Literaturgefluester

2019-03-10

Mendelssohn auf dem Dach

Filed under: Bücher — jancak @ 00:11
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Nun kommt das zweite Buch das nach Leipzig mitnehmen habe wollen, denn die Tschechei ist da ja das Gastland und der 1900 in Prag geborene und 1959 dort verstorbene Jiri Weil ist ja ein Tscheche und sein 1960 in Prag posthum erschienener Roman, der 1992 bei „Rowohlt“ auf Deutsch herausgekommen ist und jetzt bei „Wagenbuch“ wiederaufgelegt wurde, ist eine Rarität, erzählt es doch die Okkupation der Nazis in Tschechien und es beginnt höchst satirisch bis es dann im Untergang endet.

Denn Reinhard Heydrich, der 1942 in Prag bei einem Attentat umkam, ist dort Reichsprotektor und außerdem ist er ein musikliebender Mann. So geht er abends in das Konzerthaus, das ihm zu Ehren Don Giovanni spielt und als er beim Weggehen auf das Dach schaut, entdeckt er eine Mendellsohn-Staue und fängt zu toben an.

Der Jude muß weg. Also schickt er einen Magistratsbeamten mit zwei Gehilfen dorthin, um die Statue entfernen zu lassen, nur stehen keine Namen auf den Büsten. So kommt der Beamte auf die Idee das Wissen anzuwenden, was er bei seinen Schulungen lernten.

Der mit der größten Nase muß der Jude sein. Nur leider ist das Richard Wagner, den sogar er erkennt und nun ist Rat teuer und man weiß auch nicht so recht, wen man um Hilfe holen soll, weil ja alle vor der Gestapo Angst haben, die sehr brutal zu reagieren pflegt.

Das geschieht schließlich doch. Die richtige Büste wird heruntergeholt und versteckt, bis der Spuk vorbei ist und der zieht sich nur langsam voran. Die Juden müssen ein Museum mit gestohlener Raubkunst anlegen. Der ehemalige Pförtner der jüdischen Gemeide muß die geraubten Möbel schleppen und ein Jude stirbt zu erst einmal im normalen, dann im jüdischen Spital in das er todkrank überstellt wird.

Die Statuenmetapher wurde hier gewählt und so erstarr sein Herz zu Stein. Er soll aber für die beiden versteckten Kinder Adela und Greta seiner verstorbenen Schwester sorgen, das besorgt ein Freund für ihn, bis die Pflegeeltern weggeholt werden, die verängstigen Kinder sich auf die Straße begeben und dann von der Gestapo zu Tode geprügelt werden, dabei in ihrer Angst ein Lied singen, aber die, die sie versteckt haben, nicht verraten.

Inzwischen werden die Juden abgeholt und entweder, wenn sie priveligiert sind, in die Festungshaft nach Theresienstadt oder gleich in den Osten gebracht, wo sie das Gerücht ängstigt, daß sie dort in den „Schornstein gejagt“ werden.

Sowohl satirisch, als auch scharf pointiert, zeichnet Jiri Weil, der 1933 als überzeugter Kommunist in den Osten ging, zwei Jahre später in die Heimat zurückkehrte und die NS-Zeit nur überleben konnte, weil er seinen Selbstmord vortäuschte, das Bild von der besetzen Stadt und der Judenvernichtung dort.

In der Nachkriegszeit hat er im jüdischen Museum in Prag gearbeitet und dort auch, wie im Anhang steht, Klaus Wagenbach kennengelernt, dessen Verlag jetzt seinen, glaube ich, dritten Roman nochmals auflegte, den ich sehr empfehlen kann, weil er alle, die das vielleicht vergessen haben oder nicht hören wollen, sehr eindringlich vor Augen führen kann, wie es damals war.

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2018-06-21

Deine grünen Augen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:31
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Jetzt kommt, während die Bücher der Herbstproduktion, die erst im Juli, August, September besprochen werden können im Badezimmer auf mich warten, wieder etwas von der Backlist.

Eines der älteren Bücher, das ich unbedingt lesen wollte, obwohl ich gar nicht so genau sagen kann,  wie es zu mir gekommen ist, wahrscheinlich habe ich es mir vor drei Jahren, kurz bevor wir nach Leipzig fuhren, vom klinischen Mittag kommend, in der ehemaligen „Buchlandung“ in der Lerchenfelderstraße, um einen  Euro gekauft, vielleicht habe ich es auch in einem der Schränke gefunden.

Arnost Lustig „Deine grünen Augen“ und gekauft oder genommen habe ich es mir höchst wahrscheinlich, weil mich der Name an Gila Lustiger erinnerte, von der ich einmal, langs lang ists her, etwas gelesen habe.

