Literaturgefluester

2020-06-17

Verwortungen

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Ein bißchen Lyrik vor dem „Bachmann-Preis“, ein dünnes weißes Bändchen, der „Edition Art&Science“ von Raimund Bahr, der früher Kremlicka geheißen hat, herausgegeben von Erika Kronabitter, glaube ich, die „Verwortungen“, meiner Arbeitskreis Freundin oder Kollegin, wir hatten, glaube ich, ein eher schwieriges Verhältnis, Hilde oder Bruni Langthaler, die im Jänner letztes Jahres an ihrem Krebs verstorben ist.

Seither ist viel geschehen, ich habe mir den Knöchel gebrochen, das Ibiza- Video hat die Regierung gesprengt, das Corona Virus hat eine „Zombie-Apokalypse“ ausgerufen und von Hilde Langthaler sind posthum zwei dünne Bändchen herausgegeben worden, bei deren Präsentation ich auf der Unfallchirurgie in St. Pölten lag.

Ein Band der „Podium-Portrait-Reihe“, den hat mir der Alfred, der bei der Präsentation war, noch ins Spital mitgebracht. Das kleine weiße Bändchen hat mir Richard, ihr Mann zusammen mit einem Portrait-Heftchen, zugeschickt und auf die beiliegende Karte geschrieben, daß Hilde, Bruni oft meine Bücher nach Hause brachte, die hat sie mir getreulich und wahrscheinlich etwas zögernd abgekauft, als in meinem Portrait in der „Autorensoldarität“ zwei Bilder von ihr erschienen sind, haben wir uns darüber zerstritten, ich habe das ein bißchen im „Wilden Rosenwuchs“ verarbeitet, sie ist dann nicht mehr zu meinen Geburtstagsfesten gekommen, weil sie auch da sehr zögerlich war, wir haben uns aber bis zuletzt gesehen und haben gelernt miteinander auszukommen oder manches, was vielleicht zum Konflikt führen hätten können, nicht mehr anzusprechen.

Die zögerliche Art hat mich vielleicht etwas gestört, beziehungsweise bin ich wohl schlecht damit ausgekommen.

Hilde Langthaler eine langsame, aber sehr beharrliche Schreiberin die sich oft bei ihren Lesungen entschuldigt hat, oft dasselbe gelesen und ihre Texte wahrscheinlich auch mehrmals überarbeitet hat, trotzdem ein starker unverwechselbarer Ton, den man in der leisen Art, wie er geschrieben ist, wohl erst herausfinden muß.

Sehr viel Skepsis, Zweifel, aber auch große Philosophie und Nachdenken über diese Welt und, die immer wiederkommende Frage, ob ein Leben auf dieser nicht überhaupt sinnlos ist? Aber trotzdem macht man, schleppt man sich weiter, bis es ans Ende geht.

Daß ihr 1942 geborener Mann, Richard, den ich als ihren stillen Begleiter auf den Veranstaltungen, wo ich sie getroffen habe, erlebte, sich schon lange mit Holzschnitten beschäftigte, habe ich auch erst spät erfahren.

In dem kleinen weißen Bändchen gibt es kürzere und längere Texte von der Bruni, in ihrer, wie hier wieder zu merken ist, doch sehr starken Sprache und viele Holzschnitte von Richard Langthaler, der sich, wie seiner Biografie zu entnehmen ist,vorwiegend mit sozialen Themen beschäftigt.

Franz Kafka ist in den Texte, glaube ich, ein wenig zu spüren, aber auch Ingeborg Bachmann wenn in „Rhapsodie of Purple“ ihr berühmtes Zitat wiedergegeben wird, daß die Wahrheit den Menschen zumutbar wäre. Sie ist aber auch eine Tochter der Zeit, schreibt Hilde Langthaler und zitiert Camus, später auch Jaques Derrida und da erinnern mich ihre Texte stark an Friederike Mayröcker, die grande dame, der Literatur und ich wußte gar nicht, daß die Bruni so philosophisch war und der Tod, ist wie schon erwähnt, eine Frage, die sich durch das ganze Büchlein zieht, ich aber auch schon von ihren früheren Texten kenne.

So heißt es in „Jenseits von Eden“: „verschwunden, verdrängt, sublimiert, ins meer des vergessen gestoßen, nur aus verworrenen träumen blüht es noch manchmal hervor.

