Literaturgefluester

2022-02-28

Simons Sailers Trilogie und Hanno Millesis lange Wege

Zwei Neuvorstellungen in der „Alten Schmiede“ oder auch nicht, denn die ersten beiden Teile von Simon Sailers Trilogie sind schon 2020 und 2021 erschienen und der 1984 in Wien geborene Schriftsteller und Hochschullehrer war mir bisher unbekannt.

„Die Schrift“, das „Salzfaß“, der „Schrank“ heißen die drei Teile der sogenannten Essiggassen-Trilogie, alle, wie auch die Millesi-Bücher in der „Edition Atelier“ erschienen und alle auch vom Herausgeber Jorghi Poll illustriert und der dritte Teil „Der Schrank“ wurde in der AS vorgestellt.

Johannes Tröndle moderierte wieder und erzählte, daß sich die Essiggasse ganz in der Nähe der „AS“ befindet.

Simon Sailer hat dann kurz aus den ersten beiden Bänden gelesen. In der „Schrift“ geht es um einen Ägyptologen, der eine geheimnisvolle Schrift entdeckt und dann verschwindet.

Im „Salzfaß“, um einen Antiquitätenhändler, der einem Kunden ein wieder geheimnisvollen Salzfaß schmackhaft machen will.

Die drei Bücher sind relativ dünn, worauf Johannes Tröndle wieder die Gattungsfrage stellte, sind es Erzählungen oder Novellen und was sind Novellen? Um den surrealen Realismus scheint es in der Trilogie auch zu gehen. Johannes Tröndle fragte Simon Sailer auch, ob er die drei Teil bewußt hintereinander und aufeinander Bezug nehmend geschrieben hat?

Im „Schrank“ geht es wieder um ein Ding, was ja, wie ich schon vorige Woche bei Heinrich Steinfest hörte, ein Gattungsmerkmale der Novelle ist und der Schrank soll von einer Villa in Grinzing in die Essiggasse überstellt werden. Erzählt wird aus der Sicht der Möbelpackerin Lena und der Text wird zunehmend von Tieren bewandert, wie Johannes Tröndl schon vor der Lesung verriet.

Johannes Tröndle wollte dann wissen, wie Simon Sailer vom Gelehrten und Antiquaritätshändler zu einer Möbelpackerin gekommen ist und kam dann zu der Verwandlung von den Menschen zu Tieren. Die Bärin ist schon in der Textstelle aufgetaucht und dann hat sich auch ein Mädchen in einen Papagei verwandelt, ws offenbar das Surreale an diesem Trilogie-Teil ist, wie auch die Herrschaft der Dinge über die Menschen eine große Rolle spielt.

Dann ging es um die Konstruktion der drei Teile die „Schrift“ ist sehr verschachtelt, konzipiert, im „Salzfaß“ geht es um den Monolog, während der „Schrank“ eher einfach wird, das Eingeschlossensein aber ein großes Motiv ist und auch der Dialog eine Rolle spielt.

Dann kam eine Pause in der man, wie Johannes Tröndle erklärte, einen kurzen Ausflug in die Essiggasse machen konnte und dann kam der 1966 in Wien geborene Hanno Millesi mit seinem „Charme der langen Wege“, das ich schon im Sommer gelesen habe und das auch bei den O-Tönen vorgestellt wurde, was ich weil es nach Regen ausgeschaut hat, leider versäumt habe und ich bin ja, wie ich immer schreibe ein Fan des Autors, der ja auch eine irgendwie surreale geheimnisvolle Schreibweise hat. Kennengelernt habe ich ihn bei Ernst Kostals Wahnsinnsseminaren„, dann hat er beim „Bachmann-Preis“ gelesen. Ich war bei verschiedenen Buchvorstellungen im Literaturhaus und in der „Alten Schmiede“, den „Priessnitz-Preis“ hat er auch bekommen. Auch diese Preisverleihung habe ich versäumt und mit den „Vier Weltteilen“ ist wie auch mit den „Wegen“ 2018 auf der Öst-Longlist gestanden.

