Literaturgefluester

2019-08-18

Nach dem Urlaub

Der Urlaub der ein sehr schöner war, wie man auf den Fotos sehen kann, ist vorbei, wir sind am Donnerstagabend mit einem Zwischenstop in Wien, um den Laptop abzuholen, den ich mir nicht auf den Campingplatz mitgenommen habe, aus Locarno zurückgekommen, obwohl es dort bis Samstag noch Filme gab, um das Wochenende bis Montagfrüh in Harland zu verbringen.

Da war es am Freitag nichts mit dem Radfahren nach Ochsenburg und dem Kaiserspritzer bei der Radlertränke, wie ich es mir in diesem Sommer angewöhnt habe, sondern Ausräumen, die Bücher und die Mitbringseln ordnen und dann bloggen bloggen.

Habe ich in der Schweiz doch trotz des Filmfestival und der kleinen Wanderungen sehr viel gelesen und neue Bücher sind inzwischen auch gekommen.

In Wien haben drei Stück, das neue Buch der Susanne Gregor, der neue Cohen, den ich gleich zu lesen anfangen werde und ein Buch von Olaf Kühl, sowie ein Zetttel, daß ich mir von der Post ein Paket abholen kann, auf mich gewartet und die deutsche Buchpreisliste, wie ich ja schon öfter angedeutet habe, wird am Dienstag auch bekannt gegeben.

Da bin ich wie man merken kann, auch schon ganz hippelig und neugierig, mache Spekulationen, entdecke, wenn ich mich so bei den anderen Blogs umsehe, immer wieder neue Bücher, die bisher an mir vorbeigegangen wäre und wenn ich den nächsten Dienstag zwischen meinen Stunden zum Anfragen, wie ich mich ja doch entschloßen habe, werde ich den Rest des Jahres wieder zwischen Bücherbergen stecken. Aber keine Angst, ich stöhne nicht darüber oder nur ein bißchen, denn seltsamerweise macht mir das Lesen der Bücher der anderen noch immer sehr viel Spaß.

Tobias Nazemi vom „Buchrevier“ und jetzt auch Marc Richter vom Blog „Lesen macht glücklich“ haben da ja Glossen geschrieben, daß es zuviele Bücher gäbe und der ganz normal Freizeit- und Wald- und Wiesenblogger schon im Frühling, wenn er noch gar nicht alle Herbstbücher gelesen hat, die neuen Vorschauen kommen, die dann Druck erzeugen und den Spaß vertreiben.

Aber man muß ja nicht mitmachen und die Vorschauen sind ja für die Buchhändler da, die die neuen Bücher allen anbieten, obwohl ich, wenn ich ein Angebot bekomme, auch kaum nein sagen kann, sondern denke „Das geht schon noch!“ und inzwischen keine Bücher mehr aus den Schränken nehmen sollte, auch wenn sie noch so toll sind, weil ich mit den Neuerscheinungen ja genug zu tun habe und wenn jetzt neben dem dBp und dem öst auch noch der Schweizer Buchpreis dazu kommt und  das Bloggerdebut wartet auch noch, werde ich ja wahrscheinlich wieder bis Jänner oder Februar lesen, aber bei den letzten Herbstvorschau war ich zurückhaltender und in der Schweiz habe ich auch ein paar Bücherschrankfunde und Abverkaufbücher abgelesen.

Außerdem darf unter dem vielen Lesen, das Schreiben ja nicht leidern und da habe ich jetzt auch eine Pause eingelegt, werde aber ab heute oder morgen wieder mit dem Korrigieren des „Literaturgefüsterbuchs II“,  anfangen und die „Magdalena“ wartet ja auch noch darauf in die Druckerei zu kommen. Die ist eigentlich fertig korrigiert, nur das Cover fehlt noch und der Alfred will es sich noch einmal durchsehen, bevor es weggehen kann, wird also bis zum Volksstimmefest, wo ich ja am Samstag schon ein Stück daraus lese noch nicht fertig sein, dafür ist, Überraschung, die „Linke Wort-Anthologie“, von 2017 schon da und kann beim Fest abgeholt oder gekauft werden.

