Literaturgefluester

2017-01-21

Rohtext fertig

Ich habe es ja schon gestern kurz angedeutet mit dem Rohtext von „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ bin ich jetzt fertig, 93 Seiten, 44 Szenen und ein kurzer Epilog, derzeit 45 766 Worte, weil ich vorhin noch ein paar Zeilen angefügt habe, um den Titel, der mir einmal so spontan eingefallen ist, als ich noch gar nichts hatte und lange eigentlich nicht wußte, wie er zu meiner depressiven Endstationreisenden, beziehungsweise mit meiner Frau, die in einer Bibliothek wohnt, passten könnte.

Dann bin ich aber dabei geblieben und habe gedacht, ich erkläre das in der letzten Doro Szene, denn so könnt es gehen, habe aber gestern darauf vergessen, so daß ich es heute noch anfügte und ich bin wieder einmal nicht zufrieden.

Ich hoffe, es schreibt mir jetzt keiner „Sag ich doch immer, Sie können es nicht!“ oder „Gehen Sie doch in ein Schreibseminar!“, aber ich denke schon wieder „Unvollkommen, nicht so geworden, wie es sollte, ich kann es doch nicht, etcetera!“

Natürlich, Freunde, das habe ich jetzt schon begriffen, es ist ein Rohtext und kann, muß, soll entsprechend überarbeitet werden, aber darin war ich ja bisher nie sehr gut und habe es dann meistens doch mehr oder weniger so gelassen, wie es nach dem Rohtext war, wenn ich auch ein paar Monate zum Korrigieren gebraucht habe.

Diesmal bin ich ja sehr schnell von meinen vagen Ideen die ich wahrscheinlich zu Weihnachten hatte, in die Handlung hineingekommen.

Ich bin nicht sicher, ob mir da der Satz „Sie haben nur Fregmente und jedes Kind weiß doch, daß man einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben soll!“, meines Kritiker Ulis geholfen hat, denke aber doch, denn dann ist sehr schnell konkret geworden und ich habe die letzten Wochen geschrieben und geschrieben und die Handlung wuchs auch in meinem Notizbuch und die Lücken wurden immer weniger, vor allem auf vorigen Freitag und Samstag trifft das, glaube ich, besonders zu.

Diese Woche war es dann ein bißchen anders, da habe ich zwar am Mittwoch auch sehr viel geschrieben, da war ich ungefähr an der Stelle, wo die Therese von Salzburg nach Berlin gefahren ist, die Szenen wurden aber immer kürzer, immer flüchtiger, eigentlich mehr ein Handlungsgerüst und als ich dann die wunderbaren Wortschöpfungen des Wilhelm Genazinos in der „Alten Schmiede“ hörte, dachte ich, so machst du das auch, du nimmst jetzt dein Rohkonzept und formst zweiundvierzig sprachlich ausgearbeitete Geschichten daraus.

Nun gut, bei allen Szenen wird das vielleicht nicht gehen, ein Reiz des Textes ist ja vielleicht auch, daß sich die Handlung von Szene zu Szene beziehungsweise von Beobachtung zu Beobachtung oder aus den SMS, die sich Karo und Tessi hauptsächlich schreiben, ergibt.

Aber die Berlinszenen sind sehr kurz und haben eingentlich keine Handlung, da könnte ich Beobachtungen einfließen lassen, die die Therese beispielsweise im Brecht Haus oder auch im Bus macht. Da habe ich ja auf der Reise nach Belgrad einiges, wenn auch die Gespräche mit der bosnischen Frau und dem Chauffeur, Mirko, glaube ich, heißt er· vielleicht nicht so etwas unbedingt Neues ist oder etwas, was in meinen früheren Sachen auch vorkommt.

Die Aktion in Graz, das Werfen mit der Scheiße auf die Aktionkunst ist dagegen sehr konkret und da habe ich die Szenenentwicklung beim Schreiben auch sehr spannend gefunden.

Eine tolle Idee, das Gerüst sprachlich so auszuarbeiten, daß mir „Fischer“ oder „Suhrkamp“ schreiben: „Unbedingt!“ machen wir!“

Daß das vielleicht dann doch nicht so einfach ist, habe ich gemerkt, als ich mir meine Szenenfragmente durchgelesen, beziehungsweise den Rohtext gestern fertig geschrieben habe.