Das wäre aber wieder eine legasthene Verwechslung gewesen, denn Arnost Lustig wurde 1926 in Prag geboren, überlebte die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz und Buchenwald. Nach dem Krieg kehrte er in seine Heimat zurück und arbeitete als Rundfunkredakteur und Schriftsteller. Aufgrund seiner führenden Rolle imPrager Frühling flüchtete er 1968 nach Israel, steht im Klappentext.

„Wikipedia“ entnehme ich, daß er 2011 in Prag gestorben ist und ein Schriftsteller und Publizist war, der sich in seinen Werken hauptsächlich mit dem Holocaust beschäftigte. In den USa scheint er auch gelebt zu haben.

„Deine grünen Augen“ erschien 2000 im „Berlin Verlag“, die Originalausgabe kam 2000 in Prag heraus und handelt in Auschwitz kurz vor Ende des Krieges, sowie in Ungarn und Prag kurz danach.

„Hanka ist fünfzehn und Jüdin. Ihre Familie ist in Auschwitz umgekommen. Sie selbst gerät als jüngstes Mädchen ins Feldbordell Nr. 232 Ost. Ein erschütterndes Zeitdokument und eine Huldigung an den Lebenswillen. Mit beinahe beängstigender Ruhe erzählt Arnost Lustig von den Möglichkeiten der Selbstbehauptung in einer humanen Welt“, steht am Buchrücken und die Geschichte, die man eigentlich nicht erzählen kann, wie ein „Amazon-Rezensent“ schreibt, wirkt, in seiner knappen,“ruhig“, wird es in der Beschreibung genannt, so, als könnte sie auch knapp nach dem Krieg geschrieben worden sein. Vielleicht ist es  auch die Erinnerung, die Arnos Lustig, das Unerzählbare in  eindringlich dichten Bildern und einer sowohl sehr direkten, als auch dissoziativen Erzählweise beschreiben läßt, die teilweise sehr experimentell  wirkt.

So gibt es immer wieder Stellen, wo beispielsweise „Fünfzehn: steht und dann wahrscheinlich ebensoviele Namen aufgeezählt werden „Hermann Hammer, Fritz Blücher, Reinhold Wuppertal…“ etcetera.

Das sind wahrscheinlich die Wehrmachtssoldaten, die eine „Feldhure“ pro Schicht zu bedienen hatte und Hanka ist mit ihren  Eltern und ihrem Bruder zuerst nach Theresienstadt, was sie noch, als angenehm und menschlich empfand, dann Auschwitz-Birkenau gekommen, dort wurde selektiert. Der kleine Bruder wurde sofort ins Gas geschickt, der Vater hat sich, um seine Würde zu bewahren an den Zaun geworfen, die Mutter hat sie auch verloren. Sie wurde sterilisiert und ist in eine medizinische Baracke zu einem Dr. Krueger geraten, der Experimente machte. Der wurde versetzt und Hanka gibt sich als Arierin aus, um, um ihr Leben zu retten, in das besagte Feldbordell zu kommen.

Hanka wird am Bauch tätowiert und muß bei Madame Kulikowa auch Offiziere bedienen, den Hauptmann Hentschel und den Obersturmführer Stefan Sarazin, der sich von ihr ans Bett fesseln läßt.

Es gibt außer ihr noch ein anderes jüdisches Mädchen Estelle, die eigentlich Esther heißt, mit ihr kann sie  kurz vor der Evakuation, wo alle erschossen werden, fliehen und kommt zuerst nach Ungarn, spter nach Prag, wo der Erzähler dessen Frau sie später werden wird, sie kennenlernt.

„Mit fünfzehn, fast schon sechzehn, hatte Hanka reine Haut, glänzendes Haar – sorgfältig gebürstet und immer wieder nachgewachsen und wunderbare grünen Augen.“, lautet der letzte Satz.

Die werden in dem nicht chronoligisch erzählten Roman, immer wieder erwähnt, den Soldaten und Offizieren, die sie bedienen muß, fallen sie auf. Hanka ist die jüngste in dem Bodell, gibgt sich aber, um zu überleben, als achtzehn fast neunzehn aus, wenn die Offiziere mißtrauisch auffällt, daß sie so jung ausschaut.

Die „Bordellstellen“ werden immer wieder mit den „Nachherstellen“, wo Hanka in Ungarn beispielsweise bei einem Rabiner unterkommt, der ihr zu essen und die Kleider seiner ebenfalls umgekommenen Frau und Tochter gibt und der, ob dem was geschenen ist, fast den Verstand verliert und immer wieder Fragen stellt, wie so etwas geschehen und wie Gott das zu lassen konnte, abgelöst

„Warum haben sie das getan?“, flüsterte er. „Wie haben sie das tun können?“

„Worin verstand das Vegnügen beim Töten von Menschen, die man nicht kannte?

