Gustav Ernst und der führt in dem Buch auch genau auf, welche Dialogformen, den epischen, den funktionalen, den Konfrontationsdialog, den Interwiew-Dialog, den Erklärungsdialog, den redseligen, den spielerischen, den absurden, es gibt und führt Beispiele in Bezug auf seinen fiktiven Scheidungsroman an.

Dann werden noch die Schreibweisen und die Textformen erklärt. Es gibt da ja beispielsweise die Montagetechnik. Alexeander Döblin hat seinen „Berlin Alexanderplatz“ in dieser Form geschrieben und John Dos Passos sein „Manhattentransfer“.

Komik, Ironie und Humor werden erläutert, bevor es zu den Katastrophen im Text, beispielsweise den Kitsch, kommt. Natürlich soll man auf seine Sprache achten. also nicht zuviele Adjektive verwenden und überhaupt das schlechte Deutsch vermeiden, bevor es an die Verlagssuche geht.

Da gibt es auch ein paar Hinweise, worauf man da achten soll und ein paar Adressen werden angegeben und nun auf zum Romanschreiben würde ich sagen.

Bei meinem „Fräulein No“ kann ich ja noch ein bißchen auf die Spannung und die Sprache achten und es ist sicherlich auch interessant zu beobachten, ob beispielsweise „Haymon“ wo Gustav Ernsts Ratgeber ja erschien, in einem Jahr mehr Manuskripte bekommt, die nach Gustav Ernsts Empfehlungen geschrieben wurde und ich weiß nicht genau, was es bewirkt oder verändert hätte, wenn ich das Buch beispielsweise dreißig oder vierzigJahre früher in die Hände bekommen hätte.

Bin mir nicht einmal sicher, wieviel ich damals von dem was darin steht, verstanden hätte, denn Schreiben lernt man wahrscheinlich doch durch Erfahrung und das tun.

Trotzdem kann ich das Buch allen Schreibwilligen und Schreibinteressierten sehr empfehlen und werde es sicher auch weiterverwenden.

2019-09-26

Übers Romane schreiben

Der September, Oktober, wo die Schulen und die Universitäten wieder beginnen, ist auch bezüglich Schreiben und der Frage, ob und wo man dieses lernen kann, produktiv.

So gab es letztes Wochenende wieder im „Writersstudio“, die Gratisworkshops, wo ich diesmal, weil in Harland, nicht hingegangen bin, aber ich kann ja, obwohl es Leute gibt, die mir das nicht glauben, schreiben und auch ins „Werkl in Goethehof“, wo mich Sascha Wittmann, mit der ich ja bei der „Westendlesung“ ins Gespräch gekommen bin, freundlich eingeladen hat, bin ich  zu der Veranstaltung über das „Für und wieder des literarischen Schreibens“ mit Marlen Schachinger, Doris Fleischmann, Sascha Wittmann, Daniel Zipfl, Doris Nussbaumer und und nicht hingegangen, obwohl ich das eigentlich wollte, weil mich Diskussionen über das Schreiben, obwohl ich es, wie oben behauptet, zumindestens ein bißćhen kann, nicht hingegangen, denn in der „Gesellschaft für Literatur“ gab es eine Konkurrenzveranstaltung haben dort doch Gustav Ernst und Karin Fleischanderl ihr neues bei „Haymon erschienenes Buch „Romane schreiben“ vorgestellt, haben doch der 1944 in Wien geborene Gustav Ernst und seine zweite Frau, die 1960 in Steyr geborene Karin Fleischanderl 2005 die „Leondinger Akademie“ gegründet, bei der Autoren, wie Bettina Balaka, Anna Weidenholzer, Luis Stabauer und und hervorgegangen sind, oder sie besuchten.

Die Zeischrift „Kolik“ haben sie auch gegründet, vorher war Gustav Ernst, der Romancier und Dramatiker beim „Wespennest“.

Jetzt ist er auch Lehrer an der „Sprachkunst“ und jetzt das Buch übers „Schreiben“ und das hat ja Saison, weil das  immer mehr Leute tun oder lernen wollen, weil man heute schon so weit ist, daß man sich zugesteht, daß man das kann und muß und daher die Schreibseminare, wie ich immer schreibe, wie die berühmten Schwammerln aus dem Boden schießen.

Im Internet kann man auch Schreibinfos zu Hauf finden und wenn man sich da einmal gemeldet hat, bekommt man Einladungen zu Seminaren und Schreibschulen, wie beispielsweise von Annika Bühnemann,Jurenka Jurk, Julia K. Stein und kann da das Handwerk wie die berühmte „Heldenreise“, das „Zeitmanagement“ etcetea lernen.