Dann kommt es zu einem Traum, wo die Erzählerstimme mit einem Georg tanzen geht, der ihr von einer Tänzerin entführt wird, die sie dann weinend wieder trifft, aber auf ihre Fragen, weil der Traum zu Ende ist, keine Antwort bekommt.

Sie geht mit ihrer Mutter und ihrer Leiche unterm Arm spazieren, skuril, makaber und doch philosophisch hintergründig, könnte man so sagen und dann wieder die Skepsis, die ich schon zu kennen glaube, „wir produzieren mit immer gleichen maschinen immer mehr produkte in immer kürzerer zeit“ und in „Wer kennt die Gesetze“ heißt es „auch wir sind getrieben, für immer im kreis, es gibt keine gnade, uns hilft nur der tod“ und in „selbstverständlich“ werden die Männer angeprangert, die nach dem Tod ihrer Frauen, schnell wieder eine solche finden, von denen sie getröstet werden uns sie dann wieder austauschen, und so weiter und so fort.

Bruni Langthaler, die Zweilferin und Skeptikerin, deren zögernde Haltung ich nur schwer ausgehalten habe, die mir aber, höchstwahrscheinlich länger im Gedächtnis bleiben wird, als Erinnerung an den „Arbeitskreis schreibender Frauen“, in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren, wo die junge Psychologiestudentin, die damas noch als Ärztin tätig war, kennenlernte. Später haben wir uns noch lange mit Elfriede Haslehner vorwiegend bei der Valerie Szabo-Lorenz in deren Grinzinger Gemeindebau neben dem Grinzinger Friedhof getroffen.

Es hat im vorigen Jahr einige posthume Veranstaltungen gebeben, bei der Lesetheateraufführung ihr zu Ehren bin ich gewesen. Da konnte ich mir auch ihr berühmtes Theaterstück „Nur keine Tochter“ nehmen, das ich noch lesen müßte und jetzt mit den starken stillen leisen Texten, das ist bei der Bruni wahrscheinlich kein Widerspruch, noch einmal von ihr Abschied nehmen.

Mal sehen, ob und was ich noch von ihr noch lesen werde. Ihren Mann Richard habe ich bei den Widerstandslesungen und auch auf dem Volksstimmefest, glaube ich, im letzten Jahr öfter getroffen.

Jetzt haben wir ja noch immer das Socialdistanciering und den Veranstaltungsstop, so daß ich schon länger nichts mehr von ihm gehört habe, vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ habe ich der Cornelia Stahl als sie mich interviewte, aber erzählt und der hat sie, wie sie mir erzählte, stark beeindruckt, so kann ich an das Interview erinnern, daß nächste Woche in Radio Orange gesendet wird und mit der Bruni und anderen Arbeitskreisfrauen, beziehungsweise denen von der „Frauen lesen Frauen Lesetheatergruppe“, habe ich vor Jahren, ja, glaube ich, auch einmal im Radio Orange gelesen.

Und hier ist noch das Interview

2019-02-11

Brunis Begräbnis und wilde Worte

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Vom Fest zum sechzigsten Geburtstag meiner Autorenkollegin Erika Kronabitter Sonntagnachmittag und Abend ist es am Montagvormittag gleich mit dem Begräbnis meiner Autorenkollegin Hilde Langthaler weitergegangen, die ich vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennen, die am 22. Jänner ihrem Krebs erlegen ist und demnächst im Literaturhaus lesen hätte sollen.

Um elf war das Begräbnis am Heiligenstätter Friedhof angesagt und weil ich nicht genau gewußt habe, wie ich dort hinkomme, am Grinzinger Friedhof bin ich schon einmal gewesen, da aber nicht und nicht zu spät kommen wollte, bin ich mit der U Bahn und dem D-Wagen nach Nußdorf gefahren, dort aber, weil ich vor noch Wäsche aufgehängt,  weggeräumt und Blumen gegossen habe, um eine Minute vor oder nach elf ausgestiegen und es war noch ein etwa zehnminütiger Weg den Beethoven Gang entlang, dort wo dieser angeblich immer spazierengegangen ist, zum Friedhof, so daß ich, als ich endlich beim Friedhof angekommen bin, in die Aufbahrungshalle gar nicht hineingekommen bin, weil so viele Menschen davorstanden, eine Bekannte hat mir zugenickt, als ich sie fragte, ob ich richtig bin, ich habe aber trotzdem eine Weile gedacht, hoffentlich bin ich nicht beim falschen Begräbnis, aber nach dem ein Mann „Aus dem Buch mit den sieben Siegeln“ gesungen hat, hörte ich den Namen Hilde Langthaler.