An wen konnte er sich wenden, an welches Gesicht Gottes? An den Gott der Unendlichkeit? Den Gott der Weisheit? Den Gott der Rache? Den Gott der Blitze? Oder den Gott der Gnade? Den Gott der Güte? Den Gott der dreißig Pfade zur Weisheit?  Dem Gott der fünfzig Tore zum Licht? Dem Gott mit dem Flammenschwert? Den Gott des Bundes?“

„Du hast ein Recht darauf sie zu hassen“, sagt der Rabbiner zu Hanka.

„Ich weiß nicht, ob ich das will“, antwortet sie ihm.

„Was mich angeht, darfst du sie hassen“ sagt er.

„Das will ich aber nicht.“

„Niemand könnte es dir verdenken.“

„Das interessiert mich nicht.“

„Niemand würde dir einen Vorwurf machen.“

„Ich habe keinen Hass in mir“ sagt sie.

Eine seltsame Situation. Während sie nur ans Essen dachte, suchte der Rabbiner nach Antworten auf etwas, das er nicht begreifen konnte.“

„Über Auschwitz zu schreiben, sei ein unmögliches Unterfangen behaupten viele Schriftsteller der Nachkriegszeit und unterließen es deshalb. Mit deinen grünen Augen konnte Arnost lustig den Gegenbeweis jedenfalls nicht antreten“, behauptet ein Zweisternrezensent bei „Wikipedia“, dem das Buch und sein Inhalt wohl zu direkt und nahegehend war.

Und es ist wahrscheinlich auch richtig, daß man das Ungeheuerliche, das damals geschehen ist, wahrscheinlich nicht so einfach erfassen kann und auch das Aufschreibensehr schweirg ist. Es ist  aber trotzdem wichtig, ist das zu tun, kann man die Vergangenheit ja nur so erfassen und es ist wahrscheinlich auch die  knappe  und doch sehr deutliche Art von Arnost Lustig,  die das trotzdem möglich macht, auch wenn der Autor heute eher vergessen und das Buch wahrscheinlich schon vergriffen ist, ist es trotzdem sehr empfehlenswert, es zu lesen, auch wenn es dem Leser vielleicht genauso schwer, wie dem Rabbiner Gideon Schapira fällt, das Geschehene  zu begreifen.

„Arnost Lustig schreibt über den Holocaust mit der gelassenen Autorität, die einer großen Bescheidenheit entwächst. Die kluge Sachlichkeit des Tons ist unvergleichlich“, hat die „Washington Post“ noch auf den Buchrücken geschrieben.

2018-03-22

Unter der Haut

Jetzt kommt, wenn man so will, das dritte Highlight von 2018 und es ist vielleicht eine Antwort auf die Blogbusterdiskussion, daß man da nur Bücher vorschlagen kann, die wirklich das ganz besondere sind, denn ein solches ist offenbar im Vorjahr auf die Longlist gekommen und hat dann, wie ich vor kurzem hörte, schon im März, also noch vor der Entscheidung, einen Verlag gefunden.

Was ich nicht wußte, so daß ich bisher dachte, daß es vielleicht Tobias Nazemi und Dennis Scheck nicht so ganz berühren konnte, es aber trotzdem beim „Piper-Berlin Verlag“ erschienen ist und mich hat es, schreibe ich gleich, berührt und denke einen so frischen und ungewöhnlichen Ton habe ich schon lange nicht gelesen, denn der 1976 in Köln geborene Gunnar Kaiser, der auch Blogger ist und den ich schon von seinem „Kaiser-TV“ kenne, versteht es, glaube ich vorzüglich auszusparen, durch Widersprüche hinwegzugleiten und immer wieder ein Stück voraus zu sein.

So ist das fünfhundert Seiten Ouvre ein sehr vielschichtiges Buch, das und das ist sehr interessant, in Amerika spielt und für mich ganz besonders wichtig, es geht um Bücher.

Um das Sammeln, um die Besessenheit und die Bibliophilie. Es geht um das Nazideutschland und die Frage, ob ein Jude morden kann?

So ganz habe ich das auch nicht mitgekommen, denn Gunnar Kaiser baut ja in sein Ouvre viele Schlefen ein und es ist auch ein Krimi.

Vielleicht hätte es deshalb den Blogbuster nicht gewonnen. Denn dort sind ja die Genres ausgeschlossen. Allerdings ein sehr literarischer. Eine Parodie auf die große amerikanische Literatur, die ich ja nicht so mag, ist es vielleicht auch und natürlich und da können die politisch korrekten Bloggerinnen vielleicht aufschreien, eine über den Sex oder die Jagd der jungen Männer nach den Mädchen mit den kurzen oder längeren Röcken.

Ein vielschichtiges Buch in verschiedenen Zeitebenen und verschiedenen Teilen geschrieben und, was mich etwas verwirrte war, daß der erste Teil nach dem zweiten folgte. Aber halt, es dann der zweite Teil davon und der Roman ist aus zwei Perspektiven geschrieben.