Denn da ist wirklich vieles noch nicht fertig und es passt auch einiges noch nicht zusammen. Zwar habe ich jetzt eine Lösung dafür gefunden, daß die Handlung eigentlich so um den zwanzigsten Dezember fertig ist, die Bundespräsidentenangelobung aber erst ein Monat später stattfindet. Das wird in einem Epilog angedeutet. Der ist zwar sehr kurz, aber die Sophie sagt, dem Fabi, den sie  in ein Cafe mitnimmt „Du bist eine Figur in einem Roman einer Freundin meiner Schwester!“, das ist, glaube ich, ganz gut.

Aber, daß die Doro sich vor der Karo versteckt, beziehungsweise sich mit ihrer Tiefkühltasche Samstagabend an ihr vorbeidrückt, das ist schon auf Seite 80 und dann zehn Seiten später, nach dem sie Montagfrüh das Hinterzimmer verläßt, fröhlich mit dem Schlüßel auf das Dach hinaufgeht und „Hallo Karo, ich bin fertig!“, sagt, ist wahrscheinlich viel zu schnell, das müßte noch genauer ausgearbeitet werden und ich sollte dazu kommen, das zu können.

Solche Unklarheiten gibt es mehrere, die Tage stimmen immer noch nicht so ganz, denn die Doro ist schon in der Bibliothek am Samstag und am Sonntag und kommt das Montag früh aufs Dach, der Anschlag in Berlin war aber erst am Montagabend. Da werde ich mich vielleicht ein bißchen durchschummeln müssen und es ist auch die Frage, ob es wirklich so konkret sein muß und eigentlich das Ganze  auch ein Roman, den die Dorothea schreibt, auch wenn der mit der Wirklichkeit sehr verwoben ist und aus dem besteht, was die Tessi, der Karo SMSst beziehungsweise die Sophie mit dem Fabi erlebt.

Das gefällt mir ganz gut, könnte mir aber vorstellen, daß die Leser schreien „Das ist viel zu banal, da passiert doch nichts! Das habe ich schon auf Seite eins durchschaut!“, wenn ich auch denke, daß es vielleicht mein Stil ist, aber  natürlich noch  ausgearbeitet werden sollte.

Soweit bin ich jetzt, beziehungsweise war ich das schon heute früh nach dem Aufwachen und wollte diesen Artikel eigentlich auch schon zu diesem Zeitpunkt schreiben.

Dann dachte ich aber, da ich ja schon gestern geschrieben habe, daß ich fertig bin, ich brauche den Artikel gar nicht,  und habe gemerkt, daß ich gedtrödelt habe und getrödelt und der innere Widerstand mir sagte, ich will nicht zu bearbeiten anfangen und will mir auch meine sprachlich unvollkommenen dahingeschludderten Rohseiten, nicht ansehen.

Dann habe ich mir Booktube Videos angeschaut, auf die ich in den letzten Tagen gekommen bin. Und, daß die interessant sind, daran gibt es keinen Zweifel und da gibt es ja inzwischen schon sehr viele meist junge Frauen und eigentlich fast keine Männer, die ein Buch hochhalten und was ich, weil es mich ja auch betrifft und mich die letzten Tage neben meines Schreibens beschäftigte, erzählen, wie sie es mit ihrem Sub so halten.

Und mein SUB ist ja, glaube ich, besonders hoch, weil ich schon über vierzig Jahre sammle und jetzt habe ich mir die Zahl der Bücher ausgerechnet, die von den Frühahrsvorschauen zu mir kommen werden, das werden etwa zwanzig sein, achtzig alte habe ich auf meiner neuen Leseliste, wenn ich wieder Buchpreisblogge was ich ja eigentlich will, kommen nochmals so zwischen dreißig und fünfunddreißig Bücher dazu und dann dürfte ich eigentlich keine neuen Bücher mehr annehmen und wenn ich was Tolle in den offenen Bücherschränken finde, wie beispielsweise vor ein paar Tagen Sabine Grubers „Dalvadossi“ dann weiß ich eigentlich gar nicht, wann ich das lesen werde?