2021-08-01

Der Charme der langen Wege

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jetzt gibts schon ein bißchen Vorauslesen, denn der 1966 in Wien geborene Hanno Millesi stellt sein neues Buch erst nächste Woche bei den O-Tönen vor und interessant ist auch, daß ich es nicht direkt vom „Atelier-Verlag“ bekommen oder von dort angefordert habe. Dann hätten sie es mir wahrscheinlich als PDF geschickt, sondern von einer Literaturagentur das Angebot bekommen habe, so habe ich das Printbuch, was mir ohnehin lieber ist und ich weiß nicht, ob es meine Leser wissen, bin eine Fanin des Autors, dessen Namen ich wahrscheinlich das erste Mal hörte, als ich vom Bund die Nachricht bekommen habe, daß es leider, leider, kein Stipendium für mich gäbe, er aber eines bekommen hat oder war das erst später und ich habe ihn direkt im Literaturhaus bei Ernst Kostals „Wahnsinnsmptom“, wo er sehr beeindruckende Kindertexte gelesen hat, kennengelernt?

Ab da war ich, glaube ich, die Fanin und habe auch bedauert, daß sein Text beim „Bachmannpreis“,wo er später gelesen hat, nicht besonders aufgefallen ist. Das Literaturhaus hat dann ihn, beziehungsweise seine Bücher öfter vorgestellt. Eines seiner Bücher habe ich einmal im Schrank gefunden, aber leider noch nicht gelesen. 2018 ist er dann auf der Longlist des Öst Bp gestanden. Da habe ich das PDF der „Vier Weltteile“ gelesen und Hanno Millesi ist, könnte man sagen, einer der, durch seine leise Skurrilität auffällt und so ist es auch hier, wo es um einen Geräuschmacher geht, der sein Gehör verloren hat und dann wird es sehr verwirrend bzw. dstopisch.

Es gibt auch Zeichnungen in dem Buch, die wahrscheinlich vom Autor stammen , der ja auch, glaube ich, Kunst studiert hat und Assistent von Hermnann Nitsch war. Eines zeigt das Denkmal der Kaiserin Maria Theresia am Wiener Maria Theresienplatz. Das Haus des Meeres kommt auch vor und der botanische Garten. Dann geht es aber um eine Stadt namens Z., die auch noch zerstört wurde und zu Beginn, der in einem Kino spielt, tritt der Protagonist Lambert oder Bert auch auf eine Reise in das Weltall auf.

Am Buchrücken steht „Was wie die Laserkanone am Raumschiff Außerirdischer klingt, ist in Wirklichkeit Glasreiniger, der auf eine erhitzte Glasplatte gesprüht wird.“

Dann gibt es offenbar einen Unfall, Lambert, der als Bert in einem Soundstudio arbeitete, verliert sein Gehör, verwandelt sich in in Lambert zurück und geht zu seiner Haushälterin, Frau Hauptmann, die ständig mit einem Staubsauger werkelt und ihn zu unterdrücken scheint. Dann zieht er mit einer Schubkarre und einer DX durch die Stadt. Einen Freund mit einer Imbißbude, der dort alles, also auch Müsliriegel frittiert gibt es auch und als Lambert einmal in die Wohnung seiner Eltern aufbricht, findet er dort in seinem ehemaligen Zimmer offenbar einen Flüchtlingsjungen der sich Sandip nennt. Den macht er dann zu seinem Partner, irrt dann durch das zerstörte Z, wo die Leute selbst ihre Häuser verbrennen und die Leserin ist etwas verwirrt.

Hanno Millesi ist sehr skurril, hat einen unterschwelligen Humor, der mir mir immer sehr gefiel und mich deshalb zu seiner Fanin machte. Ich habe ihn früher auch öfter in der „Alten Schmiede“ oder im Literaturhaus im Publikum getroffen, wo er mich auch immer freundlich grüßte und so bin ich auf die Lesung nächste Woche im MQ, sehr gespannt. Hoffentlich regnet es nicht und zitiere zur Abwechslung einmal die letzten Sätze, die mich ebenfall sehr beeindruckt haben und seinen Stil gut erkennen lassen:

„in Frau Hauptmanns Pupillen gespiegelt, begleiten ein paar Flammen ihren Blick ins Innere der Wohnung, und ehe sie daran geht, die üblichen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, muß Frau Hauptmann daran denken, dass ihr Arbeitsgeber alljährlich an diesem Tag behauptet, er verstehe sich darauf mit nichts als einer Packung Prinzenrollenkekse ein weit bedrohlicheres Geräusch zu erzeugen. Um sich einen seiner nicht enden wollenden Vorträge zu ersparen, hat Frau Hauptmann – das fällt ihr jetzt ein – sich nie danach erkundigt, ob er dafür die Kekse oder die Verpackung verwenden würde.“

Wieso das Buch so heißt, habe ich übrigens nicht ganz verstanden. Für mich hätte „Der Geräuschemacher“ besser gepasst. Aber villeicht gibt es diesen Titel schon.