Da gibt es einmal in New York des Jahres 1969, den erfolglosen jüdischen Literaturstudenten Jonathan Rosen, der jagt natürlich, wie kann es anders sein, den Röcken nach und trifft dabei einen bibliophilen Sammler, der gerne klassische Musik hört, namens Josef Eisenstein.

Mit dem begibt er sich, sowohl auf die Frauen- als auch auf die Bücherjagd und schläft, glaube ich, auch mit ihm einmal in einem Keller eines Antiquariats auf Büchern und dann, da ist man in das Buch vielleicht noch nicht so hineingekommen, geht es in einen anderen Kontinent und bis in das Jahr 1918 zurück und in das „Leben eines Verbrechers“, denn da wurde Josef Eisenstein beborren. Der Vater hieß Samuel und war ein bedeutender Literaturwissenschaftler. Die Mutter Fanny  Schauspielerin und die spanische Grippe hat den kleinen Josef sehr geprägt, denn um ihn herum sterben seine Ammen und auch andere Frauen und es geht schon das Gerücht herum, der kleine Josef könnte vom Teufel besessen sein.

Der kommt aber vielleicht in anderer Form in den Dreißigerjahren nach Berlin und da die Mutter nach Wien ins Theater in die Josefstadt geht, kommt Josef zu einer Halbtante nach Berlin, nennt sich fortan Josef Schwarzkopf und entdeckt in dem Gymnasium, das er besucht, die Bibliothek und dort im Hinterkammerl, die Bücher jüdischer Autoren und auch das seines Vaters, die er zu retten beginnt.

Das heißt, er fängt an Bücher zu stehlen, geht da in Antiquariate und berühmte Bibliotheken und fängt später an, das Buchdruckhandwerk zu erlernen.

Mit dem Sterben geht es weiter. Zuerst ist das vielleicht nur ein Zufall, daß ein Mädchen mit einem wertvollen Buch ins Wasser fällt. Dann macht es Josef systematischer und geht „unter die Haut“, denn die kunstvollsten Bücher sind vielleicht mit Frauenhaut gebunden und da Gunnar Kaisers nicht an den skurillen Details spart, übt sich der Meister erstmals an Hitlers „Mein Kampf“ und da könnte man sich natürlich fragen, wieso dieses Buch in den Neunzehnhundertdreißigerjahren schon restauriert werden mußte?

In New York in das wir wieder zurückgehen, werden nun auch Frauenleichen ohne Haut gefunden und dann geht es wieder ein paar Jahrzehnte weiter und zwar nach Israel, wo Jonathan Rosen, der inzwischen  literarische Texte geschrieben hat und wahrscheinlich auch erfolglos versuchte, den großen amerikanischen Roman zu schreiben, in einen Kibbuz lebt und da bekommt er 1990 Besuch von einer schönen Frau. Einer ehemaligen Polizistin, die Josef Eisenstein auf der Spur ist und in Jonathan Rosen einen Zeugen, nämlich, den einzigen, der ihn erkennen kann, vermutet und überredet ihn mit ihr nach Argitienen zu fliegen, wo sie  in einem überschwemmten Hotel einer ehemaligen deutschen Kolonie Eisensteins Leiche finden und ein Buch, daß Rosen mit sich nimmt.

„Ich ziehe das Buch aus meiner Tasche, lege es auf mein Knie und auf ihres. Der Einband schimmert tiefrot im Schein der nacht. Ich befühle es lange, schteichle die weißen Buchstaben. Dann öffne ich die erste Seite.“

So endet Gunnar Kaisers Debutroman, den ich auch schon für den entsprechenden Preis vorgeschlagen habe und das mich einmal wirklich berührte. Mal sehen ob es auf die Shortlist oder die Longlist des dBps kommt?

2017-07-19

Kindernazi

Filed under: Bücher — jancak @ 00:36
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jetzt kommt, könnte man so sagen, fast schon ein Klassiker, obwohl der 1930 in Kosice geborene Andreas Okopenko erst 2010 gestorben ist.

Ich war auf seinem Fest zu seinem Achtzigster und bei seinem Begräbnis an einem sehr heißen Sommertag am Grinzinger Friedhof und habe, was ich bekennen muß, nicht sehr viel von ihm glesen, war aber bei einigen Lesungen.

Und als ich 1973 literarisch zu schreiben angefangen habe, hat es, wenn ich mich nicht irre und nichts durcheinanderbringe, in Ö1 den „Lexikonroman“ gegeben und damals habe ich mich ja von den eher konservativen Deutschstunden der Frau Prof Friedl kommend, sehr für die österreichische Gegenwartsliteratur interessiert.

Die war damals sehr experimentel und ist so bei bißchen an mir vorbeigegangen, aber die „Lockergedichte“ waren glaube ich mal in der „Alten Schmiede“, bei „Rund um die Burg“ war der Meister glaube ich auch und zum Achtziger hat „Klever“ ein Büchlein herausgebracht, das ich mir erschnorrt habe.