Das sind Luxusprobleme und eigenlich nicht wirklich solche, denn dann lese ich halt den alten Arno Geiger oder den alten Kehlmann nicht, ist auch nicht wirklich schlimm, weil es ja egal ist, ob ich das Buch jetzt in meinem Regal habe oder ob es nur in der Buchhandlung steht, wo ich es auch nicht lese.

Also spannend diese Videos und vielleicht auch noch ganz besonders, weil es unter diesen jungen Frauen auch eine Konkurrenz zu geben scheint, die aber nur angedeutet wird, was ja dann noch besonders neugierig macht, so daß man zu suchen anfängt, ob man vielleicht nicht was darüber findet.

Es ist wahrscheinlich das alte Thema, das andere Bloger oder Vlogger angeblich so viel schlechter sind oder das mit den Rezensionsexemplaren, was ich noch immer nicht verstehe, daß das so viel Unruhe macht, weil ich seit ich Buchpreisblogge mich über die Anfragen nicht beklagen kann.

Aber mehr, als daß ich die Bücher dann lese und nicht zu meinen auf der Liste komme, kann ja nicht passieren. Und  das tue ich auch mehr oder weniger gehetzt, merke aber auch, daß manchen Bloggern meine etwas schlampige Art und mein Spoilern oder vielleicht auch das Buchpreisbloggen vielleicht nicht so gefallen dürfte und mir auf meine Kommentare meist nicht antworten.

Das ist aber auch kein Problem, weil ich es, wie das Schreiben für mich selber tue und ich eher die Gefahr sehe, vor lauter Videos anschauen, nicht zum Korrigieren zu kommen.

Da gibt es aber auch die Schreibschulregel, daß man den Rohtext erst einmal liegen lassen soll, bevor man ihn überarbeitet. Also brauche ich das Trödeln wohl, wenn es überschaubar ist, denn ich muß mich ja selber herausholen, weil es sonst  keiner tut.

Also habe ich mir gedacht, ich schaue mir ruhig ein paar der interessanten Videos an, wenn ich weiß, was ich anschließend tue.

Eine Hilfe ist wahrscheinlich auch dieser Artikel, auch wenn ich ihn nur alleine lese. Dann werde ich mein Notizbuch noch einmal hernehmen und mir vielleicht anmerken, was ich jetzt  verändern muß und dann wahrscheinlich, weil ich es das erste Mal zwischen Weihnachten und Silvester nur sehr oberflächlich tat, beziehungsweise irgendwann statt zu lesen nur mehr überflogen habe, die „Viertagebuchfrau“ nochmals hernehmen. Denn die kommt vor in dem Text, die Doro schreibt  eine Fortsetzung, beziehungsweise liest sie darin und das gehört auch noch besser ausgearbeitet.

Und dann ab morgen, das Rohkonzept durchgehen und schauen, wieviel ich es verändern kann oder muß, daß vielleicht doch ein brauchbarer Roman herauskommt.

Da habe ich vielleicht einige Leser, die jetzt schreien „Sie können das ohnehin nicht!“ und da antworte ich vorsichtig „Da bin ich mir nicht so sicher!“

Denn ich habe gestern ein Buch angeboten bekommen, in dem es um eine Frau geht, die nach einer Krebsdiagnose einen Bus kauft und damit durch die Welt fährt und damit ihr Leben  verändert und das ist in einem Publikumsverlag erscheinen und da habe ich ja einige Bücher, wo es um dasselbe geht.

Ich zitiere mal die „Dreizehn Kapitel“, „Und Trotzdem“, „Im Namen des Vaters“

Um einen blauen Bus geht es auch in der Kroatiengeschichte, allerdings um keinen Krebs, aber den haben die Helga Schwarz in „Und Trotzdem“ und die fährt ihm mit dem Rad die Donau hinauf oder hinunter jedenfalls bis ans schwarze Meer, davon, während sich die Veronika Sieberer einfach nicht behandeln lasse.