Man mußte auch bald zur Seite treten, Richard Langthaler kam mit seinen Kindern und Enkelkindern heraus, die Ruth, Käthe Kratz, Elfriede Haslehner und und…

Es ist dann zum Grab gegangen, da habe ich noch die Rizys, die Erika Parovsky, die mich von ihrem Tod ja verständigt hat, Maria Lautischer, Susanne Ayoub und wieder und und und es ist dann in ein Lokal am Nußdorferplatz gegangen, wo es eine sehr gute Rindfleischsuppe mit Nudeln und Gemüse und Tafelspitz, Schnitzel, geröste Knödel, Spinat mit Rösti und den Tagesteller zur Auswahl gab.

Ich habe mich für den Tagesteller, das heißt Kartoffelpürree mit Prager Schinken entschieden und es waren auch hier soviele Leute, daß erst Tische und Sessel in den Extrasaal gebracht werden mußte.

Richard Langthaler hat nur kurz „Guten Appetit!“, gewünscht. Die Kinder, die Tochter Margarita und der Sohn Willi und Brunis Bruder haben aber noch aus dem Leben ihrer Mutter beziehungsweise Schwester erzählt und wieder wurde hier das „über die Grenzen gehen und das neue Wege suchen“ erwähnt.

Richard Weihs

Richard Weihs

Der Sohn hat ein Fotoalbum zusammengestellt, daß er herumgehen ließ und da sieht man, die Bruni in Afrika auf einen Baum klettern, während die Kinder unten stehen und ängstlich nach oben schauen.

Es gibt auch ein Bild vom“ Tag der Freiheit des Wortes“ ich glaube 2007 oder 08, wo die Bruni mit mir am Lesetisch des Literaturhauses sitzt und viele andere schöne Fotos aus ihrem Leben.

Richard Langthaler hat einen Nachruf auf die Bruni geschrieben, den man sich mit einigen Texten von ihr als Erinnerung mitnehmen konnte. Wieder habe ich bereut, damals das Theaterstück „Nur keine Tochter“ im Schrank liegen gelassen zu haben, weil ich gedacht habe, daß ich es schon hatte und außerdem Theaterstücke ja nicht so gerne lese.

Vielleicht finde ich es einmal. Das Lesetheater hat Judith Gruber Rizy mir erzählt, wird aber ihr eine Aufführung widmen und vielleicht gibt es auch ein „Podium Portrait- Heftchen“ zum achtzigsten Geburtstag, der ja am elften März wäre.

Das war es. Zurück bin ich, wie ich es ja eigentlich auch am Morgen wollte, zu Fuß gegangen und am Abend ist es wieder zu den „Wilden Worten“ ins Amerlinghaus gegangen, wo die 1977 in Horn geborene Daniela Meisel, die Biologie studierte und auch Schreibpädagogin ist, ihr 2018 bei „Picus“ erschienenes Buch „Wovon Schwalben träumen“ vor, wo es um eine Enkelin und ihre Großmutter, die Gegenwart und die Vergangenheit, sowie Vögeln als Metahpern geht. Frieda ist in den Dreißigerjahren im Waldviertel als uneheliches Kind aufgewachsen, weil der Vater die Mutter nicht heiratete, weil sie ein Mädchen ist und nachdem sie gestorben ist, scheint sich die Enkeltochter Marie mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen.

Nachher gab es eine wilde Diskussion, in der es um das Atmen, aber auch um die Fragen, ob man vom Schreiben leben kann und wieviele Bücher man verkaufen muß und kann, ging.

Mein Wunschgedicht vom letzten Mal, wo es um Goethes Farbenlehre ging, wurde verlesen und auch die der anderen. Diesmal waren nur eher wenige Leute da, aber dafür zwei freie Wildbahnkanditaten.

Ein bildender Künstler las seine sehr visuellen konkreten Texte vor in den denen es um Glückskekse und gefundende Zahlscheine ging und dann kam Frantisek, der von 1977 bis 1996 in Wien kritischer Liedermacher war, dann nach Deutschland ging und jetzt wieder zurückgekommen ist und beispielsweise morgen im Cafe Anno auftritt.