Schreibratgeber gibt es auch und wenn man sich ein bißchen fürs Schreiben interesssiert oder es versucht, kommt man nicht umhin sich damit zu beschäftigen.

So war die „Gesellschaft“ auch gut gefüllt, Margit Heumann, die ich schon länger nicht gesehen habe, war da und wahrscheinlich auch ein paar Sprachkunststudenten aber auch ältere Hobby- oder Profischreiber und Gustav Ernst und Karin Fleischanderl plauderten sich, moderiert von  Ursula Ebel auch locker durch das Buch.

Erzählten, wie sie zu der „Akademie“ und zu dem Buch gekommen sind, das auch wieder Anleitungen gibt, wie man einen Roman schreiben soll, damit er gelingt, gut oder spannend wird.

Das wort „Heldenreise“ ist dabei nicht gefallen, auch nicht das Wort „Plot“, dafür aber die „Dramaturgie“. Dann kam es schon zur Frage, ob die „Figur“ ein Eigenleben haben sollen oder sie der Autor streng und unerbittlich durch das Buch führt.

Da meinte ich, daß das wohl verschieden, mal so oder so passieren wird, manche Figuren machen sich selbstständig und führen zu veränderten Handlungsverläufen, andere halten sich an den „Plot“ und da waren wir schon bei der Frage, ob man, das Wort habe ich genannt, nach der „Schneeflockenmethode“ Szene für Szene planen und dann in drei Tagen das Buch hinunterschreiben soll. Dann wird es langweilig, dem stimme ich, die das ja auch nicht tut, zu und Karin Fleischanderl meinte, daß man es  den Romanen ansehen würde, daß sie konstruiert worden sind.

Spannend war für mich, daß Gustav Ernst meinte, daß man merkt, wenn etwas im Plot nicht passt, wenn es langweilig ist, dann muß man Spannung einbauen.

Das berühmte „Show not tell“, wurde am Beispiel genannt, daß man nicht schreiben soll „Sie ist sehr ehrgeizig!“ sondern das in einer Szene zeigen und ein Herr im <publkum meinte, daß man nur in der Literatur darüber schreiben kann, während man in der bildenden Kunst und in der Musik, die Gefühle sowie so zeigen muß.

Am Schluß gings dann noch, um die Verlagsförderung und darum, daß man sich für die nächste Akademie noch anmelden kann. Da wird man, glaube ich, auch ausgewählt und Karin Fleischanderl meinte am Beginn, daß es Leute gibt, die das Schreiben nicht lernen können, während Gustav Ernst, da optimischer ist und ein Herr fragte, ob Adalbert Stifter heute wohl noch einen Verlag finden würde?

Was mich dann  die Fragen stellen ließ, wer das alles, was die Leute  in den Seminaren und Akademien schreiben wird?

Es gibt immer weniger Leser meinte ich, die ich ja derzeit am dreifachen Buchpreislesen bin, und da kann ich gleich anmerken, daß ich jetzt alle nominierten Bücher, sowohl in Print, als auch in E-Bookform habe und da sind ja einige Debuts dabei, die vielleicht auch in „Leonding“ oder im „Instiut für Sprachkunst“, wo es ja auch einige Absolventen auf der Liste gibt, konzipiert wurden und ich beschäftigje mich außer dem Lesen ja auch mit dem Schreiben, beziehungsweise korrigiere ich  derzeit an meinem zweiten „Literaturgeflüsterbuch“, wo es um „Meine Bücher und um meine Schreibartikel“ im Blog geht.

Das Buch habe ich übrigens vorhin angefragt, um mich auch damit zu beschäftigen und vielleicht mein „Fräulein No“ danach konzipieren kann. Mal sehen, ob es zu mir kommt und die „Magdalena Kirchberg“ kann ich denen, die es interessiert, flüstern, kann an die Druckerei gehen. Jedenfall habe ich das „Dummie“ schon durchgesehen.

2015-09-23

Koliken in der alten Schmiede

Die „Alte Schmiede“ hat ja eine „Zeitschriftengalerie“und auch eine Reihe, wo Lena Brandauer, Paul Dvorak und Daniel Terkl, die österreichische Literaturzeitschriftenlandschaft präsentieren.

Da war ich schon bei einigen Veranstaltungen und die Zeitschrift „Kolik“, 1997 von Gustav Ernst und Karin Fleischanderl gegründet, beziehungsweise aus der Zeitschschrift „Wespennest“, als die, wie Karin Fleischaderl erzählte zu  „glänzend“ wurde,  hat auch einige Auftrittsorte, wo sie sie ihre Nummern, es gibt, glaube ich inzwischen sechsundsechzig und die siebenundsechzigste ist im Entstehen präsenitieren und ihre Autoren vorstellen.