Wenn ich  davon ausgehe, daß meine Bücher einfach noch nicht genügend überarbeitet sind, weil ich sie immer  zu schnell beendet habe, könnte ich da jetzt lernen, wie das die anderen machen, um ihren Roman zu einem großen Verlag zu bringen, denn die Themen oder das Handlungsgerüst ist ja offenbar da.

Also wird es vielleicht doch an der Grammatik und an der Sprache liegen. Mal sehen, vielleicht bekomme ich den Knick noch einmal heraus, denn so blöd, daß ausgerechnet ich es nicht kann und immer ganz unten bleiben, bin ich ja wirklich nicht und wenn es mir gelingt aus dem Rohgerüst vielleicht doch einen brauchbaren Roman zu machen, wäre dassehr schön.

Ein Problem habe ich vielleicht trotzdem noch, das ist, daß ich ja sehr dicht am aktuellen Geschehen bin, kommt ja beispielsweise nicht nur die Bundespräsidentenwahl sondern sogar der Anschlag in Berlin vor und davor wird ja auch immer abgeraten, zu aktuell zu sein, obwohl Marlene Streeuweitz, deren Wahlroman ich zur Einstimmung gelesen habe, das auch so macht und der Hans Fallada war ja, wie in seiner Biografie gelesen habe, sogar so aktuell, daß er in einem Nazi Gefängnis seinen Unmut über das dritte Reich aufschrieb, also kann man eigentlich über alles schreiben.

Sprachlich besser werden, kann aber nicht schaden und auf den Blog ein bißchen neugierig auf mein Schreiben zu machen, so daß sich, wenn ich dann die Vorschau habe, vielleicht doch einmal einer auf mein Gewinnspiel reagiert, wäre auch sehr schön.

Das wird aber noch ein bißchen dauern, bis ich da soweit bin, vorher kommt  noch die Vorschau zu „Claire-Klara-Clarisse“ heraus, das der Alfred gerade korrigiert.

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2017-01-15

Handlungslücken und Ungereimtheiten

Da hat mich ja mein Kritiker Uli vor ein paar Wochen fast erwischt, daß ich keine Handlung hätte oder nach über vierzig Jahren erfolglosen Schreibens nicht mehr wirklich weiß, über was ich jetzt noch schreiben soll, weil ich mich bei dem neuen Buch mit der Wohnungslosen, die in einer Bibliothek übernacht, sehr stark an der „Viertagebuchfrau“ vorbei geschrammt habe und man sieht wieder Feedback wirkt, denn von da ab ist es fast von selbst gegangen.

Vor einer Woche bin ich von den Weihnachtsfeiern aus Harland mit siebzehn Szenen, achtundvierzig Seiten und etwa 22 762 zurückgekommen und hatte mich bis dahin, ich gebe es zu, sehr mit meinen drei bis vier fünf Hauptpersonen durch die Handlung geschummelt.

Die Dorothea geht aus der Bücherei in den Mc Donald , sieht dort eine Frau in einen Bus steigen und einen Studenten vor dem Laptop sitzen, das war schon eigentlich fast alles, das mit dem Bibliotheksgespenst und der „Viertagebuchfrau“ ist auch noch dazu gekommen, aber wie ist das eigentlich mit der Dorothea?

Hat die jetzt Felicitas Fee Biografie mit der gestörten Mutter, die die Geburt ihrer Tochter niemals einem Magistrat gemeldet hat?

Sie hatte ein bißchen, denn das ist im Erstentwurf so gestanden, in den letzten Harlandtagen habe ich, die siebzehn Sezene aber schon einmal durchkorrigiert und verkürzt, das heißt, das eigentlich hinaus gestrichen.

Die Dorothea hat das Buch in ihrem Abstellkammerl zwar gefunden und liest Nächtens daran, aber wie sie dazu gekommen ist in einer Bibliothek zu schlafen, ist jetzt ein bißchen im Dunklen.

In der Vorwoche bin ich dann auf die Idee gekommen, mir Marlene Streeruwitz dritten Wahlroman auszudrucken und zu lesen und das war sehr gut und  hilfreich, denn wenn der Robert beispielsweise meinen Wiener Stadtroman las und dann sagte, das ist eigentlich sehr einfach und linear, dann war ich sofort betroffen und dachte, das darf ich doch nicht so schreiben.