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Das schien er vorher bei Richard Weihs proben zu wollen und so sang er mit einfühlssamer eher leiser Stimme zur Gitarre ein Wienerlied von den Wunschträumen eines Mannes, der in seinem Stammcafe sitzt und sich dabei vorstellt, wie er die Kellnerin vernaschen wird, ein Text, der eher diamentral zu dem frauenbewegten  Text von Daniela Meissl steht, aber die Wildbahn ist ja frei und das literarische Spektrum  sehr weit und spannens zu sehen, was sich alles an einem Abend präsentieren läßt.

2019-01-28

Abschied von Hilde Langthaler

Hilde Langthaler

Hilde Langthaler (Volksstimmefest 2013)

Am Donnerstagabend vom „Tag der offenen Tür“ von „NHP-Austria-Nuestros Pequenos Humanos oder unsere kleinen Brüder und Schwestern“, die Paten für ihre Kinder in den Kinderdörfern in Honduras suchen nach Hause gekommen bin, hatte ich einen Anruf von Erika Parovsky, die ich vom Lesetheater und der „Frauen lesen Frauen-Reihe“ kenne, am Band, die mir mitteilte, daß Hilde Langthaler am Mittwochabend gestorben ist und die am elften März 1939 als Brunhilde geborene, habe ich 1978 oder 1979 wahrscheinlich, als Bruni im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt und mich sehr lange mit ihr, Elfriede Haslehner, Valerie Szabo und anderen Frauen getroffen, um über unsere Texte zu diskutieren, einander vorzulesen, etcetera.

Die Bruni, die literarisch Hlde genannt werden wollte war eine sehr vielseitige Frau, sie hat in Graz und Wien Medizin studiert, war, glaube ich bei Entwicklungshilfeeinsätzen in Afrika und  anderswo und hat. irgendwann zu schreiben begonnen.

Wann weiß ich nicht so genau. Als ich sie in den Siebzigerjahren kennenlernen, hat sie schon durch ihr „Theaterstück „Nur keine Tochter“, das ich, glaube ich, irgendwann in den Schränken gefunden, aber nicht mitgenommen habe, Aufsehen erregt.

Sie hat mit Elfriede Haslehner den ersten „Wiener Frauenverlag“ gegründet, der später in „Milena“ umgenannt wurde und jetzt keiner mehr ist und war eine Mitbegründerin der „Auf“, ist in Ruths „Zündende Funken“, das sie vorigen März am Frauentag in der Wien-Bibliothek vorstellte, verewiegt und sollte, glaube ich, auch in der nächsten Zeit diesbezüglich lesen oder eine Veranstaltung organieren.

Gesehen habe ich sie das letzte Mal am achten Dezember beim Abschiedsfest der Ruth, da ist sie mir, die ja demnächst ihren achtzigsten Geburtstag feiern würde, sehr aktiv vorgekommen, sie hat aber schon länger an einem Karzinom gelitten.

Mein Verhältnis zu ihr war ein etwas schwieriges, sind wir doch literarisch einige Male aneinandergestoßen und ich habe sie auch in eineigen meiner Bücher, wie in den „Schreibweisen“ und dem „Wilden Rosenwuchs“ als Vorbild für meine Figuren genommen.

Habe sie in der GAV bei den Generalsversammlungen, bei denen der IG Autoren und auch bei verschiednenen Veranstaltungen immer wieder getroffen, sie hat bei meinen Frauenlesungen mehrmals gelesen, zum Beispiel bei meiner ersten Frauenlesung, die ich in den Achtzigerjahren in St. Pölten organisierte, dann bei der 1998 in der „Alten Schmiede“ und ich habe auch zweimal eine Frauenlesung im Rahmen des Lesetheaters, eine im Seniorenraum des WUKs, wo ja Erika Parovsky sehr aktiv war und den Raum zur Verfügung stellte, die andere, ich glaube, 2006 im Literaturhaus organisierte. Bei den „Mittleren“ hat sie, glaube ich, nicht oder vielleicht das erste Mal gelesen, aber mehrmals bei den Veranstaltungen zum „Tag der Freiheit des Wortes“, die ich ja 2001 im NIG Hörsaal 1 und dann 2003 bis 2009 im Literaturhaus organisierte. Gelesen hat sie, glaube ich, auch bei der „Poet Night“ und auch beim Volksstimmefest, obwohl ihr das, glaube ich, zu politisch war und dann gab es auch noch die Frauenlesungen, die eine Zeitlang in der Galerie Heinrich stattfanden.