Neben dem „Lexikonroman gilt „Kindernazi“ sicherlich als ein Klassiker, obwohl ich mich, wenn ich dieses Titel hörte, immer“ fragte, wie dieses Thema experimentell verarbeitet werden kann?

Nun weiß ich es, denn, als ich 2015 zu meiner Adventlesung in den „Read!!ingroom“ ging, fand ich das Buch, es ist die „Residenz-Originalausgabe“ mit dem schönen blauen Cover von 1984 in den dortigen offenen Regalen.

Inzwischen ist das Buch, glaube ich, wieder aufgelegt. Bei „Amazon“ kann man aber, was ich sehr schade finde,  keine Rezensionen finden, wohl gibt es eine im Literaturhaus, der „Falter“ hat eine, etcetera und das Buch ist wegen dem experimentellen Anspruch wahrscheinlich trotz seines wichtigen Themas kein Bestseller geworden, aber sicher interessant und wichtig.

Denn es hat ja viele Kinder getroffen, die in den Dreißigerjahren geboren wurden, dann in die „Hitler-Jungen-“ oder „Hitler-Mädchen-Uuniformen“ gepresst wurden und nach 1945 mit Schuldgefühlen dastanden.

Denn damals hat man ja in den Familien nicht viel geredet, hat sich seiner Vergangenheit geschämt, nichts gewußt und nichts mitbekommen und die Lehrer haben womöglich, das Parteiabzeichen von ihrer Anzugjacke abmontiert und dann im Herbst 1945 aus anderen Schulbüchern etwas anderers erzählt oder was vielleicht noch ein bißchen schlimmer war, aus den neuen Büchern das alte.

Ich bin ja ein bißchen später geboren geworden und habe gleich die neuen Bücher gehabt und meine Eltern waren außerdem noch Sozialisten. Der Vater war es, während die Mutter manchmal von ihrer jüdischen Lehrfrau erzählte, die dann verschwunden ist.

Andreas Okopenko war 1938 acht und 1945 fünfzehn. Das Foto im Klappentext zeigt den Zehnjährigen in der „H-J-Uniform und das Buch, das ist auch sehr interessant, wird in einundsechzig Episoden vom 1. 4. 45 bis zum April  39 rückwärts erzählt.

Dazu gibt es im Klappentext eine Erklärung.

„Wie meinen Sie? Der Titel gefällt nicht? Irgendwie unangenehm und überhaupt hätten die Leute allmählich die Nase..?“

So wird man in das Thema gleich hineingeworfen. Zwei Zitate gibt es am Anfang und am Ende auch. Zuerst eines aus der „Edda“: Die Wala weiß, die Welt wird enden, den Untergang ahnt sie der Asen alle“ und dann eines von der Bachmann: „Es kommen härtere Tage. Die auf Widerruf gestundete Zeit wird sichtbar am Horizont.“

Trotzdem ist das Lesen, glaube ich, wegen des experimentellen Ansatzes, der ja irgenwie distanziert und so kunstvoll ist, daß man in die harte Realität vielleicht nicht gleich hineinfindet und sich auch nicht so auskennt, was da jetzt erlebt und was erfunden wurde, nicht so einfach.

Auch das Rückerzählen macht es das nicht, aber andererseits ist das wohl auch die Realität. Da wurden viele Kinder und auch Erwachsene in die Zeit hineingeworden, haben Uniformen angezogen und Fahnen in die Hand gedrückt bekommen, haben „Hurra!“ geschrieben und hatten 1945 auf einmal einen Schuldkommplex, mit dem es höchstwahrscheinlich nicht so einfach zu leben war.  Denn Traumatherapeuten hat es wahrscheinlich keine gegeben, wohl aber die Frage „Wieso bist du bei der „Hitler- Jugend“ gewesen?“

Die aber, glaube ich, gar keine so freiwillige Sache war.

So beginnt das Buch auch gleich im Jahre 1945 wo der Vater dem Fünfzehnjährigen verkündet:

„Aber jetzt Schluß kommentiert Papa: Anatol! Hitler hat den Krieg verloren, verstanden? Wir müssen uns jetzt umstellen. Sei jetzt ein vernünftiger Mann. Stell dir vor , du warst ein großer Star, ein Kinderstar, und jetzt ist bist du ein Mann und deine Rolle ist aus. Tilki, jetzt darfst kein Nazi mehr sein, sagt Mama, sehr schlaff. Ein Kindernazi, sagt Anatol zornig und weint wieder los“

Und auf der letzten Seite, im April 39, steht „Aber, Papa, was heißt Gestapo? Ja, diese Art von Polizei ist überall geheim. Aber warum steht sie dann angeschrieben? Du wirst ein deutscher Junge werden, Tolko. Wirst alles lernen und verstehen.Ich verständnisvols. Bist du bereit, Tolko?  Bereit, was heißt denn das? Ja, ich bin bereit Papa!