2018-09-30

Die vier Weltteile

Nun kommt schon Buch sieben der östBp, ich hatte da ja den Startvorteil zum Zeitpunkt der Listenveröffentlichung schon fünf Bücher gelesen zu haben, nämlich Hanno Millesis „Die vier Weltteile“ und die, die mich lesen, wissen, daß ich den 1966 in Wien geborenen, den ich manchmal bei Verantaltungen in der „AS“ etcetera, auch im Publikum sehe, sehr mag.

Der Name ist mir schon seit den Zeiten bekannt, als ich mich noch um ein Staatsstipendium beworben und die Liste der glücklich Auserwählten zurückbekommen habe. Dann hat er bei Ernst Kostals „Psychose-Veranstaltungen“ im Literaturhaus gelesen und da haben mich seine sehr beeindruckenden makabren Kindsschilderungen sehr gefallen unde stimme auch dem zu, was ich den Pressestimmen über Hanno Millesi gelesen habe, daß er ein Meister der skulrillen Alltagsbeschreibung in allen ihren Details, wäre.

Er hat  2006 beim Bachmannpreis gelesen und im Vorjahr den „Priessnitz-Preis“ bekommen, wo ich, was mir immer noch leid tut, aus Termingründen nicht bei der Preisverleihung war.

Ich war dafür bei mehreren Lesungen im Literaturhaus beispielsweise, habe aber noch nie ein Buch von ihn gelesen, den „Schmetterlingstrieb“ aber im Vorjahr im Schrank gefunden und jetzt mein erster Millesi von dieser schönen Buchpreisliste und muß sagen, ich bin, wie weiland bei Valerie Fritsch enttäuscht, denn dieser „Museumsbesuch mit Folgen“ ist, wie ich finde, ein sehr „künstliches“ Buch und etwas, was sich in Wahrheit höchstwahrscheinlich nicht so abspielen würde.

Schon die Idee ist in Zeiten, wie diesen wahrscheinlich etwas billig. Da geht eine Gruppe von Menschen, eine Familie ist es, glaube ich, nicht, sondern zwei Erwachsene Wanda und der  sehr geschwätzige und fast  so allwissend,  wie Maxim Biller, tuende Erzähler mit vier Kindern Tessa, Konrad, Iggy und Emiliy ins kunsthistorische Museum und als sie zum Ausgang wollen, kommt der Aufseher mit dem Funkgerät und murmelt etwas von technischen Problemen, so daß sie noch in den Räumen bleiben müssen.

Der Erzähler erzählt uns in Laufe der hundertzweiundfünfzig Seiten, was geschehen ist. Ein Terrorist Hussein Y, genannt, wollte aus religiösen Gründen eines der Madonnenbilder mit einer Spraydose zerstören. Mußte beim Eingang aber seinen Rucksack zeigen und verletzte so mit einem Messer zwei Personen und während  unten im Foyer, die Einsatz- und Reporterteams anströmten, rennen die sechs von Saal zu Saal und verlieren sich in den Bildern.

In einer der Rezensionen habe ich die Frage gelesen, ob das Buch nicht etwa der Versuch sein könnte, dem Leser einen Museumsrundgang schmackhaft zu machen und ihm so auf unterhaltsame Weise, die Bilder, die dort hängen, zu erklären.

Das glaube ich nun nicht, daß es Hanno Millesi, der Kunstgeschichte studiert hat, so billig  machen würde. Aber ich war  schon einmal im kunsthistorischen Museum, wo zu bestimmten Bildern, einige kommen glaube ich in dem Buch auch vor, Schauspieler dazu geschriebene Texte lasen, was mich aber besonders störte, ist die Künstlichkeit, die das Buch ausstrahlt.

Da weiß ich, unter mir geschieht ein Terroranschlag, die Aufseher tun nichts und wenn man sie fragt, wann man hinaus kann, drücken sie nur scheinbar auf ihr Funkgerät, Wanda hat sogar die Angst, man könnte geopfert werden und nie mehr hinauskommen und dann rennt man von Bild zu Bild und  gibt kunsthistorische, beziehungsweise höchst kunstvolle literarische Betrachtungen darüber ab?