Der Wahlkampfroman der Marlene Streruwitz passiert aber auch auf einer sehr linaren Handlungsebene, also darf ich doch, habe ich gedacht, an meinem Konzept ein bißchen weitergeplant und das Ganze noch einmal durchkorrigiert, damit es in sich logisch ist und die Unklarheiten verschwinden.

Die Handlung war jetzt die, die Therese bekommt ein SMS von der Ivanka, daß sie sich in Graz befindet und dort eine Performance macht, also fährt sie dorthin. Die Performance, zweiundsechzig abgeschnittenene Köpfe, die gegen Rassismus mahnen, wird aber von den Patrioten gestört, die selber eine Kunstaktion machen und dabei mit Scheiße werfen. Ivanka wird getroffen und Therese fährt nach Linz, weil sie ein Prospekt des Lenthos gefunden hat, von dort will sie eigentlich nach Wien, steigt aber in den falschen Bus, kommt nach Salzburg und von dort fährt sie noch nach Berlin, wo sie in den Terroranschlag am Weihnachtsmarkt kommt.

Der Fabi bereitet eine Aktion bei der Angelobung des neuen Bundespräsidenten vor und die Dorothea verbringt ein Wochenende in der Hauptbücherei.

Jetzt bin ich daraufgekommen, daß sie das erst ab Samstag fünf Uhr machen muß, weil die Hauptbücherei bis da  offen ist. Sie öffnet aber erst um elf, was auch ein Problem oder eine Ungereimtheit ist, weil eigentlich sehr spät und ich dachte es beginnt schon um neun. Sie schreibt oder liest jedenfalls an diesem Wochenende ihren Roman zu Ende.

Dann schickt sie ihn an eine Agentur oder an „Amazon“ vielleicht, schließt da Kammerl ab und geht aufs Dach hinauf wo sie sich mit Karoline trifft, ihr das erzählt und ihr den Schlüßel übergibt. Dann geht sie nach Hause duschen.

Während, die Therese auch nach Wien urückommt und in die Stunde ihres Psychiaters geht und dann gibt es noch die Angelobung, auf Fabi wird ein Stein geschmissen, Sophie reißt ihn weg und geht mit ihm ins Cafe Eiles.

So weit so waht,  das wäre meine Handlung und sie ist bis auf einige Handlungslücken jetzt schon sehr konkret.

Auch ohne „Schneeflockenmethode“ kann das gehen  und, ich glaube, es sind auch einige Spannungsbögen darin, die einem die Schreibratgeber ja immer vorpauken, daß man die haben muß und ich hatte immer Schuldgefühle, weil ich dachte, ich hätte  nicht.

Die sind jetzt von selbst passiert, denn auch der Fabi und die Sophie haben sich in Graz eingefunden, die Aktion mit der Scheiße ist entstanden, also sehr konkret.

Ich hatte nach dem ich zweimal korrigiert und das Konzept mit ein paar Lücken aufnotiert hatte, dann noch einen Leerlauftag, wo ich fast befürchtete, ich könnte wieder in eine Schreib- oder Trödelkrise kommen.

Fakt aber war, ich wollte mir den letzten Tatort anschauen, wo es auch um dieses Thema geht und hatte dabei Schwierigkeiten, die Folgen im Netz zu finden, weil nicht immer verfügbar und teilweise ohne Ton.

Ab Donnerstag aber klappte das und dann habe ich auch geschrieben und geschrieben und die Handlung hat sich eigentlich wie am Schnürchen und von selber weiterentwickelt.

Jetzt stehe ich bei über vierundsiebzig Seiten, dreiunddreißig Szenen, 36 045 Worten, habe die Handlung, wie oben beschrieben.

Fabi und Sophie sind aus Graz zurückgekommen, die Therese sitzt im Bus nach Salzburg und die Dorothea rüstet sich für das Wochenende, das heißt, sie geht einkaufen, weil sie sich ja am Sonntag dort versorgen muß und da ist jetzt das Problem, beziehungsweise die Handlungslücken.