Da war ich zweimal in der „Gesellschaft für Literatur“ und ein paarmal im „Schauspielhaus“ und in der „Alten Schmiede“ wird Gustav Ernst auch öfter präsentiert, beziehungsweise kann ich mich, glaube ich, an eine Veranstaltung in der „Alten Schmiede“ vor langer langer Zeit erinnern, wo Gustav Ernst entweder seine Zeitschrift präsentierte oder von ihrer Planung erzählte und im Jahr 2003 gab es, glaube ich, eine große Präsentation im Literaturhaus und da man sich bei diesen Gelegenheiten, die Zeitschrift „Kolik“, die, weil die  Idee des „Wespennestes“ von den beiden Herausgegeben, wie Karin Fleischaderl in der Einleitung erzählte, weitergeführt wurde, ja eine „brauchbare“ ist, meistens frei entnehmen kann, habe ich auch schon eine umfangreiche und  „Kolik-Sammlung“.

Karin Fleischanderl las weiter das Impressum aus Heft 1 vor,  nämlich, daß die Zeitschrift ein Forum für Texte jenseits des Marktes und des Kommerz sein soll, jenseits aller „Long und Shortlists“, obwohl Antonio Fian mit seinem „Polykrates-Syndrom“ ja im Vorjahr auf der LL gestanden ist und Karin Fleischaderl eine Zeitlang „Bachmann-Jurorin“ war.

Die Übergänge sind aber wahrscheinlich fließend.

Karin Fleischaderl und Gustav Ernst haben  auch die „Leoninger Akademie für Nachwuchsautoren“ ge- oder mitbegründet und Judith Nika Pfeifer und Renate Silberer beide in Oberösterreich geboren oder lebend, beide Jahrgang 1975, haben diese auch besucht, während Karin Fleischaderl, den 1956 in Klagenfurt geborenen Antonio Fian als Autodidakt vorstellt und der gehört ja zu den eher sich am Markt bestehenden, erfolgreichen Autoren.

Daniel Terkl und Karin Fleischanderl leiteten ein und erzählten etwas zu den Heften, dann las Judith Nika Pfeifer Gedichte aus der Kolik 66 und ihrem neuen Gedichtband und Renate Silberer hatte eine Geschichte, die sich auch beim Sommerfestival im „Readingroom“ lesen hätte können, nämlich „Sommer in Wien“, wo, glaube ich, sehr poetisch dieser heiße Sommer aufgearbeitet wurde, bis hin zu Performances, wo man einer Gebärenden mit einer Taschenlampe in die Vagina schauen soll und zu der Frage, ob man sein Recht auf Grundsicherung verliert, wenn man sich als Saisonarbeiter verdingt und Antonio Fian hatte  wieder einen seiner sprachgewaltigen Texte, den ich, glaube ich, schon gehört habe, „Nachrichten aus dem toten Hochhaus“, wo  der Erzähler ein Monat Stadtschreiber in Pecs ist und dort seine Poetikvorlesung über Werner Kofler an der Klagenfurter Uni vorbereiten will.

Nachher gab es eine Diskussion, wo es um den „Kafka-Käfer“ ging, ein Stück, ich glaube, „Zotterschokolade“, das die Zeitschrift „Kolik“ eine Zeitlang vertrieb, den habe ich, glaube ich, auch einmal bei Elisabeth von „Leselustfrust“ gewonnen und Gustav Ernst dann selbst die launige Frage stellte, wie lange es diese Zeitschrft noch geben würde?

Solange der Mitherausgeber mitmacht, lautete Karin Fleischanderls Antwort und Antonio Fian meinte, bis zum zwanzigsten Jubiläum und der fünfundsiebzigsten Nummer wegen des Festessens und der Feier und ich habe früher auch meine Text hingeschickt, aber  irgendwann damit aufgehört.

2015-04-23

Vom Büchertauschfest zur unmöglichen Aussicht

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Eva Jancak

Eva Jancak

Am 23. April ist der Welttag des Buches, der, glaube ich, in Österreich zum fünfundzwanzigsten Mal gefeiert wird und ich bin  wahrscheinlich 1997 auf ihn gestoßen, als ich wegen meiner „Frauenlesung“, die ich damals in der „Alten Schmiede“ organisierte, zur GAV über den Umweg in die Wollzeile gegangen bin, wahrscheinlich habe ich mir  schon damals die Gratisbücher des Buchhandels geholt, da gab es noch ein deutsches und ein österreichisches, in dem, glaube ich, auch ein Gerhard Kofler-Text enthalten war.