Der Erzähler steht auch einmal am Fenster und sieht die Polizei und die Rettungsautos unten anfahren, der Aufseher schlägt den Kindern vor, sich Bruegels „Kinderspiele“ anzusehen und die vier schlagen dann Purzelbäume im Museum und diskutieren übers Reifenspielen. Ich denke eher, daß heutige Kinder dieses Bild  wahrscheinlich langweilig finden, habe mir aber während des Lesens immer wieder die entsprechenden Bilder, so weit ich sie, als solche indentifizieren konnte, im Netz angeschaut, was auch ein Kritikpunkt an den Verlag wäre, daß es in Anhang kein Verzeichnis der zitierten Bilder gibt, denn das sind sehr viele.

Peter Paul Rubens „Die vier Weltteile“ ist der Titelgeber, dann kommt der „Turmbau von Babel“ vor, die „Judith mit dem Holofernes“, was wieder sehr schön die Grausamkeit dokumentierte, die in diesem Museum, wo es ja von Schlangen, Drachen und abgeschlagenen Köpfen auf den Bildern, nur so wimmelt, herrscht und man eigentlich die Frage stellen könnte, ob es hier nicht vielleicht ein Jugendverbot geben sollte, der „Heilige Sebastian“ und und vor.

Die sechs diskutieren über die Bilder, die Kinder stellen Fragen, eine verwirrte Frau taucht auf, die den Erzähler nervt, ein Touristenpaar hat das alles gar nicht mitbekommen, zwei alte Männer in karierten Hosen und Regelmantel fangen zu streiten an und ein offensichtlicher Rechtsanwalt, einer der skurrilen Einfälle Hanno Millesis, würde ich vermuten, kauert zitternd am Boden. Er wollte die pause zwischen zwei Verhandlungen für ein bißchen Kunst nutzen und jetzt das.

Die Kinder bauen ihn ein bißchen auf und finden dann auch einen Lift mit dem sie zu dem Zeitpunkt, wieuns der Erzähler verrät, sich Hussein Y. schon auf dem Weg ins Krankenhaus befindet, hinunterfahren und an den Reportern und sonstigen Getümmel vorbei, das Museum verlassen,  mit der Straßenbahn nach Hause fahren und dabei noch die weise Erkenntnis mitnehmen „Daß der Museumsbesuch nicht umsonst gewesen ist.“ Die Kinder werden sich dann noch die Frage stellen, ob in Zukunft nicht jeder Museumsbesuch so dramatisch sein muß.

Natürlich nicht und auch ich habe, wie man vielleicht sagen könnete, einen sehr vergnüglichen Rundgang gemacht, aber Hanno Millesi, den ich, ich wiederhole es, sehr mag, eigentlich für „besser“ gehalten.

Die Rezensenten kann ich noch erwähnen, betonen, daß es schon ein Buch, das in einem Museum spielt, nämich Donna Tartts „Diestelfink“ gibt.

Dann gibt es noch „Die alten Meister“ füge ich hinzu, wo einer ja auch ins kunsthistorische  Museum geht, wo niemand Bilder mit Spraydosen, was ja eigentlich noch ziemlich harmlos ist, beschmieren will, sondern die ganze Zeit  resumiert, ob er am Abend ins Burgtheater gehen soll und die Vorstellung dann, nachdem er es tat, eine „fürchterliche“ war, was mich einmal mit der kleinen Anna auf den Zug nach St.Pölten wartete, sehr zum Lachen brachte und ich selber, kann ich noch erwähnen, habe in „Kerstins Achterl“  auch eine Szene, wo im kusthistorischen Museum vor einem Gemäde von Velazques Geburtstag gefeiert und eine Marmelade promotet wird.

2017-02-23

Essays und Prosa übers Schreiben

Nach dem Totengedenken von 1942 geht es jetzt wieder in die Gegenwart, ins Literaturhaus, zu einer GAV-Veranstaltung und zur österreichischen Gegenwartsliteratur.

Da habe ich ja eine „Mittlere Reihe“ einmal im Literaturhaus machen wollen, die dann ins Amerlinghaus übersiedelte, bis ich dasorganisieren aufgegeben habe.