Denn ich habe ja einige sehr konkrete Zeitvorgaben. Ziemlich am Anfang kommt die Dorothea dazu, wo ein Plakatierer ein „Hofer-Plakat“ mit einem „Licht ins Dunkel“ überklebt, aha, also kurz nach der Wahl, sprich Anfang Dezember. Die Angelobung wird, glaube ich am sechundzwanzigsten Jänner sein und der Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt war am neunzehnten Dezember, also ein Zeitraum von ungefähr sechs Wochen.

Ich hantle mich aber sehr schnell von Szene zu Szene, die eigentlich in einigen Tagen passiert, so daß ich da Lücken habe und es nicht passt.

So ist die letzte Szene, die ich heute geschrieben habe, die wo sich die Dorothea auf das Wochenende vorbereitet. Die Therese sitzt da im Bus nach Salzburg und wird in der Nacht noch nach Berlin weiterfahren. Da würde sie dann am Morgen des 19. Dezembers, einem Montag ankommen, bis zur Angelobung ist aber noch ein Monat Zeit und die Dorothea würde eigentlich schon am Montag früh mit dem fertigen Roman, die Bücherei verlassen.

Ich weiß nicht, ob das Problem jetzt klar herübergekommen ist? Das ist ja auch das Spannende am Schreiben, daß man sich von Problemchen zu Problemchen hantelt und alles irgenwie auflösen muß.

Das wäre vielleicht auch ein Fall fürs Szeneschreiben oder Handlungsstängeschreiben.

Ziemlich klar ist jetzt schon der Weg der Therese, die fährt nach Salzburg, geht ins Cafe Glockenspiel, liest dort in einer Zeitung über Berlin. Will dann in ein Hotel, stolpert aber über ein Reisebüro, das ein Last Minute Angebot nach Berlin hat, der Bus fährt um neun. Das wäre dann der Sonntagabend, der Anschlag passiert, am Montagabend fährt sie nach Salzburg zurück,  dann nach Wien und kann also am Dienstag oder Mittwoch in Theo Hardenbergs Sprechstunde kommen und ich bin, glaube ich, ursprüglich am Dienstag den dreizehnten Dezember gestartet. Da wäre ich, wenn ich meine Handlung richtig nachrechne, jetzt ungefähr bei Freitag.

Am Samstag geht die Doro mit ihrem Provant ins Wochenende, am Montag passiert der Anschlag, es wäre aber schon vorher aus, während die Angelobung erst ein Monat später ist.

Die nächste Szene, die ich schreiben will, ist die im Cafe Glockenspiel. Dann brauche ich einige Füllszenen, wie ich das mit dem Wochenende so weit ausdehenen werde, weiß ich noch nicht und auch noch nicht, wie das jetzt mit dem Fabi und der Sophie wird?

Da muß ich vielleicht wieder etwas umändern, noch einen Spannungsbogen einplanen, noch einmal durchkorrigietren, etcetera.

Für Tips und Ratschläge, die über das „Das ist das schlechteste, was ich je gelesen habe!“, hinausgehen wäre ich dankbar und würde schätzen, daß ich jetzt im dritten Drittel bin. Da geht es dann ja manchmal sehr schnell und rasant vorwärts, so daß das Ganze dann vielleicht vierzigtausend Worte hat. Also kein ganzer Nanowrimo, aber länger als die Kroatiengeschichte oder die „Paula“ und die Rohtextzeit wäre wahrscheinlich unter  sechs Wochen, vielleicht eher bei der Nanowrimozeit.

Begonnen habe ich ja eigentlich am ersten Dezember, als ich im Cafe Fortuna die erste halbe Szene schrieb.

Dann habe ich noch bis zum sechzehnten Dezember korrigiert  und dann glaube ich so um den zwanzigsten oder zweiundzwanzigsten Dezember mit dem Schreiben angefangen.

Spannend, spannend, spannend, ich finde es gut, meine Hemmungen habe ich so ziemlich überwunden, einen, wenn auch sehr linearen Handlungsbogen habe ich auch und daß ich damit, auch wenn ich meine Schreibprozesse ziemlich detailiert hier beschreibe, niemanden auffalle, ist eigentlich sehr schade, aber etwas, was sich offenbar nicht ändern läßt.

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