Walter Famler hat für die Zeitschrift „Wespennest“ bzw. für „Amadeus“ auch eines gemacht und seither verfolge ich die Aktionen zum Welttag, die sich durchaus verändert haben.

Man könnte ätzen, es wurde daran gespart, so gibt es das deutsche Büchlein nicht mehr und das österreichische hat seit einigen Jahren das Wort „Erlesen“ im Titel, „Erlesene Reisen“, „Erlesenes Europa“, „Erlesenes Menü“, „Erlesenes Waldviertel und Theater“, heuer waren die Krimis dran, herausgegeben von Eva Rossmann und Rotraud Schöberl und Anna Jeller hat zum zweiten Mal in ihr Schaufester hundert verpackte Bücher gelegt und zum Blinddate aufgefordert, so daß ich heute sehr beschäftigt war.

Kurz nach neun in das Schaufenster gegriffen und ich habe etwas gelernt, wenn ich nach einem etwas dünneren greife, erwische ich vielleicht ein mehr literarischeres, habe ich gedacht und mit Ludwig Lahers „Bitter“ recht behalten, dann zum „Morawa“ marschiert und da noch zwei der kleinen Büchlein erwischt, in die man etwas schreiben kann, die es seit zwei Jahren zusätzlich gibt.

Dann bin ich noch zum „Wortschatz“ gegangen, wenn schon „Welttag des Buches“ ist und da lag, oh Freude, Andrea Winklers „Hanna und ich“ darin, im Vorjahr habe ich Peter Stamms „Seerücken“ gefunden.

Danach bin ich vorerst in meine Praxis und habe Mittag gegessen und für den Nachmittag hatte ich auch etwas vor, denn der fünfte Bezirk ist ja bezüglich Feste für Kunst und Kultur, Kreativenstammtischen und Bücherregalen sehr rührig und so wurde bei den „Wohnpartnern“ im Reumannhof mit einem „Büchertauschfest“ eine „Büchertauschbörse“ eröffnet und ich wurde gemeinsam mit Harald Pesata, der die „Fünfer-Edition“ herausgegeben hat und noch einigen anderen zum Lesen eingeladen.

Um sechzehn Uhr wurde das Fest, das im Hof des schönen alten Gemeindebau stattfand, von der Bezirksvorsteherin eröffnet, die sich, wie  kann es anders sein, als große Leserin outete, die keinen Tag vergehen läßt ohne ein Buch vor dem Einschlafen wenigstens in die Hand zu nehmen.

Ingrid Müller

Ingrid Müller

Hilla M. Faseluka

Hilla M. Faseluka

Dann konnte man sich das Bücherregal, das sich im Büro befindet, ansehen, im Hof gab es einen Tisch, wo man sich maximal zwei Bücher entnehmen konnte und einen anderen, wo die „Eine Stadt- ein Buch-Restexemplare“, die es noch zu geben scheint, von der Bezirksvorsteherin, der Stadt Wien oder von wem auch immer, gespendet wurden, die habe ich ja ziemlich vollständig, bis auf die Anna Gavalda, die ich schon früher im Bücherschrank gefunden und gelesen habe und aus Platzgründen habe ich darauf verzichtet, die Gratisbücherreihe zu vervollständigen.

Um fünf ging es  los mit der Lesung von Harald Pesata, der unter dem Motto „Heitere Geschichten im Wiener Dialekt“, seinen Text aus der „Fünfer Edition“ von dem Baugerüst in der Pilgramgasse und den vom Tod des Ernst Hinterberger, aber auch den von einem Greißler, den es einmal im fünften oder vierten Bezirk gegeben hat, vorlas und dann las er noch aus seinem „Wienerischen Struwelpeter“, den er inzwischen auch geschrieben hat und in einer großen Lesetour vorzustellen scheint.

Danach folgte ich mit dem „Gruftiemädel“ und der „Taubenfütterungszene“ aus der „Absturzgefahr“ und dann kam eine Lyrikerin, die im Reumannhof wohnhaft ist, wie sie von Willi Heimlich, dem Organisator vorgestellt wurde.

Ingrid Müller, eine Kärtnerin, wie sie erzählte. Die zweite Lyrikerin war Elisabeth Chovanec, die inzwischen in ein Seniorenwohnhaus gleich in der Nähe gezogen ist und die ich ja auch von den Lesefesten des Bezirks, den Poet- Nächten kenne und die ich auch einmal zu den „Mittleren“ eingeladen habe, als ich die noch machte.