Jetzt tun das andere, die 1970 geborene Regina Hilber beispielsweise, neben der ich einmal bei einem GAV Abendessen im Pfudl gesessen bin und deren Text ich in der NÖ-Stipendiaten Anthologie „Auserlesen“, ich vor kurzem gelesen habe.

„Ein literarischer Abend rund um das Schreiben und seine Ausformungen“, steht im Programm und Regina Hilber hat dazu Hanno Millesi und Peter Hodina eingeladen und auf dem Podium auch für eine Wohnzimmerathmosphäre gesorgt, also ein Sofa und eine Leselampe und dann wurde ein Text und zwei Essays übers Schreiben gelesen.

Begonnen hat der in Berlin lebende 1963 georene Peter Hodiana, der mir einmal, nach einer GAV-GV im Gasthaus Pfudl seine „Bausteine I“ übergeben hat, was, wie ich erst im Nachhinein bemerkte, wahrscheinlich mein erstes Literaturgeflüster-Rezensionsexemplar gewesen ist.

Jetzt hörte ich ihn wieder und seinen Essay über eine „Poesie der Holzverarbeitung“, in der es um die Frage, wovon oder wofür ein Schriftsteller lebt?, ging.

„Was verdienst du?“ ist ja eine häufige Frage, wenn einer beispielsweise bei einer Lesung oder in Ö1 auftritt oder „Kann man vom schreiben?“ leben.

Ich kann und will es nicht, die ohne Brotberuf haben whrscheinlich keine andere Wahl und Peter Hodina wollte einmal in Gallneukirchen einen Geldbetrag bei einer Bank einzahlen und wäre fast daran gescheitert, weil der Bankbeamte den Beruf „Schriftsteller“ nicht in seiner Liste hatte.

Nun, ich nenne mich ja auch eher Autorin oder schreibende Frau, aber ich befinde mich ja jenseits des Literaturbetriebs, obwohl ich heute zweimal die Erfahrung machte, daß ich erkannt, beziehungwweise auf meinen Blog angesprochen wurde und für einen Fan den  1966 geborenen Hanno Millesi würde ich mich sowieso halten, sofern ich überhaupt, der Fan eines Schriftstellers bin, da definiere ich ja sehr vorsichtig, aber ich habe ihn einmal zu einer Buchprämie verholfen seinen Text „Alles Gute“, eine Erzählung aus dem „Luftschachtverlag“ glaube ich, auch einmal schon im Literaturhaus gehört.

Da geht es, um das Feiern von Schriftstellergeburtstagen, im August Dorothy Parker, dann kommt  F. Scott Fitzgerald, da wird sehr viel gesoffen. Es wird aber auch mit Lederhandschuhen auf die Suche nach einem Windhund gegangen, Emily Dickensons Gedichte am Telefon rezitiert und der 9. November was mein Geburtstag ist, wird auch gefeiert.

Daran knüpfte sich, es gab nach jeder Lesung eine Disskussionsrunde, die Frage, nach der Autogbiografie, wie weit ist das Erzähler-Ich das des Autors?

Eine Frage, die die Autoren meist energisch verneinen, aber wahrscheinlich fließt doch immer etwas von der Person und der Persönlichkeit in die Texte hinein und Regina Hilber suchte in einem Text, der, wie der von Peter Hodina, in einer „Anthologie“ enthalten ist, nach dem heiligen Löchern.

Das ist die Frage, was die Verlage gern verlegen, den neuen Hodina, Millesi, Hilber oder doch vielleicht das zuvälligerweise in einem Safte entdeckte neue Werk der Harper Lee oder des Truman Capote?

Die Verlage werden sich wahrscheinlich, wenn sie können, für das letztere entscheiden, aber es ist auch sicher spannend und  wichtig neue Autoren zu entdecken oder vergessene wieder zu verlegen.

Peter Hodina scheint, wie ich ein Büchersammler zu sein und meinte, daß er viel in Antiquariate gehen würde, während Hanno Millesi darauf hinwies, daß ein Autor anders, als der gewöhnliche Leser liest.

Natürlich klar, das tue ich auch, ich versuche  auch immer in den Bchern zu entdecken, was die anderen besser, als ich können und habe heute bei meiner Bücherkastenrunde, auch wieder eine schöne Entdeckung gemacht.