Spannend, spannend, politische News gibt es auch. Da habe ich in den letzten zwei Wochen, ohne Laptop und Handy ja sehr viel versäumt. Aber von der Hausdurchsuchung bei H. C. Strache hat mich der Alfred, der ja während wir in Locarno auf den Filmbeginn warteten, immer sehr viel und sehr intensiv hineingeschaut hat, unterrichtet und Pamela Rendi- Wagner, die SPÖ- Vorsitzende, beziehungsweise ihr Team, hat mich ja auch schon zur Wahlkampfauftaktveranstaltung Ende August eingeladen.

Todesfälle hat es auch gegeben. So ist nicht nur schon vor dem Urlaub Andrea Camilleri und Brigitte Kronauer gestorben und da ist interessant, ob Gertraud Klemm recht behält und vielleicht diesmal eine tote Autorin auf die Longlist komme, sondern auch am fünften August Toni Morrison in New York.

Der Sommer ist also schon fast vorbei und der Herbst mit seinem wahrscheinlich sehr turbulenten Wahlkampf wird bald beginnen. Da wir diesmal auch schon am Montag nach Wien fahren, kann ich wieder ins Weinhaus Sittl gehen und zweimal O- Töne gibt es bevor der Herbst und die Schule mit dem Volksstimmefest beginnt auch noch.

Ein paar Einladungen zu literarischen Veranstaltungen sind inzwischen auch gekommen, so wird am zwöften August wieder eine Autorin von einer anderen Autorin im Rathaus gefeiert, Christl Greller hat mich zu ihrer Veranstaltungsreihe eingeladen und so wird es mit dem Schreiben und dem Lesen auch im Herbst weitergehen.

Heute wird gegrillt, obwohl es, weil der Alfred niemanden eingeladen hat, keine Geburtstagsparty geben wird, aber da haben wir seinem Geburtstag ja im Tessin in dem schönen Gasthaus bei dem schönen Wasserfall gefeiert bei Polenta, er mit Schweinshaxe, ich mit Käse gefeiert, obwohl der Alfred Polenta gar nicht so gern mag, das aber die Spezialität des Tessin ist.

Auf der Harlander Terrasse wird es wieder Ripperln und Cevapcici geben und die kleine Lia ist inzwischen schon ein Stück größer geworden und schon über zwei Monate alt.

Daß die Frequency gerade in St. Pölten tagt und der Traisenstand mit Zelten und die Straßen mit Autos überfüllt sind, hätte ich jetzt fast vergessen, obwohl ich gestern als ich mit dem Rad zum Markt fahren und dort wieder Doris Kloimstein treffen wollte, die mich übrigens, was natürlich nicht stimmt, allen als „berühmte Autorin“ vorgestellt hat, wieder mit dem Security diskutieren mußte, damit er mich das Rad durchschieben ließ.

2018-12-29

Der Südelefant

Nach der Weihnachtslesereihe gehts noch immer weiter mit dem Herbstlesen und da kommt ein Buch, das ich eigentlich schon zur Frankfurter Buchmesse lesen hätte wollen, denn da war Georgien das Gastland und Nino  Haratischwilli, deren Shortlistbuch, dem ich den Buchpreis gewünscht hätte, ich damals gelesen habe, hat Arche Kikodzes „Südelefant“ übersetzt, aber dann hätte ich es einigen andere Büchern vorziehen müßen, was ich auch nicht wollte.

Also jetzt, wo ich langsam, langsam, an das Ende kommen, zumindestens was das 2018 Lesen betrifft.

Und der Roman, des 1972 geborenen georgischen Autors, Fotografen, Regisseurs, Schauspielers  und Naturführers, der wahrscheinlich wieder keiner ist, ist sehr zu empfehlen für den, der sich für Georgien interessiert und vielleicht noch keine Ahnung von dem Land und seiner Hauptstadt Tiflis oder Tblissi,“heiße Quelle“, wie das jetzt heißt, hat.