Dnd dazwischen liegt das Aufwachsen im deutschen Reich, Juden verschwinden, die sich zuerst Sara nennen mußten, um das jüdische zu demonstrieren und in der Schule bekamen die Kinder, 1942 Merkblätter mit, wo sie in die „Erweiterte Kinderverschickung“ der „Pimpfe und Jungmädeln“ eingeladen wurde, was für die Kinder warscheinlich lustig war, aber sicher dann auch wieder viel Disziplin bedeutete. Vor allem, wenn sie vielleicht nicht so stark und blauäugig waren und von zu Hause vielleicht auch gesagt bekamen, daß man über das und das nicht sprechen darf: „An der Tür die feierabendliche Besuchstante mit dem Hitler-und Echo-Witz: Wir haben gute Waffen! -Affen! Wo wird der Krieg beginnen? -Innen! Aber: Pscht, Tilki, du hast nichts gehört! Warum? Sonst kommen wir alle nach Dachau. Was ist eigentlich Dachau? Papa, abherschend. Eine Strafanstalt“

Dazwischen wird das Deutschlandlied gesungen, ins Kino gegangen, hat in der Deutschstunde Aufsätze geschrieben, ist langsam erwachsen geworden, etcetra, bis man vom „Kindernazi“ zu dem erwachsenen Mann werden mußte, der von allen nichts gewußt und geahnt hat und man, weil man ja nicht darüber reden durfte und es auch keine Therapeuten gab, oft traumatisert zurückblieb.

Bis dann sehr viel darüber geschrieben und geredet wurde. Jetzt sind es ja schon die Enkel, der damals betorffen 1984 hat es der erwachsene experimentelle Dichter Andreas Okopenko getan und im Sommer 2017 habe ich endlich dank dem „Read!!!ing Room“ und seinen offenen Regalen diesen Klassiker gelesen und bin sehr beeindruckt, obwohl ich  schon wirklich viel über dieses Thema gelesen habe.

2015-05-25

Eine Art Liebe

Filed under: Bücher — jancak @ 00:38
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Weiter geht es mit dem deutschen Lesen und der Liebe, obwohl es in dem 2011 erschienenen Roman, der 1967 in Frankfurt am Main geborenen Katharina Hacker, die 2006 mit den „Habenichtsen“ den dBp bekommen hat, um etwas ganz anderes geht, ist er doch Saul Friedländer gewidmet und soll, wie im Nachwort steht, sein Leben nacherzählen, obwohl er nichts mit seiner Biografie zu tun hat und ein wenig über die Kunst des Schreibens und wie das so mit Autobiografien so ist, geht es in dem Buch, einer Art Dreiecksgeschichte, zwischen der Studentin Sophie, die genau wie Katharina Hacker, drei Jahre in Jerusalem Hebräisch studiert und dort Moshe oder Moses bzw. Maurice Fein oder Jean Marie Ferrir kennenlernt, der mit einem Trapistenmönch befreundet war, der auf seltsame Weis, in einem Berliner Nachtclub ums Leben kam.

Kompliziert genug? Katharina Hacker macht die leider an sich einfache Geschichte, des 1930 in Berlin geborenen Moses, der mit seinem Vater, Theodor, einem Rechtsanwalt und seiner Mutter Ruth, einer Sängerin, Ende der Dreißigerjahre nach Paris emigrieren muß, noch ein bißchen undurchsichtiger, in dem sie nicht linear erzählt, sondern von vorne nach hinten hüpft, die Perspektiven wechselt, einmal erzählt die Studentin, die in dem Buch auch noch ihre Beziehungen wechselt, einmal Moshe selbst, dann gibt es  noch Notizzetteln von ihm und am Anfang des Buches schenkt Moshe ihr  Jeans Geschichte, mit dem Auftrag sie aufzuschreiben, der letzte Satz auf Seite 265 lautet, dann auch auf Sophies Frage, ob die Geschichte, so wie er es sich vorgestellt hätte, geworden wäre „Ich habe mir nichts vorgestellt!“, antwortete Moshe. „Es ist deine Geschichte, ich habe sie dir geschenkt!“

Und so können wir also zwischen Phantasie und Wahrheit, Fiktion und Realität wählen und um Schuld und Sühne und wer der Hüter seines Bruder ist und ob ein halbwüchsiger Junge Schuld am Tod eines jüdischen Ehepaars ist, nur weil er seinem kollaborierenden Vater verrät, daß der wahre Name seines Freundes Moses Fein und nicht Jean Marie ist? Denn das war der Einfall des Paters Gerard, den kleinen Moses taufen zu lassen und in ein Kloster zu stecken, während die Eltern versuchen sollten von Frankreich, das inzwischen von den Deutschen besetzt wurde, in die Schweiz zu flüchten.