Denn bei dem in der Zieglergasse stand eine junge Frau, die sich sehr euphorisch über die Bücher freute und mich auf einen Bücherschrank der „Grünen“ zwei Gassen weiter, beim Bezirksamt Neubau aufmerksam machte und dort habe ich Anton Wildgans berühmte „Rede über Österreich“ gefunden und nach der Diskussion über das Schreiben gab es diesmal sehr interessante Gespräche bei Wein und Wasser und ich bin dabei auch mit Alexander Peer ins Gespräch gekommen, von dem ich ja auch einmal ein Buch im offenen Bücherschrank gefunden habe.

 

2016-09-27

Ausflug in die Siebzigerjahre

Da habe ich ja literarisch zu schreiben angefangen, das heißt so ungefähr ab 1971 geplant, nach meiner Matura werde ich sowohl schreiben, als auch Psychologie studieren und 1973, in dem Sommer, in dem sich auch die GAV gründete damit angefangen, an Literaturzeitschriften habe ich aber, da nur sehr vereinzelt und sehr spät zu schicken angefangen.

1978, glaube ich „Die Einladung zum Tee“ der Monika Jensen und dem Gerhard K. gezeigt, die beide sehr energisch „Das ist nicht gut!“, sagten, was mich sehr getroffen hat und ich noch immer nicht ganz glaube.

Die Monika hat mich aber in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“, gebracht, das war eine Intiative des „Bundes demokratischer Frauen“, die sich nach einem Vortrag „Warum Frauen schreiben?“,gebildet hat.

Da habe ich Marie Therese Kerschbaumer, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Erika und Bärbl Danneberg und noch einige andere Frauen kennengelernt und, die am 31. August 1936 geborene Marie Therese Kerschbaumer, die heuer also achtzig wurde, hätte heute in der „Gesellschaft für Literatur“ eine Veranstaltung gehabt.

„DER WEIBLICHE NAME DES WIDERSTANDS – ein Abend für Marie Therese Kerschbaumer“ mit Lisa Fritsch, Petra Ganglbauer, Marianne Gruber,  Gerhard Jaschke, Erika Kronabitter und Julian Schutting, stand im Programm und ich wäre natürlich hingegangen.

Dann las ich vor ein paar Tagen aber zufällig auf der Facebook-Seite der „Gesellschaft“, der Abend entfällt und Gerhard Jaschke, den ich ja gestern in der „Alten Schmiede“, traf, hat es mir bestätigt, daß Marie Therese den Abend nicht gewollt hätte.

Nun sie ist nicht leicht zufriedenzustellen, das weiß ich schon aus den Zeiten, wo ich für die GAV-NÖ eine Veranstaltung in St. Pölten organisierte „Literatur mit Frauen“- ich glaube mit ihr, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Brigitte Guttenbrunner und mir.

Da hat sie gelesen und hat sich auch über das Interesse eines älteren Herrn gefreut, aber ganz problemlos ist diese Zusagen nicht gewesen und beim „Altweibersommer“ in der „Alten Schmiede“ hat sie schon nicht mehr mitgemacht, dazwischen war auch die Sache mit der Ohrfeige im Literaturhaus.

Ich wäre trotzdem gerne zu der Veranstaltung gegangen, ist es ja ein Teil meiner literarischen Vergtangenheit, habe von ihr den Roman die „Schwestern“ und noch einiges andere gelesen, den „Weiblichen Namen des Widerstandes“ nicht, war aber bei einigen Veranstaltungen und habe sie früher bei GAV und IG Veranstaltungen auch sehr regelmäßig gesehen.

Also ein bißchen enttäuscht und „Schade!“, gedacht, dann aber nach einem Parallelprogramm gesucht und da gab es zufälligerweise sogar ein sehr gut passendes, wie die Faust aufs Auge sogar, allerdings im positiven Sinn gemeint, denn im Literaturhaus veranstalteten gerade die sehr viel jüngeren Autoren Hanno Millesi und Xaver Bayer eine Ausstellung zum Thema „Austropilot – Lyrik und Prosa aus österreichischen Literaturzeitschriften der 1970 er Jahre, die habe ich mir vorige Woche schon angeschaut, aber heute gab es dazu die Präsentation einer gleichnamigen Anthologie, die im „Atelier Verlag“ erschienen ist und ich habe dort auch sehr viele Bekannte aus den Siezbziger Jahren oder so gesehen, Hans Jörg Zauner beispielsweise  oder Reinhard Wegarth, der mir sagte, daß er beziehungsweise seine Texte auch in der Anthologie enthalten sind.