Ich habe einige Bücher von ihr in meinen Regalen und auch einiges gelesen, zum Beispiel „Gras dein Gesicht“, in dem auch Illustrationen von Regina Alfery, der komponierenden und zeichnenden Psychologin, die ich durch sie kennenlernte, enthalten sind.

In der Anthologie des Schriftstellerverbandes, in dem sie auch Mitglied oder sogar im Vorstand war, sind Texte von ihr enthalten, später hat sie, glaube ich, auch in der „Edition Roesner“ Bücher herausgebracht und in dem dort erschienenen Frauenbuch, das Antia C. Schaub die ich ja bei der von Rolf Schwendter organisierten „Tag der Freiheit des Wortes“ 2002 im Literaturhaus darauf angesprochen hat, sie ein Portrait von ihr und anderen Frauen, beispielsweise Elfriede Haslehner, aber auch Friederike Mayröcker, Barbara Frischmuth etcetera, in ihr 2004 erschienenes Frauenbuch  aufgenommen.

Die Bruni stammt aus einer Ärztefamilie, so war ihre Mutter auch praktische Ärztin, ihre Großmutter, die in 1852 in München geoborene und 1929 in Würzburg verstorbene Agnes Sapper war eine bekannte Kinderbuchautorin, deren „Familie Pfäffling“ ich vor einigen Jahren im Schrank gefunden habe.

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön (Lesung Monika Giller Mai 2011)

Ihr Onkel Theodor Sapper 1905 bis 1982 war Lyriker und Dozent, der, glaube ich, in der „Urania“ Vorträge zur Literatur gehalten hat. Von ihm habe ich einige Gedichtbände und sein Hauptwerk „Kettenreaktion Kontra“ wurde von der Bruni 2006 herausgegeben, da war ich bei der Präsentation im Literaturhaus und habe mir das Buch dann von dem Büchergutschein gekauft, den ich bei dem gewonnenen Literaturwettbewerb in der „Szene Margareten“,  bekam.

Ein sehr interessante Biografie also und eine schon sehr lange Beziehung mit der Bruni, die mich die letzten vierzig Jahre mehr oder weniger intensiv begleitet hat.

Beim Begräbnis der Valerie 1996 bin ich mit ihr und der Elfriede gewesen. Da haben mich die Reden und die Texte, die dort von Valeries Verwandten gelesen wurden, sehr beeindruckt und habe mir gedacht, ich könnte mir zu meinem Begräbnis auch eine solche Lesung organierien.

Davon bin ich inzwischen abgekommen. Mein Begräbnis wird so verlaufen, wie es meine Nachkommen gestalten, im „Letzten Versuch“ habe ich aber darüber geschrieben und da habe ich wohl auch an meine schreibenden Freundinnen vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“, mit denen ich mich noch lange vorwiegend in Valeries schöner Wohnung gleich neben dem Grinzinger Friedhof, wo ja auch der große Thomas Bernhard begraben ist, dessen Grab ich an jendem heißen Sommertag als Andreas  Okopenko begraben wurde, nicht gefunden habe, gedacht und so war ich auch sehr betroffen, als ich Erika Parovsky, die wohl bis zum Schluß im Krankenhaus war, bekommen habe, habe die Ruth angerufen und dann auch die Elfriede, die ja sehr mit ihr befreundet war und später Hilde Schmölzer, die ja das erste Buch über schreibende Frauen geschrieben hat, das wir im „Arbeitskreis“ vor vierzig Jahren besprochen habe.

Das Begräbnis wird, glaube ich, am elften Februar am Heiligenstädter Friedhof sein und vielleicht gibt es eine Lesetheaterveranstaltung oder wird im November bei der „In Memorian-Veranstaltung“ der GAV an die Bruni gedacht, die mir, wenn ich so nachdenke, trotz aller Schwierigkeiten eine sehr liebe und lange literarische Freundin war und jetzt tut es mir sehr leid, daß ich mir das Theaterstück damals nicht aus dem Schrank genommen habe, weil ich wohl dachte, daß es schon hätte und Theaterstücke  auch gar nicht so gerne lese.

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