Die bösen Schweizer lieferten die beiden an die Nazis aus, Ehepaare mit Kindern haben sie durchgelassen, hätten die beiden, den kleinen, der inzwischen Jesuit werden will, während es seinen Freund Jean in das Schweigekloster der Trapisten zieht, also doch nur mitgenommen. Aber wieder schön der Reihe nach, weil meine Leser ja manchmal mit meinen Schachtelsätzen Schwierigkeiten haben, obwohl ich ja eigentlich ohnehin eher linear erzähle.

Da ist also die Ich-Erzählerin, von der man später ihren Namen Sophie erfährt, die in Jerusalem studiert und dort über den Umweg eines Buchhändlers, den Rechtsanwalt Moshe Fein kennenlernt, der 1939, glaube ich, mit seinen Eltern nach Frankreich emigrierte. Der Vater ist herzkrank. So überredet ihn Pater Gerard, das Kind, das er bisher selber unterrichtet hat, in eine Klosterschule zu stecken, in der ersten wird er Maurice gerufen, in der zweiten, nahe der Schweizer Grenze, als die Eltern dorthin flohen, wird er getauft und muß seinen schönen Namen hergeben. Er beginnt zu weinen, der um ein Jahr ältere Jean, der eigentlich in eine Nazi-Schule sollte, aber wegen seiner frommen Mutter doch in das Kloster durfte, tröstet ihn damit, daß er seinen Namen Jean-Marie haben darf.

Ob es eine erotische Beziehung zwischen den beiden Jugendlichen gibt, weiß ich nicht, wenn, wird sie nur angedeutet. Die Geschichte beginnt ja Ende der Neunzigerjahre, als Jean schon gestorben ist, Moshe, dessen Frau, die seltsamerweise Ruth, wie seine Mutter heißt, durch einen Unfall ums Leben kam, verwitwet,  hat inzwischen eine Freundin und zu Sophie, der er sehr ruppig begegnet, empfindet er auch „eine Art Liebe“.

Sie soll also Jeans Geschichte aufschreiben. Auf den ersten ein- bis zweihundert Seiten, tut sie es aber mit der  Moses, Moshes oder Maurice, der, als der Krieg 1945 endet, eigentlich auch Trapist oder Jeusit werden will. Pater Gerard und auch Jean versuchen das zu verhindern, in dem sie jüdische Verwandte, die in Paris leben aufsuchen, Moses wandelt sich dann auch zum Zionisten, während Jean in das Schweigekloster eintritt und emigiriert nach Israel.

Jean will eigentlich Einsiedler werden, der Abt verhindert das aber, so beginnt er zu reisen, nach irgdeneinem Konzil, sind die Ordensregeln nicht mehr so streng, über die Melancholie zu schreiben und auch Moshe, dessen Hochzeit er noch verweigerte, zu treffen. So zum Beispiel in Venedig, wo er in einer Kirche das Kain und Abel Gemäde sieht und man nach und nach herausbekommt, welche Schuld, den Mönch quält, so daß er mit sechzig Jahren, das Kloster verläßt, Moshe einen Brief schreibt, daß er nicht an Gott glaubt und nach Berlin verschwindet, wo er in schäbigen Hotelzimmern wohnt, in einem Nachtklub arbeitet und dort schließlich wie der Abel erschlagen wird.

Bei Moshe wurde inzwischen ein Hirntumor entdeckt, er reist seinem Freund trotzdem nach, beziehungsweise trifft er Anfangs des neuen Jahrtausends, Sophie die sich wieder mit ihren früheren Freund Sebastian befreundet hat, in Berlin und weigert sich, ihre Geschichte zu lesen.

Ganz schön kompliziert, aber doch sehr poetisch und nachdenkenswert über die Schuld und Sühne und Lebensläufe der Neunzehnhundertdreißig geborenen Kinder, die plötzlich ihre Familien verloren, ihre Religion und Identitäten wechseln mußten, aber auch über Sinn und Unsinn des Mönchtums, des Zölibats und der Schweigegelübde und den Schwierigkeiten dieses Lebens überhaupt, kann man sinnieren und ich habe nach dem „Vorleser“, der den Holocaust von einer anderen Seite her erzählt, wieder ein interessantes Buch über ein unrühmliches Stück der deutschen Vergangenheit gelesen, wo ich noch anmerken will, daß ich etwas Ähnliches, Ende des vorigen Jahrhundert mit den „Wiener Verhältnissen“ meinem ersten selbstgemachten Buch, das ich als Reaktion auf einen Roman von Ruth Aspöck, geschrieben habe.

Ein an sich linear erzählter Roman, mit einem Vorwort über den Literaturbetrieb, dann reist die Protagonistin Hanna nach dem Tod ihres Vaters und einem Buch, das sie in dessen Nachlaß gefunden hat, nach New York. um dort in einem jüdischen Altersheim Gespräche mit dem fast hundertjährigen Jakob Mandelbaum zu führen, der sich auch schuldig am Tod seiner Eltern und seines Bruders in Theresienstadt bzw. Auschwitz fühlt.