Meine natürlich nicht, aber ich habe, glaube ich auch erst spät angefangen in den Literaturzeitschriften zu publizieren, erst nach 1978, da ich mit ihren ja auch durch den Arbeitskreis in Kontakt gekommen bin.

„Die Einladung zum Tee“, die ich bei meinem ersten Arbeitskreisesuch auch gelesen, beziehungsweise durch meine Freundin Elfi vorlesen ließ, weil ich mich damals noch nicht zu lesen traute, hätte auch im „Sterz“ erscheinen sollen. Da war auch eine Frau bei mir, die mir die Illustrationen dazu brachte.

Es ist aber nicht dazu gekommen. Aber in „Frischfleisch und Löwenmaul“, das ja von Nils Jensen, den ich auch durch den Arbeitskreis kennenlernte und Reinhard Wegerth gegründet wurde, ist „Einige Gründe derer, die nicht an der Demonstration teilnahmen“, erschienen, aber ich ersehe gerade auf meiner Publikationsliste, das war erst im Heft 33, 1982 und meine erste Publikation erschien, in der Stimme der Frau“, der KPÖ-Frauenzeitung im Sommer 1980.

Vorher hatte ich keine Publikationen, kann mich also nicht beschweren in der Ausstellung nicht vorzukommen, obwohl mir die dort präsentierten Zeitschriften „Fettfleck“, „Unke“, „Wespennest“, „Manuskripte“, etcetera sehr bekannt vorkamen.

Xaver Bayer, „Priessnitz-Preisträger“, von dem ich auch einige bei „Jung und Jung“ erschienene Bücher gelesen habe, leitete in seinem Vortrag  die Literaturlandschaft der 1970er Jahre ein, die sich nach dem Krieg frisch gebildet haben und in den wilden Siebzigerjahren begann auch die Literaturförderung, so daß es damals sehr viele Zeitschriften gab, meist hektografiert und von schlechter Qualität, die mehr oder weniger lang überlebten.

Die bekannteste Zeitschrift sind ja die „Neuen Wege,“ die es, glaube ich, schon seit den Sechzigerjahren gab. Die wurden vom „Theater der Jugend“ herausgegeben und zwei Nummern davon habe ich in Harland liegen.

„Lynkeus“, „Protokolle“, „Silberbote“, „Plan“, gab es vorher auch noch und dann natürlich die „Rampe“, in der Zeitschrift „Log“ hatte ich später auch einige Texte und in Gerhard Jaschkes „Freibord“, also eine sehr vielfältige Literaturlandschaft.

Xaver Bayer leitete ein, dann wurden Beispiele daraus gelesen und Auszüge aus Statements der Literaturzeitschriftengründer, wie Gerhard Ruiss, Gustav Ernst und Gerhard Jaschke gab es auch.

Dann Musik beziehungsweise einen DJ, der diese aus den Siebzigerjahren mixte, da setze ich wahrscheinlich aus, denn ich habe mich damals ganz brav nur für die klassische Musik interessiert und bin jede Woche in die Opter gegangen, habe hier also sicher eine Bildungslücke.

Bei der Litetraur ist das anders, denn ich habe, glaube ich, einige der präsentierten Nummern zu Hause, die man, wie Robert Huez betonte, auch in der „Dokumentationsstelle“ nachlesen kann und in der „Alten Schmiede gibt es ja auch einen Zeitschriftensaal, der von Markus Köhle betreut wird.

Nachher gab es wieder ein Buffet, mit Aufstrichen, Weintrauben und Mannerschnitten, das scheint jetzt neu zu sein und ist sehr angenehm und Gespräche, so habe ich mich lange mit Reinhard Wegerth unterhalten, der mich ja einige Male zu den „Textvorstellungen“ in die „Alte Schmiede“ eingeladen hat, die aber jetzt nicht mehr moderiert.