Oder auch nicht, denn wenn man keine Ahnung von der Stadt, wie sie ausschaut und welche Geschichte sie hat, tut man sich wahrscheinlich schwer mit dem Ich-Erzähler, ein, ich glaube, namenloser Regisseur, der für einen Tag seine Wohnuing verlassen muß, und in der Stadt herumstreicht, weil sein Freund Tazo sie für ein Liebesverhältnis braucht.

Einen Tag herumschweifen, ist es etwas, was ich auch öfter mache, ich suche da meistens Impressionen für mein nächstes Werk und diesbezüglöich kann man sich an dem Buch ein Vorbild nehmen, denn wenn man es so Achil Kikodze angeht, kommt am Ende vielleicht wirklich ein Roman heraus, obwohl das Buch keinen Plot oder Handlung hat oder doch vielleicht ein Höhepunkt und ein Spannungsbogen, der vom Anfang gekonnt zum Ende führt.

Er verläßt also sein Haus in dessen Flur ein Spiegel hängt, so daß sich die Liebespaare in der Nacht dort treffen und ihre Kippen hinterlassen, trifft dabei Medico seine Nachbarin und schon kommt es  zur ersten Geschichte, denn dem Park in dem er kurz darauf verweilt, trifft er Leo, das ist ein Strafentlassener und der war oder ist in Medico verliebt, hat ihr vor Jahren einen weißen BWM geschenkt, den sie aus Stolz nicht anrührte, so daß er bis zum Verrosten vor der Haustür stand.

Er geht dann in ein Cafe und sucht in seinem Handy nach einer Nachricht von seiner Tochter, die in Amerika studiert, er findet die Fotos, die ihm seine verflossene Geliebte Nelly von ihrer Israel und Jordanienreise schickt, die sie mit ihrem Mann, einen Tierarzt macht und ärgert sich darüber.

Dann geht es weiter durch die Stadt, in ihre Geschichte und in seine Vergangenheit, seine Eltern, seine Filme, seine Freunde und Dozenten werden erwähnt und auch das Stadtgeschehen, was der nicht so Tiflis Kundigen ein wenig Schwierigkeiten macht und wer sich jetzt fragt, wieso heißt das Buch so komisch?

Ich habe, muß ich gestehen, lange auch „Südseeelefant“ gelesen. Ein solcher steht vor dem Museum und es gibt ein Foto vom Protogonisten und seinem Freund Tazo mit dem er studierte und der jetzt seine Wohnung braucht.

Er findet in seinem Handy dann ein Foto von Tazos Sohn, der hat eine geballe Faust herumgeschickt und macht sich Sorgen um ihn. So ruft er Taios Frau an, die ihren Mann auf Geschäftsreise wähnt, verlangt des Sohnes Nummer, trifft sich mit ihm in einem Mc Donald und erfährt von ihm, daß er gemobbt wird.

So ruft er die Mobber an und bestellt sie um sechs in den Park. Dorthin erscheint dann auch Leo, das ist der mit dem BMW um ihn beizustehen. Es klärt sich alles auf, das heißt doch nicht so ganz oder der Regisseur hat geschickt eine dramatische Wendung eingebaut, denn ein Schuß löst sich unbeabsichtigt, trifft Leo an der Zehe, so daß er ihn in seine Wohnung schleppen will, aber nein, dorthin kann er ja nicht, also bei Mediko anläuten, die ihn dann verarztet.

So daß wars, der noch weihnachtliche Gang durch Tiflis, in dem ich nie war, weiter als bis Litauen, Estland, Lettland und eineinhalb Tage in Lemberg bin ich, was die ehemalige SU betrifft ja nie gekommen, so daß es gut ist, sich vielleicht ein paar Tiflis-Videos anzusehen, um den Weg des Stadtstreichers  ein bißchen nachvollziehen zu können.

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