Hilla M.Faseuluka, die auch eine Hausbewohnerin zu sein scheint, hat dazwischen auch gelesen, war bei dem Fest doch jeder eingeladen, seine Lieblingstexte vorzustellen, da die „Wohnpartner“ ja die Kommunikation zwischen den  Hausbewohnern herstellen, fördern bzw. verbessern wollen. Schachnachmittage, Spielfeste, etc veranstalten und so gab es auch viele Kinder in dem Hof, die ebenfalls ein Spiel vorbereiteten, es gab auch ein Buffet mit Saft, Kaffee, Bagels und Kuchen und danach war noch Zeit doch noch in die „Alte Schmiede“ und zu Gustav Ernst zu schauen, der um halb acht von Franz Schuh interviewt wurde, beziehungsweise, wie im Programm angekündigt war, eine Soloperformance veranstaltete.

Elisabeth Chovanec

Elisabeth Chovanec

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Es war aber doch ein Dialog, zu der Ernstenschen Ausdrucksform sehr passend und der drehte sich um die Siebzigerjahre, wo sich die beiden in der „Wespennest-Redaktion“ getroffen haben und ganz unterschiedliche Erwartungen hatten.

Franz Schuh hat sich eine lebenslange Freundschaft vorgestellt, der Realist Ernst hat die Konkurrenz zwischen denanderen Dichter vorausgesehen und erzählte, daß das Schreiben für jeden einzelnen von ihnen wichtiger, als die Zeitschriftenherausgabe war.

Die sollte nebenbei laufen, bzw für sie eine Publikationsmöglichkeit darstellen, die sie sonst nicht hatten und nach dem Gespräch kam die Lesung aus Gustav Ernst neuem, bei „Haymon“ erschienenen Roman „Zur unmöglichen Aussicht“, der wieder eine spezielle Erzählstruktur hat.

Wahrscheinlich ist es gar kein Roman, sondern eine Geschichtenansammlung, die auf ganz raffinierte Art erzählt wird.

Erzählt der Ich-Erzähler doch von seinen Begegnungen in einem Kaffeehaus mit einem Herrn namens Kagraner und der erzählt ihm wie aus tausend und einer Nacht, eine Menge Geschichte, wie beispielsweise, die von einem Koffer, von einer Frau die im Zug Karotten ißt, Geschichten übers Altern, über das Beobachtetwerden durch Überwachungskameras, etc.

Ein neuer Gustav Ernst mit einem neuen Erzählton und ich habe sehr viel über die Ernstsche Schreibweise gelernt. Kurt Neumann kündigte am Schluß noch an, daß das Ganze wieder in Buchform der literarischen Öffentlichkeit zugängig gemacht werden soll und Gustav Ernst bedankte sich mit leiser Ironie, daß er sich schon freue über sich sehr viel Neues zu erfahren.