Diana Vogt, der ich das Manuskript dann schickte, hat mir in einem Brief geschrieben, daß sie es für keinen Roman hält, was ich ganz ehrlich, immer noch nicht verstehe und sie nicht wüßte, wer sich dafür interessiere und wem sie es anbieten könne?

So ist es mein erstes selbstgemachtes Buch geworden, das mir der Alfred damals zum Geburtstag schenkte, das die Freiheitsstatue am Cover hat und das inzwischen längst vergriffen ist. Nur meine Belegexemplare habe ich noch in Harland und in der Krongasse stehen.

2015-03-31

Bleibergs Entscheidung

Filed under: Bücher — jancak @ 00:04
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Bei Schulamit Meixner zweiten bei „Picus“ erschienenen Roman „Bleibergs Entscheidung“ könnte man wahrscheinlich wieder die Frage, stellen, wie weit er autobiographisch, erlebt, erzählt bekommen, etc ist, hat die 1968 geborene Autorin doch in Wien Juaistik und Theaterwissenschaften studiet, im jüdischen Museum gearbeitet, jüdische Geschichte unterrichtet und wie dem Buch am Schluß zu entnehmen ist, mit Ari Rath, der ja ja als Jungendlicher mit seinem Bruder nach Israel in einen Kibbutz auswanderte, im April 2013 ein ausführliches Gespräch über seine Kindheit und Jugend geführt und die Lebensdaten der „wahren Helden“ der Geschichte gibt es am Schluß auch, sowie ein Gedicht einer Hanna Szenes, die im Einsatz in Jugoslawien und Ungarn am siebenten November 1944 in Budapest hingerichtet wurde, der in der Geschichte, um Leopold Bleiberg, der 1938 dreizehnjährig mit einem Jugendtransport von Wien nach Palästina kommt, eine Rolle spielt.

Auf dem Transport gibt es die Begleiterin Ofra, in die sich der Jugendliche, dessen Mutter gestorben, der Vater im KZ und der von der Stiefmutter zu dem Zug nach Triest gebracht wurde, verliebt, sie hat aber nur Augen für den schönen Kuki Breslauer, obwohl sie sehr nett zu dem heimwehkranken Knaben ist und als er sich einen hebräischen Namen aussuchen soll, zu Schraga rät, weil das Licht bedeutet und außerdem ihr Mops so heißt.

Das Leben im Kibbutz, wie auch Ari Rath betonte, war sehr schwer, am Vormittag mußte im Stall und auf dem Feld gearbeitet werden, Kühe gemolken, etc, am Nachmittag war Unterricht, da waren die Jugendlichen meistens sehr müde und der große starke Katriel, zu dem  Schraga ins Zimmer kommt, der in einem Heim aufgewachsen ist, läßt sich von ihm die Tasche tragen und kassiert, die von der Stiefmutter migegebenen Süßigkeiten, ein.

Später befreunden sich die Beiden und Ofra beschließt, noch einmal nach Wien zurückzukehren, um einen anderen Jugendtranfsport zu betreuen, kommt aber nicht mehr nach Israel zurück, sondern schickt mit ihrem Paß nur ihre Cousine Liesl.

Dann beginnt der Krieg und der Kontakt zu Ofra bricht ab, so daß sich Schraga entschließt, als er alt genug ist, sich von den Engländern als Fallschirmspringer ausbilden zu lassen, um nach ihr zu suchen.

Das macht er gemeinsam mit Katriel und kommt zu jugoslawischen Partisanen, der vorgesetzte Offizier ist Kuki Breslauer und der erzählt ihm schließlich, daß Ovra, bevor der Transport zurückging, von der Gestapo verhaftet wurde und zum Morzinplatz gebracht wurde.

Das Ganze beginnt mit einer Rahmenhandlung in den Fünfzigerjahren, als Ovra und Schraga schon über Dreißig sind, Kuki ist mit einer anderen Frau verheiratet und hat Kinder und die Beiden gehen zu einer Feier, wo es einen Flugzeugabsturz gibt, wo Ovra verletzt wird.

Schraga besucht sie im Spital, gesteht ihr ihre Liebe, bittet sie ihn zu heiraten, aber sie lehnt ab, denn die Nazis haben sie damals in ein Bordell gebracht und sie den Offizieren zur Verfügung gestellt und sie hat das alles an Kuki denkend ertragen, der sie aber deshalb verlassen hat.

So entschließt er sich als Leopold Bleiberg Israel und und den Kibbuz zu verlassen und nach Paris zu fliegen.

Eine spannende Geschichte, die wahrscheinblich eine Mischung von Fiktion und wahren Ereignissen ist, im Klappentext steht etwas von „einer großen hoffnungslosen Liebe sowie von Mut und Entschloßenheit“ und vorallem Jugendlichen einen guten Einblick  geben kann, was im dritten Reich und im Holocaust geschehen konnte.

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