Ich habe auch versucht Xaver Bayer und Hanno Millesi nach einem Plakat, das auf eine GAV-Veranstaltung, die in Berlin zwischen einem  21. 4. und einem 2.5 leider ohne Jahreszahl stattfand, was die beiden mir aber auch nicht sagen konnten und nur schätzten, daß es ungefähr 1975 gewesen sein mochte, ja damals war man vielleicht auch noch etwas ungenau und das Plakat und die Zeitchriften kann man jetzt auf Flohmärkten oder Antiquariaten finden. Die Zeitschriften vielleicht in Bibliotheken lesen und manche Karrieren haben sich gebildet, manche literarische Stimmen sind verstummt, manche, wie ich ins Internet abgesiedelt und heute gab es noch eine dritte sehr interessante literarische Veranstaltung, nämlich Stephan Eibel Erzberg, den ich ja auch durch die GAV kenne, war wieder einmal in „Von Tag zu Tag“ und hat dort seinen neuen Gedichtband vorgestellt und El Awadalla, die ich auch vom Arbeitskreis kenne, hat angerufen und ihm dazu gratuliert.

2016-04-02

Hanno Millesi im Gespräch

Das Lieraturhaus hat eine neue Reihe „Nahaufnahme-österreichische Autoren im Gespräch mit Literaturwissenschaftlern und Literaturkritiker“ im Zusammenarbeit mit dem Verein „Neugermanistik“ und da stellten heute Daniela Strigl und Bernhard Oberreither Hanno Millesi vor.

In der „Gesellschaft für Literatur“ gibt es glaube ich, auch so eine Reihe und da hat einmal Kathrin Passig mit Daniela Strigl diskutiert.

Jetzt ging es um den 1966 in Wien geborenen Hanno Millesi, dessen Literatur mir eigentlich sehr gut gefällt. Kennengelernt habe ich ihm, glaube ich, bei einem der „Wahnsinnssymposien“ von Ernst Kostal und da haben mich seine Kindertext aus der Perspektive von Erwachsenen sehr beeindruckt.

2005 hat er, glaube ich, beim Bachmannpreis gelesen und da hat mir sein Text, auch wenn er, glaube ich, nichts gewonnen hat, sehr gefallen.

Einige Bücher beim „Luftschachtverlag“, eines habe ich, glaube ich gelesen, bei einigen seiner Lesungen war ich auch und ich sehe ihm auch manchmal in der „Alten Schmiede“ oder so im Publikum.

Ich würde ihn ja eigentlich für einen realistischen Autorenhalten, er scheint sich zu den experimentellen zu zählen, wie Daniela Strigl in ihrer Einleitung erwähnte und das Literaturhaus war auch voll von experimentellen Autoren, Brigitta Falkner, Gerhard Jaschke, Ann Cotten, Andrea Grill und und die Mitglieder des  „Vereins für Neugermanistik“, wie beispielsweise Alexandra Millner waren auch gekommen und Frau Schmidt- Dengler und Daniela Strigl sprach auch von der Avantgarde und behandelte mit Bernhard Oberreither, auch ein Germanist, zwei Bücher, den Zyklenband „Die Regeln der Kunst“ 2010 erschienen, da war ich, glaube ich, einmal bei einer Lesung im Literaturhaus und da geht es, um Texte wo sich ein Schriftsteller auf die Spuren anderer macht, beispielsweise am Geburtstag von Ernest Hemingway saufen gehet oder seinen Nachbarn sein Manuskritpt zeigt, der ihm dann des Plagiats verdächtigt und nicht weiß, daß Franz Kafka schon lange gestorben ist.

Einen Teil dieser Erzählung las Hanno Millesi vor,  dann ging es noch um den Roman „Der Nachzügler“, 2008 erschienen, für den er, glaube ich, eine „Buchprämie“ bekommen hat und da geht es ebenfalls, um einen experimentellen Schriftsteller, der sich auch als Detektiv betätigt und in einem Taxi einen Mister X verfolgt, der an einen Roman von Michele Houellebeckqc erinnert und der und ein Buch bon Bourdieus lag dann neben den Millessi Büchern auch am Büchertisch auf.

Hanno Millesi hat sich auch gemeinsam mit Andrea Grill am „Seestadt Aspern Buchprojekt“ beteilgt und stand den beiden Literaturwissenschaftler sehr bemüht und freundlich Rede und Antwort und ich habe wieder viel gelernt, fand es spannend, daß es soviel literarische Prominenz im Publikum gegeben hat und habe auch eine junge Frau beobachtet, die von ihrem ersten Buch erzählte, deren Namen ich aber leider nicht herausbekommen konnte.

 

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