2015-04-22

Die Dialoge des Gustav Ernst

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:35
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Am Mittwoch und am Donnerstag wird und wurde an zwei Nachmittagen und Abenden in der „Alten Schmiede“ Gustav Ernst im Portrait vorgestellt, beziehungsweise ein Colloquium oder Symposium über den großen Realisten abgehalten. Kurt Neumann erklärte in der Einleitung, das wievielte literarische Portrait das schon wäre, er zähle  keinen Namen auf, aber bei dem über Peter Henisch bin ich gewesen und bei den Geburtstagsveranstaltungen der Friederike Mayröcker und Gustav Ernst, das habe ich, glaube ich, schon öfter geschrieben, zählt neben Peter Henisch sicher zu meinen Lieblingsautoren, da ist es der Realismus und das Politische, das mich anzieht, die manchmal zu starke Sprache und die Männerphantasien eher nicht. Aber dazu komme ich noch später, erst begann der Germanist Walter Hinderer, der auch Präsident der „Fried Gesellschaft“ ist oder war, deshalb waren wahrscheinlich auch die Lunzers, Robert Huez und Anne Zauner im Publikum, aber auch Daniela Strigl, Alexandra Millner, Julia Danielcyk, der liebe Rudi, Dine Petrik, Herbert J. Wimmer und und und, mit seinem Vortrag „Theatralität als amimetisches Erzählen“ heißen hätte sollen, dann aber etwas über das „Produzieren und von Produzenten“ im Titel hatte und den Realismus des 1944 geborenen Autors, der 2013 den „Preis der Stadt Wien“ bekommen hat, an Hand von drei Romanen, nämlich „Trennungen“, 2000, „Beste Beziehungen“, 2011 und  „Grundlsee“, 2013, erläuterte und Kurt Neumann hat vorher, glaube ich, noch von den „Wiener Vorlesungen“ etwas erzählt, die Gustav Ernst in der „Alten Schmiede“ gehalten hat und wahrscheinlich auch von seinem Debutroman „Einsame Klasse“, der in den Siebzigerjahren erschienen ist, von dem Dichter Korsch und seiner Frau, einer Malerin handelt und sich auch auf die „Arena Besetzung“ 1976 bezieht, da war Gustav Ernst ja im „Literaturmuseum“ zu sehen und den Roman im „Verlag der Autorenproduzenten“ habe ich mir in den Siebzigerjahren auch gekauft und Gustav Ernst wahrscheinlich über die Zeitschrift „Wespennest“ kennengelernt, die er mit Peter Henisch, Helmut Zenker, E.A.Richter, Josef Haslinger und anderen herausgab und wo ich  auch sehr lange meine ebenfalls realististischen Texte hingeschickt habe. Dann kamen Ulrike Krawagna, die über die „Einsame Klasse“ dissertierte, Hans Höller, ein Germanist, der über Thomas Bernhard etc forschte, und Martin Kubaczek und stellten die „Einsame Klasse“, den Monolog „Die Frau des Kanzlers“ und eben „Grundlsee“ vor. In „Einsame Klasse“ geht es um den Literaturbetrieb der Siebzigerjahre und um seine Bedingungen, damals hat sich ja die GAV aus Protest gegen den konservativen PEN gegründet, Gustav Ernst war Gründungsmitgied, die Zeitschrift „Wespennest“ für brauchbare, sprich realistische exte, wurde gegründet und in dem Dichter Korsch und seiner malenden Frau läßt sich sicher auch viel autobiografisches entdecken, war Gustav Ernst ja damals mit Elisabeth Ernst verheiratet. „Die Frau des Kanzlers“ 2002  erschienen ist eine Reaktion auf Schwarz-Blau und das Stück wurde 2003 in einer Galerie auf der Westbahnstraße, glaube ich, von Eva Dithe vorgeführt, da hält die Frau des Kanzlers eine Schimpftirade, während ihr Mann daneben sitzt und Mozart spielt. Ein Stück, das ich nicht gelesen habe, aber mich von seiner politischen Kompenente wegen sicherlich am meisten interessiert. Die neuen Romane, wie „Grundlsee“ habe ich gelesen, das wurde von den Germanisten, als das poetischste bezeichnet, es ist sicher auch ein sanfterer Familienroman als „Beste Beziehungen“, wo ein Mann, der von seiner Frau unterdrückt wird, am Ende Amok läuft, hier geht es um den Tod und das Sterben, die Kinder stellen sich vor, wo sie einmal neben ihren Eltern im Grab liegen werden und dann stirbt von Kapitel zu Kapitel jemand weg, am ersten der Vater, aber der ist sozusagen als Gespenst bis am Schluß des Buches vorhanden, wenn er auch immer schwächer wird und sich an immer weniger erinnern kann. Gustav Ernst las je ein paar kurze Stellen aus den Büchern, danach folgten die wissenschaftlichen Erläuterungen und nach einer Pause mit Getränken folgte Markus Köhle und erzählte in zwanzig Minuten von den Zeitschriftenherausgeber, „Wespennest“ bis 1995, „Kolik“ gemeinsam mit Karin Fleischanderl ab 1997, erzählte kurz etwas von den Konflikten und von den Veränderungen, die die „Zeitschrift für brauchbare Texte“ im Laufe der Jahre machte, irgendwann kam Walter Famler dazu, verwandelte sie in eine Essaysammlung, stellte das Geld auf, um die Zeitschrift zu finanzieren, die Gründungsmitglieder zogen sich nach und nach zurück, zuletzt Gustav Ernst und jetzt gibt es die „Kolik“, den „Kolik Slam“ und die „Kolik Lounge“, wo auch Realisten, wie Anna Weidenholzer, Rudi Lasselsberger, Harald Darer, aber auch andere Autoren wie Michael Hammerschmid, Robert Prosser etc, die später vielleicht den Priessnitz-Preis, zu dessen Juroren Gustav Ernst ja gehört, gewinnen. Danach kam noch einmal ein Referat eines Literaturwissenschaftler über die „Realistik bei Gustav Ernst“ und erläuterte sie an den Romanen „Trennungen“ und „Frühling in der Via Condotti“ und „Grado“ „Trennungen“ habe ich nicht gelesen, ich glaube, aber einmal in der „Alten Schmiede“ gemeinsam mit Helmut Eisendle eine Lesung daraus gehört und, ich glaube, mich auch zu erinnern, daß ich in der Diskussion sagte, daß das gemeinsame zwischen beiden Autoren wäre, daß zwei alten Männer über die Liebe und den Tod reden würden. Gustav Ernst ist ja sehr dramatatisch, verwendet oft die direkte Rede,  Monologe und“sagte er“,“ sagte sie“. In „Trennungen“ erzählt ein Mann, daß er von Rom kommt, wo ihn seine Frau mit einem Architekten betrügt und nach Wien zu seiner sterbenden Mutter fährt, in der „Via Condotti“ fährt ein Ehepaar zum zwanzigsten Hochzeitstag nach Rom, um dort die Hochzeitsreise wieder zu erleben und wird enttäuscht, weil es die schönen Erinnerungen nicht mehr findet, sehr interessant hier den Bezug zur Realität herzustellen und „Grado“ ist ein Text, den ich auch nicht gelesen habe, der mir aber wahrscheinlich nicht gefallen würde, denn da lädt einer eine Frau zum Essen ein und hält ihr einen Monolog, daß er nicht mit ihr schlafen, sondern nachher nach Hause und onanieren gehen wird. En bißchen a la Bernhard, würde ich vermuten und auf dem Buch steht drauf, daß es erst für Leser ab achtzehn empfohlen wird. Danach gab es es Diskussionsrunde mit Wolfgang Straub, der fragte, ob Gustav Ernst Ekel oder Entzücken bei den Lesern auslöste und da verwunderten mich die Herren Höller und Hinderer, die ins Entzücken kam und von der Romatik und von Hofmannsthal schwärmten, so würde ich Gustav Ernst nicht empfinden, sondern als einen politischen Realisten mit einer starken Sprache und stark männlichen Themen. Ulrike Krawagna sagte, daß sie „Beste Beziehungen“ weglegen hätte müßen. Ich habs zu Ende gelesen und stimmte einer Stimme aus dem Publikum zu, daß das wohl eine eher weibliche Reaktion ist, mit den starken Männerphantasien nicht soviel anfangen zu können. Martin Kuabczek verwies noch auf einen anderen Ernst Roman „Helden  der Kunst, Helden der Liebe“, wo zwei Dichter nach Frankfurt fahren, bei jedem Autobahnrestaurant Rast machen und da auch endlos über alles schwadronieren. Die Frage wurde aufgeworfen, wie filmisch oder dramatisch Gustav Ernst sei? Kurt Neumann meinte, er hätte sich von seinem Realismus wegentwickelt und würde jetzt andere Themen haben und jedes seiner Bücher wäre nach einem eigenen  Konzept geschrieben. Die Abschlußfrage war die nach dem Lieblingsbuch, da wurde „Grundlsee“ als das poestischte am öftesten genannt. Mich hat die Veranstaltung auf „Die Frau des Kanzlers“ neugierig gemacht und Morgen geht es weiter mit „3 Interpreatationen zur Theaterarbeit“, denn Gustav Ernst ist ja auch Dramatiker und einige Stücke. wie „Tausend Rosen“ habe ich im Volkstheater auch gesehen. „Herzgruft“ habe ich einmal gekauft oder gefunden und das Programm von der Uraufführung am 10. April 1988. im Künstlerhaus lag  zur freien Entnahme auf. Ulf Bierbaumer, Gabriele Mathes, und Tom Kleijn werden Vorträge über „Die große Wut des Gustav Ernst“ oder „Gustav Ernst auf der Bühne“ halten, aber da werde ich  beim Büchertauschfest im Reumannhof sein und zwei meiner eigenen realistischen Texte lesen. Nachher kommt ein Interview mit Franz Schuh, der auch zur „Wespennest-Redaktion“ gehört und ganz am Schluß liest Gustav Ernst aus seinem neuen Roman „Zur unmöglichen Aussicht“, der auch wieder ein Monolog in einem Gasthaus zu sein scheint.

