Literaturgefluester

2018-06-27

Vom Doml zur Ungar-Gedenklesung

Wieder einmal Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropaische Literatur zum Utopie-Workshop und zum letzten Mal in diesem Semester, die letzten zwei Male hat ja Stephan Teichgräber dessen einzige Zuhörerin ich inzwischen bin, abgesagt und diesmal haben wir uns endlich einmal ein bißchen mit Jewgenij Samjatins „Wir“ beschäftigt, was ein sehr interessanter Text ist, kein Roman, sondern die Tagebuchnotizen eines Mathematikers, der sich mit dem „Integral“ beschäftigt und das dritte in der Ausschreibung angebebene Buch „Die Stadt der Katzen“ haben wir vollends ausgelassen, weil ich über das Buch im Internet nicht viel gefunden haben, vom Samjatin habe ich mir etwa hundert Seiten ausgedruckt und nicht gelsen, das gebe ich zu, daß ich da derzeit mit meiner Leseliste beschäftigt bin und wenn ich nicht sehr aufpasse, mir wahrscheinlich heuer das dopppelte Buchpreislesen abschminken werde könne und ich kann, glaube ich, nicht sehr aufpassen, habe ich mir ja gerade vorhin zwei Rezensionsexemplare bestellt und heute auch zwei andere bekommen habe.

Ich habe mich aber zumindest theoretisch mit der utopischen Literatur beschäftigt, bin da daraufgekommen, daß Margaret Atwoods „Report der Magd“ ein solcher ist und Karin Peschkeas „Atolyse Wien“ die Geschichten vom Untergang Wiens, ist zwar nicht utopisch, aber zumindest eine Utopie und Stephan Teichgräber hat sich für das Buch, das ich heute in den Workshop mitgenommen habe, auch sehr interessiert.

Ansonsten haben wir uns über Hüseyn Simek, der ja auch auf Zaza schreibt, eine Sprache, die Stephan Teichgräber lernen wollte, unterhalten und noch über den einen oder anderen literarischen Gegenstand und am Abend bin ich in die „Alte Schmiede“ zu einer Veranstaltung gegeangen, die ich eigentlich schon woanders gehört habe, nämlich zur Präsentation der bei „Mandelbaum“ erschienene Gedichtesammlung „Die Freiheit des Vogels im Käfig zu singen“, des am 12. 2. verstorbenen Heinz R. Ungars, die ja im Rahmen der Krit Lit im Weinhaus Sittl vorgestellt wurde.

Das Todesdatum des 1938 geborenen höchst politischen Dichters ist eigentlich ein sehr schönes und würde Hein R. Ungar wahrscheinlich nicht auf Thomas Bernhard sondern auf die Februarkämpfe beziehen und während im Weinhaus Sittl das Sturmgewitter sang und Ottwlad John performierte, hat Kurt Neumann diesmal Weggefährten und auch junge Dichter die einen Bezug zu Hein R Ungar haben, eingeladen zwei bis drei Gedichte aus der Sammlung vorzugtaagen und so sind Peter Rosei, Marie Therese Kerschbaumer, Gerhard Jaschke, Gerhard Ruiss, Ilse Kilic, Christine Huber, Wilhelm Pevny, Konstatnin Kaiser, Michael Hammerschid bis hin zur Cornelia Travnicek aufgetreten und haben an den berühmten Dichter erinnert, der vorher selbst das Wort hatte, nämlich einen Auschnitt aus seiner 2006 gehaltenen Schmiede-Lesung auf der Videowall gab, da ist ein schönes Bonmot haften geblieben, das dann von Peter Rosei wiederholt wurde.

„Es ist uns noch nie so gut gegangen, wie jetzt“, sagten die Gänse kurz vor Martini“.

Wie wahr und wenn wir nicht aufpassen ist es jetzt vielleicht schon wieder fünf vor zwölf und da macht es wenig Sinn sich darüber zu streiten, ob man einen Zweigelt trinken darf,  weil der Herr Zweigelt, der diese Rebensorte entdeckte, offenbar ein bekennender Nazi war.

Georg Herrnstadt hat noch drei Lieder gesungen und im Anschluß gab es ein vom „Mandelbaum“ gestiftetes Buffet mit besagter Rotweinsorte, Krautrouladen, Ravioli, Brötchen, Kuchen und und…..

Sehr fein also und auch viele Gespräche mit bekannten Gesichtern, Dine Petrik war da, Ottwald <john, Werner Grüner und sogar Silyia Bartl, die früher lang lang ists her, das Programm im Literaturhaus machte und mich von dort hinausgeschmissen hat und es war sehr berührend an den toten Schöpfer der Proletenpassion und vielen anderen sehr politischen Liedern zu denken und an ihm im Gedenken mit oder ohne Zweigelt anzustopßen.

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