2015-02-24

Kolik-Lounge mit Dramatik

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:15
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Zum dritten Mal Kolik-Lounge  diese Zusammenarbeit, die Gustav Ernst mit dem Schauspielhaus eingegangen ist, wo er, ich weiß nicht, wie oft im Jahr, junge oder auch ältere Autoren, die in seiner Zeitschrift publizieren, lesen läßt,  das Schauspielhaus stiftet dazu ein paar Flaschen Wein und im Anschluß kann man sich die älteren „Kolik-Exemplare“ nach Hause mitnehmen und das neue um fünf Euro kaufen.

So funktioniert in Wien und wahrscheinlich auch anderswo, der Literaturbetrieb, aber nein, woanders muß man inzwischen zahlen, im Literaturhaus Salzuburg kostete der Eintritt zu O. P. Ziers Buchpräsentation, wie er mir am Samstag erzählte, acht euro, trotzdem waren hundertzwanzig Leute da und die Veranstaltung mußte in einem zweiten Raum übertragen werden.

Heute hat er in der Gesellschaft für Literatur gelesen und ich habe mir das zuerst auch angestrichen, da ich aber aus Präsentationsgründen, um die Leser, die ich nicht habe, nicht zu langweilen, vermeide ich es zu Veranstaltungen zu gehen, wo ich das Buch schon kenne und so bin, ich als das Mail von Gustav Ernst kam. in Richtung Schauspielhaus losgestapft.

Vor zwei Jahren im April war ich das erste Mal da und war von der Athmosphäre begeistert, Ekatharina Heider hat gelsenen, ich bin mit einer älteren Dame ins Gespräch gekommen, habe ihr, glaube ich, das gerade frisch erschienene „Kerstins Achterl“ gezeigt und Gustav Ernst um sein gerades Neues „Grundlsee“ angeschnorrt, das heißt, er hat meine Adresse aufgeschrieben, Gerlinde Tamerl hat es mir dann geschickt, weil „Haymon“, der mir eine Zeitlang alle seine Neuerscheinungen als E-Book schickte, damit aufhörte und Gustav Ernst hat, glaube ich, inzwischen wieder ein neues Buch, aber wie schreibe ich immer, ich muß nicht alles lesen und kann das auch gar nicht.

Dann war ich einmal in der „Alten Schmiede“ habe Luis Stabauer dort getroffen und bin mit ihm in die Porzellangasse marschiert, da hat Antonio Fian sein „Polkrates-Sydrom“ vorgestellt, das dann im Herbst augf die dbP-Longlist kam.

Jetzt war Antonio Fian im Publikum, Luis Stabauer ist neben Friedrich Hahn gesessen und Gustav Ernst begrüßte die „Damen und die Herren, die Freunde und die Freundinnen, sowie die Autoren und Autorinnen, die sich im Publikum versteckten“.

Ob er mich mitmeinte, weiß ich gar nicht, aber natürlich, ich bin ja auch Autorin, zumindest hat mich die ältere Dame, die ebenfalls sehr viel zu Veranstaltungen geht, gestern Abend in der „Alten Schmiede“ dafür gehalten.

Gustav Ernst sagte dann noch etwas von drei Flaschen Wein, die das Schauspielhaus dem Publikum zur Verfügung stellte, die man sich nachher holen konnte und kündigte  die Literaturwissenschaftlerin Daniela Chana an, die in der „Kolik 63“ einen Text hat und sie hatte mehr, nämlich noch einen zweiten mit dem Titel „Porzellangasse“, den sie am Nachmittag geschrieben hat und sie hatte auch einen Osterhasen, dem sie ihre Stimme lieh und ihn beim ersten Text, wo es um eine Tauchlehrerin in Kreta ging, immer hochhielt, wenn von der die Rede war.

Im zweiten Text, wo die Ich-Erzählerin ihren Körper aus dem Fenster wirft, ging es gleich um den Hasen und der zweite Autor, Stefan Reiser, war überhaupt Dramatiker, kein Schauspieler, wie er Gustav Ernst ausrichten ließ, er führte aber ein Kurzstück auf und zog dabei gleich eine Zuhörerin ein, obwohl er das vielleicht gar nicht so geplant hatte.

Die dritte Leserin war Ann Cotten, die ich ja erst kürzlich in der „Alten Schmiede“ hörte, sie kam zu spät, weil sie vorher noch jemand vom Bahnhof holen mußte und las Gedichte, ein paar kürzere und ein längeres und das handelt von einer Zugsfahrt, wie sie erklärte, aber eigentlich von einem Ritt auf einem Wildschwein, also auch ganz schön dramatisch, obwohl Ann Cotten keinen Osterhasen hatte, kein diktiergerät und auch keine so laute Stimme, wie Stefan Reiser.

Nachher an der Bar, wo man die drei Flaschen leer trinken konnte, habe ich noch Radek Knapp und Nika Pfeiffer gesehen, also wirklich sehr viele Autoren und Autorinnen und drei „Kolik Nummern“, davon eines mit dem Bildnis der Friederike Mayröcker am Cover, habe ich mir auch nach Hause genommen und Luis Stabauer hat mir erzählt, daß sein nächstes Buch demnächst erscheint, er auch in zwei Wochen nach Leipzig fährt und eine Schreibgruppe im Cafe Jelinek, wo demnächst Texte vorgestellt werden, gibt es ebenfalls.

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